Die
Zusammenstellung der Katzennahrung
Die Katze wird als "Fleischfresser" bezeichnet, was aber nicht ganz
zutrifft: Beutefresser wäre ein besserer Begriff. Die
natürliche Nahrung einer Katze besteht aus kleinen Säugetieren
(hauptsächlich Nagern), zum Teil aus Vögeln und sogar
Insekten. Mit den Beutetieren nimmt die Katze außer Fleisch auch
Innereien, Knochen und somit Mineralien (Kalk und
Phosphor) zu sich. Dazu kommen die aufgeschlossenen Kohlehydrate (der
Mageninhalt der Beutetiere: Getreide und
Pflanzenteile), Blut und damit Mineraliensalze, sowie Fasern in der
Form von Fell oder Federn (geringe Mengen). Ein gutes
Katzenfutter sollte dieser Zusammensetzung der Beutetiere möglichst
gut entsprechen.
Was bedeutet das in der Praxis? Ein gutes Futter besteht
aus:
Fleisch (es muß Fleisch und nicht "Fleisch und Fleischnebenprodukte"
sein, die Art des Fleisches muß angegeben
werden: Hühnerfleisch oder gemahlenes Hühnerfleisch etc.),
Eiern und/oder Käse
einem kleinen Teil von Innereien
maximal 50% (besser 25 - 30%) aufgeschlossenem Getreide und/oder Gemüse
(Kohlehydrate und Fasern)
einer langen Liste von Vitaminen und chelatierten Mineralien
natürlichen Antioxidantien (diese verhindern, daß das Fett
in der Trockennahrung ranzig wird) wie Vitamin E und C
und/oder Kräuterölen
Das Futter sollte auf gar keinen Fall folgendes enthalten:
minderwertige Eiweißquellen wie die "ominösen" Nebenprodukte
und z. B. Grieben (= gemahlene Rinderhaut...)
chemische Konservierungsstoffe oder chemische Antioxidantien (Ethoxyquin,
BHA, BHT, Propylgallate)
Farbstoffe,Zucker, Karamel
leere Füllstoffe wie Erdnußhüllen, Zellulose, "Trockenschnitzel"
(zeigt, daß bei der Futterherstellung gespart wird:
diese Produkte geben dem Tier das Gefühl der Sättigung ohne
wirklich verwertbare Nahrung zu liefern. Dieses sind
auch minderwertige Formen der "Ballaststoffe", da sie im Gegensatz
zu Vollkorngetreide oft Verdauungsprobleme
verursachen)
Die wichtigsten Gründe für ernährungsbedingte Krankheiten
unserer Haustiere sind Chemikalien und minderwertige
Nebenprodukte in der Tiernahrung.
a) Chemikalien
Laut Dr. Alfred Plechner, einem Tierarzt und Wissenschaftler und Ernährungsspezialist,
der sich auf Allergien und
Hautkrankheiten von Hunden und Katzen spezialisiert hat, können
die künstlichen Antioxidantien BHA (E320) und BHT
(E321) Leberschäden, Mißbildungen von Föten, metabolischen
Streß und auch Krebs verursachen.(1) Bei Labortieren
wurden zusätzlich allergische Reaktionen und Gehirnschäden
beobachtet.(2)
Das künstliche Antioxidant Ethoxyquin wiederum, hergestellt von
der Fa. Monsanto in den USA (Hersteller verschiedener
Chemikalien wie Agent Orange, von Pestiziden, des umstrittenen Süßstoffes
Aspartam sowie genmanipulierter Sojabohnen),
wurde ursprünglich entwickelt, um die Haltbarkeit von Gummi zu
verbessern, und wird als Mittel benutzt, um die braunen
Druckstellen an Äpfeln und Pfirsichen zu vermeiden.
Die Giftigkeit des Soffes Ethoxyquin wird als 3 auf einer Skala von
1 - 6 (Bewertung 6 ist extrem giftig) gestuft: verursacht
sich langsam entwickelnde Depression, Schüttelkrämpfe, Koma
und Tod; Hautirritationen und Leberschäden.(3) In
Europa ist Ethoxyquin in der Menschennahrung nicht zugelassen, da es
beim Inhalieren, beim Hautkontakt sowie beim
Schlucken (!) toxisch (giftig) wirkt. (4) Für die Heimtiernahrung
sind jedoch kleine Mengen erlaubt. Als fettlösliche
Substanz sammelt sich Ethoxyquin im Fettgewebe und Leber an.
