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m.bruno@gmx.at 1120 Wien Anderseng 23/29/1 
 
Wissenswertes Historisches Erlebnisse über um und auf dem einzigartigen Felsmonolith
 
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2015-04Wco4/np 2009 Alfred von Radio Radiis 03 2008 Jausengruben Traum  Die Gämsengeiß (Bearbeitung) 08
 
GEDENKBUCH TONI ADAM 1915 - 1989 -
[EXTERNO Schartenspitze Weissrinnspitz] Dorothea Adam Zum Wandern Alfred von Radio Radiis Kalte Rinne Sonnwendfeier Lärchkogelweg Erinnerungen Lebenspflicht Eine Besonderheit Ameisen Hochzeitsflug Leben der einziger Besitz Gedenken In Bewegung Der Schneeflockentanz Der Schmetterling Ein großes Wunder Fallender Abschied Mit Bescheidenheit Besuch bei Hr. Adam Bergtod eines Paares Erinnerung Hochzeitsbrauch Bergrettertod Der Abschied Nachwort T. Adam Hilfe für Bergnot Die Verkleidung Stein tot lebendig Das Brockengespenst Es war immer schön Touren Auszüge Hiazt bist oft Übersetzung Bestürzung Abschied Nachruf S. Fahringer Traueranzeige Adam Biwak [T. Adam Gedenk Wanderung Grimmingtor Bergsteiger Leben D. Adam] KORRES Friedrich Hölderlin  Mons Styriae  Grimming  Der Rechenmeister Adolf Adam 
 

TONI ADAM GEDENKBUCH
SCHARTENSPITZE Schiefer Turm > Adam Gedenken > Müllberge > Gedenken > Nordwand > Nordwanderinnerungen > Hamburgerkamin > Grimmingtor Sage > Kletterkamin > Weißrinnspitz > Korres >
 
ZUM WANDERN von Dorothea Adam durch das Tor in das Jenseits im 81. Lebensjahr 2010-04-20
Und wenn's zum Wandern wird, die Steige hoch und schmal
Und wenn Du müde bist, der Durst wird eine Qual.
Dann such die Hütte auf vom grossen ÖAV
Sie bietet Speis und Trank, das weisst Du bald genau.
Du schläfst zum Mitgliedspreis auch mal mit Schnarchkonzert,
Doch wenn der Sturm drauss` geht ist doch das Dach was wert.
Dorli Pürgg 2001-03-03 > 
Alfred von Radio Radiis 18750926 Florenz-19570423 Wien, Industrieller und Alpinist >
  Der aus einer alten Görzer Adelsfamilie stammende R.-R. war 1906 Mitbegründer der Kraftfahrzeug GmbH. die sich seit 1917 Österreichische Saurerwerke GmbH. nannte und Aufträge für Omnibusse für österr. Postlinien und den Paketwarendienst auf den Südtiroler Dolomiten erhielt.
  Daneben machte er sichals Bersteiger einen Namen, erarbeitete vor allem Touren im Dachsteingebiet und in den südlichen Kalkalpen, besonders in den Julischen Alpen und in den Brenta -Dolomiten.
R.-R. führte etwa 150 Erstgegehungen durch und schrieb unter andern eine Führer durch das Dachsteingebirge und die angrenzenden Gebiete des Salzkammergutes und Ennstales (1908, 1950). Deutsche biographische Enzyklopädie (dbe) von Rudolf Vierhaus.
  "
Neue schwierige Klettersteige wurden in den letzten zwanzig Jahren begangen: Von D.E.C Fuchs, L.Langsteiner und Lehrhofer am 21.05.1893 eine Abart des Klachauer Weges. Franz X.Kleinwächter und Alfred v. Radio-Radiis 07.08.1898. Sie stiegen vom rechten Ast der Großen Schneegrube auf. Am 6.05.1900 entdeckte Alfred v. Radio den Multereck Anstieg." Auszug: Styria altissimus> Fritz Benesch MONS STYRIAE^
  • DIE KALTE RINNE 2004/2010-10
  • Toni Adam Gedenkstätte
ERSTE SONNWENDFEIER GRIMMING 1934 
  Toni Adam: Sonnwendfeier am Grimminggipfel, 19340623. Der Gedanke schien lächerlich. Wie sollte man auf den Grimming Brennmaterial tragen? Wer sollte es hinauf tragen? Weiß man wie das Wetter sein wird, dass man überhaupt eine Nachtbesteigung riskieren kann? Diese und auch noch manch andere Fragen stellte ich mir, als ich mit Sepp einmal wegen eines Sonnwendfeuers am Grimming sprach. Doch das scheinbar Unmögliche wurde doch durchgefürt, noch dazu von Sepp und mir allein.
  Es war Sonntag`s um 5:00 Nachmittag, als wir mit unförmigen Säcken, die angestopft mit Hobelspänen und Rohölflaschen waren, Pürgg verließen und den Steig über den Lärchkogel einschlugen. Sepp der vor mir ging bot einen komischen Anblick. Der Sack stand weit über seinen Kopf und reichte bis zu den Kniekehlen und so schien es, als ob die Füße zum Sack gehörten und dieser sich fortbewegen würde. So keuchten wir die steilen Hänge zum Multereck, das wir nach 3 Stunden erreichten, empor.

  Das herrliche Schauspiel des Sonnenuntergang´s lohnte unsere Mühe. Als der rote Feuerball am Horizont versank, schien es als ständen alle Berggipfel in Flammen. Nach dreiviertel Stunden erreichten wir den Hauptgipfel und noch vor 9:00 flammte, nach altem deutschen Brauch, unser Feuer auf; das erste, das je am Grimminggipfel war. Von allen Berggipfeln leuchteten Feuer, wir zählten mehr als 300. Tiefe Stille herrschte hier oben. Nur die Lichter der Ortschaften funkelten zu uns herauf und das Silberband der Enns gleißte und glänzte. Machmal hörte man ganz leis‘ und wie aus einer anderen Welt das Spiel einer Musikkapelle, die bei den Feuern im Tal spielte. Lange gaben wir uns noch dieser friedlichen Stimmung hin, als unser Feuer niedergebrannt war, dachte wir nicht an den Abstieg.

  Es war schon 11:00 vorbei, als uns die immer unangenehmer werdende Kälte zum Aufbruch mahnte. Beim Schein einer Fackel wanderten wir über den Grat zum Multereck, das wir um 12:00 erreichten. Der Abstieg über die Grasleiten war, da inzwischen der Mond hinterm Schartenspitz verschwand, sehr langwierig. Unendlich vorsichtig mußten wir die Wandeln vom Schaffersteig abklettern, was bei der Finsternis wahrlich keine Kleinigkeit war. Als wir ins Tal kamen, graute schon der Morgen und in Untergrimming begegneten wir den ersten Mähern. Kaum 2 Stunden Schlaf waren uns vergönnt, dann hieß es wieder aufstehen. Dafür wurde uns von allen Seiten gratuliert: Ein Sonnwendfeuer am Grimminggipfel ist halt doch noch nie dagewesen.

LÄRCHKOGELWEG ERINNERUNG 
  Den Lärchkogelweg bin ich unzählige mal hinauf und hinab gegangen, mit gutem Blick hat man keine Probleme mit den Latschen. Meist war der Lärchkogel eine schnell entschlossenen Nachmittagstour, wo man rasch zum Multereck  und zum Grimminggipfel kam. Mein Mann schaffte den Weg in eineinhalb Stunden.
  Das letze mal war ich mit meinem Sohn, seiner Frau und den 3 Kindern am Lärchkogel. Wir machten Rast unter den gegenüberliegenden Steilwänden, die wenn man aufwärts geht den Larchkogel abgrenzen. Mein Sohn und ich stiegen auch am Rand dieser Felsmauer hinauf. Es war August und im Schatten war es angenehmer, als die Rinne aufhörte stiegen wir rechts aus und kletterten hinauf zu der einzeln stehenden Lärche die, bevor die Latschen beginnen, in der felsigen Zone wächst.

  Eine Aussicht sondergleichen, auch zu dem fast gleich hoch gelegenen Wörschachwald, bot sich uns. Wir freuten uns alle über den schönen Tag und hatten keine Ahnung – was sich auf der anderen Seite des Grates zusammenbraute. Am Ortseingang Pürgg bei unsern Garagen begann es zu tröpfeln, wir zeigten unseren Kindern noch wo wir gewesen waren, dann wurde es im Ennstal plöztlich fast stockdunkel. Wir hatten zu tun, dass wir noch trocken nach Hause kamen, denn es gab ein Gewitter, dass einem Angst und banger wurde. Am nächten Tag wurde berichtet, dass es die größte Anzahlt von Blitzen vom gesamten Jahr gegeben hatte und viele Schaden angerichtet wurde. Auch das ist der Grimming.  Dorli Adam Pürgg 2001-03-03
LEBEN ist oft harte Pflicht,
Alltag oftmals Einerlei.
Deshalb such` die Bergwelt auf,
Nur die Berge machen frei. Toni Adam

  Zwei unterschiedliche Merkmale: Der Grimming im oberen Ennstal steht wie ein Götterthron als mächtiger undunübersehbarer Monolith. Jeder Bescheidene ist auch weise, Herr Adam war dazu noch ein intellektueller vielseitig begabter Mensch und ein Individualist. Trotzdem oder gerade deshalb gab es etwas was die beiden miteinander verband, doch dieses Geheimnis es soll respektiert werden. Verliebte sehen nur Vorzüge und keine Fehler und ich bin nun einmal in den Grimming verliebt teilte mir Herr Adam einmal in einem Brief mit.
    Toni Adam schied im Bergsteiger Tod, in der Nähe seines Heimatortes Pürgg. Ein Sturz von der Himmelsleiter, ein Aufprall mit dem Hinterkopf und seine Seele hatte in Sekundenschnelle den ewigen Freiraum. Die neu erbaute Biwak Schachtel am Grimming Gipfel wurde, am 20 September 1992 auf seinen Namen geweiht.

Es war nicht die Größe, sondern sein Wesen
Eine BESONDERHEIT so wie der Grimming.

