Es
stürzen sich nach einem Gewitter, die
Wildwasser, mit einer unbändigen,
unaufhaltsamen Kraft zu Tal, sie sind bestimmt; im Bach, im Fluß,
im Strom nach dem Gesetz der Schwerkraft zum Meer
- zu fließen. Die Sonnen - Wärme läßt sie als, feuchten
Dunst aufsteigen, des Windes Kraft
bringt sie zurück und als Niederschlag schließen sie ihren
ewigen Kreislauf. Durch die Erd - Umdrehungen erleben wir die
Sonnenauf- und Untergänge, Tag und Nacht, der Umlauf der Erde um
die Sonne bewirkt uns die Jahreszeiten. Von den Atomen bis zu den
Planeten alles ist Umlauf und auch nur im Kreislauf der Blutbahnen ist
Leben möglich.
Im Ablauf der Jahreszeiten und im Kreislauf
der Jahre, so erlebte ich
den Zauberberg des Gesäuses; den Großen Ödstein,
er wurde mir der Pfad der Freude; zum Lied, zum Gedicht und zur
Schöpfung. Die Niederschrift beginnt mit der Erzählung, Der
Große Ödstein, nach der Aufzeichnung einer
Ödsteinbesteigung im Jahre, 1893; von Anton Schubert. Anton Schubert, - verdanke ich alle meine Erlebnisse am Ödstein,
ohne ihn den unbekannten Wiener, der alle seine Bergfahrten in den
Ostalpen, als Zeitzeuge schriftlich überliefert hat, wäre
diese Schrift nicht entstanden. Er half mir bei der Überwindung
meiner Angst und führte mich zu höchsten, Gipfelfreuden, von
seinem Beispiel ermuntert, brachte auch ich meine Empfindungen in der
Natur zu Papier. Mit der Erzählung, Der Große
Ödstein,
dem epischen Gedicht Das Ödsteinlied, mit 20 Strophen in
Stanzenform, den Ödsteinerinnerungen, den Briefen, der Historie, und mit dem Bilderbuch versuchte ich, das Interesse der
Natur- und Kunstbegeisterten, für den nicht jedem
zugänglichen Berg, zu wecken. Wien am, 05. Februar 1995 - Neuaflage am,
05 Februar 2004 >
"Der Bergsteiger-Maler". Auszüge aus dem Jahresbuch des ÖTK, 1927
von Dr. Karl Leopold Schubert sowie aus "Wiens Bergsteigertum von Ing.
Eduard Pichl, Wien 1927. Aus dem Buch "Die Rax Juwel in den Kalkalpen", Seite 54 von Gottfried Brandstätter Höller Verlag ISBN 3-85226-082-5 1999. Auszüge: "Kritiker nannten ihn 'den Lyriker in der Gebirgsmalerei'". (Bildanmerkung: S.g. Hr. Winkler Die Namensgleicheit hatte auch ich in Nachinein im Raxbuch auf
Seite 126 festgestellt. Allerdings scheint dort ein total anderes Hüttenbild
auf, wahrscheinlich die Urhütte oder eine Verwechslung jedoch die Höhenangabe
stimmt überein. Jahnhütte, Namensgleichheit
mit G.Jahn, sie wurde nach F.L.Jahn 1778-1810 Lehrer in Berlin,
Werke: 1810 "Deutsches Volkstum", "Runenblätter", 1816 zusammen mit
Eiselen " Die Deutsche Turnkunst", um nur einige zu nennen.)
"Denn wo das Strenge mit dem Zarten,
Wo Starkes sich und Mildes paarten, Da gibt es einen guten Klang."
Ein Mann wie Gustav Jahn
.......Ein Mann wie Gustav Jahn, der jeden künstlichen Effekt als Maler
vermied, um nur der Natur Ehre zu geben, konnte auch im Schnee und Fels
nur vollwertiger Tatmensch bleiben. Unberührt von persönlicher
Eitelkeit bilden seine bergsteigerischen Erfolge einen mächtigen
Ansporn für die Jugend. Eine Unzahl von Gipfeln hatte er bestiegen,
davon viele Erstbesteigungen durchgeführt, und einige neue Wege tragen
seinen Namen. Mit tiefster Befriedigung erfüllte ihn die Felskletterei,
die ihm auf der Rax, in den Gsäusebergen, im Glockner- und
Triglavgebiet sowie in den Dolomiten unvergeßlichen Ruhm
bescherte....... Seite 56 .....In der zweiten Augustwoche
1919 traf sich Jahn mit Michael Kofler in Gstatterboden zu gemeinsamen
Fahrten. Am 16. August hatten sie miteinander Pfannis Weg durch die
Hochtor-Nordwand in unglaublich kurzer Zeit begangen. Am Abend äußerte
Gustl wiederholt seine Freude darüber, daß er sich so besonders wohl
fühle und trotz seiner 40 Jahre so außerordentlich "gut in Form" sei.
Darum wurde für den kommenden Tag etwas ganz besonderes, der Aufstieg
über die Ödstein-Norwestkante vereinbart. Als am Abend des 17. August
die zwei nicht zurückkamen, wurde man im Hotel besorgt und rief, was
gerade erreichbar war, zu einer Rettungsunternehmung. Die
Rettungsmannschaft brauchte nicht lange zu suchen. Im Ödsteinkar fand
man am Fuße der Kante Jahn und Kofler als Leichen. Gustav Jahn wurde im
Johnsbacher Friedhof, in dem schon viele abgestürzte Bergsteiger ihre
letzte Ruhe gefunden hatten, begraben. Sein Name ist und ein
Symbol, und als Mensch ist er uns Vorbild durch seine beispielgebenden
Taten und dem Unvergänglichen seiner geschaffenen Kunstwerke.
19990822 Raxbuchbeschreibung Auszug
Seite
57: Die abgebidete Gedenktafel an den Künstler "Gustav Jahn" befindet
sich an seinem Grab, Quelle: "Bergsteigerfriedhof Johnsbach" von
Josef Hasitschka 1997, Grab Nr.: 116. Zu: "Die Rettungsmannschaft brauchte nicht lange zu suchen".
Der Alpinschriftsteller Kurt Maix schreibt in seinem Buch
"Bergeschichten" über die Bergung im Ödsteinkar: "Sie fanden die
beiden. Es war nicht leicht dieses Finden. Den an mancher Stelle hatte
die Kante wie ein steinernes Schwert gewirkt. Man mußte östlich und
auch westlich des Sockels suchen un alles zu finden - was von den
beiden sterblich gewesen war. Der Absturz dürfte an der schwierigsten
Stelle, beim Preußenquergang passiert sein.
1919 Absturz von Gustav Jahn an der Ödsteinkante
Einer der bedeutensten Gesäuse Erschjließer aus der "Wiener Schule"
stürzte am 17.September 1919 ab: Gustav Jahn. Gemeinsam mit
seinem Freund Michael Kofler stieg er an diesen Herbsttag in die
Ödsteinkante ein. Vermutlich in der Höhe des "Preußquerganges" stürzten
beide aus ungeklärten Umständen ab. Gustav jahn wurde auf dem
Johnsbacher Friedhof begraben. Die Pfarrer von Johnsbach mußten auch
später noch oft in das Sterberegister "Tod durch Absturz" eintragen.
Auszug aus dem Buch "Licht und Schatten im Gesäuse" 100 Jahre
Bergrettung Admont 1997 Seite 62
A
N T O N S C H U B E R T
÷
SONNENAUFGÄNGE von Anton Schubert
Es war ein prächtigrt Morgen,
würzig dufteten die taufrischen Gräser und Büsche, nur
einige lichte Wölcken schwebten fast regunglos im blauen
Äther, durchleuchtet von der Sonne, die auch die Berghäupter
und Berghänge schmückte und hie und da wärmte schon ein
goldener Strahl, den morgenkühlen Tag. Ahnungsvolle Vorfreude,
schöner Stunden des guten Gelingens durchbebten mich und
erfüllte mein Innerstes mit jubelnder Freude. Anton
Schubert
Während ich emporklomm, entstieg die Sonne
dem prächtig lohenden Rahmen, des Horizontes und als ich bei dem
verwitterten alten Gipfelkreuz stand, auf morgenfrischer einsamer
Höhe, umgeben von heiliger Stille und Sonnenschönheit,
verspürte ich es, was den Einsamen tief erfaßt und in
Verehrung versinken läßt. Anton
Schubert
Ein klarer Frühlingsmorgen umschwebte die
heilige Bergstimmung, Sonnenschönheit umleuchtete, die nahen
Höhen des Gefels, meines steilen Grates. Ihre Strahlen malte
silberne Gebilde, in den dämmrigen Schatten der Tiefe. Anton
Schubert
Ich betrat das Felsenhaupt, dieser
kleinen hübschen Zinne, als die Sonne hell und blendend, dem rosig
leuchtenden Horizonte entstieg und ihr erster Strahl das Bergland
silbern färbte. Anton
Schubert
Inzwischen war es Tag geworden, die
hohen Wolken schimmerten rosig im Widerscheine der sich dem feurigem
Horizonte nähernden Sonne. Ehe ich den Wald erreichte
erglänzten auch die umliegenden Höhen unter den ersten
Strahlen des königlichen Tagesgestirnes. Anton
Schubert
Die laue Sommernacht, war der frischen
Kühle des dämmernden Morgen gewichen. Dessen erster Schein
von Jubellauten befiederter Waldsänger begrüßt mein Tal
matt erhellte und die Höhen rosig färbte. Anton Schubert
Nach
dieser schattenhaften Nebelwanderung war es eine Freude, die
hübsche Umgebung zu sehen. Traulich hob sich das schmucke
Grün von Wald und Busch vom bleichen Gestein ab, gierig tranken
wir, mit den von der Großstadtluft so karg beschickten Lungen,
die reine Bergluft mit taufrischen Hauche tausender Kräuter und
inmitten sich immer romantischer gestaltenden Szenerien, tönte das
silberhell klingende Rieseln der Quelle, ZUM STEINERNEM WIRT.
Das gute Wasser, kalt, dass einem beim Berühren desselben,
in der Hand fror, war höchst willkommen und gab auch unseren
Flaschen erquickenden Inhalt für die nächsten Stunden.
Wir waren schon
ober der Waldgrenze und genossen bereits einen wunderbaren Umblick. Vom
Sonnenschein umgossen ruhten die Hallermauern jenseits des weiß
glitzernden, von Wind’sstille gebannten Nebelmeeres, rosig schimmerten
die Wände und Gipfel des langen Höhenzuges im zarten
Morgenduft.
Ein in Unendlichkeit blauendes Firmament, rein und ungetrübt,
umwölbte das schöne Bergland. Ich verbarg meine wachsende
Freude und befleißigte mich eines Tempos, das keine Plauderei
zuließ. Wir strebten schweigend zügig hinauf und brachten
schneller, als ich geschätzt hatte, den langen Hang hinter uns.
Dann standen wir auf dem mit einem Kreuze geschmückten Gipfel des
Kreuzkogels.
Da erwartete uns
ein faszinierender Tiefblick. Der Talnebel war größtenteils
verschwunden und die Morgensonne, deren milder Strahl die Höhen
schon vom Rauhreif befreit hatte, überflutete auch die tief unten
übersichtlich ausgebreitete Niederung. Auszug aus der
gestörten Sparafeldtour Anton Schubert Sa 12.09.1891
Schwächer wird der Sternenkranz,
In bunter erwachender Dämmerung,
Stärker wird der purpurne Glanz,
In weckender Kraft der Erinnerung.
Der Tag kommt wieder, aber nie zurück,
Hell und heller erstrahlet ein Licht,
Geboren in Flammen für menschliches
Glück,
Ensteigt am Himmel der Sonne Gesicht.
>
UNZUGÄNGLICHER ÖDSTEIN
von Anton
Schubert
Es
war ein prächtiger Morgen, würzig dufteten die taufrischen
Gräser und Büsche, nur einige lichte Wölkchen schwebten
fast regungslos im bläuenden Äther, durchleuchtet von der
Sonne, die auch die höchsten Berghäupter und Berghänge
schmückte und hie’ und da, - wärmte auch schon ein goldiger
Strahl den morgenkühlen Talgrund. Ahnungsvolle Vorfreude,
schöner Tage und guten Gelingens, durchbebte mich und
erfüllte mein Innerstes MIT
JUBELNDER FREUDE. Viel zu langsam für meine Ungeduld rollte
der Zug taleinwärts, als wolle er die Schönheiten die infolge
der windungsreichen Fahrt bald links, bald rechts oder im Hintergrund
kulissenhaft auftauchten besser zur Schau stellen.
Stumme
Andacht umgab mich, als ich in Gstatterboden ausstieg und angesichts
der herrlichen Berge ennsaufwärts, dann durch das malerische JOHNSBACHTAL nach Johnsbach
wanderte. Vor dem Donner - Wirtshaus sitzend stärkte ich mich mit
einem Frühstück. Während dessen vernahm ich das
Geplauder am Nebentisch, wo der alte Donnerwirt einen gleichfalls
gesetzteren Herrn, Ausflügler oder Sommerfrischler, Gesellschaft
leistete. Der Herr bewunderte die prächtige Gebirgslandschaft,
besonders der GROSSE ÖDSTEIN war es, der immer wieder seinen Blick
fesselte.
Hinauf deutend fragte er den Wirt,
was das für ein Berg sei? Der
GROSSE ÖDSTEIN, erklärte der Wirt. Oh! Wie schön
der ist, da möchte ich einmal hinaufsteigen, ÄUSSERTE SICH DER HERR.
Ich bemerkte, dass der Donnerwirt seinen Gast fast
mitleidig von unten bis oben musterte, erst nach einer Weile meinte er
lakonisch: DA KOMMEN’S NET HINAUF!
Dieses brüske Urteil, das der Herr etwas verlegen
lächelnd entgegen nahm, packte auch mich. Denn bei meinem ersten
Versuche den GROSSEN ÖDSTEIN
zu besteigen, gelang es mir, infolge des einbrechenden schlechten
Wetters, nur den KLEINEN ÖDSTEIN
zu erreichen. Seitdem hatte ich nichts mehr unternommen, um die Tour
auf diesen Berg, der mir seit je als Urbild eines wildschönen
Berges erschienen war, zu wiederholen.
Heute, wo ich meinen Plan schon zurecht gelegt hatte,
wollte ich diesen nicht ändern, aber ich nahm mir vor, so bald wie
möglich wieder zu kommen.
Dieses
überlegend folgte ich dem Weg durch den Wald und über Wiesen
hinauf zur Treffneralm.
Groß und
gewaltig eröffneten sich die markanten Felsgestalten des ÖDSTEINS und des
Reichensteins, hüben und drüben des Johnsbachtales leuchteten
ihre Häupter in den Sonnenhimmel. Deutlich konnte ich drüben
das Gelände überschauen wo ich vor einem Jahre vergebens dem ÖDSTEIN zustrebte.
Auszug aus
Reichenstein und Hexenturm Juli 1982
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INHALT DER
GROSSE ÖDSTEIN von Anton Schubert
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Der
GROSSE
ÖDSTEIN machte
von all den schönen Gipfeln des Gesäuses den
größten Eindruck auf mich. Sein allseitig mächtig
emporragender Bau, steil und kühn in die Lüfte türmend,
erweckte schon bei meiner ersten Gesäusetour, als ich ihn von
Johnsbach aus mit seinem sonnverklärten Gipfel in den Abendhimmel
tauchen sah, meine Bewunderung. Er wurde mir in seiner naturbelassenen
Ureigenheit ein Begriff eines für nicht jeden zugänglichen
Berges.
Auch ich suchte mein Glück bei ihm, wagte mich aber erst an
ihn heran nachdem ich alle seine Nachbarn bestiegen hatte. Im September
1892 erreichte ich über den Kirchengrat ansteigend leider nur den KLEINEN ÖDSTEIN,
Schlechtwetter wie es im Gebirge oft plötzlich auftritt, hatte
meinen Plan durchkreuzt. Ein Jahr später wagte ich den zweiten
Besteigungsversuch, mein Vorhaben war:
AUFSTIEG VOM GAMSSTEINSATTEL
UND ABSTIEG ÜBER DEN KIRCHENGRAT, im Falle einer eventuellen
Verspätung, wollte ich über einem mir bereits bekannten Weg
absteigen.
Der letzte Gesäuse - Vergnügungszug dieses Jahres war bereits
eingestellt, und da der Nachtpersonenzug wegen seiner zu späten
Ankunft für diese Tour nicht geeignet war, nahm ich mir am Samstag
nachmittag frei und fuhr mit dem Eilzug nach Gstatterboden, um dort die
Nacht zu verbringen.
Sonntag
wanderte ich um drei Uhr früh unter dem dunklem sternenbedeckten
Himmel nach Johnsbach. Auf einer Bank, vor der geschlossenen Pforte des
Donnerwirtes, stärkte ich mich mit einer Morgenjause aus dem
Rucksack und trank Wasser vom nahen Brunnen, dabei leuchtete durch
Wolkenbreschen des bedeckten Firmamentes das bleiche Licht der schmalen
Sichel des abnehmenden Mondes.
Langsam begannen sich unter der hohen
Bewölkung die Konturen der Berge vom dämmrig werdenden
Äther abzuzeichnen, die Luft war eher sommerlich lau als
herbstlich kühl.
Bald waren die leiblichen Bedürfnisse
gestillt und ich schritt auf der steiler werdenden Straße weiter,
am Kölbelwirt vorbei und dann auf den Weg hinauf gegen den
Koderboden.
INZWISCHEN WAR ES
TAG GEWORDEN, DIE HOHEN WOLKEN SCHIMMERTEN ROSIG IM WIDERSCHEIN
DER
SICH DEM FEURIGEM HORIZONTE NÄHERNDEN SONNE. EHE ICH DEN WALD
ERREICHTE, ERGLÄNZTEN AUCH DIE UMLIEGENDEN HÖHEN UNTER DEN
ERSTEN STRAHLEN DES KÖNIGLICHEN TAGESGESTIRNES
Bei der starken Quelle hoch oben im Walde verschnaufte ich,
trank und füllte meine Feldflasche mit den erquickenden Wasser
für tagsüber. Danach ging ich über den Serpentinenweg
des Gamssteinhanges, überquerte den Gamssteinsattel und kam in das
von den Wänden des Kleinen - und Großen Ödsteins
begrenzten Kar.
Eine großartige, schier unpassierbar erscheinende Felsenwildnis,
durchrissen von einer schluchtartigen Rinne, sah ich vor mir
emporsteigen. Von der Steinfallgefährlichkeit dieser Route hatte
ich schon vernommen, doch bis jetzt blieb alles ruhig.
VON STILLE UMGEBEN STARRTE ICH DIE
GRAUE WAND EMPOR
Nur
das dunkle Grün, der in den unteren Partien wurzelnden
Krummholzbestände der Gemsengärten gab, wenn zeitweise die
Sonne zwischen den Wolken hervorlugte und die wilde Szenerie grell
beleuchtete, der Düsterkeit ein eindrucksvoll entfaltetes Leben.
Ich
hatte mich schon auf ein längeres Suchen des Einstieges
eingestellt, jedoch die Abdrücke von Bergschuhnägeln und ein
Steinmann leiteten mich zum Wandeinstieg, Rinnen und Kamine bilden
natürliche Wege. Ohne mich lange aufzuhalten, klomm ich nach dem
übersteigen des Wandfußes in der Wandrinne empor, glatter-
wechselte mit brüchigem Fels und wie immer in solchem Terrain
achtete ich, dass mir kein loser Stein abging.
Durch eine Art von Lärmscheuheit war ich heute besonders
vorsichtig, zu meiner Genugtuung blieb alles lautlos, doch ich sollte
mich dessen nicht mehr lange erfreuen.
