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ANTENORIA Erzählung in Fortsetzung
Zeitgenössische und zeitlos Nachrichten über die Kultur und Kunst sowie über die Forschung und Wissenschaft
IMPRESSUM^m.bruno@gmx.at >1120 Wien Andersengasse 23/29/1«»NL> (un)- subscribe MAILTO«»

     
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> 2003-06 INHALT

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Eröffnung:

EVO EVO!


200 Jahre


Charles Darwin. 150 Jahre

Evolutionstheorie


Künstlerhaus,
1010 Wien,
Karlsplatz 5

Informieren Sie sich
über die Zeiten
unter folgendem Link

http://oe1kalender.orf.at/index.php?show=80503
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A  K  T  I  O  N  E  N    K  A  M  P  A  G  N  E  N   V E R A N S T A  L T U N G E N
EUROPA 2009 MACHT des WORTES  MACHT des BILDES STIFT ST.PAUL & BLEIBURG KÄRNTEN
Eröffnung 26.April - 8.November 2009 office@europaausstellung.at
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W   E   T   T  B   E   W   E   R   B   E        VERANSTALTUNGEN^
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A U S S C H R E I B U N G S R E G I S T E R
    Dulzinea kabarett/wettbewerb  Literafonds.de Literapreise Lyrikwelt Preise.at.de *Reimautomat*
T   E   R   M   I   N   E
 PERMANENT  01  02
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01 Werkstipendien des Deutschen Literaturfonds
Für ein Werkstipendium des Deutschen Literaturfonds e.V. können sich Autoren bewerben, die bereits ein von ihnen nicht selbst finanziertes literarisches Werk in einem deutschsprachigen Verlag veröffentlicht haben. Sie werden mit maximal 1.550 Euro pro Monat für die Dauer eines Jahres gefördert. Der formlose Antrag sollte über die bisherige Veröffentlichungen informieren und Namen, Adresse, Alter, Ausbildung, Tätigkeitsbereich und Bankverbindung beinhalten sowie eine Angabe über die Dauer des beantragten Stipendiums. Es sind ein Exposé und ein Auszug aus dem Werk, für das die Förderung beantragt wird, von etwa 20 Seiten beizufügen. Bewerbungen an: Deutscher Literaturfonds e.V., Alexandraweg 23, 64287 Darmstadt (Anträge per E-Mail werden nicht entgegengenommen), 
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02 Adolf Loos Staatspreis Design
Friedrich Wilhelm Raiffeisen-Platz 1, A-1020 Wien, Tel: 01/211 36-21 14, Fax: 01/211 36-27 36, MAILTO  Vergebende Stelle Raiffeisenlandesbank NÖ – Wien Dotation Gesamtdotation     30855 Euro Vergabemodalitäten
Der Preis wird von der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit, design austria und dem Bundeskanzleramt veranstaltet. Er wird alle zwei Jahre (beginnend mit 2001) in den Kategorien Produktdesign (Konsum- und Investitionsgüter), räumliche Gestaltung und experimentelles Design ausgelobt.
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20091012DOCTRINA WEBRITIS, Scientia potentia est - Wissen ist Macht. MAURER>
  Hermann Maurer ist ein internationaler Wissenschaftler und Autor von Expert> Zukunftsromanen, schlicht gesagt ein Weltbürger aber trotzdem ein bodenständiger Österreicher, der auch mit dem „Monz Styriae Altissimo Grimming“ verwurzelt ist. Hat er doch in Bad Mitterndorf ein bescheidenes Refugium. Wer ihn persönlich kennt wird, wird feststellen er hat auch eine Begabung im Umgang mit seinen Mitmenschen und ist fern einer wissenschaftlichen und künstlerischen Abgehobenheit. Im Gegensatz zur Ministerin Firnberg die den AEIOU Förderhahn abdrehte, wirbt er um Rechte für Texte und Bildrechte von heimischen Künstlern und sichert sich Fotografien. Es spricht für die Kleine Zeitung, dass sie die offizielle Geburt des Austria Forums, neben sonstiger diesbezüglicher medialer Funkstille,(außgenommen Ö1 - da kam Hr. Maurer zu Wort), in einem Online Artikel und in einem Printartikel publizierte.
  Grazer Forscher ist Europa-Spitze: Zum neuen Vorsitzenden der Sektion Informatik der Academia Europaea (Europäische Akademie der Wissenschaften) wurde der Mathematiker Hermann Maurer, Vorstand-Stellvertreter des Instituts für Informationssysteme und Computer-Medien (IICM) der Technischen Universität Graz, gewählt. Steile Karriere. Hermann Maurer, geboren 1941 in Wien, studierte Mathematik in Wien und Calgary und war dann u.a. als Systemanalytiker bei der kanadischen Regierung und anschließend im Labor von IBM in Wien tätig, bevor er 1978 seine Karriere an der TU Graz begann, wo er Dekan der Fakultät für Informatik war. KZ

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20090509 Van Goghs Ohrenrätsel 
  Paul Gauguin, ein teilweise im Wechselspiel zwischen Freundschaft und Rivalität zu Gogh gestandener Maler, soll Gogh das Ohr abgeschnitten haben. Dies behaupten nun zwei deutsche Wissenschaftler und stellen die These, dass sich Gogh in seinem Wahn selbst verstümmelt hat, in Frage. Die zwei Malergenies hätten eine Auseinandersetzung um eine Prostituierte  ausgetragen wird behauptet. 
Zehn Jahre lang haben sich Hans Kaufmann und Rita Wildegans mit dem Fall beschäftigt, Polizeiberichte und Zeugenaussagen von damals, sowie die Briefe der Künstler auf Hinweise durchforstet.
  Gogh und Lenau beide durchschritten die Grenze von Genialität zum Wahnsinn. Und doch haben sie beide auf ihre Art unvergängliche Werke geschaffen. Über legendäre tote Künstler, deren echter Schaffenswert erst nach dem Tod richtig erkannt wurde - wie bei Lenau und Gogh, zu schreiben ist immer verlockend. Es ist so wie bei der sogenannten zweckentfremdenden Modernisierung von alten Stoffen für Theater und Oper, wo sich hauptsächlich der Regisseur hervorheben will und die Werktreue ein Fremdwort bleibt. Ein unbekanntes Thema aufzugreifen ist jedenfalls relativ schwieriger, als sich mit bereits vielfach Bearbeiteten auseinander zusetzen. Das ohnehin  Bekannte noch bekannter zu machen? Oder ist es das Bestreben sich von dem Ruhm der Toten was abzuschneiden?
  Als Kontrast war dazu die gestrige Eröffnung der Wiener Festwochen eine einzige Heurigenseligkeit zwischen Burgtheater und Rathaus. Von Grinzing bis zur Reblaus, vom Zentralfriedhof nach Floridsdorf, und sogar der Heinz Conrad sang dazu noch im Ehrengrab, „von der schiefen Wiese am Donaukanal.“  Immer öfter, wie auch diesmal, unerträgliche Film und Toneinspielungen, bei Musikveranstaltungen und ein sündteurer Drehbühnenaufbau aber sonst permanent die Ostbandkurti Band.        
  Warum Mozart in einem  Massengrab verscharrt wurde, warum gab es für Schubert kein Todesgeleit, außer ein paar Hunden? Ob Gogh sein Ohr brieflich an die Streitverursacherin sandte? Ob er wirklich so lange bei seiner Geliebten verweilen wollte, wie er den Damen über eine Kerze halten konnte? Im Gegensatz verstand es Gauguin besser sich sein Leben gefälliger zu richten. Lenau und Gogh, beide hatten sehr unglückliche - oder besser gesagt aussichtlose Liebesbeziehungen. Wegen bitteren Enttäuschungen, die er aber auch selber den Frauen bereitet hatte, ergriff Vincent die Ansicht; er könne in der Liebe kein Glück mehr finden. Und doch oder trotzdem gab es eine Frau die ihn geliebt hat, und die wegen der unerfüllten Liebe, sowie später Vincent, freiwillig voraus in den Tod ging. Lenau landete im Döblinger Irrenhaus, seine letzte Reaktion bei dem Wort Musik war: Ein irres Gefiedle auf seiner, einst so traumvoll von ihm gespielten Geige. Doch der Mantel des Todes hüllt alles ein, läßt alle Stimmen schweigen und die scheinbaren Rätsel werden unscheinbar und das ist gut so, denn es gibt ausreichende Auseinadersetzung und lohnende Beschäftigungen mir den geschaffenen Kunstwerken von Goghs aber auch mit der Literatur von Lenau
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"Wandlung ist notwendig wie die Erneuerung der Blätter im Frühling." - Briefe
"Wenn ich mir jetzt meinen Zustand überlege und dabei hoffen darf, zwischen den Krisen - denn unglücklicherweise ist zu befürchten, dass sie von Zeit zu Zeit wiederkehren -, […] Perioden der Klarheit und der Arbeit zu haben." - Anfang September 1889 in Saint-Rémy,: Vincent van Gogh