    Er war kein Freund großer Worte; er zog es vor mit Taten zu überzeugen. Leistung war für ihn nichts Außergewöhnliches sondern eine ganz selbstverständliche Pflicht, die der Mensch erfüllen muß um leben zu können. Wir werden Anton Adam, unseren Pionier stets in Erinnerung behalten. Adegg Nachruf

DER HOCHZEITSFLUG DER AMEISEN

    Der Rundfunksprecher meldete Hohentauern bewölkt, als ich über diese Paßhöhe in den Niederen Tauern fuhr. Die Wetterlage sah jedoch nicht so trostlos aus, denn es waren eher die Anzeichen des Schönwetter am Horizont zu sehen. Später als ich dann im Ennstal war, stand unübersehbar der Grimming, mit einer Haube von Neuschnee bedeckt, vor mir. Bei Bergfahrten auf- und in der Umgebung des Grimming, bin ich immer sehr emotional, diesmal jedoch war ich sehr ruhig.   Es lag an meinem Vorhaben, die Unglücksstätte Himmelsleiter, auf der Toni Adam tödlich abstürzt war, aufzusuchen. Nach dem Abgang von Pürgg, wurde die Ostseite des Grimmings, aus einem neuen bezaubernden Blickwinkel, sichtbar. Die Wiesen, der Wald waren bedeckt mit den Zeichen des Frühlings; Veilchen, Leberblumen, Hänsel- und Gretelblumen, Seidelbast, Erika und Schneerosen, in der Luft schwebte fröhlicher Vogelsang. Alle Jahre wieder berauscht uns der Lenz und doch immer wieder ist er ein neues Erlebnis.
    Auf einmal bewegte sich etwas Weißes, ähnlich wie ein
Eichkätzchen nur viel schmäler, fast wie ein bewegter Strich huschte es, noch im weißen Winterkleid über die Wiese von dannen. Der Ausdruck: Flink wie ein Wieserl hat seinen wahren Hintergrund, – dachte ich. Es ist lange her, seit ich das letzte mal ein Wieserl gesehen hatte, es war wohl noch in der Kinderzeit gewesen. Nach einer weglosen Wiesenstrecke, an einem unbewohnten Bauernhaus vorbei, fand ich den markierter Weg zur Himmelsleiter. Ein Kreuz ohne Aufschrift, zeigte mir den Ort an wo Herr Adam, nach seiner Wanderung auf den Rantenstein, das Tor zur Ewigkeit durchschritten hat. Bei meinen Wanderungen bin ich an vielen Marterln vorbei gekommen. Sie erinnern den Menschen an seine Vergänglichkeit, sie mahnen ihn auch mit auch vor Gefahren.

Der einzige Besitz: Das LEBEN,
Der einzige Verlust: Das Leben

   Wer an solchen Gedenkstätten keine Ergriffenheit empfindet, ist schon auf Erden zu betrauern. Im Kapellenbuch habe ich auch ein Unterbuch für Marterl und wie beim Gipfelbuch ist es eine Lektüre ohne Schlußstrich. Bei Marterln ist eine Neuentstehung immer traurig, denn der Tod schreibt die Fortsetzung dieses Buches. Hätte ich die Aufgabe alle Marterl Sprüche auf einen Nenner zu bringen so wäre meine Version:

In Stille GEDENKEN

  Oberhalb der Himmelsleiter ist ein Steig zu einer bemoosten Felsen Kanzel, die durch Losung als Gemsen Standplatz gekennzeichnet war, sie wurde auch mein Standplatz, beziehungsweise später mein Liegeplatz. Die Stunden der Trauer und des Glücks umschlingen sich ineinander in einer unbeschreiblichen Weise, Zeit und Raum werden frei. An diesen aussichtsreichen Ort wollte ich länger verweilen und legte mich auf das weiche Moos. Mein Blick und meine Gedanken schweiften umher, währenddessen begann es mir immer mehr und am ganzen Körper zu kribbeln.  Ameisen hatten von mir Besitz ergriffen, das war aber nicht verwunderlich, denn ich lag mitten auf ihrer Straße. Diese kleinen fleißigen Lebewesen hätten wahrscheinlich nie meine ausführliche Beachtung gefunden, wenn sie sich nicht so ausdrücklich bemerkbar gemacht hätten.

  Als eine Ameise plötzlich einen losen Flügel mit sich schleppte, erinnerte ich mich an den Hochzeitsflug der Ameisen, den ich als Kind oft gesehen habe. Die große Masse eines Ameisenstaates besteht aus Arbeiterinnen. Weibchen und Männchen gibt es nur zu bestimmten Zeiten, nach dem Hochzeitsflug fallen die Flügel wieder ab. Im Spätsommer schwärmen sie aus um sich in der Luft zu begatten. Die meisten von ihnen gehen dabei zu Grunde, nur wenige Weibchen können, nachdem sie sich der Flügel entledigt haben, ein neues Reich gründen. Der Ameisenhaufen wird allerdings seinem Namen nicht gerecht, seine Innenstruktur ist, als Mittelpunkt für das gesamte Volk, nach einem perfekten System angelegt. Als Kinder haben wir Stöcke ohne Rinde in den Ameisenhaufen gesteckt  und sie nachher abgeschleckt. Auch wenn man einen Ameisenhaufen anbläst und danach die Hände darüber haltet, kann man den Duft der Ameisensäure an den Händen wahrnehmen. Im Volksmund wird erzählt, - ein Sitzen mit bloßen Hinterteil auf einem Ameisenhaufen wäre das beste Mittel gegen Rheumatismus.

  Nun gab ich mich ganz der Betrachtung dieser Lebewesen hin. Die Straße der Waldameisen hebt sich wie ein nicht gespannter, weißer Wollfaden vom Waldboden ab. Auch ein Bach sucht seinen Weg, gleich den Ameisen, durch Umgehungen der Hindernisse, doch er kann nur abwärts laufen. Die Ameisen besitzen eine große Intelligenz im Bauen von Straßen, Wege, Brücken und Gewölbe und sind äußerst erfinderisch, wenn es gilt zu einem bestimmten Ziel zu gelangen.
  
Eine Ameise trug einen Wurm, der sich noch bewegte, mit sich, eine andere schleppte eine große Fliege, die sie immer nach einigen Zentimetern abstellte. Aber auch in der Zeit wo sie die Fliege absetzte rastete sie nicht sondern lief dabei ruhelos hin und her. Fast jede Ameise trug etwas, alle aber bewegten sich mit einer sagenhaften Geschäftigkeit. Hauptsächlich waren sie mit dem Transport des Baumaterials für ihren Haufens, den abgefallen Nadeln der Nadelbäume und der Nadelsträucher, beschäftigt.
    Es sind immer die bewegten Stunden und die Beweggründe dazu, die in Erinnerung bleiben. Mein Verlangen, den letzten Weg eines Mannes kennen zu lernen, hat mir neben Besinnlichkeit nun auch neue Erkenntnisse vermittelt.

In BEWEGUNG bleiben, nur nicht verweilen Palmso. 2091-03-23

 DER SCHNEEFLOCKENTANZ

    Spontan faßte ich den Entschluß rechts am Tressenstein vorbei abzukürzen. Am Tressenstein Sattel erreichte ich noch die Abendsonne, sie begleitete mich ein Stück des Weges auf dem Grat Anstieg zum Multereck. Vor dem Gipfelaufbau des Multerecks endet dieser imposante Grat, dessen zwei in÷ der Mitte stehenden, zackenförmige Erhebungen bereits in Schnee eingebettet waren. - An dieser Stelle gab es einen besonders schönen Anblick von Gemsen, am gesamten Grat aber faszinieren die schwindelnden Tiefblicke. Bereits im sanften Mondlicht durchquerte ich das Latschenfeld, durch das ich einst in der Nacht abgestiegen war. Um 0:30 kam ich zur Biwak Schachtel, und nach den Anstrengungen des Tages kam ein göttlicher Schlummer.
  Schönwetter, ich erneuerte das von mir, am 1984-12-08 hinterlegte Biwakbuch. Nach einem Gang zum Gipfel begann ich mit dem Abstieg, unterhalb des Multereckes zogen Wolken auf, deshalb wählte ich den Normalabstieg durch die Kleine Schneegrube. Langsam und besinnlich abwärts schreitend, einige male zeigten sich kurz Gemsen, gelangte ich zur Stelle wo sich der Multereck Weg mit dem Südostgrat Anstieg vereint. Dann etwas weiter unten am Fuß der hohen Felsenkante, die sich zwischen der Grasleiten und dem Normalanstieg erhebt: - Eine eigenartige Stimmungsidylle beginnt, etwas Sonderbares liegt in der Luft, vom Abstieg ermüdet lege ich mich zu einer Rast auf den Rücken nieder. In dieser Ruhelage blicke ich zwangsweise empor und ich versinke in einen Dämmerzustand ohne die Augen zu schließen.
  Wenn man vom unten nach oben blickt, reichen die Augen stets bis in den Himmel:
Der Berg, eine Schlucht oder eine Felsenwand, auch der Mensch erscheint aus dieser Perspektive überdimensional. Dem Kind erscheint alles so groß denn, es ist ja selbst noch klein, dem Erwachsenen breitet sich alles begreifbar aus, das Alter leitet dann wieder zurück zum Ausgangspunkt. Es ist ohne Bedeutung in welchen dieser Lebensabschnitte man schreitet — es zählen immer nur die Stationen wo die Seele auch in der Brust genügend Freiraum bekommt. Über mir war der Mittelpunkt meines Blickfeldes eine leicht überhängende, himmelwärts reichende Felsenwand, weißen Schmetterlingen ähnlich bewegte sich, oben etwas an der Abbruchkante.

DER SCHMETTERLING

    Der Schmetterling war schon im Altertum ein Sinnbild für die Unsterblichkeit der Seele, das Hervorgehen des Schmetterlings, in seiner Vollkommenheit, aus der Puppe ist; – wie die Befreiung der Seele vom Körper durch den Tod. Auch der Schlaf der Traum und die Meditation kann als eine periodische oder zeitweise Lösung der Seele von den irdischen Banden angesehen werden. Allein wenn man bedenkt es gibt eine zählende Ordnung von Schmetterlingen mit etwa 20.000 bekannten Arten, einigen von ihnen fehlt der Rüssel, sie genießen ihr kurzes Leben auch ohne Ernährung. Die Metamorphose, wie aus einer häßlichen Larve ein hübscher Falter wird – ist auch ein vielfaches Gleichnis, es schützt vor zu oberflächlicher und falscher Beurteilung.
    Einzelne Schneeflocken beginnen herab zu tanzen und jede davon hatte eine andere Art des Niedersinkens. Eine kreist wie ein Planet, die Andere trudelt mit einer Schlagseite, eine wiederum dreht sich wie ein Propeller, bisher ist mir dieses Wunder der Flocken noch nie bewußt geworden. Das erscheint mir ganz unerklärlich, letzten Endes befinde ich mich schon in einem gemäßigten Alter. Der Tanz der Schneeflocken bezaubert mich wie ein Kindermärchen, krampfhaft suche ich Vergleiche anzustellen – ja es gibt Ähnlichkeiten in der Art wie die Schneeflocken fallen aber jede einzelne Flocke hat ihren eigenen Rhythmus.

Liegt nicht auch im Kleinem ein großes WUNDER der Natur ?

    Nun packt mich die Neugierde nach der Form der Flocken, in ihr mußte ja auch das Geheimnis der Bewegungsvielfalt liegen? - Ich sah die Flocken, die sich meine Hände als Landeplatz gewählt haben, ganz genau an. Mein Erstaunen ist groß: – Es sind lauter kristallisierte Sterne, die strahlenförmig, unterschiedlich verästelt sind, es sind geometrische Juwele mit sechseckiger Struktur die man Hexagon nennt. Die Schöpfung ist Vielfalt im Kleinem÷ und im Großen: Jede Schneeflocke ist einzigartig doch alle zusammen breiten ihr weißes Tuch für den Winterschlafes aus. Ich fühle wie einzelne Flocken meine Nase, meine Stirn und meine Augen berühren, es ist eine sonderbare noch nie erlebte Wahrnehmung. Nun aber beginnt immer mehr Schnee aus den Wolken zu fallen – es dämmert und es ist höchste Zeit um das felsige Terrain unbeschadet zu verlassen zu können.

