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Alles, was dich noch nie über Kaninchen interessiert hat...

FAQs = HGFn zum Thema Karnickel

1. Was soll eigentlich das Theater mit der Geschlechtsbestimmung???

Tja, es ist nun mal Fakt, daß die Geschlechtsbestimmung bei Karnickeln gar nicht so einfach ist! Da die Tierchen zum einen ziemlich zapplig sind und sich zum andern gar überhaupt nicht gerne auf den Rücken legen lassen, ist es auch sehr aufwendig zu bewerkstelligen. Wie man schon auf der vorigen Seite sieht, geht es besser, wenn man sich zu zweit dran macht, festzustellen, ob es ein Männchen oder ein Weibchen ist, das man da vor sich hat. Tiere, die noch keine vier Wochen alt sind, sind dabei jedoch meist nicht mit Sicherheit auseinanderzuhalten.
Macht aber nix: Auch die agilsten Karnickel werden erst mit frühestens 10 Wochen geschlechtsreif!

2. Habt ihr eigentlich Hasen oder Kaninchen?

Kaninchen. Hasen kann man nicht lange in Gefangenschaft halten.

3. Natürlich kann man das!

Nein, kann man nicht.

4. Mein Onkel hat aber einen ganzen Stall voll Hasen: Stallhasen!

Das, was dein Onkel Stallhasen nennt, sind Kaninchen. Ehrlich. Glaubs mir.
Vermutlich weiß er das auch (frag ihn doch mal!), aber er macht’s wie ich auch und benutzt das kürzere Wort: Hasen. Die beiden Tiersorten sind aber sehr unterschiedlich. Hase meint zoologisch gesehen immer den Feldhasen, alles andre sind Kaninchen, auch wenn man das umgangssprachlich nicht immer so genau nimmt unter Leuten, die Kaninchen züchten oder halten.

5. Was ist denn dann der Unterschied zwischen Hasen und Kaninchen?

Es gibt mehrere. Der wichtigste ist: Hasen bringen voll entwickelte Junge mit Fell und offenen Augen zur Welt, sogenannte Nestflüchter. Karnickel gebären blinde, nackte Würmchen, die mehr nach rosa Mini-Nilpferd aussehen als nach Felltier. Hasen leben auf dem Feld, schlafen in sogenannten Sassen (erinnert dich das nicht an die Biostunde in der 5. Klasse?) und haben ein sehr großes Revier. Kaninchen graben Höhlen, Karnickelbauten eben, und leben unterirdisch auf einer eher überschaubaren Fläche. Karnickel leben in großen Stammesverbänden und Gruppen, sind sehr gesellig; Hasen sind selten in Kleingruppen, eher als Einzelgänger oder paarweise unterwegs. Hasen haben im Vergleich zu Kaninchen einen längeren Kopf, längere Ohren und die Augen weiter seitlich, was ihnen besseren Rundumblick verschafft. Karnickel haben einen weißen Bauch und werfen bei der Flucht den Hintern mit dem weißen Unterbauch höchst albern nach oben - ein Warnsignal für die Kumpels. Hasen stehen auf der Roten Liste und sind vom Aussterben bedroht, weil der Mensch ihren Lebensraum mehr und mehr beschneidet: Hecken, Gehölz und Gestrüpp als Deckung. Karnickel gelten gemeinhin als Landplage, denn sie sind anpassungsfähig: Stichwort Autobahnkreuz Walldorf! Übrigens kann man zwar Pferde und Esel kreuzen - aber Hasen und Kaninchen nicht!

6. Wo haltet ihr denn die Karnickel?

Mein Häuschen hat statt eines Kellers einen großen Anbau als Lagerraum. Darauf befindet sich ein äußerst geräumiger Balkon, auf dem die Karnickel leben. Sie haben einen geschweißten Drahtkäfig, der sie vor Raubvögeln, Mardern, Katzen und ihr Futter auch vor Ratten schützt. Der Käfig ist rund 15 m² groß und mit verschiedenen Häuschen, Holzrampen, Verstecken sowie einem Verschlag mit einem Sand- / Erdgemisch ausgerüstet, in dem sie nach Herzenslust buddeln und springen können. So haben sie genügend Raum und bei jeder Witterung eine geeignete Unterkunft.

7. Habt ihr die Karnickel denn das ganze Jahr draußen?!

Ja, haben wir.
Ich bin der Auffassung, daß die mitteleuropäische Art der Haustierhaltung unnatürlich genug ist: Wer hält denn heute noch Tiere zum Essen, zum Jagen oder zum Mäusefangen? Eben. Und um den Tieren wenigstens noch eine annähernd natürliche Umgebung zu gönnen, haben wir auf dem Balkon einen katzen-, marder- und raubvogelsicheren Drahtkäfig von ca. 3,5 x 3,5 m schweißen lassen, in dem es neben mehreren Holzhäuschen zum Verstecken auch einen 4 m² großen Sandkasten zum Buddeln, Blumentöpfe mit Baumschößlingen zum Benagen und jede Menge Bretter und Bauten zum Toben, Springen, Durchkriechen gibt. Das hält unsre Langohren fit und munter und macht ihnen viel Spaß. Sie können sich sonnen oder in den Schatten zurückziehen, grade wie sie wollen. Außerdem gibt es jeden Tag wieder eine Menge neugesprossene Gräslein zu entdecken, die man abfressen oder wachsen lassen kann und manchmal ist ja sogar die Tür zum Balkon auf, was einen Ausflug ins Reich der Kurzohren ermöglicht und einen Kontrollgang zu den Kräutertöpfen, falls die mal wieder versehentlich zu niedrig stehen.

