SÜDWEGFÜHRER
Nebelstein
05 Beginn Onkel
Hermann Weg vor Spitz Bäume
mit gemeinsamer Krone in NÖ BÄUME> N B O B![]() Mittestein-Mariazell
C.H.
NotunterkunfT
C.H. Baumpruch: "Wer wandern will braucht nicht
unbedingt einen Stab aber einen festen Willen" C.H. Pauluskapelle ![]() ^letzte
Messe ![]() M
N B![]() ![]()
Urnenversenkung †JAKOB.PETSCHENIG
>
Meridianstein
Koralpe Russ in Wiel
Gedicht Hans Klöpfer ^Endestein C.H.
Gedenkstein
Stefanie und
Josef† Simperl
> 1995
Josef Simperl Junior Urkunde M R E G S U![]() |
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SÜDWEG.ÖSTERREICH.05 ANFANG ENDE
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÷
Der Verlust, des im Jahre
1993 beim Waidhofsee hinterlegten Wander Gipfel Buch, war der
wesentliche Grund es noch ausführlicher und umfangreicher zu
gestalten. 1994, beging
ich den Südweg, 1995, durfte ich 05 Markierungsmängel
ergänzen und am Weg einige Kunstwerke von Carl Hermann
konservieren. Es
entstand eine Beschreibung von Naturerlebnissen und Träumen,
über eine Lebensphilosophie, eine Sammlung von Lyrik, Pösie
und Spruchweisheit des Volkes, ein Gedenk- Touren- und
Dokumentationsbuch einer Epoche. Ein Erinnern an eindrucksvolle Berg-
und Wandererlebnisse, ein Anstoß zum kreativen Selbsterleben,
auch für jene denen die Gesundheit oder das Alter den Fuß
lähmte.1997.04.27 BEMERKUNGEN zur 2 AUFLAGE DES Wander Gipfel Buch
Werter Leser, für die zweite Auflage des Wander
Gipfel Buch habe ich dieses Buch aktualisiert und neu gestaltet. Vorher waren die Kapitel chronologisch
geordnet, jetzt wurden fünf Themenblöcke gebildet: Wander Gipfel Buch, Carl Hermann,
Briefe, Presseberichte und das Bilderbuch. Neues wurde aufgenommen und
Überflüssiges herausgenommen. Ob ich diesen Anforderungen gerecht geworden bin? - Darüber werden Sie, die werten Leser, selbst urteilen. Wenn Sie nur einen Bruchteil, meiner Freude und meiner Begeisterung bei der Niederschrift, nachempfinden bin ich zuversichtlich. Mein Dank gilt den Verfassern und den Autoren der verwendeten Literatur, besonders Herrn Peter Holl. Meine besondere Anerkennung für alle die um die Sicherheit und das Wohl der Wanderer besorgt sind: Der Bergrettung, der Berg und Naturwacht, den Markierungswarten der alpinen Vereine, den Schutzhütten- und Gastwirten. Auch wenn das Buch nur eine Leseratte aus dem Bau heraus lockt in die Natur, wurde es nicht umsonst geschrieben. Berg Heil
Beugt dich ein Geschick In manchen trüben Tagen, Ein Buch ist aufzuschlagen, Sieh hinein mit deinem Blick. Nimm es hin für alle Zeiten Heilt es eine Seelen - Qual, Dann wird es auch einmal Freude dir bereiten. >
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10 -
ER
HAT IN NOT UND FREUDE
DURCHKLETTERT MANCHE WAND, VON SEINER WANDERUNG MÜDE RUHT ER IM HEIMATLAND. Das Naturdenkmal "DER SCHREIN" 2410m
Ein Synonym der Erinnerung an die Schöpfungen des Bildhauers Carl
Hermann, der durch das Tor des Hochlandes vorausgegangen ist.
ALLERSEELEN AM HERMANNSCHREIN
01.11.86 01:00 Samstag Allerheiligen,
Abfahrt von Wien nach der Fertigstellung des Wander Gipfel Buch
Nächtliche Einkehr in die AUGUSTINERKAPELLE 1162m im Oberen
Katschbachtal des Sölkpaßes.
-
11 -
Die Musik gleicht einer
Seelenlandschaft, die hohen, leuchtenden Gipfel sind dort, wo alles
Selige und Heitere ist, wonach das Herz sich sehnt. Die edlen Schatten
der Melancholie jedoch lagern auf dem Weg in die Tiefe. Eine
beschwingte Seelenwanderung führt in bewegten Kurven vom tiefen
Tale der Träume hinauf zu den lichten Höhen der Seligkeit.
G - D -G - FIS - G
- A
Ein Thema aus dem Lebenslied von Franz
Schubert ging mir nicht mehr aus dem Sinn als ich bei trüben
Wetter durch das obere Katschbachtal wanderte und es rechts auf einer
mit schneebedeckten Rinne verließ. Meine Allerheiligen- und
Allerseelenwanderung stand im Zeichen des Hungers, denn ich hatte mit
Absicht nur Notproviant mitgenommen. Glücklicherweise konnte ich
mich im unteren Aufstiegsteil mit Wacholder-, Schwarz- und
Preiselbeeren sättigen.
"Grüß Gott!
Darf ich bitte in Ihrem Schuppen mein Fahrrad einstellen? Ich habe
Angst daß es gestohlen wird, dann muß ich wenn ich vom
Ödstein zurückkomme, zu Fuß nach Graz gehen. Sagte Carl
Hermann zur Bergsteigermutter Frau Khatarina Ditz. Ja freilich, hier
hast noch ein Stück Brot als Wegzerrung." "Unter dem Kirchengrat fällt ein
Schuß, von der Gamssteinwand fällt ein Gamsbock herab, die
Hungersnot hat schon wieder einen Familienvater zum Wildern gezwungen",
denkt Carl Hermann."Der obere Aufstiegsteil wurde immer mehr zu einer Winterlandschaft, in der angespannten Erwartung des vor mir gestandenen Berggeschehens hatte ich in der vergangenen Nacht nicht geschlafen. Zuerst war ich mit dem Schreiben des Wander Gipfel Buch und dessen Behälterherstellung aus Zinkblech beschäftigt, dann wurde der Rest der Nacht für die Anreise aus Wien und die Einkehr in die Augustinerkapelle verwendet. Die Folge davon waren Ermüdungserscheinungen bei der anstrengenden Spurarbeit im Schnee. Am Abend erreichte ich das "Tor des Hochlandes" die Sauofenscharte 2300m zwischen Schimpelgrat und Sauofen 2414m und betrat das Hochplateau. - 12 -
Bald war alles zum
Schlafen vorbereitet und der anstrengende Tag wurde von einer
erholsamen Nacht, mit einem nahtlosen Übergang von Gedanken zu
Träumen, abgelöst. Im August dieses Jahres habe ich
während des Urlaubs, von Großsölk ausgehend über
den Knallsteinhöhenzug zum Tauern Hauptkamm und auf diesem weiter
zum Sölkpaß, eine Wanderung durchgeführt. Nach dem
Süßleiteck 2507m bin ich nach der südlichen Umgehung
einer gewaltigen Felserhebung (Schrein) das erstenmal in diese
Gebirg`s- Wunderwelt gekommen.I ch lernte ein "Paradies des Hochlandes" an der Enns - Mur Wasserscheide, kennen in dem sich der Schimpelgrat, der Sauofengrat und der Schreingrat in einer einzigartigen Weise vereinigen. Es ist ein Hochplateau mit Bergblumenwiesen, Moosteppichen, Flechtenmatten und großen sowie auch kleinen Seen. Ein Stück vom Garten Eden inmitten der schroffen Berglandschaft, wo die Herrlichkeiten der Schöpfung lieblich ineinander verschmelzen. Am moosigen Gestade eines Sees hatte ich im Sonnenschein geruht, bevor sich mein Blick dem Schlaf ergab betrachtete er in dem großen Spiegel die sargförmige Felserhebung des Schreins, bis ein Windhauch das Bild verzerrte und verlöschte. Im Jahre 1982 hatte ich mit meiner damals siebenjährigen Tochter Angelika eine Höhenwanderung von der Neunkirchnerhütte zur Rudolf Schoberhütte unternommen. Die letzte Freinacht im Sauofenkessel war regnerisch und stürmisch, ich hatte die ganze Nacht Sorgen und Ängste um die Festigkeit der Zeltverankerung, es war eine Nacht in der ich nur wenig geschlafen- aber viel geträumt habe: "DIE
WEISSE HÖHLE" Anton Schubert Gedenkstätte in der Südwand
des Kleinen Ödstein´s im Gesäuse; SEITE: 189 BILD: 01
"Einige Sekunden
lang stehen wir uns Aug im Aug gegenüber, der Gams und ich. Nach
der Übernachtung in der Weißen Höhle, hatte mich der
zweite Höhlenausgang direkt in die Südwand des kleinen
Ödstein geführt."-
13 -
"Zerlumpte Gestalten vor dem Eingang der Bar Mogasor in Bonaventura (Columbien) starrten mich mit stechenden Augen an, als ich mit der Mestizin Marina Ramirez an ihnen vorbeiging und das Lokal dann zum Abendessen betrat. Marina hatte mich an diesem Tag zu einer Wanderung in das Landesinnere eingeladen. Wir hatten einen herrlichen Tag bei einem von einer Quelle gespeisten kleinen See im Urwald zusammen mit Einheimischen, die sich wie wir beim Bade erfrischten, verbracht. Trotz unseres Hungers konnten wir das reichliche Essen nicht gänzlich verzehren. Nach einigen Minuten kam große Bewegung in die sechs Bettler vor der Tür, der Tellerwäscher hatte ihnen unsere Speisereste vorgesetzt und verbissen kämpften sie um die größten Happen. GEDANKEN und Träume überwinden
Zeiten und Räume.
Erleichtert erkannte ich
bei der Morgendämmerung eine Wetterwende zu Schönwetter. Noch
stand der Horizont im leichten Feuchtigkeitsdunst des abgezogenen
Gewitters, als der Sonnengott Helios die Pferde vor seinen Feuerwagen
spannte. Ein Schauspiel
mit immer stärker werdender Beleuchtung begann. Gespannt starrte
ich auf einen Berg am östlichen Horizont der wie ein gekentertes
Boot aussah und dessen Konturen sich immer schärfer abzeichneten.
Angelika
Mayer "DER SCHREIN IM NEBEL"
vom Zeltlager Sauofensee Schladminger Tauern; SEITE: 189 BILD: 02
Rechts neben ihn hing eine
Nebelwand, links neben ihm in der Scharte lag ein Nebelschwaden, hinter
ihm erschien von vier goldumrandeten Silberwolken gezogen das Feuerad
und hob sich dann langsam von der langen geraden Gipfelkante des Berges
ab um freischwebend seinen Tageslauf zu beginnen.- 14 - 02.11.86: Sonntag, Allerseelen Als ich erwachte knurrte mir der Magen. Nun stand ich wieder da, vor mir erhob sich heroisch der "Felsberg", wie ein Olymp, Schnee umhüllte dieses sonst vom Schöpfer so reich gesegnete Gebiet. Dann schritt ich auf der einladenden Schulter dem Unbekannten entgegen und fand ein altes Holzschild mit der verwitterten Aufschrift: Die ersten Felspassagen waren leicht zu
überwinden, ich war gerade im schwierigsten Steilterrain, da fiel
Nebel ein und es begann zu schneien. Die Mutter aller Weisheiten im
Gebirge ist: "im richtigen Augenblick umzukehren", auch wenn man sich
kurz vor dem ersehnten Ziel befindet.
WILLKOMMEN UND
ABSCHIED AM SCHREIN
An der Umkehrstelle befestigte ich an
einer Zinne, das Willkommenschild mit dem Wander Gipfel Buch, und
fühlte daß dieser unbekannte Berg, ein wichtiger Bestandteil
meines künftigen Lebens werden wird. Wie durch ein Wunder
öffnete sich kurzweilig die Nebeldecke und gab den Blick auf die
Hochebene frei, die Sonne kam hervor, dann jedoch wurde ich wieder
eingehüllt in den grauen Schleier. Obwohl ich mein Ziel den Gipfel
nicht erreicht hatte, erfüllte mich ein bisher unbekanntes
Glücksgefühl und gut gelaunt fuhr ich mit den Firngleitern
zurück in das Obere Katschbachtal.
-
15 -
Wenn
dir die LIEBE das Höchste
im Leben ist,
Dann sieh dich etwas um in den Bergen. Die Gipfel weisen von der Erde zum Himmel, Aus irdischer- wird eine himmlische Liebe. 07.12.86 Die Morgenröte entzündet auf
den Felsaltären Kerzen, hoch in der Himmelsphäre erscheint
eine mystische Glut. Sie ergreift die höchsten Gipfel und steckt
über die weißen Klippen sich wälzend, das geheimnisvoll
in flammenden Purpur auflohende Eisgefilde in Brand. Violette Nebel liegen in der Tiefe und
veilchenblaue Dünste steigen auf, dort wo sie in das himmlische
Feuer quellen, verwandeln sie sich, die Gipfelkette umbrauend, zu
glühenden Dämpfen. Der Himmel färbt sich im
dämmernden Widerschein.
Wie Fanale flammen die Zinnen, die Gluten erblassen, plötzlich schießen goldene Pfeile auf den unbekannten Felsenberg. Die lauschende Seele vernimmt in dieser Feierstunde das Brausen der Schöpfung. Noch ist die Sonne dem Auge verborgen, aber ihr flutendes Gold umfängt das Süßleiteck und die Sauofenspitze und läßt sie im Morgenrot erstrahlen. Rosenblätter - Wolken überziehen den gesamten Horizont, dann erscheinen Feuerstreifen und das Rund des königlichen Tagesgesgetirnes entsteigt mit einer silbernen Wolkenkrone dem Horizont. DER
SCHREIN vom Lager
Reichascharte BILD: 04 DER SCHREIN MIT SÜSSLEITECK vom
Lager Reichascharte BILD: 05
- 16 - Ich stand vor meinem
Nachtlager auf der Traumebene am Fuße meines Berges und
betrachtete das Wunder der Naturerscheinung. in banger Erwartung der
vor mir liegenden Besteigung. Es war ein Erlebnis in einem
Ausmaß, wie man es nur einmal im Leben haben kann.
Die letzte
Botschaft vom Dramatiker Fritz.Hochwälder 1911-22.10.86, war ein Zitat von Gottfried.KellerDenn wer die HOFFNUNG hat verloren, der wandle lieber ungeboren, lebendig ist er schon im Grab Ob
in der Mitte, links oder rechts, der Terror wird immer sinnlos bleiben
und zu einem Krieg führen. Die Menschheit riskiert Kopf und Kragen
für die Rüstung zu ihren Untergang. Deshalb taucht immer
wieder die Frage auf:
Ist der MENSCH dazu
bestimmt elend
zugrunde zu gehen und das noch durch sich selbst?
Die Natur hat keinen Willen, sie ist
keine Person, sie leidet nur unter unserem Tun, sie kann sich nicht
wehren wenn wir sie zerstören. Trotzdem hat sie ein Eigenleben, in
ihr wächst der Stammbaum der Menschen, auf dem nach Darwin die
Vorstufe unserer Urahnen, nämlich die Affen, heute noch sitzen.Erst nachdem die gesamte
Hülle
eines Menschen schlecht ist, verdirbt sein guter Kern.
An die Hoffnung eines
noch guten Kernes
in der Menschheit zu glauben hilft und der ewig weiterlebende Geiste
der Bergsteigermutter Frau Katharina Ditz und Carl Hermann.
Mit Trauer dachte ich an ihn, zu dessen Gedenken ich diesen Berg
besteigen werde, an Carl Hermann. Er war ein ehrlicher und offener
Mensch, der trotz seiner künstlerischen Größe, oder
vielleicht gerade deswegen, seine Zuneigung zur Natur und zu den
Menschen nie verlor, in seiner Asche wird er in seine Heimat
zurückkehren.
- 17 -
Dies
waren meine Gedanken
als ich den Bergrücken entlang stapfte, um den Berg auf dessen
Gipfel zu stehen mein heiß ersehntes Verlangen war, gleich einer
Seelenwanderung.
Am Gipfel Über dem Nebelmeer, Am großen Sternenzelt, In aufsteigenden Nebeln, Auf dem Hermannsschrein, Auf allen Wanderwegen, In der Pauluskapelle, Im Adlerhorst, Im Flügelschlag des Adlers, In der Wanderkameradschaft, Wenn die Alpenrosen blühen, Bei den ersten Kuckucksrufen, Bei Tautropfen in den Bergblumen, Beim Gesang der Sommervögel, Im Edelweiß am Felsensaum, Auf unzugänglicher Felsenhöhe, Im Dröhnen des Felsbruches, In Karen und in Schlünden, In den Höhlen und Klüften, Auf der hohen Felsenkante, In den Gamskitzen, Im Alpenkönig "Gams", In allen Gemsenhöhlen, In den steilen Gemsengärten, In des Krummholzes Hange, Auf den Gemsenstandplätzen, Bei dem erdgewachs'nen Felsblock, - 18 - In den unwegsamen Zufluchtsstätten, In den Sonnen Auf-und Untergängen, Bei den wohlvertrauten Ruheplätzen, Bei Almenrasten auf dem Sonnenpasse In der Ruhe des Alpenfriedens, In dem murmeln der Felsenquellen, Bei des Eisquells kühlem Trunke, Im Regenbogen eines Schleierfalles, In den abwärts stürzenden Gewässern, In der Sturzbäche Silbersträhnen, Auf dem Grunde der Bergseen, Im erfrischenden Bergseebad, Im Granatenfeld des Trojani, Auf dem heiligen Berg Trojani, Im Biwak der Trojani Südwand, Am Kirchengrat des Ödsteines, Im Schatten des Tannenhaines, Beim Rauschen des Hochwaldes, Während der Hirschen Brunftzeit , Bei dem Klang der Almenlieder, Im Duft der herbstlichen Almen, Bei dem Klang der Herdenglocken, Bei dem Lockruf des Senners, Bei den Blitzen und dem Donnergrollen, Wenn die Hagelschauer niederprasseln, In den zu Eis erstarrten Tränen, Bei dem Brausen des Schneesturmes, Bei den glitzernden Schneekristallen, Werde ich seinen Geist beschwören. - 19 - Vieles ging mir durch den Sinn, Als ich nachts der Kälte harrte, Dacht` an meinen Aufstieg, Aus des Katschbachtales Sohle Und am Ufer längs des Baches, Wurd' das Rauschen bald ein Murmeln, Eingefroren in dem Eise, Wurd` sein lust`ges Wandertreiben, Ab und zu ein leises Glucksen, Bis er gänzlich stille wurd`. Dann im weißen Bett der Rinne, Auf der Gemsen Spuren höher Und auf abgewehten Stellen, In der Sonn' und auch im Schatten, Immer stetig weiter steigend, Stets nur an das eine denkend, Was dort oben meiner harret, Nach des Hochland`s gold`nem Tor Und dann später beim Durchschreiten. In der gottbegnadeten Zeit, Auf des Hochland`s breiter Fläche War ich selbst umglänzt von Schönheit, Von der Schönheit meines Berges. Heute steh ich da ergriffen, In dem ew`gen Wechsel, Von den Sternen zu der Sonne. Doch heut` war alles anders, Anders war heut´ alles, Wie bei allen anderen Bergen, Die ich bisher schon bestiegen, Anders war auch alles, Als ich einst so reich beschenkt, - 20 - Abschied nahm von hier, In dem winterlichen Treiben, Von dem Berge der Verklärung. Herzlich willkommen dann, Bei dem Umkehr Zeichen Mit dem wohlverwahrten Buche Auf des Grates schroffen Zacken, Wurd´ mein bestes Angebinde, Nun bei meinem weit`ren Stiege, Immer höher immer schöner, Bis zur Stirne gold`ner Rundung Und am flachen langen Gipfel, Muß vor Andacht ich nun schweigen. Laß Der Erinnerungs Schmetterling steigen, Es ist wahrlich schwer für mich, Kaum mag ich ein Wort noch finden, Nur ein Wort das würdig wäre, Würdig wäre um von dir zu sprechen. Auf dein Haupt nur Gutes falle, Dies bei Gott mein Wunsch stets ist. Denn du hast der Berge Matten, Und im Tal die langen Wege, Durch dein Wesen froh gemacht, Daß sie mir im Herzen leuchten. Drum hör' mir zu nur auf ein Wort, Laß den Gams den Berg erklimmen, Laß die Quellen wieder murmeln, - 21 - Laß die Vögel wieder singen. Sollte dich einst der Mißmut packen, Pilg`re nächtens durch den Mondschein Mach dich auf, zieh` in`s Gebirge, Singe dann dort alle Lieder, Alle Lieder die im Kopf du hast. Geh hinaus auf Wanderschaft, Wandle durch die kühlen Täler, Wandle auf die kühnen Gipfel. Stimme an die Lieder alle, Die du im Gedächtnis trägst. Ein`s nur darfst du nicht vergessen, Hierher wieder heimzukehren. Hilf mir jetzt den Sang anheben, Erst sing ich und dann sing`st du, Wie der Sommervogel singt. >
Der Weg ist das Ziel Gehe deinen frag´ nicht viel, Beschreite ihn mit festen Tritt Aus den Spuren wird ein Steig, Der Weg entsteht erst mit der Zeit. Das Schicksal wandert immer mit. |:Der Weg ist das Ziel, am Weg liegt so viel. - 22 - Ein Knabe springt vom Felsendom In den Bach und schwimmt davon. Die Zeit vergeht auch ohne Uhr, Von der Wiege bis zur Bahre All die ganzen Wanderjahre, Das Leben ist wie eine Tour. |:Der Weg ist das Ziel, am Weg liegt so viel. Der Weg wird steil und schwer Bedaure es nicht allzu sehr. Wenn´s nicht mehr weiter geht, Befreie dich von deiner Last Und halte an für eine Rast, Es findet sich ein neuer Weg. |:Der Weg ist das Ziel, am Weg liegt so viel. Wohin dein Weg auch führen mag Er bringt dich weiter Tag für Tag. Du gehst zur Arbeit, gehst zur Ruh`, Die Freude wechselt mit dem Leid In deiner ganzen Lebenszeit Einst fallen dann die Augen zu. |:Der Weg ist das Ziel, am Weg liegt so viel. ![]() >DER SCHREINGIPFEL BILD: 06 DAS Wander
Gipfel Buch AM SCHREINGIPFEL BILD:
07 BLICK VOM SCHREINGIPFEL auf die Reichascharte BILD: 08 BLICK VOM SCHREINGIPFEL auf den Großen Knallstein BILD: 09 SONNENUNTERGANG AM SCHREINGIPFEL BILD: 10 - 23 - 1948
wurde der lange Zeit als unersteigbar geltende Feslklotz des Schreins
erstmalig von BUCHENAUER
> und
H. Fruhmann erstiegen. Führer Schladminger Tauern von Peter Holl,
2. Auflage, 72. Trapezförmiger Felsklotz zwischen
Süßleiteck - SO - Grat und Sauofenscharte. Reiner
Klettergipfel. 767
Südwestrippe P.Holl, 18.8.60, im Abstieg II (kurz), I. 100m.Zugang: Von der Rudolf - Schober - Hütte, vorwiegend weglos, über Grashänge in beliebiger Wegführung 2 Std. Fuhre: Einstieg in der Schuttrinne, die zur Scharte zwischen dem Schrein und Süßleiteck hinaufzieht, etwa 40m unterhalb der Scharte. Eine rinnenartige Mulde empor und von ihren oberen Ende nachts rechts auf die Rippe. Diese empor, dann über die oberhalb befindliche Flanke zum obersten Westgrat. Auf ihn zum Gipfel. 768 Ostgrat Lotte Buchenauer, Hans Fruhmann, 15.5.48 III (kurz), II. Fuhre: Einstieg am Beginn des Grates (hierher über den Kamm von der Sauofenscharte). Zuerst immer über den zerrissenen Grat unschwierig bis vor einen glatten Aufschwung. Dieser wird über ein Band rechts umgangen. In Kürze unter den gewaltig überhängenden Gipfelblock. Unter ihm nach rechts und gerade über Rasen und Blöcke zum Gipfel. 769 Ostgratkante Dr. Sperka und Gefährte, 26.9.76 III. 40m Fuhre: Auf 768 bis dorthin, wo der Grataufschwung rechts über ein Band verlassen wird. Nun immer durchwegs längs der Gratkante zum Gipfel.770 Westgrat L. Buchenauer, H. Fruhmann, 15.5.48, im Abstieg. III. 60m. Einstieg in der Scharte zwischen Süßleiteck - SO - Grat und Schrein. Nun direkt an der steilen Gratkante empor zum obersten waagrechten Gratteil und über ihn zum Gipfel. Führer Niedere Tauern von >, 4. Auflage, 82.- 24 -
Das
alte Gipfelbuch (Reste davon), befinden sich in der Rudolf Schober
Hütte. Bitte das
Gipfelbuch immer gut, versorgen. Danke Hans Höfl, 23.08.83 Reinfried
Strobl ÖAV, 27.08.83 Von
der Rudolf Schober Hütte, bei herrlichem Wetter, mit der Tochter
Tanja den Gipfel erstiegen, weiter geht`s auf´s
Süßleiteck.Tanja und Hans Höfl ÖBRD, 28.08.83 Hans
Kollau, Helmut Moser ÖAV
ÖBRD Murau, 24.09.83 Dr. Hans Karner Sankt Peter, 04.08.84
Nur
wer die Gipfel der BERGE erstiegen,
Vermag
in die ferne Weite zu sehen.