Ein Anstieg ist immer ein steigendes Willkommen, der Abstieg ist ein fallender ABSCHIED, was bleibt es sind
Eindrücke und sie waren immer ein hoher Gewinn der mich auch noch in den Niederungen vorwärts brachte.

    Es kam nun die Stelle wo sich der Kreis meiner Wanderung schloß, es war der sanft auslaufende Arm des Tressensteines nach Trautenfels. Ein stilles Glück ergriff mich und ich war dankbar, dass der Berg mich so willkommen geheißen hatte und mir auch diesen besinnlichen Abschied beschert hatte. Während der Bergfahrt war ich in Gedanken viel bei Herrn Adam gewesen, zu dessen Gedenken ich diese Wanderung angetreten hatte. Die Natur ist, im Leben und im Sterben, immer Abwechslung, nur der Mensch versucht vergeblich zu vereinheitlichen, zu normen, zu regulieren und zu begradigen. Er wurde sein eigener Sklave oder zum Befehlsempfänger der Bedarfslenkung global schädigender Konzerne. Viele tauchen sang und klanglos in dieser Mittelmäßigkeit auf und unter, aber trotzdem trägt jeder die Bausteine des gesamten Kosmos in sich.

  Die Wenigen die uns schon zu ihrer Lebenszeit viel gegeben haben, bereichern auch unsere Erinnerung durch einen besonders wertvollen Nachlaß. Große Leistungen vollbringen viele, mit Bescheidenheit, der Mutter aller guten Eigenschaften, sind wenige gesegnet. Als einer von diesen wenigen Menschen wird Herr Adam im Gedächtnis bleiben. 08.Trautenfels "Toni Adam" Gedenkgang Biwak Schachtel 1989-12-09 Trautenfels

BESUCH BEI TONI ADAM

  Die Schilderungen von, Herrn Adam haben mich sehr beeindruckt, er hatte die Gabe ausführlich, verständlich und umfassend erzählen zu können, einen Teil davon habe ich aus meiner Erinnerung aufgeschrieben. Als einst zwischen Untergrimming und Lessach Lawinen zu Tal donnerten hat allein der dabei entstandene Luftdruck schon Menschen getötet.1888 war aus der Wolkengrube eine so gewaltige Naßschnee Lawine abgegangen, dass die Bahnlinie in Niederstuttern auf 300 m Breite etwa 6 m hoch verschüttet wurde. Sogar das 350 m weit entfernte Flußbett der Enns wurde verlegt und es kam zu Wasser Aufstauungen. F. Simony Dachsteingebiet 1892 S. 76.
 
Als neurologische Stelle mit ständiger Bedrohung durch die Multereck Lawinen gilt die Untergrimminger Schütt. Heute werden die Lawinen künstlich abgelassen. Als Hilfe zur Schneehöhen Beurteilung vom Tal aus wurde 1983 unterhalb des Multereckes ein 7 m hoher und 400 kg schwerer Eisenmast mit Quersprossen verankert, an ihm wird mit dem Fernrohr die Schneehöhe gemessen und bei Bedarf wird die Lawine dann abgesprengt. Es wurden aber auch Lawinenschutz Baumaßnahmen im Schuttkegel errichtet, es sind Bollwerke aus Stein, diese Pyramiden spalten die Lawine. In einem zweiten gefährlichen Lawinengang geht die Thörlbrunn Lawine ab. Die bedrohte Bundesstraße Nr. 145 wurde 1993 durch eine Lawinengalerie geschützt.
  Auch in den von Lawinen gefährdeten Gebieten Tirols befinden sich Aufstiegshilfen. Es gibt eigene Seilbahnen für die Lawinen Sprengungen, Berge wurden erst mit einem Netz von Stahlkonstruktionen für dem Schisport Lawinen sicher. Ein aktiver Bergretter und Kletterer, wie es Herr Adam war, hat bei seinen Bergungseinsätzen und bei seinen Besteigungen schon einiges erlebt. Da wäre eine Fundgrube zum Schreiben eines eigenen Buches gegeben, doch daran lag auch die Ursache an der Entstehung dieses Buches.
   Herr Adam hat auch selbst zur Feder gegriffen und Niederschriften in den verschieden alpinen- und kulturellen Publikationen, die sich durch eine besondere feinsinnige aber doch verständliche Poesie auszeichnen, geschaffen. Zum Abschied, zeigte mir Herr Adam auch seine umfangreiche Mineralien Sammlung. Sein Glanzstück war aber ein einfacher steinerner Haltegriff:  Fragen mich meine Gäste, über Schwierigkeiten der Kletterei? Dann zeige ich ihnen diesen Griff mit den Worten: Die Griffe im Fels wachsen ja von selbst! 
1985-04-02

BERGTOD EINES BRAUTPAARES

    Es kommt im Leben öfter alles anders, wie es geplant war und manchmal geschieht etwas, mit dem niemand gerechnet hat. Dabei waren alle Vorhaben des Alpenvereines Stainach von großen Idealismus geprägt: Ein von Karl Heinz Schnupfer angefertigtes Gipfelkreuz, sollte auf die Schartenspitze getragen und dort errichtet werden. Zur Feier dieser Kreuzerrichtung waren Höhenfeuer, von der Schartenspitze bis zum Grimming Gipfel, vorgesehen.
    Als Mitglied der Hochgebirgsgruppe und des Bergrettungsdienstes, sowie auch als Führer der ÖAV Jungmannschaft, war Jürgen Ewers sicherlich keiner der zu leichtfertigen Handlungen neigte. Man kann es nennen wie man will, Schicksal, Bestimmung oder eine Kapriole des Wetters, niemand ist davor gefeit und alle, auch die erfahrene Bergsteiger, kann es einmal treffen.
  Nachdem man das Gipfelkreuz, von Klachau aus über das Heil, mit großer Anstrengung, hinaufgetragen hatte, wurde es auf der Schartenspitze aufgestellt. Danach wagten, trotz dem unsicheren Wetter, 
Jürgen Ewers und seine Braut, Traute Umshaus vom Alpenverein Graz die Höhenüberschreitung zum Hohen Grimming. Das weitere Geschehen kann nur rekonstruiert werden. - Das Schlimmste was passieren konnte trat ein, ein Temperatursturz verbunden mit gefrierenden Regen. Das Brautpaar hatte die schwierigen Passagen, über die Schartenköpfe, bereits hinter sich und befand sich am Grimming Aufbau. Dabei stürzte Jürgen Ewers ab und wurde dabei so verletzt, dass er mit eigener Kraft nicht mehr weiter kam. Seine verzweifelte Braut versuchte Hilfe zu holen und die Tragik des Geschehen war: Sie ist nicht mehr weit entfernt von der Biwak Schachtel erfroren.  Kaum ein Gipfelzeichen eines Berges hat eine so tragische Kreuzlegende.

Eintragung in das Gipfelbuch des Hohen Grimming

    Mit großer Anstrengung haben wir das Gipfelkreuz von Klachau über das HEIL herauf getragen. Da das Wetter unsicher ist, stellen wir noch heute auf. Das Kreuz wurde von Karl Heinz Schnupfer angefertigt. Die ÖAV Jugend Stainach, Jürgen Ewers HG BRD, Traute Umshaus ÖAV Graz, Karl Lindner, Rudolf Bamacher, Lindner und Schnupfer gehen hinüber zum Hohen Grimming, um das Höhenfeuer anzuzünden 1965-09-18

Eintragung in das Gipfelbuch des Hohen Grimming

    Höhenfeuer anläßlich der Errichtung des Gipfelkreuzes auf der Schartenspitze. Wegen der Überfüllung der Biwakschachtel, Biwak im Freien. Sehr kalt! Karl Lindner, Rudolf Bamacher, Richard Fritzlehner Abstieg über das Multereck 1965-09-18

Eintragung in das Gipfelbuch des Hohen Grimming

    Einsatzgruppe Mitterndorf und Tauplitz. Über der Nordwand der Schartenspitze sämtliche weiteren Möglichkeiten zu den Schartenköpfeln und zum Verbindungsgrat des Grimmings abgesucht. Die beiden seit, 19650919 vermißten Bergsteiger, wurden am Fuße des Westverbindungsgrates tot aufgefunden und zum Gipfel aufgeseilt. Hermann Zörweg, Peter Marl, Sepp Grill, Adolf Jendlhofer, Friedl Aigner, Helmut Seebacher, Rudolf Neuper, Sepp Möselberger, Ernst Percht, Helmut Grasser, M. Sölkner, Hubert Egger, Emmerich Schnupp, Josef Peer 1965-09-22.

DIE ERINNERUNG

    Mein Mann und ich fuhren mit dem Auto, von Unterburg heim nach Pürgg. Die Höhenfeuer vom Grimming Gipfel leuchteten so friedlich herunter und wir beneideten die jungen Menschen da oben am Grimming. Sigurd Fahringer, war bei der Bergung der Verunglückten dabei und berichtete uns: Jürgen Ewers, war zirka zweihundert Meter vom Grimminggipfel entfernt, in einen der drei kleinen Kamine, die gegen Süden seitlich der mit Graspolstern bedeckten Felsen abbrechen, abgestürzt. Er wurde dann dort eingeschneit und deshalb solange nicht gefunden. Trude Umshaus erfror beim Versuch Hilfe zu holen, man fand sie in Biwaknähe zusammengekauert in einer Felsnische. Dorli Adam.

DER HOCHZEITSBRAUCH 

    Am 8. Mai verehelichte sich der hiesige Kaufmann Toni Adam ein bekannter heimischer Alpinist und Bezwinger vieler Ennstaler Gipfel, mit seiner hübschen Braut Dorothea Kohlhauser. Nach der, unter Teilnahme zahlreicher Hochzeitsgäste und der einheimischen Bevölkerung, statt gefundene kirchliche Trauung, die ein Kriegskamerad des Bräutigams vollzog, wurde der Rückweg zum Elternhaus des Bräutigams von den Pürggern in herkömmlicher Weise vermachtEine satirische Darstellung von Besonderheiten des Brautpaares, anderorts auch Maut genannt. In höchst origineller Weise war eine Nachbildung der Schartenspitze aufgerichtet worden, auf der heitere Szenen aus dem Bergsteiger Leben Tonis vorgeführt wurden, aber auch Vater Adam mußte als sparsamer Kaufmann und Hausvater manchen Ulk über sich ergehen lassen. Regionalzeitung Der Ennstaler 1949

TOD DER BERGRETTER

    An einem Sonntag im Jahre 1948 hörte der Bahnwärter Otto Peer Hilfeschreie vom Grimming und verständigte die Bergrettung. Der Einsatzleiter der Bergrettung, Bergführer Karl Resch stellte die Suchmannschaft zusammen. Die hochschwangere Frau des Rettungsmannes Franz Maier äußerte große Bedenken und war gegen die Teilnahme ihres Mannes am Einsatz. Karl Resch versprach ihr: Ich passe gut auf den  Franzl auf.
    Es wurden Gruppen gebildet, die zur Suche des Verunglückten, den Grimming auf verschiedenen Routen der Nordseite bestiegen. Als ein Trupp schließlich den Gesuchten gefunden hatte und zu Tal brachte, vergaß man aber gänzlich den vereinbarten Schuß, als Zeichen zum Abbruch der Rettungsaktion, abzufeuern.
 
