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Hanspeter Adelhardt

Erobert, befreit, geplündert, vereinnahmt .... ?



Stand 05. 02. 2005



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Dass die Bush-Administration der UNO indes nur eine Nebenrolle zugestehen könnte, gehört zum hinlänglich praktizierten Selbstverständnis dieser Regierung. Danach würden die USA den Vereinten Nationen großzügig humanitäre Funktionen zuweisen, sie aber vom Machtspiel ausschließen. Die Verteilung des Kuchens, die politischen Weichenstellungen für die Zukunft will insbesondere das Pentagon nicht kurzfristig aus den Händen geben. Das Pentagon will sich den Blutzoll in harter Währung kompensieren lassen. (10.04.2003)

Was ist, wenn es den Vereinigten Staaten nicht nur gelingt, Saddam abzusetzen und eine US-freundliche Regierung, die die Interessen von US-Firmen wahrt, einzusetzen (so wie in Afghanistan), sondern es auch schafft, die Kriegsgegner für die Kriegsschäden zahlen zu lassen? Denn es ist bekannt, dass an ersterem bereits gearbeitet wird. Dann dürften militärische Interventionen erst richtig wirtschaftlich sinnvoll erscheinen. Und da die USA allein im Jahre 2002 ein Handelsdefizit von 550 Milliarden Dollar hatten (knapp $2000 pro Kopf), wovon das Erdöl allein fast ein Drittel ausmacht, kann man dem französischen Historiker Emmanuel Todd nur beipflichten: "Es ist zunehmend so, dass die Welt produziert, damit Amerika konsumieren kann." (11.04.2003)

Das irakische Regime ist durch fremde Soldaten vertrieben worden. In dem jetzt kommenden internationalen Streit um die koloniale Verwaltung und Plünderung des Irak werden wir Anschauungsunterricht erhalten, worum es im Irak geht: Um die politische und wirtschaftliche Kontrolle der arabischen Ölregion. (11.04.2003)

Das Museum von Bagdad war bei Archäologen und Kunstliebhabern berühmt, wenn es auch in den letzten 20 Jahren kaum mehr von westlichen Besuchern besichtigt wurde. Immerhin stammen aus diesem Gebiet die Werke der ersten bekannten Kultur der Welt, das Museum enthielt über 170.000 bis zu 10.000 Jahre alte Ausstellungsstücke. Seine Plünderung, Zerstörung oder das Zulassen derselben zählt damit rechtlich unter Kriegsverbrechen nach der Hager Konvention, welche die USA aber sicherheitshalber nie unterzeichnet haben. (17.04.2003)

Anhand von Zahlen zur verschossenen Gesamttonnage Uranmunition könnte geschätzt werden, wie viele Menschenleben dieser Krieg in Zukunft noch kosten wird. Wie zu erwarten war, haben die alliierten Streitkräfte beim neuesten Golfkrieg auch in dicht besiedelten Gebieten Munition verwendet, die abgereichertes Uran enthält. So wurde zum Beispiel Bagdad von A-10 Flugzeugen angegriffen, deren Bordkanonen standardmäßig Uranmunition verschießen. (20.04.2003)

Zum zweiten Mal innerhalb von 48 Stunden haben US-Soldaten auf Demonstranten in der irakischen Stadt Falludschah geschossen. Die etwa 1.000 Demonstranten hatten gegen eine Schießerei in der Nacht zum Dienstag protestiert, bei der mindestens 13 Iraker von US-Soldaten getötet worden waren. (30.04.2003)

Die US-Armee hat der Ex-Firma von US-Vizepräsident Dick Cheney weit lukrativere Aufträge erteilt als bislang bekannt. Halliburton sei nicht nur mit der Löschung der Brände auf den irakischen Ölfeldern beauftragt worden, sondern auch mit der Ölförderung und dem Vertrieb von Ölprodukten, sagte der demokratische US-Abgeordnete Henry Waxman. Der Auftrag könne über zwei Jahre einen Umfang von rund sieben Milliarden Dollar haben. (07.05.2003)

Die USA und Großbritannien beabsichtigen für mindestens zwölf Monate die Kontrolle im Irak zu übernehmen. Dies würde auch für die Ölindustrie des Landes gelten. (09.05.2003)