Toni
Streicher ÖBRD Schladming 24.9.83
ANMERKUNG: Herr Streicher
ist der Obmann der Höhlenforscher
Schladming des ÖAV;
ich lernte ihn bei der Feier zu seinem 40. Geburtstag im Zinkwandbiwak
kennen. Er hat die Zinkwandlesung im Jahre 1990 entscheidend
mitgestaltet. In den Jahren 1984 und 1985 werden im DACHSTEINLOCH > und
in der "HOCHGOL-LINGNORDWAND" mit
den Höhlenforschern Schladming Lesungen abgehalten. In der Annahme, daß dieser Berg
keinen Namen hat, wollte ich ihn Carl Hermannstein nennen und das
Wander Gipfel Buch hinterlegen. Die Bergfreunde des Schreines,
mögen mir es gestatten, dem Westgipfel dieses Berges, den Vornamen
Hermann zu geben. 07.12.86 15:00CARL HERMANN SCHREIN
2420m Gipfel - West
÷
SCHREIN ERSTBESTEIGUNG DER PFINGSTGRAT 09.09.2008 vervollständigt (1.Auszug Seite 25-27) BUCHENAUER > "...
1948 wird der lange Zeit als unersteiglich geltende Felsklotz des
Schreins erstmalig von L. Buchenauer H. Fruhmann erstiegen..." Aus dem
Alpenvereinsführer Niedere Tauern von "Peter Holl", 2. Auflage,
1972.
So
früh bin ich noch nie aufgestanden, höchstens schlafen
gegangen: Es ist Mitternacht. Zu Fuß schlendere ich in die noch
hell erleuchtete Stadt und beziehe Posten vor dem Leykamhaus in der
Stempfergasse. Nach und nach finden sich Leidensgenossen ein, und auch
mein Berggefährte Hans kommt hakenrasselnd wie ein Krampus
herangeklirrt. Heute haben wir ein ganz besonderes Fahrzeug, das uns zu
den Schladminger Tauern bringen wird: Ein Zeitungswagen. Die
öffentlichen Verbindung ins obere Murtal waren für unser
Vorhaben nicht günstig; mit dem Zeitungstransport, der um ein Uhr
nachts startet, können wir bis Unzmarkt kommen, dort in einen
Linienbus umsteigen und die Rudolf - Schober - Hütte rechtzeitig
für die Pfingsttour erreichen. Mich interessiert dazu noch der
Alltag der Zeitungsmenschen, der in dunkler Nacht beginnt; wenn ich mit
dem Lieferwagen fahre lerne ich ein Stück davon kennen.
Das Fahrzeug erweist sich als ein wahrer Schreckenkübel. Zugluft wie in einem Vogelhaus, das Licht sticht in unsere schlaftrunkenen Augen, der Wagen schlingert, und Hans der zusammengerollt neben mir liegt, bohrt mir bei jedem "Hupf" des Wagens seine spitzen Knochen ins Fleisch. Mein Rücken stoßt an eine unbequeme Lehne, und an meinen Rippen bildet sich ein Wulst, den ich sonst nur beim Kaminklettern kenne, wenn das Seil reibt und drückt. In Unzmarkt fallen wir erleichtert aus dem Gefährt und versuchen auf einer Parkbank einen Teil des entbehrten Schlafes nachzuholen. Doch es ist schon lichter Tag; bald geben wir die Schlafversuche auf und studieren mit müden Augen die Landkarte der Schladminger Tauern. Die Rudolf - Schober - Hütte erschließt ein eigenartiges, wenig bekanntes Bergland im Süden und Osten dieses Gebirges. Die Gipfel sind hoch, gegen 1600 m ansteigend, und tragen merkwürdige Namen: Süßleiteck und Sauofen, Krautgarten und Hasenohrspitz, Federweißspitze, Windschnurspitze und Predigtstuhl. Dazwischen viele Seen in Farbstufen zwischen Blau und Grün, dunkle Zirbenhaine und weitgedehnte Hänge vor den scharfgeformten Gipfeln. Doch wir waren nicht um der Stimmung willen gekommen. Eine Traversierung mehrerer Grate und Gipfel lag uns im Sinn: Der Südostgrat des Süßleitecks mir Überschreitung des sogenannten "Schrein". Der Schrein ist ein sehr großer Gratturm, man kann ihn getrost einen eigenen Berg nennen. Schrein heißen im Volksmund auch anderer Gipfel dieser Gegend nach ihrer kastenartigen Form: Das Schreinl im Plannerkessel oder der Talkenschrein in den Wölzer Tauern (Dalken = eine Art Pfannkuchen). Der Schrein im Süßleiteckgrat ist der steilste und wildeste dieser "Bergkästen". Er war noch nicht erstiegen. Wir waren gut gerüstet für ihn und hatten sogar Felshaken mitgenommen.
Der
endlich eingetrudelte Autobus ist bereits bis zum Dach mit Passagieren
vollgestopft, doch Bergsteiger finden immer noch einen Fußbreit
Platz zum Stehen. Gegen das Zeitungsauto ist er ein
Luxusgefährt! in Murau, dem gotischen Städtchen der
Steiermark, haben wir wieder Aufenthalt bis zum Anschluß nach
Krakaudorf. Dunkle Wolken über den Tauerntälern. Es
regnet leicht. In Krakaudorf muß mir Hans, Kunstmaler von Beruf,
unbedingt die Holzkassettendecke in der Pfarrkirche zeigen – 120
handgemalte Bilder aus den Jahre 1534 –, und in der nahen Filialkirche
St. Ulrich bewundern wir außer der ebenfalls bemalten Holzdecke
noch einen der schönsten Renaissancealtäre des Landes. Bis
dorthin noch etwas verschlafen, werden wir nun hellwach und bekommen
Augen für unsere Umgebung. Wir sind in der Krakau, einer
Hochebene, die sich in einer Lage von 1100 bis 1300 m
Seehöhe von der Steiermark in den Lungau zieht. Die Krakau ist
auch heute noch, im Zeitalter der Bergstraßen, etwas abgelegen,
obwohl es gute Unterkünfte und viele Bemühungen um den
Fremdenverkehr gibt. Ein Naturpark "Tauern - Sonnseite" im Raum
ist seit 1972 in Vorbereitung. Doch es ist kein Durchzugsgebiet;
abseits von der Hauptstraße liegend führen nur
Nebenstraßen dorthin, und die Sölker Paßstraße,
ein recht alpiner Übergang, ist nicht ganzjährig befahrbar.
Aber diese relative Unerschlossenheit hat der Krakau nicht geschadet;
im Gegenteilen. In ihren Gebirgswinkel hat sich echtes Volkstum mit
uralten Sitten treu bewahrt. kaum anderswo in der Steiermark oder
in Salzburg haben sich alte Bräuche so rein erhalten wie in diesen
verborgenen Tauernbergen und Tälern zwischen Mur und Enns. Dieses
hohe Bergland, sonnengesegnet wie die nahe Stolzalpe, wo die meisten
Sonnenstunden in Österreich gemessen werden, strotzt noch vor
Kunstschätzen. Man begegnet ihnen auf Schritt und Tritt in Kirchen
und profanen Bauten, aber auch in Kapellen, Bildstöcken und
Marterl. Hans läßt sich sogar dazu hinreißen zu
behaupten, dass hier jeder Heustadel künstlerisch gestaltet ist.
Er beweist es mir auch und macht mich auf die hübschen
Doppelfenster der Scheunen oder auf kunstvoll geschmiedete
Fenstergitter aufmerksam.
"Wie
bist denn du da hinüber gekommen"? "Jedenfalls – geflogen bin ich
nicht so wie du!"Angeregt, ja fast aufgeregt von diesen Erlebnissen, später wieder still geworden im Anblick der riesenhaften Berge um uns, wandern wir das Sträßlein ins Etrachtal hinein. Die Schultern schmerzen von der Last der schweren Rucksäcke – wir werden Selbstversorger auf der unbewirtschafteten Schutzhütte sein. Doch bald liegt der Etrachsee vor uns, von einem fast weißen Blau. Baumgruppen stehen wie schwarze Striche vor dem hellen Schnee der Hänge. Die Ufer sind überschwemmt; wir waten durch große Lacken, die von Fischen wimmeln. Hans, der sich auf allerlei Pfadfinderkünste versteht, fängt welche mit der Hand, besichtigt sie und wirft sie gleich wieder ins Wasser. In mir regt sich Hunger und hausfraulich - mörderische Anwandlungen. "Warum wirfst du unser Mittagessen wieder Weg"? "Sie haben mich so lieb angeschaut, da hab' ich sie wieder schwimmen lassen müssen!" Beim Jäger bitten wir uns den Hüttenschlüssel aus. Die Bergwiesen sind weiß bestickt, mit Enzian und Anemonen. Den starken Wildbach überlisten wir auf einer halb eingebrochenen Schneebrücke. Wir queren Lawinenreste, steigen über Bäume, die geknickt sind wie Zündhölzer. Die kleine Schoberhütte – ganz aus duftendem Zirbenholz in einem Zirbenwald erbaut – ist abweisend kalt, doch binnen einer halben Stunde hat Hans ein höllisches Feuer im Herd zustande gebracht, und ich habe ein Festmahl gerichtet. Draußen zieht silbern der Nebel, als wir uns früh zur Ruhe legen. Wir schlummern bis weit in den Pfingstmorgen hinein, gute zwölf Stunden. Ich stehe als erste auf, muß aber den noch immer verschlafenen Hans mit dem Eispickel aus dem Bett treiben. Seine Proteste helfen nichts – ich ziehe ihn hinaus vor die Hütte, und barfuß laufen wir über die taunassen Wiesen zum Bach. Da steht der Schrein über dem Morgennebel schneebehangen, ein scharf gezeichnetes Trapez. Alle unsere Erwartungen sind noch übertroffen. Daß ist ein richtiger Berg, kein Gratturm! Bald versinkt die Erscheinung wieder im Nebelgrau. Doch für uns gibt es kein Zögern mehr. Schnell werfen wir etwas Proviant und die notwendige Ausrüstung in den Rucksack, frühstücken in Eile und sind schon unterwegs. Hans vergißt den Eispickel und muß deshalb zurücklaufen. Dies benutze ich um über die schief hängende, schmierige und vereiste Bachbrücke zu kriechen. Hans, der Pedant hätte gewiß an meiner Haltung was auszusetzen gehabt! Dafür fällt er beinahe in das hochgehende Wildwasser, weil ihm der Schwebezustand der Brücke nicht aufgefallen ist. Erstaunt mißt er mich:
Auch entlang unserer Steigspur
gräbt sich ein Bach seine Bahn. Wir verlassen das nasse Element
und steigen lieber weglos über kahle Hänge. Nur
isländisches Moos bildet dort rauhe, kratzige Teppiche, in denen
der Fuß aber auf angenehme Weise versinkt. Steiler Schnee,
gefrorene Seen: Das obere Etrachtal. Der Schrein zeigt sich nicht mehr.
Auch der Sauofen, unser nächstes Ziel, ist in der
"Nebelmilchsuppe" kaum zu erkennen. Trotzdem finden wir mit gutem
Spürsinn das markante Felsband, den Anstieg zur
Günsterscharte. In den Schladminger Tauern verlangen sogar
"Normalwege" ein gutes Maß an sicherem Tritt. Einige Vorgipfel
des Sauofen umgehen oder übersteigen wir mühselig. Von Zeit
zu Zeit reißt der Wind ein Fenster in den Nebel. Dann schauen wir
in schneegefüllte Kare hinab, wo blauvereiste Seen liegen. Dunkle
Gipfel stechen spitz oder klotzig aus den Grau: Der Schöderkoge -
Eisenhutgrat, kaum bekannt und fast nie begangen.
Wir traversieren ein steiles Schneefeld, das über eine Wand abbricht wie ein Gletscher. Es wird uns bald unheimlich zumute; lieber steigen wir durch eine Art Bergschrund in den Felsen. Gefährliches Gelände – brüchiges Gestein sind zu queren. Wir sind ja nicht am gewöhnlichen Anstieg zum Sauofen, der leichter ist. Die vielen Wächten und Schneehänge haben und abgedrängt. Doch mit ausgiebiger Pickelhilfe, haben wir bald den nahen Gipfel gewonnen. Nun betrachten wir den nahen Schrein, unser großes Problem. Was hatte ich nicht alles von ihm geträumt in den letzten Wochen – von "kinderleicht" bis "völlig unmöglich", die ganze Skala selbst erfundener Schwierigkeitsgrade! "Einladend sieht er nicht aus"! "Im wilden Kaiser wäre er bestimmt schon zum selbständigen Gipfel ernannt worden!" Wir sind kaum fünfzig Meter von der Sauofenscharte entfernt, die wir im Nebel verfehlt haben. Auf einem waagrechten Schneegrat tänzeln wir an den Fuß des "gewaltigen Klotzes", wie ihn "Alfred Murauer" nannte, der ihn seinerzeit umgangen hat. Aus der Nähe betrachtet, gliedert sich der Fels ihn Einzelheiten auf. "Du der ist kletterbar! Laß die Haken im Rucksack..." Wir seilten uns an, ich ging als erste, hatte doch ich den Schrein ausfindig gemacht. Etwa zehn Meter hoch kletterte ich über Blöcke überwand einen "hübschen" Riß und erreichte ein Band. Hans kam nach. Noch eine heikle fast grifflose Platte. Sie machte auch Hans, den wir "die Kletterkatze" nennen, etwas zu schaffen. Dann löst sich die Gratschneide in Gras und Wohlgefallen auf. Auf dem flachen Gipfel legt Hans das Seil in den Rucksack. Fast bin ich enttäuscht von der Kürze des Aufstiegs und beginne schon nach einer Fleißaufgabe in den Wänden des Schreins zu suchen. Da sagt Hans der gerade einen Steinmann baut: "Vergiß nicht - wir müssen noch hinunter, und zwar auf der anderen Seite"! Ich wandere nach vor bis an den nordwestlichen Abbruch. Und dort verschlägt es mir den Atem: Der Absturz ist mindesten 50-60m hoch. Dunkelgrau ist der Fels, von duftenden Flechten bewachsen. Beherzt greife ich zu, lasse mich an den Platten aus hartem, scharfem Kristallingestein hinab. Der Fels ist so rauh, dass man fast daran hängenbleibt. Das gibt ein gutes Gefühl der Sicherheit. In wenigen Minuten bin ich vor der Scharte, nach der sich eigentlich der eigentliche Südostgratweg des Süßleitecks aufbaut. Ich blicke zum Gefährten auf, der als kleines schwarzes Figürchen hoch oben auf dem Schrein steht. Er ruft mit zu: "Wie kommt man da runter"? Aha – auch er laßt sich von dem abschreckenden Tiefblick verblüffen. Zufrieden rufe ich hinauf: "Steigst halt ab, wie ich"! Er tut's und singt dabei, also macht es ihm auch Spaß. Die letzten Felsen zur Scharte sind das Schwierigste am Schrein. Ich bin froh nun den Gefährten bei mir zu wissen....Quelle: "Verliebt in die Niederen Tauern" (Auszug S.163-68) Lieselotte Buchenauer. BUCHENAUER > Herr
>
hat in den
Schladminger Tauern, zwischen Süßleiteck und Sauofenspitze,
in 2420 m Höhe eine Gedenkstätte für, "Carl Hermann und
Hans Leitenbauer" errichtet. An einem Holzstamm befindet sich ein
Metallbehälter, der ein Gipfelbuch mit einer Gedenkschrift an die
Obengenannten enthält. (Siehe Bild) Notiz der Sektion Weitwanderer
des ÖAV in den Mitteilungen. Es gab eine Reaktion an den Vorsitzenden Hr.
Käfer von Frau Buchenauer, sie hat dies nicht besonders
begrüßt. Der Schrein war mir damals namentlich noch
unbekannt, da er nicht am Nordsüdweg gelegen ist fand sie dies
nicht besonders angebracht. So ist dann aus diesem Buch das Wander -
Gifel - Buch WGB entstanden. Anmerkung:
Die Wintererstbesteigung blieb unbewußt mir vorbehalten. >18.04.87: Karsamstag auf
Katschbachtal
Biwak über der Baumgrenze Sonne 19.04.87:
Ostersonntag 02:00 Anstieg Reichascharte Schreinbesteigung, Abstieg mit dem Wander Gipfel Buch -
28 -
SÜSSLEITECK Ich kenn` eine Insel,
Im Indischen Ozean, Dort gibt es keine Kriege, Keine Arbeitslosen, Keine Kriminalität Und keine Menschen. Joachim Stuhlpfarrer, 21.06.86 Wenn einer träumt, So ist das ein Traum, Wenn viele träumen, Wird es Wirklichkeit. Nie mehr Tschernobyl, Es lebe die Natur, Es lebe der Mensch. Johann Flachl, 28.06.86 Der erste Blickkontakt mit dem Schrein, weiter Sauofenspitze- Dürrmooshöhe- Breitmodl- Deneck- Sölkpass. Gras und Schuttgipfel zwischen Reichascharte im N und Sauofenscharte im W; südlich setzt sich der Schöderkogel - Eisenhutkamm vom Gipfel ab. Führer Niedere Tauern von Peter Holl, 4. Auflage, 82 Sauofenspitze Wander Gipfel Buch Hinterlegung Schöderkogel 2500m Sonne ab. Das Wander Gipfel Buch hat die Überwinterung auf dem Schreingipfel gut überstanden. Wander Gipfel Buch
Sauofenspitze
Der
WEG ist nun auch das Ziel meines Wander Gipfel Buches
Nach der Errichtung eines
Steinmannes am Schreingipfel machte auch ich mich auf den Weg. Solange
unsere Welt besteht sterben Menschen, doch die Berge bleiben bis zur
Apokalypse stehen. Ich ahnte das es ein Gipfelabschied für immer
war, der Schrein jedoch in seiner vollkommen Verklärung wird mir
als steinerner Zeuge an meine Gemütsempfindungen bei seiner
Besteigung, im Gedenken an Carl Hermann, im Gedächtnis bleiben.
HANS
LEITENBAUER vlg. Unterweger ABSCHIED SAUOFENSPITZE SEITE:
195 BILD: 11
Einst
wenn mir das Auge bricht -
vergiss mich nicht.
Mein
Freund Johann Unterweger vulgo
Leitenbauer 1921-1986 aus Pusterwald im Bezirk Judenburg in der
Steiermark, ist am 13.12.86 in die Ewigkeit gewandert und wurde im
Ortsfriedhof Pusterwald zur letzten Ruhe gebettet. Der Bauer,
Imker, Humorist Sauschädelrichter und Bergfreund wurde mit den
Klängen des Liedes Wo die Alpenrosen blüh´n, gespielt
von der Ortskapelle Pusterwald, verabschiedet.