Der Sucheinsatz ging weiter, Resch erreichte mit seinen Leuten die Gipfelhochfläche, dort teilten sie sich um einzeln weiter zu suchen. Es setzte ein Wettersturz, mit dichten Nebel, mit einem Schneesturm mit eisiger Kälte ein. Die Rettungsleute kamen an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit, - bald ging es um das eigene Überleben.
  Franz Maier erlitt den Erschöpfungstod, Karl Resch, konnte es nicht verkraften - sein Versprechen nicht eingehalten zu haben, verfiel in Depressionen die eine Konzentrationsschwächung zur Folge hatten. Er stürzte über eine Schneewächte ab. Seine Kameraden konnten ihn jedoch bergen, nach dem vergeblichen Versuch mit ihm abzusteigen, versorgten sie ihn in einer Felsnische, am Normalweg des nordseitigen Gipfelaufbaues und holten Hilfe. Für, Karl Resch kam die Hilfe zu spät er erlitt den Erfrierungstod.
 
Quelle: Toni Adam mündlich ANMERKUNG Dieses traurige Geschehnis, war auch einer der maßgeblichen Gründe, dass auf dem Gipfel des Grimmings die Biwak Schachtel errichtet wurde. Helden im Fels, ist ein Buch von Albecht Gaiswinkler, herausgegeben im Selbstverlag, in dem dieses Bergtragödie beschrieben wird. Toni Adam war mit seiner Darstellung nicht einverstanden und stand dieser Lektüre eher kritisch gegenüber. Herr Gaiswinkler hatte auch nie ein Gespräch mit Herrn Adam geführt.

ABSCHIED
Was mein Blick verschweigt,
Dir nie mein Mund gestand,
Was dir mein Herz nicht sagt,
Sagt dir ein Druck der Hand.

  Ehe Karl Resch ganz hinüberschlummert in eine bessere Welt, muß er an seine alte Mutter denken. Jetzt wo er sterben soll, jetzt eilen seine Gedanken zu jenem Menschen, der ihn einst unter Schmerzen sein Leben schenkte, zu seiner lieben Mutter. Im Geiste sieht er sie wieder wie einst: An der Hand der Mutter geht er über blühende Wiesen, er hört die liebe, traute Stimme, wie sie ihm die Liebe zur Natur, zur Heimat lehrte und spürt, wie sie, mit ihren weichen, lieben Mutterhänden, ihn über das von lauen Frühlingswinden zerzauste Bubenhaar strich. Während ihm in Wirklichkeit der Grimmingsturm Eiskristalle ins Gesicht schlägt.
    Er sieht die blühenden Bäume rund um`s Vaterhaus, er riecht den frühlingshaften Duft der heimatlichen Wälder und hört den abendlichen Sang einer Amsel vom Wipfel des blühenden Apfelbaumes. Immer leiser wird die Musik, sie klingt ihm jetzt wie das Säuseln eines lauen Abendwindes im Mai. Verschwommen nur sieht er jetzt noch das Bild seiner Mutter, es ist ihm als ob sie ihm zum Abschied noch einmal die Hand reichen würde und als ob Tränen, aus den unsagbar traurigen Augen glänzten.  Langsam wechselt das Traumbild:
  Er sieht eine grüne Alm! Glockengeläute, der zur Hütte ziehenden Kühe, wird leise hörbar und in nie gesehener Pracht zaubert die scheidende Abendsonne auf die Felswände im Hintergrund, das ergreifende schöne Alpenglühen. Wie blutübertüncht leuchten die Felsen, dann wie glühende Steine, die er einmal beim alten Kalkofen am Toplitzsee, aus dem Feuer leuchten sah.
  Ganz warm ist ihm jetzt! Vor einer Almhütte sitzen junge Menschen, Zitherklänge werden hörbar. Burgl, seine Frau eilt ihm entgegen, er greift nach ihr, will sie umarmen, da schwindet das Bild wieder langsam wie ein Nebelgebilde. 
Die Zitherklänge verstummen, das Alpenrot verblaßt, er schließt die Augen, ganz still und dunkel wird es rings um ihn.  Der Bergführer Karl Resch schlummert hinüber und das Herz eines prachtvollen Menschen hört auf zu schlagen
. Auszug aus dem Buch Helden im Fels von Albrecht Gaiswinkler im Eigenverlag.

Hier starb am 20.JUNI 1948
bei einer Bergrettung
FRANZ MAIER
im 37. Lebensjahr den Erschöpfungstod
seine Bergkameraden Gedenktafel Grimming Gipfelfläche KB

Hier starb am 20.JUNI 1948
bei einer Bergrettung
Bergführer KARL RESCH
im 44. Lebensjahr den Erschöpfungstod
seine Berkameraden Gedenktafel Grimming Gipfelaufbau Nord KB

Die Ausseer
FRANZ MEIER
KARL RESCH
opferten im Dienste der
Bergrettung und im Kampfe
mit Fels und Naturgewalten
am 20.Juni 1948 auf dem
GRIMMING ihr Leben
Maier Resch 2004  >
Errichtet in treuen Gedenken an die Kameraden vom Salzkammergut Ski - Verband Marterl bei Klachau

NACHWORT ZUM TOD DER BERGRETTER

    Die Meldestelle für den Bergrettungsdienst, war damals im Hause meines Mannes, in Pürgg Nr.: 7. Mein Mann war als Bergrettungsmann, bei der Suche beteiligt und schrieb mir dazu, in unserer Verlobungszeit, am Abend der Geschehnisse, folgende Briefe, die außer mir noch niemand gelesen hat:
    1948-06-20 Bereits um 8:00 wurde der Bergrettungsdienst alarmiert, weil auf der Grimming Nordseite Hilferufe gehört wurden. So stieg ich bei diesem Hundewetter mit einem Gendarm durch die Multereck Nordwand und dann zum Gipfelkreuz wobei, dichter Nebel und ab 1.700m Schnee, unsere Begleiter waren. Den Verstiegenen hat schließlich eine andere Seilschaft geborgen, die ich in einer Steilrinne 200 Meter von unserer Route angesetzt habe.  Dort saß der Unglückswurm, ein einundzwanzigjähriges Linzer Bürschlein, das die ganze Nacht da oben vor Kälte gezittert hat. Zwei Ausseer Seilschaften, die nach uns in die Wand einstiegen, sind um 21:00 noch immer nicht zurück und müssen vermutlich biwakieren.
  1948-06-21 Heute haben wir zwei von ihnen geborgen. Dies ging folgendermaßen zu. Wie schon erzählt, stiegen sie dreißig bis vierzig Minuten nach mir in die Damburger Route ein und wenn wir uns infolge des dichten Nebels auch nicht sahen, so waren wir bis Mittag miteinander in Rufverbindung. Dann merkten wir, dass sie zurückblieben. Wie sich herausstellte, hatten sie ihre Bergschuhe und zwei von ihnen auch ihren Anorak, Pullover und Handschuhe beim Einstieg gelassen. Mit den Kletterschuhen kamen sie im Schnee schlecht vorwärts und ohne Handschuhe bekamen sie klamme Finger. So erreichten sie erst viereinhalb Stunden nach uns das Multereck. Einer von ihnen war total erschöpft. Am Weg zum Grimming Gipfel ließ er seinen Rucksack zurück und achtzig Meter vom Gipfel entfernt brach er zusammen und starb an Erschöpfung. Das war um 19:30. Die drei anderen wollten nach Klachau absteigen. Einer davon glitt auf einer Wächte aus und stürzte gegen dreißig Meter ab, wobei er sich an der Schläfe und an der Nase verletzte. Seine Kameraden brachten ihn noch hundertfünfzig Meter abwärts, dann wurde er bewußtlos und sie mußten ihn zurücklassen.
  So stiegen wir heute erneut auf und holten die beiden Toten. Der Abgestürzte muß bald, nachdem seine Kameraden den Abstieg fortsetzten, verschieden sein.
Nun kannst du dir ein Bild machen, wie anstrengend Sonntag die Durchkletterung der Multereck Nordwand  war, dass sie zwei so bewährten Bergrettungs Männern das Leben kostete. Das einzige Versöhnliche dabei ist, dass beide, mitten aus dem Leben heraus - beim Versuch einem Mitmenschen zu helfen, ein ruhmreiches Ende hatten, . .

Auch ich werde immer in BERGNOT geratenen Menschen Hilfe bringen.

DIE VERKLEIDUNG

   Im Sommer 1948 waren wir noch nicht verheiratet und gingen von der Bahnhofstation Klachau heute Tauplitz auf die Tauplitz Alm. Dann machten wir die Südwand des Sturzhahnes und gingen durch das Ödentörl hinunter auf die Ödern, wo die Mariedl eine zukünftige Nachbarin von uns Prentlerin Sennerin bzw. Käsefräulein war. Nach ihrer Hochzeit wohnte sie im Malergasserl in Pürgg. Toni wußte, da gibt es selbstgebackenes Brot und Almbutter, er hatte ein Glas mit Honig mitgenommen, welches er vorsorglich in seine Badehose eingehüllt hatte.
   Mariedls Bräutigam und dessen Schwager waren gerade auf der Alm. Es war Erdbeerzeit, wir gingen mit den beiden um welche zu pflücken, bei dieser Beschäftigung überrascht uns ein Wolkenbruch, kleine Rinnsale wurden innerhalb kurzer Zeit zu reißenden Bächen. Macht nichts, sagte der Toni als wir vollständig durchnäßt bei der Hütte eintrafen, bis meine Kleider wieder trocken sind ziehe ich meine Badehose an. Allerdings gab es da
÷nn einige Schwierigkeiten, das Honigglas hatte die Kletterei der Südwand nicht überstanden, der Honig und die Glassplitter hatten in der Badehose ein Gemisch gebildet. Was sollte er nun tun? Die Mariedl war hilfsbereit und Toni erschien alsbald in einem an gewissen Stellen ausgestopften Dirnd`lkleid. Ich konnte mir mit einem trockenen Kleid aus meinem Rucksack Abhilfe verschaffen. Beim abendlichen Heimweg über die Tauplitz nahmen wir im Großsee ein Bad und wanderten dann über das Dörfl heim nach Pürgg. Dorli Adam

  • DER STEIN TOD LEBENDIG Gebete Prosa >

 DAS BROCKENGESPENST

    Es wurde auch am Grimming von der Familie Adam wahrgenommen. Ein sehr seltenes Naturereignis, die Sonne leuchtet auf eine Nebelwand, davor steht der Betrachter auf einem Höhengrat. Die Nebelwand wird zur Leinwand auf die der Schatten und alle Bewegungen des Betrachters in gespensterhafter Größe reflektiert werden. Diese Erscheinung wurde erstmals von Herrn Brocken registriert. >