Als ich oberhalb der Rinne über
rasendurchsetzte Felsen stieg und dabei fest in das Geäst des
manchmal aus fast senkrechten Steinfugen ragenden Krummholzes griff,
glitt ein ziemlich großer, von einem der Äste gehaltener
Stein, dicht an meinem Kopf vorbei. Da ich beide Hände
benötigte um mich festzuhalten, konnte ihn nicht erfassen und der
Unhold trat seinen Weg in die bereits beträchtliche Tiefe an.
Unter mir hörte ich ihn noch von Fels
zu Fels schmettern und der Lärm wuchs, denn viele von ihm
losgeschlagenen Steine und das mitgerissene, lose Geschiebe wurde sein
prasselndes Gefolge. Erst im Schutt des Kares kam die polternde
Gesellschaft langsam zur Ruhe.
Verärgert
durch den von mir verursachten Tumult wollte ich weiter, doch als
wäre der Steinfall ein Alarmsignal gewesen, hörte ich hoch
oben das nun mir schon bekannte Geknatter von Steinen. Auch Lärm
kann in Steinfall gefährdeten Gebieten einen Steinschlag
auslösen, dachte ich mir. Schutzsuchend kroch ich in eine durch
einen kleinen Überhang gedeckte Felsnische und erwartete die
gefährlichen Ungetüme.
Zuerst kamen Gesteinstrümmer von ganz ansehnlicher
Größe die alles was nicht fest angewachsen war mit sich
reißend, gleich einem Wettersturm vorbei fegten, dann folgten
schwirrend und pfeifend wie Geschoße die kleineren Stücke
und fast etwas bedächtiger folgte der nachrieselnde Schutt. Es
dauerte eine Weile bis sich der wilde Aufruhr der Unholde beruhigte und
es trat eine fast unheimliche Stille ein.
Noch vorsichtiger als bisher setzte ich den Aufstieg fort, bald
näher, bald weiter von der unheimlichen Schlucht entfernt. Noch
mehr als bisher mußte ich während des anstrengenden Klimmens
über die steilen Felsen, die Arme betätigen und das Krummholz
half mir dabei mit seinen zähen Ranken.
Meine Freude wuchs, weil ich mich auf den teilweise von
Schuhnägeln und Bergstockspitzen eingeprägten Spuren immer
zurechtfand, dort wo ich sie nicht sah lenkte mich ein Steinmann oder
mein Instinkt.
Plötzlich
wurde mein Vordringen immer schwieriger und bald darauf schon
gänzlich gehemmt. Glatt und senkrecht ging es vor mir empor,
angesichts dieser Ausgesetztheit wurde mir bewußt, ICH HATTE MICH
VERSTIEGEN.
In
Erzählungen von Bergfreunden habe ich von solchen peinlichen
Vorkommnissen schon gehört, doch nun als Betroffener spürte
ich erst was es bedeutet:
WENN
MAN WEDER
VORWÄRTS NOCH RÜCKWÄRTS KANN.
Vielleicht
war ich wie so mancher Unachtsame, zu schnell geklettert, von der
abgründigen Tiefe eingeschüchtert und von den
Anstiegsschwierigkeiten ermüdet, in diese bedrohliche Situation
gekommen.
Zu
meinem Glück, es war bei mir nicht ganz so kritisch, denn ich war
weder müde noch nervös, einige Minuten entspannte ich mich
durch kräftiges Atmen, dann betrachtete ich so lange die Umgebung
bis meine Augen ein von Menschenhand zusammengefügtes Steinzeichen
entdeckten.
Es war auf gleicher Höhe, allerdings etwa hundert Meter
weiter rechts, dazwischen lag die unbesteigbare glatte Wand. Obwohl es
gefährlich war blieb es mir nicht erspart, ich mußte einige
hundert Meter, bis zum Ausgangspunkt meines Seitensprunges absteigen.
Nur
mehr einige Stellen erwiesen sich dann noch schwieriger, als sie vorher
aussahen, doch allmählich ging es besser und schneller
vorwärts. Der Gipfelfelsen des KLEINEN
ÖDSTEINS kam zum Vorschein und bald darauf stand ich dort,
wo ich im vorigem Jahr umgekehrt war.
Nach diesem steilen, all meine Sinne
höchst beanspruchenden Stiege, erfüllte es mich nun mit
großer Freude, von nun an meine gescheiterte Gipfelbesteigung
fortsetzen zu können.
Damals
hatte es durch Nebel und Regen trostlos ausgesehen, lange Zeit suchte
ich ohne Erfolg die Wegfortsetzung, alles hatte sich gegen mich
verschworen und das war Grund genug gewesen, ein weiteres Vordringen
aufzugeben.
Doch
nun hinauf, denn der imposante Bau des nach oben hoch in die Lüfte
reichende GROSSE ÖDSTEIN
machte den Eindruck, dass er noch eine ganz stramme Steigerei fordert.
Deutlich sah ich oben den Gipfel hinter einem wilden Gratzacken
emporragen, in der Tiefe erblickte ich meine erste nächtliche
Unterkunft in den Gesäusebergen; die gänzlich vom Wald
umgebenen Hütten der UNTEREN
KODERALM.
Nun
sind schon vier Jahre vergangen seitdem ich im Heu der Scheune
geschlafen hatte, in dieser Zeit habe ich eine Anzahl von
Gesäusebergen von denen mir immer einer schöner vorkam als
der andere, bestiegen.
Nun war
der mächtigste von allen, der GROSSE
ÖDSTEIN an der Reihe,
seinen Gipfel zu erreichen ist heute
der Höhepunkt meines Strebens, dachte ich.
÷
MINUTENLANG
VERSANK ICH IN DIESE BESINNLICHEN RÜCKBLICKE, WIE EIN ANGENEHMER
TRAUM SCHWEBTEN SIE VORBEI.
In der Scharte zwischen dem Kleinen- und dem
Großen Ödstein erhebt sich eine senkrechte glatte Wand, sie
kann erst Hundert Meter tiefer in einem Teilabschnitt der etwas
überhängig aber niedriger und griffig ist, bestiegen werden.
Die
Plattenschlucht zwischen dem Teufelszahn und dem Hauptgipfel ist
für den Weiterweg ein zeitraubendes, schwieriges und
offensichtliches Hindernis.
Etwas von der gewonnenen Höhe wieder verlierend folgte ich
einem bandartigen Absatz auf die rechte Seite hinüber. Auf der
rechten Seite der Plattenschlucht - Böschung klomm ich über
hohe Stufen, durch Risse, kleine Kamine und von Band zu Band bis zum
Gipfelgrat.
Nun
ist durch lockeres Geschiebe mit großen wackeligen Blöcken
der steile Aufstieg sehr mühsam, fast gefährlich. Die Sonne
brannte und ich war froh aus den weiß glitzernden, heißen
Reflexen empor in die kühle Luftströmung des freien Grates zu
kommen.
Einige
ausgesetzte Stellen, ein luftiger Gang angesichts der um mich
allmählich versinkenden Umgebung, dann oh Freude, der Steinmann
als Gipfelzeichen des GROSSEN
ÖDSTEIN.
Umgeben von ungeheuren Abgründen, die den Berg noch
markanter gestalten, ließ ich mich zu einer Rast nieder und
entnahm aus den Tiefen des Rucksacks alles Eßbare um mich zu
stärken. Es dauerte nicht lange und ich war satt, denn zu sehr war
mein Innerstes voll Freude, voll des beseelten Gefühl´s, im
Glanz und in der Glorie eines Sonntages, nun endlich auf der
heißersehnten Zinne zu stehen.
Es
war kein Wunder, wenn das junge, in seinem Glück schwelgende Herz
vorläufig stärker war, als der den irdischen Genüssen
unterworfene Magen.
WER
NIE ALLEIN UND NUR EINEM INNEREN DRANGE FOLGEND EINEN BERG ERSTIEG UM
EINSAM UND ZUFRIEDEN AUF DEM GIPFEL ZU STEHEN,
DEM IST DIE STILLE, FROHE UND ZUGLEICH WEIHEVOLLE STIMMUNG UNBEKANNT,
WELCHE DER ZAUBER SCHIER WELTENTRÜCKTER HÖHEN HERVORRUFT.
Bei manchen Bergwanderungen begegneten mir
unterwegs sehr viele Touristen, die dann am Gipfel kleine
Volksansammlungen bildeten, doch inmitten dieser plaudernden, lachenden
und Witze machenden Menschen, hatte ich nie das große
Naturerlebnis.
Nur auf einsamen Höhen empfand ich
das große Wunder der Schöpfung und da ergriff es mich
manchmal ganz gewaltig.
Ein solcher Idealzustand ist heute und im
Anblick der ringsum dicht gescharten Berge und der schwindelnden
Tiefen, vergeht die Zeit wie ein schöner Traum, dachte ich.
Als ich wieder einmal hinüber zu meinem kühn geformten
Bergnachbarn dem Reichenstein blickte, erwachte ich plötzlich aus
meinen Träumereien: Unheilverkündende dunkle Wolken waren
mittlerweile am westlichen Horizont aufgezogen und verliehen dem Berg
mit seiner bleichen Felsengestalt eine dämonische Wildheit.
Nun
war es höchste Zeit für den Abstieg, so nahm ich meinen
Rucksack und verließ eilig den Gipfel. Kaum hatte ich ein
Stück des Weges zurückgelegt, da hörte ich auch schon
die aus der Ferne eindringlich zur Eile mahnende und dumpf grollende
Stimme eines Gewitters.
Eine
besondere Konzentration wegen des lockeren Gesteines und das Suchen
nach dem richtigen Abstiegsryhtmus, hemmte meine Schnelligkeit, es
dauerte deshalb eine gute halbe Stunde bis ich nach dem schwierigsten
Teil, wieder das große Couloir betrat.
Nun donnerte es in kürzer werdenden Zeiträumen immer
dröhnender und das Echo grollte in den Wänden, die Wolken
über mir wurden bedrohend dunkler. Als ich an der Mündung
meines Anstiegsweges vorbei am südlich abdachenden Kamm des KLEINEN ÖDSTEINS,
befürchtete ich den Beginn eines Infernos. Gott sei Dank war es
nicht so und ich nützte die Frist um möglichst weit unten den
kalten Umschlag des Gewitters zu verspüren.
Im Angesicht der Gefahr und diese war nicht zu
unterschätzen, verdoppelte ich die Schnelligkeit meines Abganges,
als ich über den allmählich gratig werdenden Fels abstieg,
regnete es zwar noch immer nicht, aber ich fühlte ein durch die
elektrisch geladene Luft ausgelöstes unangenehmes Prickeln. Um
wegen der erhöhten Blitzgefahr schleunigst vom Grate zu
verschwinden, hastete ich abwärts zur Gratscharte und jenseits
dieser in die gegen Johnsbach gekehrten Wände.
Im fahlen Dämmerlichte des grausigen Widerscheines der
Blitze vom Reichenstein, sah ich in der Tiefe das jäh versinkende
Gefels verschwinden und am leicht verschleierten Grunde des Tales, die
Häuser Johnsbachs. -Wie schön wäre es nun da unten zu
sein und vom Donnerwirt aus dieses grandiose Naturschauspiel des
Gewitters geruhsam bewundern zu können, anstatt inmitten der
entfesselnden Elemente, deren gröbsten Widerwärtigkeiten
hinnehmen zu müssen!
Das war beim vollen Anblick des düster gezeichneten Bildes
vom herannahenden Unwetter, meine Gedanken. Doch schon bald
beschäftigte mich wieder meine bedrohliche Lage, die keine
Träumerei duldete sondern die angstlose Tat verlangte, denn die
gewaltige Tiefe eines Tausend Meter - Abgrundes lag noch zwischen mir
und Johnsbach.
Diese Erkenntnis machte mich trotz der
Notwendigkeit sorgfältig zu schauen um den Weg nicht zu verlieren,
vorsichtig zu sein um nicht abzustürzen, noch flinker und
während ich abstieg, halfen mir meine aus dem Vorjahr stammende
Erinnerung.
Diese
leitete mich durch die unterhalb der
Scharte steil verlaufende, immer breiter werdende und schließlich
in eine flache, abschüssige Verschneidung übergehende Rinne
über teils mit Rasenpolstern bewachsenen Felsabsätze tief im
steilen Gehänge, nach anstrengendem langem Klimmen am Kirchengrat
hinunter.
Diesen Namen erhielt der vom KLEINEN
ÖDSTEIN absinkende Felsenkamm, wegen seines Verlaufes in
Richtung der Kirche von Johnsbach.
Zufrieden,
die Route ohne fehlzugehen eingehalten zu haben, folgte ich jenseits
der deutlicher gewordenen Wegspur und wo sie mir entging half mir mein
Gedächtnis weiter.
Dadurch bestens unterstützt ging es ganz
flott durch die Wandrinne, die im unteren Teil durch eine Krummholzzone
mit vereinzelten Bäumen und schließlich über einen
steilen Absatz mit brüchigem Gestein, zur Steilschutthalde
führt.
Der anregende Verlauf des Felsenweges hatte meine Sinne so sehr
beansprucht, dass ich mich nicht mehr um das Wetter gekümmert
hatte, dieses war inzwischen verzogen und die Sonne lächelte durch
leichtes Gewölk; der Ödstein entließ mich gnädig.
Glücklich
über die Gunst des Wetters, stieg ich über die Halde zu dem
beginnenden Waldgraben hinunter und wanderte an einer Köhlerei
vorbei nach Johnsbach. Nachdem meine hoffnungsvoll begonnene Bergfahrt
so wunderbar verlaufen war, spürte ich einen mächtigen
Appetit und einen noch mächtigeren Durst.
÷
DER BERGSTEIGERFRIEDHOF
Schnellen
Schrittes eilte ich auf der Straße nach Johnsbach hinunter und
saß bald im Gastgarten vor dem Donnerwirtshaus.
Angesichts meines prächtigen Berges
stärkte ich mich und überlegte mein weiteres Handeln. Es war
fünf Uhr, da mein Personenzug nach Wien erst um elf Uhr abends
fuhr, hatte ich noch viel Zeit. Während ich so sann fiel mir ein,
dass ich noch nie im Bergsteigerfriedhof von Johnsbach war, um die
Gräber der verunglückten Touristen zu besuchen. Deshalb
nützte ich den mir vom Wetter, weil es mich so schnell vom
Ödstein hinuntergetrieben hatte, verschafften Zeitgewinn dazu.
Mir war nachdem ich nach dem Öffnen des Eisentores den
kleinen Friedhof betrat, als würde ich in einer anderen Welt zu
der kein Hauch des menschlichen Getriebes mehr dringt, wandeln.
Ich
war allein inmitten der mit bunten Blumen geschmückten, vom
düsteren Ernste der erhabenen Majestät des Todes umwitterten
Grabhügel. Der Eindruck den diese geheiligte Idylle des ewigen
Friedens hervorrief, war mir unerklärbar.
Was mich so schmerzlich bewegte, wird mir ein Leben lang ein
Rätsel bleiben und ich war froh in dieser Verfassung allein zu
sein.
Vielleicht
war es der krasse Gegensatz,
hervorgerufen durch den schnellen Übergang von der sonnigen
Gipfelhöhe des Ödensteines, zur tiefen Schwelle des
geheimnisvollen Schattenreiches? Oder war es nur ein angstvolles
Schaudern?
÷
DA
UNTER DEN TOTEN WIRD AUCH MEIN KÖRPER EINMAL MODERN.
Obwohl die Namen der stillen
Schläfer; teils Einheimische, teils Touristen, nur verschwommen
vor meinen Augen zitterten, dass ich sie nur mit großer Mühe
lesen konnte, trieb es mich von Grab zu Grab, von Reihe zu Reihe um die
Kirche herum.
Ich habe schon Bergfriedhöfe, in denen viele Bergführer
und Bergsteiger in Frieden ruhen aufgesucht, aber immer nur die
Pietät des Lebenden gegenüber dem Totem empfunden, noch
niemals aber spürte ich diese Ergriffenheit, wie auf diesem von
herbstlich bunten Lauben umgebenen, einsamen und kleinem Gottesacker.
In seiner weihevollen Stille hatte er meinem
seelischem Empfinden viel zu berichten, von dem fassungslosem
Trennungsschmerz und der Trauer. TBA
Aus der gewaltigen Höhe blickten der vom Abendrot umflutete
Kirchengrat mit seinen Türmen und die Wände des
ÖDENSTEINS auf die zu ihrem Füßen liegende letzte
Ruhestätte der gefallenen Männer, deren Kreuz - Inschriften
mir vom Berg ihres Schicksals, wo die unabwendbare Parze plötzlich
ihren Lebensfaden durchschnitten hatte, erzählten.
Ich
wollte mich schon entfernen, da hörte ich draußen Schritte,
ein Priester erschien am Eingang, er sah mich und ging wieder. Es war
der Pfarrer von Johnsbach ein schon älterer Herr, ich hatte ihn
einmal an einem Tisch der Vorstube des Donnerwirtes, im unterhaltlichen
und belehrendem Gespräche mit Johnsbacher Bauern, beobachtet.
Bei den Touristen war er wegen seiner guten Gesinnung zu ihnen und
durch sein originelles Wesen, sehr beliebt und bekannt. Gab es an
Doppelfeiertagen beim Donnerwirt kein freies Bett mehr, verschaffte er
den schlafbedürftigen Wanderern bei diversen Einheimischen
Quartiere.
Ich befürchtete, dass meine
Verfassung den Augen des Pfarrers nicht verborgen geblieben war und um
eventuellen Fragen die ich nicht beantworten konnte auszuweichen,
wartete ich ein Weilchen und verließ dann schnell den kleinen
Friedhof.
DER BERGFRIED
VON JOHNSBACH
Chronik 
Eine 1958, von
den alpinen Vereinen und von Bergrettungsmänner errichtete
Gedenkstätte. In einem Kupferbuch und auf Tafeln im
Friedhofportal, sind die Namen aller seit dem Jahre 1810, im
Gesäuse tödlich abgestürzten Bergsteiger vermerkt. Auch die
Grabstätte der Gesäuse Bergsteigermutter KATHARINA DITZ befindet sich im
Bergfried.
Mit der Entdeckung
des Gesäuses als hochalpines
Touristenparadies für bergbegeisterte Wiener bekam der Johnsbacher
Friedhof in der Steiermark eine neue Aufgabe. 1885 trug man auf Stangen
die ersten Opfer vom Reichenstein herunter und bettete sie zwischen den
Johnsbacher Bauern zur letzten Ruhe. Heute sind am Johnsbacher
Bergsteigerfriedhof 83 Verunglückte bestattet. Der Friedhof wurde
nicht planmäßig angelegt, sondern wuchs nach und nach. Alte
Friedhofpläne belegen, dass bereits vor der Jahrhundertwende auch
im rechten Teil des Areals Gräber von Einheimischen wie von
Bergtoten angelegt wurden. Der linke, südliche Teil des Friedhofs,
war eher den Einheimischen vorbehalten, der rechte, also östliche
und nördliche Teil, vornehmlich den Bergtoten. Ab den
Fünfzigerjahren wurden die Unfallopfer zwar weiterhin in der alten
Johnsbacher Totenkammer aufgebahrt, immer häufiger aber dann in
ihre Heimatorte überführt. Das letzte Bergopfer fand Anfang
der Achtzigerjahre des 20. Jahrhunderts am Johnsbacher
Bergsteigerfriedhof die „ewige“ Ruhe. Quelle
Die
Geschenke von armen Leuten,
Sind
der Inbegriff des Guten.
Sie
war eine von vielen,
Und
doch in ihrer Art einzigartig.
