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          Im Hundeskelett sind zwei Hautknochentypen zu finden: lange Knochen
          (Röhrenknochen wie die Gliedmaßen und die Wirbelsäule) und flache Knochen
          (Schädel, Becken und Schulterblatt). Obwohl sich das Skelett seit Urzeiten nicht
          grundsätzlich verändert hat, unterscheiden sich die Gliedmaßen bei den
          verschiedenen Rassen doch erheblich. Man denke nur an den Unterschied zwischen
          einem Dackel und einem Bernhardiner! Schuld daran ist vor allem der Mensch, der
          Hunde, in allen Größen züchtet.

          So arbeitet das Skelett

          Das Skelett besteht aus knochigen Hebeln, die durch Muskeln bewegt werden, die an
          Kreuzungspunkten auf den Knochen befestigt sind. Die Knochen fügen sich an
          Gelenken aneinander, die als Stoßdämpfer wirken. Das Knochengerüst hat eine sehr
          komplizierte Struktur, die große Stabilität gewährleistet und trotzdem Bewegungen
          erlaubt. Es ist an Bändern verankert, die einen gewissen Beweglichkeitsspielraum in
          spezielle Richtungen möglich machen. Jedes Gelenk ist von einer Gelenkkapsel
          umgeben, in der sich die Gelenkschmiere befindet (Synovialflüssigkeit). Die
          Knochenenden sind am Übergang zum Gelenk mit Knorpel bedeckt, einer weicheren
          Substanz, die dem Gelenk eine bessere Beweglichkeit verleiht und eventuelle Stöße
          auffängt, wenn das gesamte Hundegewicht auf die Beine wirkt.

          Wie Knochen wachsen und sich entwickeln

          Die langen Knochen entstehen beim Fötus aus einer knorpeligen Substanz, die sich in
          den späteren Schwangerschaftswochen zu richtigen Knochen entwickeln. Ein
          Gliedmaßenknochen hat eine röhrenförmige Struktur mit einem Scharnier oder
          Gelenk an jedem Ende. Die Teile des Knochenschafts, die nicht mit dem Gelenk in
          Berührung kommen, sind umgeben von einem zähen Gewebe, der Knochenhaut. Bei
          jungen, noch wachsenden Hunden ist die innere Lage dieser Knochenhaut ständig im
          Wachsen begriffen, wodurch der Knochendurchmesser größer wird. Damit der
          Röhrenknochen nicht zu dick und schwer wird, wird sein Inneres resorbiert und so
          erneuert, dass nur die eigentliche Knochenwand stehen bleibt. Beim ausgewachsenen
          Hund ist die Knochenhaut kaum noch aktiv; doch tritt sie in Aktion, sobald ein
          Knochenbruch »repariert« werden muss. Um diesen Prozess, der den Knochen
          aufweicht, zu überwinden, ist das Innere mit feinen knochigen Bälkchen oder Pfeilern
          gefüllt, deren Zwischenräume beim jungen Hund wiederum mit Knochenmark gefüllt
          sind, beim älteren Hund mit Fett.

                                   Das Längenwachstum geschieht am Knochen in der Nähe
                                   der Gelenke, an der Gelenkplatte. In diesen
                                   Wachstumsplatten, wie sie auch genannt werden, wird
                                   ständig eine Knorpelschicht produziert, die in den
                                   Röhrenknochen wandert (siehe Röntgenbild unten). Das
                                   Knorpelgewebe wird in Knochen umgewandelt, und auf
                                   diese Weise wächst der Knochen in die Länge. Bei den
                                   meisten Hunden ist das Längenwachstum der Knochen im
                                   zehnten Monat beendet.

          Nahrung fürs Wachstum

          Sollen die Knochen wachsen, brauchen sie Nahrung, und diese wird von den
          Blutkörperchen geliefert. Der Hauptteil eines jeden Knochens wird von einer oder
          zwei großen Versorgungsarterien ernährt, die durch ein Loch im Knochen Zugang zu
          ihm bekommen (Foramen nutricium). Der Gelenkknochen erhält Blut aus einem
          Arterienring, der sich in der Gelenkkapsel befindet. Diese Arterien durchdringen das
          gesamte Gelenk und ernähren den wachsenden Knochen. Sie liefern auch Nahrung in
          die innere Schicht der Knorpelmasse des Gelenks; außerdem erhält dieses weitere
          Nahrung durch die Gelenkschmiere innerhalb des Gelenks.