IMMER WAR ES SCHÖN

    Mein Mann und Sigurd Fahringer gingen 1948 auch den gesamten Südgrat, auf den Unteren- und Oberen Weißrinnspitz zur Schartenspitze und dann in der Vollmondnacht den Grat hinüber zum Grimming. Viele Routen sind wir natürlich sehr oft gegangen, mit unsren Kindern auch mit der Tochter Heinke sowie mit Freunden und Bergkameraden.
   Es kam oft vor, dass mein Mann nach dem Mittagessen sagte: Du, es ist so schön, geh`n wir auf den Grimming? Also sind wir gegangen. Einmal im Oktober ging ich alleine um 07:00 abends vom Haus Adam weg, zum Kulmbauer und bei Mondschein hinauf durch`s Kar, nur viele Gemsen waren meine Begleiter empor zum Gipfel des Grimming. Dann ging es zur Biwakschachtel und um Mitternacht wieder hinauf zum Gipfel.
   Nach ein paar Stunden gemeinsamen Schlaf mit der Biwak Schachtel Maus, dann bei Tagesanbruch wieder hinunter zur Grimminghütte und wieder zu Fuß hinauf nach Pürgg in`s Haus Adam. Das erste mal waren wir in einer Vollmondnacht am Grimming, dann bei Sonne, Wärme, Regengüssen, Nebel, Sturm, Eis, Schnee und 1 Meter langen Eiskristallen am Gipfelkreuz. Immer war es wunderschön.
Dorli Adam

TOURENBUCH AUSZÜGE

  Winterbegehung, Multereck Swoboda u. Laumann lebend geborgen 1936-01-01 Erstbegehung Höller - Adam Fuhre Schartenspitze Nordwand Pfingsten 1936-06-01.-03. Grimming Nachtbesteigung, um 22:00 Lust dazu bekommen 19370601 Erstbegehung Kutscherer Wände, H.Langanger und Ehepaar Adam. NW Grat. Durch die Kalte Rinne. Fensterweg Nordanstieg Lärchkogel Gamsspitz. Jubiläumstour Toni Adam 100 x am Grimming. Mit Frau und Sohn Herwig Gamsspitz direkt Längsüberschreitung Krautschwellerloch. Schneegrubengrat. Südgrat. Radio Radiisweg. Durch die Schütt. Wolkengrube. Schartenspitz Süd Grat über Obere- und Untere Weißrinnspitzen. Folgende Routen am Grimmingstock sind mein Mann und ich gemeinsam gegangen:
 Schartenspitz Nordwand direkt. Schartenkar übers Heil zum Kleinen Grimming - Stierkarkopf - Nordschlucht - Schartenspitze Grimming. Schartenkar - Nordschlucht - Schartenspitze - Grimming. Kalte Rinne, direkt oder mit Ausstieg auf NW Grat Grimming. Fensterlweg. Durch die Kutscherwände. Lärchkogel - Gamsspitz - Multereck - Grimming. Über Verbauungskegel- Gamsspitz - Multereck - Grimming. Radio Radiisweg - Multereck - Grimming. Schneegrubengrat. Südostgrat mit allen Türmen abseits der markierten Route. Grimming  Südgrat - Grimming. Hamburgerkamin auf Kleinen Weißrinnspitz. Längs Überschreitung nach Biwaknächtigung, vom Grimminggipfel über alle Gipfel,Schartenspitze, Stierkarkogel, Elfer, Zwölfer usw. bis Krautschwellereck - Krautschwellerloch im Nebel - unterwegs erstmals das Brockengespenst
> gesehen.

WONNST WOASST, HIAZT BIST OFT Z'HAUS !

Wias fercht ban Gindl hoamgfohrn san
Do woar a hoaßer Tog
Desholb woar a der weite Weg
Für's Viech a rechte Plog

Koa Wunder, dass der großen Sau÷
D' Strapatz wird nochand z'viel
Im Grabn hot sa si' niederglegt
So nachand scho ban Ziel.

Koa Steckn und koa Zuaredn hilft
Der Treiber woaß koan Rot
Die Sau, sie tuat koan Rühra mehr
Am End is gor scho tod.

Wias dös der Gindlin hobn' vermeld't
Do sogt sie zu die Leit
Dö wos va Piag he'robn gwest san:
"Geh, mochts ma wer dö Freid

Und bringts ma do dös Fadl zwegn.
Vielleicht hobt's mehra Glück.
Sobold mir d!Sau oft stechn tean,
Donn kriag der seg a Stück!"

Dös hot der Adam Toni ghört
Und gmoant: "Dös is mei Foll.
In längstens oana Viertelstund
Is d'Sau dahoam im Stoll!"

Und wirkli, noch a kloanen Weil
Do treffens a scho ei'
Gonz longsom steigt die Sau daher
Der Toni hinterdrei.

Die Gindlin hot den Toni gfrogt:
"Wia host dös nochand gmocht,
Dass du die holbkaputte Sau
Wieder aud d' Füaß host brocht?"

"Obs Du's hiaz glabn willst oder nit,
Es woar, wia i dir sog!
Jo, woaßt, im Köpferl muaß mans hob'n
Donn sport ma si' viel Plog.

I nimm d' Turistenkorten her
Und sitz mi zu der Sau
Und broat die Korten aus am Bodn
Und sog zu ihr: "Geh schau,

Do bist hiazt - und docht is der Stoll
Es is jo direkt dumm
Wonnst dich hiazt do no niederlegst
Geh sei do gscheit und kumm

Und noch no etla 100 Schritt
Und rost di' donn erst aus
Es is jo gonz a onders Gfühl
Wonnst woaßt, hiazt bist oft z'haus!"

Die Sau hot zerst auf d' Korten gschaut
Und hot sich dabei denkt
Der Weg von do bis hoam zan Stoll
Der bleib mir eh nit gschenkt

Und weil der so vernünftig red't
Und nit glei kimmt mit Schläg
So moch ma ins holt in Gottsnom
Mitsommen auf den Weg!"

Drum oll, dös heut versommelt seid's
Vergeßt's nit auf mein Rot:
Wonn eppa wo a Fadl streikt
Oder, dass sunst wos hot

Den Oan geht d' Olti nema hoam
A Onderer suacht sei Braut
Oft geht's enk glei in Toni holn,
Dass er zan Rechten schaut! Toni Adam

ZU HAUSE IST ZU HAUSE Übersetzung

Wie sie beim Gindl heimgefahren sind
Da war ein heißer Tag
Deshalb war der weite Weg
Für die Sau eine rechte Plag.

Kein Wunder, dass dem großen Tier
Dann die Strapazen waren zu viel
Im Graben hat sie sich nieder gelegt
Ganz nahe schon beim Ziel.

Kein Stecken und kein Zureden hilft
Der Treiber ist in Not
Die Sau, sie macht keinen Rührer mehr
Und ist am Ende schon tot.

Als es die Gindlin erfuhr
Da sagt sie zu die Leut',
Die von Pürgg heroben sind:
"So, mache mir wer die Freud'

Und bringt mir die Sau zuwegen
Vielleicht habt ihr mehr Glück
Wenn wir die Sau dann abstechen
Dann kriegt derjenige ein Stück!"

Diese hat der Adam Toni gehört
Und gemeint: "Das ist mein Fall.
In längstens einer Viertelstunde
Ist die Sau daheim im Stall!"

Und wirklich nach einer kleinen Weile
Da treffen sie schon ein
Ganz langsam steigt die Sau daher
Der Toni hinterdrein.

Die Gindlin hat den Toni gefragt:
"Wie hast du denn das gemacht,
Dass du die halbkaputte Sau
Wieder auf die Füße hast gebracht?"

"Ob du es glauben willst oder nicht,
Es war wie ich dir sag!
Ja weißt, im Köpferl muß man es haben
Dann spart man sich so manche Plag.

Ich nehm' die Touristenkarte her
Und sitze mich zu der Sau
Und breite die Karte am Boden aus
Und sag zu ihr: Geh schau,

Hier bist du jetzt - und dort ist der Stall
Es ist ja dumm und nicht fromm,
Wenn'st dich jetzt hier noch niederlegst
Geh sei doch g'scheit und komm

Und mache noch etwa hundert Schritt
Und rast dich dann erst aus
Es ist ja ein ganz anderes Gefühl
Wenn'st weißt, jetzt bin ich nun zu Haus!"

Die Sau hat zuerst auf die Karte geschaut
Und grunzt nachdem sie es bedenkt:
Der Weg von hier bis heim zum Stall
Der wird mir ohnehin nicht geschenkt.

Und weil der so vernünftig redet
Und nicht gleich kommt mit Schläg'
So mach wir uns halt in Gottes Namen
Zusammen auf den Weg!"

Drum alle, die heute versammelt sind
Vergeßt nicht auf meinen Rat:
Wenn etwa wo eine Sau streikt
Oder es sonst noch etwas hat,

Den einen geht die Alte nicht mehr heim,
Ein anderer sucht seine Braut.
Dann geht und holt euch gleich den Toni,
Dass er nach den Rechten schaut!

Da ADAM hot Lieb aufbrocht,
Der Noah den Wein,
Das David hot Zither gschlogn,
Müssen Steira gwesn sein
Dies schrieb einst eigenhändig Peter Rosegger, in das Poesie Gästebuch der Familie Adam.

ABSCHIED
 
Ich weine schwarze Tränen
mein Körper ist wie Stein.
Du bist von mir gegangen
im hellen Sonnenschein.

Du gingst vertraute Wege
die du so sehr geliebt
hinauf in lichte Höhen
wo es nur Schönheit gibt.

Du suchst den Steig, den alten
Markierungen zu sehn
es kann Dich gar nichts halten
heut Deinen Weg zu gehen.

Im Schnee da blühen Blumen
Schneerosen weiß und zart
und eine Schlüsselblume
hat da auf Dich geharrt.

Du hast sie mitgenommen
voll Freude und voll Glück
es waren noch schöne Stunden
am letzten Weg zurück.

Du bist so weit gegangen
und plötzlich kam die Nacht
sie hat mit Windeseile
die Finsternis gebracht

Die Wege wurden eisig
der Steig er ist so schmal
durch den finsteren Wald
hinunter in das Tal.

Du bist so weit gekommen
hast gar nichts mehr geseh'n
Du solltest nur nach Hause
ich kann Dich ja versteh'n.

Die Himmelsleiter kam dann
und ich war nicht bei Dir
konnt Deine Hand nicht halten
damit Du bleibst bei mir.