Verlagsinformation
  In „Van Goghs Ohr“ berichten die Autoren Rita Wildegans und Hans Kaufmann über die kurze Lebens und Arbeitsgemeinschaft von Vincent van Gogh und Paul Gauguin im legendären „Atelier des Südens“ in Arles (Oktober – Dezember 1888), die mit der Affäre um van Goghs abgeschnittenes Ohr ein abruptes Ende fand. Sie zeichnen die Lebenswege und Entwicklung der beiden Künstler bis zu ihrer schicksalhaften Begegnung nach. Eine besondere Rolle spielen die Ereignisse vom 23./24.12.1888, in deren Verlauf sich van Gogh nach gängiger Überlieferung im
Wahn mit einem Rasiermesser selbst sein linkes Ohr - ganz oder teilweise - abschnitt. Diese „Wahnsinnstat“ hat die Fantasie der Zeitgenossen und der Nachwelt immer wieder zu Spekulationen über van Goghs Krankheit angeregt und zugleich viel zur Berühmtheit des Künstlers beigetragen.
  Allerdings ist die überlieferte Version der Geschehnisse eine unbewiesene Behauptung, die nachweislich auf Paul Gauguin zurückgeht. Er aber war nach eigenem Bekunden bei der behaupteten Selbstverstümmelung gar nicht anwesend. Van Gogh seinerseits hat nie klar bestätigt, sich selbst das Ohr abgeschnitten zu haben, andererseits aber der von Gauguin verbreiteten Legende nicht offen widersprochen. Kaufmann und Wildegans führen den Beweis, dass
Paul Gauguin selbst es war, der im nächtlichen Streit seinem Kollegen mit einer scharfen Waffe das Ohr abschlug und anschließend mit der Behauptung, Vincent habe sich selbst verletzt, seine Täterschaft verschleierte.
  Die Autoren legen die Indizien, die auf den „Pakt des Schweigens“ zwischen den beiden Künstlerkollegen hinweisen, ausführlich dar. Ihre Beweisführung ist bestechend. In „Van Goghs Ohr“ bezieht das Autorenduo den Leser in seine spannende Recherche ein, ausgehend von der Deutung eines rätselhaften Gemäldes Gauguins in der Petersburger Eremitage.
  „Van Goghs Ohr“ ist ein fesselnder Thriller aus der Kunstgeschichte, dessen Brisanz aus der kritischen Analyse der Originalquellen entwickelt wird. Die Autoren behandeln dabei zahlreiche Aspekte: die persönliche Beziehung zwischen van Gogh und Gauguin, Ursachen und Vorgeschichte des Eklats vom Vorweihnachtsabend 1888, den genauen Ablauf der Ereignisse und die Folgen. Eine wichtige Rolle spielt die Frage, warum sowohl van Gogh als auch Gauguin den wahren Tathergang bewusst verschleiert haben.
  Sie unterziehen ihre These von der Täterschaft Gauguins einer mehrfachen Plausibilitätsprüfung und untermauern sie mit einer Fülle von Hinweisen und Belegen, die sich zu einer erdrückenden Indizienkette zusammenfügen.
Zugleich werden zahlreiche Widersprüche und Fehler in der überlieferten Darstellung aufgeklärt und
versteckte Hinweise der beiden Künstler entschlüsselt. Wie in einem Mosaik ergibt sich daraus ein überzeugendes Bild vom Ablauf des Dramas von Arles.
Die Autoren
Rita Wildegans studierte Kunstgeschichte, Archäologie und Vor- und Frühgeschichte an der Universität Hamburg. 1989 Promotion. Mitarbeiterin einer Kulturstiftung mit dem Forschungsschwerpunkt Kunst des 19.
und 20. Jahrhunderts.
Hans Kaufmann, Dr. phil., Jahrgang 1941; Studium der Geschichte, Romanistik, Philosophie und Pädagogik an den Universitäten Freiburg i. Br. und Hamburg. Lehrtätigkeit im Hamburger Schuldienst; lebt in Hamburg. Van Goghs Ohr Paul Gauguin und der Pakt des Schweigens 392 Seiten, mit Abbildungen € 22,90 (D) / 23,60 (A)ISBN 978-3- 940731-14-2  p.loelsberg@osburgverlag.de www.osburgverlag.de
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2009.05.01 Lebenszeiten
Wie mit den Lebenszeiten,       so ist es auch mit den Tagen,       keiner ist uns genug,      keiner ist ganz schön und jeder hat,
wo nicht seine Plage, doch seine Unvollkommenheit, aber rechne sie zusammen, so kommt eine Summe freude und Leben heraus
Friedrich Hölderlin> Kalenderspruch vom, 2009.02.22
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200904 Eine Reihe von Zufällen
  Auf dem Rückflug von einer Geschäftsreise von St. Petersburg nach Wien kam mir wieder einmal der Zufall zu Hilfe. Nach dem Einstieg ins Flugzeug musste ich feststellen, dass mein Sitzplatz bereits belegt war. Die junge Dame bat mich, mit ihr Platz zu tauschen, und so ergab es sich, dass ich neben einem Herrn Platz nahm, der Brite und Weltraum-Techniker war. Er befand sich auf der Heimreise von einem Vortrag und wir führten ein sehr interessantes Gespräch. Auch über Zufälle, die sich im Leben ergeben. Er bezeichnete diese als „Serendipities“. Da dieses Wort in meinem Sprachschatz fehlte, musste ich nachfragen. Er lächelte verschmitzt, schrieb es auf seine Visitenkarte und meinte, ich soll einfach im weltweiten Datennetz nach diesem Wort suchen. Ich werde sehr überrascht sein, fügte er hinzu, wie oft dieses „Zauber-Wort“ dort zu finden sei.
Und so war es auch. „Serendipity“ beschreibt genau das, was mir über viele Jahre bei meinen Erlebnissen im Wienerwald passiert ist, und treffender kann es durch nichts ausgedrückt werden. Es bedeutet, die Gabe zu besitzen, zufällig unerwartete Entdeckungen machen zu können und im Leben immer wieder überraschend etwas Schönes zu finden. Diese Bezeichnung wurde vom englischen Schriftsteller Horace Walpole, der bis 1797 lebte, geprägt. Dieser wiederum hat sich auf das persische Märchen „Die drei Prinzen von Serendip“ bezogen. Diese schillernde Erzählung stammt aus den glücklichen Zeiten, als die Könige noch Philosophen waren. Geschrieben hat es ein persischer Dichter vor siebenhundert Jahren. Ist das nicht ein wunderbarer Kreislauf und ein gutes Beispiel für unser kollektives Unterbewusstsein?
  Es erzählt vom König von Serendip, einer Stadt, die sich auf der früheren Insel Ceylon befunden hat, dem heutigen Sri Lanka. Er hatte seine drei Söhne hinaus in die Fremde geschickt, um das Kostbarste, was es auf der Welt gibt, zu finden. Auf diesen Reisen gerät jeder der drei Söhne mehr oder weniger zufällig in Situationen, die sie dazu bringen, ihre Meinung über das wertvollste Gut im Leben immer wieder zu ändern.
Endlich kommen die Prinzen zu ihrem Vater zurück und erfahren, dass dieser das Kostbarste auf der Welt schon längst gefunden hat. Er entdeckte es direkt vor den Mauern seines Palastes, denn er hatte das Glück, jene Freude in sich zu haben, die ihn dazu brachte, auch in alltäglichen Dingen immer wieder etwas Neues sehen zu können. Er kannte diese Fügung des Schicksals, dass wir immer wieder auf etwas Unerwartetes und Erfreuliches treffen können, wenn wir unsere Sinne öffnen. Seine Gabe war es auch, die Wege abseits der bekannten Routen zu durchforsten, und so konnte er immer wieder die Geheimnisse des Lebens sehen, die sich nur dem wachsamen, kreativen Blick offenbaren. Er wusste, dass wir dafür Glück und Geist benötigen. „Serendipity“ bedeutet also, dass wir immer wieder zufällig auf etwas stoßen können, das unsere freudige Aufmerksamkeit erweckt und unseren Geist auf kreative Gedanken bringt. „Zufall ist das unberechenbare Geschehen, das sich unserer Vernunft und Absicht entzieht“, meinten bereits die Gebrüder Grimm – und eine weitere gute Formulierung ist diese: „Wer den Zufall aus seinem Leben verbannt, nimmt sich das Beste, was es gibt.“
  Es lohnt sich also, über jene Dinge nachzudenken, die uns „zufällig“ begegnen, denn wir erleben genau das, was wir denken. Mit den in unserer Entwicklung eingeprägten Gedankenmustern übersehen wir sehr viele schöne Dinge. Wohin wir aber unsere Gedanken richten, dorthin folgt auch unser Energiestrom. Egal ob positiv oder negativ, je mehr wir an etwas denken, desto eher wird es eintreffen. Willkommen also in den kleinen Paradiesen des Wienerwaldes, wo diese Schätze vor unserem Tempel liegen und wo sie dem Zufall eine gute Chance geben können, sie auch zu finden.
Es geht um authentische Erlebnisse, die mein Leben geprägt haben. In neun Jahren habe ich im Wienerwald drei Kreuze mit einem Buchbehälter an Plätzen abseits der Wege errichtet. Daraus wurden kostbare Eintragungen gesammelt und in diesem Umfeld werden wir Erkenntnisse der positiven Energie sammeln, die von der Natur ausgeht und unsere geistigen und körperlichen Kräfte aufbaut. Die Wege führen uns in Gebiete, wo uns der Atem des Lebens erfrischt und wir gelangen zur Energie, die von den Bäumen ausgeht. Wir werden auf Spuren von Mitmenschen treffen, die wir überhaupt noch nicht kennen. Diese haben jene versteckten Plätze bereits gefunden und uns in der Stille des Waldes Nachrichten hinterlassen, die wir auf uns wirken lassen können. Wir werden erkennen, auf welch unterschiedlichen Ebenen unser eigenes Leben abläuft. Es reift das Wissen um die Kraft der Gedanken, die unser Leben entscheiden. Wir erhalten wertvolle Impulse, die wir in unseren Alltag mitnehmen können.
Ich durfte in meinem Leben jene Erfahrung machen, von der im Kult-Film „Klub der Toten Dichter“ der Schauspieler Robin Williams erzählt:
  „Im Wald traf ich auf zwei verschiedene Wege und ich nahm den weniger begangenen. Das entschied mein ganzes Leben. Ich ging in die Wälder, ich wollte das Dasein auskosten und das Mark des Lebens in mich saugen und alles fort werfen, das kein Leben barg, um nicht an meinem Todestag inne zu werden, dass ich nie gelebt hätte.“
  Trotz aller unglaublichen Zufälle, die zu diesem Buch geführt haben, ist meine Erzählung nicht erfunden, sondern Realität. Die ganze Geschichte hat für mich vor langer Zeit begonnen und ist immer noch gegenwärtig. Sie ist für mich eine Schule des Lebens geworden. Es ist unmöglich, diese Lehre von der „Waldesmitte“ an einer Universität oder in einem Seminar zu erlernen, und natürlich kann auch dieses Buch nur ermutigen, die Weisheit des Lebens in der Freiheit, in der Stille der Natur selbst zu finden.
Die Botschaft aus dem Wald
  Nur wenige Sonnenstrahlen durchdrangen das Blätterdach, ein kleines Bündel Licht warf hellgrüne Streifen auf den Waldboden, das Schattenmuster der Buchenblätter bewegte sich sanft im Wind. So tauchte ich ein in diesen Zauber und etwas Geheimnisvolles, Erhabenes hatte mich ergriffen, mich hierher geführt. Da stand es unerwartet vor mir, ein Kreuz aus verwittertem Holz, vergessen, uralt, verblichene Buchstaben, kaum noch zu lesen. Dennoch wurden diese Worte für mich zur wichtigsten Botschaft meines Lebens.
„Geh in des Waldes Mitte, damit dich die Natur umschließt, was für dich gewiss, eine gute Lehre ist!“
Es war einer dieser „Zufälle“ in meinem Leben, hier abseits aller Wege und völlig unvermutet, hier in der Einsamkeit eine Inschrift zu finden, die mir später ein Wegweiser, eine Quelle der Weisheit für mein Leben werden sollte. Es war die Klarheit dieser Aussage, die mir erst später in all ihrer Bedeutung bewusst geworden ist, dass ich nämlich hier an dieser Stelle eine Lehre für mein Leben gefunden hatte. Es ging in meinem Leben immer wieder darum, vertraute Pfade zu verlassen, das Verborgene zu suchen und dabei unvergessliche Bilder für die Seele zu finden. Den Atem des Lebens zu spüren, wie der Lyriker Rainer Maria Rilke meinte: „Wenn einer stirbt, nicht das allein ist Tod, wenn einer lebt und es nicht weiß, auch das ist Tod!“
Mit nun mehr als fünfzig Jahren blicke ich auf ein sehr reichhaltiges und glückliches Leben: Es war nicht nur das Geschenk meiner Gesundheit, nicht nur die Geborgenheit in meiner Familie, es waren nicht nur sonnige Erlebnisse mit Freunden und die Erfüllung im Beruf. Einen Großteil meines für mich gelungenen Lebens verdanke ich einem Schatz, den ich gefunden habe. Er liegt verborgen in diesen Wäldern um Wien, in den Plätzen der „Waldesmitte“. Natur bedeutet für mich immer wieder Lebensenergie und gleichzeitig war sie für mich immer die wichtigste Lehrmeisterin.
  In diesem Buch geht es mir in erster Linie darum, Dinge weiter zu geben, die ich selbst vorher nicht gesehen habe, weil ich weder Augen noch Ohren dafür hatte. Unsere Wahrnehmungen sind durch Oberflächlichkeiten geprägt. Ein Beispiel dafür sind unsere Statussymbole, die unsere gesellschaftliche Stellung und unseren Erfolg gegenüber den Mitmenschen ausdrücken sollen. Unser Dasein basiert überwiegend auf diesem Prinzip, andere Menschen mit materiellen Dingen zu beeindrucken. Die Aussagen der Philosophen beweisen uns, dass sich die Menschen immer schon in erster Linie von Äußerlichkeiten beeindrucken ließen. Diese großen Denker aus unserer Vergangenheit bestätigen die Lehre von der „Waldesmitte“ und erinnern uns daran, wie wir auch ohne materiellen Reichtum ein gelungenes Leben führen können. Dieses Buch ist für mich eine sehr gute Gelegenheit, meine „Schätze“ zu teilen, etwas zurückzugeben, was ich selbst über so viele Jahre erhalten habe. Werte, die viel kostbarer sind als alle anderen Reichtümer. Das Wichtigste in unserem Dasein ist jene Zeit, in der wir das Leben spüren können, weil es viel schneller verstreicht, als wir es wahrhaben wollen.
Hofrat Dr. Franz Benesch schrieb bereits im Jahre 1894 in seinem Bergführer für das Rax-Gebirge: „Du musst den Leuten eben sagen, was es zu sehen gibt, weil sie selber kein Auge mehr dafür haben.“
  Wenn ich also einen Schatz teilen will, wenn ich etwas weitergeben möchte, dann ist das auch damit verbunden, auf etwas hinzuweisen, wonach mich niemand gefragt hat. Wie viele Menschen gibt es, die diese wunderbare Landschaft um Wien noch niemals gesehen oder erkannt haben? Wie viele Wanderer benützen jahrzehntelang die gleichen ausgetretenen Pfade, ohne dass sie die Schönheit links und rechts der Wege je bemerkt haben? Die Besucher der Kreuze kennen diesen Unterschied, wie dieses Beispiel aus einer Kreuzbucheintragung zeigt: „Abseits der Hauptstraße auf schmalem, ruhigem Waldweg einen solchen Platz zu finden, ist schon ein besonderes Geschenk. Danke!“ Am Weg zu den Drei Kreuzen, die im Wienerwald auf kaum sichtbaren Pfaden zu erreichen sind, gibt es viele Dinge zu sehen, die ich selbst erst durch eine Reihe von Zufällen entdeckt habe, nur weil ich mir etwas Zeit genommen habe.
  Rilke meint zu unserer stets gegenwärtigen Eile, mit der wir am Leben vorbei hasten: „Wir sind wie Treibende, im Fluss der Zeit. Doch den Schritt der Zeit, sieh ihn als Kleinigkeit, im ewig Seienden. Alles Eilige wird vorüber sein, denn erst das Ewige weiht uns ein.“
Diese Wanderung führt uns durch vier verschiedene Wälder mit Buchen, Föhren, Eichen und Birken.
Der Buchenwald ist einfach aus meinem inneren Gefühl gleichgesetzt mit dem Erlebnis der Kraft der Bäume und wie wir durch die Bewegung in der Natur sehr viel für unsere geistige und körperliche Gesundheit tun können.
  Der Föhrenwald führt uns zur Besonderheit dieser vergessenen Plätze bei den Drei Kreuzen, führt uns hinauf zu unterschiedlichsten Gedanken jener Besucher, die an diesen Orten gewesen sind und die ihre Empfindungen aufgeschrieben haben, um nachkommenden Menschen eine besondere Nachricht zu hinterlassen.
  Im Eichenwald entstehen die Zeitbrücken in unsere Vergangenheit. Sehr viele Dinge werden uns vertrauter, wenn wir immer mehr Zusammenhänge aus unserer Geschichte erkennen können.
Am weiteren Weg werden wir im Birkenwald den Begriff der Realität in unserem Leben hinterfragen. Dabei werden wir in die Welt der Träumer einsteigen und diese Geschichte wiederum ist eng verknüpft mit der zentralen Frage nach einem erfüllten und gelungenen Leben. Es geht um die Botschaften der großen Denker, die sich sehr intensiv mit diesem Thema und eben diesen vermeintlichen Zufällen beschäftigt haben.

