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| Ich widme diese
Schrift den Liebhabern der Träume. Wer bloß den Duft einer Pflanze riecht, wer
sie pflückt um mehr von ihr zu lernen – dem wird sie fremd
bleiben – wer sie aber
achtet und mit ihr gedeiht der wird ihr Wesen näher kennenlernen und von ihr
träumen. Es ist kein Traum, es ist des Herzens
Liebes- und Geistestreue des Lebens. Das Leben blüht in jeder Blume, die uns
Wanderern am Wegesrand begegnet. Zu jedem Nagel braucht man Eisen,
jeder Regentropfen bedarf Wolken. Die Flora, die Fauna und alle Lebewesen, sind
bis hin zum ersten Tag der Entstehung, wo jene Urkraft alles schuf bis hin zur
unfassbaren Unendlichkeit, ein Schöpfungswunder. Dieses erstaunliche und unerklärbare Ereignis wiederholt
sich immer wieder – in der Geburt jedes Wesens, im Wachsen jeder Pflanze im Wechselspiel der Zeiten. Es ist kein Traum und keine Mär von der Feuerkraft des Himmels, drum schöpfe Atem mein Herz das fast ersticken könnte, vor der Schönheit, Fülle und Pracht des Allumfassenden. Unsere Planeten und wir alle sind – aber auch jeder für sich allein ist ein Teil der göttlichen Komödie, im heiligen Zusammenhang mit allen Erscheinungen. Das all ist so wahr so herrlich wie der blaue Himmel. Wohl gilt dies auch für jeden Menschen, aber dennoch so einzigartig für zwei dich sich fanden. Wenn auf den Bergen der Nebel herunterfällt und die feuchten dicken Dünste die Sonne verfinstern und jede Orientierung rauben, wenn die Abgründe und die tiefsten Schlünde nicht mehr wahrnehmbar sind und ringsherum ein höllisches Gereuel tobt, ist es als wäre man an jener Stätte wo die Verdammten ihre Sünden büßen. Ein Scheideweg ist unser Leben – Gutes strebt zum Guten, Schlechtes wird meistens zu noch Schlechteren streben. Wenn rau und holprig, wie es für das Fegefeuer gebührlich ist, verliehen mir die Verse so will ich dennoch die grausen Moderreste in großer Fülle pressen. Jedoch am Kerne nagend und mitnichten versuch’s ich nicht erst salbungsvoll zu dichten. Genug des Hasses und der Klagen sie vergeuden nur die kostbarste Zeit in allen Tagen. Den heißen Fluchen der unvergolt’ne Qualen steht einher eines freien Geistes Strahlen. Die Sonne und Wahrheit lasst sich durch Lug und Trug verhängen, auch nicht durch rote Purpurmäntel und schwarze Kutten verdrängen. Wenn die Sonne an ihren tiefsten Stand, kurz vor dem Verschwinden hinter dem Gebirge den regenreichen Horizont durchbricht. Wenn sie als Schaumgeborene zuerst zaghaft im Wechselspiel der Farben mit dem ersten Strahl dem Meer entsteigt. O schwaches Abbild; am Tritt der Gämsenfährt dem Brockengespenst am Großen Knallstein Gipfel, entgegentretend, oder aus der Tiefe des schier endlosen Meeres venusgleich geboren zu werden. Aber auch das Elmsfeuer, wenn es paradoxer Weise nicht bei der Seefahrt – sondern wie einst in der Gewitternacht am Knallstein in den Metallverstrebungen des Regenschirm aufgetreten ist. O Kraft der Einbildung die nach außen hin umschließt dabei, doch der Mensch nimmt es nicht wahr und klängen auch dabei Tausende Trompeten und Trommeln. Der Frevel jener die sich zumeist am Vogelsang ergötzen, fiel in Vision alsdann hernieder und es erschien entzückte Fantasie. Nun bin ich zwar der Alte jedoch der Alte der ich früher einmal war bin ich nicht mehr, dies musste