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  neue deutschsprachige Site zur Westsahara im Internet von Dr. Wolfgang.Creyaufmueller

USA für Teilung der Westsahara

Nach Ausführungen der in Madrid erscheinenden Tageszeitung, El Periodico, wird in den Vereinten Nationen im Zusammenhang mit der bevorstehenden Unabhängigkeit der Westsahara eine vierte Option diskutiert, bei der es sich um eine alte Kamelle aus den achtziger Jahren handelt. Demnach sollen der Süden und die Mitte der Westsahara mit der Hauptstadt Dakhla unabhängig werden, während das "Nützliche Dreieck" El Aaiun, Bu Craa, Smara bei Marokko verbleiben soll.

In dem am 7. Februar erschienenen Artikel wird weiter gemutmaßt, die USA wollten damit Algerien die Möglichkeit einräumen, Erdöl via Pipeline in einem Satellitenstaat zum Atlantik zu befördern. Die USA sind derzeit sehr um eine Stabilität im Maghreb und damit einer Stärkung bestimmter Kräfte in Algerien bemüht, da sie befürchten, das Feuer eines möglicherweise bevorstehenden heißen Krieges von Iran bis Jemen könne auch auf den Maghreb überspringen. Allerdings werden diese Aktivitäten eifersüchtig vom bisher Verbündeten Marokko beobachtet, das nach wie vor nicht zum Verzicht auf die Westsahara bereit ist. Die ganze Diskussion wirkt irrsinnig, da die Legende eines algerisch kontrollierten Atlantikhafens seit dreißig Jahren immer wieder aufgewärmt, bei näherer Betrachtung völlig unsinnig ist: Denn es gibt kein algerisches Öl, das per Pipeline nach Dakhla gelangen könnte. Alle Ölvorräte der Region liegen in der Westsahara selbst, bzw. in dessen Offshoregebiet, vor Fuerteventura und Lanzarote, sowie in Tarafaya/Marokko.

Die Frente Polisario wird sich auch Neuauflage eines Zwergenemirats zu widersetzen verstehen, kann eine akzeptable Lösung des Westsaharaproblems doch in der alleinigen Umsetzung des Völkerrechts bestehen, dem allein über ein freies von der UN kontrollierten Selbstbestimmungsreferendums genügt werden kann.

 

Öl, Öl, Öl

Alle erwarten den Ölcrash für den Fall das es im Orient brennen wird. Und ab 26 US$ Barrel Weltmarktpreis wird eine Förderung auch im Maghreb lukrativ. Dort ist im daher ein geradezu irrationaler Ölboom ausgebrochen, ohne das bisher auch nur ein Tropfen gefördert wäre. Vor der Küste der Kanarischen Inseln werden sich die Urlauber demnächst an Ölbohrtürmen erfreuen dürfen und Marokko hat gleich erst einmal seine Ansprüche auf die kanarischen Hoheitsgewässer beansprucht. Das hat Spanien in einem Maße verärgert, daß man dort die Polisario Front als Verbündeten endeckt hat- sicherlich nur, um sie als diplomatisches Druckmittel gegen Marokko auszuspielen. Es vergeht jedenfalls derzeit kein Tag, an dem nicht in Radio, Fernsehn und Zeitungen über das Schicksal der Sahrauis berichtet wird. Die Beziehungen zwischen beiden Staaten sind indes auf dem absoluten Tiefpunkt.

Auch in der besetzten Westsahara regt steigt das Ölfieber. Vor allem australische Unternehmen wagen ihr Glück und versuchen mit der Billigung der Besatzer Probebohrungen. Die Frente Polisario hat in diesem Zusammenhang die Rechtsabteilung der Vereinten Nationen dazu aufgerufen die völkerrechtswidrigen Verträge zwischen Marokko und den Ölgesellschaften zu annulieren. Einer Ausplünderung seiner natürlichen Ressourcen könnten die Sahrauis nicht tatenlos zusehen.