Hans Steiner> "Die Schätze des Waldläufers" Preis: € 16,90 Format: 13,5 x 21,5 cm Seiten: 128 ISBN: 3-902514-35-3
Veröffentlichung: 06/2006 Neue Rechtschreibung, Farbabbildungen Durchschnittliche Kundenbewertung: 5 Sterne Novumverlag
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Homer 
  Wenn ich des Morgens mit Sonnenaufgange hinausgehe nach meinem Wahlheim und dort im Wirtsgarten mir meine Zuckererbsen selbst pflücke, mich hinsetze, sie abfädne und dazwischen in meinem  Homer lese; wenn ich in der kleinen Küche mir einen Topf wähle, mir Butter aussteche, Schoten ans Feuer stelle, zudecke und mich dazusetze, sie manchmal umzuschütteln: da fühl' ich so lebhaft, wie die übermütigen Freier der Penelope Ochsen und Schweine schlachten, zerlegen und braten.
Es ist nichts, das mich so mit einer stillen, wahren Empfindung ausfüllte als die Züge patriarchalischen Lebens, die ich, Gott sei Dank, ohne Affektation in meine Lebensart verweben kann. Wie wohl ist mir's, daß mein Herz die simple, harmlose Wonne des Menschen fühlen kann, der ein Krauthaupt auf seinen Tisch bringt, das er selbst gezogen, und nun nicht den Kohl allein, sondern all die guten Tage, den schönen Morgen, da er ihn pflanzte, die lieblichen Abende, da er ihn begoß, und da er an dem fortschreitenden Wachstum seine Freude hatte, alle in einem Augenblicke wieder mitgenießt. 
HOMER> thilo@vonpape.de
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20081218 Von einem, der die Steine belauscht
[345] Ich bin schon wieder bei meinem lahmen Freunde. Er lächelt in seiner eigentümlichen Art: »Und von Italien [346] haben Sie mir noch nie erzählt.« »Das soll heißen, ich möge es sobald als möglich nachholen?«
Ewald nickt und schließt schon die Augen, um zuzuhören. Ich fange also an: »Was wir Frühling fühlen, sieht Gott als ein flüchtiges, kleines Lächeln über die Erde gehen. Sie scheint sich an etwas zu erinnern, im Sommer erzählt sie allen davon, bis sie weiser wird in der großen, herbstlichen Schweigsamkeit, mit welcher sie sich Einsamen vertraut. Alle Frühlinge, welche Sie und ich erlebt haben, zusammengenommen, reichen noch nicht aus, eine Sekunde Gottes zu füllen. Der Frühling, den Gott bemerken soll, darf nicht in Bäumen und auf Wiesen bleiben, er muß irgendwie in den Menschen mächtig werden, denn dann geht er, sozusagen, nicht in der Zeit, vielmehr in der Ewigkeit vor sich und in Gegenwart Gottes.
  Als dieses einmal geschah, mußten Gottes Blicke in ihren dunkeln Schwingen über Italien hängen. Das Land unten war hell, die Zeit glänzte wie Gold, aber quer darüber, wie ein dunkler Weg, lag der Schatten eines breiten Mannes, schwer und schwarz, und weit davor der Schatten seiner schaffenden Hände, unruhig, zuckend, bald über Pisa, bald über Neapel, bald zerfließend auf der ungewissen Bewegung des Meeres. Gott konnte seine Augen nicht abwenden von diesen Händen, die ihm zuerst gefaltet schienen, wie betende, – aber das Gebet, welches ihnen entquoll, drängte sie weit auseinander. Es wurde eine Stille in den Himmeln. Alle Heiligen folgten den Blicken Gottes und betrachteten, wie er, den Schatten, der halb Italien verhüllte, [347] und die Hymnen der Engel blieben auf ihren Gesichtern stehen, und die Sterne zitterten, denn sie fürchteten, irgend etwas verschuldet zu haben, und warteten demütig auf Gottes zorniges Wort. Aber nichts dergleichen geschah. Die Himmel hatten sich in ihrer ganzen Breite über Italien aufgetan, so daß Raffael in Rom auf den Knien lag, und der selige Fra Angelico von Fiesole stand in einer Wolke und freute sich über ihn. Viele Gebete waren zu dieser Stunde von der Erde unterwegs. Gott aber erkannte nur eines: die Kraft Michelangelos stieg wie Duft von Weinbergen zu ihm empor. Und er duldete, daß sie seine Gedanken erfüllte. Er neigte sich tiefer, fand den schaffenden Mann, sah über seine Schultern fort auf die am Steine horchenden Hände und erschrak: sollten in den Steinen auch Seelen sein? Warum belauschte dieser Mann die Steine? Und nun erwachten ihm die Hände und wühlten den Stein auf wie ein Grab, darin eine schwache, sterbende Stimme flackert: ›Michelangelo,‹ rief Gott in Bangigkeit: ›wer ist im Stein?‹ Michelangelo horchte auf; seine Hände zitterten. Dann antwortete er dumpf: ›Du, mein Gott, wer denn sonst. Aber ich kann nicht zu dir.‹ Und da fühlte Gott, daß er auch im Steine sei, und es wurde ihm ängstlich und enge. Der ganze Himmel war nur ein Stein, und er war mitten drin eingeschlossen und hoffte auf die Hände Michelangelos, die ihn befreien würden, und er hörte sie kommen, aber noch weit. Der Meister aber war wieder über dem Werke. Er dachte beständig: Du bist nur ein kleiner Block, und ein anderer könnte in dir kaum [348] einen Menschen finden. Ich aber fühle hier eine Schulter: es ist die des Josef von Arimathäa, hier neigt sich Maria, ich spüre ihre zitternden Hände, welche Jesum unseren Herrn halten, der eben am Kreuze verstarb. Wenn in diesem kleinen Marmor diese drei Raum haben, wie sollte ich nicht einmal ein schlafendes Geschlecht aus einem Felsen heben? Und mit breiten Hieben machte er die drei Gestalten der Pietà frei, aber er löste nicht ganz die steinernen Schleier von ihren Gesichtern, als fürchtete er, ihre tiefe Traurigkeit könnte sich lähmend über seine Hände legen. So flüchtete er zu einem anderen Steine. Aber jedesmal verzagte er, einer Stirne ihre volle Klarheit, einer Schulter ihre reinste Rundung zu geben, und wenn er ein Weib bildete, so legte er nicht das letzte Lächeln um ihren Mund, damit ihre Schönheit nicht ganz verraten sei.
  Zu dieser Zeit entwarf er das Grabdenkmal für Julius della Rovere. Einen Berg wollte er bauen über den eisernen Papst und ein Geschlecht dazu, welches diesen Berg bevölkerte. Von vielen dunkeln Plänen erfüllt, ging er hinaus nach seinen Marmorbrüchen. Über einem armen Dorf erhob sich steil der Hang. Umrahmt von Oliven und welkem Gestein erschienen die frisch gebrochenen Flächen wie ein großes blasses Gesicht unter alterndem Haar. Lange stand Michelangelo vor seiner verhüllten Stirne. Plötzlich bemerkte er darunter zwei riesige Augen aus Stein, welche ihn betrachteten. Und Michelangelo fühlte seine Gestalt wachsen unter dem Einfluß dieses Blickes. Jetzt ragte auch er über dem Land, und es war ihm, als ob er von Ewigkeit [349] her diesem Berg brüderlich gegenüberstände. Das Tal wich unter ihm zurück wie unter einem Steigenden, die Hütten drängten sich wie Herden aneinander, und näher und verwandter zeigte sich das Felsengesicht unter seinen weißen steinernen Schleiern. Es hatte einen wartenden Ausdruck, reglos und doch am Rande der Bewegung. Michelangelo dachte nach: ›Man kann dich nicht zerschlagen, du bist ja nur Eines‹, und dann hob er seine Stimme: ›Dich will ich vollenden, du bist mein Werk.‹ Und er wandte sich nach Florenz zurück. Er sah einen Stern und den Turm vom Dom. Und um seine Füße war Abend.
  Mit einemmal, an der Porta Romana, zögerte er. Die beiden Häuserreihen streckten sich wie Arme nach ihm aus, und schon hatten sie ihn ergriffen und zogen ihn hinein in die Stadt. Und immer enger und dämmernder wurden die Gassen, und als er sein Haus betrat, da wußte er sich in dunkeln Händen, denen er nicht entgehen konnte. Er flüchtete in den Saal und von da in die niedere, kaum zwei Schritte lange Kammer, darin er zu schreiben pflegte. Ihre Wände legten sich an ihn, und es war, als kämpften sie mit seinen Übermaßen und zwängten ihn zurück in die alte, enge Gestalt. Und er duldete es. Er drückte sich in die Knie und ließ sich formen von ihnen. Er fühlte eine nie gekannte Demut in sich und hatte selbst den Wunsch, irgendwie klein zu sein. Und eine Stimme kam: ›Michelangelo, wer ist in dir?‹ Und der Mann in der schmalen Kammer legte die Stirn schwer in die Hände und sagte leise: ›Du mein Gott, wer denn sonst.‹
[350] Und da wurde es weit um Gott, und er hob sein Gesicht, welches über Italien war, frei empor und schaute um sich: In Mänteln und Mitren standen die Heiligen da, und die Engel gingen mit ihren Gesängen wie mit Krügen voll glänzenden Quells unter den dürstenden Sternen umher, und es war der Himmel kein Ende.«
  Mein lahmer Freund hob seine Blicke und duldete, daß die Abendwolken sie mitzogen über den Himmel hin: »Ist Gott denn dort?« fragte er. Ich schwieg. Dann neigte ich mich zu ihm: »Ewald, sind wir denn hier?« Und wir hielten uns herzlich die Hände.
Quelle: Rainer Maria Rilke: Sämtliche Werke. Band 1–6, Band 4, Wiesbaden und Frankfurt a.M. 1955–1966, S. 345-350. RILKE>
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Grimming, Grimming  was ist los?>>
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1.5.2 SOMMER
Kaum war der Frühling dir bewußt,
Schwelgst du schon an der Sommers Lust.
Merkst nicht in deines Glückes Traum,
Das erste gelbe Blatt am Baum.