- 29 -
Wo die ALPENROSEN
blüh´n,
Mein letzter Blick sei geweiht, Wo in Rot die Felsen glüh´n Werd´ ich ruh´n in Ewigkeit Die sechste und letzte Strophe nach ![]() > ALPENROSEN
Nun
steht die Alpe wieder
In
heller Rosenglut
Es schäumt in roten Strömen Ihr blühendes Frühlingsblut. Nun schwanken Falter wieder Auf flammenden Büschen dahin. Indessen helle Wolken Hoch hoch in´s Weite zieh´n.Von hoher Alp gegangen Tritt´st du mit Rosen ein, Es ruht auf deinen Wangen Der Röte Widerschein. Peter Steinlieb Quelle: Foto Ausstellung Gottfried Brandstätter Hirschwang Rax, 17.10.92 BERGWACHT
Ein
stilles Berglicht
senkt sich in der stillen Nacht,
Die Hütten liegen tief im Schlaf versunken, Ein Quell rauscht vor Sang und Sehnsucht trunken Und auf dem Grat zieh´n Sterne ihre hohe Wacht. Im dunklen Sarg der Berge ruht ein Traum, Die Gemsen hüten feierlich den Schrein, Kein fremder Blick dringt in die Trauer ein, Gelöst von jeder Zeit und jedem Raum. - 30 - Dann
mag es sein,
daß jenes Licht der Höh´n
Als ferner Schein sich bergwärts nieder senkt Und eines großen hehren Toten scheu gedenkt Im berggeprüften Glauben an ein Aufersteh´n. Quelle: Das Buch ”Das Anlitz der Berge” von G. J. Poitschach Alle Wege führen zu GOTT,
Seiner führte über die Berge. Bescheiden war sein Wesen Doch alles Große und Edle Ist von einfacher Art. Ein letztes Berg Heil >
Mit
dem Vortrag des Gedichtes Der
Wunderdokter hat Hans
Unterweger vulgo Leitenbauer die Gipfellesung am Gipfel des
> 2375m in den Wölzer Tauern im
Jahre 1983, entscheidend mitgestaltet.- 33 -
01.05.87: Freitag auf Schöder - Günster Wasserfall - ![]() > - Rupprechtseck Sonne Sterne Frostbiwak
am Gipfel.-
34 -
Kreuz
Aufschrift Mai 1976 G.
Tuckner Berg Heil GIPFELBUCH
Gestiftet von der Bergwacht St. Lamprecht, 3.12.82 Auf
Besichtigung für eine unserer Sendungen Wanderbare Steiermark
Etrachsee die beiden ORF Wanderer Willi Senft und Günther
Frischenschlager mit Hilde Senft und Barbara Frischenschlager. 02.09.84.
GOTT nimmt uns die Last Des Lebens nicht ab, Aber er gibt uns die Kraft Sie zu tragen. Cornelia Tockner Allerheiligen, 11.11.86 Leise, leise, LOB dem Leisen! Alles Laute will beweisen Alles Leise will versöhnen Mit dem Gutem und dem Schönen. Gipfelnacht > 1.-2.05.87- 35 - NACHTGEDANKEN AM RUPPRECHTSECKGIPFEL
Der durch die
Schneeschmelze stark gewachsene Günster - Wasserfall,
gab mir den eindrucksvollen Auftakt
der Wanderung.GLÜCKLICH brause ich zu Tal
Und grüße euch viel tausend mal. Mamortafel am Wasserfallweg Obwohl teilweise die Marschmusik des
ersten Mai Weckrufes der Blaskapelle Schöder zu hören war,
kam ich wegen meiner schlechten körperlichen Verfassung nur
langsam weiter. Alle
Erlebnisse bei einer Bergzufahrt, in meinem Fall das Zusammentreffen
mit dreißig Pilger meines Heimatortes, auf der Straße vor
Oberwölz, ergeben den Gesamteindruck des Bergerlebnisses.
Oberzeiring wurde einst von der Pest verschont und seitdem existiert
dieser alte Brauch der Bußwalfahrt nach Schöder. Allerdings
unternimmt der überwiegende Teil der Pilger heute bereits eine Bus
- Wallfahrt, eine Zeiterscheinung gleich der Wandlung der
volkstümlichen- zur volksdümmlichen Musik.
Die Bäume sind die wahren Helden der Berge, sie trotzen den Naturgewalten und fechten einen heroischen aber aussichtslosen Kampf gegen die Luftvergiftung der Menschen. Sie halten stand bei Unwettern, schützen die Menschen vor Lawinen und Muren. Ihre Wurzeln klammern sich um Felsen, dringen in die Ritzen spalten ihn oftmals und ziehen im Boden ein hartes Netzwerk. Bäume im Hochgebirge sind ein besonderer Segen! Wo Wald ist, ist auch Wasser - ohne Bäume verödet jede Gegend. Nun in der Nacht sind meine Aufstiegsgedanken wiedergekehrt, wenn die Bäume Bärte aus Flechten tragen lichtet sich allmählich der Wald. Als Kind klebte ich mir diese Bärte mit Pech an das Kinn und unter die Nase, um erwachsen auszusehen. Einzelne Baumveteranen stehen noch oberhalb ihrer Wachstumsgrenze, sie sind zerrupft, zerzaust, verknorrt, verknüppelt, vernarbt und verwittert, unverdrossen und tapfer ringen sie um jeden Zentimeter des steinigen und kargen Bodens. Ist der Mensch wirklich die Krone der Schöpfung, oder ist er ein mißglücktes Experiment der Natur? Diese Frage wird man sich als mündiger Selbstkritiker, bei Lebewesen die ihren eigenen Lebensraum zerstören, immer wieder stellen. -
36 -
Wenn
ich nach dem Begehen eines Höhenrückens, dem Wald entsteige
und die Krummholzzone überwunden habe, umfängt mich immer ein
grenzenloses Gefühl der Freiheit. Bei Schönwetter, nach einem
mühevollen Aufstieg auf einem Höhenzug mit all seinen Tief-
und Weitblicken zu wandern, ist ein ständiger Höhepunkt der
Freude. Immer sieht man dabei die einzelnen Zielpunkte in Form der
nächst höheren Bergerhebung zum greifen nahe und zum gehen
noch weit entfernt, mehr und mehr bekannte Berggestalten entsteigen dem
Horizont, so eine Wanderung könnte bis hin zur Ewigkeit
führen.
02.05.87: Samstag weiter
Haarlocken Dachleiteck
2463m - Günsterscharte 2174m - Sauofenspitze 2415m - Schimpelgrat
ab Oberes Katschbachtal SonneBLICK
VOM HAARLOCKEN auf´s
Rupprechtseck BILD: 15
-
37 -
-
42 -
JAUSENGRUBENANHÖHE
4. Wander Gipfel Buch
Station 19.08.87 - 26.10.87 und 12.08.92 - 15.08.92 GRIMMINGTOR
![]() >
Wander Gipfel Buch
Jausengrube Grimmingtor
Unser GLÜCK finden
wir nur unterwegs am Wege
Am Ende ist zu spät, die Wanderung ist dann aus. >
-
43 -
Der Weg zur
Ewigkeit ist nicht meßbar, ich war ihr dreimal ganz nahe: Das
erste mal, im Abseilvorgang des Unteren - Weißrinnspitz -
Wandauslaufes durch eine mangelhafte Seilbefestigung, das zweite mal
beim Kreuztransport in der Zinnoberrinne durch Steinschlagsalven, das
dritte mal im Hamburgerkamin des Unteren Weißrinnspitzes durch
einen Absturz.
Nur einmal kann man das Leben verlieren, als Geschenk kann man es
mehrmals empfinden, so eine scheinbare Wiedergeburt ergibt
Denkanstöße zu einer Lebensbilanz.
TROJANIGIPFELKREUZ BILD:
3.1.2; BILD: 7 / 8 BILD: 17; BILD: 61.2 DAS Wander Gipfel Buch BEIM
KAISERKREUZZWISCHENLAGER auf der Jausengrubenanhöhe Grimming
Süd BILD: 18 Wander
Gipfel Buch HINTERLEGUNG
KRIPPELBERG >
![]() Mein erster Wegabschnitt im Aufstieg
mit einem Kreuz fand am Gipfel des Trojani seinen Abschluß,
mein zweiter
Wegabschnitt -im Abstieg mit einem Kreuz, sollte mich zum Krippelberg
hinführen.
Wache ich oder träume ich? War die Frage, als ich bei meinem
Freilager in der Jausengrube Rufe hörte. Es war kein Traum, es war
ein Einsatz der Bergrettung. Beim Abstieg durch die Zinnoberrinne war
im untersten Teil die Nacht angebrochen und ich hatte bei der
Kreuztrümmersuche gedankenlos die Kopfleuchte eingesetzt. Die
dadurch enstandenen Lichtsignale hatten die Teilnehmer einer
Maibaumumschneiden- Tanzveranstaltung in Deamlarn gesehen und
als alpines Notsignal ausgelegt.
-
44 -
25.10.87:
Sonntag, auf Espang
Jausengrubenbiwak mit Traum.
26.10.87: Montag, Nationalfeiertag auf mit Wander Gipfel Buch Unterer Weißrinnspitz - Vorgipfel Regen ab Jausengrube Espang. Ein Blatt PAPIER kann älter werden, Als alle
Menschen hier auf Erden,
Alles was du schreib`st in deinem Leben Wird später von dir Zeugnis geben. ![]() >÷ DER JAUSENGRUBENTRAUM (Bearbeitung 20.02.2008)
Es begann zu regnen
und es war schon
finster als ich in der Jausengrube ankam. Meine Suche nach einer
trockenen Stelle war erfolgreich, ich kroch in ein enges Loch unter
einen großen Felsblock - und zu meiner Überraschung kam
ich zu einer mannshohe Erweiterung, die ein vorzügliches
Schlafgemach abgab. Draußen prasselt monoton der
Regen und bald wandle ich, im wahren Sinne des Wortes, "auf dem Weg in das Land der
Träume".
Immer stärker ist mein Empfinden nicht mehr allein zu sein, jedes
Geräusch ist verstummt, eine lähmende, unheimliche
Finsternis und Todesstille umfängt mich, ich liege scheintot auf
dem Tisch, dort wo man die Verblichenen zur letzten Ruhe zurechtmacht,
in der Totenkammer des Friedhofes. In dieser Kammer liegt niemand
freiwillig, sie ist ein aus vielen Legenden bekannter Ort und
gleichzeitig auch der Rückzugs- und Arbeitsraum des
Totengräber, sowie
die Aufbahrungsstätte anhangloser armer Leute.
Auch ein Totengräber ist ein Mensch mit all seinen Schwächen und Begierden, dem eine gewisse irdische Schlichtheit anhaftet, er kann ja nicht mit jedem Toten mitsterben und ist wegen der Ausübung dieses Broterwerbes, auch nicht nicht von reichen Gütern gesegnet. Die meisten der hier Aufgebahrten waren ohnehin schmucklos und ohne Zahngold, doch einer sollte einmal auf seinen angeschwollenen Finger einen Ring getragen haben! Zum Schrecken des Totengräber, erwachte der Scheintote beim abschneiden des Fingers. In meiner Kinderzeit wurden an langen Winterabenden, in der warmen Stube solche und ähnliche Geschichten mit einem sehr fragwürdigen Hintergrund erzählt. Wir Kinder spitzten dabei immer die Ohren, obwohl wir nicht immer alles ganz mitbekommen haben und sich der Erzähler nicht fortwährend durch lästige Fragen stören ließ. Nach solchen Erzählungen hatte ich immer Angst von diesem oft absurden Berichten im Schlaf verfolgt zu werden. Doch immer wenn ich davor Angst hatte träumte ich nicht davon, und immer dann und unverhofft, wenn ich nicht daran dachte quälten mich die Träume. Damals bin ich einmal des nachts aus dem Haus geschlichen um im Friedhof die Totenkammer zu ergründen, gleichzeitig war es ja auch eine Mutprobe zur Beruhigung meiner Angstträume. Die Türe war allerdings verschlossen so nahm ich mir vor ich mit der Hilfe der Taschenlampe einen Blick durch die Fensternische in das Innere zu ergattern. Ein Geschrei versetzte mich schier in Todesschrecken, dabei waren es doch nur die Hälse von sechs jungen Vögeln die aufgescheucht von ihrer Nachruhe aus dem Nest heraus ragten und ihren Unmut bekundeten. Ein Empfinden von etwas Unnatürlichen beginnt, nun liege ich gelähmt im engen Sarg sonderbar, wie noch nie in meinem Leben, ist mir zumute und der Atem setzt aus. Etwas Unbekanntes ist hinter mir, ich bin wie erstarrt gleichzeitig aber auch tief berührt von dem Zauber der Erscheinung. Ich fühle regelrecht die von hinten auf mich gerichteten Blicke und habe eine Vision einer außersinnlicher Wahrnehmung in einer ganz ausgeprägten Deutlichkeit. Es ist der verblichene Carl Hermann als Kentaur, doch anstatt des Pferdes steckt sein Oberkörper in einem Gämsenrumpf. Eine beruhigende und wärmende Strömung erfaßt mich und fließt langsam in mich hinein. Ich fühle wie mein Körper und mein Geist allmählich von Schmerzen und Ängsten befreit wird. Ruhe und Friede breitet sich in mir aus und aus diesem gelösten Schwebezustand des Tiefschlafes erwache ich beim Morgengrauen. -
45 -
Die Gemsengeiss
25.10.87, Sonntag (Bearbeitung
20.02.2008)
Nach meinem Erwachen notierte ich
sofort den Traum, der sich
noch außergewöhnlich scharf in meiner Erinnerung
aufzeichnete.
Nun betrachtete ich mein Nachtquartier etwas näher, am
Boden sah ich Tierknochen aber auch Gemsenlosung liegen. Vielleicht ist hier ein
Gemsensterbeplatz war mein erster Gedanke, doch je mehr ich
darüber nachdachte - kam mir auch eine zweite Möglichkeit in
den Sinn. Bergseitig ist nämlich ein zweiter großer
trichterförmiger Höhleausgang, bei Lawinen werden auch
Gämsen mitgerissen und einige davon könnten hier gelandet
sein.
Bei und nach meinen Freinächten im Gebirge entstand schon mehrmals ein vertraulicher Naheverhältnis zur Tierwelt. Scheinbar wird man von der Fauna nicht mehr gänzlich als Eindringling betrachtet und teilweise sogar akzeptiert. Manchmal ist es schon vorgekommen dass, mir ein pirschender Jäger meinen schönen Anblick des Wildes unterbrochen hat. Das waren aber die wenigen Ausnahmen welche die Regel nicht bestätigen, denn sonst ist es immer umgekehrt. In dieser Zeit war ich sehr viel im Gebiet der Jausengrube unterwegs, bei diesen Wanderungen beobachtete ich mehrmals eine Gämsengeiß - Einzelgängerin und instinktiv fühlte ich es, daß sie auch diesmal in der Nähe war. Nur durch eine etwas geringere Ausladung des Hornes und einen schwächerer Körperbau unterscheidet sich die Gämsengeiß vom Gämsenbock. Diese Ahnung bereitete mir Freude und vor lauter Freude begann ich meinen musikalischen Morgengruß. Es ist nicht wahr dass, Wohlklänge der Musik das Wild vertreibt. Ein alter Öblarner erzählte mir: "Nachdem mich ein Jäger scharf zur Rede gestellt hat habe ich in meiner ersten Wut gleich mein Flügelhorn am Fels kaputt geschlagen". Auch mein seliger Freund > hatte als Almhalter am Hochschwung
stets das Flügelhorn dabei und weder Wild noch Nutztiere
flüchteten von seinen Weisen. Wenn auch das Echo unerbitterlich
alle Fehler widergibt, ist Natur und Musik immer eine zweifache
Bereicherung.Da stand sie nun in angemeßener Enfernung von mir, im Dämmerschein des beginnenden Tages auf der Anhöhe der Jausengrube äsend. Sie visietierte mich längere Zeit neugierig - ganz geheuer dürfte ich ihr aber nicht vorgekommen sein. Sie zorg sich auf einen weiter entfernten Standplatz zurück um mein weiteres Tun, aus sicherer Distanz weiter beobachten zu können. Als sie dann genug von mir hatte verschwand sie ganz gemächlich in die Richtung der "Unteren Weißrinnspitz" - Ostwand. - 46 -
Zweimal
hatte ich von der Jausengrube
aus die Besteigung dieser Spitze, erfolglos versucht. In dem
Ostwandriß zum Vorgipfel bin ich im kritischen Teil umgekehrt und
kletterte im brüchigen Gestein zur Scharte zwischen dem Obereren-
und Unteren Weißrinnspitz. Die Steilstelle zwischen der Scharte
und dem Vorgipfel war und ist für mich alpintechnisch
unüberwindlich.
Heute wollte ich dem Gipfel auf der Westseite durch die verlängerten Weißrinne beikommen. Diese Rinne war leicht besteigbar und über eine Schlüsselstelle in Form eines Felsbandes unterhalb der Scharte kommt man seillos auf den Vorgipfel. Dunkle Gewitterwolken waren am Horizont aufgezogen als ich nach der Überwindung der senkrechten Wand kurz vor dem Gipfel stand und leichtsinnigerweise meine seilfreie Leistungsgrenze überschritten hatte. EMPORKÖMMLINGE
haben beim Abstieg Probleme
Im
Geiste sah ich mich zerschmettert auf dem Vorgipfel liegen und meine
Knie begannen vor Angst zu zittern. Was ich nun dringend benötigte
war Ruhe und Ausgeglichenheit und gegenüber dem Tod eine andere
innere Einstellung.
Ein
Tod durch Leichtsinn
und Fehler ist weder SCHICKSAL noch Bestimmung.
- 47 - Da
kam mir mein Traum in den
Sinn und der bloße Gedanke daran
beruhigte mein aufgewühltes Gemüt, so konnte ich diese
kritische Stelle beherrscht und kühl abwägend meistern. Wieder
am Vorgipfel angelangt, bekam
ich voll den nassen Umschlag des Gewitters zu spüren, trotzdem
ließ ich es mir nicht nehmen hier das Wander Gipfel Buch für
die Überwinterung gründlich vorzuzubereiten und danach zu
hinterlegen.
Sich
immer der
SICHERHEIT zu unterordnen ist das wichtigste Bergsteigergesetz.
Um
eine bittere Erfahrung reicher war ich trotz des anhaltenden Regens
froh, daß mich der Untere
Weißrinnspitz so gnädig entlassen hatte. Eine
Wetterbesserung war nicht abzusehen, deshalb stieg ich dann später
nach dem Aufsuchen der Stätte meines Traumgeschehen, von der
Jausengrubenanhöhe nach Espang ab.
31.12.87
- 01.01.88: auf Jausengrube,
Kreuzbergungsversuch; «Die
Einzelteile des Kreuzes waren damals mit dem Wander Gipfel Buch
Duplikat eingeschneit und zusätzlich von Lawinen
verschüttet.»
Sonne Gemsenhöhlenbiwak gegenüber vom Unteren
Weißrinnspitz am Grimming Südgrat, ein guter Rutsch im neuen
Jahr sorgte für den Abschied vom Berg.06.04.88: auf ab Deamlern-
Weißrinne- Unterer Weißrinnspitz - Vorgipfel
- 48 -
÷
FRIEDRICH STEINBERGER†- >
1918 - 04.03.1988 ABSCHIED
WEISSRINNSPITZWenn wir Dir auch die Ruhe gönnen, Ist voll Trauer unser Herz. Doch leiden sehen und nicht helfen können Das war unser größter Schmerz Friedrich
Steinberger, der Bruder
meiner Mutter wurde in Kappel im Krappfeld in Kärnten geboren und
wohnte in seinem Eigenheim in Klagenfurth. In den letzten zehn Jahren
fanden wir an den verschiedensten Orten immer wieder einen Weg
zueinander um uns zu sehen, es war mehr als Freundschaft was uns
verband. Menschliche Qualität, Humor, Gerechtigkeit- und
Familiensinn, sowie ein starker Glaube an das Gute, aber auch gezielte
politische Kritik und ein Zitatenschatz waren die Bestandteile
seines Lebenselixieres Von ihm stammt die Kriegserzählung:
Er erschoß ihn nicht in seiner
Not Wanderer JG 8.91
Du hörst ihn
nicht den letzten Zapfenstreich, nun steht dein Atem still, dein Herz
es schweigt, die Augen sind starr, die Glieder ruh`n im Schrein, aber
deine Seele trinkt.
Vor keinem Großen sich beugend,
Zu
den Kleinen sich neigend,
Vertraut im Leide, Ferne dem Neide, Im denken klar, Im reden wahr. - 49 - Ein Greis im Schauen,
Ein Kind im Trauen, Ein Herr beim eigenen Verlangen, Ein Diener der Schwachen und Bangen, Ein Mann auf allen Kampfesstätten, Ein Geistlicher mit wahren Gebeten. Im Herzen bleibt es eingegraben, Wofür Lippen keine Worte haben. Er ruhe in Frieden >Alt wird man auch ohne GRUNDSÄTZE,
Versäumtes kann man nicht nachholen, Nur zu Lebzeiten sind Vorhaben verwirklichbar. STEINBERGER > Kaumberg, 26.04.86Wenn du einen FREUND hast So laß auf dem Weg zu ihm Und über ihm kein Gras wachsen. STEINBERGER > Schreibersdorf,
10.04.87WAS
IST DAS PARLAMENT?
