Die Akupunktur ist ein ca. 2000 Jahre altes Heilverfahren aus dem alten
China. Erst nachdem die
Wissenschaft die morphologischen und physiologischen Mechanismen der
Akupunktur untersucht und
gefunden hatte, gelang diesem Heilverfahren der Durchbruch in Deutschland.
Der Begriff - Akupunktur - leitet sich von den lateinischen Namen:
Acus = "die Nadel" und pungere = "das
Stechen" ab. Die Akupunktur verwendet dabei physikalische (Nadel, Laser)
und chemische (Akuinjektion)
Reize an genau definierten Hautarealen sowohl zu therapeutischen als
auch diagnostischen Zwecken bei
funktionellen, reversiblen Erkrankungen und zur Besserung von schweren
Krankheiten.Es gibt
verschiedene Variationen der Akupunktur, die sich wie folgt gliedern
lassen:
Ohrakupunktur = das Einstechen von Nadeln in genau
definierte Ohrareale, (Wobei das Ohr zuerst als
Diagnostikum genutzt wird, da die definierten Ohrareale
bestimmten Organen zugeordnet sind.
Elektroakupunktur = das Anlegen von Klemmen an eingestochene
Nadeln, die mittels elektrischen
Stroms aus einem Stimulationsgerät mit verschiedenen
Frequenzen und Stromstärken stimuliert
werden.
Akupunkturhypalgesie= Verfahren, bei dem durch laufende
manuelle oder elektrische Stimulation (mit
wechselnden elektrischem Stromstärken) von
Nadeln eine Analgesie bzw. Hypalgesie erzielt wird.
Elektropunktur = über aufgelegte Elektroden
erfolgt eine elektrische Stimulation der
Akupunkturpunkte.
Lasertherapie = Stimulation der Akupunkturpunkte
durch einen Soft- oder Midlaser mit einer
Leistung von 5 bis maximal 80 mW.
Moxibustion = Lokale Wärmebehandlungen über
Moxastäbchen, Brennen oder elektrische
Wärmeapplikatoren.
Akuinjektion= Injektion von verschiedenen Arzneimitteln
in Akupunkturpunkte (wie Homöopathische
Arzneimittel,z.B. Formidium), auch als "Homöosiniatrie"
bezeichnet.
Wenn man die Definition der Naturheilverfahren exakt berücksichtigt,
gehört die Akupunktur nach dem
heutigen Kenntnisstand nur bedingt zu den Naturheilverfahren. Denn
die Naturheilkunde ist die Lehre von
der Behandlung und Vorbeugung von Krankheiten unter Einsatz von der
natürlichen Umwelt entnommenen
und naturbelassenen Heilmitteln. Bei der Akupunktur nutzen wir zwar
körpereigenen Mechanismen im
Gehirn und auf Rückenmarkebene zur Schmerzbekämpfung und
zur Normalisierung von gestörten
Organfunktionen aus. Aber wir benutzen zum Teil künstliche Hilfsmittel
(wie Stahlnadeln,
Wärmeapplikatoren oder Laser) um dann wiederum die körpereigenen
entgleisten Reflexe zu
normalisieren.
Indikationsbereiche beim Kleintier:
Generell muß festgestellt werden, daß die Akupunktur nur
bei allen funktionellen, reversiblen Erkrankungen
indiziert ist. Was bereits zerstört ist, das kann durch Akupunktur
nicht geheilt werden. Diese
Therapieform normalisiert Organfunktionen, die reflektorisch bzw. regulatorisch
gestört sind. Zerstörte
Strukturen, wie Nerven nach Unfällen, können wir nicht wieder
reparieren. Wir setzen immer an noch
intakten Strukturen an, die wir, wenn sie gestört sind, normalisieren
wollen. Dabei ist die Akupunktur eine
ergänzende Therapie, die man immer im Zusammenhang mit der Schulmedizin
nutzen sollte. Die vielfältige
Literatur, als auch eigene Erfahrungen lassen folgende Indikationen
zur Akupunktur bei Katze und Hund
zu:
1. funktionelle Störungen im Bereich des muskulären
Bewegungsapparates:
- akuter traumatischer Schmerz
- Myosen, Tendinosen, Insertionstendinosen
- Schmerzsyndrome im Bereich der Extremitäten
- Schmerzsyndrome im Bereich der Wirbelsäule
2. Zu den beeinflußbaren funktionellen inneren
Organerkrankungen gehören:
- Gastritis, Durchfall
- Verstopfungen
- urogynäkologische Erkrankungen, Harnblasenentzündung
und -spasmen
- funktionelle Störungen an den Ovarien und
Uterus
- Scheinträchtigkei
- Schnupfen,
Weitere Indikationen zur Akupunkturbehandlung sind:
- Hauterkrankungen
- Notfallsituationen, wie Schock und Atemnot
- postoperative Rehabilitation
Generell muß festgestellt werden, daß die Akupunktur bei
sachgemäßer Anwendung eine wirklich
nebenwirkungsfreie und gute adjuvante Therapiemethode ist.