Wie schnell das Jahr für dich verrann,
Die schöne Zeit ist bald vertan.
Bald bist du alt und nicht mehr jung
Und dir bleibt nur Erinnerung.

TROJANI SOMMER>G.Walcher> 06.07.85  2008 BERICHT>÷>
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 Rilke Projekt Lyrik-Prosa>
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                            Schneeglöckchen                                                            
'S war doch wie ein leises Singen
In dem Garten heute Nacht,
Wie wenn laue Lüfte gingen:
"Süße Glöcklein, nun erwacht,
Denn die warme Zeit wir bringen,
Eh's noch jemand hat gedacht."
's war kein Singen, 's war ein Küssen,
Rührt die stillen Glöcklein sacht,
Dass sie alle tönen müssen
Von der künftgen bunten Pracht.
Ach, sie konnten's nicht erwarten,
Aber weiß vom letzten Schnee
War noch immer Feld und Garten
Und sie sanken um vor Weh.
So schon manche Dichter streckten
Sangesmüde sich hinab,
Und der Frühling, den sie weckten,
Rauschte über ihrem Grab.
Freiherr Joseph von Eichendorff (1788-1857
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DIETMAR FÜSSEL>

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LYRIK MUSIK POESIE TANZ FLUG der NACHTEULEN erstmals in Wien 28.09.2007   
Der erste Auftritt der Nachteulen im Unplugged Wien war ein Erfolg. Texte, Musik und die Koreografi der ausschließlich eigenen Kompositionen und Produktionen, verzauberten ein zahlreiches Publikum der jungen Generation.
Margit Schwed Kunststube; Kathrin Primetzhofer Gesang, Lyrik; Angelika Mayer Gesang, Poesie, Tanz; Harald Ergenzinger Gesang Klavier. 
 Dämmerung
Dieses Licht ist nur selten zu sehen, wenn die Dämmerung kommt erreicht es die dunkle Seite deines Herzens, um dort zu spielen, zu tanzen, alleine nur um das Herz an die Dinge zu erinnern, die der Alltag nicht zulässt, Arbeit und Pflicht, die es zerdrücken, es verdunkeln, aber dieses Licht tanzt mit deiner Seele, erweckt die Sehnsucht nach dem Schönen, dem Geheimnisvollen, das noch nicht von der Realität systematisch analysiert und dann normalisiert wurde, gänzlich seines Wesens beraubt. 7Seven.at/  ANGELIKA>
Schreib- u. Kunststube Kathrin.at  Ergenzinger.com Nachteulen.Silversun.at Myspace.com/Nachteulenflug 