Ein
Haus mit vielen Armleuchtern und
wenig Erleuchtung oder eine Vogelversammlung bei der die Krähen
den Dohlen weismachen wie schwarz die Raben sind, ohne dabei rot zu
werden. Am
Rednerpult zwitschern die Rotkehlchen, die Schwarzdrosseln, die
Blaumeisen und die Grünspechte, nur beim Pateienprivilegienabbau
und der Wahlfinanzierung werden alle zu Tauben. F. Steinberger Wien,
23.04.87
Fröhlichkeit, Lautersein und HUMOR
12.04.88: auf Espang
Jausengrube,
eine Kreuzbergung war nicht
möglich denn die Jausengrube war mit Lawinenschnee nicht nur voll
sondern bereits übergelaufen. Abbruch der westseitigen Besteigung
der Unteren Weißrinnspitze wegen Neuschnee. ab Espang.Ist keine Frucht des Geistes, Sondern eine Bildung des Herzens. STEINBERGER > 23.04.87- 50 -÷
÷
UNTERER WEISSRINNSPITZ >Das erste Gipfelbuch wurde im Jahre 1934 von Öblarner Bergsteigern hinterlegt, wegen seines schlechten Zustandes wurde es 1970 erneuert. Es kommen und gehen die Menschen Aber ewig stehen die BERGE. FELSKASKADEN beim Blick nach unten Hoch oben ragt der Schartenspitz, Wahrhaftig Schönes habe ich gefunden Auf diesen kühnen Adlersitz Helmut Adam auf
Hamburgerkamin, Gipfelbuch
Hinterlegung im Auftrag des ÖAV Sektion Stainach durch: Egon
Sternad, Herwig und Helmut Adam ÖBRD Pürgg, 11.7.70
Zur Erinnerung, an unsere
bereits legendär gewordene Gipfelbuchhinterlegung vor fast einem
Jahr, die aus gewissen Gründen die Kletterer kamen weit
später
als vereinbart zurück und man hatte bereits Schlimmes
befürchtet einiges Aufsehen erregt hat. auf ab
Hamburgerkamin: Egon Sternad, Herwig Adam ÖAV ÖBRD, 26.06.71
auf
Hamburgerkamin ab Nordflanke: Heli
Zefferer ÖAV HG Gröbming, Hans Gruber ÖAV HG ÖBRD,
21.09.71
auf ab Hamburgerkamin: Hans Zeman, Peter Krainz, R. Kraxner, 30.07.80 auf NO Wand: Erich Traumuger, Franz Gemayer HG, 18.08.81 - 51 -
11.06.88: Freitag auf Deamlern-
Weißrinne- Unterer
Weißrinnspitz ab Sonne Weißrinnbiwak. Mein Vorhaben war,
gleich wie am Schrein, dem Wander Gipfel Buch eine
ständige
Heimstätte zu geben, doch auch am Weißrinnspitz war bereits
ein Gipfelbuch. Vom Weißrinnspitz aus war die
Jausengrubenanhöhe bereits ohne Schnee zu sehen, die Zeit für
das letzte Teilstück der Talfahrt des alten Grimming -
Kaisergipfelkreuzes war reif geworden.Oh MENSCHENHERZ was ist dein Glück? Ein rätselhaft geborener, Kaum gegrüßt verlorener, Unwiederbringlicher Augenblick NIKOLAUS LENAU > 12.06.88:
Samstag ab mit dem Wander
Gipfel Buch Deamlern Sonne.
13.06.88: Wander Gipfel Buch Hinterlegung: Stefan Schefberger, Josef und Maria Trimmel, Anna Bernhardt 7.-8.07.88: Aufstellung des alten Grimming - Kaisergipfelkreuzes mit Josef Schefberger†- > >Kreuz
Tafelinschrift und Legende
01.03.1903:
Angefertigt von Rudolf Wolf aus Untergrimming.
Es
wurde zum 55.
Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Josef von den Bürgern der
steirischen Gemeinden Pürgg und Neuhaus, am Grimminggipfel in
2351m Höhe aufgestellt, unter ihnen war auch Herr Adam, der Vater
des Mannes, der diese Informationen den Kreuzaufstellern gab.
05.09.1954:
Es mußte das alte Kreuz
einem neuen weichen und wurde in einer Felsspalte abgelegt wo es 31
Jahre später gefunden und geborgen wurde.
03.08.1985:
Gefunden von Bruno
Mayer und Stefan Schefberger am Grimminggipfel, Bruno Mayer hat es
verkleinert wieder hergestellt und im Juli 1988 von der Steiermark in
das Burgenland gebracht, als verbindendes Glied dieser zwei
Bundesländer, hier am Krippelberg aufgestellt und am 13.08.1988
geweiht.
- 52 -
Der Tag der Kreuzeinweihung war
der 186 Geburtstag von LENAU
> 13.08.1802-22.08.1950,
dem die
Feierstundegewidmet wurde. Die Höhendifferenz zwischen dem Grimming 2361m, und dem Krippelberg 361m, beträgt genau tausend Höhenmeter. GRIMMING
BERGHELDENGEDENKEN
06.05.1900:
Alpine Sonderleistung,
Pfandl besteigt mit einem Bein mit Maischberger durch die
nördliche Schneegrube den Grimminggipfel.
Oktober 1944: Hanni Krenn, Pürgg hatte vor der Einberufung als Luftwaffenhelferin den Grimming bestiegen und ist seither verschollen. 20.06.1948: Bergführer Reesch und Bergretter Mayer verunglückten bei einem Bergrettungseinsatz am Grimming tödlich. 19.09.1965: Schartenspitze- Gipfelkreuzaufsteller Jürgen Ewers tödlich abgestürzt und seine Braut, Trude Umshaus erfroren. Die Öblarner Dichterin Paula Grogger wurde mit ihrem Roman Grimmingtor bekannt. Nach getaner Arbeit im Weingarten eine kurze besinnliche Rast am Krippelbergkreuz. Maria und Wilhelm Grasl, 11.07.88 13.08.88:
um 11:00. Gipfellesung mit
dem WANDERER, der Öblarner
Bergmusik
![]() > im
Gedenken an Nikolaus Lenau,
Kreuzweihe durch den Pfarrer von Schattendorf. Abgang mit dem Wander
Gipfel Buch-
53 -
Wenn`s mir einst im
Herzen modert,
Wenn der Dichtkunst kühne Flammen Und der Liebe Brand verlodert, Tod dann brich den Leib zusammen! Brich ihn schnell, nicht langsam wühle; Deinen Sänger laß entschweben, Düngen nicht das Feld vom leben Mit der Asche der Gefühle. LENAU† > Bei
Tage und in mancher
Nacht
Vergaß ich meine Sorgen, Da hab´ ich stets daran gedacht Bis in den frühen Morgen |: Vom Grimming her im neuen Glanz Das Kreuz vom Kaiser Franz. So manches fiel mir wieder ein Was ich schon längst vergessen. Bei manchem Glase alten Wein Bin ich so gern gesessen. |: Vom Grimming her im neuen Glanz Das Kreuz vom Kaiser Franz. Am Krippelberg im Burgenland Hab ich das Glück gefunden. Und wer auf seinem Gipfel stand Verbrachte schöne Stunden. |: Vom Grimming her im neuen Glanz Das Kreuz vom Kaiser Franz. - 54 - Am Krippelberg im Burgenland.
Das Kreuz über den Rieden Schützend hält es seine Hand Für Freiheit und für Frieden |: Vom Grimming her im neuen Glanz Das Kreuz vom Kaiser Franz. Jodler > Ich
habe heute eine Radtour von Wiener
Neudorf nach Schattendorf zum Krippelbergkreuz 58km in 2,5Std
unternommen, um
die möglicherweise später rostenden Schrauben an der
Kupfertafel mit der Kreuzlegende, auszutauschen. Wegen Gewitterregen
Übernachtung in Schattendorf. Stefan Schefberger,
25.08.88
16.10.88:
Dankwanderung mit dem Modell
des Gipfelbuch - Behälters. In den Weingärten ist Lesezeit,
die Schatten der Nacht dehnen sich, der Umlauf nach dem ewigen Gesetz
nach dem wir angetreten sind und abberufen werden.
>26.02.89: Montage des Gipfelbuch - Behälters, Stefan Schefberger, Bruno Mayer Rundgang um den Krippelberg und Rast beim Krippelkreuz Fam. Trimmel Johann, Fam. Trimmel Josef mit Verenz, Fam. Bernhardt Rudolf, 16.04.89 / Friederike und Stefan Schefberger, 19.04.89 /.Stefan Schefberger, >,
22.04.89 / Wieder eine kurze Rast beim "Krippelkreuz", ein
Dankeschön für diesen schönen Platz, Maria und Wilhelm
Grasl, 26.06.89 / 16.04.89 Stefan Schefberger, >,
25.11.89 /
Josef Grafl uns sein Enkerl Markus Hausmann, 24.02.90 / >,
24.02.90.Vorbei die karge Winterzeit Der Frühling zieht ins Land, Die Reben Schneider sind bereit, Man schneidet mit flinker Hand. ![]() > 24.02.90- 55 - Die Reben stehen voll in Saft Ein Lüftchen streicht darüber, In den Trauben reift die Kraft Vor`m Kreuz gleich gegenüber. Von früh`ren Tagen träum ich hier, Im Walde krächzt ein Rabe Und Sehnsucht brennt in mir. Was ich versäumt wohl habe? Fremd ist mir mein Heimatort Die Erinnerung läßt ersteh´n, Bin Dreißig Jahre doch schon fort, Wie`s früher war - so schön. ![]() > 11.08.90 08:00Viele Menschen auf
der Welt
Streben nur nach Ruhm und Geld, Haben sie beides dann erworben, Bald sind sie davon verdorben. Ruhm und Geld sind wie Blumen im
Spiegel und Sterne im
Wasser.
Auf dem Weg zum Geschriebenstein 15.09.90 12:00 >- 56 - 7.
Wander Gipfel Buch Station
11.02.89-12.08.89 Schladminger Tauern
Sehr
lohnendes und empfehlenswertes
Ziel, im Spätwinter und Frühjahr beliebtes Skiziel.
Hervorragend schöne Nahblicke zum Tauern - Hauptkamm. Führer
Niedere Tauern von
![]() >,
4. Auflage, 82 Im Jahre 1985 mit dem Karl Reiterer Berggedenken am
Poesieberg Grimming, bekam ich von Herrn Johann Putz aus St. Martin am
Grimming, Aufzeichnungen von Gipfelsprüchen aus dem Gipfelbuch des
Großen
Knallstein´s, es war
meine erste Bekanntschaft mit diesen
Berg. Kleiner Knallstein - Karlspitz, selten
besuchte Gipfel. Vom
Großen Knallstein am Verbindungsgrat über Steigspuren
erreichbar. Abstiegsmöglichkeit zur Strickeralm und ins
Sölktal. Führer Niedere Tauern von Peter Holl, 4. Auflage, 82
11.10.86: auf
Großsölk- Schwelling- Ellmeck- Ochsenkopf- Zinken-
Speiereck- KARLSPITZE 2212m, altes Holzgipfelkreuz Biwak bewölkt
Biwak
Suche in der Weite der Berge, die Nähe zu Gott.
Alfred
Winter, 12.07.85Die SONNE blitzt mit hellem Schein, So freundlich in die Welt hinein. Mach es ebenso, sei heiter und froh. >,
11.10.86Hoch auf den BERGEN da ist meine Welt, Wo es mir auf Erden am besten gefällt, Da duften die Kräuter, es murmelt der Quell, Da singen die Vögel so lieblich und hell. Schlager Halter Koch, 15.08.85 - 57 -
12.10.86:
weiter Schusterstuhl- Kleiner Knallstein-.GROSSER KNALLSTEIN-
weiter Seekarlspitze- Mittereck- Schönkarlspitze- Schimpelspitze
Sonne
16.02.89:
Donnerstag auf St. Nikolai,
mein Vorhaben zum Lärchboden aufzusteigen scheiterte, ich verirrte
mich und kam in das unwegsame Gelände des Steinrinneck
Schneetreiben Biwak.
- 58 -
17.02.89:
Freitag ab und
auf Durch den Abstieg aus dem unwegsamen
Terrain und einer langen Schräghangwanderung korrigierte ich
meinen Irrtum und mein Ziel die Besteigung des Knallsteingipfel wurde
wieder realistisch. Die Begegnung mit der Morgensonne erlebte ich beim
Überschreiten der Ahornseefläche. Vom Weißensee aus
wurde die Besteigung mit dem Sturmgepäck durchgeführt. Am
Gipfel waren zehn Minuten lang sechs Mann zu sehen: auf
ab Tuchmoaralm: Kurt Huber Liezen,
Ludwig Treitler Lassing, Hansi Heinz- Rudolf Walcher -Stainach, Herbert
Knaus- Hans Ringdorfer Gröbming.
17.02.89
>
Hinterlegung des
neuen Gipfelbuch - Innenbehälter, in der Abendsonne auf dem
Ostgrat zum Wander Gipfel Buch Abfahrt Lärchenboden Biwak* Abfahrt
St. ab Nikolai.÷
18.03.89: Samstag auf St.
Nikolai über dem Lärchenboden bis
zum Weißensee Abfahrt St. Nikolai SchneetreibenGolden schimmern meine Berge Leuchten auf im Abendlicht, Bis ich einst zu Asche werde Und der letzte Schimmer bricht. > Änderung 08.0125.03.89: Samstag auf St. Nikolai Lärchenboden Biwak 26.03.89:
Ostersonntag Aufstieg im
Nebel, der Gipfel überragte die Hochnebeldecke und war wie der
Hochgolling, die Hochwildstelle und der Dachstein vom Glanz der Sonne
umflutet ab Mittel Heimfahrt Kaltenbachhütte- St. Nikola
30.04.89: Sonntag auf
Mößna Knallalm Schneebiwak 01.05.89:
Montag auf 30 cm Neuschnee,
Gamsschöß, zeitweise hörte ich den in der Steiermark am
ersten Mai ortsüblichen Weckruf der Blasmusik ab Mößna
Schlechtwetter
04.05.89:
Christihimmelfahrtstag auf
Mößna- Knallalm- Steinkarlscharte- Nordhang Gipfelbiwak
05.05.89: weiter Wander Gipfel Buch OSTGIPFEL
- 59 - ab
Kleiner Knallstein- Niedereck-
Mößna. Ein aufkommendes Gewitter zwang mich auf der
Felsenschneide zwischen Niedereck und Ahrnspitze zur Knallalm
abzusteigen Mittel
25.05.89: auf
Mößna- Spielbergalm- Scheiben- Badstubenspitze-
Schönwetter- Steinkarlscharte Biwak .26.05.89: auf Steinkarlgrat Wander Gipfel Buch OSTGIPFEL ab Gamsschöß- Mößna. 10.06.89:Samstag, auf Mößna- Oberkarbiwak. 10.06.89:
Sonntag, auf Ahrnspitze-
Moditzen ab Mößna. Im Oberkar bin ich einem Jäger begegnet. Wohin gehst du? Fragte
er. Über die Niedereck-
Felsenschneide zum Knallstein. Sagte ich. Dort haben gerade die Gams
frisch
gesetzt. Sagte der Jäger. Bei meiner ersten
Grimmingüberschreitung bin ich ein zufälliger Beobachter
einer Gamskitzsetzung gewesen, deshalb hatte ich für dieses
Ereignis Verständnis, ich änderte meine Zielrichtung und
hatte trotzdem ein wunderschönes Bergerlebnis auf den
nordöstlichen Vorbergen des Knallsteines.
Ragende Spitze im glitzernden Weiß Die mächtigen Gipfel runden den Kreis Wuchtige Berge im blauen Gezelt Einkehr zur Stille in dieser Welt Josefa Frits NF Gratwein 05.08.89 12.08.89:
auf St. Nikolai auf den 791 Weg 11:00 Hölderlin
Gedenklesung am Gipfel des GROSSEN KNALLSTEIN`S. Rudolf Bernhardt
Schattendorf, Richard Edelbacher Weißenbach, Günther Fritsch
Pöls, Karl Minhard Schwechat, Stefan Schefberger Wiener Neudorf,
> ab
mit dem Wander Gipfel Buch
Gamsschöß-
Knallalm- Hütteneinkehr- Mößna. Die Öblarner
Bergmusik spielte auf der Knallalm, ihre Klänge waren aber auch am
Gipfel zu hören. Stefan Schefberger stürzte auf der Nordseite
ab und brach sich eine Zehe, trotzdem konnte er den Abstieg
fortsetzen.- 60 -
Die Markierung des in den
Wanderkarten eingezeichnete Route Knallalm-
Gamsschöß- Großer Knallstein wurde von den
italjenischen und französischen Bergbesitzern: "Antonia Antonelli
und Feltrinelli Carlo Fitzegrad" entfernt. 30.12.89:
Samstag auf St. Nikolai
Lärchenboden, in dem schattenseitigen Grabenende war der Schnee
mit Blätterkristallen in der Größe einer halben Hand
bedeckt Biwak 1.12.89: Sonntag auf Großer Knallstein ab
Lärchboden Sonne
Sich selbst
bekämpfen ist der größte Krieg,
Sich selbst besiegen ist der schönste SIEG. Biwak Jahreswechsel. 1.01.90: Montag ab St. Nikolai > Ich sing so froh
und munter
Ob´s stürmt oder bei Sonnenschein Am Berg der Tausend Wunder Da wird ein jeder glücklich sein. Jodler Wenn über`n See die Wolken flieh´n. Die Quelle in den Gamsschöß springt Am Steinkarl wo die Rosen blüh´n Das Echo von der Felswand klingt.Jodler Die Bächlein schimmern grün und weiß Sie rauschen und sie schäumen, Der Gipfel noch voll Schnee und Eis Lockt mich zu kühnen Träumen. Jodler >- 61 - 24.07.91: Mittwoch
Kleinsölk- Tuchmoaralm- auf Gamskar-
Tuchmoarscharte- Mittereck- Seekarlscharte- Seekarlspitze Biwak am
Verbindungsgrat zum Großen Knallstein Regennacht 25.07.91:
Donnerstag ab Stierkar- Tuchmoaralm Schlechtwetter
Es war ein ausgesprochenes
Schlechtwetter mit mehreren Regengüssen, zwischen dem Mittereck
und der Seekarlspitze kam kurz die untergehende Sonne vor einer
Nebelwand zum Vorschein und ich sah das erste mal das Brockengespenst.
Das ist eine geisterhafte Erscheinung die äußerst selten
vorkommt und nach dem Namen des Herrn Brocken der sie das erste mal
gesehen hat, benannt wurde. Dabei wird der Schatten des Betrachters von
der Sonne in Riesengröße auf eine Nebelwand projekziert,
wenn man sich bewegt, bewegt sich auch der Schatten, auf diese Weise
hatte auch ich herausgefunden daß, das Gespenst mein eigener
Schatten war.
Bei meinem weiteren Weg am Höhengrat gab es ein arges Gewitter und es war bereits dunkel, da sah ich an den Metallrippen des Regenschirmes, den ich am Rucksack aufgespannt festgebunden hatte, das mir von der Marine her bekannte Elmsfeuer. Das ist ein Leuchten an Metallteilen, das bei gewissen atmosphärischen Entladungen auftritt, mein Ziel den Knallstein zu besteigen mußte ich aufgeben. Diese zwei Naturerscheinungen bestärkten mich in meiner Überzeugung, daß man auch bei einem ausgesprochen schlechten Wetter, etwas außergewöhnlich Schönes erleben kann. > 24.08.91:
Samstag auf Tuchmoaralm-
Stierkar- Großer Knallstein- Seekarlspitze- Seekarlscharte ab
Tuchmoaralm Sonne-
62 -
GOTT beschütze
uns vor Wetter und Wind
Und Menschen die langweilig sind. Moosbrugger, 27.01.91 Herr du bist der Weg die WAHRHEIT und das Leben. Dieser Weg ist das Ziel. >÷ EIN TRAUM IM TRAUM Als ich munter wurde, standen noch die
Sterne am Himmel, Friedrich war schon aufgestanden, sein Haar
glänzte silbern im Mondlicht. Er stand vor der Hütte und sein
Blick war himmelwärts gerichtet.
Ich trat ihm entgegen, ein stillschweigendes Einverständnis, von dem hoffnungsvollem Ahnen des guten Gelingens unseres gemeinsamen Vorhabens umfing uns. Wir machten uns auf den Weg und was wir fühlten ging aber erst später wirklich in Erfüllung. Zuerst führte mich mein Führer durch die tiefsten und schrecklichen Abgründe Antenoriens, dessen Spalten und Sümpfe vom Wehgeschrei der ewig Verdammten, durchdrungen waren. Plötzlich hörte ich eine Stimme: Nur keine Wellen schlagen. Ich erkannte den Sprecher der bis zur Mundhöhe in der Kloake steckte, der meinen Vorgänger in den Freitod getrieben hatte und der mich einst tyrannisierte. Wir gewannen bei einem schrägen Aufgang an der Innenwand eines Felsendomes langsam an Höhe und verließen durch ein unscheinbares Loch das Reich der Finsternis. Inzwischen dämmerte es und ein leichter Schimmer am östlichen Horizonte war die Ankündigung eines wunderschönen Bergtages. Bei der Wanderung zum Gipfel des Knallsteins schritten wir Seite an Seite und freuten uns über die vielen gemeinsam empfundenen Lieblichkeiten der Berglandschaft. -
63 -
Als das Gipfelkreuz
sichtbar
wurde, sprach mein Führer zu mir: "Nun
ist die Zeit
gekommen, wo wir voneinander Abschied nehmen müssen, mein Weg
führt mich wieder in Bahnen die dem Sterblichen versagt sind.
Einen Teil deines Weges habe ich dir nun gezeigt, auch wenn dein
künftiger Weg steinig und dornenreich sein wird und die Versuchung
ihn zu verlassen groß sein wird, laß dich nie von ihm
abbringen, wandle ihn von nun an allein weiter".Er reichte mir die Hand und war bald darauf meinem Blicke entschwunden. Ich sah zum nahen Kreuze, indes ein blasses Wölkchen hoch und immer höher stieg, bis es dann am Horizont flockengleich auffunkelte und erlosch. Ein Gamsbock floh, durch mich aufgescheucht im schnellen Lauf dem Gipfel zu und als er am Kreuz ankam, erglänzte es plötzlich golden durch die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne. Bald darauf stand auch ich am Gipfel und nach einer kurzen Morgenandacht der Erinnerung an Friedrich las ich im Gipfelbuch. >÷
Träumt nicht euer Leben, Erlebt was ihr träumt. Wer träumt ist ein Gott, Wer denkt ein Bettler. HÖLDERLIN > Wenn
ich zu meinem Berg ging durch die
schlafenden Blumen und dann über mir die lieben Vögel, vom
süßen Schlummer gesättigt, ihr Morgenlied sangen und
das hohe göttliche Licht den gewohnten Pfad daherkam, lag wie ein
himmlischer Nebel der Gipfel vor mir.