Widmung im
>
Grabstätten
des Schriftstellers und Malers
GUSTAV JAHN
und seines
Seilgefährte MICHAEL KOFLER
die im Jahre 1919, bei der Besteigung
der Nordwestkante des Großen
Ödsteines, tödlich abstürzten
÷
Den BERGEN treu
Im Jugendglück
Den Weg vollendet Grab Nowotny
und Wimmer
Landfahriges HERZ, in Stürmen
geprüft,
Im Weltkampf erhärtet und oftmals doch
Zerknittert vom schäbigen Kleinmut,
Du hast eine Ruhe ein Obdach gefunden,
Hier magst du gesunden. Grab Müller
Ach der zu wissen begann und schweigt nun,
Ausgesetzt auf den Bergen des HERZENS. RILKE >
Grab Reifschneider
Zur MUTTER Erde gingst du still nach
Haus,
Um auszuruh‘n vom letzten schweren Gang.
Doch jauchzend flog deine Seele hinaus
Ins Sonnenglück hoch über
Grat und Hang. Grab
Gössnitzer
Während ich im
abendlichen Dämmerlichte des scheidenden Herbsttages durch das JOHNSBACHTAL wanderte, war ich so
besonnen, dass
mir auch die faszinierende aus Schluchten Zinnen und Graten bestehende
Felsenwildnis, des sich rechts neben dem Bach steil erhebenden ÖDSTEINES, nichts abgewinnen
konnte.
Erst als die zwischen den Baumwipfeln sichtbar
werdenden dunkelpurpur verschimmernden Wände des Großen
Buchsteines sichtbar wurden, kam allmählich die Stimmung die eine
gelungene Bergtour immer auslöst, wieder zurück.
Bei meiner Ankunft in Gstatterboden war es schon dunkel, doch
begünstigt durch die angenehme fast laue vom Duft des Waldes
angereicherte Luft, saßen viele Gäste auf der offenen
Terrasse und im anschließenden Waldgarten an den beleuchteten
Tischen, des Gasthauses.
Im Blickfeld der aus schwarzen Bergwäldern dunkel und
formverwischt nur mit den obersten Umrissen hervorragenden Silhouetten
des ÖDSTEIN - HOCHTORZUGES,
machte auch ich es mir da draußen bequem.
Ich
glaubte nun die Zeit bis zur
Ankunft meines Zuges in ungestörter, beschaulicher Ruhe verbringen
zu können, doch ich sollte noch etwas erleben, was mich anfangs
ärgerte, aber dann erheiterte.
Bei dem um mein Begehr
fragenden Wirt
bestellte ich eine Omelette und Wein, gleich darauf kam eine am
Nebentisch platznehmende Gesellschaft hastig wirkender Menschen. Als ob
sie mit dem nächsten Zug abfahren würden, bestellten sie bei
der durch ihr geräuschvolles Auftreten rasch herbei geeilten
Kellnerin, Getränke und Speisen, ein Mann davon verlangte eine
Omelette ABER BITTE RASCH!
Schon nach wenigen Minuten brachte die Kellnerin das
Gewünschte, darunter auch wie ich es mit sehr gemischten
Gefühlen sah, auch für den ungeduldigen Herrn eine Omelette.
Dieser
lobte die schnelle Erledigung und begann sogleich mit der Verzehr der
appetitlichen Speise. Obwohl mir noch genug Zeit zur Verfügung
stand, war ich keineswegs damit einverstanden, dass ein später
gekommener Gast früher bedient wurde. Da es auch sehr nahe lag,
dass man auf mich vergessen hatte, sagte ich meine Bedenken dem unfern
von mir sitzenden und mit einem Gast plaudernden Wirte.
Dieser erinnerte sich des Auftrages und enteilte mit dem Ruf: SOFORT! Nach geraumer Weile
erschien er auf der Veranda, mit einem großen ovalen Teller, auf
dem sich, wie mir vorkam, ein gebratenes Huhn befand, also wieder
nichts für mich! Der Wirt stieg die paar Stufen in den Garten
hinab und kam, begleitet von den neugierigen Blicken der Gäste an
denen er vorbei gegangen war, direkt zu meinen Tisch. Je näher er
kam desto mehr Blicke folgten ihm, an seinem mir zulächelnden
Gesicht erkannte ich dass er zu mir kam. Gleichzeitig bemerkte ich, was
mir schier ganz unglaublich vorkam, was er trug war kein Huhn sondern
eine Omelette, die wegen ihrer enormen Größe die allgemeine
Bewunderung ausgelöst hatte.
SO BITTE HIER IST DAS BESTELLTE, ES IST
NUR STARK GEWACHSEN WEIL SIE SOLANGE WARTEN MUSSTEN! sagte
schmunzelnd der Wirt und nachdem
er mir die köstliche Speise vorsetzte, stand ich im Mittelpunkt
aller Blicke.
DA BLEIBT SICHER WAS ÜBRIG,
rief mir ein Herr zu, es war wie bei einem Schauessen, es fehlten nur
noch die diesbezüglichen Wettabschlüsse. Mein Appetit war
groß, die Riesenomelette war schmackhaft und leicht
bekömmlich, so dass schon nach kurzer Zeit das duftige Gebilde der
Kochkunst vom Teller spurlos in meinem Magen verschwunden war.
Es schien als ob nun diese erheiternde Episode beendet sei, sie
sollte sich jedoch in geänderter Form und in einer anderen
Besetzung zu einem Zwerchfell erschütterten Höhepunkt
aufschwingen. Viele Gäste hatten davon bereits die richtige
Ahnung, die mir da ich von meiner nahrhaften Beschäftigung voll
beansprucht war, noch fehlte.
Als Augenzeugen meiner Riesenomelette und meines verschwenderischen
Mahles, hatten zwei Touristen ebenfalls Omeletten bestellt. Sie waren
der Meinung ebenfalls die großen Portionen zu bekommen und ihre
diesbezüglichen erwartungsvollen Äußerungen, wurden
durch den Zuruf eines Gastes! EURE
OMELETTEN WERDEN NOCH GRÖSSER SEIN, bestärkt.
Bald verbreitete sich die zu erwartende Schadenfreude wie ein
Lauffeuer und alle harrten gespannt auf das kommende Geschehen.
Bald
war es soweit; es wurden Normalportionen serviert, die im Vergleich zu
meiner sehr winzig erschienen. Das allseits beginnende Gekicher wuchs
an zu schallendem Gelächter, als wegen der geringen
Größe der Speise, die Gesichter der Empfänger immer
länger wurden. Dieses Mienenspiel geschah unwillkürlich aus
dem Innersten heraus und war deswegen so komisch ausdrucksvoll, dass
sich niemand mehr das Lachen verhalten konnte.
ALLE LACHTEN, SOGAR DER
WIRT UND DIE KELLNERIN, DIE OHNE ES ZU WOLLEN DIE URHEBER DIESER
HUMORESKE GEWORDEN WAREN, DIE GESELLSCHAFT DIE ES ANFANGS JEDOCH SO
EILIG HATTE ZU IHREN SPEISEN UND GETRÄNKEN ZU KOMMEN, WAR BEI
MEINEM ABGANG NOCH IMMER ANWESEND.
So endete mit Heiterkeit
meine vom Anfang bis zum Ende gelungene,
herrliche Bergfahrt. Ich nahm Abschied von dem mir zu einem Paradiese
gewordenen Gesäuse und seinen Bergen, meinen Glücksbringern.
Das Gelöbnis eines möglichst baldigen Wiedersehens endete in
dem Wunsche, dass ein gütiges Schicksal es mir bescheren
möge, die Berge, die mir in der Jugend den Weg wiesen der mein
Leben entscheidend geprägt hat, noch viele Jahre besteigen zu
können. Sie sollten mir einst im Alter noch immer so sein wie
damals, als ich sie als Kind das erste Mal erblickte und so wie ich sie
als Jüngling das erste Mal erstieg.
Quelle:
Anton Schuberts handgeschriebenen Aufzeichnungen UNVERGESSLICHE
STUNDEN EINSAMER
BERGFAHRTEN IM ZAUBER DES GESÄUSES.
Einsam wand`le meine Bahnen
Flinken
Schritt´s nicht lang gefragt,
Einmal
loben einmal mahnen,
Finde
was mir niemand sagt,
Viel
erkennen, vieles ahnen,
Wie
das Herz es in mir tragt,
Wandelbar
mit bunter Welle
Ist
des Lebens heil´ge Quelle.
Wie der Sommervogel singt
Will
ich nun den Sang anheben,
Der
dieSeele tief durchdringt
Und
die Töne sollen schweben
Traurig,
aber auch beschwingt
Auf
und ab so wie das Leben.
Vom
Berg wie Elfenbein
Von
dem Grossen Ödenstein.
Aus verschwieg´nen Quellen
Im
Verborg'nen fließt,
An
geheimen Stellen
Eine
selt'ne Blume sprießt.
Verweile
Geselle,
Ein
kühner Gipfel grüßt.
Einsame
Stunden
Ort
zum Erkunden.
Der Ödstein ragt hervor,
Allein
zu sein
Zieht
mich empor
Zum
Felsenschrein,
Zum
Felsentor,
Im
fahlen Schein.
Silberschwingen
Gutes
Gelingen.
Rauschende Bäume
Schöpfer
Skulptur,
Lebendige
Träume
Zeit
ohne Uhr
Freiheit
der Räume,
In
der Natur.
Dunkel
gebricht
Es
werde Licht.
Berge erhellt
Leuchtende
Wand,
Dämmerungs
Zelt
Schlummerndes
Land.
Geborene
Welt.
Mit
sicherer Hand,
Zu
Dir allein
Du
Ödenstein.
Entwichene Nacht
Gefieder
Gesang,
Herzlich
gelacht
Verlorener
Zwang.
Betörende
Pracht
Einsamer
Gang.
Auf
alter Spur
Zur
Felsenflur.
Erinnerung
Im
Widerhallen,
In
Überlieferung
Ein
Lyra Schallen,
Ewige
Wanderung
Nebel
sie fallen.
Steigender
Aar
Im
Sonnenklar.
Alles beginnt
Leben
und sterben
Spielendes
Kind
Samen
auf Erden,
Alles
zrinnt
Vergehen
und Werden.
Leuchtende
Flammen
Führen
zusammen.
Im Fluge auf Zeit,
Ein
Schmetterling
Vom
Kokon befreit,
Im
Frühling
Der
Ewigkeit.
Endlosen
Ring.
Am
Gipfel stehen,
Kommen
und Gehen.
Krummholz ohne Pfad
Schwüler
Stieg und Wunden,
Ein
Gewitter naht
Doch
den Weg gefunden
Gämsengärten,
Kirchengrat
Müde
und zerschunden.
Blitzezucken
Donnerknallen
Hagelschauer
Nebelwallen.
Zum Verdruss
Purgatoriums Pein
Samuel
zum Gruss
Auf
dem Ödenstein
Und
zum Schluss
Kampf
um's Sein.
Hasten
und fluchen
Unterstand
suchen.
Angstvoll getrieben
In
dunklen Schlund,
Hängen
geblieben
Zerschlissen
und wund
Dankend
verblieben.
Auf
festen Grund.
Auf
steinernem Kissen
Dem
Tode entrissen.
Am Anfang ist das Ende
Auf
zu neue Bahnen,
Einstens
Neige - nun die Wende
In
der Wand auf den Altanen.
Einstens
Fährnis - nun Legende,
Vieles
sehen, vieles ahnen.
Berge
stehen
Menschen
gehen.
Ich steh am Gipfel und träume den Traum:
Der
einsamen Bergen voll Zauber und Wunder
Leise
ganz leise Musik, ich höre sie kaum,
Ein
Klingen, ein Schweben herauf und hinunter.
Gedanken
entschweben ohne Zeit, ohne Raum
Scheinbar
entrückt und doch wieder munter.
Entrückendes
Schweigen
Langer
Verbleiben.
Die Enns durchschäumt das Felsentor
Auf
grüner Flut der Sonne Glanz,
Immer
noch schöner als zuvor
Im
Saus und Braus und Tanz.
Im
Bett der Felsenflor
und
Wellenkranz.
Zauberberg
du Ödenstein
Gesäusekönig
bist nur du allein.
Gedanken wandern und verweilen,
Wie
traute Wesen, traute Weisen,
Getragen
wie von flinken Pfeilen
Und
Sie fliegen und sie kreisen.
Erste
Schritte und erste Zeilen,
Erstes
Frühlings - Preisen.
Eroberer-
und Forscherträume,
Blauer
Himmel hohe Bäume.
Frei der Sinn und frei das Denken,
Frei
die Feder in der Hand,
Halte
still nun zum Gedenken
Frei
der Blick von steiler Wand,
Nicht
zu kaufen nicht zu schenken
Ist
ein Stück vom Heimatland.
Stille
Andacht um mich blickt
Was
ich erträumt es ist
geglückt.
Im Geiste will ich bei ihm sein
Zum
Gedenken noch ein Halt,
Für
Anton Schubert ganz allein
Ade
du schöner grüner Wald,
Ade
du letzter Sonnenschein
Des
Abschied´s Lied erschallt.
Im
Herzen schließe ich dich ein,
Ade
Du mein Lieb Ödenstein.
Einsam wand`le meine Bahnen
Flinken
Schritt´s nicht lang gefragt,
Einmal
loben einmal mahnen,
Finde
was mir niemand sagt,
Viel
erkennen, vieles ahnen,
Wie
das Herz es in mir tragt,
Wandelbar
mit bunter Welle
Ist des
Lebens heil´ge Quelle. >
÷
ÖSTEIN
ERINNERUNGEN
RÜCKBLICK
Samstag
Nach dem Aufstieg vom
Koderboden, beobachteten wir eine sich gemächlich in die
Gemsengärten des Ödsteines zurückhiehende, Gemsenherde.
Am Wandeinstieg, Gamsstein begann es zu regnen,
verständlicherweise wurde unser Tatendrang gehemmt:
Eine seltsame
Naturerscheinung begann; knapp
über
uns vor der Südwand hatte sich aus Nebelschwaden eine
einzelne Regenwolke gebildet. Oh
wie schade,
alles ist ins Wasser gefallen! hörte ich rufen. Doch! So
plötzlich wie der Regen gekommen war hörte er auf'.
Nach dem Übersteigen des
Wandfußrücken beendeten in der Südwandschlucht, Rudolf
Bernhardt und Johann Glavanovits, die Ödsteinbegehung. Nur wer das
Echo in den Felswänden kennt, der wird auch unsere Freude
verstehen, als wir vom Gamssattel herauf, die Weisen der Oblarner
Bergmusik erklangen.
Das erste Frühlicht der Morgensonne beleuchtete bereits die
höchsten Zinnen und Spitzen ein neuer Tag, mit all seiner
Bergschönheit, eröffnete sich uns.
So wie sich langsam die letzten
Nebelschleier um den Gipfel des Großen Ödsteins
auflösten, so kamen mir, damals
alle meine Vorerlebnisse am Zauberberg
Ödstein traumähnlich
in den Sinn......
1974
PFINGSTEN, ZINÖDL Bei meimer ersten Fahrt
durch das Johnbachtal faszinierten mich die
wildromantischen Türme und Zinnen, die wilden Schluchten und die
zerklüfteten Wände des westlichen Ödsteinfußes.
Kurz vor der Ortschaft, Johnsbach, führt ein Felsentor durch den
letzten Ausläufer des Kirchengrates. Ich schlief damals in der
Heßhütte, die geplante Hochtorbesteigung war mir wegen des
noch vorhandenen Altschnee zu schwierig, deshalb bestieg ich
Zinödl und die Gsuchmauer.
Er war unser,
Mag das stolze Wort
Den lauten Schmerz,
Gewaltig übertönen.
Gipfelkreuzinschrift
DIE GEWALTIGE
FELSSZENERlE
Irgendwo
in einem Bücherbasar der UNICEF in Wien lagen zwei
Stöße handgeschriebene Hefte und Bücher, es waren
lauter sorgfältige Niederschriften von
Bergf'abrten m den OstaIpe,
geschrieben von dem Wiener Anton Schubert. Einen kLeinen davon
habe ich
erworben. Davon ist Der
Große Ödstein,
eine außergewöhnliche Schilderung einer
Ödsteinbesteigung, im Jahre 1893. Angeregt von dieser Schrift, als
einer der sich bisher sich schwierigeren Kletterfuhren enthalten
hatt, wagte auch ich mich an an den Großen
Ödstein
heran. Mein erster Besteigungsversuch
des Ödsteines, im Jahre 1982; war sehr
mühselig, die Idee; den Kirchengrat vom Felsentor vor Johnsbach zu
begehen, war reizvoll
aber sehr abenteuerlich.
Ungewollt geriet ich in eine gewaltige Felsenszenerie, des westseitigen
Bergaufbaues. Ein
unüberwindliches Bollwerk von Türmen zwangen mich dabei
wieder teilweise abzusteigen, mein zweiter Vorstoß scheiterte an
dem Übererhang einer Steilschlucht. Ein Gewitter zwang mich am
Kleinen Ödstein umzukehren, ich
wählte dazu den Gamssteinabstieg. Es goß in Strömen um
der Nässe zu entgehen suchte und fand ich in einer
Schluchtwandhöhle Schutz und Unterschlupf für die Nacht.
÷
MEINE
ERSTE
ÖSTEINBEGEHUNG
Eine Woche später,
erfüllt
von der Vorahnung des guten Gelingen meines Vorhabens, ich bin noch im
Dunkel Nacht in die Südwand eingestiegen. Nach dem Überstieg
des' Wanddfußrüoken's zur Wandschlucht, erweckte
sofort der eigenartige
Schluchtauslauf mein besonderes Interesse. Zufrieden mit meiner bereits
erbrachten Leistung wollte ich ruhend den Tagesbeginn erwarten. Jedoch
von der Neugierde getrieben, stieg ich nach einer Stärkung zum
Schlucht- grund hinab. Nun kam die große Überraschung.
Der schluchtabschließende Gamsgartenwall war nicht das
Ende, ein Loch geht unterirdisch nach unten weiter.
DER
KLETTERHELM: Etwas
anorganisches, Rotes? - war ganz unten, wo der Schrund wieder
zu Tage kam, zu sehen. Es kann nur von einem Menschen stammen,
dachte ich, nun war es das Gebot der Stunde der Sache auf den Grund zu
gehen. Nach einer Seillänge, fand ich schon den völlig
intakten Kletterhehn und gottseidank, ansonsten aber keinerlei
Utensilien oder Spuren eines Menschen.
Die Erklärung war logisch; das gesamte
Fallgut der Wandschlucht muß durch dieses Nadelöhr und so
war es auch mit dem vermutlich hoch oben verlorenen Helm. Nun - nach
ldiesem Abstecher setzte ich durch meinen Fundus geschützt, den
Aufstieg fort.
SONNENAUFGANG: Es war! ein prächtiger
Morgen,
würzjg duf teten die taufrischen Gräser und Latschen, nur
einige silberne Wölcken schwebten fast regunslos im purpurnen
Äther, durchleuchtet von der Sonne, die die.höchsten
Berghäupter golden überzog, hie und da –
wärmte
auch mich schon manch goldener Strahl. Ahnungsvolle Vorfreude! Von schönen
Stunden des guten Gelingen,
durchbebte michund erfüllte mein Innerstes mit jubelnder Freude.
Ein wundersamer Bergtag mit einer
mehrstündigen Gipfelrast, war nrir dann beschieden. Allerdings war
ich am Gipfel nicht lange allein denn, bald erschienen Kameraden der
Berge.
