Generation 12: Ende 19. Jahrh./ Beginn 20. Jahrh.
Dr. Matthias Meusch, Institut für Geschichte der Medizin, JLU Gießen:
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Ein Mann verdient hervorgehoben zu werden: der
Direktor des Anatomischen Instituts, Ferdinand
Wagenseil (1887-1967), eines der sehr wenigen
Mitglieder der Fakultät, das nicht der NSDAP
angehörte. Ein Gießener Arzt, der als Halbjude
den Verfolgungsmaßnahmen der Nazis
ausgesetzt gewesen war, bezeichnete Wagenseil
als "Antinazi wie mir kein zweiter in all den Jahren
begegnet ist". Auch zahlreiche andere Personen
attestierten Wagenseil "einen stillen und
hartnäckigen Widerstand gegen den
Nationalsozialismus, der einfach von dem Wesen
eines aufrechten Mannes ausströmte". So übte er
in seinen Vorlesungen offen Kritik am Regime
und half zahlreichen rassisch und politisch
Verfolgten. Trotz der Aufforderung durch den
Führer des Gießener Dozentenbundes, in die
Partei einzutreten, weigerte sich Wagenseil
beharrlich, diesen Schritt zu tun. Durch die
Gießener Spruchkammer zunächst als "Mitläufer"
eingestuft, galt er nach einem neuen Verfahren
aufgrund des von ihm geleisteten Widerstands
als "Entlasteter". Nach Kriegsende war er
maßgeblich am Wiederaufbau der Kliniken und
Institute, der Fakultät und der Universität
beteiligt. <<
Materialien:
Werke (unter anderem):