- 64 -
Heiße zitternde Wonne
und Taumel und Toben war in all meinen
Sinnen. Was
wiegt alles, was die Menschen in Tausenden von Jahren schufen, gegen
einen Augenblick der Liebe zur Schöpfung in der unberührten
Gebirgswelt, wenn das wie ein Bergkristall verborgene Geheimnis des
Herzens zu Tage tritt?
Oh
ihr Armen, die ihr nichts fühlt
und liebt von der menschliche BESTIMMUNG!
Oh
ihr Armen, die ihr nichts glaubt und
nicht ergriffen seid von der großen Schöpfung!
Oh ihr Armen, die ihr für nichts geboren wurdet um für nichts zu arbeiten um allmählich in nichts überzugehen. Bedenkt doch, was ist den die ganze Weisheit von all den Schriften gegen die Allmacht des gegenwärtigen Einzigartigen? Aber wie kann ich denn dies beschreiben? In meinem Glauben, ich wäre am Parnaß angekommen, habe ich doch kaum einen Maulwurfhügel erklommen. Ich irrte oft, hoffte viel und tat sehr wenig, ich wanderte auf vielen Wegen um zu erkennen, daß die Zeiträume der unendlichen Hingabe kurz bemessen sind. Doch dann muß es heraus, wie der entstehende Vulkan aus dem Meer, wenn ihn eine innere Feuersbrunst dazu treibt. >ZINKWANDGIPFELKREUZ
im Winter; BILD: 22
Wander Gipfel Buch MIT ZINKWANDGIPFELKREUZ;
DAS Wander Gipfel Buch AM ZINKWANDGIPFEL Blick zum Vetternspitz im Frühling; BILD: 23 ![]() Erhebung
des Hauptkammes
südwestlich der Keinprechthütte, früheres
Bergbauzentrum. Ein unter der N - Wand beginnender Stollen eines
ehemaligen Bergwerkes führt durch den Berg in die S - Wand.
Vorsicht beim Betreten, Steinfallgefahr! Im Stollenbereich an
vorgelagerten Abraumhalden bestehen Mineralfundmöglichkeiten
Rotnickelkies, Fahlerz, Hämatit,
Speiskobald und Malachit. Führer
Niedere Tauern von Peter
Holl, 4. Auflage, 82.
ZINKWANDGIPFELBUCH
Kreuz Legende
Am
04.10.75 stürzten Albert Kessler und Herbert Gruber in der
Zinkwand ab. Ihnen zum Gedenken wurde dieses Gipfelkreuz am 17.07.76
von ihren Bergkameraden errichtet. Hans Fingerlos, Günther
Luftenegger, Richard Fuchsberger, Peter und Gerd Klammer, Reinfried
Bauer, Ewald Rossmann und Georg Santer.
Das ist der Kameradschaft tiefster Sinn, Daß einer dem anderen Stütze sei Auf dem Weg ins ewige zu Haus. Pater Alfred Gruber Hoch auf dem Felsen noch beim Eis Nahe dem Licht der Sterne Blühst du holdes Edelweiß Allen andren Blumen fern Fern aller Frühlingsluft Einsam an der Felsen Brust. Johann Drinker Weißbriach, 27.06.81 - 66 - DER
REGENBOGENKREIS
17.09.89: Freitag Am Zinkwand - Gipfel
war ich inmitten eines gewaltigen Kampfes zwischen Wind, Wolken und
Sonne. Eine kurze Zeit kam die Sonne durch und unter einen
geschlossenen Regenbogenkreis war die Keinprechthütte zu sehen.
Ein Naturereignis wie man es wahrscheinlich nur einmal erlebt. Wander
Gipfel Buch Aufstellung
> JOHANN
PLODER ABSCHIED
-
67 -
Ein Vogel singt und
fragt nicht wer ihm lauscht
Die QUELLE rinnt und fragt nicht wem sie rauscht. 27.10.89 FREUDEN die zu Hause wohnen Suche nicht in fernen Zonen. 02.06.90 Hinaus, hinaus und fragt nicht viel, mit frohen Sang und SAITENSPIEL. Abstieg mit dem Wander Gipfel Buch zum Zinkwandstollen 15.06.90 Ein Jauchzer schallt zum Himmelszelt, vor lauter Freud in dieser BERGESWELT. 07.07.90 ÷ Im Turm des Reimes spricht ein Dichter Des Menschen Todesurteil als Richter: Die Natur kann nur bestehen Wenn wir alle zugrunde gehen. Doch der Mensch? Bedenk´ es nur Ist auch ein Wesen der Natur. Auch wenn die gift´gen Stäube wehen. Die Schöpfung wird es überstehen, Besser wär´ es durch das Dichten, Nur über Schädlinge zu richten. Änderung So.20.01.08 05.08.90 / 03.11.91 Sonntag auf ab Ostgrat- Sonnenaufgang am Gipfel. - 68 - Aus Tränen wächst
ein FRIEDE
Und blüht über der Seelenlandschaft, Um als Tau der Demut hernieder zu fallen >
ZINKWANDSTOLLEN Eine unterirdische Verbindung zwischen
Steiermark und Salzburg 9. Wander Gipfel Buch Station
15.06.90-12.08.90 Glück auf und Grüß Gott werter
Besucher! Der Lehrpfad durch die Zinkwand- und im Vetternstollen
soll die noch vorhandenen Spuren des Bergbaues in den Schladminger
Tauern sicherstellen und der Nachwelt erhalten. Die
Höhlenforscher des ÖAV Schladming, unterstützt vom
Rotary Club Schladming, arbeiten mit viel idealistischem Einsatz an
dieser Anlage, wir ersuchen um ihr Verständnis, bitte
beschädigen und zerstören sie nichts.
In der Stille der BERGE
findet
Das Glück des Herzens seinen Halt. Glück auf Toni Streicher, 29/30.07.80 16.08.89:
auf Hopfwiesen
Biwak 16.08.89: auf Keinprechthütte
1872m- Zinkwandstollen 2400m Durchschreitung Zinkwandgipfel Wander
Gipfel Buch Hinterlegung ab Hopfwiesen.
Wer
mit der Muskete die Heimat behütet, ist Soldes wert,
Wer
mit der Feder GEISTESFUNKEN
brütet, ist Goldes wert.
- 69 - 16.09.89:
Freitag Nach dem
Begräbnis von Hans Ploder Fahrt nach
Tamsweg- Weißbriach auf Untere Abrahamhütte- Znachtal
Greimeisteralmbiwak.
17.09.89: Samstag auf
Engelkar-
Dippmannsstollen Begehung- Vetternscharte- Holzschartl- Westgrat
Anstieg mit dem Wander Gipfel Buch und Hinterlegung am Zinkwandgipfel
Zinkwandbiwak. Mittel
Leg all deine Sorgen in
ein GrabUnd greife froh zum WANDERSTAB. 18.09.89:
Sonntag ab Knappenkar Sonne
26.10.89: Donnerstag auf Dicklerhütte- Lahnbrücke- Knappenkar
Zinkwandbiwak.
Auf zu den kühnen BERGESHÖ'N, Wo auf Gipfeln Gemsen steh´n. 27.10.89:
Freitag auf Zinkwandgipfel über den vom Stollenausgang
Nord nach oben führenden Riß vorbei an Römerstollen zum
Westgrat Gipfeltag bei Sonnenschein
Stille ist die
größte OFFENBARUNG.
ab Westgrat Begehung des
umfangreichen Zinkwandstollensystemes
Zinkwandbiwak. 28.10.89:
Samstag Vetternscharte,
nördliche Umgehung der Vettern- und Engelkarspitze- Hading-
Znachspitze- Znachsattel- Ahkarscharte- Steirische- Kalkspitze-
Oberhüttensee- Seekarhaus Radstätter Tauern Sonne
29.04.90: Sonntag
auf *Hopfwiesen- Keinprechthütte- Holzschartl- Knappenkar-
Zinkwandbiwak*
Bescheidenheit, nicht Ruhm und Macht Ist,
was den Menschen Glücklich macht.
30.04.90:
Montag Nach dem vergeblichen
Versuch den zugewehten Nordausgang freizumachen verbrachte ich den Tag
in der Knappenschmiede Mittel 01.05.90: Dienstag auf
Knappenkar-
Holzschartl- Keinprechthütte- Hopfwiesen. Mittel
- 70 -
02.06.90:
Samstag, von der
Unteren Abrahamhütte mit dem Fahrrad
und einer alten Harmonika Znachtal Greimeisteralm*Knappenkar-
Zinkwandstollen- Durchschreitung- Zinkwandgipfel über den vom
Stollenausgang Nord nach oben führenden Riß vorbei an
Römerstollen zum Westgrat- Zinkwandgipfel*Ostgrat, zufälliges
Zusammentreffen mit den ÖAV Höhlenforscher Schladming, Toni
Streicher mit seinen Kameraden. Geburtstagsfeier Vierzig Jahre Toni
Streicher, Getränkeverbrauch; fünf Liter Schnaps, zwei Liter
Rum mit dreißig Liter Wasser Harmonikahinterlegung Biwak.
Wer
oft im Freien nächtigt
weiß den Wert einer Biwakherberge zu schätzen, ein
Dankeschön denen die mit Idealismus und Fleiß diese
Unterkunft errichtet haben. 03.06.90: Pfingstsonntag
auf
Brettscharte ab Zinkenkar- Greimeisteralm. Grausam
14.06.90: Donnerstag Fronleichnamstag,
von der Unteren Abrahamhütte mit dem Fahrrad Znachtal
Greimeisteralm auf nach einen Wolkenbruch mit Hagel gab es eine
Aufhellung, links weglos über eine idyllische Landschaft mit
Steilstufen und Furten zum zugefrorenen Knappenkarsee- Zinkwandstollen
Biwak
Du lieber warmer Sonnenschein Umfächle meine Wunden Durch dich will ich gesunden. 15.06.90:
Freitag, Zinkwandstollen Durchschreitung- über den vom
Stollenausgang Nord nach oben führenden Riß vorbei an
Römerstollen zum Westgrat- Zinkwandgipfel Abstieg mit dem Wander
Gipfel Buch und Hinterlegung in der großen Zeche Eingang von der
Knappenschmiede
Biwak
- 71 -
Schweißgebadet wachte ich nach
einem Alptraum, in dem ich als Scheintoter in einem Sarg lag um 01:00
auf, mir war es als hätte ich ein Geräusch gehört. Ich
verkroch mich wieder in den Schlafsack, doch kaum lag ich zehn Minuten
bewegungslos, da hörte ich das Geräusch wieder. Mir wurde
angst und bange wie noch nie zuvor in meinem Leben, ich wagte es kaum
mehr zu atmen.
Vor
dem Einschlafen hatte ich eine
zuvor aus einer Gaskartusche angefertigte Laterne, neben mich auf die
Brettunterlage hingestellt, ich bildete mir ein daß sich die
Laterne bewege und das unheimliche Geräusch erzeuge.
Einst, bei einem
geselligen Seemannsabend, auf dem Motorschiff, Luciana während
einer
Ostseefahrt, überkam mich ganz plötzlich ein
unerklärbarer Anfall von Kummer und Leid. In Helsinki erreichte
mich Vaters Brief, den er mir kurz vor seiner lebensbedrohlichen
Magenoperation, geschrieben hatte. Datum und Uhrzeit dieses Schreibens
ergaben eine Übereinstimmung mit dem Zeitraum meiner Traurigkeit.Die Bergknappen die einst hier nach Erzen schürften, kamen mir in den Sinn, unten im Knappenkar sieht man noch teilweise die Grundmauern der Knappenhäuser. Auch im Winter werkten die Bergleute in den Gruben, Stollen und Zechen, von den Knappenhäusern führte ein lawinensicherer überdachter Steinmauergang «Schneekragen» zu den Zinkwandbauen, die Steinmauern davon sind noch zur Gänze erhalten. Eigentümliche Gedankengänge die in meinem Unterbewußtsein geschlummert hatten, Erzählungen von Spukgeschichten, von Toten die ihr Ableben anderorts gemeldet hatten, von Wahrsagern, Hellsehern, Hynotiseuren und von der Reinkarnation durch ein menschliches Medium, kamen mir in den Sinn. Jetzt ist
mein Karl tot, schrie die Mutter entsetzt, sie hatte
die letzen Gedanken, des im Rußlandskrieg sterbenden Sohnes,
gefühlt.
Vielleicht aber war ich durch das Verlieren einiger mir nahestehenden
Menschen für das Jenseitige sensibilisiet?
Gedankenübertragungen begreife ich, doch Stimmen aus dem
Schattenreich melden sich nur mehr in Träumen.
-
72 -
Es
war eine lange Nacht mit
Furcht und Grauen; sobald ich auch nur
einen Finger bewegte hörte auch schlagartig das eingenartige
Geräusch auf und ich erschauderte dabei. Irgendwann hat mich dann
ein schlafartiger Zustand übermannt. Am Morgen wollte ich vorerst
meine nächtliche Spukerscheinung als Traum verdrängen, jedoch
dann erinnerte ich mich ganz genau, daß ich mit der Taschenlampe
auf die Uhr gesehen hatte und es genau ein Uhr war.
16.06.90: Samstag, ab
Knappenkar auf Engelkarspitze ab Engelkar-
Greimeisteralm SonneNun bei Tageslicht war ich befreit von den nächtlichen Depressionen, die zu Atemsnoterscheinungen in dem gänzlich zugezogenen Biwaksack, geführt hatten, doch die ungewöhnliche Nacht forderte ihr Attribut. In der Felsnische vor dem Biwak legte ich mich hin um von der nächtlichen Pein auszuruhen, der Schlaf blieb mir dabei jedoch versagt. Das einzigartige Schauspiel des Erwachens der Natur im Gebirge mit all seinen Reizen war voll im Gange. Die Bergdohlen aus der Vogelkolonie in der Zeche unter der Knappenschmiede, die gleichfalls wie die Felsnische im Grimmingtorbogen ganzjährig von den Vögeln belegt ist, segelten schon geschäftig durch die Lüfte vor der Zinkwand und pickten neben mir Brotbrösel auf. Schon hoch am Horizont stehend kam die Sonne über der Zinkwand zum Vorschein und wärmte mich mit all ihrer Kraft, da habe ich plötzlich etwas vernommen. Ohne meine Augäpfel zu verdrehen, sah ich links von mir die kleine Maus, die mir die nächtliche Schreckensangst beschert hatte, auch sie genoß die wärmenden Sonnenstrahlen. Auch die Eigenartigkeit des Geräusches fand durch die abgenagten Riemen meines Kletterhelmes eine Erklärung. Beim Abnagen der Riemen durch die Maus, hat sich der Helm bewegt und dabei dieses eigenartige Geräusch verursacht. - 73 -
29.06.90: Freitag auf Greimeisteralm- Engelkar Biwak. 30.06.90:
Samstag auf
Knappenkarturm-
Westwandbesteigung mit einem Aluminiumrohr- Gipfelkreuz,
Gipfelkreuzaufstellung am Knappenkarturm ab Knappenkar- Zinkwandstollen
-
Brettscharte- Zinkenkar- Greimeisteralm Sonne
Fremder Trost ist
gut, doch besser ist der eig´ne MUT. 06.07.90: Freitag auf
Ursprungsalm- Giglachseen- Vetternscharte-
Knappenkar- Zinkwandbiwak, die Biwakmaus rannte mir bei der Nachtruhe
über das Gesicht.
Wer durch ABWESENHEIT
glänzt, verblaßt bei Anwesenheit. 07.07.90:
Samstag auf Durch den Zinkwandstollen in die Steiermark,
dreißig Zentimeter Neuschnee, Ostgrat- Zinkwandgipfel ab
Ursprungsalm wie beim Anstieg Mittel
21.07.90: Samstag
auf *Hopfwiesen- Keinprechthütte- Zinkwandbiwak
22.07.90: Sonntag auf
Brettscharte- Brettspitze ab Hopfwiesen Sonne 03.08.90: Mit Stefan Schefberger, auf
Hopfwiesen- Keinprechthütte, Nächtigung. 04.08.90: auf
Zinkwandstollen Knappenkar Knappenkarturm
AM KNAPPENKARTURM
2240m
Hier
auf diesem
Höhenrücken
Kann Herz und Seele sich erquicken
An allerherrlichster Natur, Von Haß und Zwietracht keine Spur. Hier zählt einzig so scheint es Die Nähe eines guten Freundes. - 74 - Man grüßt im Geist - die, die Daheim geblieben Für sie sei dieser Gruß geschrieben. Meine Friederike ist es für mich: Mein lieber Schatz ich grüße dich. Heute noch auf stolzen Höh´n Morgen muß es abwärts geh´n. Hinab in eine Welt voll Hader und Haß, Da macht das Leben kaum noch Spaß. Man kann nur mehr bergwärts schau´n; Und sich an der Natur erbau´n. ![]() >Zinkwandbiwak
Eine Wunde die ein Freund schlägt, heilt nicht. Kongolesisches
Sprichwort
05.08.90:
auf
Zinkwandgipfel
Zinkwandstollen- Knappenkar- Vetternscharte- Vetternkar- Mursattel -
Duitsitzkar- Hopfwiesen Sonne
Der Blick auf den See und die Höhen, Läßt die Sonne im Herzen wachsen. Meine Gedanken verlieren sich Und ziehen wie die Wolken. Bibi Mayer Mursattelbuch 06.08.90:
Montag,
Führung durch die Hopfwiesen Bergbaue. Das Erz
blüht an den Felswänden aus, das war ein Anhaltspunkt
für die Erzsucher der Vergangenheit einen Hoffnungsstollen zu
stemmen.
07.08.90:
Dienstag*Lackneralm-
Knappenkreuz- Mursattel- Murspitze- Giglachalmspitze- Rotmandlspitze-
Sauberg- Zinkwand mit Regen und Schneebiwak
Herr,
du stehst zu den
Werken, die du einmal begonnen hast.Vollende auch meine
Unvollkommenheit. Augustinus
08.08.90: Mittwoch weiter
Brettscharte- Falkenscharte- Graunock-
Lignitzhöhe- Zirbenboden Biwak.- 75 - 09.08.90: Donnerstag weiter
Trockenbrotscharte- Samspitze- Sandspitze- Elendberg- Knappenkar- auch hier war ein
Bergbauzentrum mit Schneekragen Grubachkar ab Wasserfallrinne-
Eschbachalm.
11.08.90: Samstag, ZINKWANDSTOLLENWANDERUNG MIT BERGKNAPPENGEDENKEN auf *Eschbachalm- Duitsitzkarhütte- Keinprechthüttennacht. Der nächtliche Abgang der Schladminger Höhlenforscher mit Grubenlichtern zum Zinkwandbiwak - war ein eindrucksvolles Lichterspiel. 12.08.90: Sonntag, Zinkwandstollen 11:00 Lesung mit der Öblarner.Bergmusik> in der Großen Zeche und in der Knappenschmiede, Siegfried Royer Bibellesung, Vortragende: Toni Streicher ÖAV Höhlengruppe Schladming, Peter Kohlenprat IG Lagerstättenforschung Lungau, Bernd Locher Feengrotte Thüringen, Johann Glavanovits Gastgeber Geschriebenstein 1991 und 1996, Abgang mit dem Wander Gipfel Buch Zur Zinkwand hin Zur Zinkwand hin Zur Zinkwand will ich zieh´n. Ich war gerade aufgestanden Als die letzten Nebel schwanden. Die Vögel sangen wunderbar An diesem Morgen sternenklar. In Tausend Feuern bricht Im Tau das erste Sonnenlicht, Es pocht das Herz, ich lauf geschwind Ein neuer Tag beginnt - 76 - Drum
singe mit
Das Zinkwandlied. Der Hammer klingt Der Knappe singt, Es hämmert mit Der Knappenschmied Vom Schacht herauf: Glück auf, Glück auf. Es lebe hoch Auch heute noch Im ganzen Land Der Bergmannsstand, Der ganze Hauf Glück auf, Glück auf Glück auf im Schacht Glück auf bei Nacht. Beim Knappensee Liegt alter Schnee Und die Träume dieser Nacht. In dem Knappenkar Wurden Wunder wahr Und das Glück hat mir gelacht. Jodler >02.11.90: Freitag Allerheiligen auf Dicklerhütte- Greimeisteralm. Ein gebürtigen Knittelfelder der in München lebt, hatte in der alten Greimeisterhütte genächtigt, mit diesem jungen Mann setze ich die beschwerliche Wanderung im Tiefschnee zur Zinkwand fort. Diese Partnerschaft war für uns beide von Vorteil, denn wir konnten uns in der anstrengenden Spurarbeit bei dem dichten Schneegestöber ablösen. Schneesturm Biwak Glücklich ist wer
nie verlor im Lebenskampf den HUMOR.
03.11.90: Samstag ab
Greimeisteralm Dicklerhütteneinkehr. Schlecht- 77 - 02.11.91: Samstag auf Untere Abrahamhütte- Znachtal Greimeisteralm Biwak. 03.11.91: Sonntag auf Ostgrat- Sonnenaufgang am Zinkwandgipfel ab Greimeisteralm- Znachtal- Untere Abrahamhütte Sonne GESCHRIEBENSTEIN
Gipfelturm BILD:
25
GIPFELTURMTURMLEGENDE*
Im
Jahre 1912 wurde auf Anregung des
Notares Ladislaus Gullner eine Aktion gestartet, die sich zur Aufgabe
setzte, auf dem Geschriebenstein eine aus Stein zu bauende
Aussichtswarte zu errichten. Die Planung und Ausführung des Baues
wurde dem Baumeister Josef Varga übertragen. mit der
Unterstützung der Gemeinde Rechnitz hat Ladislaus eine Sammlung
eingeleitet, die vom damaligen Innenministerium genehmigt wurde. Mit
einer großem Festlichkeit wurde der Aussichtsturm am 8. Juli 1913
vom Herrn Dechant Matthias Heisz aus Lockenhaus eingeweiht.
GESCHRIEBENSTEINGIPFELBUCH
Die
Eintragungen sind zu 95% in
ungarischer Sprache.