          DIE WIRBELSÄULE

          Die Wirbelsäule ist eine Röhre, die aus einzelnen Knochen - den Wirbeln -
          zusammengesetzt ist, die durch starke Bänder zusammengehalten werden. Durch
          diese Röhre, in der sich das wertvolle Rückenmark befindet, verläuft der
          Nervenkanal. Die Wirbel gehen in den Schwanz über, wobei sie dort sehr viel kleiner
          sind als im Körper. Die meisten Nerven verzweigen sich aus dem Nervenkanal heraus
          im Körper. Zwischen den einzelnen Wirbeln befinden sich faserige Pölsterchen, die
          sogenannten Bandscheiben, die auch außergewöhnliche Erschütterungen und
          Bewegungen auffangen. Ihre Struktur gleicht der einer Zwiebel - mehrere dünne
          Häute und eine Flüssigkeit sowie ein stoßdämpfender ballförmiger Kern. Wird ein
          Hund älter, verlieren die Bandscheiben an Flüssigkeit, und die Wirbelsäule wird
          weniger beweglich. Bei einigen Rassen - vor allem beim Dackel, dem Pekinesen und
          dem Basset geschieht dies schon recht früh. Diese Hunde erleiden häufig einen
          Bandscheibenvorfall, Unkorrekterweise auch oft als »herausgesprungene
          Bandscheibe« bezeichnet.

