Ein Zitat von R. Strebel hierzu :
„…war ein Hund von großem, kurzem und dicken Kopf
und einer kurzen Schnauze.
Seine hauptsächlichen Eigenschaften waren hoher
Mut und seine Fähigkeit anzugreifen und
festzuhalten. Die Charaktereigenschaften der Bulldogs
waren immer und sind noch heute die gleichen,
die eines Hundes, der mit dem Kopf kämpft…..“
Der Sport des Bullenbeißens war eine sehr alte
und beliebte Schaustellung in England.
Es wird berichtet, dass William Earl Warren (1199-1216)
einst vom Schlosswall von Stamford
beobachtete, wie auf einer Wiese zwei Bullen um eine
Kuh kämpften, bis alle Hunde des Fleischers
einen von den tollgemachten Bullen durch die Stadt verfolgten.
Dies bereitete dem Earl so viel
Vergnügen, dass er seine Schlosswiesen den Fleischern
zur Verfügung stellte, unter der Bedingung,
dass sie jedes Jahr einen rasenden Bullen fänden
und die Hunde mit ihm kämpfen müssen.
Die Bullenbeißer und Bulldoggen mussten Hunde sein,
die mit dem Kopf arbeiten, um eben Bullen zu
treiben, fangen, halten und bändigen, bis der Mensch
des Bullen habhaft werden konnte oder zum
Schutz des Menschen vor wilden, durchgehenden und unbändigen
Bullen und Stieren.
Sie mussten trotz verbeißen, in die Bullennase
oder Beine, diese sowohl halten als auch noch atmen
können, auch eventuell austretendes Blut, durfte
weder Nase noch Maul füllen und somit den Hund in
seiner Arbeit behindern oder beeinträchtigen.
Um diese Arbeit leisten zu können, musste an den
Körperbau dieser Hunde einige besondere
Bedingungen gestellt werden.
Die niedrige, hautige Gestalt war nötig um bei Bullenkämpfen
ein „durchrollen“ unter den Beinen des
Bullen zu ermöglichen.
Die zurück gedrängte Nase und der flache Kopf
ermöglichten das Fassen der Stiernase dicht über dem
Boden, um diesen hilflos zu machen.
Der breite Fang und Vorbiss ermöglichten die nötige
Muskelkraft, um einen ausgewachsen Bullen zu
halten.
Die tiefen Hautfalten ums Maul und die starke Lefzenbildung
waren nötig um Blut des angegriffen
Bullen ablaufen zu lassen – ohne das Maul und die Nase
zu verstopfen und so den Hund am Atmen zu
hindern, so das dieser hätte loslassen müssen
um Luft zu holen.
Ebenso mussten die Hunde von großer Kraft und Beweglichkeit
sein, um einerseits dem rasenden
Bullen zu entkommen und es andererseits auch aushalten
zu können, wenn sie von dem Bullen kräftig
durch die Luft geschleudert wurden.
Aus dieser Verwendung erklärt sich unter anderem
auch das Kupieren der Ohren und der Rute, da sich
die Hunde bei ihrer Tätigkeit oft an Ohren und Rute
verletzten und diese Wunden mitunter nur
schlecht abheilten.
Auf die oft gestellte und diskutierte Frage, warum wurde
dem Boxer denn kein Stehohr angezüchtet,
kann man nur antworten, das es durch den kurzen Kopf,
der feinen, breiten und mächtigen Schnauze
und den hängenden Lefzen auf die Dauer unmöglich
sein wird, dem Boxer ein Stehohr anzuzüchten,
ohne die charakteristischen Merkmale des Boxers zu verlieren,
da diese genetisch fest miteinander
verbunden sind.
Zum guten Schluss, ein altes Gedicht über die Ochsen-
und Bärenhetze.
Das Ochsen- und Bäre – Hetzen.
Der Metzger.
Lasst doch die Hunde vor verschnauffen,
Und alle nicht zugleich anlauffen,
Ruckt näher mit der Docken an.
Und fangt die Ochsen mit den Seilen,
Dass beedes sich erholen kann.
Der Ochs.
Du armes Vieh! Welch ein Verbrechen,
Sucht sich an dir so hart zu rächen,
Dass man dich hetzet und vexiert?
Du bist so zahm, dass du den Willen,
Der wilden Menschen musst erfüllen,
Drum wirst du allhier aufgeführt.
von Petra Puderbach
31.10.2002