÷
DIE
GRÜNE
HÖHLE 
Wegen
meiner frübzeitigen Gipfelankunft konnte ich auch das Gebiet
abseits des Weges, erkunden. Das ist immer ein großer Vorteil,
denn dadurch lernt man den Berg besser kennen, meistens findet man
dabei auch für eventuelle Biwakiernngen geeignete
Unterschlüpfe oder man stoßt auf besonders idyllische
Plätze, wo man zu einer Freinacht verführt wird. Der Tag war
ereignisreich; wenn man nach der Plattenschlucht zwischen dem,
Teufelszahn und dem, Großen Ödstein, auf einem Rasenband
etwa hundert
Meter nach rechts wandert, erreicht man die moosbewachene Grüne
Höhle.
Die
Straße zur Echokanzel ist ein
breites nordseitiges Felsenband nit einer Verengung und führt
schräg nach oben - zu einer Stelle die gegenüber der
Teufelszahnwand liegt. Dem besonderen Echo an dieser Stelle verdanke
ich eine Harmonielehre und eine einprägsame Fehlerrückmeldung
und letzten Endes auch die Entstehubg des Ödstein Liedes.
÷
- <1>19/20.10.82
↑Kirchengrat Kleiner Ödstein Höhlen Biwak ↓Gamssattel.
Am
späten Nachmittag, beim Abstieg
zum Gamssattel braute sich, wie es m den Bergen
öfters vorkommt, plötzlichein Gewitter zusammen. Um den
Auswirkungen des Unwetters zu ent gehen, seilte ich mich wieder durch
das Nadelöhr in die am Morgen entdeckten Kluft hinab.
Draußen wütete das Unwetter und zog
alle Register mit Donner- und Hagelschlägen sowie später mit
gefrierenden Regen alle Register eines Wettersturzes. Wehe dem! –
der solchen Gewalten in der Wand schutzlos ausgeliefert ist.
Drinnen im Berg war bald ein Feuer entfacht und wärmte den
zwar nicht idealen, aber trockenen Schlafplatzt. Eigenartig, ich
beobachtete wie der Rauch oberhalb eines Überhanges, wie bei einem
Kamin abzog. Der Abend und die ganze Nacht lagen noch vor mir und meine
Kraftreserven erlaubten es noch die Ursache der Abzugsströmung zu
ergründen. Der Anfang war zwar, mit der Überwindung des
Überhanges, sehr knifflig - doch unter Verwendung der
Nothaken möglich.
DIE KAMINUMKEHR Nun stand ich vor einem runden
Kamim,
je höher ich stieg umso eigenartig wundersamer, wurde mir zumute.
Der kahle Fels wurde immer mehr von den weißen Kalkblüten
durchsetzt, an einer Stelle gleich einer Messerkante kam es zur,
senkrechten Kaminumkehr.
Auch die Luftströmung zischte in den nun gänzlich weiß
bewachsenen Kamin hinab –
von Neugierde geplagt und ohne zu
zögern auch ich. Am Seil mit voller Ausrustung und landetet
freischwebend in einen ebenerdigen tockenen Raum der von mit
sogenannten
Weißen Höhle.
Ein Platz zur Nachtruhe und ein Ort wie
geschaffen für eine Gedenkstätte an den Dichter Anton
Schubert, dessen Werk Einsame Stunden im Gesäuse Zauber
mich auf den Ödstein geführt hat.
Dort hatte ich auch meine Liegestätte gefunden und bald schon
wandelte ich; im weiten Lande der
Träume.
Nur einige Stunden Schlaf in einer, im
Gemsengarten, in Wandnischen, in einem Schneeloch oder am Gipfel,
regenerieren schom die körperliche Strapazen. Es gibt zwar immer
Leute, oder richtig gesehen sind es Gewohnheitstiere, die behaupten sie
könnten nur im eigenen Bett gut schlafen.
TRAUM
Gleichzeitig mit der Natur, an enem
Schönwettermorgen zu erwachen, bleibt ein unvergeßliches
Erlebnis, man fühlt sich wie neu geboren und voll Tatendrang. Manchmal ist
eine
Traumdeuutung schwierig obwohl nur die Fragmente in Erinnerung bleiben,
empfindet man von allen Epochen und zeitlos von Lebenden und Toten,
geträumt zu haben.
Wie
ein Mondsüchtiger oder ein
Geist, wandelte ich in einemem Friedhof von Grab zu Grab und suche
meine Eltern, doch! - Plötzlich höre ich Stimmen sprechen.
MUTTER
Was
die Mutter ist gewesen,
Ist am Grabstein nicht zu lesen,
Eingebettet wie im Berg das Erz,
Ist es in der Kinder Herz.
Der Schöpfer aller WeIten,
Wird es Ihr vergelten.
VATER
Mein liebes Kind wo gehst dut hin,
Bedenk' das ich dein Varter bin,
So bleib doch steh 'n und grüße mich,
Denn über alles lieb' ich dich.
Nun
war der Zeitpunkt eines weiteren Vorstoßes gekommen. Durch ein
horizontales, hufeisenförmiiges und halb mit Geröll
gefülltes Loch, kam ich an einem wundersamen Ort ans Tageslicht.
Inmitten der senkrechten Nordwand ist eine grünbewachsene Nische –
dem von
mir sogenannten Wintergarten.
Für mich, der aus dem Dunklen
gekrochen kam, war er ein Paradies. Viele Kräuter, Sträucher
ja sogar Pflanzen mit Blüten in all ihrer Pracht, hatten hier ein
fruchtbares Gedeihen und den Schutz vor den Frösten in dem durch
ein Felsendach geschützten Raum gefunden.
Ich
hatte verschlafen, die Sonne stand schon hoch, der Vormittag war
bereits angebrochen. Auch
ich wollte vom Sonnenglanz umflutet sein, deshalb ging ich auf die
vorgelagerte Felsenkanzel. Dann
stand ich, das erste mal und
wahrscheinlich auch das letzte mal in meinem Leben, Aug im Aug mit dem
Gams. Dieser schöne Anblick
prägte sich mir unauslöschlich ein:
Es war
das Haupt mit seinen großen, runden, braunen Augen, den Losern,
den Hörnern und dem Äser aus dem, ein verlegenes Räuspern drang,
beide waren wir sehr überrascht von unserer Erscheinung und
starrten uns eine Zeit lang wie gelähmt an.
Das Tier verhoffte, es war wie die Fortsetzung
einer meiner nächtlichen Träume, im wechselvollen Licht des
jungen Morgen fielen die ersten Sonnenstrahlen auf den unten
gegenüberliegenden Gamsstein.
Tief unter mir im
Kar des Gamsstein Sattels liegt
die Maischgrube, eine Mulde gefüllt mit riesigen
Felsblöcken die von oben wie Kieselsteine aussahen. Unter
mir lagen, im Kar des Gamsstein Sattels, die haushohen Felsblöcke
wie kleine Kieselsteine herum. Bald erreichte auch mich der
wärmende Sonnenschein als Auftakt zu einem hoffnungsvollen,
erwachenden Bergtag.
Einen Tag nach der Berglesung am
Grimminggipfel, erfüllte ich einen lang gehegten Wunsch meines
Freundes, Herrn Johann > 1902
- 89, SÄNGER mit 500 LIEDER im Gedächtnis,
MUSIKANT, ALMVATER und
WANDERER -
SCHIRMHERR, durch eine
gemeinsame Fahrt nach
Johnsbach und dem Besuch des,
Bergsteiger -
Friedhofes.
- <2>26/27.10.82 ↑Gamssattel 05:00 Weiße
Höhle Grosser Ödstein Südwand Biwak ↓Kölbl.
- <3>01/02.11.85
↑↓Kölbl Gamssattel Höhlen Biwak Erkundung des
Loches am Wandschluchtende, eine unterirdische wieder an Tag
führende Schluchtfortsetzung. Über einen Überhang geht
ein Schacht nach oben, dann in der Umkehrung wieder nach unten in einen
Raum mit weißen Kalkblüten. Von hier führt ein
waagrechter Schluf auf eine Felsenkanzel mit Wintergarten in der
Südwand.
÷
HÖHLENWEIHNACHT
<4>25/26/27.12.1985
Christtag 06:30 ↑Kölbl Gamssattel Höhlenbiwak bei teilweisen
sonnigen Wetter. Eine überhängende Schneewächte vor dem
Unteren Kluftausgang und eine Vereisung im unteren aufsteigenden
Kaminteil bereiteten, mir erhebliche Schwierigkeiten. 26. Stefanitag: Schlechtwetter
mit Schneefall, freischaufeln des Wandausganges, Anbringung einer
Aluseil - Sicherung
an den exponierten Stellen des Kamines. Gedenkraum
Bodenebnung
Wintergartenausgang vom Schnee befreit und Vergrößerung
Nachtlawinen haben den Wintergartenausgang wieder verschlossen, der
Schluchtausgang nach oben zum Gamssattelanstieg ist noch zugeeist
Höhlenbiwak 27. Schlechtwetter mit
Schneefall, der Wandausgang war wegen der ständig abgehenden
Lawinen nicht mehr freizuhalten. Hinterlegung des ANTON SCHUBERT
-
GEDENKSTÄTTENBUCHES. ↓Gamssattel Kölbl. 1985
Christtag: Aufstieg Gamssattel Ost. Es ist mir in letzter Zeit ein
Bedürfnis, für die vielen unbekannten Gipfelbuch- und
Marterlspruchweisheiten, eine Lanze im Kampf gegen die Windmühlen
der Banausitäs zu brechen. Solche Sentenzen
lösen bei mir, vor allem an Stellen wo Menschen verunglückt
sind, immer induitive Gedankenanstöße aus.
Gams zu jagen war sein letzter Wille, da stand sein Herz
plötzlich
stille.
Zum ewigen
Gedenken an den Revier Jäger SEPP
WERL,
denn an dieser Stelle am, 17.11.1945 der Tod ereilte Bildmarterl
Gamssattel Ost
Es war winterliches
Schönwetter,
am Wandfuß war ein bis zum Unteren Kluftausgang reichender
Schneekegel, fast problemlos
erreichte ich die Weiße
Höhle. Am Nachmittag
sammelte- und transportierte ich Brennholzvorräte in die
Höhle.
Stefanitag: Vergrößerung des
Wandausganges, Ebnung des Gedenkstättenraumes
und Schaffung eines Tropfwasser - Sammelbeckens. Meine Freude war
groß; im Wintergarten der Südwand hatten einige Farne und
Pflanzen die Kälte überdauert.
Den ganzen Tag fiel Schnee, um die
Mittagszeit gab es kurzen Sonnenschein, am Abend versuchte ich
vergeblich den, vom Schnee verschlossenen, Oberen Klufteingang, zu
öffnen. Es war die Nacht der
Lawinen, sie donnerten über die Wandnische hinweg. Durch den Druck
wurde dabei feiner Schneestaub durch den Wandausgang zu meiner
Schlafstätte im Gedenkraum geweht . Am nächsten Tag war auch
dieser Ausgang verschlossen, ich verließ die Weiße
Höhle.
GAMSSTEIN
NATURSCHAUSPIEL
Noch in der sternhellen Nacht
verließ ich durch den Unteren
Kluftausgang die Weiße Höhle und querte schleunigst vom
Schidepot zum Gamsstein - Sattel. Den neuen Tag wollte ich auf dem
Gamsstein begrüßen. Ein klarer
Wintermorgen umschwebte die heilige Bergstimmung, Sonnenschönheit
umleuchtete, die nahen Höhen des Großen- und des Kleinen
Ödsteins. Ihre Strahlen malten silberne Gebilde über die
dämmrigen Schatten der Tiefe.
Ich betrat
das
Felsenhaupt des Gamssteines, als die Sonne hell und blendend, dem rosig
leuchtenden Horizonte entstieg und ihr Schein das schneebedeckte
Bergland silbern färbte. Nach den drei Tagen in der
Höhle, war es wohltuend sich von der Sonne wärmen zu lassen.
Durch die Sonneneinstrahlung kam Bewegung in die Südwand, für
den Beobachter von einem sicheren Standort, wie es bei mir der Fall
war, bot sich, durch die abgehenden Lawinen, ein einzigartiges
Naturschauspiel. SA
MONDLICHT -
SCHNEEKRISTALLE
- <4.1>25/26.02.86 ↑↓Kölbl Gamssattel
Wandfuß
Biwak starker Schneefall verhinderte den Anstieg zur Höhle.
Seit
meinem Weihnachtsaufenthalt in der Weißen Höhle, habe ich
mich mit dem
Ödsteinlied beschäftigt, in der Nacht vor der Abfahrt, hatte
ich die Melodie und den Text in das Anton Schubert
Gedenkstättenbuch eingetragen.
Dieses Buch wollte ich in nun der Weißen Höhle
hinterlegen. Es war
Schlechtwetter mit Talnebeln, in den vergangenen Tagen waren
großen Mengen Schnee gefallen. Bis zum Abend schaffte ich die
Wegstrecke bis zu den ersten Felsen des Gamssattel - Anstieges.
Die
Nacht eines Winterbiwaks kann eine
Ewigkeit dauern, als sich der Himmel aufhellte und der Halbmond und die
Sterne sichtbar wurden, setzte ich meinen Weg fort.
DAS
BESTE MITTEL GEGEN DIE KÄLTE IST DIE BEWEGUNG
Mit
den Steigfellen auf den Schiern im glitzernden und klirrenden
Pulverschnee zu schreiten, war ein traumhaftes Erlebnis. Mühsam
aber kam ich im Kampf gegen meine Müdigkeit und mit dem tiefen
Schnee vorwärts, in dem Schidepot, einer Wandfußnische der
Südwand, verbrachte ich die Nacht. Schlechtwetter mit Schneefall
verhinderte am nächsten Tag den Aufstieg zur Weißen
Höhle. ÷
Fehlt den
MENSCHEN die
Qualität,
Herrscht
Falschheit und Brutalität. SS ÷
Über
die Lüfte fliegt der Mensch wie nichts
An FREIHEIT,
Frieden und Brot da
gebricht`s.
Am
Schirm sieht er die ganze Welt von zu Haus
Vergeblich
strecken Hungernde die Hände aus.
LF
- <5>24/25.03.1986 ↑↓Kölbl Gamsstein links Gamssattel Wandfußhöhle Biwak
Seilsicherungen Umkehrkamin angebracht und Wintergartenausgang vom
Schnee befreit, der Wintergartenausgang war wegen ständigen
Lawinen nicht mehr freizuhalten Höhlenbiwak 25.
Gamssteinbesteigung.
- <6>01/02/03.05.86 05:00
↑↓Kölbl Gamssattel Weiße Höhle Südwand Biwak 02.
Jahreserstbesteigung Kleiner Ödstein Grüne Höhle Grosser
Ödstein ab Gamssattel
weiter Rinnerstein Biwak 03. Festkogel.
<7>01/02.05.86 ↑Kölbl Gamssattel Weiße Höhle Anton Schubert Gedenktafel
Anbringung und Enthüllung Höhlen Biwak 1. Gamssattel ↑Festkogel ↓Kölbl.
Aufstieg,
weglos links vom Gamsstein durch die Maischgrube und den Unteren
Kluftausgang. Während des Anstieges;
hörte ich öfters die Klänge der Johnsbacher Blasmusik,
dieser musikalische Weckruf am ersten Mai, ist ein alter steirischer
Brauch.
Anbringung
der, Anton Schubert Gedenktafel in der Weißen Höhle und
Erweiterungsarbeiten am Südwandausgang. Am Abend klarte das Wetter
auf, das
war Grund genug um durch den Oberen Klufteingang die Höhle zu
verlassen und in der
sternhellen Nacht, in den Gemsengärten ein Nachtlager zu suchen.
Nach
dem Aufstehen beobachtete ich eine
Maus, ohne zu flüchten lief sie verstört herum.
Jahreserstbesteigung des Große
Ödstein, nach
anfänglichen Vernebelungen kam wie bestellt Schönwetter.
- <8>17/18.05.86 ↑Kölbl Gamssattel Weiße Höhle Kleiner Ödstein
Grüne Höhle Großer Ödstein Gipfelbiwak Pfingstsa
18. Jahreserstüberschreitung Gipfelgrat Hochtor
Hesshütte ↓Kölbl.
- <9>27/28.06.1986, Freitag:
Schönwetter, ↑Gamssattel - Ost, Besuch der "Weißen Höhle" durch den
"Unteren Klufteingang", Gamsgartennächtigung.
GIPFELGRAT -
SCHARTENBUCH HINTERLEGUNG
Zum Gedenken an Franz Lanner
tödlich abgestürzt, am 13.06.1984 im 35. Lebensjahr
Geht man
am Südwandfuß der Gamssattelwand in Richtung Westen, gelangt
man zur
geräumigen "Spaltenhöhle" 28.06.1986,
Samstag: Schönwetter, Besteigung des "Kleinen Ödsteins"
über die "Straße"
mit der "Echokanzel",
Besteigung des "Großen
Ödsteines", Abstieg in die Scharte, Hinterlegung des
instandgesetzten Gipfelgrat -
Schartenbuches. Abstieg in der "Großen Ödsteinostwand -
Verschneidung" links neben der "Großen Höhle" dann
in Richtung "Festkogel" in
der Umgehung der Abschlußwand ↓Kölbl.
- <10>22/23.09.89
Weiße
Gedenkhöhle ↑um 9:40 ↓Kölbl.
÷
Es gibt viel Lärm
-aber nur eine STILLE SS
- <11>23.07.91
→von der Festkogel
Östeinüberschreitung ↓Kölbl.
- <12>03.04.98 ↑Kölbl Überschreitung Ödstein - Festkogel - Hochtor - Heßhütte - Peternpfad Biwak Haindlkar Gesenbkscharte ↓Johnsbach. Tour
zur Besichtigung des Steinernen Bergrettungsmannes eine bisher noch
unbekannte Plastik von Carl Hermann vor der Bergrettungshütte
Haindelkar.
÷
Schwer
ist der Kampf ehe man begreift,
Um
ein Blatt PAPIER
in Stürmen gereift.
Alle Voraussetzungen dafür,
daß diesem ANTON
SCHUBERT - GEDENKBUCH eine entwürdigende
menschliche Behandlung erspart bleibt, sind hier in der
Gedenkstätte gegeben.
WO ANDERE
VORÜBER GEH´N
Ich hab darüber
nachgedacht,
Was wohl den Menschen glücklich macht;
Ein netter Blick, ein liebes Wort,
Hilft dir im Alltag immer fort.
Ist dein Herz manchmal schwer,
Bedaure dich nicht allzu sehr.
Wo andere vorüber geh´n,
Da bleibe du ein Weilchen steh´n.
Oft ist es nur ein Stein ein Falter,
Schenk ihnen ein Stückchen Leben,
Man lernt es auch noch im Alter,
Dem Auge Grund zur Freude geben. Frau
Silvinger Wien
DAS HÖCHSTE
Reine Herzens zu sein Das ist das Höchste,
Was Weise
ersannen Weisere aber waren.
HÖLDERLIN > an Diotima
÷ 20090820 Anstiegsversuch nach 25 Jahren ÖDSTEIN
- <12.1>20.08.09 ↑Kölbl Gamssattel Schlucht- und Wandeinstiegsversuch gescheitert ↓Maischgrube und Gamsspitz rechts.