ich unlängst am Ödstein leider feststellen. Die Schlucht zur Anton Schubert Höhle schaffte ich nicht mehr und oben vom Wandeinstieg bin ich in der Höhle am Überhang zum Umkehrschacht, den ich bei der Entdeckung der Höhle gut überwunden hatte – trotz des noch vorhandenen Aluseiles, kläglich gescheitert. Es fehlte die Spreizfähigkeit der Beine und der Arme. Das Alter bringt zwar viele Vorteile, wie die materielle Unabhängigkeit und die Gelassenheit aber der Abbau des Körpers und des Geistes schreitet, nach dem Gesetz des Werdens und Vergehens, unaufhaltsam vorwärts. Das ist aber gut so, denn nur die Götter sind dazu verdammt ewig zu existieren. Nach vielen, vielen Jahren habe ich das Manuskript, "Durch die Hölle zum Knallstein" hervorgeholt und beginne nun eine neue Niederschrift. Wenn man zwar in der Gegenwart und in der Zukunft etwas schwerfällig geworden ist so kommt doch manches Vergangene besonders scharf zum Vorschein Einzelheiten und Zusammenhänge, die früher nicht beachtet wurden, sind jetzt offenbar und vielleicht auch wert geschrieben zu werden. Oberzeiring 20090807 Mitten in den Vorbereitungsarbeiten, für das „Karl Reiterer“ Gedenken am Poesieberg Grimming besuchte ich nebenbei die Wiener Fremdenverkehrsmesse und fand einen Werbestand der Heimat am Grimming. Zum ersten mal habe ich damals gesprochen von, Herr Johann Putz aus St.Martin am Grimming, den Text des St.Martiner Grimmingliedes gehört. In unseren Gespräch stand natürlich der Grimming im Mittelpunkt, Herr Putz erzählte mir von seinen seillosen Ost - West Überschreitungen die er stets mit dem Durchschwimmen des Salzastausee beendet hatte. Vom ihm bekam ich auch den Hinweis, dass die Stierkarspitze nach dem Kleinen Grimming südlich zur Heilscharte problemlos zu umgehen ist, dies kam mir bei meiner zweiten Überschreitung zu gute. Kurz darauf besuchte ich, gleichfalls nach einem Tip von Herrn Putz, den Grimmingliebhaber Toni Adam in Pürgg, bei Ihm hatte Herr Putz für mich Auszüge aus dem Gipfelbuch des Großen Knallsteines hinterlegt. Auf diese Weise bin ich mit diesem Berges bekannt geworden. Die handgeschriebenen Knallstein Gipfelsprüche des Herrn Putz aus dem Jahre Schnee habe ich jedoch speziell für die Antenoria zurückgehalten und scheine nun erstmals auf. Sprüche aus dem Gipfelbuch des Gr. Knallsteines um das Jahr 1962 Am Knallsteins da ist meine Welt Dort wo es mir am besten gefällt. Ragende Gipfel, blitzender Firn, Jagende Wolken, Felsen Gestirn, Wogende Wälder, leuchtender See, Duftige Matten, wohin ich auch seh'. Die Seele baut Brücken ins blaue Gezelt, Über die Wolken zum Schopfer der Welt, Ein selig Bedenken jauchzt hin wie ein Schwur, Im selig' allein zu sein mit Gott und Natur. Hier auf dem Knallstein da ist meine Welt, Wo es mir auf Erden am besten gefällt. Da duften die Kräuter, da murmelt der Quell, Ein Singen und Klingen so lustig und hell. Schau in die Runde, aus freier Herberg' Ehern und stolz stehen unsre Berg'. Ewig trotzend den Naturgewalten, Um für die Heimat Wache zu halten. Felsen und Schluchten, Wälder und Seen, Zerzauste Kiefer auf stillen Höh'n – Ein Edelweiß leuchtet von schroffer Wand – Schön ist's zu leben in uns'ren Land. Friede den Bergen, den Höhen herrscht die Ruh', In Tälern kaum zu finden, auf Alpen immerzu. In Bergen meiner Heimat wo die Quellen