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Akupunktur :
von Dr. med. vet. Dirk Draempaehl, Berlin

Die Akupunktur ist ein ca. 2000 Jahre altes Heilverfahren aus dem alten China. Erst nachdem die
Wissenschaft die morphologischen und physiologischen Mechanismen der Akupunktur untersucht und
gefunden hatte, gelang diesem Heilverfahren der Durchbruch in Deutschland.
Der Begriff - Akupunktur - leitet sich von den lateinischen Namen: Acus = "die Nadel" und pungere = "das
Stechen" ab. Die Akupunktur verwendet dabei physikalische (Nadel, Laser) und chemische (Akuinjektion)
Reize an genau definierten Hautarealen sowohl zu therapeutischen als auch diagnostischen Zwecken bei
funktionellen, reversiblen Erkrankungen und zur Besserung von schweren Krankheiten.Es gibt
verschiedene Variationen der Akupunktur, die sich wie folgt gliedern lassen:
    Ohrakupunktur = das Einstechen von Nadeln in genau definierte Ohrareale, (Wobei das Ohr zuerst als
    Diagnostikum genutzt wird, da die definierten Ohrareale bestimmten Organen zugeordnet sind.
    Elektroakupunktur = das Anlegen von Klemmen an eingestochene Nadeln, die mittels elektrischen
    Stroms aus einem Stimulationsgerät mit verschiedenen Frequenzen und Stromstärken stimuliert
    werden.
    Akupunkturhypalgesie= Verfahren, bei dem durch laufende manuelle oder elektrische Stimulation (mit
    wechselnden elektrischem Stromstärken) von Nadeln eine Analgesie bzw. Hypalgesie erzielt wird.
    Elektropunktur = über aufgelegte Elektroden erfolgt eine elektrische Stimulation der
    Akupunkturpunkte.
    Lasertherapie = Stimulation der Akupunkturpunkte durch einen Soft- oder Midlaser mit einer
    Leistung von 5 bis maximal 80 mW.
    Moxibustion = Lokale Wärmebehandlungen über Moxastäbchen, Brennen oder elektrische
    Wärmeapplikatoren.
    Akuinjektion= Injektion von verschiedenen Arzneimitteln in Akupunkturpunkte (wie Homöopathische
    Arzneimittel,z.B. Formidium), auch als "Homöosiniatrie" bezeichnet.
Wenn man die Definition der Naturheilverfahren exakt berücksichtigt, gehört die Akupunktur nach dem
heutigen Kenntnisstand nur bedingt zu den Naturheilverfahren. Denn die Naturheilkunde ist die Lehre von
der Behandlung und Vorbeugung von Krankheiten unter Einsatz von der natürlichen Umwelt entnommenen
und naturbelassenen Heilmitteln. Bei der Akupunktur nutzen wir zwar körpereigenen Mechanismen im
Gehirn und auf Rückenmarkebene zur Schmerzbekämpfung und zur Normalisierung von gestörten
Organfunktionen aus. Aber wir benutzen zum Teil künstliche Hilfsmittel (wie Stahlnadeln,
Wärmeapplikatoren oder Laser) um dann wiederum die körpereigenen entgleisten Reflexe zu
normalisieren.

Indikationsbereiche beim Kleintier:
Generell muß festgestellt werden, daß die Akupunktur nur bei allen funktionellen, reversiblen Erkrankungen
indiziert ist. Was bereits zerstört ist, das kann durch Akupunktur nicht geheilt werden. Diese
Therapieform normalisiert Organfunktionen, die reflektorisch bzw. regulatorisch gestört sind. Zerstörte
Strukturen, wie Nerven nach Unfällen, können wir nicht wieder reparieren. Wir setzen immer an noch
intakten Strukturen an, die wir, wenn sie gestört sind, normalisieren wollen. Dabei ist die Akupunktur eine
ergänzende Therapie, die man immer im Zusammenhang mit der Schulmedizin nutzen sollte. Die vielfältige
Literatur, als auch eigene Erfahrungen lassen folgende Indikationen zur Akupunktur bei Katze und Hund
zu:
    1. funktionelle Störungen im Bereich des muskulären Bewegungsapparates:
    - akuter traumatischer Schmerz
    - Myosen, Tendinosen, Insertionstendinosen
    - Schmerzsyndrome im Bereich der Extremitäten
    - Schmerzsyndrome im Bereich der Wirbelsäule
    2. Zu den beeinflußbaren funktionellen inneren Organerkrankungen gehören:
    - Gastritis, Durchfall
    - Verstopfungen
    - urogynäkologische Erkrankungen, Harnblasenentzündung und -spasmen
    - funktionelle Störungen an den Ovarien und Uterus
    - Scheinträchtigkei
    - Schnupfen,
    Weitere Indikationen zur Akupunkturbehandlung sind:
    - Hauterkrankungen
    - Notfallsituationen, wie Schock und Atemnot
    - postoperative Rehabilitation
Generell muß festgestellt werden, daß die Akupunktur bei sachgemäßer Anwendung eine wirklich
nebenwirkungsfreie und gute adjuvante Therapiemethode ist.