Bei dieser Himmelsleiter
War heut der Weg Dein Ziel
da unten ist ein Felsband
auf das Dein Körper fiel. Dorli Adam

KAUFMANN ANTON ADAM VERUNGLÜCKT 

    Große Bestürzung herrschte im Bergdorf Pürgg, als der überaus beliebte Gewerbepensionist und ehemalige Adeg Kaufmann Anton Adam 74 von einer kleinen Wanderung auf den Rantenstein nicht mehr zurückkehrte und Ärgstes befürchtet wurde. Noch am Abend des Wandertages unternahmen Männer der Pürgger Feuerwehr mit Bergrettungs Männern, Alpingendarmen und freiwilligen Helfern aus dem Dorf eine Suchaktion, die aber um zwei Uhr früh ergebnislos abgebrochen wurde.
   Wenige Stunden später rückte abermals eine 64 köpfige Suchmannschaft, unterstützt von drei Suchhunden und zwei Rettungshubschraubern, in das Gebiet Rantenstein aus. Gegen halb neun Uhr wurde es zur traurigen Gewißheit, Anton Adam war tot. Sein Körper lag auf einen Felsvorsprung im Bereich der Himmelsleiter; er ist offensichtlich im steilen Gelände ausgerutscht und dann abgestürzt, wobei er sich schwerste Kopfverletzungen zuzog, die den sofortigen Tod zur Folge hatten.
    Mir Anton Adam verliert nicht nur seine Familie einen Vater, er gehörte auch zu den Persönlichkeiten des Bergdorfes Pürgg, die sich bei der Bevölkerung eines hohen Ansehens erfreuen. Jahrzehntelang war er Kaufmann und als versierter Gewerbetreibender viele Jahre lang in führender Position der Liezener Einkaufsgemeinschaft Adeg tätig. Als Freund der Natur liebte er die Berge, er kannte den Grimming wie kein anderer, und in den Bergen am Fuße der Himmelsleiter erfüllte sich sein Schicksal. Alle die Anton Adam kannten werden ihn nicht vergessen. Regionalzeitung Der Ennstaler 1989

NACHRUF 

    Liebe Bergkameraden, es ist mir eine Ehre einen kurzen Rückblick über Toni Adam zu geben. Der eigentliche Anlaß, dass am Grimmingmassiv eine Biwak Schachtel errichtet wurde, war 1948 eine Bergtragödie - bei einem Berrettungs Einsatz haben zwei junge Familienväter, Franz Meier und Karl Resch, den Bergtod erlitten.
Toni Adam war schon vorher ein Verfechter für eine Biwak Schachtel am Grimming gewesen. Ende 1949 wurde die Dr. Obersteiner Biwak Schachtel durch ÖAV Hochgebirgsgruppe Graz aufgestellt und sie diente bis zum vorigem Jahre vielen Bergsteigern als Unterschlupf. 
Ich freue mich, dass heute die neue Unterkunft auf den Namen Anton Adam Biwak gesegnet wird, ein Name der es verdient in der Welt der Bergsteiger erhalten zu bleiben.
  Toni Adam war Gründer und Initiator der ÖAV Hochgebirgsgruppe Grimming, vorher wurden wir unter den Namen ÖAV HG Graz geführt. Nur Spitzenbergsteiger gehörten zu diesem Verein und es war jedesmal ein Erlebnis, wenn wir uns, bei den Jahreshauptversammlungen, über die Bilanz der Tourenberichte freuten und uns an die Touren erinnerten.
Toni war ein Mann der Tat, er war ein Bergsteiger der alten Schule und ein prima Kamerad. Er hat mich als Jüngling in die Bergwelt eingeführt, er hat mir die Augen für die Schöpfung geöffnet, durch ihn konnte ich die Liebe zu den Bergen erleben.
    Toni galt als Grimmingkenner wie es ihn kein zweites mal mehr geben wird. Mit Ihm machte ich fast alle Touren auf der Süd- und Nordseite des Grimmings:
  Den Schneegrubengrat über den Südostgrat, den Großgrimming Südgrat, den Großen- und Kleinen Weißrinnspitz, dem gesamten Südgrat der Schartenspitze, die schönste Tour war der Kleingrimming Südgrat, der so anziehend und schwierig ist wie die Dachstein Südwand. Ich denke an die Grimming Längs Überschreitung vom Multereck zum Krautschwellereck oder umgekehrt. Hier sammelte ich Erfahrungswerte, die mich später einmal gereizt haben mit Fredel Pöllinger eine Winter Längs Überschreitung zu unternehmen, auch da war die Biwakschachtel unser Stützpunkt.
Gemeinsame Touren wurden auf der Grimming Nordseite unternommen, neue Fuhren wurden vom Toni erschlossen. Die Nordseite war vielleicht deshalb ein Hobby von ihm, weil es von Pürgg dorthin am kürzesten ist. Aber nicht nur am Grimming waren wir daheim, sondern es gab auch herrliche Bergfahrten in die Berge des Gesäuses und auch im gesamten Dachstein Gebiet begingen wir einsame Fuhren.
  Wer weiß heute noch, dass Toni und ich einmal zur Bergrettungsdiensstelle von Bad Mitterndorf gehört haben? Toni war ein, auf Grund seiner Bergkenntnisse sehr gefragter Bergretter. Er war immer zur Stelle, wenn der Ruf an ihn erging, um in Not geratenen Bergsteigern zu helfen. Durch sein Geschäft war das oft schwierig, aber für Toni war es immer eine Verpflichtung. Damals gab es noch keine Hilfe durch die Hubschrauber, die heute wegen dem großen Massentourismus unentbehrlich sind. Gerne denke ich zurück an die Grimminggrat Beleuchtung, bei der jeder ein Stück zu betreuen hatte. Toni war mit Peter Marl eingeteilt, zwischen dem Multereck und dem Hohen Grimming die Ölbehälter zu entzünden. Normalerweise geht man bei Tageslicht den leichtesten Weg zurück, Toni aber stieg in der Finsternis über den Lawinengang Törl Brunn zur Bundesstraße ab.
  Viele Geschichten, über Toni als Bergsteiger und Mensch, gäbe es zu erzählen. Nicht zu vergessen ist auch der Transport des heutigen Grimmingkreuzes. - Toni trug 1954 vier Einzelteile davon hinauf darunter auch den Gipfelbuch Behälter. 
Toni, der bis ins hohe Alter am Berg und auch später in den Höhlen zu Hause war, war ein Mann der seine Tatkraft aus der Familie und aus der Natur schöpfte und dadurch immer Mensch blieb. Ich freute mich, als es hieß ich solle einige Sätze über Toni sprechen und darüber, dass ich es nun getan habe.  Berg Heil 
Sigurd Fahringer bei der Toni Adam Biwak Schachtel Einweihung am Grimming 1992

TRAUERANZEIGE

Solange wir leben, ist Gott bei uns und wenn wir sterben, sind wir bei ihm.
ANTON ADAM Träger der Goldenen ADEG-Nadel, Kaufmann in Püergg wurde am Freitag, dem 24.November im 75 lebensjahr nach einem arbeitsreichen, der Sorge um die Familie gewidmeten Leben, in seinen Bergen vom Schöpfer aus dieser Welt abberufen,
Wir verabschieden uns von ihm am Dienstag, den 28. November 1989 um 13 Uhr in Pürgg.
Die Lücke, die Du hinterlässt, kann niemand schliessen. Deine Familie
Pürgg, am 24.November 1989 Im Sinne des Verstorbenen ersuchen wir von Kranzspenden abzusehen und statt dessen zu Gunsten der
Bergrettung zu spenden.

TONI ADAM  BIWAKSCHACHTEL

   Beinahe 50 Jahre diente die Biwakschachtel am Grimming zahlreichen Bergsteigern als willkommene Notunterkunft. Durch die extremen Witterungseinflüsse in dieser Höhe war es notwendig geworden, eine neue, aus Blech angefertigte Hütte anzuschaffen. Die Kosten wurden von der ÖAV Sektion Graz aufgebracht, jedoch die gesamten Arbeiten, wie Abbruch der alten- und Errichtung der neuen Biwak Schachtel, hatte die Sektion Stainach übernommen. Auch die Betreuung wird durch die heimischen Mitglieder besorgt.
    Am 20 September 1992 war es soweit, dass vom Obmann Karl Kronsteiner etwa 300 Bergfreunde am Grimming, zur feierlichen Segnung der neuen Toni Adam - Dr. Obersteiner Biwakschachtel, begrüßt werden konnten. Durch die Unterstützung des Hubschrauber Geschwaders Aigen war es möglich, dass der Geistlicher Rat Herr Otto Rabl 85 aus Stainach unter Assistenz vom Militärdekan Schneidhofer die Segnung im Rahmen einer Bergmesse vornehmen konnte. Hr. Pfarrer Rabl hat bereits im Jahre 1954 das Gipfelkreuz gesegnet.
  Für die musikalische Gestaltung sorgte das Bläserdrio
Lois Strobl >, Walcher, Kröll. Einen Nachruf für den Grimming - Pionier Toni Adam aus Pürgg sprach sein langjähriger Bergkamerad Sigurd Fahringer.
 Als Bergrettungsmann hat er selbst an zahlreichen Rettungsaktionen mitgewirkt. Seine Gattin, Frau
Dorli Adam, wollte diesen Gedenktag selbst noch einmal am Grimming miterleben, was ihr leider knapp unterhalb der Biwak Schachtel durch eine Beinverletzung verwehrt wurde. Regionalzeitung Der Ennstaler 1992

TONI ADAM GEDENKWANDERUNG GRIMMINGTOR >
  Das ursprüngliche Plan war: Eine Zwillingslesung auf dem Weißrinnspitz und am Grimmingtor abzuhalten, gewesen. Es kam etwas, mit dem zwar alle rechnen sollten, dazwischen. Doch der der kam, der Tod fragt nicht ob noch eine Rechnung offen sei, wenn er seinen Schlußstrich zieht. Aus der Lesung wurde eine Gedenkwanderung mit dem 79 Jahre alten Kameraden Johann Deiwinger aus Gratwein als Schirmherr. Herr Deiwinger war per Fahrrad eingetroffen, trotz dieser langen Fahrt war es erstaunlich - mit welcher Kondition er unsere Gruppe, die weglos in der Fall Linie empor stieg, anführte. Von der Öblarner Bergmusik gab es eine Urauführung des Grimmintorjodlers unter der Mitwirkung des Komponisten Stefan Klingelhuber.