Auf den schnellen Sieg sollte unter der Leitung des Ex-Generals Jay Garner die Schäden behoben, das gesellschaftliche Leben wieder in Gang gebracht und eine irakische Übergangsregierung eingeführt werden. Jetzt wird Garner mit einen Teil seiner Mannschaft überraschend schnell aus dem Irak zurückgezogen, aber eigentlich nur durch einen ebenfalls Pentagon-nahen Verwalter ersetzt, der härter durchgreifen soll. Frustriert scheint man auch die Suche nach Massenvernichtungswaffen erheblich zu reduzieren. (11.05.2003)

Das Deutsche Archäologische Institut analysiert: Über den Umfang der durch die Plünderungen angerichteten Schäden in den Museen gibt es bisher nur vage Einschätzungen, die in den Medien unterschiedlich beziffert werden. Für das Nationalmuseum werden ca. 80% der Bestände als beschädigt oder geraubt angegeben, gelegentlich ist von ca. 160.000 Funden die Rede, was ungefähr der Gesamtmenge der inventarisierten Objekte entsprechen dürfte. Betroffen sind nicht nur geplünderte Museen, sondern auch Ruinenorte, die durch Raubgrabungen zerstört worden sein könnten. (12.05.2003)

Wenn es schon keine Massenvernichtungswaffen im Irak gibt, dann wenigstens doch das Öl, um das es allerdings bekanntlich nicht gegangen sein soll. Das soll, wie man seitens der US-Regierung betont, dem irakischen Volke zu gute kommen, weswegen auch schnellstens die Sanktionen aufgehoben werden müssen. Der "Berater", den das Pentagon an die Spitze des irakischen Erölministeriums gesetzt hat, überlegt aber auch schon einmal, ob der Irak nicht aus der OPEC ausscheren sollte - natürlich nur, um dem irakischen Volk zu dienen. (19.05.2003)

In Illinois kam es bei einer Graduierung zum Eklat, als der angesehene Pulitzer-Preis-Träger Chris Hedges kritische Worte über den Irak-Krieg fand. (27.05.2003)

Die USA haben in Irak noch keine Massenvernichtungswaffen gefunden. Auch Tests an den vermeintlichen mobilen Labors fielen negativ aus. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sagte in New York, das Regime von Saddam Hussein habe möglicherweise beschlossen, die Waffen vor Kriegsbeginn zu zerstören. Inzwischen hat der stellvertretende US-Verteidigungsminister Paul Wolfowitz eingeräumt, dass die Frage irakischer Massenvernichtungswaffen in erster Linie aus politischen Gründen für einen Krieg in Irak genutzt wurde. (29.05.2003)

Die USA haben allen ausländischen Gesandten in Irak den Diplomaten-Status entzogen. Ausländische Diplomaten könnten sich nicht länger auf diplomatische Immunität und andere Privilegien berufen. Es geben «keinen Grund» für ihre Anwesenheit. (30.05.2003)

Ganz am Anfang des Irak-Krieges hatten die USA die Hoffnung, den Krieg mit einem einzigen Angriff beenden zu können. Sie hatten Hinweise bekommen auf den Aufenthaltsort von Saddam Hussein. Doch die Bunkeranlage unter dem Gelände der Dora-Farmen im Süden der Stadt, die man zu treffen hoffte, hat nach Angaben des amerikanischen Fernsehsenders CBS nie existiert. (30.05.2003)

Die amerikanische Regierung gerät zunehmend in den Verdacht, eine Bedrohung durch irakische Massenvernichtungswaffen entgegen Erkenntnissen der Geheimdienste zum entscheidenden Kriegsgrund hochgespielt zu haben. (01.06.2003)

Die CIA untersucht einen Geheimdienstbericht zu Saddam Husseins angeblichen Waffenprogrammen. Die Vermutung: das Dokument könnte im Sinne der US-Regierungslinie fehlerhaft verfasst worden sein. Bei einer Fragestunde im britischen Unterhaus hat der britische Regierungschef Tony Blair unterdessen abgestritten, vor dem Irak-Krieg Geheimdienst-Informationen über Massenvernichtungswaffen zugespitzt zu haben. (04.06.2003)

Lange Zeit war Kritik am Irak-Krieg für die Opposition aus Gründen des Patriotismus tabu. Nun haben die US-Demokraten die weltweite Kriegslügendebatte als Wahlkampfthema entdeckt. Manche stellen sogar den gesamten Krieg in Frage. (09.06.2003)

