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Besser als New York - New England...

 

Ein letzter Bericht über meinen USA-Aufenthalt, "Die letzten 4 Tage" ...

einige von Euch haben schon Ihr Missfallen und Bedauern ausgesprochen, daß es keine Reiseberichte mehr gibt und angeregt, ich solle einfach weiter Wochenberichte schreiben, halt über das Leben in Berlin und was ich sonst so erlebe.... Na mal sehen.

Aber noch sind ja 4 Tage offen, 4 sehr schöne Tage, um das gleich vorweg zu nehmen. - JA, die Nächte waren auch schön! Aber das geht Euch nüscht an... Danke für die Nachfrage, Dirk! - Aber wieder zurück zum Thema: Am Montag morgen sind wir richtig früh aufgestanden, denn wir wollten/ mussten bis 8.00 Uhr mit Eugene (meinem Vermieter) die Wohnung ver- lassen, da es sonst ein Problem mit der Schlüsselübergabe gegeben hätte.

Samt ganzem Gepäck (sämtliche Leer- und Hohlräume in den Taschen, die es bei der Hinreise noch so reichlich gab, waren RESTLOS aus- und über- füllt...) in die Subway, ein letztes Mal den A-Train (die Übersetzungen bzw. Bezeichungen als Animal oder African Train ist einerseits satirisch und rassistisch und politisch unkorrekt, anderseits aber wie die meisten der vom gemeinen Volk vergebenen Spitznamen sehr treffend). Viel später und völlig verschwitzt (zumindest ich, Frauen schwitzen ja nicht, transpirieren höchstens, und selbst das macht Christiane eigentlich nicht...) kamen wir dann am JFK an. Es waren nämlich wieder mal an die 100% Luftfeuchtigkeit und dann war genau in unserem Subway-Wagen die Klimaanlage kaputt... aber egal.

Nach einem kleinen Unfall (aus der Fassung rutschender Schultertragegurt+ kleine Fruchtsaftgetränkflasche=runterfallende Handtasche mit Schweinerei), und kurzen Telefonat mit der Vermietung kam dann unser Shuttlebus zu ENTERPRISE Autovermietung (jedem 111%tig zu empfehlen!!!). Als der unser Gepäck gesehen hat (Is that all YOURS?!), gab er uns kurzerhand ein KOSTENLOSES Upgrade (sprich eine Klasse grösser), einen niegelnagel- neuen Chevrolet Malibu (311 Meilen gefahren, V6 3.1l, 170 PS für die Auto- interessierten), komplett ausgestattet, alles automatisch, alles da was man braucht und noch mehr. Als wir dann fast losfahren wollten, sahen wir auf der Karte, daß Boston ja schon Massachusetts war und der Weg an der Küste uns auch noch durch Rhode Island führen würde, obwohl der Vertrag nur für NY, NJ und CT (New York, New Jersey und Conneticut) galt. Hmmm, losfahren und hoffen oder nachfragen und nachbezahlen? Christiane überzeugte mich, halt doch noch mal nachzufragen, Antwort: "No problem, I add it on the computer! No, no extra charge! Have fun, man!" und "High five" besiegelten stilecht diesen Deal. Alles in allem haben wir nur $170 bezahlt, voll versichert, unbegrenzt Kilometer und alles in einem Auto, größer als ein Passat oder Vectra und wesentlich besser ausgestattet!

Oh, ich muß mich ein wenig zusammenreissen, sonst wird das wieder ein 5 Seiten- Bericht... okay, unser Plan war die Route 7 (führt ziemlich genau Richtung Norden) bis kurz vor die Grenze MA und New Hampshire/Vermont, dort die Route 2 Richtung Westen nach Boston, und am Meer (Route 1) zurück. Alles kleine(re) Strassen, so Größe Bundesstraßen.
Die Karten zum Nachvollziehen findet Ihr übrigens auch auf der Homepage:
einmal mit Route und hier ohne Route. Genauso wie das Projekt im Archiv.

Am ersten Tag fuhren wir also die 7 hoch, wunderschöne Gegend, herrliche Landschaften, tolle Häuser. In den Orten immer drei sehenswerte Gebäude: Town Hall (Rathaus), Post Office und Public Libary (Bibliothek). Ist kein Scherz, gerade auch die Postgebäude sahen immer imposant aus, mit Eingängen wie ein griechischer Tempel. Überhaupt, Hauptsache SÄULEN. Wo immer es ging, und manchmal auch wo es nicht ging, Säulen.

Aber das werdet Ihr Euch irgendwann mal auf den Fotos auf der HP anschauen können... wenn ich endlich mal zum scannen gekommen bin.

Und natürlich KIRCHEN. Nicht eine, nicht zwei, mindestens drei, oftmals sogar vier oder mehr Kirchen, in jeder Ortschaft! Von klassisch weiss aus Holz bis überladene Kopien von Notre Damm oder ähnlichen europäischen Prunkbauten, allerdings wie alle amerikanischen Kopien überspitzt und zuviel des Guten, was Verzierungen, Ornamente und sowas angeht...