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Danzers stille  Einäscherung im Gegensatz  zum Waldheimprunk 24062007 Auszug Post von Jeannèe Kronenzeitung
Georg Franz Danzer (* 7. Oktober 1946 in Wien; † 21. Juni 2007 in Pamhagen, Burgenland) DANZER>
Das schlimmste am Tod - von der ultimativen Visite des Gevatters einmal abgesehen - sind die überlebenden »Freunde«. Nicht die wenigen wahren und echten, die nicht. Sondern die vielen falschen und verlogenen, denen Du, indem Du letztwillig verfügtest, dass Dein Ableben erst nach Deiner Einäscherung im engsten Familienkreis publik gemacht werden dürfe, einen Strich durch die widerliche Rechnung gemacht hast.
Muy bien hecho, um es in Deinem geliebten Spanisch zu sagen: Sehr gut gemacht! Denn wen sie jemand ge- und erkannt hat, die »amigos falsos«, die falschen Freunde, dann Du. Und wenn sie jemand aus tiefster Seele verabscheut hat, die Schleimer und Weiner, die Anbiederer und Heuchler die »Zuwedrucker« und »Oaschkräuler«, um es in Deinem geliebten Wienerisch auszudrücken, dann Du.
Und so hast Du das Pack an Deinem Grab verhindert. Ihre Krokodilstränen vor laufenden
»Seitenblicke« -Kameras, ihr Schluchzen und Triefen in den Ö3 -Mikrofonen, ihr larmoyantes Gesabber und Gelabere in gottesverfluchter eigener Sache.
Und noch etwas, Georg Danzer: Ich bin nie Dein Freund gewesen. weder ein solcher noch ein solcher. Aber vor Deinem letzten
»letztwilligen Streich« ziehe ich Jeannée, vor dem verstorbenen Austropopper den Hut zieht. Mach's gut da oben.

GEORG DANZER LIEDERBUCH Cafè-Hawelka-Hymne Heute nacht machen wir es gut Die letzte Eisenbahn (für meinen Großvater) Heute nacht war ich James Dean Laß mi amoi no d'Sun aufgeh' segn Ich hab Sex-Appeal Komm, zieh dich aus I bin a Kniera Die Moritat vom Frauenmörder Wurm Der legendäre Wixerblues vom 7. Okt. 1976 Morgenrot Die Freiheit Fort von Dir Sexi-Exi Notausgang Vogelfrei Der Schrei Deppert's Kind Traurig aber wahr Der alte Wessely Fieber Griechenland Ruhe vor dem Sturm Frieden Mein Leben Zukunft Jetzt oder nie Ihr habt die Macht Und so weiter; Zombieball Auf Tournee Die Türken Wieder normal Der General Fahrradfahrer Was vorgeht (Flugzeuglied) Menschliche Wärme Für Anne (1912) Ronny und Jury Quelle Waldheim Beisetzung zum Vergleich>  Danzer Danzer

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200704
DAS GEHEIMNIS DER MONALISA  Welt ohne Frauen  Gemälde  Geheimnis  Diebstahl  Bilder  NEWS
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2007.04Was wäre die Welt ohne Frauen?
  Auch ich habe als Bildersymbol die Augen der Mona Lisa des weltberühmtes Ölgemälde von Leonardo da Vinci verwendet.                            Plakat
"Frauen unterscheiden sich körperlich vom Mann durch die unterschiedlichen primären und sekundären Geschlechtsmerkmale. Neben den unterschiedlichen Fortpflanzungsorganen gibt es einige weitere körperliche Unterschiede zwischen Mann und Frau. So unterscheidet sich zum Beispiel der weibliche Knochenbau, insbesondere von Becken und Gesichtsschädel, geringfügig, auch der Muskelaufbau ist etwas anders. Der Körper der Frau ist weniger muskellastig ausgeprägt als der des Mannes; während der Anteil des Muskelgewebes bei Frauen durchschnittlich etwa 23 Prozent ausmacht, beträgt er bei Männern rund 40 Prozent. Neueren Theorien zufolge unterscheidet sich auch das Denken bei Männern und Frauen, ohne dass jedoch ein Geschlecht dem anderen prinzipiell überlegen wäre. Jedoch gehen Frauen und Männer bei der Lösung bestimmter Aufgaben (beispielsweise bei der Orientierung) zum Teil nach unterschiedlichen Strategien vor. Inwiefern das durch die unterschiedlichen gesellschaftlichen Positionen bedingt oder biologisch angelegt ist, ist derzeit nicht vollständig geklärt." Quelle
  Obwohl oder trotzdem werden die Frauen als "das starke Geschlecht" bezeichnet und in gewisser Weise trifft dies auch zu. Generell überleben
weltweit die Frauen die Männer. Warum das wirklich so ist, kann niemand genau beantworten, aber eine Vielzahl an wissenschaftlichen Theorien versucht der Wahrheit dieses faszinierenden Rätsels näherzukommen. Meine These dazu ist ganz einfach:
 "Ohne Frauen würde die Menscheit aussterben"
 Frauen sind von der Natur dazu auserwählt Leben fortzupflanzen zu können. Der Werdegang und die Geburt der Wesen, insbesondere der menschlichen, ist ein Wunder der Schöpfung und um dieses Wunder vollziehen zu können hat sich  ein besonders dafür geschaffener, wiederstandsfähigen Organismus entwickelt.
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200704
Das Gemälde
Leonardo da Vinci (1452-1519) Mona Lisa, genannt "La Gioconda" (im Louvre "La Joconde"), Datierung ungenau: 1503-1505 (and. Quellen: 1510-1515) Öl auf Holz, 77 x 53 cm Louvre, 1. Etage, Raum 6
  Die Mona Lisa ist das meistbewunderte, meistkommentierte Gemälde der Kunstgeschichte. Der Künstlerbiograph Giorgio Vasari (1511-1574) gab ihm den Beinamen "La Gioconda", was "die Heitere" bedeutet.
Ebenfalls wird vermutet, es handle sich bei der Dargestellten, um die Ehefrau eines Florentiner Patriziers mit Namen Francesco del Giocondo und daß daher der Beiname stammen würde. Leonardo da Vinci malte das Portrait in den Jahren zwischen 1503 und 1505 oder anderen Quellen zufolge zwischen 1510 und 1515. Wen es darstellt, bleibt bis heute ein Geheimnis. Da sich das Gemälde auch noch 1516 als Leonardo nach Frankreich ging, in seinem Besitz befand, gilt es heute eher als unwahrscheinlich, daß es sich um eine Auftragsarbeit handelte. Gemutmaßt wurde darüber, ob die Dargestellte die heimliche Geliebte Leonardos oder eines anderen Mannes war. Da die Leonardo-Forschung heutzutage davon ausgeht, daß der Meister wahrscheinlich homosexuell war, gab es auch immer wieder Interpretationen, die in dem Gemälde ein androgynes Portrait des Malers selbst sahen. Doch alle Deutungsversuche sind nicht mehr als Spekulationen.

 Das rätselhafte Lächeln, die Lebendigkeit, die von der dargestellten Person ausgeht, die wunderbare Gesichtsmodellierung und die Farbabstufungen sowie die zarte, unwirkliche Landschaft im Hintergrund üben auf den Betrachter des Bildes einen unvergeßlichen Zauber aus. Durch eine feine, kaum erkennbare Unschärfe, das sogenannte "Sfumato
" verhindert der Künstler, daß das Portrait steif und unnatürlich wirkt. Im Vergleich zu anderen Portraits der Zeit wird dieser Kunstgriff Leonardos besonders deutlich. Nichts auf dem Bild wirkt real greifbar.
 Neben der Schönheit des Gemäldes und der virtuosen Maltechnik fesselt insbesondere die persönliche Ausstrahlung der Dargestellten. Die Mona Lisa scheint über allem erhaben. Sie ruht in sich gelassen, durch nichts zu erschüttern und schenkt dem Betrachter in distanzierter Höflichkeit durch den Augenkontakt ihre Aufmerksamkeit, aus welchem Winkel man auch immer das Gemälde betrachtet. Im Gegensatz zu anderen Portraits der Zeit stellte Leonardo nicht nur den Kopf und die Schultern dar, sondern den ganzen Oberkörper, so daß auch die Körperhaltung der Frau gezeigt wird. Die Mona Lisa blickt zwar den Betrachter an, dreht aber den Körper zur Seite. Die Haltung ist genau abgestimmt, wirkt lebendig und harmonisch. Die Bildkomposition vermittelt Geschlossenheit und unterstreicht die anmutige gelassene Würde der Dargestellten.

Vor einer menschenleeren, die Romantik vorwegnehmenden Felslandschaft mit ineinanderfließenden Flüssen und Wegen, sitzt die Mona Lisa auf einem Stuhl, den einen Arm auf die Lehne gestützt, die Hände ineinandergelegt. In der linken Bildhälfte ist noch die Andeutung einer Loggia zu erkennen. Zwei Säulen an den Seiten wurden entfernt als das Bild beschnitten wurde.