Tony Blair bekommt zunehmend Kritik von allen Seiten. In den letzten Tagen wurde berichtet, dass die britischen Sicherheitsdienste ihrem Premier nun vorwerfen, von ihm unter Druck gesetzt worden zu sein, um Beweise für Iraks Massenvernichtungswaffen zu liefern, wo es keine gab. Unter dem Namen "Operation Rockingham" wurden offenbar seit 1991 Informationen gezielt gefiltert, um Beweise zu sammeln und Gegenbeweise verschwinden zu lassen. Hinzu kommt, dass einige der "mobilen chemischen Labors" offenbar 1987 von Großbritannien an den Irak verkauft wurden, um Wasserstoff für Ballons zu produzieren. (10.06.2003)

Die Kriegsherren finden keine Massenvernichtungswaffen im Irak, müssen sich aber täglich gegen neue Enthüllungen aus ihren Geheimdiensten wehren. (11.06.2003)

Ende April dieses Jahres ließ Präsident Bush in Dearborn noch die Freiheitsglocken ertönen: Das irakische Volk sei absolut in der Lage, sich selbst zu verwalten. Dem naiven Beobachter mochte es so erscheinen, als gäbe es dann keinen Grund mehr für die Besatzer, noch einen Tag länger im Irak zu verweilen. Anfang Mai, keine Woche später, klang die Rede des Präsidenten, der den Glauben an die Menschheit im wilden Osten noch längst nicht verloren hat, bereits ein wenig anders: Die Verwandlung einer Diktatur in eine Demokratie nehme einige Zeit in Anspruch. Die Amerikaner würden erst dann abziehen, wenn man einen freien Irak zurücklasse. (12.06.2003)

Werden die fehlenden Massenvernichtungswaffen zum Rohrkrepierer für die US-Regierung? US-Experten zur Erkenntnislage über Massenvernichtungswaffen im Irak; britische Wissenschaftler bestreiten, dass die angeblichen "mobilen Labors" zur Herstellung von Kampfstoffen gedient haben sollen. (15.06.2003)

US-Präsident George W. Bush hat nach einem Bericht der «Washington Post» vor Beginn des Irak-Kriegs bewusst die Öffentlichkeit belogen. Die Zeitung berichtet, beim US-Auslandsgeheimdienst CIA sei lange bekannt gewesen, dass Irak kein atomwaffenfähiges Uran im westafrikanischen Niger eingekauft hatte. Das aber hatte Bush im Januar in seiner Rede zur Lage der Nation behauptet. (22.06.2003)

Die US-Regierung hat die Begründung für den Irak-Krieg auf Fälschungen und Lügen basiert: In den vergangenen Wochen wurden in den USA und in den Medien der ganzen Welt viele Frage laut, ob George Bush wissentlich gefälschte Beweise über die Existenz von Atomwaffen im Irak verwendet hat. Auf der Grundlage solcher Massenvernichtungswaffen wurde gesagt, dass der Irak eine Gefahr für die USA darstellt. Dies war die der Öffentlichkeit gegenüber gegebene Rechtsfertigung der US-Regierung für ihren Krieg. (26.06.2003)

Amnesty übt scharfe Kritik an US-Armee: Überharte Festnahmen, üble Haftbedingungen, rechtlose Gefangene: AI erhebt zahlreiche Vorwürfe gegen die US-Truppen in Irak. Vereinzelt sollen US-Soldaten sogar Familien ausgeplündert haben. (30.06.2003)

Ein jetzt erst bekannt gewordener Präsidentenerlass von George Bush hebt wieder einmal das Öl als einen wichtigen Grund für den Irak-Krieg hervor: Nach diesem Erlass können Ölkonzerne in ihren Irak-Geschäften kaum mehr belangt werden und risikofrei agieren. So wären keine Klagen möglich, wenn es einen Tankerunfall, eine Explosion in einer Ölraffinerie oder andere Umweltschäden gibt, Zwangsarbeit oder sogar Verbrechen und Menschenrechtsverletzungen wären straffrei möglich. Zudem wird mit dem Erlass jede Forderung von Opfern oder Kreditgebern des alten Regimes, aber auch der erst zu wählenden Regierung als nichtig erklärt. Der Bush-Erlass erklärt das irakische Öl unilateral zur unantastbaren Provinz der US-Konzerne. (08.08.2003)

Wie die israelische Zeitung Haaretz am Sonntag berichtete, prüfen die USA derzeit die Möglichkeit, das irakische Öl über Israel zu exportieren. In einer offiziellen Anfrage des Pentagons an das israelische Außenministerium wurde Israel gebeten, die Möglichkeiten einer Pipeline von den irakischen Ölfeldern bei Kirkuk über Jordanien bis in die israelische Hafenstadt Haifa zu analysieren. Das Büro des israelischen Premierministers sieht die Pipeline als einen "Bonus", der von den USA möglicherweise für die entschiedene Unterstützung Israels beim Irakkrieg gewährt werden könnte. (25.08.2003)