rauschen, Möcht ich so gerne mit meiner Liebsten plauschen. Dort im Ennstal wo Altvater Grimming hält Wacht, Dieie Leute tragen und ehren die steirische Tracht. Ringsum stehen Berggiganten In geschlossener langer Front, Ragen mit bizarren Kanten In den blauen Horizont. Steile Wände übergipfeln Sanfter Almen sattes Grün, Über dunklen Hochwaldwipfeln Ziehen Wolken sich dahin. Über hohe Felsentrassen Springt des Wassers Silberstrahl, Dröhnend rauschen Wassermassen, Stürzen schäumend sich ins Tal. Staunend steh'n Menschen – lauschen – Fühlen mit Bewunderung nur – In dem Gluckern und dem Rauschen Ew'gen Pulsschlag der Natur. Du bist ein Alpenkind, Vergiß das nicht Bleib wie die Berge sind, Treu, wahr und schlicht. Der Bach erzählt... das Kar es schweigt... Und der Bruder wird der sanfte Wind. Der Tag verklingt zur Nacht geneigt. Die Nacht vergeht der Tag beginnt. Verweile hier, o Wanderer halte Rast, Denk' an vergang'ne schönen Stunden, Die dir in des Alltags stetige Hast Seit langem schon entwunden. Halt kurz ein still Gedenken, Sie sind in ferner Erde begraben, Den Gruß sollst du verschenken Deinen seligen Bergkameraden. Wanderer, der du mich siehst, Sei recht inniglich gegrüßt; Und auch du liebe Wanderin Nehme meine Grüße hin. Um einer Blume willen und um der Sonne Schein, Wird nie dein Gipfelgang ganz einsam sein. Dieses Gesetz vergeßt ihr beiden nicht Und nehmt es wahr als Herzenspflicht. Willst du den Lärm der Stadt entflie'n Dann musst du in die Berge zieh'n. Laß hinter dir Rauch, Staub und Qualm Und wand're auf die Knallstein Alm. Hier hast du Luft und sel'ge Ruh Und eine Milch frisch von der Kuh. Ringsum sinde Berge, Höh an Höh, Trüben im Kar der tiefblaue See. Bächlein rauschen, Blumen blüh'n, Immer wieder zieht's mich hin, Am Knallsteins da ist meine Welt Wo es mir am besten gefällt. Regnet es mal macht es nichts aus, Schlafe mich im Biwak richtig aus. Noch besser wär es glaubt es mir, Auch meine Liebste wäre hier. Lieber Berg ich danke dir, Zeig'st doch die Heimat mir. Von des Grimmings stolzer Pracht Bis zur Dachsteins ehrwürd'ger Macht. Alpenrosen Sommers Kind, Deine Blüten trägt der Wind. Kohlröschen in Stille gedeiht, Duftet zart, duftet weit. Wer einmal hier verweilt, Mit den Gämsen eine Luft geteilt, Fühlt wie sehr es sich gelohnt – Verweilen wo die Freiheit wohnt. Und treibt mich der Winter hinunter ins Tal, So denk ich, der Sommer kommt wieder einmal. Der Sommer er bringt mich zu den Bergen zurück, Hier auf dem Knallstein ist alles, mein Leben mein Glück. Unten im Tal ruhen die Felder, Wie im Traume wiegen die Wälder. Auch ich muss wieder hinunter geh'n, Doch die Erinnerung wir nie vergeh'n. Hoch auf dem Knallsteins da ist meine Welt Wo es mir von allen am besten gefällt. | ||
Nimm dein Wohlgefallen jetzt zum Führer. Des Schöpfers Kraft, du hast sie wieder! Vom
Auge sank der salz’ge Quell
hernieder.
Hüben und
drüben hoch über dem
Trojani.
Nichts
kann den taugewasch’nen Wangen wehren,
Dass
trüb aufs neue sie durch Tränen
wurden.
Wende deinen Blick zu mir, ich bin doch Beatrix. Des Menschen Glück, du wußtest es nicht. Jetzt, haltest du’s wert den Berg zu ersteigen. So die Mutter stolz dem Sohn erscheint, So erschein’ ich dir nun heut’ als Sonn’. Antenoria (frei nach Dante) > |
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