Zuletzt noch ein kurzer Einblick in die Geschichte des Whiskies in Zusammenfassung eines Artikels von Jürgen Schneider im irland journal I/95:
Ob der Whisk(e)y in Irland oder in Schottland „erfunden“ wurde, ist ein langer Streit,
der wohl nicht restlos zu klären sein wird. Man vermutet, dass irische Mönche das
Destillationsverfahren von ihren Missionsreisen mit in die Heimat gebracht und dort zur
Vollendung geführt haben. Sie waren es wohl auch, die die Destillationskunst über die Insel
verbreitet haben. „Uisce beatha“ heißt im gälischen, der irischen Landessprache, nichts anderes
als „Lebenswasser“ - wie ja auch in vielen anderen Ländern der Welt die
Produkte der ortsüblichen Destillation gern
genannt werden. Woher das heutige Wort „whiskey“ kommt (der irische Whiskey wird, wie auch
der amerikanische, mit einem e geschrieben), berichtet Jürgen Schneider folgendermaßen:
„Die 1170 in Irland einfallenden Soldaten des anglo-normannischen Königs Heinrich II.
(hatten) uisce beatha für England entdeckt. Sie beobachteten, daß dieses Getränk ihre irischen
Feinde, die sich ihnen widersetzten, zu tapferen Kämpfern machte und sie aus voller Kehle singen
ließ. Die Eindringlinge konnten allerdings uisce beatha nicht aussprechen. So wurde zunächst
uisce daraus, später fuisce und schließlich war die gälische Bezeichnung gänzlich korrumpiert zum
whiskey.“
Also alles nur ein Aussprachefehler!
Dies hielt jedoch keinen Engländer und keine Engländerin davon ab, das köstliche Nass
der unterdrückten gälischen Völker zu genießen. Auch von Elizabeth I. wird berichtet, dass sie
Whiskey zu sich nahm - angeblich gegen Zahnschmerzen. In dieser goldenen Zeit wurde so etwas sogar noch vom
Apotheker verschrieben! Damals war der Whiskey allerdings eher likörartig, wie ein Rezept aus
dem frühen 17. Jahrhundert vermuten lässt.
Das letzte Wort zum Whiskey gebührt dem Chronisten Holinshed aus dem Jahre 1564:
„... in Maßen genossen, vertreibt er den Schnupfen, klärt den Geist und beflügelt die Sinne,
heilt Wassersucht, löst Nierensteine, beseitigt Harngrieß und läßt Verdauungsstörungen verpuffen,
bewahrt und schützt die Augen vorm Brennen, die Zunge vorm Lispeln, die Zähne vorm Klappern,
die Kehle vorm Kratzen, die Luftröhre vor Verhärtung, den Magen vor Krämpfen, das Herz vor
Schwellung, den Bauch vor Blähung, die Därme vorm Rumpeln, die Hände vorm Zittern, die
Sehnen vor Schrumpfung, die Venen vor Verkalkung, die Knochen vor Schmerzen, das Mark vor
Schwund. Wahrlich, er ist ein königlicher Schnaps, wenn er maßvoll getrunken wird.“
Slaínte!
Wer mehr über irischen Whiskey, aber auch andere Köstlichkeiten der irischen Küche
(Doch! Das gibt es!!) lesen will, sei auf ein Buch verwiesen:
Jürgen Schneider „Irisch Kochen - Irische Gerichte und ihre Geschichte" erschienen beim
Verlag Die Werkstatt, Göttingen
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