1. Ohne Eis
Eis betäubt, wie alles Kalte, die
Nerven - eben auch und vor allem die empfindlichen Geschmacksnerven auf
der Zunge. Wer Eis in den Whisky gibt, nimmt sich einen guten Teil des
Vergnügens, weil er oder sie eine Vielfalt der feinen Aromen gar nicht
wahrnehmen kann. Also bitte: hochwertigen Whisky ohne Eis genießen...
2. Mit Zeit
Whisky
sollte, wie auch ein guter Wein beispielsweise, langsam und mit Bedacht
genossen und nicht hinter die Binde gekippt werden. Nach dem Einschenken
kann man das Glas erst mal anheben und leicht schwenken. Dabei sieht man
schon, wie schwer das Getränk im Glas liegt, ob es Schlieren zieht,
man kann die Farbe beurteilen und sich daran freuen. Das Schwenken setzt
auch Aromen frei, die in die Nase steigen - gelegentlich ist Whisky auch
auf zwei Meter Entfernung sehr gut zu riechen, wenn jemand das Glas etwas
schwenkt. Man hält das Glas am besten in der hohlen Hand, wie einen
Cognacschwenker - es sind bauchige Stielgläser, sogenannte Nosinggläser
am besten geeignet. Die breiten Bechergläser, "tumbler" gennannt,
passen zu Shortdrinks und manchen Cocktails, vielleicht auch zu amerikanischem
Maisbrand - aber nicht zu erlesenen schottischen oder irischen Whiskies.
Am Geruch erkennt man häufig schon
sehr vieles: ist es ein rauchiges Getränk oder ein mild-süßes?
Hat es eine Sherrynote von der Lagerung im Sherryfass oder riecht es vielleicht
sogar nach Marzipan? Die vielen Whiskysorten entfalten in der Nase eine
erstaunliche Bandbreite an Aromen - manchmal glaubt man beim Riechen kaum,
dass es Whisky ist, was man da vor sich hat!
Nach dem Riechen kommt der erste Schluck
- diesen kann man einen Moment im Mund bewegen, wieder wie beim Wein, um
die verschiedenen Aromen wahrzunehmen. Nach dem Schlucken stellt man bei
vielen Whiskysorten fest, dass sie einen Nachgeschmack haben, der nochmals
neue Aromen birgt - der sogenannte "Abgang". Manchmal ist dieser sogar
sehr lang und noch viel intensiver als der Geschmack im Mund selbst.
Jeder weitere Schluck kann so ein neuer
und intensiverer Genuss werden...
3. Mit Wasser
Zum Whisky sollte immer ein Glas oder
besser noch eine Karaffe mit Wasser bereit stehen. Einfaches weiches Leitungswasser
genügt, Quellwasser wäre natürlich perfekt - aber wer hat
das schon? Kohlensäurehaltiges Wasser beeinträchtigt den Geschmack
und ist daher nicht gut geeignet.
Insbesondere die schottischen Whiskies
vertragen durchaus einige Tropfen Wasser vor der Geruchsprobe, wie ich
nach langem innerlichen Widerstand schließlich doch eingesehen habe.
Zunächst hat es mir ja wirklich widerstrebt, ein Getränk, auf
das Generationen von Familien ihren Ehrgeiz richteten, damit es genau richtig
schmeckt, mit Wasser zu verderben... aber ich habe festgestellt, dass ein
bisschen Wasser den Geruch nochmals unterstreicht und den Geschmack hervorhebt.
Richtig hochprozentige Whiskies "cask strength" mit z.T. über 60%
Alkoholgehalt brauchen auf jeden Fall Wasser, damit die Zunge überhaupt
noch etwas schmeckt!! Schließlich wird der Whisky nach seiner Reife
im Fass ja normalerweise auch mit Wasser versetzt, damit er Trinkstärke
von 40 - 45% bekommt.
Darüber hinaus empfiehlt es sich,
immer wieder zwischendurch viel Wasser zu trinken. Einmal hilft es, die
Zunge abzuspülen und für neuen Genuss zu erfrischen, aber es
beugt auch (bei stärkerem Trinken, dem ich hier allerdings nicht das
Wort reden möchte) dem "Kater" vor, der vor allem durch Mangel von
Wasser (und Sauerstoff) entsteht. Alkohol trocknet die Körperzellen
aus - wer viel Wasser trinkt, kann diese unerwünschte Folge verhindern!
Entgegen seinem Ruf verursacht Whisky übrigens keine Übelkeit.
Vorausgesetzt, man trinkt eben nur Whisky - und genügend Wasser. Wir
hatten an Weihnachten 2000 eine Whiskyparty, bei der nur diese beiden Getränke
gereicht wurden. Niemand unserer knapp 20 Gäste hatte am nächsten
Tag einen schweren Kopf! Hätte man Bier, Sekt oder Wein davor oder
dazwischen getrunken, sähe das ganz anders aus... Ich spreche da übrigens
aus leidvoller Erfahrung *gggg*
Ja - was hält dich jetzt noch von
einem genussvollen Schluck mit Kennerblick ab?
>;)=
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