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»Usquead baugham!«

(James Joyce, Finnegans Wake, 24.14)


Zuletzt noch ein kurzer Einblick in die Geschichte des Whiskies in Zusammenfassung eines Artikels von Jürgen Schneider im irland journal I/95:

Ob der Whisk(e)y in Irland oder in Schottland „erfunden“ wurde, ist ein langer Streit, der wohl nicht restlos zu klären sein wird. Man vermutet, dass irische Mönche das Destillationsverfahren von ihren Missionsreisen mit in die Heimat gebracht und dort zur Vollendung geführt haben. Sie waren es wohl auch, die die Destillationskunst über die Insel verbreitet haben. „Uisce beatha“ heißt im gälischen, der irischen Landessprache, nichts anderes als „Lebenswasser“ - wie ja auch in vielen anderen Ländern der Welt die Produkte der ortsüblichen Destillation gern genannt werden. Woher das heutige Wort „whiskey“ kommt (der irische Whiskey wird, wie auch der amerikanische, mit einem e geschrieben), berichtet Jürgen Schneider folgendermaßen:

„Die 1170 in Irland einfallenden Soldaten des anglo-normannischen Königs Heinrich II. (hatten) uisce beatha für England entdeckt. Sie beobachteten, daß dieses Getränk ihre irischen Feinde, die sich ihnen widersetzten, zu tapferen Kämpfern machte und sie aus voller Kehle singen ließ. Die Eindringlinge konnten allerdings uisce beatha nicht aussprechen. So wurde zunächst uisce daraus, später fuisce und schließlich war die gälische Bezeichnung gänzlich korrumpiert zum whiskey.“

Also alles nur ein Aussprachefehler!
Dies hielt jedoch keinen Engländer und keine Engländerin davon ab, das köstliche Nass der unterdrückten gälischen Völker zu genießen. Auch von Elizabeth I. wird berichtet, dass sie Whiskey zu sich nahm - angeblich gegen Zahnschmerzen. In dieser goldenen Zeit wurde so etwas sogar noch vom Apotheker verschrieben! Damals war der Whiskey allerdings eher likörartig, wie ein Rezept aus dem frühen 17. Jahrhundert vermuten lässt.

Das letzte Wort zum Whiskey gebührt dem Chronisten Holinshed aus dem Jahre 1564:
„... in Maßen genossen, vertreibt er den Schnupfen, klärt den Geist und beflügelt die Sinne, heilt Wassersucht, löst Nierensteine, beseitigt Harngrieß und läßt Verdauungsstörungen verpuffen, bewahrt und schützt die Augen vorm Brennen, die Zunge vorm Lispeln, die Zähne vorm Klappern, die Kehle vorm Kratzen, die Luftröhre vor Verhärtung, den Magen vor Krämpfen, das Herz vor Schwellung, den Bauch vor Blähung, die Därme vorm Rumpeln, die Hände vorm Zittern, die Sehnen vor Schrumpfung, die Venen vor Verkalkung, die Knochen vor Schmerzen, das Mark vor Schwund. Wahrlich, er ist ein königlicher Schnaps, wenn er maßvoll getrunken wird.“

Slaínte!

Wer mehr über irischen Whiskey, aber auch andere Köstlichkeiten der irischen Küche (Doch! Das gibt es!!) lesen will, sei auf ein Buch verwiesen:
Jürgen Schneider „Irisch Kochen - Irische Gerichte und ihre Geschichte" erschienen beim Verlag Die Werkstatt, Göttingen



 


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Letzte Bearbeitung: 27.06.01