Chemische Farbstoffe können Allergien verursachen. Farbstoff E127,
z. B., verursacht nachweislich auch Schilddrüsenkrebs
(5), wird jedoch z.B. in bestimmten Leckerlies für Katzenbabys
(!) verwendet..
b) Nebenprodukte
Tierfuttermittel werden nicht von den Lebensmittelgesetzen geregelt.
Deshalb braucht der Hersteller keine genaue Auflistung
der verwendeten Zutaten auf der Packung anzubringen. Laut Europäischen
Futtermittelgesetzen dürfen z.B. Kadaver von
Pelztieren, Hufe, Federn, Hörner sowie Wolle der Tiernahrung unter
dem Begriff "Nebenprodukte" beigemischt werden.
Die in den minderwertigen Futtersorten befindlichen Schlachtabfälle
beinhalten auch Drüsensekrete sowie Hormone
(aus Fruchtblasen). (6) Auch Blut, Därme und sogar Urin sind Nebenprodukte.
Natürlich sind nicht alle "Nebenprodukte" schlecht; zu den Nebenprodukten
gehören auch Innereien, die durchaus einen
wertvollen Teil der Tiernahrung bilden. Es muß an dieser Stelle
jedoch darauf hingewiesen werden, daß sich eine Firma,
die qualitativ hochwertige Tiernahrung herstellt, nicht hinter einer
unklaren Bezeichnung wie "tierische oder pflanzliche
Nebenprodukte" verstecken braucht, sondern offen auflistet, um welche
Bestandteile es sich genau handelt, wie z. B.:
"Hühnerfleisch, Leber, Herz (oder Innereien), Mais usw." Suchen
Sie deshalb nach dem Hinweis des Herstellers: "ohne
Nebenprodukte". Einige Hersteller erklären bei Nachfrage nach
den verwendeten Nebenprodukten: "Wir verwenden Herz,
Leber und Nieren".Ist das wirklich so? Ein Blick auf das Etikett gibt
oft Aufschluß. Ist z.B. Leber auch gelistet? Dann kann
es nicht Bestandteil der in diesem Produkt verwendeten Nebenprodukte
sein. Ein großer Hersteller sogenannter
"Premiumnahrung" verwendet laut eigener Angabe z.B. (gereinigte) Hühnerdärme
und listet sie als Nebenprodukte. Därme
statt Fleisch als Proteinquelle. Auch Urin findet in der Heimtiernahrung
bei manchen Herstellern Verwendung. Warum? Nun,
der Salzgeschmack verhilft zu größerer Akzeptanz, ein Zusatz
von Salz kann entfallen. Der Hersteller muß dann Salz nicht
mehr deklarieren, was auf einige Käufer positiv wirkt.
Diese Informationen finden Sie auf der Verpackung
Die Hersteller müssen folgende Informationen auf den Dosen oder
Trockenfuttersäcken deklarieren:
die garantierte Analyse (wird in der Form von Prozenten angegeben)
die Liste der Inhaltsstoffe (geordnet nach Gewicht)
1) Garantierte Analyse
In der garantierten Analyse werden die Minimumgehalte an Eiweiß
(Protein) und Fett sowie die Maximumgehalte an Asche,
Fasern und Wasser angegeben.
Eiweiß ist der wichtigste Inhaltsstoff für Katzen und Hunde.
Gute Eiweißquellen, die der Körper verwerten kann, sind
Hühner-, Rind-, Wild- und Lammfleisch, Eier und Hüttenkäse
sowie Innereien wie Herz (wird oft zum Muskelfleisch
gezählt) und Leber. Pflanzliche Proteine sind Weizen, Hafer, Mais
und Soja.
Katzen sind Beutefresser. Dieses bedeutet, daß Eiweiß hauptsächlich
tierischen Ursprungs sein sollte, da Pflanzenteile in
den Beutetieren nur in geringen Mengen (nämlich im Magen) vorkommen.
