Wann ist eine spezielle Verhaltenstherapie für unsere Haustiere
sinnvoll oder sogar erforderlich?Will
Bello mal nicht auf Kommando "Sitz" machen, läßt sich Mietze
nicht davon abbringen, nachts trotz Verbots
Frauchens Bett zu benutzen, ist dies sicher kein Grund, den Tierarzt
wegen einer Verhaltenstherapie zu
konsultieren. Diese kleinen Probleme sind mit konsequenter Erziehung
auch ohne fremde Hilfe lösbar.
Kommt es aber zu ernsteren Störungen der Mensch - Haustier - Beziehung,
die das Zusammenleben von
Mensch und Tieer dauerhaft belastet, sind die Tierärztin/ der
Tierarzt die kompetenten
Ansprechpartner, die das Problem lösen können.
Was haben wir unter einer "Verhaltensstörung" zu verstehen? Stört
sichder Besitzer am Verhalten seines
Tieres, ist der Verbeiner durch Herrchens und Frauchens Verhalten gestört,
oder stören sie sich
vielleicht gegenseitig? Das Dasein unserer Haustiere hat heutzutage
oft nicht mehr viel mit der
ursprünglichen Lebensweise ihrer wildlebenden Vorfahren gemein.
Ihr Verhaltensrepertoire hat sich
dieser Änderung der Lebensumstände aber nicht im gleichen
Maße angepaßt. So ist es ein durchaus
normales Verhalten für Hund und Katze, ein ausreichend großes
Gebiet durch Urin und Kot zu markieren
und damit für fremde Artgenossen abzugrenzen. Geschieht dies nicht
draußen, sondern im Haus, weil sich
zwei Katzen gegeneinander abzugrenzen versuchen oder weil der Hund
auf das neugeborene Baby
eifersüchtig ist, verträgt sich das an sich normale Verhalten
dieser Tiere nicht mehr mit den
Vorstellungen der Besitzer von einem ungetrübten Zusammenleben.
Auch Angstreaktionen, Eifersucht und
Dominanzverhalten führen häufig zu Problemen, die mit dem
gesunden Menschenverstand der Besitzer
allein oft nicht mehr gelöst werden können. In diesen Fällen
muß von entsprechend sachkundigen
Tierärzten durch eine geeignete Therapie Abhilfe geschaffen werden.
Ein sowohl mit den Naturheilverfahren als auch mit der Tierverhaltenstherapie
vertrauter Tierarzt kann
entscheiden, ob je nach Lage des Problems eine Änderung einiger
Haltungsbedingungen, vielleicht ein
verändertes Verhalten des Besitzers seinem Haustier gegenüber
Abhilfe schaffen kann, oder ob das Tier
selbst einer Therapie unterzogen werden muß, weil es vielleicht
übertrieben oder auch ungenügend auf an
sich "normale" Bedingungen und Umweltreize reagiert. In vielen Fällen
wird er eine Kombination von
Haltungsänderung, Verhaltenstraining und ganzheitlicher Therapie
verwenden müssen. Vor allem bei
Problemen wie Angst, Eifersucht oder auch zu dominatem, aggressivem
Verhalten ermöglichen die
ganzheitlichen Therapieformen Homöopathie, Akupunktur oder auch
die Bachblütentherapie eine sichere,
sanfte und dauerhafte Heilung des Tieres innerhalb seiner individuellen
Grenzen.
Dabei wird sich aus einem ängstlichen Kätzchen kein Löwe
und aus einem gemütlichen Neufundländer auch
kein überaktiver Rennhund entwickeln, aber die Patienten werden
in die Lage versetzt, innerhalb der ihnen
angeborenen individuellen Möglichkeiten adäquat, vor allem
aber streßfrei auf bestimmte Reize zu
reagieren, ohne daß diese Medikamente künstlich beruhigen
oder sedieren und dadurch einschränkend
wirken können. Überschießende Reaktionen werden so
nicht unterdrückt, sondern reguliert. Das Tier wird
entlastet, wenn es keine Angst vor dem Alleinsein oder dem Müllwagen
mehr haben muß. Frauchen wird
entlastet, wenn keine Eifersuchtsmarken mehr vom neuen Teppichboden
zu entfernen sind. Dann ist ein
harmonisches Miteinander von Tier und Besitzer wieder möglich.