Die Landschaft ist unwirklich komponiert, die linke und die rechte Hälfte würden nicht zusammenpassen, wenn man die Mona Lisa herauskopierte. Diese Wildnis kann als Urlandschaft gedeutet werden. Die Frau davor auch als zärtliches, wissend mütterliches Frauenurwesen, welches individuell und doch madonnengleich idealisiert das Geheimnis des Lebens in sich trägt.
Die Frau ist mit ihrem Gewand, den Haaren, den Schatten auf der Haut genau farblich mit der Landschaft abgestimmt. Kein Schmuck lenkt vom eigentlichen Thema des Bildes ab.
 Bei der detaillierteren Betrachtung wird deutlich, daß nicht einmal das Lächeln eines ist, denn in den Mundwinkeln und den Augenfältchen hat der Maler keine entsprechenden Akzente gesetzt. Allein durch die Schatten entsteht der Eindruck als würde uns die Person freundlich, wenigstens minimal lächelnd ansehen. Dies führt auch dazu, daß die Gestalt nicht wirklich zu fassen ist. Welche Gemütsbewegung wäre am passendsten? Je nachdem in welcher Entfernung wir das Gemälde betrachten, erscheint es uns geheimnisvoller, distanzierter. Die Mona Lisa strahlt Hoheit und Allwissenheit um die Geheimnisse der Welt aus, die den Tausenden von Besuchern und Besucherinnen des Louvre noch immer verschlossen bleiben.

Leonardo arbeitete über Jahre an diesem Werk. Es ist nicht auszuschließen, daß es sich über die Zeit stark veränderte und immer mehr idealistischere Züge gegenüber den Ausgangsentwurf annahm. Leonardo trennte sich zu Lebzeiten nie von seinem Gemälde. Bereits Raffael muß es unvollendet in Leonardos Werkstatt gesehen haben. Ein direkter Vergleich mit seinem Portrait der Maddalena Doni (Florenz, Palazzo Pitti), welches sehr klar ausgeführt wurde und der Mona Lisa verdeutlicht, daß Welten zwischen dem rätselhaften Zauber der Mona Lisa und dem Werk Raffaels liegen.

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200704
Das Geheimnis
  Das sogenannte "Geheimnis" der Mona Lisa bezieht sich auf das seltsame Lächeln der Dargestellten, welches bei genauerer Betrachtung gar keines ist, dennoch kommt es dem Betrachter so vor. Überhaupt stellt sich die Frage, wer die dargestellte Person sein mag. Die Forscher rätseln darum, aus welchem Grund Leonardo dieses Lächeln malte. War die dargestellte Frau etwa die heimliche Geliebte des Malers Leonardo da Vinci? Oder hat Leonardo, der wahrscheinlich homosexuell war, sich selbst als Frau gemalt? Diese Idee inspirierte übrigens auch einige moderne Künstler, die in ihren Nachbildungen bzw. Verfremdungen des Gemäldes, die Mona Lisa mit einen Bart verzierten.
Aber alle diese Erklärungen sind nur Spekulationen und durch nichts belegt. Das Gemälde könnte ebenso gut eine Auftragsarbeit für ein Portrait einer damals bekannten Persönlichkeit gewesen sein. Doch dieses Geheimnis wird wohl nie wirklich gelüftet.
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200704Der Diebstahl
Nicht immer war der Louvre so gut gesichert wie heute. 1911 gab es jedenfalls weder besondere Sicherheitsmaßnahmen, noch eine Alarmanlage. Diesen Umstand machte sich in der Nacht vom 22. zum 23. August 1911 der Spiegelmacher Vincenzo Peruggia zu Nutze. Das der Louvre damals noch am Montag geschlossen blieb, ließ er sich am Sonntag einschließen und nahm später unbemerkt das berühmte Bild vom Haken. Der Dieb hatte zuvor im Museum einige Arbeiten ausgeführt, denn der Louvre begann gerade mit der Verglasung einiger Kunstwerke, um diese vor Vandalismus zu schützen. Dabei muß Peruggia seinen Plan gefaßt haben, das auch damals bereits bedeutendste Gemälde der Welt zu stehlen, um es angeblich wieder in sein ursprüngliches Heimatland, nämlich nach Italien, zu entführen.
 Der Diebstahl wurde schnell entdeckt, dennoch gab es lange Zeit keine Spur. Heute steht fest, daß Peruggia die Mona Lisa zunächst in einem schäbigen Koffer in seinem Zimmer in der 5, rue de l'Hopital St-Louis aufbewahrte. Später schrieb er auf eine Anzeige des italienischen Kunsthändlers Geri, daß er die Mona Lisa anbieten könne. Peruggia reist auf Einladung Geris nach Florenz und präsentiert das Gemälde. Zusammen mit dem Direktor der Uffizien wird es am 11.12.1913 auf seine Echtheit geprüft. Es folgen mehrere Ausstellungen in Florenz, Rom und Mailand bis es am 1.1.1914 wieder nach Paris zurückkehrt.
1915 wurde Vincenzo Peruggia der Prozeß gemacht. Seiner Erklärung, er habe das Gemälde nur nach Italien zurückbringen wollen, wurde keinen Glauben geschenkt. Quelle
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200704Bilder
In den folgenden Bildern ist die Mona Lisa satirisch - aber auch im Original dargestellt. Wobei die Uniform, die Insignie der Männlichkeit, der weiblichen Würde nicht abträglich ist. Was wäre die Welt ohne Frauen? Die Menschheit würde aussterben.
   1.      2. 3.   0804Mona Lisa News        

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Frühling
Vom Winter erwacht
Im Herzen den FRÜHLING,
Den Sommer im Sinn
Den Herbstes als Gewinn.
Jahreszeiten
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TAUSEND KEIME

Viel Tausend Keime springen
Und jede Knospe spricht,
Wenn früh die Vgel singen
Beim ersten Morgenlicht.


Und in dem Herz verborgen
Ein Lied im Schlummer lag,
Geweckt vom Frühlingmorgen
Steigt jauchzend es zu Tag.
Gumpeneck>
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Parmenides und Heraklit 26.Februar 4. Rundbrief 2007
Hans Zimmermann, Görlitz : aktuelle Rundbriefe Liebe Freunde, die Parmenides-Seite ist nun um die restlichen Fragmente vervollständigt; eine Heraklit-Seite wurde jener Seite an die Seite gestellt: 115 seiner in Zitat-Fragmenten (bei Diogenes Laertios, Sextus Empiricus, Aristoteles u.a.) überlieferten Aphorismen griechisch (sowohl in akzentloser griechischer Schrift, "Symbol", als auch in lateinischer Umschrift, "Times new Roman") und deutsch.Beide Vorsokratiker schätze ich hoch, gerade in ihrer Polarität. Parmenides to gar auto noein estin te kai einai.                      Denn, daß man es erkennt, heißt zugleich: daß es ist."Daß sich etwas im Denken zeigt, bedeutet zugleich, daß seine Wirklichkeit offenliegt." Das hat nur dann Sinn, wenn eben allein im satzförmig ausformulierten Erkennen sich Wirklichkeit zeigt oder ergibt. Für Philosophen, die nicht solch eine Immanenztheorie der Wahrheit vertreten, sondern etwa die konventionellere Abbild- oder Korrespondenztheorie einer Wahrheit "da draußen" in der Objektwelt, die in mir, dem Subjekt, wie eine zweite Welt neu aufgebaut, repräsentiert oder wiedergespiegelt wird, gilt das als eine Verwechslung von Kopula und Existenzaussage: "Bloße Gedanken zaubern", so würden sie antworten, "keine Wirklichkeit hervor". "Aber besteht die Innensicht der transparenten und vom Bewußtsein durchleuchteten Wirklichkeit", so läßt sich zurückfragen, "nicht im gedanklichen Erkenntniszusammenhang, in dieser schlüssigen Verbindung der Sätze, in deren logischer Identifizierung? Und überhaupt: In welchem Verhältnis steht denn nun die Prädikation zur Existenzaussage? Wie läßt sich sagen, darlegen, zeigen, daß überhaupt irgendetwas oder mindestens der Sprecher selbst existiert"?"Dieser Fluchtpunkt der Erkenntnissuche, subtil in der frontalen Horizontlinie des Bewußtseins "erblinzelt", scheint außerordentlich abstrakt; die Sprüche Heraklits dagegen erfrischen das Herz unmittelbar mit der musikalischen, offenen Spannung, die sie in ihren bildhaften Antithesen austragen; sie sind prägnant-würzig-kurz ausformulierte Paradoxien, Aphorismen, Zen-Koans, Pointen, Clous:  bildet mit seiner logischen Einsinnigkeit die Grundlage wissenschaftlicher Prädikationen: Allein in der als Prädikation, als Prädikatzuschreibung, als Satz, ausformulierten Erkenntnis zeigt sich ihm das Wesen der Dinge. Die (seitdem heftig umstrittene) These im Kern dieser Wahrheitstheorie ist die, daß die Kopula der prädikatsnominalen Zuschreibungen (d.h. das "ist" in den Prädikaten, die den Satzsubjekten zugeschrieben werden) mit dem "ist" der Existenzaussage kongruiert:
potamois tois autois embainomen te kai ouk embainomen, eimen te kai ouk eimen.
In dieselben Flüsse steigen wir und steigen wir nicht,  wir sind und wir sind nicht. oder auch:
ou xuniasin hokôs diapheromenon heôutôi homologei: palintropos harmoniê hokôsper toxou kai lurês.
 Sie verstehen nicht, wie einander Entgegengespanntes mit sich selbst übereinstimmt:eine wider sich selbst gewendete Harmonie, wie beim Bogen und der Leier. grusz, hansz
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DIE FACKEL  Nr. 1 WIEN, ANFANG APRIL 1899 1.JG aktuelle Auszüge in Fortsetzungen
922 Hefte 1899-1935 mit etwa 100 Seiten sind im AUSTRIAN ACADMY CORPUS nach einer formlosen  Anmeldung  zugänglich
Amtssprache deutsch für Jüngstes Gericht  Überfallen und blutig geschlagen2007
»Im Wesentlichen schaffe ich, woran mich das Unwesen hindert« Karl Kraus
 