Günter wollte in seinem Urlaub auch wieder einen Alpenspaziergang> mit
mir unternehmen, so landen wir im Johnsbachtal beim Kölblparkplatz. Wir
schlendern gemächlich bergan, einer der wenigen Schönwettertage dieses
Sommers ist angebrochen, eine kleine Völkerwanderung belebt den Weg zur
Heßhütte. Richtige Bergsteiger brechen allerdings schon vor oder bei
der Dämmerung auf - Nachzügler haben es bekanntlich, wir ausgenommen,
immer eilig. Oberhalb des Wasserfalles im Koderalmboden finden wir auf
einem Stein des Baches einen idyllischen Rast- und Jausenplatz. In
gewisser Entfernung ziehen die Wandersleute, mit und ohne Rucksack oft
auch nur mit Tragtaschen, vorbei einer war besonders originell; er trug
eine standesgemäße kurze Lederhose und hatte dazu das modische
Männerkopftuch auf. Eine ständige Gesichtsverhüllung ist
menschenunwürdig, aber ein Kopftuchverbot ist doch die größte aller
zivilisierten Peinlichkeiten, denke ich mir. Am Festkogel- und
Hochtorweg sind wir dem Trubel entkommen und finden dann auch den
Gewohnheitssteig zum Gamssattel. Am Rand des ersten Schneefeldes ziehen
wir eine sitzende Verschnaufpause in die Länge, Günter der Jäger widmet
sich einen schönen Anblick einer Gämse, die durch unser ruhiges
Verhalten weder verhofft noch flüchtet.
Die Besteigung der Schubertschlucht breche ich beim letzten Überhang
vor dem Höhleneingang ab. "Ein Seil ohne Haken" ist immer ein Haken in
der Sache. Es bleibt ja noch der Höhleneinstieg von oben, der alte
Haken über dem Eingangsloch ist noch vertrauenswürdig. Nun stehen wir
beide beim Überhang zum Umkehrschacht und auch am Ende unseres Seiles.
Der Überhang hat noch die Doppelhakensicherung mit einem kurzen
Aluseil, doch ich vermisse meine Fähigkeit des Spreizschrittes, auch
hier ist die Tageslosung wieder Umkehr. Heute nach genau 25 Jahren> weiß
ich es nicht mehr wie es mir damals möglich war diese gefährliche
ausgesetzte Stelle zu überwinden. Ob die Gedenkhöhle mit dem
Wintergarten, außer von mir, jemals besucht wurde? Wäre im
Gedenkbuch> gestanden, die Felsnische Wintergarten hat auch in der
kalten Jahreszeit immer grünen Bewuchs. Der Wandabstieg hat einen
etwas kribbeligen Abschnitt, der mir auch schon in der Vergangenheit
immer im Magen gelegen war, so auch wieder heute. Letzten Endes
habe ich bei dieser Tour nicht Günter eine Angst eingejagt, damit er
von meiner Bergpartnerschaft geheilt ist, sondern mir selber.
Der Durst treibt uns in die Randkluft zu plätschernden Wasser, Günter
schwingt sich mühelos in die herzförmige Ausschmelzung mit Fenstern und
wir stillen unseren großen Durst. Eine Person quert vom Gamssattel
Kirchengrat zum Gamssattel Gamsspitz und verweilt auf halber Höhe des
Gamsspitzes. Wir queren das romantische, von Krummholz bewachsene
Gamssattelkar "die Maischgrube", mit den kreuz und quer durcheinander gewürfelten,
liegenden und stehenden Felsblöcken, ich finde ein waidmännisches
Andenken für Günter von einem Lawinengams. Dieser ist ganz im Banne der
Gämsenbeobachtung die zahlreich äsend auftauchen. Der wilde Abstieg
rechts vom Gamsspitz hat es in sich, zumindest ist es ein
Landschaftsteil der zwangsmäßig vom Menscheneingriff verschont ist.
Trotzdem sind wir froh als wir einen Forstweg erreichen und später
einen vorbildlichen Wandersteig finden, der uns am Berg zurück hinein
zum Kölbl führt. Unterwegs hatte sich Günter noch eingehend mit der
Beobachtung einer Blindschleiche beschäftigt. Es ist bereits dunkel und
wir stolpern fast über die vielen braunen eingewanderten Nacktschnecken
auf der Wiese hinter dem Kölbwirtshaus. Dieses hat im Vergleich zu
einst wesentlich vergrößert und viele, auch in Freien sitzende, Gäste
geben ein Zeichen von guter Bewirtschaftung. Am Nebentisch sind
Gesprächsfetzen von der begangenen "Jahn-Zimmer" Fuhre der Nordwand
und vom Tod des Grogger Verwandten> am Grimming zu hören. Der Wert des
Lebens oder der Gesundheit zeigt sich meistens erst bei Gefahr oder
Krankheit. Um sein nacktes Leben zu zittern jedoch gleicht dem
Stumpfsinn vom: "Letzten Lebewohl der sterblichen menschlichen
Überreste". "Mit Geist und Leben vorwärts streben"? Und wieder dringt diese Frage an mein Ohr, Doch wieder ist und bleibt alles wie zuvor. Und wieder dringt die Frage an das Lied, Warum Amtenorias Schatten es nicht mied?
÷
GIPFELKREUZ
GROSSER ÖDSTEIN
Es wurde, am 22.08.1965 von der
ÖAV - Sekt. ÖGV Jugend aufgestellt, die zum gleichen
Zeitpunkt das Steigbuch
des Hochtor - Ödsteingrates hinterlegte. GIPFELBUCH GROSSER
ÖDSTEIN Es wurde am, 20.08.1980 von Herman Maunz aus Weng
hinterlegt. Es ist ein
Taschenkalender und wegen der geringen Gipfelfrequenz ist dieser erst
halb voll geschrieben. 20.10.82 Mein
erster Besteigungsversuch des schwer zugänglichen Zauberberg und
König des Gesäuses mit über 1700 m relativer Höhe.
÷
Leben heißt wandern
und nicht in Stille stehen,
Von
einem GIPFEL sind viele
andere zu sehen.SG
auf Gamssattel 26. 05:00 Gamssattel
Weiße Höhle Grosser Ödstein ab Südwand Biwak
Kölbl 27.10.82
<1> JAHRESERSTBESTEIGUNG
Kleiner
Ödstein Grüne Höhle Grosser Ödstein ab Gamssattel
weiter Rinnerstein Biwak 02.
Festkogel ab Kölbl 03.05.86 <2>
÷
Unter
dem Zeichen des KREUZES, habe ich hier oben
eine
einsame
aber wunderbare Sternennacht
verbracht. KBGA
NACH EINER
GIPFELNACHT AM ÖDSTEIN
An jenen wonnigen, jungen Tage im
Frühling,
küßte mich die milde Mutter die Sonne, aus dem Schlummer.Allein mit dir meine Seele, - hoch oben am Gipfel! In
den Tälern lag noch der Schatten der Nacht, manche träumten
noch von ihrer kurzen Kindheit und von den fernen Bergen, ich erlebte
nach einer Zeit voll holder Träume schon das Wunder der
Schöpfung. Ein Bett zwischen Himmel und Erde. SA
auf
Kölbl Gamssattel Weiße Höhle Kleiner Ödstein
Grüne Höhle Großer Ödstein Gipfelbiwak Pfingstsa
17. JAHRESERSTÜBERSCHREITUNG
Gipfelgrat Ödstein Hochtor Hesshütte ab Kölbl 18.05.86
<3 > auf ab
Gamssattel 28.06.86 <4>
Anton
Schubert Berggedenken Öblarner
Berg Musik
Euphorionwanderung
06.08.86 <5>
auf
Kölbl Schneekarturm Festkogel Ödstein Anton Schubert
Gedenkhöhle Gamssattel ab Kölbl 23.07.91 <6> auf
Kölbl JAHRESERSTÜBERSCHREITUNG
Gipfelgrat Ödstein Hochtor Hesshütte zur Besichtigung der
bisher unbekannten Steinernen
Bergretter von Carl Hermann vor der
ÖBR Diensthütte Haindelkar. 
Das
neue beschädigte Ödsteinkreuz
Ein neues Holzkreuz lag aufstellungsbereit am Gipfel. Peternpfad Wandverschneidung
Biwak, Wolkenbruch, aus der Felsnische kam ein Bach, von der Wand kam
die Traufe 03. Haindlkarhütte ab Gsenkscharte
04.06.98 <7>
Bei der Suche nach Willi
End, von ihm sind alle Aufnahmen im AV-FÜHRER >,
stiess ich auf das neue Ödstein Gipfelkreuz. Das alte Gipfelkreuz
war aus Metall und somit auch gleichzeitig ein natürlicher
Blitzableiter. Das neue Holzkreuz wurde zwar mit dem Hubschrauber auf
den Grossen Ödstein transportiert, doch an den Blitzableiter hat
man nicht gedacht.
÷ ÖDSTEINKANTE2002 
Am
Eckpfeiler des Gesäusekamms: Eine Begehung der Nordwestkante des
Grossen Ödsteins.
Manche
Träume brauchen länger, um wahr zu werden. Die
Ödsteinkante war für mich so ein Traum. Doch auf den grossen
Ödstein trifft zu, was auch über manch grösseres Ziel
schon gesagt wurde: an diesem Berg gibt es nichts zum Nulltarif. Und im
Bewusstsein der Länge dieser Unternehmung hat es auch bis zum
Entschluss etwas gedauert. Ende August 2002 war es dann soweit. Kurz nach 6h morgens verlassen Rudi und ich das im unteren Johnsbachtal
abgestellte Auto und begeben uns auf die Suche nach den spärlichen
roten Markierungspunkten, die uns ins Ödsteinkar leiten. Wir
steigen zuerst durch Wald, dann ein Bachbett nutzend, zwischen Latschen
und schließlich mühsam über lockere Schuttströme
in den entlegenen, rinnenartigen Winkel unter der düsteren, 700m
hohen Ödstein-Nordwand. Den Einstieg markiert ein
herabhängendes Seilstück, welches die Stelle vermutlich auch
bei Schneelage gut kenntlich macht. Diesmal ist der Wandfuss jedoch
trocken. Während wir die Seile durchziehen, entdecken wir im Kar
weitere Kletterer, die rasch näherkommen. Für die
nächsten Stunden übernehmen wir beide die Routensuche, die
anderen folgen uns dicht; an den Standplätzen rennt der
Schmäh auf wienerisch, nieder- und oberösterreichisch, nicht
unangenehm angesichts der grossartig-ernsten Umgebung. Die Kletterschwierigkeiten sind vorerst moderat. Vor den beiden
wesentlich schwierigeren Schlüsselseillängen, etwa in der
Hälfte der Tour, befindet sich ein schöner Gratsattel, in dem
wir kurz Pause machen. Der Ausblick ist hier schon
überwältigend, vor allem auf die gegenüberliegende
Westwand des Ödsteinkarturms.
Dann kommt bald der härtere
Teil: Rudi führt zunächst eine Seillänge über
dachartig abwärts geschichtete Platten bis zu einer Stelle, von
der mehrere Varianten weiterführen, die auf unterschiedliche Weise
versuchen, mit einem etwas grösseren Überhang fertig zu
werden. Nun bin ich dran, quere nach links über rauhe Platten, lege einen
Klemmkeil, finde einen neuen Zwischenhaken, weiss dann aber fürs
erste nicht mehr weiter. Einige Minuten vergehen mit Herumprobieren.
Rudi hat mir später einiges über meine verbalen
Äusserungen an dieser Stelle mitgeteilt... Schliesslich ist es
klar: weit nach links auf einen trittbrettartigen, rissigen Vorsprung
gespreizt, dann schwierig entlang mehrerer alter Haken gerade hoch, und
über einen Spalt in leichteres Gelände und zum nächsten
Stand. Was dann noch folgt, ist ein langwieriges sich - Heranarbeiten an ein
schräges breites Ausstiegsband, aber die Hauptschwierigkeiten
liegen hinter uns. Bald haben wir Sonne. Der Ausstieg führt auf
den obersten Kirchengrat, wenige Minuten vom Gipfel entfernt! Es ist 3h
nachmittags. Wir ziehen die Bergschuhe an, verstauen die Klettersachen,
fallen über unsere restlichen Ess- und Trinkvorräte her. Auf dem Gipfelkreuz sitzen zwei Kolkraben dicht nebeneinander. Bei
unserem Näherkommen gleiten sie lautlos ins Ödsteinkar
hinaus, elegant, mit gespreizten, glänzend schwarzen Federn, als
wollten sie allen Kletterern zeigen, wie man sich in den Bergen bewegt.
Kolkraben unterscheiden sich von Alpendohlen durch ihre Grösse
sowie durch die schwarzen Schnäbel und Füsse, und sie sind
perfekte Kunstflieger. Wir machen eine ausgiebige Gipfelrast, warten noch auf die nächste
Seilschaft, plaudernd, fotografierend, sitzend und stehend auf der
wunderschönen Gipfelplatte. Das Wetter scheint uns Zeit zu lassen,
doch die Bewölkung nimmt langsam zu. Als wir uns gegen 4h an den Abstieg über den Kirchengrat machen,
freue ich mich eine Zeitlang über die gute Markierung und
über allerlei nette Stellen, die wir in ziemlichem Tempo
abklettern. Wir passieren den blau markierten Abstieg zum
Gamssteinsattel und queren den kleinen Ödstein. Dann jedoch wird
der Abstieg zusehends mühsamer. Hunderte Meter
Schrofengelände werden abgeklettert und der Höhenmesser
belehrt uns unerbittlich darüber, wie langsam wir an Höhe
verlieren.
Es folgt ein etwas einfacheres
Stück bis zur Johnsbacher Scharte, dann geht es nach Süden
hinunter. In einer endlos scheinenden, trockenen Felsrinne wird steil
hinuntergelaufen und abgeklettert, dann wechselt die Markierung in eine
noch weitaus unangenehmere Nachbarrinne, wo wir mit Steilstufen,
Geröll und Steinschlag noch einige Zeit herumraufen. Aber
schließlich nimmt uns im Wald ein netter Weg auf. Nach 1500 Höhenmetern wilden Abstiegs landen wir gegen 7h abends
am Talboden. Der Himmel hat sich mittlerweile stark verfinstert, das
Farbenspiel zwischen fahlem rosa und dunkelviolett könnte einen
Maler begeistern, verheisst aber nichts Gutes. Erster Donner knattert
in den Wolken. Geschwind mache ich mein beim "Ödsteinblick"
abgestelltes Fahrrad flott und flitze die immer steiler werdende
Strasse talauswärts, um das Auto zurückzuholen, und das
möglichst noch vor dem Gewitter. Während ich unter den ersten Regentropfen durch Johnsbach rolle,
löst sich von einem der Häuser schräg vor mir die dunkle
Gestalt eines schlappohrigen fetten Hundes, dessen Jagdinstinkt
plötzlich erwacht ist und der Anstalten macht, mich seitlich
anzuspringen. Das hat mir noch gefehlt, unmöglich, bei dem Tempo
auszuweichen, kein Helm auf dem Kopf, die Strasse schon feucht,
verfluchtes Vieh! Wild entschlossen trete ich noch kräftig durch
und lenke dabei stur geradeaus, der Hund ändert im letzten
Augenblick die Richtung und ich bin vorbei, Krankenhaus ade!
Das Auto ist erreicht, und
während ich das Rad hineinlade, bricht
das Wetter so richtig los. Einigermassen durchnässt bin ich bald
darauf wieder beim "Ödsteinblick", wo Rudi schon beim Bier sitzt.
Forelle essen, Bier trinken, einer nebenan lärmenden und
qualmenden Raftinggruppe ausgeliefert, überdreht, aber
glücklich verbringen wir den Abend und wanken dann zu Bett.
Um 3h morgens wachen wir
unvermittelt auf. Meine Beine schmerzen. Rudi
schaut aus dem Fenster.
"Was ist?" "Es regnet."
"Na, passt ja!" Gelächter.
Ende. Schönwetter am
nächsten Tag wäre doch schlimm. Man
müsste in dem Zustand glatt noch eine Tour gehen... TEXTANFANG ÖDSTEINKANTE^
INFO
Die
Ödstein-NW-Kante (erstmals begangen auf etwas anderer Route von
Angelo Dibona 1910, weiteres siehe [1]) wurde neulich saniert, was eine
beachtliche und dankenswerte Arbeit darstellt. Die sanierte
Routenführung ist in [2] dokumentiert.
Beim Einstieg dürfte es sich nach den Beschreibungen in [1] um die
Einstiegsvariante "Preuss/Relly" handeln. Die Standplätze sind
durchwegs mit je einem Bühlerhaken saniert und nicht immer leicht
zu finden, denn an Zwischenhaken gibt es nur einen weiteren Bühler
in der 2. Schlüsselseillänge (nach [1] ist dies die Variante
"Redlich/Stefansky") und ein paar Normalhaken, fast alle recht
ehrwürdig.
Die beiden Schlüsselseillängen sind im Topo [2] für
freie Kletterei mit 5 bzw. 6- bewertet. Ansonsten liegen die
Schwierigkeiten nicht über 3+, dazwischen gibt es auch etwas
Gehgelände.
Das Topo in [2] ist brauchbar, wenn man berücksichtigt, daß
mehrere Seillängen in der Darstellung ausgelassen wurden, und zwar:
eine Seillänge im Bereich der dargestellten 3. Seillänge
"50m, 1" (letztere ist entweder wesentlich länger als 50m, oder
wir haben einen Standhaken übersehen - gleichviel, es ist
praktisch ein Band mit Gehgelände)
eine Seillänge im Bereich der direkt an der Kante verlaufenden
Wegführung in der unteren Routenhälfte
eine kurze Seillänge nach dem darauffolgenden Linksquergang und
Kamin "3, 50m" (dieser Linksquergang dient nur dazu, einige Gratbuckel
zu umgehen, hinter denen sich der "gr. Absatz" verbirgt - nicht zu
früh nach links queren!)
eine Seillänge im
Bereich der schräg links aufwärts weisenden Wegführung
nach den beiden Schlüsselseillängen. (Hier nach eineinhalb
Seillängen die Rinne verlassen und auf ihrem linken
Begrenzungsrücken weitergehen. Dann keinesfalls zu früh nach
rechts abbiegen - mehrere Verhauermöglichkeiten - am besten nach
dem Bild auf S.395 in [1] orientieren!!)
Der
von uns im Abstieg begangene
Kirchengrat [3] (das ist der Normalweg auf den grossen Ödstein)
ist sehr mühsam, reicht stellenweise an Schwierigkeitsgrad 3 heran
und sollte in keiner Weise unterschätzt werden.
TEXTANFANG ÖDSTEINKANTE^
÷
LITERATUR u.
Willi End Werkverzeichnis
- [1]
Willi End: "Alpenvereinsführer Gesäuseberge", Rother-Verlag, 1988
- [2]
Reinmüller, Hollinger, Mikofei: "XEIS-Auslese", herausgegeben vom
Alpinen Rettungsdienst Gesäuse, Mai 2002
- [3]
Willi End in "Der Gebirgsfreund" Jg.113, Nr.1, S.8-9, Feb./März
2002
Alpenvereinsführer
(AVF) Gesäuseberge - Ennstaler Alpen Glockner- und
Granatspitzgruppe Venedigergruppe Neuauflage im März '06. Gebiets-
und Auswahlführer (GF) Glockner-, Granatspitz-, Venedigergruppe -
mit angrenzenden Berggebieten Neuauflage im Juli '07 vergriffen GF
Dachsteingebirge vergriffen AVF Lienzer Dolomiten
Anmerkung: Wie kam ich zu diesen Bericht? Bei
der Suche
nach Willi End, von ihm sind alle Aufnahmen im AV-FÜHRER >,
stiess ich auf das neue Ödstein Gipfelkreuz. Das alte Gipfelkreuz
war aus Metall und somit auch gleichzeitig ein natürlicher
Blitzableiter. Das neue Holzkreuz wurde zwar mit dem Hubschrauber auf
den Grossen Ödstein transportiert, doch an den Blitzableiter hat
man nicht gedacht. Von >
hat nach meinem
Wissensstand nur der Ofensetzer Gruber Rudolf die Östeinkante
begangen.