Laut Washington Post vom 28. August hat Dick Cheney´s Firma Halliburton allein durch die "Operation Iraqi Freedom" mehr als 1,7 Milliarden Dollar Umsatz gemacht. Hinzu kämen jetzt Millionen von Dollar aus einem Vertrag, den das Unternehmen vom U.S. Army Corps of Engineers erhalten habe, berichtet das Blatt unter Berufung auf Dokumente des Joint Munitions Command, das für die Logistik der Truppen zuständig ist. Durch seine Tochter "Brown and Root" sei Halliburton fester Bestandteil des US-Militärs geworden: Das Unternehmen baue und verwalte US-Militärbasen, liefere das Essen genau so wie Post für die Soldaten. (06.09.2003)

Bis auf den Ölsektor sollen im Irak die Unternehmen zu 100 Prozent in ausländische Hand übergehen können: Die Bush-Regierung steht mit der Besetzung des Irak in den USA vor wachsenden Schwierigkeiten. Hauptgrund dafür ist neben der wachsenden Kritik an den fabrizierten Kriegsgründen vornehmlich die Kostenexplosion, die durch die Forderung von US-Präsident Bush von 87 Milliarden Dollar für das Militär und den Wiederaufbau für alle deutlich wurde. Dass es dabei bleiben würde, ist nicht zu erwarten. Die Bush-Regierung hält trotz des immer noch herrschenden Chaos von einer schnellen Regierungsbildung im Irak nicht viel, sondern will in ihrem Sinn zunächst die grundlegenden Strukturveränderungen herstellen. Dazu gehört offenbar als erster Schritt, den Irak ganz für ausländisches Kapital (=Firmen- und Immobilienaufkäufer) zu öffnen. (23.09.2003)

Der Krieg nach dem Krieg hat beste Chancen, sich zum Desaster für die USA zu verwandeln. In seiner Rede vor der 58. Generalversammlung der UNO nahm der US-Präsident dann auch die Gelegenheit wahr, seine inzwischen selbst in den USA immer massiver kritisierte Kriegspolitik mit den alten Beschwörungen zu legitimieren. Der verblasste 11. September sei ein Symbol für einen "nicht beendeten Krieg". Auch die diffuse Kategorie des Terrorismus musste wieder für kühne Zusammenhänge zwischen al-Qaida, Saddam Hussein und den Konflikten im Nahen Osten herhalten. (26.09.2003)

Die Straßen von Bagdad sind ein Sumpf des Verbrechens und versinken im Müll, der überall herumliegt. Kleine Geschäfte gehen bankrott, weil sie mit den billigen Importen nicht konkurrieren können. Die Arbeitslosigkeit nimmt immer mehr zu, und Tausende ehemalige Angestellte des Staates protestieren in den Straßen. Mit anderen Worten: Der Irak sieht jetzt aus wie jedes andere Land, dem die in Washington entworfenen Strukturanpassungen verabreicht wurden. (12.10.2003)

Mehr als siebzig amerikanische Firmen, die mehrheitlich über prima Verbindungen zur Bush-Administration verfügen, teilen sich den Löwenanteil am Wiederaufbau-Budget für den Irak und Afghanistan: etwa 8 Milliarden US-Dollar an Aufträgen. Die größten Aufträge erhielten Kellog, Brown & Root, eine Tochter von Halliburton - 2,3 Milliarden US-Dollar - und Bechtel - 1,03 Milliarden. Dass die Firmen zugleich die großzügigsten Wahlkampfspenden an George Bush und die republikanische Partei verteilt haben, ist ein weiteres Ergebnis der Recherchen, die das investigativ arbeitende Center for Public Integrity (CPI) zu einem Zeitpunkt publik macht, an dem der Etat für den Wiederaufbau der beiden Länder aller Wahrscheinlichkeit nach um weitere 20 Milliarden Dollar aufgestockt wird. (03.11.2003)

Unlängst wurden Pentagon-Mitarbeiter zu einer Vorführung eines alten Spielfilms geladen. Gezeigt wurde ihnen Gillo Pontecorvos Antikolonialismus-Klassiker „Die Schlacht von Algier“, der ursprünglich in Frankreich verboten war. Der Film sollte wohl als Lehre dienen. Frankreich hat damals die Schlacht gewonnen, doch den Krieg verloren .... (07.11.2003)