   Portrait of Karl Kraus, 1925 by Oskar Kokoschka                                      
 
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Überfallen und blutig geschlagen Nr. 5 Wien, Mitte Mai 1899/0507
Karikatur auf die Zensurmaßnahmen von Ernst August von Hannover (die Zensur überreicht als Muse des deutschen Bundestags Metternich ein zensiertes Exemplar der Schriften Martin Luthers). -- 1837
 Wie meinen Lesern bereits bekannt sein dürfte, wurde ich in der Nacht vom 10. auf den 11. d. M. überfallen und blutig geschlagen.
 Solches geschah mir für einen Artikel, den ich geschrieben hatte, um an einem abnormen Einzelfall die fast groteske Verkommenheit unserer Theaterzustände aufzuzeigen. Seitdem ich mir in freier Selbstbestimmung — ich möchte sagen: Selbstverdammung — den undankbaren Beruf erwählt, als Rächer des wehrlosen und an jedem Tage insultierten Geschmackes der Wiener Öffentlichkeit einer von ihrer Allmacht trunkenen Clique die Wahrheit zu sagen, ist kein so rein sachlicher Artikel aus meiner Feder geflossen. Mit keinem glaubte ich so sehr dem allgemeinen Interesse zu dienen, in keinem war ich so peinlich bemüht, die Persönlichkeit, die durch ein theatralisches Wagnis der kritischen Behandlung überliefert wurde, von den grauenerregenden Zuständen, die solches ermöglicht, zu trennen.

 Ich habe nur dem Entsetzen, wie herrlich weit wir es gebracht haben, Ausdruck gegeben und dem Unwillen des Publicums, der in den Tageszeitungen kein Echo mehr findet. Was uns ein erstes Wiener Theater zuzumuthen wagte, hat in diesem Blatte eine Charakteristik erfahren, die über das Maß des Erlaubten in keinem Satze hinausgeht. Ich bedauere es, wenn die Zusammenstellung der Acten über gerichtlich erhobenen Schwachsinn und eines Theaterzettels drastisch und wie schneidender Hohn klingt, aber ich habe den von einer dreisten Clique Genarrten nicht für seine Thaten verantwortlich gemacht. Kein Wort ist zur Aufdeckung des Treibens dieser von den Concordia- Blättern gehegten Bande verschwendet, und ich gelobe es, dass ich mich durch die körperliche Revanche, die mir widerfahren, in der ferneren Bekämpfung eines das arme Geistesleben unserer Stadt und unseres Landes erdrückenden Journalistenringes nicht beirren lassen werde.

 Für das, was ich ohne Rancune (f Groll) und ohne Nebenabsichten, bloß mit der Sprache der Erbitterung seit in paar Wochen an dieser Stelle sage, hat Wiens Geistigkeit sich nicht anders zu rächen gewusst, als durch den verteufelt schlauen Einfall, dass sie mir drei Blutbeulen beibringen, die Lippen zerkratzen und mein Auge gefährden ließ. Wieder trifft — wie im Falle jener Theaterpremière — die öffentliche Entrüstung nicht den armen Missbrauchten, der vom Claqueur zum Bravo sich erniedern ließ, sondern seine Hintermänner. Was sie gethan oder veranlasst, harrt der gerichtlichen Überprüfung. Darum muss ich mir heute eine eingehendere Besprechung des Falles und seiner fünf bis sieben Begleitumstände versagen. Die Leser werden sich damit begnügen müssen, vorerst aus den entstellten Gerichtssaalberichten der Tagesblätter manches Detail zu erfahren; ich selbst werde wohl bald in der Lage sein, mit der Geheimgeschichte des Überfalls und zugleich auch mit einer Besprechung der Stellungnahme, die einem Theil der Wiener Presse beliebte, zu dienen.

 Die Herren, die im Executor ihrer Wünsche Schwachsinn und Körperkraft glücklich gepaart fanden, haben nichts erreicht, als dass mein Kampf diesmal um ein paar Tage später, als kalendarisch in Ordnung wäre, fortgesetzt wird. Meine Leser verzeihen mir die kleine Unregelmäßigkeit. Nichts ist geschehen, als dass mir in der Nacht vom 10. auf den 11. d. M. ein Ziegelstein den Kopf streifte. Sollte er mir nächstens den Arm verstümmeln, so bleibt mir noch ein Mund, »auszusprechen, was ist,« laut zu sagen, dass die Versippung zwischen Theater und Presse bald zum Ruin beider Institutionen führen muss, und die Führerschaft, die sich die Herren Bahr und Bauer angemaßt, zu verfluchen.
ICH UND DIE NEUE FREIE PRESSE
 Ein Process, den kürzlich der Verleger meiner Zionssatire gegen die Neue Freie Presse vor dem Handelsgerichte geführt und in erster Instanz verloren hat, schafft mir die Gelegenheit, manches zu sagen, was früher oder später zur endgiltigen Absteckung der Distanz zwischen mir und der liberalen hätte gesagt werden müssen. Dass ich zu ihr nicht zugelassen wurde und nur einem planlosen Rachebedürfnis zuliebe mir mein eigenes Blatt begründet habe, wird seit dem Erscheinen der ersten FutterkrippeFackel da und dorten positiv behauptet oder mindestens in Form höhnischer Anspielung unter die Leute getragen. Wo Verkleinerungssucht allein nichts ausrichten kann, macht sie bei der Dummheit eine Anleihe und verbreitet aufs Gerathewohl, mein Kampf gegen die journalistische Verseuchung des Theaters, mein Protest gegen die Gewaltherrschaft, die eine witzhaschende Winzigkeit wie Herr Julius Bauer im Reiche der Wiener Geister aufgerichtet hat, kurzum die ganze Art meines Auftretens sei einfach aus meinem Ärger zu erklären, dass ich mit dem — Extrablatt schlechte Erfahrungen gemacht habe.
 Bisher hatte mir immer nur das Gerücht geschmeichelt, ich sei nicht in den Redactionsverband der Neuen Freien Presse aufgenommen worden, und siehe da, nun erfahre ich zu meinem Entsetzen, dass es eigentlich das Illustr. Wr. Extrablatt ist, dessen Redactionsthüren meinem streberhaften Ehrgeize sich verschlossen zeigten. Was nützt jetzt alle Versicherung, dass ich mit diesem Blatte nie in meinem Leben andere schlechte Erfahrungen gemacht habe als die, welche jeder Zeitungsleser im Kaffeehause mit ihm macht, wenn der Marqueur (Filzschreiber) es just auf den Tisch wirft? Lasst mich nachdenken: — Ist es nicht auch möglich, dass mir einmal die Aufnahme in das Ballcomité der Concordia verweigert worden ist? Vielleicht erinnere ich mich nur nicht .... Immerhin steht fest, dass ich mich hinter meinem Rücken bemüht habe, in irgendein Wiener Zeitungsbureau zu gelangen: so schreibt nur einer, den Herr Stern, Herr Löwy oder Herr Buchbinder lange Zeit unterdrückt hielt und dem von den Theatern alle Freikarten vorenthalten wurden, die jene Herren, seitdem sie nicht schreiben können, bekommen haben.

 Ich kann mir heute nach all den Nachrichten, die mir über meine literarischen Anfänge zugekommen sind, so recht ein Bild von mir machen. Da stand ich, froher Hoffnung voll, im Mittelgange des Volkstheaterparkets, mein Auge erglänzte, meine Pulse flogen, und ich lauschte der Weisheit, die von den Lippen Landesbergs strömte und allen Wissenden zu sagen schien: das Stück geht sechsmal .... Zu Füßen Fischls bin ich gesessen, habe lernbegierig die Kunde, die Erfahrung bot, in mich gesogen und wohl auch von einer schönen Doppelstellung dereinst — Tantièmenmann und Theaterrichter zugleich — in den Tagen argloser Jugend geträumt. Und dann … mit einemmal hinausgestoßen, vielleicht wegen einer unbedachten Äußerung, vielleicht weil ich auf einem Clubkränzchen der Tochter eines Localredacteurs auf den Fuß trat, geächtet; schwermüthig, wie der Dänenprinz, dem’s an Beförderung fehlt, durch Wochenblätter irrend .... ein leises Anklopfen noch an der Thür des Extrablatt, und nach der Resultatlosigkeit dieses letzten Versuches — die Gründung der Fackel ....

 Wie muss es meine guten Feinde kränken, wie unsanft ihren Glauben an meine Beziehungen zur Futterkrippe angreifen, dass die Schöpfungsgeschichte dieses Blattes denn doch etwas anders lautet.
 Am Anfang war das Futter, und ich sahe, dass es nicht gut war. Man könnte fortsetzen: und er sprach, es werde Licht, und es ward »Die Fackel« .... Das Futter war nämlich wirklich nicht gut, und viele Esel sah ich, die sich um die Krippe drängten. Nicht weit aber standen andere Krippen, aus denen jene dort immerzu gefüllt wurde. Und ein Mann stand da, der hielt den »Economist« in Händen und sprach zu den Subventionen: Seid fruchtbar und mehret euch! Und es ward Morgenblatt und es ward Abendblatt: Ein Tag ....

