Babesiose
Ein Bericht von Frau Elinor Switzer, Tierärztin, Tierärztliche
Hochschule Hannover (Leitung: Prof. Nolte):
Diese malaria-ähnliche Infektion tritt vor allem in südeuropäischen
Ländern auf und wird durch Parasiten in den roten Blutkörperchen
verursacht, die durch Zecken übertragen werden. Nach Infektionen mit
Babesien kommt es beim Hund in akuten Fällen zu schwerer Blutarmut,
hohem Fieber, Durchfall und Blut im Urin. Es kann jedoch auch zu einem
chronischen Verlauf mit weniger ausgeprägten Symptomen kommen. Durch
Untersuchung von Kapillarblutausstrichen kann der Erreger oft nachgewiesen
werden. In Zweifelsfällen sollte zusätzlich eine serologische
Untersuchung durchgeführt werden.
Die Übertragung auf den Menschen ist selten und erfolgt durch
Zeckenbiss. Eine Übertragung durch Körperausscheidungen und Speichel
kann ausgeschlossen werden.
Die Therapie erkrankter Hunde erfolgt sowohl als Bekämpfung des
Erregers als auch als unterstützende Behandlung der Symptome. Große
Bedeutung sollte jedoch der Vorbeugung beigemessen werden, die vor allem
aus der Bekämpfung der übertragenden Zecken besteht. Außerdem
sollte man vermeiden, Hunde im Urlaub in betroffene Gebiete mitzunehmen,
da auf diese Weise Babesiose nach Deutschland eingeschleppt werden kann.
In Frankreich, in der Schweiz und in Deutschland (u.a. in der Klinik für
kleine Haustiere der Tierärztlichen Hochschule Hannover) ist ein Impfstoff
erhältlich, der jedoch nicht immer eine Infektion verhindern kann.
Literatur:
Lucius/Loos-Frank: Parasitologie, Spektrum Akademischer Verlag 1997
Psychrembel Klinisches Wörterbuch, 259. Auflage
R. Gothe, S. Wegerdt: Die Babesiosen des Hundes in Deutschland: epidemiologische
Fallanalysen. Tierärztliche Praxis 1991; 19:170-173
Babesiose
Ein Bericht von Margrit Boelhauve, Recklinghausen,
Cairn Terrier Zwinger Opportune
Mate´s (VDH/KfT)
Die Babesiose wird beim Hund durch Babesia canis (ein Einzeller) verursacht.
Diese Erkrankung wird durch Zecken übertragen.
Babesiose kommt weltweit vor, vor allem in den Tropen und Subtropen,
mittlerweile aber auch am Mittelmeer und auch in Deutschland und Luxemburg.
Zecken sitzen auf Blättern und Büschen und werden beim Vorbeistreifen
auf Haut und Fell übertragen.
Babesien befallen vor allem die roten Blutkörperchen, die wichtig
für den Sauerstofftransport im Körper sind und zerstören
diese.
Das klinisches Bild ist in der akuten Phase durch die Auflösung
der roten Blutkörperchen gekennzeichnet. Dies äußert sich
in Schwäche, blasse und später gelbliche Schleimhäute, roter
bis grüner Harn. Auch Milz- und Leberschwellung sind möglich,
meist besteht Fieber bis über 40°C. Bei jungen Hunden kann es
zu plötzlichen Todesfällen kommen.
Aber auch chronische Verlaufsformen kommen vor. Hier können wechselndes
Fieber, Verlust von Körpergewicht, Bauchwassersucht, Atemprobleme,
ZNS-Störungen und Kreislaufstörungen auftreten.
Die Diagnose wird anhand des Erregernachweises durch den behandelnden
Tierarzt oder durch dafür eingerichtete Labore gestellt.
Auch hier ist die Prophylaxe wichtig (siehe Borreliose).
Eine Impfung ist nicht möglich, da der Impfstoff in Deutschland
nicht erlaubt ist.
