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Zschokke Abstract

Matthias Zschokke wurde am 29. Oktober 1954 in Bern geboren. Er ist ein Urururenkel des aus Magdeburg stammenden  Schweizer Autors Heinrich Zschokke (1771-1848). Nach dem Besuch der Schauspielschule in Zürich war Z. bei Peter Zadek am Schauspielhaus Bochum engagiert. Seit 198o lebt Z. als Schriftsteller & Filmemacher in Berlin.  

In den vergangenen 25 Jahren hat Z. neun Prosabände, acht Theaterstücke & drei Filme vorgelegt:

PROSA: Max (1982, Robert-Walser-Preis 1981) - Prinz Hans (1984) – ErSieEs (1986) – Piraten (1991) - Der dicke Dichter (1995) – Das lose Glück (1999) - Ein neuer Nachbar (2oo2) (29 "Prosastückli": Robert Walser) - Maurice mit Huhn (2oo6, Solothurner Literaturpreis 2oo6) - Auf Reisen (2oo8) - Lieber Niels (2o11) - Der Mann mit den zwei Augen (2o12) - Die strengen Frauen von Rosa Salva (2o14)

THEATER: Elefanten können nicht in die Luft springen, weil sie zu dick sind -oder wollen sie nicht- (UA Berlin 1986) – Brut (UA Bonn 1988) – Die Alphabeten (Gerhart-Hauptmann-Preis 1992, UA Bern 1994) – Der reiche Freund (Emil-Welti-Preis 1994, UA Hannover 1995) – Die Exzentrischen (1997, unaufgeführt) – Die Einladung (2ooo, UA Genf 2oo6) – Die singende Kommissarin (UA Berlin 2oo2) - Raghadan (2oo5, unaufgeführt)

FILM: Edvige Scimitt (1986, Preis der deutschen Filmkritik) – Der Wilde Mann (1989, Berner Filmpreis) – Erhöhte Waldbrandgefahr (1996)

 

Der Literatur-Brockhaus hat 1995 Z.s Schaffen in einem Satz auf den Punkt gebracht: "Auf witzig-ironische Weise stellt Z. die Gesellschaft in Frage, wobei er sämtl. Normen und formale Grenzen traditioneller Erzählliteratur überschreitet."

Signifikant für Z.s gesamtes künstlerisches Werk ist "Verweigerung als Stil" (Heinz F. Schafroth). Z. konterkariert elegant-charmant traditionelle Kunstmuster &Kunsterwartungen ("...ein durchtriebener Kannitverstan": DER SPIEGEL).

Nach einer "wilden" Anfangsphase (bis etwa 1986) hat sich Z.s Werk ins Melancholische verdunkelt. Aber Z. konnte sein Schreiben immer mehr perfektionieren: mittlerweile hat er einen mikrokosmischen Blick wie Robert Walser entwickelt, der mit zärtlicher Grausamkeit die Condition humaine schilderte. Und wie dieser ist  Z. ein Dichter.

Obwohl Z. in Hunderten von Kritiken gerühmt wurde (negative Rezensionen lassen sich an zwei Händen abzählen), blieb er bis jetzt ein Tarnkappendichter, ähnlich Franz Kafka seinerzeit, und fand bislang kein großes Publikum. Sein Werk ist eine noch zu entdeckende Schatzinsel in den trüben seichten Gewässern der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Z. gilt als Anwärter auf den Georg-Büchner-Preis.


Auswahlbibliographie der Sekundärliteratur