Morphologie:
Der Akupunkturpunkt wird definiert als spontan reizsensibler Hautpunkt, der durch einen verminderten
elektrischen Hautwiderstand gekennzeichnet ist. Eigentlich ist der Akupunkturpunkt eine Perforation in
der oberflächlichen Körperfaszie, welche man z. T. auch ertasten kann. Das heißt, daß der
Akupunkturpunkt im eigentlichen Sinne eine Durchtrittsstelle von einem Gefäß-Nerven-Bündel durch die
oberflächliche Körperfaszie darstellt.
Es lassen sich 3 Hauptwirkungen der Akupunktur gut nachweisen:
1. So wird über die Stimulation bestimmter Akupunkturpunkte die Regulation für einen optimalen
Muskeltonus angesprochen, was insbesondere bei muskulären Verspannungen von Bedeutung ist.
Insbesondere die kleinen, scheinbar unwichtigen Muskeln - wie z. B. der M. soleus - sind wichtige
Stellglieder (Biosensoren) großer Gelenke. Sie sind sehr reich an Muskel- und Sehnenspindeln und
beeinflussen somit nachhaltig die Statik und Dynamik des Tieres.
2. Auch spielt die Beeinflussung über sogenannten viszero-kutanen- und kuti-viscerale Reflexe (Viscera =
Eingeweide; Kutis = Haut) durch die Nadelstimulation eine entscheidende Rolle. Weil man so reflektorisch
die Funktion von Eingeweiden beeinflussen kann.
3. Weiterhin wirkt die Akupunktur über die Stimulation bestimmter Nervenfasern, die schmerzhemmende
Mechanismen (über sogenannte Endorphine) im Gehirn aktivieren. Diese sind bei der Behandlung von
schmerzhaften Erkrankungen von enormer Bedeutung. Auch hier zeigt sich wieder, daß wir intakte
Strukturen benötigen, um mit der Akupunktur bestimmte Wirkungen zu erzielen.
Der Tierbesitzer sollte sich bei der zuständigen Tierärztekammer erkundigen, welcher Tierarzt in
seinem Heimatbereich die Zusatzbezeichnung Akupunktur erworben hat. Dann kann der Besitzer sicher
sein, daß dieser Tierarzt sich mindestens über 4-5 Jahre mit der Akupunktur beschäftigt hat. Denn
solange dauert die Ausbildung (Weiterbildungszeit mindestens 120 Stunden). Dieser Tierarzt hat sich
außerdem einer Prüfung bei der Tierärztekammer unterworfen, die ihn auf sein Wissen bezüglich der
Akupunktur abgeprüft hat.

Goldakupunktur :
Golddrahtimplantation (Goldakupunktur) als Dauerakupunktur
 Die Golddrahtimplantation (Goldakupunktur) wurde
 von amerikanischen Akupunkturkundigen Tierärzten
 erstmals eingesetzt. Über Skandinavien gelangte
 die Methode in den deutschsprachigen Raum, wo
 sich mittlerweile mehrere Tierärzte ernsthaft und
 intensiv mit der Durchführung, Verbesserung und
 Ausweitung der Methode auf weitere
 Einsatzgebiete - derzeit noch vornehmlich beim
 Hund - befassen.

 Was sind die Einsatzbereiche der
 Golddrahtimplantation?
 Probleme des Bewegungsapparates (Hüftdysplasie,
 Kreuzbandproblematik, Bandscheiben ...)
 Schmerzhafte Muskelverspannungen sowie
 Knochenschmerzen bei
 Wirbelsäulenverknöcherung (Spondylosen)
 Chronische Schmerzsyndrome (auch
 Restschmerzen nach Operationen)
 Chronische Erkrankungen nach vorheriger exakter
 tierärztlicher Abklärung
 ohne eindeutigen Befund
 Vorbeugung nach Früherkennung sowie zur
 Unterstützung anderer Maßnahmen

 weitere Info`s unter www.animal-reha.com
 Deutschlands erstes tierärztlich geleitetes
 Physiotherapie-Zentrum für Hunde und Pferde
 Schauen Sie mal rein!