KLEINER
ÖDSTEIN 
GIPFELBUCH Bei
der Besteigung des Kleinen Ödsteines über die Straße
mit der Echokanzel, erfreute mich ein flirtendes
Dohlenpaar. Seit Oktober 1985, gibt es ein neues Gipfelkreuz, das
Gipfelbuch wurde am, 29.09.1985; von Manfred Üblacker und Johann
Zacharias, hinterlegt, es ist anzunehmen das sie
auch die Gipfelkreuzaufsteller sind. Nach dem Abstieg über die,
Gamssteinroute", fand ich zur Nächtigung einen Baum: Seine unteren
Astreihen waren vom Tiefschnee zeltartig zu Boden gedrückt,
dadurch war um den Stamm, ein von Süden zugänglicher
schneefreier und windgeschützter Hohlraum entstanden.
Der
auch
verzichten kann.
SW
auf Kirchengrat Höhlen Biwak 19.
ab Gamssattel 27.10.82
<1> Jahreserstbesteigung
02.05.86 <2>
jeweils am
Gipfel 17.05.86 <3> 28.06.86 <4>
÷
KLEINER ÖDSTEIN SÜDOSTWAND
2005
Südostwand
Waidhofner Weg, 4-5 17 Seillängen. Abstieg: 400 bis 500m
abklettern zum Gamssteinsattel, 2.Grad. Diese Eintragung in unserer
Tourenpartnerbörse hat anscheinend nicht allzu verlockend
geklungen.
Die
kurze Bemerkung über den (leider notwendigen) Abstieg war wohl
eher abschreckend und wurde durch ein verheißungsvolles Foto
einer bildschönen Wasserrillenplatte aus dem Xeis-Führer
nicht aufgewogen.
Aber Christian war fest entschlossen, diese Tour im Frühjahr 2005
an Land zu ziehen, und blieb beharrlich, wenn auch mit Hintergedanken
("na ihr seids ma Alpinisten...").
Nach der Bereinigung von Wetter- und Terminproblemen
blieben nur noch drei Unentwegte übrig, Bärbel, Hans und
Christian, und sie bildeten eine Dreierpartie an einem wolkenlosen
Samstag Mitte Juni. (Unentwegte = Die sich den Weg
nicht nehmen lassen)
Abends
beim Johnsbacher Kölblwirt beschlossen, um 5h aufzustehen,
abendgegessen, im Bett geräkelt, tramhappert aufgestanden,
ansatzweise gefrühstückt, den Wald hinaufgewankt, den
"Mini-Gletscher" samt Randkluft am Wandfuß beäugt, eine
schon anwesende Seilschaft abgewartet, grasige Felsbuckel hochgestiegen
und gequert, schließlich mit zunehmender Munterkeit die sich
langsam aufsteilende Wand hochgeturnt, dann
Wasserrillen,Wasserrillen,Wasserr...
Wunderschön und etwas schmerzhaft: Wasserrillen. Teils seicht,
gerade für die Finger- und die Zehenspitzen. Dann wadltief,
O-beinig zu gehen, Rille links, Rille rechts, den scharfkantigen Steg
dazwischen zum Krallen. Und plötzlich geht gar nichts mehr. Der
Schuh steckt fest, die Wasserrille hat sich darin verbissen wie ein
Hund. Beim Versuch, sich loszureißen, läuft man Gefahr,
rücklings aus der Platte zu kippen.
Glücklicherweise
gibts einen Haken, halt dich fest (reine Notwehr - hat mit technischem
Klettern nichts zu tun) und reiß ihr den Schuh gewaltsam aus dem
Maul. Er sieht schlimm aus. (Heisst nicht die Nachbarroute
"Gummikiller"?) Je höher, desto toller, die Kletterei ist nun
wirklich traumhaft! Die beiden Männer vermissen bei Bärbel
ein wenig die erwartete Begeisterung:
(12.
Seillänge:) "Ja, mir gefällts eh gut" -- "des klingt aber net
ganz überzeugend..."
(13. Seillänge:) "Also Christian, jetzt werd ich aber richtig
euphorisch!" -- "na liab, hast des öfter...?"
(15. Seillänge:) "Das is ja richtig toll!" -- "na endlich..."
Gutmütiges Geblödel.
Eine bildschöne, steile
Fünfer-Seillänge, wandig, mit nur mehr angedeuteten Rillen,
und noch eine Länge, dann ist der Ausstieg erreicht. Christian,
wie immer gipfelhungrig, braucht dringend den Blick hinüber ins
Ennstal und gibt sichs noch bis zum Gipfelkreuz des Kleinen
Ödsteins. Alles
endet irgendwann, auch die Gipfelrast fällt schließlich dem
Abstieg zum Opfer. Blaue Markierungen, wie gut! Abklettern, abklettern,
ab- -wo? Ganz nach vor gehen, senkrecht runterschauen,
tatsächlich, da geht er weiter, dieser "Zweier", traut sich was!
Die ersten paar mal lachen wir noch. Bis der Zweier dann durch eine
Steinschlagrinne "sickert", in der alle Trümmer unabhängig
von ihrer Größe nicht nur locker sind, sondern auch wirklich
abgehen. Bis er eine Gras-und-Fels-Kanzel nicht nur senkrecht nach
unten verlässt, sondern in einzelnen Metern sogar ein bisschen
hängt. (Zitat Oliver König: "üüberhängendes
Zweiergelände!" - mit verhaltener Abscheu ausgesprochen) Am
coolsten bleibt noch Hans: "I kenn de Gsäus-Schluchten, de schaun
halt net besser aus..."
Der Abstieg zum
Gamssteinsattel wird nach unten immer schlimmer, hat aber
gegenüber dem "Kirchengrat" den Vorteil, dass wegen der Steilheit
"was weitergeht", dass er einfach früher endet. Bei Nässe
wärs allerdings grimmig. (Zitat Willi End: "mehr gefährlich
als schwierig")
Beim Kölblwirt werden
noch diverse Köstlichkeiten durchprobiert, für die es gestern
wegen der späten Stunde nicht mehr gereicht hat, und nachdem Hans
einen ordentlichen Kaffee getrunken hat, fährt er ruhig und sicher
nach Hause, während Christian vor sich hin döst und
Bärbel hinten auf der Bank einschläft. Ein wunderschöner
Aufstieg, ein grauslicher Abstieg, zum Glück wars net umgekehrt! Quelle.Gebirgsverein
Christian.Faltin
Update 18.9.05 TEXTANFANG
ÖDSTEINKANTE^
÷
DIE
KREUZOTTER UND
DIE NATTER
Der Schönwettertag begann mit
einem, schönen Anblick von Gemsen, ich unternahm
einen wilden Anstieg links vom Schneekarturm, dabei erschreckte mich
eine von mir aufgeschreckte, zischende Kreuzotter. Auf einem
typischen Gemsenstandplatz,
am zum Schneekarturm hinführenden Felsengrat, verweilte ich einige
Stunden.
Gemsenstandplätze
sind immer an landschaftlich schönen und markanten Stellen. Ich
atmete im Gleichklang mit der ringsherum in der Frühlingstimmung
pulsierenden Natur, musizierte und beobachtete die, zum Fesrkogel
wandernden, Schitourengänger. Während ich so
gedankenversunken vor mich hin sann, erschreckte mich plötzlich
ein lautes Plub! - mit einem folgenden Wasserplatschen, von der
Schneekarturm - Südwand
her. Dort schoß durch die Sonneneinstrahlung plötzlich
befreit der Inhalt; einer zugefrorenen Felsenquelle oder eines
Schmelzwasser - Einschluß, hervor und stürzte kurze Zeit als
Wasserfall von der Wand.
Nachmittags beim Abstieg;
suchte ich unterhalb der Koderalm eine Route in der Nähe des
Wasserfalls. Da dies nicht möglich war, umging ich die Wand
taleinwärts. Oberhalb dieser Wand beobachtete ich eine große
Natter: Zuerst bewegte sie sich langsam auf
einem flachen, sonnerwärmten Felsen, dann bei meiner Ankunft
stellte sie sich tot.
Der
Ödstein, der mir in den drei vergangenen
Frühlingstagen viele unvergeßliche Erlebnisse beschert
hatte, verabschiedete sich mit einem in der Abendsonneaufflammenden
Gipfel,
ich aber wanderte talauswärts zu meinem Fahrzeug. Dass ich aber
trotz der Atomstrahlungs - Gefahr - Warnungen, wegen der
Reaktorzerstörung in Tschernobyl, eine Gesäusebergfahrt
unternommen hatte, war vielleicht unvernünftig, aber was wäre
das Leben noch wert, wenn man auf solche Freuden verzichten
müßte?
Christihimmelfahrtstag: Anstieg;
Gamssattel - Ost - Oberer
Klufteingang,
Schlechtwetter mit späteren Übergang des Regens in Schnee,
Anbringen einer Stahlseilsicherung beim Oberen Klufteingang,
Erweiterung des Südwandausganges, Ebnung des Wintergartens,
Höhlennächtigung.
Schlechtes
Wetter mit Nebel und teilweisen Aufhellungen unterhalb der
Südwände querte ich zum Schneekarturm, dieser Turm hatte es
mir angetan. Vom Westgrat her bestieg ich seine letzte Vorhutspitze und
sah schon deutlich den Gipfelbuchbehälter, doch die einsetzende
Angst ließ
mich umkehren.
GIPFELGRAT
ÖDSTEIN HOCHTOR JAHRESERSTBESCHREITUNG
Anstieg Gamssattel - Ost, Besuch der
Weißen Höhle durch den Oberen Klufteingang, Besteigung des
Kleinen Ödsteins über die Straße mit der Echokanzel,
Erforschung der Grünen Höhle: Sie besteht aus Spalten und
Nischen
und hat kein weiterführendes System.
Gipfelnacht auf dem Großen Ödstein, das Gipfelkreuz mit
einem grünen
Schutzanstrich versehen. Von der Felsenkanzel des Wintergartens
der Weißen Höhle und während des Aufstieges im Nebel
hatte ich, schöne Gemsen - Anblicke. Am Abend löste sich der
Nebel auf und das im Wetterbericht vorhergesagte Schönwetter, trat
ein.
Mit
ihrem goldenen Scheine färbte
die Sonne zum Abschied den Gipfel des Großen
Ödsteines, fasziniert blickte ich auf den Trojani Hochweberspitze,
auf den Grimming,
auf das Schießeck und
auf die zahlreichen anderen, mir bekannten und unbekannten
Berghäupter. Ein Gipfelfreilager bei Schönwetter, ist
stets ein Erlebnis von bleibenden Erinnerungswert. Die Stelle rechts
vom Trojani, am Wölzer
Tauernkamm wo die Sonne untergetaucht war,
leuchtete noch einige Zeit im Flammenschimmer und war dann bald am
lohenden Horizont nicht mehr zu erkennen. SU
Wenn man im Leben
die Gnade besaß
die Wunder der Schöpfung erleben zu können, dann wird man
auch dem Übergang in die ewige Nacht, gelassen entgegensehen. Das
Leben ist unser wertvollster Besitz, wir bekommen es geschenkt und
verlieren es wieder. Doch bereits in die Wiege wird uns ein
Blankototenschein gelegt,
nach dem Gesetz nach dem wir alle angetreten sind, müssen wir auch
abtreten. Das Lebensablaufdatum, bestimmt
einerseits das Schicksal, andererseits im wesentlichen wir selber. Was
aber wird bleiben, von dem was wir schreiben? Es ist wie bei den
Sonnenauf oder -Untergängen, die Außergewöhnlichen
vergißt
man nicht.
Ist deine
Seele einmal voll Leid,
Ist
dein Herz einmal zu Tode betrübt,
Verzage nicht es kommt die Zeit,
Wo neues Leben in dir blüht
Such deinen Trost nicht im Gewühl
Kehr ein nur in dein eig´nes Herz,
Kein Mensch versteht dein Gefühl,
Kein Mensch fühlt deinen Schmerz.
Schrei´ ihn nicht in die Welt hinaus
Und wein´ dir nicht die Augen wund,
Menschen machen sich nichts d`raus,
Nur durch dich selbst wirst du gesund.
Drum geh auf einen Berg hinauf,
Wo stille
Andacht um dich blickt,
Der Friede richtet wieder auf,
Was deine Seele hat bedrückt.
GIPFELGRAT -
SCHARTENBUCH
In der Scharte zwischen dem Großen
Ödstein und dem "Abseilturm" ist seit dem, 22.08.1965 ein kleines
Heft hinterlegt. Es war mir eine ehrenvolle Aufgabe dieses Heft, zur
Instandsetzung und zur Erneuerung des Heftbehälters, mitzunehmen.
Der "Große
Ödstein" ein seltener
besuchter Berg, aber noch seltener wird der Höhengrat vom
"Großen
Ödstein" zum "Festkogel" oder weiter zum "Hochtor", begangen.
STEIGBUCH HISTORIE Für den am 15.071942
abgestürzten Bergkameraden ROBERT
RECHER von den Städtischen Bühnen
Graz, wurde hier eine Gedenkstätte von seinem Bergfreund Otto
Schärf errichtet. Es war ein, am 22.08.1965
hinterlegtes nun aber verschlissenes
Steigbuch vorhanden. Es wurde, am 18.05.86
zur Instandsetzung vom Verfasser
mitgenommen und im Kopierverfahren erneuert. Das Original ist im
Archiv
Hasischka Admont, am 28.06.86
auf wurde es wieder hinterlegt.
STEIGBUCH 1965 hinterlegt
erste Eintagung F. Dibl. Von 1965 bis 1984 haben sich 460 Personen
eingetragen, dies ergibt einen Jahresdurchschnitt von ungefähr 23
Personen. Die letzte Eintragung 10.07.84 Andreas Porman AV Leoben 1986
Buch reatauriert und erweitert, die vorhandenen Eintragungen blieben
durch Ablichtungen erhalten. Das Originalbuch wurde dem Archiv
Hasitschka in Admont zur Verfügung gestellt.
Zur Erinnerung an meinen lieben Bergkameraden
ROBERT
RECHER von den
städtischen Bühnen in Graz,
der hier, am 15.07.1942 tödlich
abgestürzt ist.
Dein Bergfreund Otto Schärf
DAS ÖDSTEINLIED
Es
ragt der Ödstein steil hervor
Im sonnverklärten Widerschein
Un wieder zieht es mich empor
Zu seinem Felsenschrein.
JODLER
Mit ist es als ob ich träume
In herrlich freier Natur,
Umgeben vom Rauschen de Bäume
Vom Schönem und Gutem nur.
JODLER
Nur
du allein du stein'ger Ries'
In dem Gesäuse Paradies
Mach dass, die Flamme wieder brennt
Und man den Anton Schubert kennt.
Höhengrat Ödstein
Hochtor Jahreserstüberschreitung
18.05.1986 <1>
÷
Ich
stand noch halb im
Zelt - als plötzlich knapp an
mir ein GAMS, wie ein Pfeil, vorbeischoß.
Vergebliches
Warten auf
Schönwetter unter der Ödstein Südwand Verschneidung, zum
Versuch einer
Abseilturm Steigbuch Hinterlegung auf ab Kölbl
Fronleichnam Biwak 29. cm Neuschnee 30.05.86
÷
GIPFELGRAT
-
SCHARTENBUCH HINTERLEGUNG 27.06.1986, Freitag:
Schönwetter, Anstieg
Gamssattel - Ost, Besuch der "Weißen Höhle" durch den
"Unteren Klufteingang", Gamsgartennächtigung. Geht man
am Südwandfuß der Gamssattelwand in Richtung Westen, gelangt
man zur
geräumigen "Spaltenhöhle".28.06.1986,
Samstag:
Schönwetter, Besteigung des "Kleinen
Ödsteins" über die "Straße" mit der "Echokanzel",
Besteigung des "Großen Ödsteines",
Abstieg in die Scharte, Hinterlegung des instandgesetzten Gipfelgrat -
Schartenbuches.
Abstieg in der "Großen
Ödsteinostwand - Verschneidung" links neben der "Großen
Höhle" dann
in Richtung"Festkogel"
in der Umgehung der Abschlußwand. <2>
÷
Ein loses BLATT
In
Stürmen gereift.
Die
Farben sind matt
Bis
man
begreift.
LK
auf ab Kölbl Schneekarturm Festkogel Ödstein
Höhengratüberschreitung Schubert Gedenkhöhle
Gamssattel 23.07.91
<3>Jahreserstüberschreitung
Gipfelgrat Ödstein Hochtor 03.04.98
<4>
÷
Wenn
wir sind, ist der Tod nicht
Wenn er ist, sind wir nicht. Cicero>
GIPFELBUCH
FESTKOGEL
Es
wurde, am 02.08.1981 hinterlegt. Besitzt die
ältesten N-Wandanstiege im Hochtor - Ödsteinzug
Nach fünf Stunden vergeblichen Suchens nach der Südost-kante
über möglicherweise neue Route den Gipfel erreicht. Verlauf
zwischen Südostkante und Pichelweg, Anstieg an linker
Begrenzungswand der Schlucht, zwischen Großen Ödstein und
Ödsteinkar, 90% IV, 3 Stellen V. 21.06.86
÷
Es war ein
berauschender Anblick unten rauschte die grüne Enns, rundherum
als
Felsengarten Eden die
Gesäuseformation wie eine zu Stein erstarrte SYMPHONIE. PK
05:00 ab Kölbl Gamssattel Weiße Höhle Südwand
Biwak 01. Jahreserstbesteigung Kleiner
Ödstein Grüne Höhle Grosser Ödstein ab Gamssattel
weiter Rinnerstein Biwak 02. auf Festkogel ab Kölbl 03.05.86
<1> 09.05.86
Normalanstieg
<2>
am
Gipfel 18.05.86 Jahreserstbesteigung Gipfelgrat
Ödstein
Hochtor Hesshütte <4>
auf
Kölbl Ödstein
Festkogel Südschluchtverschneidung Festkogel Hochtor Gewitternacht
Biwak 25. Hesshütte Sulzkar Lugauer ab Radmer 26.07.86<5>
Überschreitung Gipfelgrat
Festkogel Ödstein 23.07.91 <6>
Jahreserstüberschreitung Gipfelgrat Ödstein Hochtor 03.04.98
<6>
SCHNEEKARTURM GIPFELBUCH
angebracht Hemut Abel
10.10.1979
Südwandriß
Vplus Erstbegehung Helmut Abel TVN Weng, Karl Kröll TVN Hieflau.
÷
Menschen, Tier und NATUR
gehören zusammen
Aber wir besitzen uns nicht gegenseitig. LN
auf
Kölbl
Schneekarturm Festkogel Ödstein Anton Schubert Gedenkhöhle ab
Gamssattel Kölbl 23.07.91
÷
HOCHTOR - GIPFELBUCH

Unter
dem Zeichen des Kreuzes, habe ich hier oben
eine
einsame, aber wunderbare Nacht verbracht.
Reinhard Maurer
28 - 29.09.1985
vielbesuchte Höchsterhebung
Kreuzaufschrift
HIER IST FREIHEIT EWIGE PRACHT
TREUE KAMARADSCHAFT HÄLT WACHT.
FB
Jahreserstüberschreitung
Gipfelgrat Ödstein Hochtor Hesshütte 18.05.86 <1> auf
Kölbl
Ödstein Festkogel Südschluchtverschneidung Festkogel Hochtor
Gewitternacht stehend im Biwak 25.
Hesshütte Zinödl Sulzkar Lugauer ab Radmer 26.07.86 <2>
Gipfelgrat
Ödstein Hochtor Jahreserstüberschreitung
03.04.98 <3>
Dem
Gedenken der Bergkameraden
Franz
Wegscheider
Stud. Phil.
und Ernst
Glatta
Bankbeamter gewidmet,
welche auf der Jahn Zimmer Route der Hochtor
Nordwand,
mit ihren Gefährten Otto Margulies
und Hans
Spiegler
am 28. Juni 1928; den Bergtod fanden.