8. Ja, aber bei euch gibts doch im Winter auch Schnee!!?

Ja, gibt es.
Der macht aber den Karnickeln nix. Das heißt, er macht ihnen doch was: Spaß! Es ist einfach wundervoll zu beobachten, wie die Kleinen begeistert in 40 cm hohem Schnee herumhüpfen, die Nasen reinstecken, Buddelversuche machen, weil sie nicht einsehen wollen, daß ein Gang im Schnee nicht hält - sie sind da wie Kinder. Im Herbst legen sie sich ein superdickes Winterfell zu, da frieren sie nicht so schnell und liegen dann im Schnee in der Wintersonne, wenn sie genug getobt haben. Krank wegen des Winters ist jedenfalls noch keins gewesen.

9. Woran sind denn die andren Karnickel dann gestorben?

Trauriges Kapitel...
Mrs. Robinson hatte ein ererbte Krankheit, von der wir bis heute nicht wissen, wie sie heißt: sie hat immer wieder Lähmungserscheinungen und Gleichgewichtsstörungen bekommen. Ausgelöst wurde es bei ihr vermutlich durch Darmbakterien, Kokziden, die bei Karnickeln sehr weit verbreitet sind, aber nur bei wenigen zu Krankheiten führen. Dies führte dazu, daß sie immer schwächer und unbeweglicher wurde und schließlich friedlich starb.
Rosie hatte irgendeine Krankheit, die wir bis heute nicht wissen, was es war und woran wir’s hätten merken sollen. Es fiel uns nur auf, daß sie von den anderen zunehmend ausgestoßen und weggebissen wurde - heute wissen wir, daß so etwas immer ein Zeichen dafür ist, daß das betreffende Tier krank ist. Kaninchen sind Gruppentiere aber sie sind vor allem auch Beutetiere. Ein krankes Tier gefährdet die Gruppe und wird rigoros verstoßen. Was es letztlich war, woran Rosie gestorben ist, wissen wir nicht - eines Morgens lag sie tot im Käfig, die arme Kleine. Gefressen hat sie normal in der Zeit vor ihrem Tod und außer daß sie versuchte, zu uns in die Wohnung zu ziehen, haben wir nichts Außergewöhnliches an ihr bemerkt. Bis auf die Tatsache eben, daß die andern sie weggebissen haben - und das hat uns leider damals nichts gesagt.
Grace O’Malley schließlich - das war was ganz Grausames. Sie hatte immer Schwierigkeiten mit ihrem Darmausgang, war vielleicht zu dick oder zu unbeweglich oder zu faul - jedenfalls hielt sie sich da nicht sauber und war immer verklebt. So ab und an haben wir sie dann, wenn’s zu arg wurde, gebadet. War aber immer ein Riesentheater und natürlich nicht sehr angenehm. Dann wurde auch sie von den andern weggejagt, fraß nicht mehr, litt offensichtlich. Wir haben lange versucht, ihre Krankheit herauszufinden, die Tierärztin schliff ihr die zu langen Zähne ab - alles vergebens. Bis wir sie dann mal wieder in Badewanne setzten und feststellen mußten, daß eine Fliege in ihren Kotbollen am Hintern Eier gelegt hatte, daraus hatten sich Maden entwickelt und die wiederum hatten sich grauenvoll weit dem armen Tier in die Eingeweide gefressen. Wir mußten sie nach wenigen Tagen einschläfern lassen - ihr war nicht mehr zu helfen. Natürlich haben wir uns fürchterliche Vorwürfe gemacht, sicher hätten wir es früher feststellen und sie noch retten können. Sie muß grauenhafte Schmerzen gehabt haben, an ihrem letzten Tag schrie sie nur noch, sobald man sie anfaßte.
Also, falls ihr ein Karnickel habt, dem auch immer Mist am Hintern klebt (gibts wohl öfter), dann macht es regelmäßig sauber!!

10. Was kann Hoppel?

So, wer jetzt noch mehr wissen will, kann ja noch ein bißchen surfen - allerdings sind die meisten und besten Links englischsprachig:

Meine Karnickelseite 1
Meine Karnickelseite 2
Pet-Bunny-Homepage
NetVet (Virtuelle Tierpraxis): rabbits
Hanni Hase aus Ostereistedt
RABBIT - Fahrräder unter diesem Namen verdienen Beachtung!
UK WWW rabbit page
Lauras Pet-Bunny-Page
Rabbitring
Dancing Bunnies


Email: rabbit@flix.de