In
der österreichischen und ungarischen EINHEIT,
Liegt viel gemeinsame Kraft, um sich einander Zu ehren und glücklich zu begegnen. Hartyani Jozief Budapest, 18.08.91 Übersetzung von Rudolf Rossny Kollegium Hungarikum - 78 - -
79 -
10.08.91: Samstag Wander Gipfel
Buch Hinterlegung auf ab Passhöhe
Sonne 11.08.91:
Sonntag FRANZ FALUDI 1704 -1779
GEDENK - WANDERUNG AN DEN
PRIESTERDICHTER MIT DER ÖBLARNER.BERGMUSIK>
auf
ab Falludital ab mir den Wander
Gipfel Buch.
-
80 -
Péter
Bokányi. Zur Eröffnung der Lesung der "LiteraturSchule:
Begegnung mit Ungarn" Collegium.Hungaricum. Gestatten Sie mir bitte, über Ferenc Faludi, einen Dichter aus dem
Komitat Vas, einen Meister der ungarischen Literatur zu erzählen.
Faludi erblickte das Licht der Welt im Jahre 1704 in
Németújvár. Er studierte in Köõszeg
und wurde Jesuit. Er war Universitätsprofessor in Graz, Pozsony,
Bécs und Nagyszombat, unterrichtete im Pasmaneum in Bécs,
und als Seelenhirt diente er in Pest und Rom seiner Kirche - in
vorgerücktem Alter lebte er in Rohonc, wo er 1779 verstarb. Und jetzt erlauben Sie mir über einen im Burgenland geborenen
österreichischen Dichter, Franz Faludi zu erzählen. Franz
Faludi wurde in Güssing geboren, studierte in Güns, wurde
Jesuit, war Universitätsprofessor in Graz, Wien und
Preßburg, unterrichtete in Wien, dem Pasmaneum, und diente als
Seelenhirt in Pest und Rom seiner Kirche - im vorgerückten Alter
lebte er in Rechnitz, wo er 1779 verstarb.Die zwei Dichter sind ein und derselbe. Ob wir von Franz Faludi oder Faludi Ferenc, von Güssing oder Németújvár, Rechnitz oder Rohonc sprechen, hängt allein davon ab, auf welcher Seite der österreichischen Grenze wir stehen. In Rechnitz, dem in der Fortsetzung der Faludigasse verborgenen Faludital, oder in der Faludi Ferenc utca in Szombathely, oder vielleicht im Faludi Ferenc Kulturzentrum in Körmend. Die Gestalt und das Werk des im 18. Jahrhundert lebenden Ferenc Faludi sind gemeinsame Teile der Vergangenheit, Tradition und Kultur der beiden Länder. Pater Faludi sitzt nun also da oben im Himmel und schaut verständnislos auf uns herunter. Schon das ganze 20. Jahrhundert erfüllte ihn mit Schreck, und er beobachtete verblüfft und traurig, wie unsere einheitliche Kultur durch Grenzen, ideologische eiserne Vorhänge aufgeteilt wurde. Und heute, am 24. Juni 2002 hört er völlig überrascht, dass die ungarische Literatur in Wien - aber auch die österreichische Literatur in Budapest - einer Vorstellung bedarf. Ich lebe mit meiner Familie in Kõöszeg. Ich schaue jeden Tag auf den Gipfel Geschriebenstein, das Wahrzeichen der Stadt hinauf. Er könnte mit seinem Aussichtsturm vielleicht das Emblem des Schicksals der einstigen, selbstverständlicher Weise gemeinsamen Kultur sein. Die österreichisch-ungarische Grenze schneidet den Aussichtsturm des Írottköõ entzwei. Der eine Teil des Gebäudes fällt auf österreichisches, der andere Teil auf ungarisches Gebiet. Trotzdem ist das Bauwerk eins, es ist statisch nicht zu trennen. Ja, wir können also auch hinsichtlich der Kultur etwas Gleiches fühlen. Die zwei Nachbarvölker verfügen offensichtlich über eine selbstständige, eigene Kultur, aber diese zwei selbstständigen Kulturen sind - trotz des zeitweise grotesken Spiels der Geschichte - an zahlreichen Punkten verbunden. Diese Verbindung der zwei Nachbarkulturen entspringt also der fernen Vergangenheit - und hoffentlich können wir auch in der Zukunft noch lange darüber sprechen. Dazu tragen Projekte des ÖKS wie dieses und die Lesung heute abend bei. Danke für Ihre Aufmerksamkeit! DER MORGEN Jäh
vom Schlafe
auferstanden
Rötet sich der
Morgen scheu,
In den Blumengärten fanden Wir den Morgentau auf´s neu. Und Frau Luna geht am Himmel, Wandelnd durch das Zelt der Nacht, Durch der Sterne hell Gewimmel, Löscht sie aus, eh du`s gedacht. Laß mich nun von Wundern träumen: Von der Blumen bunter Zier, Aber auch von Gräsern, Bäumen, Alles schenkt Panona dir. Herrlich ist des Morgens Kommen, Neu wird alles feierlich, Finsternis enteilt beklommen, Und die Wälder regen sich. Munter schüttelt ihr Gefieder Die erwachte Vogelschar, Und es schallen ihre Lieder Aus den Kehlen rein und klar. Wenn den Tau im Morgenfieber Tausend Perlen bunt entblüh´n Ziehen gold´ne Haare über Alabaster Schultern hin. Heimlich legt der Vogelfänger Seine Ruten alsobald Und bestrickt die Liedersänger Pfeifend aus den Hinterhalt. - 81 - Drossel, Specht und Elster fliegen, Vögel singen insgeheim, Matyas sieht die Rut´ sich biegen Wieder ging was auf den Leim. Kühl ist´s noch, da tritt der Pilger Bußbereit die Wallfahrt an, Doch der Schmied in heißer Werkstatt Schwitzt was er nur schwitzen kann. Phöbus hebt vom Meer den Wagen Gibt dem Tageslauf den Schwung, Kreisend geht der Morgen wieder, Ewig bleibt der Himmel jung. And´re Ding die Menschen treiben, Wenn die Sonne sich erhebt! Dichter euch in Versen schreiben, Wie den Morgen sie erlebt. Franz Faludi - 82 - -
83 -
÷ FRÜHLINGSERWACHEN DER WÜHLMÄUSE WOLKENGRUBE 11. Wander Gipfel Buch Station 11.04.92-12.08.92
Es ist ein idyllischer Platz, an
dem ich das Wander Gipfel Buch Wanderer Gedenk Buch hinterlegte und
auch die Nacht verbringen wollte, ein Ort der sicher auch meinem,
nunmehr geschiedenen, Freund August gefallen hätte. Die
Wolkengrube war mit einer Schneedecke eingehüllt, inmitten des
weißen Meeres gab es eine schwarze Insel. Darauf steht eine
Zwillingstanne mit eineinhalb Meter Stammdurchmesser und einem weit
ausladenden Astwerk – auch die Ursache, daß darunter der Schnee
kreisförmig geschmolzen war.
Als alle Vorbereitungen für die Nacht getroffen waren, ein Holzvorrat auf einer Rutsche zur automatischen Nahrung des Lagerfeuers bereit lag, legte auch ich mich hin. Der Schlaf ließ noch etwas auf sich warten – meine Sinne waren noch angespannt, ich lauschte den vertrauten Geräuschen der Natur: Dem knisternden Feuer, dem vom Grimming - Südgrat herwehenden Wind der irgendwo unten im Wald einen dürren Ast zum Knarren brachte, dem Rufen eines Kauzes, den über die Wolkengrubenwände vereinzelnd abgehenden Steinschlägen und Lawinen. Der Schnee in der Wolkengrube leuchtete im Widerschein des Mondlichtes und meines Lagerfeuers wildromantisch, ein Sternenhimmel mit all seiner Schönheit wird über mir ausgebreitet. Ich denke an meine flüchtige Begegnung mit zwei flinken Rehen während des Aufstieges, an den durch das Einbrechen beschwerlichen Marsch über die weiche Schneedecke, an die wärmenden Sonnenstrahlen und an den bezaubernden Sonnenuntergang über dem Grimming- Südgrat. Schön ist es hier zu liegen und diese friedvolle Nacht zu genießen, – mit diesen Gedanken schlafe ich ein. Ein Brausen weckt mich! Unter dem Südgrat löst sich eine Lawine, sie bildete zwei Strähnen, vereinigt sich weiter unten wieder und strömt schleierartigen über die Schlußwand der Wolkengrube. Jedoch! Ganz Plötzlich erfaßt sie ein Aufwindstoß – sie schwebt wolkengleich zu mir. Wie eine feine Gischt spüre ich den, nun niedersinkenden, Schneestaub auf meinem Gesicht. -
84 -
Die Sonne und ein lautes
rätselhaftes Geräusch weckt mich, wegen meiner Vorbelastung –
einst hatte ich, wegen einer Maus, Todesschrecken im Zinkwandbiwak
ausgestanden, öffne ich ohne Angst und ohne mich zu bewegen die
Augen.
12.04.92: Sonntag
auf Grimming- Südgrathöhle ab Espang SonneMeine Insel ist nun ein begehrter Tummelplatz der Wühlmäuse! Sie laufen, springen, scharenweise und einzeln im dürren Laub hin und her, kreuz und quer oder im Kreise, verschwinden unter dem Schnee und kommen auf ihren Rennbahnen anderorts wieder zum Vorschein. Die kleinen Nager machen sogar Freudenprünge, es erinnert es mich - an das erste Austreiben der Stalltiere nach dem Winter, oder an die Gebarung des Wildes in der Brunftzeit, oder im Umkehrschluß – auch an das Spiel der Gemsen in der Abendsonne auf einer Restinsel vom Schneeinsel am Trojani. Für mich ist es Zeit aufzubrechen, nach meiner ersten Bewegung ist es, schlagartig wie ein Spuk, mit dem Frühlingerwachen der Wühlmäuse vorbei. 11.08.92: Dienstag auf Espang- Wolkengrubenbiwak nach der erfolglosen Wander Gipfel Buch Suche 12.08.92:
Mittwoch, Fortsetzung der
Wander Gipfel Buch Suche, unter der Schneedecke hat ein
niedergedrückter Laubwald geschlummert, die Bäume hatten sich
wieder aufgerichtet und bedeckten die gesamte Wolkengrubeniederung,
erst von einer Anhöhe aus sah ich die Zwillingstanne auf
Jausengrube Wander Gipfel Buch Hinterlegung Sonne
Abstieg mit dem Wander Gipfel Buch die
Schirmherrschaft übernahm der mit dem Fahrrad aus Gratwein
angereiste 79 jährige Franz Deibinger, ein alter Wanderfreund.
Stefan Klingelhuber spielte mit der Öblarner Bergmusik den von ihm
für diese Feier komponierten Grimmingtorjodler Sonne
-
85 -
TONI ADAM GEDENKEN GRIMMINGTOR Ich
möchte euch einen kurzen
Überblick über das Bergsteigerleben meines Mannes geben: Im
Alter von fünfzehn Jahren nahm ihn eine Frau das erste mal auf dem
Grimming Gipfel mit.
Der Grimming befindet sich direkt vor unserer Haustüre in Pürgg, er hat meinen Mann schon immer fasziniert und im Laufe seines Lebens hat er so alle Anstiege von jeder Seite gemacht, darunter auch ein paar Erstbegehungen. Er war Gründungsmitglied der Ennstaler Bergsteigerschaft, es gab damals nicht sehr viele Mitglieder, aber es waren alle echte Bergsteiger und gute Kletterer. Dann kam der Krieg, mein Mann war ganz früh eingerückt und lang in Gefangenschaft, insgesamt war er sechs Jahre von zu Hause fort und er war deshalb in dieser Zeit nie auf dem Grimming. Aus der Ennstaler Bergsteigerschaft wurde nach dem Krieg die Hochgebirgsgruppe Grimming. Auch mich hat mein Vater schon als neunjähriges Kind in die Berge mitgenommen, später ging ich dann meine eigenen Wege im Gebirge. Deshalb besaß ich, als ich meinen Mann kennen lernte, schon ein gewisses Maß an Bergerfahrung. er fragte mich einmal, ob ich mit ihm die Schartenspitz Nordwand machen wolle? Nach meiner Einwilligung sperrte er am Nachmittag das Geschäft zu und so haben wir uns dann bei dieser Klettertour kennen gelernt. Nach der Nordwand gingen wir bei Vollmond den Verbindungsgrat zum Grimming. Mir hat es sehr gut gefallen, so entstand nicht nur eine Bergkameradschaft, sondern auch eine Ehe die vierzig Jahre andauerte. Wir waren sehr viel in den Bergen unterwegs, jedoch auf unserem Hausberg Grimming, haben wir im Laufe dieser Zeit die ganzen Grate und Wände bestiegen, wie zum Beispiel auch hier von der Jausengrube zu sehen; den "Weißrinnspitz" durch den Hamburger Kamin. Soweit es mir körperlich möglich ist, mache ich auch heute noch Bergwanderungen, allerdings aus einen besonderen Grund nicht mehr auf den Grimminggipfel. Es freut mich, daß wir heute im Gedenken an meinem Mann hier zusammengekommen sind und ich danke dem Veranstalter und der Öblarner Bergmusik dafür. Dorli Adam -
86 -
Solange wir leben, Ist Gott bei uns - Und wenn wir sterben, Sind wir bei ihm. ANTON
ADAM 1915-24.11.1989
Kaufmann in
Pürgg Steiermark.
Es ist nicht nur die
Größe, die einzelne Menschen hervorragen läßt,
sondern vor allem Dingen ihre BESCHEIDENHEIT.
Jetzt ist es still, jetzt kann ich ruh´n, Erlöst von allen Drang und Tun. Mein Leben, es ist aufgelöst, Von allem Irdischen entblößt.
Toni Adam ein Bergsteiger
der
alten Schule, war Gründer der ÖAV HG Grimming und galt als
Grimmingkenner, auf der Nordseite des Grimmings wurden von ihm neue
Steigpfade erschlossen.
Toni war ein sehr guter und gefragter Bergrettungsmann. Für ihn war es immer eine Verpflichtung, wenn der Ruf an ihm erging, den in Not geratenen Bergsteigern zu helfen. TONI ADAM Biwakschachteleinweihung am Grimming Sigurd Fahringer 1992 - 87 -
Leben ist oft harte Pflicht, Alltag oftmals Einerlei. Deshalb such´ die Bergwelt auf, Nur die Berge machen frei. Toni Adam ÷ WAIDHOFSEE 12. ![]() STATION 17.08.92-03.07.93 DER
WAIDHOFSEE bei Öblarn 205 Bild: 27Nun
liegest du vor mir in deiner stillen Klarheit,
Silbern schimmert
es auf, dein Grund ist rein wie Wahrheit.
Von Felsen versteckt, dein Ufer mit einer großen Blumenzahl, Am anderen vom Schnee bedeckt, nährt dich vom Fels der Wasserfall. Nichts bricht die besinnlich´ Ruh´, bloß die Wellen rauschen, Was ich denke, was ich tu? Mit meiner Seele lauschen! ![]() 17.08.92: Montag auf Rosensteinergraben- Waidhofsee Wander Gipfel Buch Hinterlegung Biwak Sonne Es ist egal
welchen BERG man besteigt,
Oben wird man immer weiter sehen.
Reinhard Kar
19.08.92: Mittwoch
weiter Kühofenspitz- Gumpeneck Jauereck Öblarn Sonne09.04.93: Karfreitag auf Sonnberg- Starzenalm Biwal Sonne 10.04.93: Karsamstag weiter Karlspitz- Totenkarspitz -
88 -
Eisenkreuz mit einer Holztafel Zum Gedenken an den Revierjäger Leonhard Walcher, der am 15. Dezember 1927 vom Wilderer erschossen wurde. 1990 Renoviert Arsinger Das
Originalkreuz war aus Holz die
Aufschrift lautete
Vom WILDERER meuchlings ermordet. Quelle Toni Streicher Schladming Waidhofspitze
weiter
Totenkarspitz-
Karlspitz- Starzenalm- Hocheck- Sonnberg Es war eher eine
Winterwanderung, der Waidhofsee war noch unter den Schneemassen
versteckt.
30.05.93:
Pfingstsonntag auf Walchental, Berghaus- Ramertal- Steinkarspitze-
Steinkarsee Mörsbachspitze- Stadelfirst- Lämmertörlkopf-
Hangofen Sonne Biwak Gewitternacht.31.05.93: Pfingstmontag ab Englitztal, Begehung des unter Tag Mamorsteinbruches- Berghaus 26.06.93: Samstag auf Berghaus- Bergkreuzkapelle auf Sonnberg- Starzenalm- Karlspitz-
Totenkarspitz- Waidhofsee Schirmherrn: Franz Teibinger Gratwein, Alois
Strobl Untergrimming. Es sprachen:
Johann Glavanovits, Gastgeber Geschriebenstein 1991 und 1996, Franz Teibinger, Alois Strobl, Willi Matthes Wanderclub Gutengrund Bad Soden BRD, Franz Tschreppel Waidhofen, Franz Graner EVG Wien. Musik: Stefan Kukula Vater und Sohn Flügelhorn, die Gebrüder Zettler, Klarinette und Bergtrompete.Gesang: Alois Strobl ![]() 27.06.93:
Sonntag, Stollenbegehung ab
Schlechtwetter
03.07.93: Samstag auf Berghaus - Wepritzalm - Waidhofspitze - Schwarze Vogellacke - Waidhofsee, das Mutter Wander Gipfel Buch ist abhanden gekommen, Totenkarspitze - Karlspitze Biwak Mittel 04.07.93: Samstag ab Starzenalm - Berghaus. Muttersprache
Muttersprache
Mutterlaut
Wie so wonniglich und traut, Süßes trautes liebes Wort Klingt in mir ewig fort. Heilig ist wohl mancher Brauch Überall weht Gottes Hauch, Geb´ ich meine Liebe kund Sprech´ ich`s mit der Mutter Mund. Die Gebrüder ZETTLER >-
91 -
WENN DIE ALPEN GLÜH’N Wenn die Alpen
glüh´n in schöner Sommernacht,
Die Alpenrosen blüh´n, das Herz mir freudig lacht. Steh` ich auf hoher Alm, atme die frische Luft Des nahen Himmels Duft. Da wird`s mir wohl um`s Herz, Es spricht ein leiser Schmerz, |:Vergiß, vergiß dein Leid, nach Schmerz kommt Freud. Wenn das Schicksal mir die trübe Seite zeigt Und frohe Tage oft von meiner Seite weist, Dann führ` ich stets den Kampf mit starkem, frischen Mut. Es ist des Wissens Gut, denk nur an`s Alpenglühn Wenn schön die Rosen blüh´n. |:Vergiß, vergiß dein Leid, nach Schmerz kommt Leid. Darum verzage nicht, wenn dich auch Kummer drückt, Denn alles was dir glänzt ist ja nur falsches Glück. Vertraue stets auf den, der alle Welten lenkt Gesang von Lois Strobel > HOCHMUT UND DEMUT Schau in die Wölt
aussi
Vüle Kain und Abel, Vüle Pharisäer und Schriftgelehrte Oba a vül barmherzige Samariter. Wennst oba unter guatn Menschen sei wüllst Wenn du sehgn wüllst Wia kloa da Mensch eigentli in der Natua is Und wennst dem Herrgott näha sei wüllst, Daun geh auf an Berg auffi. Aufm Bergesgipfl gspürst du Daß es nix Wichtigeres gibt Ols die Ewigkeit! Franz Tschreppel Waidhofen ab
Totenkarspitz- Karlspitz-
Starzenalm- Sonnberg Sonne
In der Nacht des 10.9.93 war ich
wieder einmal am Waidhof unterwegs und hatte bei einem Gewitter in
einer Jägerkanzel Schutz gefunden. Am Weiterweg begannen am Himmel
Lichtzeichen. Zuerst glaubte ich, dies wäre das Wettertleuchten
des weiterziehenden Unwetters. Mit schnellen Schritten hastete ich
höher um oberhalb der Baumgrenze die Erscheinung am gesamten
Horizont beobachten zu können.
30.04.94: Samstag,
Öblarn Hüttenmaibaum - Aufstellung SonneAm östlichen Himmel über dem Ennsboden begannen winzige Funkenstriche zu pulsieren und formierten sich zu einem Häufchen, das sich durch Rotation zu einer leuchtenden Wolke ver-dichtete. Aus der Wolke wurde in langsamer werdender Drehung eine Spiralnebel, der sich in Richtung Südost wandernd, immer mehr auseinanderzog, bis er aufgerollt zu einem Halbbogen hinter dem nach Öblarn führenden Höhenrücken verschwand, währenddessen sammelten sich östlich erneut Funkenstriche und der Ablauf begann von neuem.
01.05.94:
Sonntag, Besuch der Carl
Hermann Gedächtnisausstellung, im Palmenhaus Gmünd. Besuch
des Carl Hermann - Refugium Grillenstein Fuchsteinweg
Jeder Weg in unbekannte Gebirge
bestätigte die alte Erfahrung, daß das Höchste und das
Tiefste Granit sei, daß diese Steinart, die man nun kennen und
von anderen unterscheiden lernte, die Grundfeste unserer Erde sei,
worauf sich alle übrigen mannigfaltigen Gebirge hinaufgebildet. In
den innersten Eingeweiden der Erde ruht sie unerschüttert, ihre
hohen Rücken steigen empor, deren Gipfel nie das all umgebende
Wasser erreichte. So viel wissen wir von diesem Gestein.