Schon kursiert im Zusammenhang mit dem Irak ein hässliches Wort, ein traumatisches Wort für die amerikanische Wohlstands- und Erfolgsgesellschaft: Vietnam. Vietnam steht in der Bewertung historischer Katastrophen Amerikas - vielleicht gleichberechtigt neben dem amerikanischen Sezessionskrieg - für die fürchterlichste Kriegserfahrung dieser Nation. Vietnam wurde zum Zeichen für die Unbeherrschbarkeit von Welt und Geschichte, nicht weniger aber der Torheit der Mächtigen, denen die Courage fehlte, den eigenen Irrweg zu erkennen. (25.11.2003)

Der Kampf um die Medien- und Informationshoheit im Irak scheint eine neue Stufe erreicht zu haben. Gerade erst wurde vom Regierungsrat das Redaktionsbüro von al-Arabiya in Bagdad geschlossen, weil der Sender mit Ausstrahlung einer angeblichen Rede von Hussein zur Gewalt angestiftet hat. Jetzt legt US-Verteidigungsminister nach und bezichtigt al-Arabiya und al-Dschasira, mit irakischen Aufständischen zusammen zu arbeiten, um Angriffe auf Us-Soldaten zu filmen. (27.11.2003)

Die Massenvernichtungswaffen von Saddam Hussein gab es offensichtlich nicht, sondern die Behauptung ihrer Existenz war nur ein Mittel zur Legitimierung des Krieges. Möglicherweise wusste auch der irakische Diktator nicht, dass er höchstens, wie Bush es neuerdings umschreibt, nur Massenvernichtungswaffen-Programmkapazitäten hatte. (24.01.2004)

Mit großem Aufwand ließen die Besatzermächte mit eigenen Teams den Irak nach Massenvernichtungswaffen oder zumindest nach Anzeichen für die Existenz von entsprechenden Programmen absuchen. Immer einmal wieder kam es dabei zu Funden, die sich nachträglich als Fehldeutungen erwiesen. Schließlich ist im Januar der US-Chefwaffeninspekteur David Kay nach monatelanger Suche nicht nur zurückgetreten, sondern hat auch gesagt, dass der Irak bei Kriegsbeginn keine Massenvernichtungswaffen hatte und vermutlich auch seit Beginn der 90er Jahre keine größeren Waffenprogramme verfolgt hatte. (05.03.2004)

Als politisches Ziel und zur Rechtfertigung für den bevorstehenden Angriff, der militärisch seit Monaten mit beinahe täglichen Bombenabwürfen auf immer neue "Unterschlüpfe" der Sarqawi-Gang in Falludscha vorbereitet wird, erklärt man, dass man Falludscha und das strategisch mindestens ebenso wichtige Ramadi rechtzeitig für die anstehenden Wahlen unter Regierungskontrolle bringen wolle. Doch um welchen Preis? (29.10.2004)

Augenzeugen berichten, dass das US-Militär Giftgas und andere konventionswidrige Waffen gegen Zivilisten in Falluja eingesetzt hat. „Giftgas ist in Falluja eingesetzt worden“, berichtete der 35jährige Kaufmann Abu Hammad aus Falluja gegenüber IPS. „Sie haben alles eingesetzt – Panzer, Artillerie, Infanterie, Giftgas. Falluja ist platt gebombt.“ (27.11.2004)

Gerade wurde noch einmal endgültig festgestellt, dass der Irak keine Massenvernichtungswaffen besessen hatte. Trotz verschwundener Legitimation und aller Schwierigkeiten meinte Bush, dass sich der Krieg "absolut gelohnt" habe. (14.01.2005)

Wie die Financial Times berichtet, soll der abtretende Außenminister Powell von seinem Präsidenten des Raumes verwiesen worden sein, nachdem Powell auf die Frage, wie er den Fortschritt im Irakkrieg sehe, geantwortet habe: "We're losing." (14.01.2005)

In Bagdad wurde die Stimmabgabe an Bezugsscheine für Nahrungsmittelrationen gekoppelt, so die Aussage mehrerer Wähler nach der Wahl vom Sonntag. Viele Iraker sagten am Montag, ihre Namen seien auf einer Liste jener Regierungsagentur abgehakt worden, die für die monatliche Zuteilung von Lebensmitteln zuständig ist. Erst danach war es ihnen erlaubt, ihre Stimme abzugeben. (31.01.2005)


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