Das Problem ist, daß die Hersteller von Katzenfutter die im Futter
enthaltenen Eiweißmengen als Rohproteinmengen
angeben. Rohprotein ist die Gesamtmenge an Eiweiß, sagt aber
nichts darüber aus, wie wertvoll das enthaltene Eiweiß ist,
also wieviel davon der Körper auch wirklich verwerten kann. Ein
Beispiel: zwei Futtersorten stehen nebeneinander. Beide
sind von einem Labor untersucht worden und bei beiden ist die gelistete
Rohproteinmenge 10%, Fettgehalt 6,5%, Fasern 2,4
und Feuchtigkeit 68% - typische Mengen für Naßfutter. Beide
Futtersorten sehen auf den ersten Blick gleich aus. Liest man
jedoch die Liste der Inhaltsstoffe, stellt man folgendes fest: das
erste Futter beinhaltet Rindfleisch, Leber, Herz, Eier,
Hühnerfett und Sonnenblumenöl, Mais sowie Hafer... das andere
Futter beinhaltet 4 Paare alter Lederschuhe, ca. 4 Liter
Motoröl, gemahlene Kohle sowie 30 Liter Wasser. Auch diese letzteren,
sehr unappetitlichen Inhaltsstoffe entsprechen den
angegebenen Analysemengen, sind jedoch nicht sehr nahrhaft für
das Tier...
Auch in Federn ist sehr viel Eiweiß enthalten, der Körper
des Tieres kann diese Sorte Eiweiß jedoch nicht verwerten.
Der Schlüssel zu gutem Futter ist somit die Verdaulichkeit. Die
meisten Hersteller geben die Verdaulichkeitswerte nicht an.
Als Verbraucher ist es jedoch relativ einfach herauszufinden, ob die
Verdaulichkeit gut ist (d. h. ob das Tier Nahrung aus
wertvollen oder "billigen" Zutaten erhält). Man sollte auf die
Menge der Ausscheidungen achten. Sie sollte nicht mehr als
ca. 25% der gefütterten Menge betragen. Je größer das
Volumen an Ausscheidungen im Verhältnis zu gegessenen Menge
Futter, desto minderwertiger das Futter. Ein guter Anhaltspunkt ist
auch die Größe der vom Hersteller auf der Verpackung
gelisteten Fütterungsempfehlung. Je größer die empfohlene
Tagesration desto kleiner die Qualität des Futters.
2) Auflistung der Inhaltsstoffe
gibt Hinweise auch darauf, ob das Futter biologisch wertvoll ist. Die
Bioverwertbarkeit (d. h. wie gut der Körper die
Proteine (Eiweiße) verwerten kann) von z. B. Eiern ist optimale
100%, von Hühnerfleischmehl über 90%, von Rind 78%,
von Weizen 60%, von Mais 54%. Weizen oder Mais alleine würden
für Beutefresser keine ausgewogene Ernährung
darstellen, aber in der Kombination mit einem oder zwei guten tierischen
Eiweißlieferanten entsteht eine Nahrung von guter
biologischer Verwertbarkeit.
Man sollte darauf achten, daß bei der Auflistung die Art des
Fleisches angegeben wird: Rind, Huhn, Lamm... Wenn auf dem
Etikett nur "Fleisch" steht, können im Futter gemischte Fleischsorten
unklaren Ursprungs enthalten sein - oft viel Schwein,
das keine wertvolle Nahrung für Tier oder Mensch darstellt.
Die Auflistung der Inahltsstoffe erfolgt nach dem Gewicht
Der erste auf dem Etikett angegebene Inhaltsstoff ist Rind. Ist Rind
also der Hauptinhaltsstoff in diesem Futter?!? Nicht
unbedingt. Lesen Sie die Auflistung bitte weiter: der zweite Inhaltsstoff
ist Weizenmehl, danach kommt Weizenkeim, danach
Fett und danach noch einmal Weizen (als Körner)... Die Futtermittelgesetze
erlauben den Herstellern, daß verschiedene
Formen eines und desselben Inhaltsstoffes getrennt aufgeführt
werden dürfen. Weizen in verschiedenen Formen ist und
bleibt jedoch Weizen. Zählt man diese verschiedenen Formen des
Weizens zusammen, wiegen sie weitaus mehr als der
angegebene Fleischanteil... Also, ist in diesem Fall der Hauptinhaltsstoff
Getreide, obwohl Rind als erste Zutat aufgeführt wird!
Eine gute Mischung an verschiedenen Eiweißquellen (vorwiegend
aus tierischen Quellen, unterstützt von guten pflanzlichen
Proteinen) wäre z. B. Hähnchenfleisch bzw. gemahlenes Hähnchenfleisch
an erster Stelle kombiniert mit Vollkorn und Mais;
möglicherweise mit Leber oder/und Ei und ergänzt mit Hühnerfett
(gelistet innerhalb von den ersten 4 - 5 Zutaten). Die gute
Variation an Zutaten verschiedenen Ursprungs erhöht die biologische
Verwertbarkeit des Futters.