Aus bekannten Bestandteilen, auf eine geheimnisvolle Weise zusammengesetzt, erlaubt es ebensowenig seinen Ursprung aus Feuer und Wasser herzuleiten. Höchst mannigfaltig in der größten Einfalt wechselt seine Mischung ins Unzählige ab. Die Lage und das Verhältnis seiner Teile, seine Dauer, seine Farbe ändert sich mit jedem Gebirge, und die Massen eines jeden Gebirges sind oft von Schritt zu Schritte in sich unterschieden und im ganzen doch wieder immer einander gleich. Die Betrachtung und Schilderung des menschlichen Herzens, des jüngsten, mannigfaltigsten, beweglichsten, veränderlichsten, erschütterlichsten Teiles der Schöpfung, hat mich zu der Beobachtung des ältesten festesten, tiefsten, unerschütterlichsten Sohnes der Natur geführt. Ich fühle die ersten, festesten Anfänge unseres Daseins, ich überschaue die Welt, ihre schrofferen und gelinderen Täler und ihre fernen fruchtbaren Weiden, meine Seele wird über sich selbst und über alles erhaben und sehnt sich nach dem näheren Himmel. GOETHE > Wer bei Grillenstein oder Amaliendorf
im nördlichen Waldviertel die Landschaft durchstreift, wird sich
dem Zauber der sanft gerundeten mit Fichten, Birken und Föhren
bewachsenen Berge kaum entziehen können. Fast fremd in dieser
herben Natur wirken vereinzelte Wacholdersträuche. Eine leicht
hügelige Landschaft von nordischem Heidecharakter. Besonders
auffallend sind die sogenannten Restlinge, eine große Zahl durch
Errosion absonderlich geformter Granitblöcken, die zum Teil
mehrere Meter Durchmesser aufweisen und bereits in sehr früher
Zeit Eigennamen, wie Pilzstein, Christophorusstein, Franzosenstein,
Teufelsbrotlaib, Warzenstein, erhalten haben. Auf den Höhen türmen sich
zwischen Bäumen kahl oder grün mit Moos überwachsene
gewaltige Felsen aus Granit.
Aus Feldspat, Quarz und Glimmer besteht dieses harte kristalline Gestein des Waldviertels, das als ältestes der Welt gilt. Was wir wahrnehmen ist nur die rauhe Oberfläche eines harten Gesteinsrumpfes, der sich hartnäckig der unermüdlich Kraft des Wassers, der sprengenden Wirkung des Eisens und dem ätzenden Fraß der Humussäure widersetzt und mit den Kampf mit den Elementen doch - wenn auch sehr, sehr langsam - nachgibt. Die Verwitterung breitet sich von dem ursprünglichen Netzwerk vieler paralleler und sich kreuzender feiner Risse aus. Sie vergrößert diese Risse zu Spalten und dann zu breiten Klüften. Besonders an den Schnittlinien rundet sie die Risse, so daß diese sackähnlichen Gebilde übrigbleiben. -
95 -
Ein Produkt dieser Sackverwitterung
sind die Wackelsteine,
mönströse oft über hundert Tonnen schwere Granitbrocken,
deren Unterlage bis auf einen schmalen Sockel weggewittert ist, so
daß eine Person sie in langsame Schaukelbewegung versetzen kann.
Andere ziemlich skurrile Verwitterungsformen findet man in den
Schalsteinen, wie zum Beispiel
den Teufelssitz unweit
von Amaliendorf. An diesen Steinen sehen wir, daß kleine
Kräfte, - wenn sie lange genug wirken -selbst das Festeste und
Dauerhafteste zu neuen Formen umbilden. Diese natürlichen
Vorgänge erscheinen und nur deshalb so erstaunlich, weil sie so
unvorstellbar langsam ablaufen, - ein merkwürdiger Gedanke in
unserer schnellebigen Zeit -!
Den Maler und Graphiker Ernst Steiner faszinieren diese Felsen wegen ihren bizarren, urtümlichen und noch nicht differenzierten Formen. Sie sind wie er sagt: In besonderem Maße dazu geeignet, unsere Phantasie anzuregen und die Bereitschaft zu schaffen, Bilder unserer Seele in sie hineinzuträumen. Wer in Anbetracht des ständigen Abschiedsnehmenmüssens lebt, der verspürt das umso schmerzlicher angesichts dieser steinernen Zeugen, die gleichsam aus der Ewigkeit in unser kurzfristiges Leben hineinragen. Für Steiner sind die gewaltigen Felsen so etwas wie Bindeglieder zwischen den kurzlebigen und vergänglichen Erscheinungsformen der Natur und der Ewigkeit. Rolf Gutdeutsch
Fahrt mit der Nostalgie Schmalspurbahn
von Gmünd nach St. Martin, bei den Klängen der Ortskapelle
wurde am Hauptplatz ein Maibaum aufgestellt.
MAIBAUMAUFSTELLUNG
IN ST. MARTIN BILD:
30 auf Nebelstein DER
NEBELSTEINGIPFEL BILD 31
Nord Süd Wanderweg 05
WEGBEGINNSTEIN von Carl Hermann bei
Sonnenuntergang BILD: 32
auf Watzenstein Biwak Mittel Es stimmt beruhigend, wenn wir einmal
in der Früh dem Gesang der Vögel lauschen, abends einen
Rehbock beobachten, der mit Vorsicht teils auf Brautschau oder aus
Angst vor dem Jäger am Waldrand äugt? Würde unser Herz nicht höher
schlagen, wenn wir sehen, daß eine Rehgeiß mit ihren Kitz
auszieht, das hinterherstolpert, weil es die Läufe noch gar nicht
richtig tragen? Würden
wir uns nicht freuen, wenn
wir bemerken, daß ein Hase gemächlich zum Kleefeld hoppelt
oder Vögel immer wieder angestrengt Futter für ihre Jungen
suchen?
Wie fremd würde der Lockruf eines Käuzchens oder einer Eule in unseren Ohren klingen! Mäuschenstill wäre unser Verhalten, wenn auf unser Wanderung einmal der Fuchs auftaucht! Wie wäre es, wenn wir bei klarer Nacht einmal den Sternenhimmel betrachten? Alle diese Naturbeobachtungen sind Erlebnisse, welche jedem Nord Süd Wanderweg - Wanderer geboten werden, wenn er keinen Rekord in der Gehzeit aufstellen will. Carl Hermann Auszug aus dem Buch "Der Weg ist das Ziel" Ein Glücklicher ist er im Reich der Natur, Dem wahren Wanderer schlägt keine Uhr. Er denkt nicht an die Zeit und an das Ziel, Seine Lust ist der Weg führt er hin wo er will. >02.05.94: Montag, zur Watzensteingruppe führte mich ein nächtlicher Orientierungsirrtum auf einer Stichwegmarkierung, die gewaltigen Steine sind zylinderförmig in Blöcken angeordnet, einer jedoch hat auf der Oberseite eine gewaltige Aushöhlung wie eine Opferschale die mit Wasser gefüllt war. Ein markierungsloser Folgefehler bei der Weiterwanderung brachte mich zur Staatsgrenze, ein Grenzbeamter klärte mich bezüglich des 05 Weges auf. - 97 -
Vom 26.3. - 4.9.1994 unterwegs und hatte bisher nach 38 Tagen 2189 km zurückgelegt.
Herr Peterka, Geburtsjahrgang
1950, hat bereits im Jahre 1988 anläßlich 10 Jahre
Zentralalpenweg 02 «1978
- 1988», die
erste Solo - nonstop - Begehung Feldkirch - Hainburg, in nur 27
Tagen «1250 km, 60.000
Höhenmeter» durchgeführt,
ist
Österreichs fähigster Weitwanderer.
QUELLE:
ZENTRALALPENWEG 144 Seiten mit 52 Farbbildern und 65
Tourenskizzen ISBN 3-7031-0637-9 von Fritz Peterka. SOLO - ALPIN -
EXTREM ISBN 3-900451-14-0 von Fritz Peterka ÖAV Wienerland PF 33
2103 Langenzersdorf.
In Karlstift beim Stierhübelteich
hatte ich Orientierungsschwierigkeiten, nach der ungewollten Umrundung
des Teiches kam ich wieder zum Holzhauermuseum, meinen Ausgangspunkt.
Neuer
Nord Süd
Wanderwegführer: Seite 35 Zeile 14/15/16 in etwa 10 Minuten
erreichen wir die
Straße Liebenau - Arbesbach und gehen auf ihr bis zu einer einer
Kapelle rechts der Straße.
Bei der Abzweigung ging ich falsch rechts der Straße, wenn man links geht, sollte man zu der Kapelle rechts der Straße kommen, einige Steine erinnern an den Kapellenstandplatz. Biwak im Wald vor Arbesbach Sonne 03.05.94: Dienstag, Eintreffen in der Kontrollstelle Nr. 4 Gasthaus und Fleischhauerei Klinger, 3925 Arbesbach. Von der Frau Klinger bestens mit Speise und Trank versorgt trug ich mich in das ERSTE SÜDWEGWANDERBUCH ein, in dem die Oma Klinger den Wanderern gut Fuß wünscht. 1994 sind in diesem Teilabschnitt des Nord Süd Wanderweg bereits 12 Wanderer eingetragen, 1993 haben sich insgesamt 141 Wanderer eingetragen. Neuer Nord Süd Wanderwegführer: Seite 39 Zeile 13/14: Das Haus an der linken Friedhofmauer wurde abgetragen. -
98 -
Nach
Arbesbach befindet sich in einem
kurzen Waldstück ein Baummarterl mit einem Hinterglasbild des
gekreuzigten Jesus von Carl Hermann, im Neuer Nord
Süd
Wanderwegführer nicht erwähnt
DER
GEKREUZIGTE Hinterglasbaummarterl
am Nord Süd Wanderweg nach Arbesbach von Carl Hermann BILD: 33
![]() NACH ALTMELON, SELTSAME FELSGEBILDE AM WEGESRAND GRANITBLÖCKE AM WEGESRAND BILD: 34 DIE ERSTE ÜBERQUERUNG DES 15.
MERIDIANS ÖSTLICH VON GREENWICH DER MERIDIANSTEIN BILD:
35
÷ DER FRANZOSENSTEIN BILD: 36 Unterhalb des Wachtsteines, an
seinem Ausläufer, liegt unmittelbar links von der Straße
nach Schönbach der Franzosenstein. Es ist ein riesiger ovaler Felsblock «sein
Gewicht wird auf ungefähr 100.000 kg geschätzt», der so schräg auf seiner
Unterlage ruht, daß man glauben kann, ein kleiner Stoß
würde genügen, um ihn hinunterzustürzen, daß dem
nicht so ist, hat ihm auch den Namen Franzosenstein eingebracht.
In
der Pfarrchronik ist darüber zu lesen
Als
weitere Merkwürdigkeit wird am
Fuße des Wachtsteinberges links von der
Schönbacherstraße, wo der alte Weg vom Friedhof hinab in die
neue Straße einmündet, ein Stein geschildert, nämlich
ein ovaler Koloß, der sich so täuschend, fast seitwärts
auf einer abschüssigen Unterlage befindet, daß es den
Anschein hat, als wäre er mit einem leichten Ruck,
hinabzustürzen, das ist aber keineswegs so.
Die Probe haben so wird´s erzählt, bei ihrer Invasion, zu Anfang dieses Jahrhunderts, die übermütigen Franzosen gemacht, indem sie sich bemühten dem Stein den Gnadenstoß zu geben, doch sie mußten sich beschämt zurückziehen. -
99 -
Seit
dieser Zeit heißt er Franzosenstein und
unzählige Leute haben bis heute immer wieder versucht, ihn zu
bewegen, er rührte sich aber keinen Millimeter. Doch
dazu gibt es noch eine kleine
wahre Geschichte:
Bis vor einigen Jahren lebte in der Nähe des Franzosensteines ein Rentner, kein Riese, eher ein schmächtiger Mann, der aber das Mundwerk auf den rechten Fleck hatte. Eines Tages
waren wieder einmal Schüler einer Mittelschulklasse bei der
Besichtigung des Steines und die Burschen versuchten mit lautem ho
ruck, den Felsblock hinunterzubringen.
Zufällig kam unser Mann vorbei, er blieb stehen und sagte: Ich
bitt euch Leutl, laßt mir den Stein in Ruh, ich habe ihn heute
schon dreimal wieder hinaufgesetzt, ein viertes mal pack ich´s
nimmer. Aus dem Buch Seltsame Geschichten aus dem
Waldviertel von Alois EnglDieser Damm staute einst den Ruegarsteich oder Kremsee bis Waltersschlag. Er wurde 1574 abgelassen, weil die Nonnen von Imbach einen Dammbruch fürchteten. Legendentafel
Ich bin der Wald
Ich bin uralt Ich hege den Hirsch Ich hege das Reh Ich schütz` euch vor Sturm Ich schütz` euch vor Schnee Ich wehre den Frost Ich wahre die Quelle Ich hüte die Scholle Ich bin immer zur Stelle Ich bau` euch das Haus Ich heiz` euch den Herd Darum, ihr Menschen Haltet mich wert. HOLZTAFEL MIT DACH, am Waldrand vor Ottenstein -
100 -
÷ ZWEITES SÜDWEGWANDERBUCH Buchwidmung: BERGSTEIGEN, wandern und beten Wer das nicht kann soll es lieber bleiben lassen Carl Hermann 02.06.80 Oh wie schön ist Gottes Erde, Und wert, darauf vergnügt zu sein Darum will ich bis ich Asche werde, Mich dieser schönen Erde freu´n. Jean Paul Einst war ich ein flotter Wanderschuh! Jetzt suchen Mäuse bei mir Ruh. M. Reitinger Freundschaft über alle Grenzen, Behüt` euch Gott. Die Wanderfreunde aus dem Schwarzwald 24.05.81 Der Weg ist das Ziel Verlang nie zu viel, Vom Leben ein Stück Ein einfaches Glück. Der Weg ist das Ziel, Halt manchmal auch still Und blicke zurück Prüf Richtung und Glück. Der Weg ist das Ziel Gott tut was er will Drum sei dir nicht bang Er lenkt deinen Gang. Josef Kren 24.05.81 - 101 - Wanderer stehe still
und staune,
Wie ist so zauberhaft die Welt Melodisch klingt des Kuckuks Ruf, Schön der Nachtigallen Schlag Ein Froschkonzert ist erhebend schön Und froh stimmt dich der Fisch im Hag Wanderer stehe still und staune Wer weiß wie lang du noch staunen magst. Von Flensburg zur Adria H. J. Conrad 10.06.90 Sonne scheine mir ins Herz hinein, Wind verweh` mir Sorgen und Beschwerden Größ`re Wonnen kenn` ich nicht Als in Weiten unterwegs zu sein. Rainer Rosenberg Kassel E6 27.07.90 Sonne Nächtigung in der Kontrollstelle Nr. 7, Gasthof Renner Ottenschlag 04.05.94: Mittwoch, MORGENSTIMMUNG IN OTTENSCHLAG, Granitkugel vor Weiler BILD: 37 Bei der Ortschaft
Pleßberg, «eine
Idylle einer ländlichen Ansiedlung»,
übersah ich die Abzweigung nach
links und ging über Singenreith nach Elsenreith. Bei der
Überquerung des Baches in Singenreith sah ich auf der Brücke
nach langer Zeit wieder drei große Ringelnattern.
DER HEILIGE
ST. MARTIN Hinterglasbaummarterl am Nord Süd Wanderweg von Carl
Hermann BILD: 38Neuer Nord Süd Wanderwegführer Seite 47 Zeile 17: Der Wegweiser Onkel Hermann Weg fehlt. Im Wald vor Spitz befindet sich von Carl Hermann ein Baummarterl des Heiligen St. Martin Hinterglasbild im Neuer Nord Süd Wanderwegführer nicht erwähnt
Bittere Erfahrungen in den
bekannten Fremdenverkehrsorten lehrten mich, daß man da der
Weitwanderbewegung nicht gewogen ist. Beide nach Spitz führenden
Markierungen fehlen im Ortsbereich, ein Fragenspießrutenlauf
wurde zur Odysse im Regen zum sonderbaren Kontrollstempelwirt.
Hätte ich alle eingeholten Auskünfte und Ratschläge
berücksichtigt, wäre ich für den Rest meines Lebens in
Spitz auf der Suche nach dem Euroweg E6 beziehungsweise Nord Süd
Wanderweg.
- 102 - Sehr
geehrte Herren vom
Markierungsgebiet Schönbach - Ruine Aggstein des ÖTK
Bäckerstr. 16 1010 Wien Sehr geehrter Herr
Fremdenverkehrsobmann und Gemeindesekretär von Spitz! Um
die Wiederherstellung der fehlenden Markierung des E06- beziehungsweise
05 Weges in Spitz wird ersucht.
Mein starkes Verlangen war eine
so miserable Orientierungsgegend, die man halt bei einer Wanderung
irgendwie mit verkraften muß, schnellmöglichst zu verlassen.
Es wäre falsch wegen einiger politischer Gehirnakropaten, solche
Negativerlebnisse den Ortsansässigen pauschal anzulasten, ein
wirklich netter Fährmann übersetzte mich über die Donau.
Mittel Biwak Buchental.
05.05.94: Donnerstag, 02:00 Besuch einer Wildsau im Biwak, irgendwie hatte ich eine Wahrnehmung, daß etwas im Wald unterwegs war, ich freute mich aufrichtig, daß ich mit der menschenfreundlichen Sau Freundschaft schließen konnte. ALTES MARTERL MIT MARKIERUNG INSCHRIFT FD renoviert Nov. 1957 J.W. RUINE AGGSTEIN Bild 39 UND 40 Neuer
Nord Süd Wanderwegführer SEITE 51
In Melk sind am Weg
durch die Stadt große Markierungslücken. Sehr geehrte
Herren vom ÖAV Dorfnerstr. 7 Sektion 3390 Melk! Sehr
geehrter Herr Bürgermeister von Melk! Um die
Wiederherstellung der fehlenden Markierung des E06- beziehungsweise 05
Weges in Melk wird ersucht.
Rosengärtlein
ist´s
geheißen,
In dieses
Rosengärtlein Felsvorsprung
wurden Gefangene die kein Geständnis ablegten, ausgesetzt. Sie
hatten nur die Wahl zu verhungern oder sich in die Tiefe zu
stürzen.Doch vieldeutig klingt das Wort. Nur die dornig wilden weißen Todesrosen blühen dort. Viktor v. Scheffel FUSSGÄNGERZONE MELK MIT 05 Markierung BILD: 41 -
103 -
Biwak
Sonne 06.05.94: Freitag,
bei der Abzweigung in der Nähe der Haberleiten, vor Plankenstein
zählte ich 11 Wegschilder und 10 Markierungen, prompt bin ich
falsch gegangen, konnte aber als gebranntes Kind frühzeitig
korrigieren. Teilweise Dauerregen, Nächtigung in der
Kontrollstelle Nr. 16 Gasthaus Grassmann, Plankenstein, hier liegt auch
das DRITTE Nord Süd Wanderweg BUCH. Von 224 im Jahre 1993
eingetragenen Wanderern, waren 24 auf den Nord Süd Wanderweg
unterwegs. Fritz Peterka ist am 05.04.94 eingetragen.
07.05.94:
Samstag, nach Plankenstein
gibt es DEN MARKIERTEN MISTHAUFEN,
ein Gespräch mit dem Besitzer des Bauernhofes konnte die
Entstehung dieser Novität klären. Vor dem Bau des
Güterweges
führte der Nord Süd Wanderweg am Stall und am Misthaufen
vorbei. Alle nachfolgenden Markierer haben die neue
Wegführung nicht berücksichtigt und nach wie vor am Stadeleck
vor dem Misthaufen markiert, die einzige Ausnahme davon war die
Raiffeisenkasse Texing mit ihrer mobilen Wegstiftungsmarkierung, sie
ist auf den Schiebetor des Stadels angebracht.
BÄUME
PRÄGEN DEN CHARAKTER EINER LANDSCHAFT, SIE SIND AUCH LEBENDE
MARKIERUNGSTRÄGER
Am Rainstein befindet sich ein
Baummarterl mit einem Hinterglasbild von Carl Hermann (im
Neuer Nord Süd
Wanderwegführer nicht erwähnt), meine Aufnahme davon ist
nicht
gelungen
BAUMMARTERL
Hochberneckabstieg JausenstationBILD: 46
Vor Lackenhof kam ich von der Markierung ab, diesmal war es für mich ein Vorteil, denn ich hatte dadurch eine Wegverkürzung und kam noch vor Einbruch der Dunkelheit zur Kontrollstation Nr. 18, dem Gasthaus Digruber Ötscherwiese. Auf meine Frage nach einer Unterkunft, sagte die Kellnerin: Sie müsse erst den Chef fragen und gab nach einer halben Stunde einen abschlägigen Bescheid. Interessanterweise sollte sich die wortgleiche Szene in einem Gasthaus mit dem Schild Zimmer frei, vor Eibiswald noch einmal wiederholen. Sonne Nächtigung im Sonnenhof im Lackenhof. 08.05.94: Sonntag, um
07:00 betrat ich
das Ötscherschutzhaus des ÖTK die Kontrollstelle Nr. 19 und
ein Hund begann zu bellen. Es erschien ein Mann der sagte: Er habe die
Hütte voller Leute,
er trat den Hund solange mit den Füßen bis er ruhig war. Der
Hund kann nichts dafür er
muß ja bellen wenn ein Fremder kommt, sie sollten ihn nicht
treten sagte ich.
Sie
müssen bis 08:00 warten ehe sie was bekommen können. Ich habe
sie schon lange beobachtet, haben sie gewußt daß am
Aufstiegsweg so viele Windbrüche liegen, weil sie über die
Lifttrasse aufgestiegen sind?. Sagte der Hüttenwirt.
Erfahrungsgemäß ist in
touristischen Massenzentren eine Lifttrasse die beste Markierung.
Wäre es nicht möglich, zwei Ansichtskarten zu kaufen und was
alkoholfreies zum trinken zu bekommen?. Sagte ich.
Sie müssen schon sagen was sie wollen es gibt viele Getränke Sagte der Wirt. Ich teilte meine Bestellung mit und sagte: Ein guter Wirt weiß von selbst was seine Gäste trinken. Sie
haben mich von Anfang an gereizt, machen sie das überall so?
Sagte der Wirt in voller Entrüstung. Darf ich bitte zahlen, ein
Getränk und zwei Ansichtskarten ersuchte ich. Der Wirt 32
Schillinge. Ich gab ihm 40
Schillinge um die unwirtliche Stube unter Zurücklassung des
bestellten Getränkes schnellstens verlassen zu können.