Knorpel unterliegt ständigen Auf- und Abbauprozessen.
Das Gleichgewicht von Auf- und Abbau kann durch
verschiedene Faktoren gestört werden:
zu starke Belastung
zu wenig Bewegung
traumatische Verletzungen (Stöße, Prellungen)
Entzündungen
fortschreitendes Lebensalter
Der normale Abbau rührt vom Abrieb her, der durch die bei
Bewegung aufeinander reibenden Knorpelschichten
der am Gelenk beteiligten Knochen entsteht. Dabei werden
Knorpelzellen (Chondrozyten) in der den Knorpel umge-
benden Gelenkflüssigkeit (Synovia) abgebaut.
Unterstützt wird dieser Vorgang durch Enzyme. Der ständige
Neuaufbau an Knorpel ist gewährleistet, weil die Knorpel-
schicht über die sie umgebende Gelenkflüssigkeit mit
Nährstoffen versorgt wird.
Hohes Gewicht, verstärkter Druck durch Größe (Höhe) und
Bewegungen, die mangelhaft durch (untrainierte) Muskeln
und Bänder abgefangen werden, erhöhen den Druck der
Knorpelschichten aufeinander und damit den Abrieb. Daß
auch zu wenig Bewegung zu einem Knorpelabbau führen
kann, wird verständlich, wenn man betrachtet, wie dem
Knorpel neue Nährstoffe zugeführt werden: Die elastische,
wasserhaltige Knorpelmasse wird bei jeder Bewegung leicht
zusammengedrückt.
So kann sie Stöße bis zu einem gewissen Maß auffangen.
Beim Zusammendrücken tritt
etwas Flüssigkeit aus dem
Knorpel in die ihn umge-
bende Gelenkflüssigkeit aus.
Dabei werden Knorpelzellen
abtransportiert. Im Gegenzug
tritt nährstoffreiche Flüssigkeit
beim Wieder-Ausdehnen des
Knorpels ein. Neue Knorpel-
zellen können gebildet
werden.
gesundes Gelenk
Gelenkknorpel
subchondrale
Knochenplatte
Epiphyse
Die Bewegungsfähigkeit des Hundes ist durch
die Gelenke vorgegeben. Deren Funktions-
fähigkeit beruht auf einem fein abgestimmten
System, in dem Knochen, Knorpel und
Muskeln zusammenspielen.
Bewegung läßt Kräfte auf die Gelenke ein-
wirken (Druck und Zug). Diese Kräfte werden
im Gelenk ständig aufgefangen und
ausgeglichen.
Eine wichtige Rolle spielt dabei der Knorpel.
Das Skelett des neugeborenen Hundes besteht zu einem
großen Teil aus Knorpel. Knorpel ist beim Jungtier milchig-trüb
mit einem bläulichen Schimmer und besteht zu 90% (bei der
Geburt) aus Wasser. Im Laufe der Entwicklung verknöchert
der Knorpel. An allen Gelenken, die große Bewegung
ermöglichen sollen, bleibt an den Knochenenden eine dünne
Knorpelschicht bestehen, welche die Gelenkenden überzieht.
In diesem Knorpel geht der Wassergehalt auf 40% zurück, die
Farbe verändert sich hin zu gelblich-weiß.
Der Knorpel soll das geschmeidige Gleiten der am Gelenk
beteiligten Knochen gewährleisten. Zusätzlich wird das
Gelenk mit der Gelenkflüssigkeit beweglich gehalten.
Durch starke Stöße oder
Prellungen kann Knorpel so
stark zusammengedrückt
werden, daß er geschädigt
wird. Der Bewegungsablauf
wird dadurch gestört, da der
Hund versucht, das
betroffene Gelenk zu
entlasten. Dies führt jedoch
zu Fehlbelastungen auf
anderen Gelenken.
Bei Entzündungen wird mehr Gelenkflüssigkeit produziert
und der Druck im Gelenk dadurch erhöht. Als Folge werden
dann auch vermehrt Knorpelzellen abgebaut. Mit steigendem
Lebensalter verändert sich die Zusammensetzung des
Knorpels und er verliert an Wasser und Elastizität.
geschädigtes Gelenk
Verletzungen des
Knorpels und
verminderte
Dichte des
Gelenkknochens
Verkleinerung des
Gelenkspaltes
(Arthrose)
An erster Stelle steht hier die Frage des Körpergewichts:
Große Hunde sind schwer. Allein ihr natürliches Gewicht
stellt bereits eine starke Belastung für die Gelenke dar.
Übergewicht ist bei großen Hunden deshalb wesentlich
problematischer für den Bewegungsablauf als bei kleinen
Hunden. Halten Sie ihren Hund schlank! Zu hohes Gewicht
belastet die Gelenke unnötig und begünstigt vorzeitigen
Verschleiß.
Wesentlich ist ein vernünftiges Bewegungsprogramm: Beim
gut trainierten Hund entlasten eine kräftige Muskulatur und
ein festes Bändersystem die Gelenke.
Gönnen Sie Ihrem Hund regelmäßig Bewegung!
Gerade unter den großen Rassen finden wir eine Reihe von
eher ruhigen Typen. Fordern Sie Ihren Hund immer wieder
zu den verschiedensten Bewegungen auf. Machen Sie
regelmäßig ausgedehnte Spaziergänge mit dem Hund.
Auch Fahrradtouren sind hilfreich für die Erhaltung der
Beweglichkeit der Gelenke.
Viele Hunde schwimmen gern.Wenn Sie die Gelegenheit
haben, lassen Sie ihn nicht nur Stöckchen retten" sondern
bringen ihm bei, mit ruhigen Bewegungen, die ihn nicht so
schnell ermüden lassen, seine Runden im Wasser zu drehen.
Die Frage für den Hundebesitzer ist: Was
kann ich tun, um die Funktionstüchtigkeit der
Gelenke meines Hundes so lange wie möglich
zu erhalten?"
Vermeiden Sie es, Ihren Hund plötzlich
mit ungewohnten Aufgaben zu belasten.
Hunde, die normalerweise nur die Runde durch den Park
kennen, sind mit 30 km-Märschen, die alle zwei Monate
stattfinden, überfordert! Untrainierte große Hunde sollten
auch nicht über Gartenzäune, Hürden oder Kletterwände
springen.
Achten Sie beim Spielen mit Ihrem Hund
auf natürlichen Untergrund.
Betonplätze und Asphaltwege sind als Spielplatz für große
Hunde wenig geeignet. Ein Bremsen auf rauhen Wegen kann
zwar die Krallen abschleifen, aber je härter der Untergrund
ist, desto stärker zeigt sich die Stoßwirkung im Gelenk.
Natürlicher Untergrund wie Rasen, Feld und Wiese gibt nach
und federt so die Stöße, die beim Springen und plötzlichen
Stoppen auftreten, ab.
Knorpel ist eine wasserhaltige, fest mit dem Knochen ver-
wachsene weißliche Auflagerung an den Enden der gelenk-
bildenden Knochen. Chondrozyten (Knorpelzellen) bilden
Proteoglycan (Moleküle aus Kohlehydraten und Aminosäu-
ren) und Collagen (strukturbildende Proteine), die haupt-
sächlichen Bestandteile des Knorpels.
Proteoglycan besteht in der Hauptsache aus Hyaluronsäure
und Glucosaminglycanen. Eine der wichtigsten Gluco-
saminglycane ist Chondroitinsulfat, da es die höchste
Wasserbindungskapazität aufweist und sowohl entzün-
dungshemmend als auch wundheilend wirkt. Glucosamin ist
eine Vorstufe der Glucosaminglycane. Glucosamin und
Chondroitinsulfat scheinen sich in ihrer Wirkung zu ergän-
zen, indem Glucosamin die Bildung
von Proteoglycan und Hyaluronsäure anregt und so auch
indirekt die Bildung von Chondroitinsulfat. Knorpelzellen-
abbauende Enzymbildung wird hauptsächlich durch Chon-
droitinsulfat unterdrückt, wodurch ein langsamerer
Knorpelabbau begünstigt wird. Knorpelaufbau kann durch
intravenöse oder orale Gaben von Glucosaminglycanen
und Glucosamin erreicht und unterstützt werden.