 Ich habe keine Geheimnisse, und weil heute — schon nach vier Proben rückhaltloser Meinungsäußerung — ein Meer von Gemeinheit über meinem Haupte zusammenzuschlagen droht, muss ich noch weiter gehen und ungescheut den Leser auch zur Besichtigung meiner Jugendsünden einladen. Es gilt dem immer lauernden Verdacht zu begegnen; darum darf ich nicht zögern, auch rücksichtslos mich selbst — persönlich anzugreifen. Ich öffne die unterste Lade meines Schreibtisches und entdecke, dass ich seit den Tagen meines literarischen Novizenthums über manches anders zu denken gelernt habe. Hier eine Visitkarte und dort ein Brief, die mir beweisen, dass ich einige der Leute, die ich heute bekämpfe, einst persönlich gekannt Ich bin also im höchsten Grade undankbar. Oder nicht? Oder soll man die Kreise, von denen man sich in Zeiten besserer Erkenntnis mit Scham und Ekel wendet, überhaupt nie gekannt haben? Das sind logische Feinheiten, für welche die gute Gesellschaft jederzeit empfänglich ist; von meinen Hassern behende aufgegriffen, verdichten sie sich im Nu zu Lügenknüppeln, die dem Aufrechtschreitenden vor die Beine fliegen.
 Nun also, — aber ich bitte nicht zu erschrecken: ich hatte im Alter von neunzehn bis dreiundzwanzig Jahren Verbindungen, das bedächtige Warmhalten neugewonnener Beziehungen war mein Sturm und Drang und ein feinsittsames Auskommen im liberalen Zeitungskreise der Inhalt meiner Flegeljahre. Ja, ich will es nicht leugnen, dass den literatursüchtigen, politisch völlig ahnungslosen Neuling ein Feuilletonistenplatz in der Neuen Freien Presse zuweilen verlocken mochte, dass mich von allen bestehenden Blättern dies eine mit den seither durchschauten Mätzchen der Vornehmheit getäuscht hat. Wenn heute ergraute Universitätsprofessoren, Socialpolitiker und wirtschaftskundige Publicisten durch einen Gnadenblick sich von der Höhe modernsten Wissens in die Fichtegasse locken lassen, so wird man die Verirrungen einer im liberalen Schulglauben befangenen Jugend nicht allzu hart beurtheilen. Ich verzeihe mir. Ich habe eingesehen, dass ich besserungsfähig bin. Aber ich will mir die Grausamkeit nicht ersparen, noch ein wenig in den Idealen meiner Vergangenheit zu wühlen.
 Dass ich früher oder später zu der ‚Neuen Freien Presse’ komme, galt bei den Wissenden als eine ausgemachte Sache. Redacteure des Blattes hatten wiederholt darauf angespielt und, wenn auch das Machtwort der Herausgeber noch nicht gesprochen war, aus dem sorgsam gehüteten Thronsaal drang halbamtlich die Nachricht, dass man mein Talent schon seit längerer Zeit beobachte. Höfische Gebärdenspäher hatten mir den Wink vermittelt, mich gelegentlich mit kleineren Beiträgen einzustellen, und als vollends eine directe Einladung an mich ergangen war, zögerte ich nicht, zu thun, was sämmtliche jüngeren Literaten auch ohne formelle Aufforderung zu thun bereit sind. Ich bitte meine Leser um Verzeihung: ich habe damals ein paar Literaturkritiken, Plaudereien u. dgl. für die Neue Freie Presse geschrieben. Noch mehr: Auch an rein journalistischen Versuchen meine Kraft zu messen, begann ich von Ischl aus sommerlich Correspondenzen für das Blatt zu führen, depeschierte mit dem Eifer des werdenden Schmocks über Dinge, die nicht an sich, bloß durch die Art journalistischer Verwertung mich interessierten, und verlebte traurige Tage, als eine falsche Verlobungsnachricht, die ich in die Welt gesetzt, meiner Betriebsamkeit ein jähes Ende zu bereiten drohte.
 Indes wurde ich, so oft der Sommer ins Land kam, immer wieder aufgemuntert, man schien an meiner Reporterbefähigung nicht zu verzweifeln und war froh, so billig sich einen Ischler Correspondenten zulegen zu können. Mein Ansehen stieg umso höher, je weniger ich mich durch die schlechte Bezahlung abschrecken ließ. Der Verbreiter des etwas übertriebenen Gerüchtes von der Verlobung einer Theaterdame durfte sich bald mit einem Bericht über die Begegnung Goluchowskis und Hohenlohes einstellen, und die Ereignisse in Ischl gehorchten fortan dem designierten Vertreter der »Neuen Freien Presse«. Ich hatte bei ihnen schon ein gewisses Prestige, und die große Überschwemmung, die vor zwei oder drei Sommern das Salzkammergut verheert hat, schien denn auch zu mir viel mehr Vertrauen zu haben, als zu Herrn Herzl, der als Fremdling nach Ischl gekommen war und mit stimmungsvollen Telegrammen der Katastrophe beizukommen suchte. Ich sehe ihn noch in der Loggia des fluthenumbrandeten Hotels, auf Impressionen lauernd, einen Skizzenblock in der Hand, auf dem er jeden Baumstamm, der herangeschwommen kam, gewissenhaft vermerkte. Ich ahnte die Unzufriedenheit der Redaction, sprang ihm hilfreich mit Thatsachen bei und überbrachte ihm Bergrutschungen, verbogene Bahnschienen, eingestürzte Tunnels und zerstörte Brücken. Dafür sollte ich ihm eigentlich dankbar sein, und es ist hässlich von mir, dass ich ein Jahr später die Krone für Zion geschrieben habe.............................
Warnung
 Seine Excellenz Herr Dr. Eugen v. Böhm-Bawerk, Senatspräsident, hat kürzlich wieder die Neue Freie Presse als Sprachrohr benützt, um den neuen regierungs- und verwaltungsgerichtshoffähigen Socialismus Bernsteins zu begrüßen. Ich mache Seine Excellenz und alle anderen Anhänger der Sprachrohrtheorie darauf aufmerksam, dass es nöthig ist, den Apparat vor der Benützung gründlich zu desinficieren und genau acht zu haben, wer vor ihnen hineingesprochen hat. Ein Gesunder, der bedenkenlos jenen verseuchten Apparat benützt, ist ansteckungsverdächtig und soll in Hinkunft von mir ärztlich untersucht und wenn nöthig unter moralische Quarantaine gestellt werden. Die Unbefangenheit, mit der selbst treffliche Männer sich dem Blatte in voller Kenntnis seiner Hintergründe nähern, muss aufhören. Wäre mir die Erreichung dieses Zieles versagt — und mancher ist schon an solchem Kampfe verblutet —, so müsste ich mir gestehen, dass ich mein bestes Können und redlichstes Wollen vergebens eingesetzt habe. Wenn ich aber fühlen werde, dass jeder mich unterstützt, der jemals trotz aller Gewöhnung entrüstet oder angeekelt dies Blatt von sich warf, dannlasse ich meinen Muth nicht sinken. (Auszug)

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Als die Verhandlungssprache des jüngsten Gerichtes nur die deutsche gelten lassen wollen Nr. 1 Wien, Anfang April 1899/0207
  In einer Zeit, da Österreich noch vor der von radicaler Seite gewünschten Lösung an acuter Langeweile zugrunde zu gehen droht, in Tagen, die diesem Lande politische und sociale Wirrungen aller Art gebracht haben, einer Öffentlichkeit gegenüber, die zwischen Unentwegtheit und Apathie ihr phrasenreiches oder völlig gedankenloses Auskommen findet, unternimmt es der Herausgeber dieser Blätter, der glossierend bisher und an wenig sichtbarer Stelle abseits gestanden, einen Kampfruf auszustoßen. Der ihn wagt, ist zur Abwechslung einmal kein parteimäßig Verschnittener, vielmehr ein Publicist, der auch in fragender Politik die »Wilden« für die besseren Menschen hält und von seinem Beobachterposten sich durch keine der im Reichsrath vertretenen Meinungen locken ließ. Freudig trägt er das Odium (l. Hass Feindschaft) der politischen »Gesinnungslosigkeit« auf der Stirne, die er, »unentwegt« wie nur irgendeiner von den ihren, den Clubfanatikern und Fractionsidealisten bietet.
   Das politische Programm dieser Zeitung scheint somit dürftig; kein tönendes »Was wir bringen«, aber ein ehrliches »Was wir umbringen« hat sie sich als Leitwort gewählt. Was hier geplant wird, ist nichts als eine Trockenlegung des weiten Phrasensumpfes, den andere immerzu national abgrenzen möchten. Mit Feuerzungen — und wäre es auch ein Dutzend verschiedensprachiger — predigen die Verhältnisse das Erkennen socialer Nothwendigkeiten, aber Regierende und Parteien wünschen vorerst — mit hinhaltender Berechnung die einen, in leidenschaftlicher Verblendung die anderen — die Kappenfrage der Prager Studenten erledigt zu wissen.
  Diese Erscheinung schmerzlichsten Contrastes, die sich durch unser öffentliches Leben zieht, wird hier den Gesichtspunkt für die Beurtheilung aller politischen Ereignisse bestimmen, und es mag zuweilen glücken, dem dumpfen Ernst des Phrasenthums, wo immer er sein Zerstörungswerk verübe, durch die ihm so unbequeme Heiterkeit rechtzeitig den Credit zu schmälern.
  Dem durch keine Parteibrille getrübten Blick muss doppelt deutlich sich das Menetekel zeigen, welches dräuend in unserer durch Altarkerzen verstärkten Finsternis zuweilen aufleuchtet. Aber die Sprachgelehrten wissen es nicht zu deuten, und vom alten Hader noch erschöpft, erheben sie sich zu neuem Zanke. Von dem unheimlichen Anblick geblendet, weisen die einen mit einem ängstlichen »Zde« nach der Erscheinung, dieweil die anderen, völkischen Verrath witternd, als die Verhandlungssprache des jüngsten Gerichtes nur die deutsche gelten lassen wollen.....Auszug

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