TONI ADAMS BERGSTEIGER LEBEN
 Ich möchte einen kurzen Überblick, über das Bergsteiger Leben meines Mannes, geben. Im Alter von 15 Jahren nahm ihn, interessanter Weise, eine Frau erstmals auf dem Grimming. Der Grimming der sich ja direkt vor unserer Haustüre in Pürgg befindet, hat meinen Mann schon immer fasziniert und im Laufe seines Lebens hat er so ziemlich alles, was man am Grimming gehen kann, von allen Seiten versucht und gemacht, drunter auch ein paar Erstbegehungen. Er war Gründungsmitglied der Ennstaler Bergsteigerschaft, damals gab es nicht viele Mitglieder - aber es waren alle echte Bergsteiger und gute Kletterer.
  Dann kam der Krieg, mein Mann mußte früh einrücken und war einschließlich der Gefangenschaft 6 Jahre abwesend und hatte in dieser Zeit keine Gelegenheit den Grimmig zu besteigen.
Aus der Enntaler Bergsteigerschaft wurde nach dem Krieg die Hochgebirgsgruppe Grimming. Ich habe meinen Vater schon als 9 jähriges Kind in den Bergen begleitet, ging dann, mit einem gewissen Maß an Bergerfahrungen, meine eigenen Wege. In dieser Zeit lernte ich meinen Mann kennen, er fragte mich einmal: Ob ich mit ihm die Nordwand der Schartenspitze besteigen wolle? 
Die setzt aber schon gute Kletterkenntnisse voraus!  Nach meiner Einwilligung sperrte er am Nachmittag das Geschäft zu und so sind wir uns dann näher gekommen.
  Nach der Nordwand gingen wir bei Vollmond den Verbindungsgrat zum Hohen Grimming. Mir hat das sehr gefallen, so ist daraus nicht nur eine Bergkameradschaft, sondern auch eine Ehe, die 40 Jahre andauerte, geworden. Wir sind sehr viel in den Bergen unterwegs gewesen, jedoch auf unserem Hausberg Grimming, haben wir im Laufe dieser Zeit die ganzen Grate und Wände bestiegen. Soweit es mir körperlich möglich ist, gehe ich heute noch auf die Berge, allerdings aus einem besonderen Grund nicht mehr auf den Grimming Gipfel. Es freut mich ganz besonders, dass wir heute hier alle im Gedenken an meinen Mann zusammengekommen sind und ich danke für die Aufmerksamkeit.
2010 Dorli Adam 1992
Solange wir leben,
Ist Gott bei uns -
Und wenn wir sterben,
Sind wir bei ihm.
Anton 1915 - 24.11.1989 Kaufmann in Pürgg Steiermark.
  Es ist nicht nur die Größe, die einzelne Menschen hervorragen lässt, sondern vor allem Dingen ihre BESCHEIDENHEIT.
Jetzt ist es still, jetzt kann ich ruh´n,
Erlöst von allen Drang und Tun.
Mein Leben, es ist aufgelöst,
Von allem Irdischen entblößt.
  Toni Adam ein Bergsteiger der alten Schule, war Gründer der ÖAV HG Grimming und galt als Grimmingkenner, auf der Nordseite des Grimmings wurden von ihm neue Steigpfade erschlossen. Toni war ein sehr guter und gefragter Bergrettungsmann. Für ihn war es immer eine Verpflichtung, wenn der Ruf an ihm erging, den in Not geratenen Bergsteigern zu helfen. TONI ADAM Biwakschachtel Einweihung am Grimming Sigurd Fahringer 1992
 
KORRES

HÖLDERLIN >  1988-12-26 PÜRGG
  Adam an Mayer Der Wanderer Nr.88/2 war eine nette Weihnachts Überraschung über die ich mich sehr gefreut habe. Neben den aktuellen Berichten des Wanderers hat mich der Artikel Lichtsucher von Michael Bleier > stark berührt, weil ich vieles meiner eigenen Lebensphilosophie darin wieder gefunden habe. Mit meinen 74 Jahren kann ich behaupten: Man blickt mit viel Zufriedenheit auf sein Leben zurück, wenn man sich andere Ziele setzt als solche, die nur von Eitelkeit und Geltungssucht diktiert sind.
  Dafür kann man ruhig in Kauf nehmen, bei der Masse als Außenseiter zu gelten.
 Vielleicht ist es mir möglich am 12. August auf den Knallstein zu kommen?
Als jugendlicher Schwärmer habe ich mich oftmals für Hölderlin begeistert. Durch die ganzen Kriegsjahre haben mich seine Werke begleitet und für mich hat Schönheit und Wohlklang der deutschen Sprache, niemand besser interpretiert als
Friedrich Hölderlin. Also nochmals recht herzlichen Dank und die besten Wünschen zum Jahreswechsel.

MONS STYRIAE  1988-06-30 PÜRGG
  Adam an Mayer Nachdem es Ihnen gelungen ist, in den Besitz des längst vergriffenen Dachsteinführers von Alfred von Radio Radiis zu gelangen, sind Sie ja über die Erschließungsgeschichte des Grimmings weitgehend informiert. Die in einer Fußnote erwähnte Monographie von Dr. Fritz Benesch Mons Styriae altissimus im Alpenvereinsbuch 1918, liegt in fast allen alpinen Bibliotheken auf und kann dort eingesehen werden. Erwähnen möchte ich noch, dass ich in den Fünfziger Jahren das Vergnügen hatte, A. von Radio Radiis persönlich kennen zu lernen er war damals 82 Jahre alt als ich aus seiner Hand den Ergänzungsband zur 4. Auflage, seines Dachstein Führers der auch den Grimming beinhaltet, erhielt.
  Statt eines Artikels über den Grimming, Verliebte sehen nur Vorzüge und keine Fehler und ich bin einmal in den Grimming verliebt, zu schreiben habe ich einen Aufsatz von der Feder des Direktors der Raiffeisenkasse Bad Mitterndorf, Herrn Alois Pürchner, der in einer in Wien erscheinenden Raiffeisenzeitung abgedruckt war, meinem Schreiben beigelegt.

GRIMMING  1985-08-23 WIEN

  Mayer an Adam Entschuldigen Sie bitte, dass ich so geradewegs an Sie schreibe, Ihren Namen erfuhr ich auf der Wiener Ferienmesse von Herrn, Johann Putz aus St. Martin am Grimming. Für unsere diesjährige Gipfelfeier, am 15.10.85 auf dem Grimming und für die Ausgabe der Gipfelzeitung Grimming Nachrichten, hat sich der Grimming als wahre literarische Fundgrube erwiesen. Der bisherige Erfolg hat mich ermuntert, weitere versteckte Kostbarkeiten zu suchen. Hauptsächlich ist mein Augenmerk auf mündliche Überlieferungen vom- und um dem Grimming gerichtet. Aus diesem Grunde ersuche ich um eine Aussprache, am 02.04.85 um 08:00. Ich hoffe, dass Sie meiner Bitte gewogen entgegenkommen und freue mich schon Ihre werte Bekanntschaft zu machen.

  Mit  dem Rucksack und Langlaufskiern auf den Schultern wandern wir vom Bahnhof Stainach in Richtung Pürgg, dem schönen Dorf über dem Felsen gegenüber dem majestätischen Grimming, dessen Gipfel ich schon erklettert habe. In Pürgg rasten wir. Ich schaue jedes Jahr zu der berühmten Johanneskapelle >. In dieser sind romanische Fresken aus der Zeit um 1160 zu sehen, die von der byzantinischen Kultur beeinflusst worden sind. Hier in diesem Ort lebten im 18. Jahrhundert widerspenstige, protestantische Bauern, von denen einige unter Maria Theresia aus Glaubensgründen  nach Siebenbürgen  verbannt worden sind. Zu den Nachkommen dieser rebellischen Bauern, sie leben in der Nähe von Hermannstadt, fahre ich regelmässig.
  In Pürgg wurde auch der mir höchst sympathische Professor Dr. Adolf Adam geboren. Er war Professor für Mathematik an der Universität Linz und Mitbegründer dieser. Er ist  übrigens der einzige Rechenmeister Österreichs mit Gewerbeschein gewesen. Rechenmeister waren in früheren Zeiten Leute, die für ihre besonderen mathematischen Fähigkeiten so einen Gewerbeschein erhielten, wie zum Beispiel der »Churfürstlich-Sächsische Hofarithmeticus« Adam Ries, der 1539 ein Rechenbuch herausgebracht hat. Mit Adolf Adams Sohn Erik Universitätsprofessor in Klagenfurt, bin ich berfreundet. Aller Adams gedenken wir und ziehen hinunter zur Strasse nach Klachau, der alten Salzstrasse.
Quelle Rolands Girtlers > Streifzüge Auszug Krone 2005-03-06 
 

G R I M M I N G T O R
 
In Wirklichkeit gibt es zwei Tore am Grimming; das Steinerne Ennstaler Grimmingtor und das Eiserne Mitterndorfer Grimmingtor

WEGE ZUM GRIMMINGTOR 

  • ⇑⇓ Espang 1985-02-02<1>
  • 1985-04-02<2> ⇑⇓ Espang Biwak Di.18. Scharte zwischen Kleinem und Großem Weißrinnspitz westseitiger Abstieg. Das Zelt stehen gelassen  1987-08-18/19<3> ⇑ Espang Grimmingtorwand 20. ⇑Grimming Gipfel Biwak Fr. 1987-08-21 ⇓Zinoberwandrinne mit dem alten Grimmingkreuz, Lebensgefahr durch Steinschlag Jausengrube. Bergrettungseinsatz – meine Kopfleuchte wurde als alpines Notsignal mißverstanden. ⇑⇓ Espang Weitwanderbuch hinterlegt Biwak 1987-08-22/23<4> ⇑⇓ Espang Jausengrubentraum Biwak So 25.Weißrinnspitz von Westen Besteigungsversuch  Nationalfeiertag 1987-10-26<5>
  • ⇑⇓Espang vergebliche Kreuzsuche durch Sondierungen Christtag 1987-12-25<6> ⇑⇓ Espang Ostwandfußhöhle vergebliche Kreuzsuche durch Sondierungen, mit Hilfe von Schneeanwehung Grimmingtorbogen 30. Besteigung: Ein Grünbewuchs mit einer Vogelkolonie war vorhanden Biwak Gemsenhöhle mit Losung 1987-12-31 Neujahrsrutsch Sonne 1988-01-01<7>
  • ⇑⇓Espang vergebliche Kreuzsuche durch Sondierungen Christi Himmelfahrt 1988-04-12<8> ⇑⇓ Espang vergebliche Kreuzsuche durch Sondierungen Fronleichnam 1988-05-02<9> ⇑⇓ Espang vergebliche Kreuzsuche durch Sondierungen 1988-05-06<10> ⇑⇓Espang Weitwanderbuch hinterlegt zum Gedenken an Toni Adam^ 1992-08-12<11> ⇑⇓ Espang Toni Adam Gedenkfeier Grimmingtor Formation Gipfel Buch Öblarner Berg Musik Schirmherr Franz Deibinger Euphorion Wanderung 1992-08-15<12>
  • ⇑⇓ Espang Biwak in der Zinnoberwandrinne^ Sa-So 10.-2005-09-11<13>

   In der Schlußwand der Großen Jausengrube klafft ein riesiges Loch, das genau einem geschlossenen Tore gleicht, es wird Grimmingtüre oder auch Siebentüre genannt. Das Volk weiß natürlich wieder von dahinter verborgenen Schätzen zu erzählen. Der erste Entdecker des unterirdischen Reichtums soll der Habgier eines Lanzknechtes zum Opfer gefallen sein, der ihm beim, Goldholen auflauerte und den Kopf abhieb.
  Den zweiten Besuch machte eine Frau, die den Fronleichnamstag, an dem sich die Tür öffnen soll, abwartete und dann mit ihrem Kind auf dem Arme hineinging. Über der Pracht und dem Reichtum aber vergaß sie auf das Kind, und als sie mit Schätzen beladen auf dem Heimweg sich dessen wieder besann und wieder umkehren wollte, war die Tür zu ihrem Schrecken geschlossen. Als sie nach einem Jahr, voll Kummer und nagender Vorwürfe kam, um die Gebeine des Kindes zu holen, fand sie es in der wieder geöffneten Höhle, als hätte sie es eben verlassen.
  Nun zur Wirklichkeit. Auch Professor Simony, der unermüdliche Forscher, wendete seine Aufmerksamkeit den Geheimnissen der Grimmingtüre zu und stieg zu ihr hinauf. Es gelang ihm, den Höhleneingang im Frühjahr an der Spitze eines Lawinenkegels aus zu erreichen, aber er fand die Nische geschlossen und konnte keinerlei höhlenartige Fortsetzung entdecken. Im Sommer, wenn der Lawinenkegel abgeschmolzen ist, liegt die Türe hoch oben in einer glatten Wand. Dass sich die Türe der Sage nach zu Fronleichnam öffnet, dürfte also mit dieser zeitweisen Zugangsmöglichkeit im Zusammenhange stehen.
Quelle: Mons Styria altissimus Dr. Fritz Benesch 

DIE UMKEHR

  Am Nachmittag als der Regen nachließ, wanderte ich von Espang in Richtung Grimmingtor. Während des Schreiten durch den Tannenwald erfreuten mich Schneerosen, die ersten Vorboten des Lenzes. Weiter oben als sich der Wald schon lichtete, fielen dichte Schneeflocken. Der dichte Hochnebel hatte den Tag verkürzt, der Zeitpunkt zur Umkehr war gekommen 1985-02-02

Ein wahrer SPRUCH ist Gold
Als Weisheit vom Leben,
Mancher hat sich ungewollt
Der Unvernunft ergeben.