Gedenktafel westlich vom Hochtorgipfel
29.05.1986, Donnerstag -
Fronleichnamstag: Anstieg im Regen, mein Vorhaben war die Verschneidung
der "Großen
Ödsteinostwand" zu
besteigen, um das in Stand gesetzte "Gipfelgrat
- Schartenbuch" zu
hinterlegen. Den ganzen Tag
und die Nacht verbrachte ich im Biwak, in der Nacht war der Regen in
Schneefall übergegangen.
30.05.1986, Freitag: Am Morgen waren fünfzehn Zentimeter Neuschnee
gefallen, auf Grund von Fährten sah ich, daß sich Gemsen in
der unmittelbaren Nähe meines Zeltes aufgehalten hatten. Es war
dichter Nebel, ich stand halb im Zelt und halb im Freien, als ein
"Gams"
unmittelbar neben mir
vorbeischoß, blitzschnell wie ein Pfeil tauchte er auf und
verschwand im Nebel. Zuerst war ich zu Tode erschrocken, aber dann habe
ich fast zu Tode gelacht. Da das schlechte Wetter anhielt brach ich die
Bergfahrt ab.
÷
ZINÖDL 2191m GIPFELBUCH
Kreuzaufschrift
Er war unser!
Mag das
stolze WORT
Den lauten Schmerz
Gewaltig übertönen
auf ab Johnsbach
Gsuchmauer 2114 m
Pfingsten 02.06.74 <1> auf Kölbl
Ödstein Festkogel
Südschluchtverschneidung Festkogel Hochtor Gewitternacht stehend
im Biwak 25. Hesshütte Zinödl
Sulzkar Lugauer ab Radmer 26.07.86<2>
DER LUGAUER weit
hervorragender Fels
Koloß
25.07.1986 Anstieg in der linken
Festkogel - Südwandver-schneidung, zum "Festkogel" und zum
"Hochtor". Die Nacht verbrachte ich, bei einem
Gewitter, im Biwaksack auf dem "Hochtorgipfel". 26.07.1986 Abstieg zur
"Heßhütte" - Sulzenkar - "Lugauergipfel Ost und West" -
Abstieg Radmer.
GIPFELBUCH
LUGAUER OST
÷
Selig
ist wer im
Sonnenschein über Höhen schreiten kann,
Selig
ist wen um das Haupt der reine Bergwind
weht.
Glücklich
ist der an dessen Seite stumm der zweite geht,
Der
im Herzen die gleiche Liebe zu den Bergen trägt
Sepp
Bacher Göstling, 01.08.1981
GIPFELBUCH
LUGAUER WEST
÷
Laß dich nicht von Bergen schrecken,
Schau
ihnen stolz ins Angesicht,
Wenn
sie sich auch mutig recken,
So
schlecht wie Menschen sind sie nicht.
Gudrun
und Dietmar Plakalmer, 13.07.1985
÷
Steht
dir der Schweiß auf der Stirn,
Dann
wanderst du ohne Hirn.
Manfred
Pichler Mooslandl, 20.07.1985
÷
BERGLESUNG
GROSSER ODSTEIN
986 Samstag Nach dem Aufstieg
vom Koderboden, beobachteten wir eine sich gemächlich in die
Gemsengärten des Ödsteines zurückhiehende, Gemsenherde.
Am Wandeinstieg, Gamsstein begann es zu regnen,
verständlicherweise wurde unser Tatendrang gehemmt:
Eine
seltsame Naturerscheinung begann; knapp
über uns vor der Südwand hatte sich aus Nebelschwaden
eine einzelne Regenwolke gebildet. Oh wie schade,
alles ist ins Wasser gefallen! hörte ich rufen. Doch! So
plötzlich wie der Regen gekommen war hörte er auf'.
UMKEHR Nach dem
Übersteigen des Wandfußrücken beendeten in der
Südwandschlucht, Rudolf Bernhardt und Johann Glavanovits, die
Ödsteinbegehung. Nur wer das
Echo in den Felswänden kennt, der wird auch unsere Freude
verstehen, als wir vom Gamssattel herauf, die Weisen der Oblarner
Bergmusik erklangen. Das erste Frühlicht der Morgensonne
beleuchtete bereits die höchsten Zinnen und Spitzen ein neuer Tag,
mit all seiner Bergschönheit, eröffnete sich uns.
So wie sich langsam die
letzten Nebelschleier um den Gipfel des Großen Ödsteins
auflösten, so kamen mir, damals
alle meine Vorerlebnisse am Zauberberg
Ödstein traumälmlich in den Sinn.
Wieder
hörte ich Töne von Stefan Kukula und seinen
Musikgefährten, in
Erwiderung spielte ich auf der Melodica das Ödsteinlied. Die
Nebelschleier gaben den Gipfel des Kleinen Ödsteins und den
spitzigen Teufelszahn frei.
Es war wie bei einer
Denkmalenthüllung, der weiße Nebelvorhang zog sich am
Gipfelgrat empor und gab auch den im Glanze der Morgensonne
glänzenden Gipfel des "Großen
Ödsteines",
frei. Was nun passierte war sehr unvernünftig, entgegen
jeder Sicherheitsregel, stürmten wir alle
den Gipfel. Dementsprechend, leistungsmäßig gestaffelt war
auch unsere, Gipfelankunft. Der Senior, STEFAN >
traf als Letzter am Gipfel
ein, doch
dies hatte seine besondere Ursache.
Nach
dem Wandüberstieg zum
Gipfelaufbau des "Großen
Ödsteins", hatte sich
Stefan, bei dem nach unten führenden Quergang verirrt
und kam ungewollt auf den Teufelzahn. Dieser
ungewollte, aber nicht
ungefährliche Seitensprung, hat einige Stunden gedauert. "Beim Abstieg vom Teufelzahn hatte er einen
Abrutscher gehabt und hatte sich dabei beim Festhalten die Hände
aufgerissen". "Das
Zusammenbleiben einer Gruppe am Berg ist eine der wichtigsten
Sicherheitsregeln in den Bergen". Wir alle: Karl Minhard, Stefan
Schefberger,
Johann Trimmel, Hans Wiesnegger Ottensheim vulgo Geiger und meine
Wenigkeit waren froh dass, kein Bergunfall passiert war.
ÖDSTEINS
MORGENLIED
Einst wacht ich
auf aus tiefen Schlaf
Und
Tau lag auf den Matten,
Es
fielen blaue Schatten
Als
mich der Hauch des Morgens traf.
Ich
fühlt´ mein Herz erbeben,
Auch
meine Wimper war betaut
Und
eine Drossel sang vertraut
Da
mußt´ ich mich erheben.
Unwiederbringlich
ist die Zeit,
Sie
geht und kommt nie wieder
Die
Schleier fielen nieder,
Im
Pulsschlag der Vergänglichkeit.
Im
sonnverklärten Widerschein,
Da
ragt der Ödstein steil hervor
Und
wieder zieht es mich empor,
Zu
seinem Felsenschrein.
Bei
dem Gefels dem grauen,
Ging
ich bald am alten Steig
Und
sah dann durchs Gezweig,
Der
Sonne Anlitz schauen.
Blaue
Schatten ruhten noch im Tal,
Mir
war es als ob ich träume
Und
ferne rauschten die Bäume,
as
Märchen es war einmal.
÷
Liebe Bergfreunde! Herzlich
willkommen, auf der "Ödsteinmajestät" und seinem Gefolge, im
Zauber des Gesäuses. Es freut das ihr die Mühen des Aufstieg`
nicht gescheut habt, um hier oben eine Feierstunde, im Gedenken an den
Wiener Alpinisten, "Anton
Schubert", zu feiern.
Zuerst wollen auch an die DIE
BERGSTEIGERMUTTER Frau
Katharina Ditz, aus
Gstatterboden, - in Stille Gedenken.
"HERMANN >", der Vater der Weitwanderbewegung, ist
in seiner Studienzeit in Graz, oft von dort aus mit dem Fahrrad zu
Gesäuse - Wanderungen, nach Gstatterboden gefahren. So kam es,
daß der Student die gütige, "Mutter Ditz" kennen und
schätzen lernte.
Gestern nach der Weitwanderermesse in der Pauluskapelle, auf der
Weinebene, hat er mir von davon erzählt.
Wer weiß heute noch;
dass "Carl Hermann", einmal "Kletterlehrer im Gesäuse war" oder,
dass er einmal nach einem
Bergunglück am Ödstein,
"den
örtlichen Totengräber im Bergsteigerfriedhof Johnsbach
ersetzte".
Obwohl, "Mutter Ditz", selbst nicht mit Reichtümern
gesegnet war, schenkte sie so manchen armen Bergsteiger, ein Stück
Brot und einen Schluck Milch.
So wie "Maria" der Inbegriff der Gottesmutter im Volk
ist, so galt "Frau
Katharina" als die Mutter
der Bergsteiger. Sie ruht in
Frieden im Bergsteigerfriedhof in Johnsbach.
÷
Die
Geschenke
von armen Leuten,
Sind
der Inbegriff des Guten.
Sie war eine von vielen,
Und doch in ihrer Art einzigartig.
Widmung
des Weitwander Buches
Es war einmal im Palais Lichtenstein in
Wien, ein Bücherbasar der UNICEF für die Missionen, dort
erstand ich unter anderen auch, "Die Laute des Hochlandes", des albanischen Homeriden "GJERGJ.FISHTA >" und die handgeschriebenen Hefte von
"Anton Schubert". Vor zwei Jahren hatte ich auf dem "Trojani" Hochweberspitze, anläßlich meiner
Gipfelkreuzaufstellung zu Ehren von "Gjergj Fishta", meine erste
Gipfellesung. Dann war die Karl Reiterer Gedenklesung am Grimming
 >, die heutige Bergfeier ist dem
unbekannten "Anton Schubert",
gewidmet. Von ihm weiß ich nur, dass er im 18.- und im 19.
Jahrhundert in Wien gelebt hat.
Seine Schriften jedoch
zeugen davon er war, mit Leib und
Seele, ein literarisch gebildeter
Bergwanderer. Seine Erzählung, "Der große
Ödstein",
ist die Ursache unser heutigen Gipfel
- Zusammenkunft. Mit seiner Notiz; die er hier bei seinem
Gipfelaufenthalt gemacht hat, soll er nun posthum zu Wort kommen.
Wer
nie allein und nur einem inneren Drange folgend, einen Berg erstieg um
einsam und zufrieden auf dem Gipfel zu stehen,
dem ist die stille, frohe und zugleich
weihevolle Stimmung unbekannt, welche der Zauber schier
weltentrückten Höhen, hervorruft.
Von
diesem Panorama bin ich begeistert.
Nie! hätte ich es mir jemals träumen lassen, dass ich es
einmal so von hier oben sehe werde. Auch wir Burgenländer
können die Berge besteigen und brauchen uns deshalb nicht als
Flachlandindianer, abstempeln lassen. Zum Aufstieg möchte ist zu
sagen; er zerrt natürlich, das ist nur ein Anstieg für
durchtrainierte Sportler. Der Ödstein trifft eine harte Auslese
und es ist
daher verständlich wenn so mancher, aus Angst oder aus
Erschöpfung, umkehrt. Wir haben heute einen herrlichen Tag, was
kann man sich, außer einen guten Abstieg, noch mehr
wünschen.
Berg frei! "Hans
Trimmel" geb. 1939; aus Schattendorf Bgld.
Ein paar mal, ist es mir schon momentan
vor lauter Schwindel in den Knien weich geworden, fast wäre ich
beim Rudolf und Johann unten geblieben. Dann aber nach diesen
kritischen Stellen, zog es mich auf den Gipfel hinauf und ich bereue es
nicht, dass ich heute hier heraufgegangen bin. Von Selztal her
fließt die Enns gemächlich dahin, doch ab dem Gesäuse -
Eingangstor wird sie ein "schäumendes
Wildwasser". Deshalb der
Name, "Gesäuse"; weil oft der Wind zusammen mit der
brausenden Enns, durch das Felsental saust. Berg Heil! "Karl
Minhard" aus Schwechat NÖ
Unser altersmäßiger
Benjamin, "H.WIESNEGGER >" vulgo Geiger im
Zeiringgraben ist in der unwahrscheinlich kurzen Zeit, von 2¾
Stunden, von Johnsbach über den Kirchengrat her, aufgestiegen.
Noch vor kurzen bist Du noch vom "Kleinen Ödstein" zur Scharte
gegangen, wir haben uns
gewundert wie schnell Du auf den Gipfel gekommen bist.
Von meinem Elternhaus
"Geiger", in unserer Heimatgemeinde "Oberzeiring", gehe ich zwei
Stunden auf das "Schießeck". Vom "Schießeck" her sah ich
mir
den,"Großen
Ödstein" schon genau
an, im Gesäuse war ich, außer auf dem "Großen
Ödstein" schon allen Bergen. In dem Gipfelbuch
der "Hochweberspitze" habe ich von deinen Aktivitäten gelesen und
im vorigem Jahr am "Grimming" war ich
irrtümlich einen Tag zu spät dran, aber heute klappte es mit
meiner Ankunft und mit dem dem Wetter. Berg
Heil! "Hans Wiesnegger" geb.
1941; Ottensheim OÖ
Unser ältester Bergfreund ist, "STEFAN >", er hat heute hier am Ödstein
eine hervorragende Leistung vollbracht. Sein Gipfelkampf war am
härtesten, denn einen Teil seiner Energie hat er vorher ungewollt
in den Teufelszahn investiert.
Eine besondere Leistung
möchte ich gerade nicht sagen, aber als der Älteste der
Gruppe ist es klar, dass man schon etwas an den Kräften zerrt. Ich
hatte Pech; als die Burschen schon weit voraus waren, da bin ich vom
Weg abgekommen und habe mich auf einen wilden Turm hinauf verstiegen.
Eine Stunde bin ich dort
herumgestiegen und nur ganz schwer wieder hinabgekommen. Beim Abstieg
habe ich mir die Finger aufgerissen, deswegen das Blut an meinen
Händen. Meine Anstiegszeit beträgt nun einschließlich
der Pausen; "sechs Stunden", das ist keine hervorragende Zeit,
trotzdem war ich bei meiner Ankunft sehr erschöpft. Aber nun habe
ich mich schon etwas erholt und bin glücklich, dass ich trotz
meines Fehltrittes, noch geschafft habe den Gipfel des"Großen
Ödsteines" zu besteigen. Berg Frei!, heißt
mein Beitrag, zu dieser Feierstunde. Im Jahre 1981; ist mir
einmal etwas über das Bergwandern eingefallen und daraus wurde ein
Gedicht:
Berg
frei! Das heißt
wandernDurch Wald und Flur,
Von
einem Ort zum andrenIn freier Natur.
Berg
frei! Über Täler und HügelHinaus in die Welt,
Laß
schießen die ZügelWohin´s dir gefällt.
Berg
frei! Steig auf bewaldete Höh´nFrei ist die Luft,
Wirst
seh´n er ist schönDer harzige Duft.
Berg frei! Und hinauf zu den Almen und Wiesen,
Vorbei
am springenden Quell.
Das
sollst du genießenSei ein froher Gesell´.
Berg
frei! Und weiter steige, weiter bergan,
Wo
noch gedeihen Flechten und Moos
Und
Bergfreund das Glück dann,
Daß
dir winkt das ist groß.
Berg frei! Und bist du dann obenSchon im Urgestein
Wird
Sturm dich umtoben
Doch
frei wirst du sein.Berg frei!
Im
ewigen EiseUnd im Gletscherschnee
Vollend´t
sich die Reise
Der
seelische Druck ist passe.
Berg
frei! Die Krönung der Freiheit
Der
Gipfelsieg zum Schluß
Unvergessen
für alle Zeit
Durch
den Bergsteigergruß Berg frei!
Der Ödstein ist wunderbar,
wenn
ich es gesundheitlich und leistungsmäßig schaffe, besteige
ich ihn vielleicht noch einmal, aber dann etwas weniger unter Zwang
ruhiger und eventuell mit einer Biwakierung. Berg frei! >" Schattendorf 1929-2005 Wienerneudorf
UMKEHR
Auch die "ÖBLARNER.BERGMUSIK >" hatte sich in der "Wandschlucht" zur
"Umkehr" entschlossen. Mit Rudolf und Johann,
wurden sie vom"Erich", des Österreichischen
Bergrettungsdienstes Johnsbach, durch die unterirdische Kluft der
Weißen Höhle und die fortlaufende
Schlucht, abgeseilt.
Herr " >" hatte
unsere Begehung von Johnsbach aus
mit dem Fernglas beobachtet. Bei unserer Abschlußgeselligkeit im
Gasthof Ödsteinblick, waren wir zum Abschied wieder alle vereint.
Ein schöner Bergtag am Ödstein, bei dem der Berg auch seine
Gefährlichkeit zeigte hatte, ging mit Musik und Freude zu Ende.
Der
Ödstein hatte uns alle, dank des
Rettungseinsatzes von, "Erich", wieder gnädig entlassen.
23.07.1991,
Dienstag: In diesem Urlaub
hatte ich mir vorgenommen; alle Berge auf denen ich bisher eine
Berglesung abgehalten hatte, zu besteigen. Vormittag war ich am
"Schießeck", dann bei der Grimming - Besteigung habe ich in der
Nordwand; eine "  >" Gedenkstelle, in den
Gemsengärten auf einem Plateau vor einer
kleinen
Felswand, errichtet. Den "Trojani" (Hochweberspitze)
bestieg über den
historischen Ostgrat vom "Glattjoch" Glattjochkapelle mit
Trojani Ostgrat.
Nach der
Gipfelbucherneuerung, verließ ich ihn auf dem Südgrat und in
einer Höhenwanderung nach Oberwölz. Dann nach einer
Autonächtigung, bestieg ich als vierten Berg den "Großen
Ödstein". Aufstieg bei Schönwetter links
vom Schneekarturm, Besteigung des "Schneekarturmes" über den
Westgrat. An derselben
Stelle wie vor fünf Jahren, sah ich wieder eine Kreuzotter.
Damals hatte ich aus
Angst, die Besteigung des "Schneekarturmes" auf dem Westgrat
abgebrochen. Inzwischen wurde ich bergerfahrener, die Begehung des
Westgrates und Turmbesteigung war problemlos. Vor der Besteigung des
südostseitigen Gipfelwand des "Festkogels", machte ich eine Pause.
Durch eine Unachtsamkeit
verlor dabei, meinen roten Kletterhelm. Diesen Helm hatte ich vor acht
Jahren
in der "Kleinen
Ödstein" -
Südwandkluft gefunden, er hatte mir damalsden Weg in die
"Weiße Höhle" gezeigt. Acht Jahre war er mein treuer
schützender Begleiter gewesen, der auch meinen Kopf beim
Abtransport des alten Grimming - Kaiser Gipfelkreuzes, durch die
Zinnoberwandrinne vor Steinschlag - Schäden, bewahrte.
Wie gefunden so verschwunden.
Die
Suche nach dem Helm war
aussichtslos, deshalb fand ich mich betrübt mit seinen Verlust ab.
Das "GIPFELGRAT -
SCHARTENBUCH" in der
Scharte zwischen dem "Großen
Ödstein" und dem
Abseilturm und das Gipfelbuch am "Großen Ödstein", waren
außer einigen
Eintragungen, unverändert geblieben. Bei dem Besuch der
"Weißen Höhle", stellte ich im "Anton Schubert" Gedenkbuch
fest, daß noch kein
Mensch diesen Ort betreten hat. Später habe ich dann
erfahren "Erich" aus
Johnsbach hatte die Gedenkstätte schon besucht - er hatte sich
aber nicht in das Buch eingetragen.