Morphologie:
Der Akupunkturpunkt wird definiert als spontan reizsensibler Hautpunkt,
der durch einen verminderten
elektrischen Hautwiderstand gekennzeichnet ist. Eigentlich ist der
Akupunkturpunkt eine Perforation in
der oberflächlichen Körperfaszie, welche man z. T. auch ertasten
kann. Das heißt, daß der
Akupunkturpunkt im eigentlichen Sinne eine Durchtrittsstelle von einem
Gefäß-Nerven-Bündel durch die
oberflächliche Körperfaszie darstellt.
Es lassen sich 3 Hauptwirkungen der Akupunktur gut nachweisen:
1. So wird über die Stimulation bestimmter Akupunkturpunkte die
Regulation für einen optimalen
Muskeltonus angesprochen, was insbesondere bei muskulären Verspannungen
von Bedeutung ist.
Insbesondere die kleinen, scheinbar unwichtigen Muskeln - wie z. B.
der M. soleus - sind wichtige
Stellglieder (Biosensoren) großer Gelenke. Sie sind sehr reich
an Muskel- und Sehnenspindeln und
beeinflussen somit nachhaltig die Statik und Dynamik des Tieres.
2. Auch spielt die Beeinflussung über sogenannten viszero-kutanen-
und kuti-viscerale Reflexe (Viscera =
Eingeweide; Kutis = Haut) durch die Nadelstimulation eine entscheidende
Rolle. Weil man so reflektorisch
die Funktion von Eingeweiden beeinflussen kann.
3. Weiterhin wirkt die Akupunktur über die Stimulation bestimmter
Nervenfasern, die schmerzhemmende
Mechanismen (über sogenannte Endorphine) im Gehirn aktivieren.
Diese sind bei der Behandlung von
schmerzhaften Erkrankungen von enormer Bedeutung. Auch hier zeigt sich
wieder, daß wir intakte
Strukturen benötigen, um mit der Akupunktur bestimmte Wirkungen
zu erzielen.
Der Tierbesitzer sollte sich bei der zuständigen Tierärztekammer
erkundigen, welcher Tierarzt in
seinem Heimatbereich die Zusatzbezeichnung Akupunktur erworben hat.
Dann kann der Besitzer sicher
sein, daß dieser Tierarzt sich mindestens über 4-5 Jahre
mit der Akupunktur beschäftigt hat. Denn
solange dauert die Ausbildung (Weiterbildungszeit mindestens 120 Stunden).
Dieser Tierarzt hat sich
außerdem einer Prüfung bei der Tierärztekammer unterworfen,
die ihn auf sein Wissen bezüglich der
Akupunktur abgeprüft hat.
Goldakupunktur :
Golddrahtimplantation (Goldakupunktur) als Dauerakupunktur
Die Golddrahtimplantation (Goldakupunktur) wurde
von amerikanischen Akupunkturkundigen Tierärzten
erstmals eingesetzt. Über Skandinavien gelangte
die Methode in den deutschsprachigen Raum, wo
sich mittlerweile mehrere Tierärzte ernsthaft und
intensiv mit der Durchführung, Verbesserung und
Ausweitung der Methode auf weitere
Einsatzgebiete - derzeit noch vornehmlich beim
Hund - befassen.
Was sind die Einsatzbereiche der
Golddrahtimplantation?
Probleme des Bewegungsapparates (Hüftdysplasie,
Kreuzbandproblematik, Bandscheiben ...)
Schmerzhafte Muskelverspannungen sowie
Knochenschmerzen bei
Wirbelsäulenverknöcherung (Spondylosen)
Chronische Schmerzsyndrome (auch
Restschmerzen nach Operationen)
Chronische Erkrankungen nach vorheriger exakter
tierärztlicher Abklärung
ohne eindeutigen Befund
Vorbeugung nach Früherkennung sowie zur
Unterstützung anderer Maßnahmen
weitere Info`s unter www.animal-reha.com
Deutschlands erstes tierärztlich geleitetes
Physiotherapie-Zentrum für Hunde und Pferde
Schauen Sie mal rein!