DAS NEBEL FENSTER

  Wieder versuchte ich das Grimmingtor zu erreichen. Starken Regen, dichter Nebel und eine hohe Schneedecke erschwerten mein Fortkommen oberhalb der Baumgrenze. Des öfters versank ich in die von Krummholz gebildeten Hohlräume unter der Schneedecke.
  Mit großer Beharrlichkeit unter der Aufbietung aller meiner Kräfte, öfters fiel ich weiter zurück als ich vorwärts gekommen war, erreichte ich die ersten Schroffen des Südgrates. Eine turmartige Felserhebung fand sofort meine Aufmerksamkeit, ich konnte der Versuchung nicht widerstehen an ihr empor zu klimmen. Es war ein Genuß, nach dem Kampf mit dem morschen Schnee, an den Händen und Füßen Fels zu spüren. Es dauerte nicht lange und ich saß, eingehüllt im Dunst, auf dieser Zinne. Es hatte zu regnen aufgehört, ein ausgezeichnetes Echo verleitete mich zum musizieren.

GLÜCKLICHKEIT ist zeitlos

  War es nach einem Augenblick, oder war es nach einer Ewigkeit - ich weiß es nicht da geschah etwas, etwas ganz märchenhaftes Einzigartiges: Es öffnete sich ein Nebelfenster und gab mir den Blick auf das Grimmingtor frei. Was ich dann sah war wie eine Zauberwelt: -- Über das steinerne Tor rieselten, gleich weißen Vorhängen, Lawinenstäube immer langsamer und schwächer werdend, bis letzten Endes die unverhüllte Pforte mit ihren scharfen Abschluß Kanten zu sehen war. Die scheinbare Felsenöffnung war, mehr als zur Hälfte, von einem Lawinenkegel verdeckt, dahinter war eine gewaltige, schräg nach links oben ansteigende, Schneewächte aufgebaut. So plötzlich wie sich das Fenster geöffnet hatte, so schnell schloß es sich wieder und ich war wieder von Aussichtslosigkeit umgeben 1985-02-09

DAS GRIMMINGTOR

  Durch Schönwetter und durch Schi mit Steigfellen begünstigt, erreichte ich am Nachmittag fast mühelos die Jausengruben - Anhöhe. Die fast gänzlich mit Schnee gefüllte steinerne Pforte war in ungewohnter Größe über mir zu sehen und bot einen faszinierenden Anblick. Später wurde ich auf eine Gemsengeiß am Fuße des Weißrinnspitz aufmerksam, das majestätische Tier verhoffte nicht und gewährte mir lange einen schönen Anblick. Die Dämmerung ermahnte mich zum Aufbruch und mit einer schneidigen Abfahrt fand der ereignisreiche Tag seinen Abschluß. 1985-04-02

DIE VIER ELEMENTE
ERDE

Ein Heim auf festen Grund,
Anderen Freude bereiten,
Bodenständig und gesund,
Das Schönste aller Zeiten.
WASSER
Quellen, Bäche, Meer und See
Ohne Wasser gibt es Not
Regen, Hagel, Eis und Schnee
Ohne Wasser kommt der Tod.
FEUER
Feuerblitze, Lavaflut
Verglühen neu entflammen
Fegefeuer, Feuerglut
Asche ist des Phönix Samen.
LUFT
Atem Luft Tag und Nacht
Träume in den Lüften wiegen
Flügelschlag, Wolkenpracht
Winde wehen, Vögel fliegen.
  • DER JAUSENGRUBEN TRAUM (2008-02) > DIE GÄMSENGEISS (2008-02
DER MORGEN BLAUT SONNENAUFGANG

Schlummer - Nacht,
Wimpern betaut
Der Morgen blaut
Der Geist erwacht.

Merke es kaum
Fallende Schatten
Weiche Matten,
VerlorenerTraum.

Taten Drang
Neu beschwingt,
Ewig erklingt
Trauter Gesang.

Lebens Funken
Erbeben die Brust,
Berge voller Lust
Die Täler trunken.

Im Morgen Grauen
Am alten Steig,
Durchs Gezweig
Lichter schauen.


Silberhell mahlen,
Künder der Audienz
Blütenzeit des Lenz,
Sonnen Strahlen.


ALLVATER GRIMMING

Grimming du mein Sinn,
Du ragst so stolz hervor
Mit deinem Felsentor,
Zu dir zieht es mich hin.

Grimming du mein Sang,
Im Traume die Geister
Künden den Meister,
Ein Leben lang.

EWIGER GRIMMING

  Alles ist beseelt von dir und deinen Wänden ewiger Grimming, erzählt doch ihr Paläste, ihr Türme aus Stein, Felstürme redet ein Wort, ein Wort nur, sagt es mir!   Alles in mir schweiget so still, ahn` ich die Wege noch nicht? Durch die ich immer wieder, in kostbarer Zeit zu dir kommen werde. Noch betracht` ich deine steinernen Kirchen, Altäre, Tempel, Ruinen und Pforten, in Ehrfurcht vor deiner Größe.
  Doch bald werde ich im Bannkreis meines Strebens sein. Doch langsam, nur stets langsam empor. Zart erklingen die Saiten deiner Lyra, die mein Gemüt lodernd, im Widerspiel mit der Seele, entflammen. Doch die Fanfarenklängen deines Monument`s, tönen zur grenzenloser Hingabe zu dir Allvater. Doch mag es dir in deiner Allmacht, als Flügelschlag einer Biene auf deiner gewaltigen Harfe, als eine winzige Bemühung eines kaum wahrnehmbaren, vergänglichen Staubkornes erscheinen.

DER WEG ALS ZIEL

Wohin, Wohin
Müde Gebeine,
Mit trüben Sinn
Ganz alleine?


Wo viele geh`n
Sind Spuren,
Wege entsteh`n
Aus Konturen.

Leuchten von Sternen,
Schmerzende Glieder,
Uferlosen Fernen,
Quelle der Lieder.


Ein Lebenstraum
Für immer allein
Zeitlos im Raum,
Ewiger Schein.

Jeder geht
Mit der Zeit
Seinen Weg
Zur Ewigkeit.

DER NEUJAHRS RUTSCH 1987-88

  Anstieg von Espang und Biwak in der Südgrat Höhle. Am nächsten Tag wanderte ich bei Schönwetter zur Jausengrube. Das Grimmingtor war durch Verwehungen und vom davor angehäuften Lawinenschnee mit einer riesigen Schneewächte fast verschlossen. Die Verlockung es zu besteigen war groß, es war auch eine einmalige Gelegenheit ohne Mühe bis zum Torbogen vordringen zu können.
  Am Nachmittag stand ich dann vor dem verwehten Tor. Doch es war nicht nur Schnee allein der das Tor verschloß, sondern es waren vom Wind geschaffene, kunstvolle Gebilde bestehend aus: Altanen und Kanzeln - über alles thronte aber ein gewaltiger Parnaß. Seine scharfkantige, vereiste Kontur, an dessen Oberfläche sich ein Film mit Schmelzwasser gebildet hatte, reflektierte die Sonne. Es war ein unbeschreiblich märcherhafter Anblick: - Die in Regenbogen Farben zauberhaft vervielfältigten Sonnenstrahlen zeichneten bei jeder meiner Bewegungen ein faszinierenderes Bild. Fast scheute ich davor zurück, in diese Zauberwelt einzudringen, doch dann war meine Neugierde stärker. Meine Spuren würden ja innerhalb kürzester Zeit wieder verweht sein.
  Was aber war im Bogen des Grimmingtores?
Es gibt dort keine weiterführenden Klüfte oder Höhlen, trotzdem wartete eine Überraschung auf mich: Wie im Wandausgang der Anton Schubert Gedenkhöhle am Ödstein ist auf der rechten Seite des Torbogens auch eine Nische mit einem Wintergarten. Auch hier gab es mitten im Winter grünes Wachstum, Moos, Gräser, Farne und Efeu. - Doch hier war auch das Refugium einer Vogel Kolonie die hier überwinterte. Auch in der Zinkwand, der Schladminger Tauern in einer nach außen hin offenen Bergbauzeche, habe ich diese Wintervögel bereits beobachtet.
Zum Schlaf suchte ich eine Gemsenhöhle am Wandfuß des Südgrates auf, in Gemsen Losung gebettet und vom Wind geschützt erwartete ich das neue Jahr. Ist nun die Neujahrsnacht, eine Nacht wie jede andere? Die Antwort ist ja, – für die Menschen jedoch ist jedes Jahr auch ein Zeichen seiner eigenen Vergänglichkeit

Wir entstehen aus STAUB,
Wir vergehen zu Staub.

  Meine Liegestatt war gleichzeitig auch ein guter Aussichtsplatz, in der von Sternen hellen Nacht zeichneten sich, hinter dem Ennsboden, auch die Umrisse der Niederen Tauern ab. Ich beschäftigte mich mit: Abwarten und Tee trinken, wobei ein gewisser berauschender Geist als Zusatz ein wirksames Mittel, gegen die aufkommende innere Kälte, war. Irgendwann in dieser Nacht, voller Zauber der Feuerwerke im Tal und auf den Höhen, nahm des Lebens Elixier, der Schlaf, von mir Besitz. Am Morgen war Schlechtwetter, trotzdem gab es im oberen Teil einen guten Rutsch, auf tragenden Schnee, in die Jausengrube und auch gleichzeitig hinein in das neuen Jahr.
⇑⇓Espang Biwak Südgrat Höhle 30. weiter Grimmingtor Biwak östliche Gemsenhöhle am Südgratfuß Sonne 19871230-31 Schlechtwetter Grimmingtor Torbogen bestiegen 19880101⇑⇓Espang Toni Adam Gedenkfeier Grimmingtor ⇑⇓Espang Espang Biwak in der Zinnoberwandrinne Sa.-So.2005-09-10/11

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