Gemsen, Gemsen und nichts
als Gemsen war die Losung des Tages, sie waren mir nah und sie waren
ferne von mir, um 22 Uhr war ich bei meinem Fahrzeug. Der Nachklang des
schönen Bergtages und der Zauber der angebrochenen Nacht,
spiegelte sich in meinem Geiste wieder. Im Mondschatten des
"Großen Ödsteines", wurden Erinnerungen aufgewühlt,
dieser Berg hat mir unvergeßliche Erlebnisse geschenkt, die
meiner Neigung zur Natur einen tieferen Sinn gegeben haben und all dies
verdankte ich "Anton
Schubert". Allmählich
spürte ich die Strapazen des Tages, in einer bleiernen
Müdigkeit, man kann es kaum fassen was man an einem Bergtag alles
erleben kann, war mein letzter Gedanke bevor in einem traumlosen
Tiefschlaf versank.Als ich munter wurde war es noch
stockdunkel und das war gut so, denn dadurch wurde mir der Abschied vom
Ödstein leichter. Bei der Fahrt am Grimming vorbei durch das
Ennstal, wurde mir wieder leichter ums Herz, ich freute mich auf die
geplante Besteigung des "Großen
Knallsteins", von der
Tuchmooralm aus.
"Der
Wanderer "HÖLDERLIN >",
"Antenoria" durch die Hölle zum Knallstein und
vieles andere entstand. Doch niemals mehr hat mich je eine
Lektüre, wie die von "Anton
Schubert" so sehr wie damals verändert und seitdem wurde
mir erst richtig bewußt, wie groß die Macht von
"Geschriebenen" sein kann.
Gedächtnisaufzeichnung
1995
÷
NASS VON UNTEN UND OBEN Carl
Hermann Bergrettungsmann 
Als
Dank für das alte Gipfelgratschartenbuch
Ödstein Hochtor widmete
mir Herr Hasitschka Admont das, für Gesäuse Freunde
unentbehrliche Buch: Licht
und Schatten
im Gesäuse 100 Jahre ÖBRD Gesäuse, von Gschwandtner,
Hasitschka, Scheb. In
dieser Lektüre fand ich eine Abbildung des Steinernen
Bergretters eine
mir bisher noch unbekannte Plastik von Carl Hermann. Sie ist vor
der ÖBRD Diensthütte Haindlkar aufgestellt und aus
örtlichen Konglomerat gemeißelt. Zur Besichtigung
wählte ich den Weg über den Ödstein - Hochtor Gipfelgrat
zur Hesshütte und über den Peternpfad ins
Haindlkar. Es wurde ungewollt
eine JAHRESERSTÜBERSCHREITUNG mit all ihrer Landschafts- und
Wetterschönheit, am Ödstein lag ein neues
Holzkreuz aufstellungsbereit am Gipfel.
In der Hesshütte hatte ich vor zu nächtigen und betrat
die
gute Stube. Außer mir war noch zwei Leute in der Hütte
aber sie waren auch nur Eintagsfliegen gewesen. So blieb ich allein
über, allein – dachte ich in
einer Hütte ? Dann doch lieber eine Freinacht. Schon lange ist es
her als ich hier, zu Pfingsten im Jahre 1974, die Nacht verbracht
hatte. Das ist aber gelinde ausgedrückt, die Hütte war damals
so gerammelt voll, dass nur mehr das Gastzimmer zur Hüttenruhe zur
Verfügung stand. Vom Peternpfad habe ich schon sehr viel
gehört und war der Meinung er würde sich für einen
Abendspaziergang gut eigenen. Es kommt aber immer alles anderst und vor
allem anderst als man sich es gedacht hat. Es kam die Dämmerung es
kam die Nacht und ich kam auf den Neuschneefeldern von der Markierung
ab. Weiter zu gehen wäre wohl nicht klug gewesen - so suchte und
fand ich einen idealen Biwakplatz.
Es war eine Wandnischenhöhle in der Nähe der
Schluchtverschneidung. Reste von Sardinendosen und ähnliche
Relikte zeugten davon, dass ich nicht der Erstbenützer dieses
Gemaches gewesen war. Kaum war ich am Einschlafen da kam ein
Wolkenbruch, der ganze Wasserschwall sammelte sich in der Schlucht und
wurde zum fallenden Strom, der einige Meter von mir entfernt
vorbeischoß und immer größer wurde. In meinem sicheren
Raum fühlte ich mich geschützt und war froh jetzt nicht im
Bereich der Schlucht weggespült zu werden. Doch dies währte
nicht lange, in meiner Behausung gab es eine unterirdische Verbindung
und aus sickerte Wasser hervor und schwoll zu einem Bach, fürwahr
keine angenehme Schlafsituation!
Ich mußte hinaus aus dem Loch und draußen bekam ich die
Traufe voll von oben von der Wand. Hinterher erfuhr ich, dass dieses Gesäuse -
Gewitter große Schäden verursacht hatte, doch ein Gewitter
geht wieder vorbei – nach einigen Stunden kam der Mond zum
Vorschein und alles sah wieder friedlich aus. Nur der
Sturzbach in der Schlucht erinnerte an das Unbill. Es war keine
feuchtfröhliche - sondern eine nasse Nacht doch der kommende Tag
trotzte wieder voll Sonnenschein.
Ich kam zum Besichtigungsziel dem Steinernen
Bergretter von Carl Hermann - hatte aber noch immer nicht genug
von den Flüssigkeiten und tröstete mich mit einigen
Bierkrügen. Erstmals überschritt ich dann die Gsenkscharte
und wanderte gemächlich durch das romantische Jonsbachtal zu
meinem Ausgangspunkt dem Kölblwirt zurück. Ob es nun der
letzte Abschied vom Ödstein war stand oder steht in den Sternen,
doch gewiß ist: Zwei Tage in der Natur können ein ganzes
Leben ausfüllen und bei mir war es Gott sei Dank mit erbauenden
Sinn.
SCHUBERT
LEGENDE
Anton
Schubert: Wien, Quelle, wie gestochen handgeschriebene Bergprosa,
erstanden am Missionsbasar im Jahre 1982. Aus den mehreren aufgelegen
Stößen dieser Literatur, wurde eine kleine Auswahl
getroffen, die Qualität der Schriften wurde leider erst
später festgestellt. Auszüge aus den Tourenbüchern, von
den unvergessenen Stunden einsamer Wanderungen.
Suchkriterien:
12.09.1891 Samstag Die gestörte Sparafeldtour, mit dem damals 19
Jahre alten Bruder Franz.
31.10.94 Herrn Dr. Braun Alpenkurhotel Knappenhof A2651 Reichenau a. d.
Rax. Entschuldigen Sie bitte mein langes Schweigen und, dass ich erst
jetzt ihrem Wunsche entspreche, etwas vom Ödstein und Franz
Schubert zu senden.
Bei
der Durchsicht des alten Exemplars des Östeinprofiles,
entschloß ich mich es neu für eine Sonderausgabe zu
gestalten und Ihnen mit der Tondokumentation Ödstein und dem WGB
zu senden.
Die Qualität des Tones hat im Laufe der Jahre etwas gelitten, der
Schirmherr Johann Ploder, der Bildhauer Karl Hermann, der Bauer Rauch,
sind bereits in die Ewigkeit eingegangen. In der Anton Schubert
Forschung kam ich noch nicht weiter, die Suchkriterien sind auch sehr
gering.
Anmerkung:
Zu seiner freien Verwendung, wurden dem Autor des „Rax
Hüttenwirtbuches,“ Herrn Dr. Braun†, alle Raxberichte
von A. Schubert zur Verfügung gestellt.
HISTORIE
Es
besitzt einige stolze Gipfel, die
nur mittels Kletterkunst bezwungen werden können. Auch die
schwierigsten Kletteranstiege haben ihre Berechtigung, sie vermitteln
das Erlebnis - von gewaltigen Wandfluchten mit Türmen und Graten,
davon kann der Bergwanderer auf den markierten Wegen, keine Vorstellung
gewinnen. Andererseits kann man sich des Eindruckes nicht erwehren, als
ob im Gesäuse bereits eine Übererschließung
stattgefunden hätte. Hier kann nur jeder für sich selbst eine
exakte Grenze, des Sinnvollen ziehen und ein vergleichendes Urteil,
über die Bedeutung all der schwierigen Neutouren, soll den
Besteigern vorbehalten bleiben.
÷
DER
GROSSE
ÖDSTEIN 2355 m
Er
ist der eindrucksvollste und aussichtsreichste Gipfel des
Gesäuses, mit einer relativen Höhe von 1700 m ist er
besonders von Westen her imposant anzusehen. Der nach Osten hinziehende
Verbindungskamm mit dem Hoch-tor ermöglicht einer der herrlichsten
Gratwanderungen im Gesäuse.
ANSTIEGE: Kirchengrat, 5½ Std., Gamssteinsattel, 5½ Std.
Südgrat: Pichl- Panzer und Peterka - Kofler Südwand:1899; F.
Panzer - E. Pichl Peterka - Kofler - Weg Südostwand:1919; O.
Friedmann - G. Mayer Südostkante: Fischer - Peterka Nordwestkante:
Horoschowsky
Aus dem
Ödsteinkar:1910; L. Rizzi - A. Dibona - G. und M. Mayer H.
Püchler - H. Schneller - L. Magyar - Weg Preuß - Relly - Weg
Redlich - Stefansky - Weg Südost- Ödsteinkarwand: Kolb
Verschneidung zwischen Ödstein und Ödsteinkarwand: Poppinger
Nordwest- Ödsteinkarwand:1897; Pfannl - Maischberger-Weg 1900;
Gams - E. Pichl - Weg, Langsteiner - Phillapitsch - Rössel - Weg
Gipfelfallinie; Gerlich - Lindenbach Nordwestverschneidung; Knebl -
Peterka.
TEUFELSZAHN 2120 m: Felsenturm nach der Scharte
zwischen Kleinen- und Großen Ödstein, der Einstieg befindet
sich etwa 50 m südöstlich unter der Scharte.
Bei der von der
Bahnstation beginnenden Wanderung auf der Fahrweg in das Johnsbachtal,
entrollt sich dem Betrachter ein Gebirgspanorama, das im Bezug auf
Seltsamkeit der Bergforma-tion und der überraschenden Lichteffekte
einzigartig ist. Man ist entzückt von den reichen Wechsel an
lieblichen und wahrhaft großartigen Szenerien, und ich
übertreibe gewiß nicht, wenn ich sage, daß es geradezu
unmöglich ist, die überwältigende Fülle von
Eindrücken wiederzugeben, welche wir auf dieser Wanderung
empfangen.
Eine Felsenwildnis schauerlich schöner Art ist es, die uns da
umfängt: Die vielzackigen, ausgewaschenen Berggipfel, die bizarren
Felsgebilde, die teils senkrechten und teils überhängenden
reichdurchfurchten hohen Steinwände. Zügellos über
mächtigen, zum Absturz bereiten Felstrümmern und
entwurzelnden Baumstrünken, über riesige Lager von Schutt und
Geröll, herunterdosende Alpenbäche, geben tiefe Einblicke in
die geheimnisvolle Werkstätte der ewig schaffenden Natur; Die hier
den Anlaß zu allerlei Sagen, wie zum Beispiel der vom
"Amtmanngalgen", gegeben hat. Nach
F. A. Kienast, Quelle:
Ennstalführer 1905; von Karl Reiterer
÷
JOHNSBACHTALER
AMTMANNGALGEN
Im Dorfe Krumau
wirkte im Dienste des Stiftes
Admont ein Amtmann, er war sehr unverläßlich, trank kegelte
und ergab sich dem Kartenspiel. Seine Frau Elisabeth verwaltete mit
einem strengen Regiment das Hauswesen, es kam oft vor, daß sie
dem Amtmann, wenn er wieder einmal betrunken nach Hause kam,
handgreiflich die Leviten las. Als er sich, wieder einmal, vor
lauter Schulden nicht mehr zu helfen wußte, wanderte er
ennsaufwärts und dann in die Wildnis des "Johnsbachtales". Von
einem alten Kohlenbrenner hatte er einmal gehört, daß sich
dort in der wüsten Einsamkeit der Teufel, von dem man leicht viel
Geld bekommen könne, herumtreibe.
Um Mitternacht - erschien "Luzifer", er sprach: "Ein Jahr lang
will ich als dein Diener sorgen, daß du alles was du willst
bekommen sollst". Daraufhin unterschrieb der Amtmann den Vertrag des
Seelenkäufers.. Von nun an lebte der Amtmann im
Überfluß, nichts war ihm zu teuer, alles war ihm nicht gut
genug und wenn er betrunken war, ließ er den Teufel auf dem Tisch
tanzen.
Eines Tages befahl er dem Teufel: "du besuchst jetzt, in meiner
Gestalt meine Frau und entschuldigst dich für das lange
Fernbleiben". Als der Teufel die Stube der Amtmannfrau betrat, empfing
ihn diese; mit einer wahren Flut ärgster Beschimpfungen. Mit
gellender Stimme schrie sie in höchster Wut: "Du Lump, du Gauner!
Wo warst du so lang? Warte, ich werde dir helfen!" Und schon fuhr sie
mit allen zehn Fingern ihrem vermeintlichen Gatten ins Gesicht und
zerkratzte es jämmerlich.
Dann riß sie ihm büschelweise die
Haare aus, ergriff den langen Besenstiel und drosch mit solcher Gewalt
auf ihn ein, daß ihm Hören und Sehen verging und er winselnd
zur Tür eilte. Da erhielt er noch einen gewaltigen Tritt in die
runde Hinterseite und flog in einem weitem Bogen, auf die kotige
Straße hinaus.
An einen anderen Tage befahl der Amtmann dem Teufel: "Gehe in
meiner Gestalt nach Hall und schlichte den Streit der Bauern". Mit zwei
Löchern im Kopf, mit einem schmerzhaft ver-renktem Arm und mit
blutendem Rücken, humpelte der Teufel mit geschwollenen
Füßen zu seinem Herrn zurück.
"Amtmann!" - schrie der Teufel in höchster Wut; du bist
schuld, daß mich die Bauern so zugerichtet haben als ich Frieden
stiften wollte "Warum schreist du so"? erwiderte der
Amtmann, geh nach Admont zum Hofrichter, dort wird dir die volle
Gerechtigkeit zuteil werden".
Bescheiden betrat der Teufel in der Gestalt des
Amtmannes, die Kanzlei des gestrengen Herrn Hofrichters.- Dieser den
Amtmann erkennend, sprang sogleich so heftig von seinem Stuhl auf,
daß dieser krachend umkippte. Mit zornbebender Stimme - krebsrot
in Gesicht - schrie der Richter!: "Du Schurke, du Erzlump, du
Spitzbube, du Saufbruder! Wo sind deine Abrechnungen? - Wo ist der
Zehent der Bauern? - Na warte ich will´s dir schon besorgen! -
Schani, Toni! - Bringt die lange Bank.
Sie warfen den Armen bäuchlings auf die Bank und spannten
die Eisenbänder um seinen Körper. Mit einen gekonnten Ruck,
der auf eine gute Übung schließen ließ, riß ihm
der Gerichtsdiener Schani auch noch die Hose herab.
"Fünfzig mit den Haslinger Stöcken" schrie der Richter und
schon klatschten die fünfzig wohlgezielten und gar kräftig
mit den astigen Haselnußstecken geführten Hiebe, auf die
entblößte Rundhinterseite des armen Teufels nieder.
So arg, wie du mir mitgespielt hast, ist es bestimmt noch keinen
Teufel ergangen. In diesem Augenblick stand der Teufel in sei-ner
wahren Gestalt vor dem erschrockenen Amtmann, packte ihn und fuhr mit
ihm durch die Luft in die Johnsbacher Schlucht. Hier warf er ihn an der
Stelle nieder, wo noch heute die beiden hohen Felssäulen knapp
neben der Straße, stehen.
"Ein Jahr ist vorbei, wähle jetzt als letzte Gnade, auf
welche Art und Weise ich dich umbringen soll", schrie der Teufel.
"Wenn ich schon sterben soll lieber Luzifer, so kannst du mich da oben
zwischen den beiden Säulen aufhängen". In der ganzen
Umgebung stand aber jedoch kein Baum, der für das Querholz lang
genug gewesen wäre. "Schurke"! Schrie der Teufel voll Grimm und
Zorn und seine Augen sprühten wie Feuer, ich armer Teufel, du bist
sogar für die Hölle zu schlecht, scher dich doch zum ......!
Nein
das geht nicht! Bevor du in die
ewige Verdammnis eingehst, lebe zur Strafe mit deiner eigenen Frau, sie
wird besser wie ich dafür sorgen, daß du "die Hölle
bereits auf Erden hast". Mit diesen wutschnaubenden Worten,
gab der Teufel dem Amtmann eine fürchterliche Ohrfeige, spuckte
Feuer und Schwefel aus und - war im nächsten Augenblick
verschwunden. Der Amtmann erschauderte in Mark und Bein,
der kalte Angstschweiß stand ihm auf der Stirne, er kniete nieder
bekreuzigte sich und seine Seele war, von allem Bösen, befreit.
Unweit der Bachlwirtshauses, am Eingang zum Johnsbachtale, stehen noch
heute die zwei hochaufragenden Felssäulen, den der Volksmund den
Namen "Amtsmanngalgen" gegeben hat. Nach F. A. Brauner, Quelle: Steir.
Bauernkalender 1955
ÖDSTEIN
TONDOKUMENT WANDERER 1986
- A
- 00 -
04 Sinfonie Nr. 9 Franz Schubert Auszug
- 04 -
05 Wie schön ist es Kantorei Altmannsdorf
- 05 - 07 Im
Frühjahr 1. Schirmherr
>
- 08 -
20 Alte Volkstänze Walter Wimmer Akkordeon,
Alexander Wimmer Violine,
>
Gitarre
- 20
- 26 Das Ödsteinlied
>
- 26 -
30 Am Gipfel des Großen Ödsteins
- B
- 00 -
09 Der Gesäusekönig in der Steiermark
- 09 -
15 Die Öblarner Bergmusik
- 15
- 26 Bergmesse Weinebene Steiermark, mit
 >
- 26
- 30 Das Katschatallied, (Tal zum Schrein steirische
Sölkpass - Seite) Bauer Rauch mit Familie
Der
Tag neigte sich allmählich seinem Ende zu, schön wie er
begonnen, und verklärt mit mildem Scheine, die im ersten Abendrot
schimmerten Berge und die gegen das Tal versinkenden Wälder.
Schmuck stellten sich diese dar mit ihren, schon vom Herbst
buntfärbig geschmückten Lauben, farbenprächtig zwischen
dem Dunkelgrün der Nadelbäume glänzend. Sonnenschein lag
auf den hochschlanken Stämmen, rötete die Rinden und
vergoldete die leicht vom Wind bewegten Wipfeln.
Anderseits des malerischen Kammes erblickte ich in beträchtlicher
Tiefe einige Häuser Johnsbachs. Friedlich ruhte das dämmernde
Tal inmitten der hohen Berge. Und jenseits dieser Idylle türmte
sich hoch über den Waldrahmen der wildeste Berg des Gesäuses,
der als gewaltige Felsenpyramide erscheinende GROSSE ÖDSTEIN.
Der
Schein der tieferstehenden Sonne überflutete die zerklüfteten
und prallen Felsen seiner Wände und Grate, die schier wie
glühend, rot bis hellfeurig, in das ewige Blau leuchteten.
Angesichts dieser
Herrlichkeit lenkten wir unsere Schritte talwärts. Bald schimmerte
das schöne Bild nur zeitweise zwischen den Bäumen, deren
immer dichter sich zusammen schließenden Scharen es
allmählich ganz verdeckten. Auszug die
gestörte Sparafeldtour Anton Schubert Sa 12.091891
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