Christiane und ich haben dort ein kleines Spiel gespielt: welches soll unser Haus werden... aus den vielen Beispielen haben wir dann einige Eckdaten für unser Haus entwickelt: ein schönes Tor an einer weiten Einfahrt, ein Schild mit unserem Namen an der Straße, den klassischen alufarbenen US-Briefkasten dezent an der Seite, das Haus von der Straße nicht zu sehen, nur eine lange Auffahrt, einige alte Bäume und gepfegter Rasen das Haus selber weiss mit dunkelgrünen Fensterläden (okay, die Farbe ist noch nicht entgültig geklärt, aber NICHT PINK, Christiane!!!). Dann eine große Eingangstür auf einer kleinen Frontveranda mit - genau - Säulen! Und dann nach hinten oder zur Seite eine große Veranda, mit an der Decke befestigten kleinen Hollywoodschaukel für 2 Personen, und nach hinten einem kleinen aber feinen Wintergarten.

Einige potentielle Häuser hatten wir auch schon gefunden... aber noch wäre der Kauf wohl verfrüht, naja, und bei dem Wechselkurs eben auch nicht gerade preiswert!

Unsere erste Nacht verbrachten wir dann in Great Barrington, einem sehr schicken Ort in den Berkshires, einem für seine Schönheit bekannten und beliebten (und entsprechend teurem) County in MA. Touristengegend halt.
Wir wollten eigentlcih B&B (Bed and Breakfast) übernachten... und wir fanden auch tatsächlich ein wundervolles altes grosses Haus, das eben dieses anbot. Wir traten ein, eine nette Frau nannte uns den Zimmerpreis - $100. Glücklicherweise hatte ich in weiser Voraussicht und einer Vorahnung Christiane VORHER gefragt, wo Ihr Limit läge (Zimmer $60). Doch die Frau bot uns gleich an, uns die Zimmer zu zeigen, und Christianes Augen bekamen beim Treppensteigen zum Zimmer diesen komischen Glanz.... okay, meine auch! Mit letzter Willenkraft erklärten wir dieser so verdammt netten Frau unsere (finanziell angespannte) Lage, und - wie überall in New England - war sie nicht pikiert oder beleidigt, sondern ganz offen und hilfsbereit und schickte uns 2 BLocks weiter, da wäre ein "Days Inn", ein Hotel/Motel einer der großen Ketten. "Die könnten ein wenig günstiger sein, aber versprechen könne sie das nicht, denn das wär ja hier die Berkshires...." und "die haben auch, wenn über- haupt, ein kleines Frühstück" und "sie wäre noch eine Stunde da, bevor sie zum Dinner geht, falls wir es uns anders überlegen".

Nun ja, da Christiane gerne spazieren geht, sind wir halt die 2 Blöcke gelaufen. Auf dem Dorf sind die Blöcke allerdings wesentlich weiter auseinander als in NYC. Blöcke bedeutet soviel wie Straßenkreuzung. Allerdings war auf dem Weg schonmal der LiquorShop (für den Rotwein) und ein Schloß hinter hohen Mauern, ein Nobel- college. Wir wollten uns das mal ein Stückchen näher anschauen, aber beim 3. "No Trepassing" (Kein Durchgang) - Schild haben wir es den Leuten dann geglaubt, daß sie ungestört sein wollten...

Wir sind dann tatsächlich bis zum Motel gelaufen, obwohl wir schon mindestens 4 mal so weit waren, umzudrehen und das B&B-Zimmer zu nehmen... aber das Motel war selber wunderschön, ganz frisch renoviert, das Zimmer groß und herrlich, das Bett RIESIG, und alles inklusive Frühstück (gut und reichlich) für $80. Naja, also das war halt doch das bessere Angebot! Wir haben es nicht bereut.
Am Abend sind wir dann nochmal durch den sehr schönen Ort spaziert, und haben da wieder ein paar typisch amerikanische Dinge ("Die spinnen, die Amis!") gesehen: einen Drive up ATM und Drive up Teller. Für alle, die jetzt an Ihrem Englisch zweifeln: Nein, es waren wirklich an jeder Bank ein Geldautomat und ein Schalter, die man aus dem Auto erreicht! (Ihr glaubt das nicht? Seht Euch das Foto an... - okay, k¨nnt Ihr noch nicht, wird noch eingescannt. Müsst Ihr halt erstmal so glauben!)

Am nächsten Morgen (okay, es war schon fast Mittag) haben wir dann nochmal einen kleinen Spaziergang gemacht, weil ich mir die eine, sehr schöne und vornehme Bank und Christiane die - oder besser: eine der Kirche(n) von innen ansehen wollten, bevor wir uns dann wieder auf die Straße begeben haben... aber davon mehr beim nächsten Mal... JA, Ihr habt eben richtig gelesen, es kommt NOCH EIN Reisebericht. Ihr müßt ihn ja nicht lesen wenn Ihr nicht wollt!