DER
GRÜNE WEG IN DIE STEIERMARK Höhengrat Ötscher -
Gemeindealpe BILD: 47Später erfuhr ich dann die Hintergründe des sonderbaren Verhaltens des Liftschutzhütten - Wirtes. Seitdem es einige Liftunglücke mit tödlichen Menschenopfern gegeben hat ist man bei den Verlängerungen der Liftbetriebsbewilligungen sorgfältiger, dabei hat der Lackenhofer Ötscherlift den Sicherheitsnormen nicht mehr entsprochen.
Der Bürgermeister von
Mitterbach ist mit seiner Liftgesellschaft Bürgeralm in Konkurs
gegangen, der obere Lift wurde ersatzlos geperrt. Der vorherige
Lifthüttenwirt des Terzerhauses, ein Brucker Baumeister, hat sich
diesen Umstand entsprechend abgesetzt. Das neue junge
Pächterehepaar stammt aus Bergsteigerkreisen und bietet eine
hervorragende Hüttenbewirtschaftung.
Beim Erlaufsee ist die Hälfte des Nord Süd Wanderweg und die Grenze zwischen Niederösterreich und Steiermark, hier steht ein von Carl Hermann gestalteter Granitblock, er wurde 1980 anläßlich des zehnjährigen Bestehens des Nord Süd Wanderweg 05 enthüllt. Nord Süd Wanderweg
WEGHÄLFTESTEIN in Mariazell BILD: 48
- 105 - Sonne
Nächtigung in der
Kontrollstelle Nr. 21 Gasthof zum heiligen Geist in Mariazell.
09.05.94: Montag, In Mariazell, eine Ausnahme die die Regel über die bekannten Fremdenverkehrszentren betätigt, sind die Markierungen und die Wegführung beispielhaft und man kennt hier den richtigen Umgang mit Wanderern beziehungsweise Pilgern. DURCHGANGSKAPELLE am Ortende von Maria Zell BILD: 49 Nach Schöneben geriet ich
auf den 432 Weg nach Mürzsteg und dann als besondere Zugabe auf
den 428 Weg zur Königsalm, als mir mein Irrtum bewußt war
wollte ich nicht mehr umkehren. Nach der Besteigung des Kleinen- und
Großen Königskogel ging es über teilweise
abschüssiges Terrainnach
Dobrein und danach auf den
Rodelanstieg durch den Veitschalpergraben zur Großen
Wildkammspitze und auf die Hohe Veitsch.
Dieser
Winterraum wurde durch die
Initiative des Hüttenwirtes Günter Pendl, sowie der
großzügigen Unterstützung der Gemeinde Veitsch und von
vielen Hohen Veitsch Freunden errichtet. Danke dem
österreichische.
Touristenklub
Sonne Nächtigung. 10.05.94: Dienstag, Am den Rotsohlsattel kam es wegen der mangelhaften Markierung zu einem Seitensprung auf dem Weg 464 nach Aschbach über Bundesforstgebiet.
Sehr geehrter Herr Minister
Fischler! Wege
werden von privaten Vereinen markiert, der Staat Österreich hat in
seinen staatseigenen Bundesforsten eine besondere Neigung zum
fällen von markierten Bäumen und zum lückenlosen
entfernen von bestehenden Markierungen, nach dem Muster von Aschbach.
Herr Minister fragen Sie einmal die Eigentümer des Bundesforstes
das Volk, was es von der
staatlich Orientierungsbeseitigung hält.
Anmerkung: Zum Unterschied vom Hr. Naturfreundepräsident Heinz Fischer (zuständig Markierungsgebiet Leoben) kam eine akzeptable Rückmeldung.
Vor Aschbach war ein Gasthaus in
Sicht, es begann zu regnen ich begann zu laufen. Der Wirt besann sich
in einer stummen Geste und stellte wortlos das Schild Dienstag Ruhetag
in das Fenster neben dem Eingang und verschwand. An einen Wanderer
braucht man im
wanderbaren Steiermark kein Wort verschwenden, wird er sich
vielleicht dabei gedacht haben.
- 106 -
Nachdem ich auf Grund
unvollständiger Wegkennzeichnungen die Königsalm, den
Kleinen- und Großen Königskogel kennen gelernt hatte,
führte mich mein Umweg aus derselben Ursache zum Brandhof des
volktümlichen Prinzen Erzherzog Johann. Eine steirische Kultfigur,
den die Dichterin Paula Grogger in dem Theaterstück Die Hochzeit,
das heute noch in
Öblarn am Hauptplatz mit Laiendarsteller aufgeführt wird. Bei
einer Hochzeit lernt Johann seine spätere Frau, die
Postmeisterstochter Anna Plochl kennen.
Der Erzherzog hat viele Erstbegehungen im Gebirge durchgeführt, allerdings nach der vorherigen Anlegung des Weges, deshalb wird der Normalanstieg am Hochgolling als Historischer Anstieg benannt.
Es sind nicht immer die
mächtigen Gipfeln, die sich einprägen, oft sind es die
unverkennbaren Erlebnisse am Wege. Ich lag auf dem
duftendem Speikboden
der Grimmingscharte neben einer einzelnen Krummholzformation die
Hände im Schoß gefaltet und mein Blick schweifte zu den
Niederen Tauern, meine Gedanken begannen eine Wanderung, - im weiten
Feld der Erinnerung.
- 107 - Hier auf der Grimmingscharte ist nun
mein unsichtbares Spurenkreuz errichtet. Zweimal beschritt ich den
Höhengrat des Grimminstockes vom Elektrizitätswerk aus nach
Osten und heuer im Urlaub ging ich in der umgekehrten Richtung, vom
Großen Grimming her. Hier
jedoch in der St. Martiner Grimmingscharte bin ich am nördlichen
Steilhang in Richtung Krungl abgestiegen.
Nach der Anreise von Wien war
heute mein Aufstieg von St. Martin aus nach dem markierten Weg. Mein
Vorhaben war zur Einweihung der Adam Anton Biwakschachtel am Grimming
den Grimminghöhenzug ein letztes mal von Westen nach Osten zu
begehen.
Noch nie
hatte ich wie heute der Berge Anlitz so scharf gestochen in ihrer
gewaltigen Vielfalt betrachtet, doch vielleicht ist es ein Privileg des
Alters, daß man der Schönheit mehr Augenmerk schenkt.Damals am nächtlichen afrikanischen Tropenhimmel war das Kreuz des Südens sichtbar, doch ich hatte es nur flüchtig betrachtet. Deutlich wie ein Bild erschien mir im Kopfe das von Carl Hermann errichtete Wegkreuz am Seeberg bei Seewiesen. Über einen mit vier Fahnenmasten beflaggten Zugang kommt man zu einem mit Natursteinen gepflasterten Rundweg. Von ihm führen vier Aufgänge mit je vier Steinstufen auf ein mit quadratischen Steinplatten zusammengefügtes Quadrat Der darauf mittig ruhende Steinsockel ist ein aus einem Kreisblock hervorstehendes symmetrisches Kreuz. Die Stirnseiten des kantigen Steinkreuzes sind nach den Ecken des Grundplatten - Quadrates ausgerichtet und in die Himmelsrichtungen weisend, bezeichnet. Diese Kreuzform wird durch waagrecht übereinanderliegende Kanthölzer, deren Ausladung im steigendem Maße gleichmäßig zunimmt fortgesetzt. In den vier entstandenen hochtrapezförmigen Nischen befinden sich sakrale Motive aus Holzreliefs in der Form der Nischen. - 108 -
Das Dach besteht aus einer mit
Holzschindeln gedeckten steilen Pyramide, auf der Spitze ein auf einem
Richtungpfeil schreitender Wanderer. Die vier Fahnenmaste am Zugangsweg
waren beflaggt und im blauen Äther oberhalb der Kapelle standen
vier kleine Wolken in der Form eines verschobenen Quadrates.
Am
Treffpunkt des E4 und E6 am Seeberg , gestaltet von Carl Hermann. Es
hat Inschriften zur Völkerverständigung in deutscher,
englischer, französischer und serbokroatischer Sprache.Das Gesamtbild ist eine bis in das kleinste Datail vollendete Schöpfung des Bildhauers Carl Hermann, zu dessen Gedenken ich heuer ein Versprechen in Form eines Erinnerungsbuches eingelöst habe. 93HIER
TREFFEN SICH DIE
BEIDEN
EUROPÄISCHEN
FERNWANDERWEGE
PYRENÄEN - JURA - NEUSIEDLERSEE E4 OSTSEE WACHAU ADRIA E6 MÖGEN SIE DIE VÖLKER VERBINDEN! NA TEM MESTU SE KRIZATA EVROPSKI PESPOTI PIRENEJI - JURA - NEZIDERSKO JEZERO E4 BALTIK - WACHAU JADRAN E6 POVEZETA NAJ NARODE! ICI SE CROISENT LES CHENS LOIN TAINS DES VOJAGEURS PYRENEES - JURA - NEUSIEDLERSEE E4 MER BALTIQUE - WACHAU - MER ADRIATQUE E6 POUVEZ VOUS REUNIR LES NATIONS! - 109 - THE EUROPEAN LONG DISTANCE HIKING TRAILS PYRENEES - JURA - NEUSIEDLER LAKE E4 BALTIC SEA - WACHAU - ADRIATIC SEA E6 INIERSECT AT THIS POINT MAY THEY UNITE THE NATIONES! In Seewiesen haben zwei konkurrierende Hotels irreführende Wegweiser aufgestellt, wegen Irrtümer verwendete ich mein ganzes Augenmerk den Wegkennzeichnungen und konnte dadurch meine Irrgänge in Grenzen halten. Allerdings brachten mir meine Navigationen an den Abzweigpunkten, die Berufsbezeichnung Markierungsüberprüfer ein. Meine Sorgfalt wurde belohnt und ich konnte vor dem Regen geschützt, eine stille Andacht in der Kapelle der Bergrettungsmänner halten. DEN TOTEN
BERGKAMERADEN
WIDMEN ZUR EINWEIHUNG IHRER KAPELLE DIESES BUCH DIE LAWINENHUNDESTAFFEL DES BERGRETTUNGSDIENSTES KAPFENBERG Regen
Nächtigung
Voisthalerhütte 11.05.94: Mittwoch
HIER
VERUNGLÜCKTE AM 27.03.1971
![]() LAWINENHUNDEFÜHRER FERDINAND NEUSSL BEI EINER BERGRETTUNGSÜBUNG. BERGRETTERGEDENKKREUZ
Als ich zum Schiestlhaus kam
hörte ich aus dem Winterraum Stimmen. In der darin befindlichen
Bergnotmeldestelle, waren die feuerwehrinternen
Einsatzfunkgespräche des Florian Kapfenberg zu hören.
DIESES BUCH, GESTIFTET VOM
HÜTTENWIRT DER VOITSTHALERHÜTTE HANS WINKLER, WURDE VON TONI KRUCA, BERGFÜHRER AUS SAALFELDEN, DURCH DEN DOLEZALEKWEG DER DER HOCHSCHWAB SÜDWAND GETRAGEN. HOCHSCHWABBIWAK BILD: 54
Fleischer Unterstandshütte,
des ÖAV Sektion Alpine Gesellschaft Voithaler, errichtet 1966.
An dieser Stelle stand ab 1904 eine im
Gedenken an den zu Ostern im Schneesturm erfrorenen Obmanns Ferdinand
Fleischer errichtete Holzhütte, die 1928 durch Unvorsichtigkeit
eines Touristen abbrannte. Sie wurde 1929 durch eine Steinhütte
ersetzt.
Adieu ihr
lieben Berge
Heut bin ich euch so nah Wie ich es in meiner Jugend war. Gestammelt, gespielt und still gelauscht, Wenn in den Felsen der Abendwind gerauscht! Nun muß ich zurück in ein fernes Land, Wehe ist mein Blick. Berger Strasbourg, 05.08.92 - 111 - In
die Berge will ich wandern
Zu den Höhen muß ich hin, Wo ich reine Luft noch atme Und dem Himmel näher bin. Wo die reinsten Quellen fließen Und die schönsten Blumen steh`n, Da will ich mein Auge schließen Um für immer fort zu geh`n Susi und Maria 08.09.93 AUF DEN BERGEN DA IST FRIEDEN, DA GIBT ES WEDER LÄRM NOCH STREIT, ALLE UNRAST BLEIBT DANIEDER, TIEF IM TALE HASS UND NEID E. Sch.(Biwakbuchspender), 27.10.93 ÷ DIE HÄUSELALMHÜTTE BILD: 55
Vor dreißig Jahren waren
Mitzi, die Schwester meiner Mutter und ihr Mann Willi Ronijak aus
Kapfenberg die Hüttenpächter, die Versorgung erfolgte mit
einem Muli vom Bodenbauer aus.
Damals gab es noch ein vielseitiges Almleben, währenddessen heute viele wenn sie betrunken sind vom Almgehen sprechen, ging man damals auf die Alm um sich zu berauschen. Samstag und Sonntag war stets Hochbetrieb, die Jäger brachten einen Gams in das Felsenloch gegenüber der Hütte und die Almgeher ließen sich das Wildbret gut schmecken. Die Milch holten wir von der schielenden Sennerin der Sachwiesenalm und die Natter im Felsenkeller der Hütte, bekam stets ihren Anteil davon. Während der Jagdzeit mußte die Hütte geschlossen sein, doch da kam wegen dem gesetzlichen Wanderverbot ohnehin niemand. - 112 -
Seit dem
Waldfreigabegesetz von Bruno Kreisky, können die markierten Wege
auch in der Jagdzeit begangen werden, allerdings die
Bezirkshauptmannschaft Gröbming in der Steiermark, hat für
den deutschen Riesenjadbesitz Borsche am Knallstein ein
ganzjähriges Wanderverbot erlassen und am Hochschwab wird die Alm-
und Schutzhüttensperrklausel in der Jagdzeit noch immer
praktiziert.Die Hubschrauberversorgung ist teuer und umweltzerstörend und sollte nur in extremen Alpingebieten eingesetzt werden. Für das Terzerhaus auf der Bürgeralpe ist sie sicher nicht gerechtfertigt, hier könnte man den gesperrten Personenlift als Materiallift verwenden. Trotz großer Probleme bewirtschaftet Sherpa Kolomann Luthenberger nun schon jahrelang die Hütte. Beim Versorgungstransport mit dem Kleinbus durch die Sonnschienalm machten die Jäger Kolomann so lange Schwierigkeiten, bis er sich ein Pferd kaufte und die Hütte vom Bodenbauer aus versorgte, dort jedoch begann die große Problematik mit dem Reserve Erzherzog Johann dem Gehegetierzüchter und Jagdaufseher des Jagdbesitzes der Pensionsversicherung der Angestellten PVA. Nebel, Nächtigung Sonnschienhütte. 12.05.94:
Donnerstag Christi
Himmelfahrt, Der Polster war die Startrampe für die Meisterschaft
der steirischen Paragleiter, wer wieder in die Startpunktnähe
zurückkehrt und am weitesten weggeflogen ist wird der Sieger
dieses Wettbewerbes
Der
Reichenstein ist ein Bekannter aus dem Jahre 1976, damals machte ich
eine Höhenwanderung vom Admonter- zum Eisenerzer Reichenstein.Vom Präbichel nach Vordernberg führt der Erzwanderweg an vielen bergbaulichen interessanten Denkmälern vorbei. Ab Hafning vor
Trofaiach setzt
die Markierung des E6- und O5 Weges aus, lediglich an einigen
Bahnmasten sind Spuren davon zu finden. In Trofaiach, bei der Frage
nach dem Weg, erfuhr ich von einem ÖAV Mitglied einige
diesbezügliche Hintergründe. Der Mann erklärte mir, wo
der Nord Süd Wanderweg einmal an seinem Eigenheim vorbeigegangen
ist, von der negativen Führung des örtlichen ÖAV war er
nicht begeistert. Er sagte zu mir: Ich
habe nun genug von den
Machenschaften dieses Vereines und trete aus.
- 113 -Über
den Zweck der Talherberge in
Trofaiach kann man geteilter Meinung sein, meine bisherige Wanderung
hat mir eindrucksvoll veranschaulicht, daß in nichtalpinen
Gebieten die ÖAV Vertragshäuser der Gastronomie sinnvoller
sind. Jedenfalls sollen ÖAV Häuser nicht mit der Gastronomie
konkurrieren.
Sehr geehrte Herren vom ÖAV
Hauptstr. 68 Sektion 8783 Trofaiach! Sehr geehrter Herr
Bürgermeister von Trofaiach! Um die Wiederherstellung der
gänzlich fehlenden Markierung des E06- beziehungsweise 05 Weges in
Trofaiach, wird ersucht.
Von Trofaiach fehlt
die Beschreibung im Neuer Nord Süd Wanderwegführer.
BILDLEGENDE
Es ist
vollbracht
Bleib
bei uns denn es wird Abend und
der Tag hat sich geneigt
An diesem
schönen Feiertag habe ich meine Tageshöchstleistung
vollbracht, allerdings mein, Tagesziel den Trabochersee, habe ich nicht
erreicht. Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet. Biwak
Sonne 13.05.94: Freitag; Auf der
Straße nach Leoben in einem Gasthaus konnte mir eine
Gastarbeiterin keinen Kaffee servieren, weil der Chef noch nicht
aufgestanden war. Sie sind der erste der sich
darüber beschwert.
Sagte der Leiter des Verkehrsvereines
Leoben Herr Prattes, als ich ihm die Leobner Markierungslosheit
mitteilte. Das Problem ist mir
nicht bekannt und wurde noch nicht an mich herangetragen und die
Markierungen sind die Aufgaben der alpinen Vereine. Sagte Herr
Prattes. Die alpinen Vereine kann man nicht für alles
verantwortlich machen. Ich werde ihre Amtsschimmelsprüche in meine
Publikation aufnehmen. Sie leben und arbeiten hier, doch es ist ihnen
noch nicht aufgefallen, daß der Europaweg E6 und der Nord
Süd Wanderweg an ihren Büro vorbeiführt? Sagte ich.
Sehr
geehrte Herren des ÖAV
Hauptplatz 3/II Sektion 8700 Leoben! Sehr geehrter Bürgermeister
von Leoben Herr Reinhold Benedek! Um die Wiederherstellung der in
Leoben gänzlich fehlenden Markierung des E06- beziehungsweise 05
Weges wird ersucht.
1994.11.14 Sehr
geehrter Herr
Präsident der Naturfreunde Fischer! Wenn Sie als Politiker der den Naturfreunde Markierungsbereich Europaweg E6
nicht respektiert, für die Europäische Union in der Gemeinde Leoben geworben haben,
ist dies für die Politikerglaubhaftigkeit nicht sehr erfreulich
Anmerkung: Der im Zuständigkeitsbereich der Naturfreunde liegende Abschnitts des Nordsüdweges war damals, gelinde gesagt, sehr stark vernachlässigt. Der Naturfreunde Präsident Hr. Fischer reagierte eigenartig unreal und beatwortet eine ungestellte Frage. Die Bürgermeister wären für die Markierung des E6 Weitwanderweges zuständig, die ungestellte Frage der Plakatwerbung beantwortet er: Entzieht sich seiner Einflussnahme? Das verwenden des Briefkopfes des Nationalratspräsidenten mit dem Wappen der Republik in einer Privatverein Obliegenheit war ein Amtsmissbrauch des Hr. Fischer. Herzlichkeit und Gemütlichkeit. Euer Erzherzog JohannVVL Tafel am
Mugelwegbeginn
BERGAUF BERGAB STEIGEN FALLEN MENSCHENSCHICKSAL MORGENSTIMMUNG
IM HOCHWALD BILD: 58
Wie
der Neue Nord Süd
Wanderwegführer beschreibt ist die
- 115 -CARL HERMANN NOTUNTERKUNFT BILD: 59/60 für den Wanderer nur bei Mitnahme des ÖAV Schlüssels zugänglich, allerdings durch die Schlüsselmitnahme kann von einer Notunterkunft im Sinne Carl Hermanns keineswegs mehr die Rede sein. Das Hinweisschild CARL HERMANN NOTUNTERKUNFT
ist irreführend und
müßte Carl Hermann
NOTUNTERSTAND heißen. Zuständig.ÖAV.Frohnleiten Notunterkünfte
auf dieser
Wegstrecke gibt es beim Almwirt oder im vorbildlich eingerichteten
Winterraum des Kleinalpenhauses.
DIE EWIGKEIT, DIE UNENDLICHKEIT HAT NOCH KEIN MENSCH AUSGEMESSEN, ABER DER WEG DORTHIN IST NICHT WEIT. >EIBELKOGEL 1831M Das
Gipfelkreuz wurde im Juli 1978 von
den St. Michaeler Bergfreunden aufgestellt. GIPFELBUCH
Ein für den Gipfelbuch
maßgeschneidertes in Leder gebundenes Buch.
Besinnliche Rast wünschen die St. Michaeler Bergfreunde. Die vollgeschriebenen Gipfelbücher liegen im Schuhhaus Kapfer in St. Michael zur Einsichtnahme auf. Du sollst unter andern Den Nordsüdweg wandern. Erika u. Bruno Weidlich, 07.09.89 LÄRCHKOGEL 1897M GIPFELBUCH Oh nütze der Jugend schöne Stunden, Sie wissen nichts von Wiederkehr. Einmal entschlüpft, einmal entschwunden, Zurück kehrt keine Jugend mehr. Erika u. Hubert, 19.06.93 Zeig deine Tränen nicht Wenn deine Seele weint, Glaube den Worten nicht Wenn auch nach Wahrheit scheint. Glaub deinen Träumen nicht Denn sie vergehn, Verzweifle nicht Du mußt bestehn. 19.05.87 Erni und Franz Die Berge sind die Heimat Mein Leben und mein Recht, Hier bin ich der König Unten bin ich Knecht. 16:42 13.10.94 Fladerer Weiz
÷ So schön ist`s noch hinieden Auch unser Herz erfuhr Den Segen und den Frieden Der göttlichen Natur. Noch blüht des Himmels Schöne, Noch mischen brüderreich In unseres Herzens Töne Des Frühlings Laute sie. Drum such im tiefsten Tale Den blütenreichsten Hain Und gieß aus goldner Schale Den frohen Opferwein. Noch lächelt unveraltet Das Bild der Erde dir Der Gott der Jugend waltet Noch über dir und mir. HÖLDERLIN > Margarete Dür von der Mugel kommend, 07.09.93 |