Das Weltalter T ist rund 20 Ga (zwanzig milliard Jahre).
Es gibt verschiedene, voneinander unabhängige Möglichkeiten zur Bestimmung des Weltalters; etwa aus dem Alter der Kugelhaufen, mit den Stern-Brennprozessen, mit der Isotopen-Häufigkeit und –Verteilung im Interstellarraum und in den Sternen, mit der Helium-Häufigkeit und Bildung, vor allem aber "direkt" aus der Nebelflucht mit der "Hubble-Konstanten" und aus dem "Zurückschauen" in die Vergangenheit. Aus großen Entfernungen ist das Licht entsprechend c früher abgegangen, sodaß aus weit entfernt ein noch junger Kosmos sichtbar ist. Man kann etwa bis auf ein 5 Ga altes All zurückschauen (erste Formierung von Quasaren, zuvor dunkles Plasma), und kann seitdem bis heute die Entwicklung des All buchstäblich sehend verfolgen. Dieses Faktum hat den dialektischen Materialismus mit seiner "ewigen Materie" unrettbar vernichtet.
Die verschiedenen Bestimmungen kommen unabhängig auf Weltalter zwischen rund 16 Ga bis 22 Ga, mit dem zur Zeit wahrscheinlichsten Wert von 19 milliard Jahren. Zur Vereinfachung der Beschreibung unterstellen wir weiterhin ein Weltalter von genau 20 Ga.
Nach allgemeinem Fachkonsens ist das All vor 20 Ga (20 milliard Jahre) aus einer "kosmischen Singularität" hervorgegangen; sei es eine Singularität als einziges Neutron ("1-Kosmos") oder als eine quasi-punktuell dichte Weltmasse ("Standard-Modell"). Das All expandiert derart, daß uns diese Singularität mit Ivarianzgeschwindigkeit c flieht.
Wie die Singularität uns flieht, so auch jedes irgendwo irgendwann im All ruhende Objekt: Jedes findet sich im "Mittelpunkt" des All. Jedes Objekt findet sich in einer Welttiefe R = T·c; allseits von der Singularität umgeben, die mit c flieht.
Aus der Urzeit des Kosmos gelangt als "Hintergrundstrahlung" (3K-Strahlung) eine Photon-Strahlung in den heutigen Kosmos, die seit Entstehung etwa auf ein tausendstel ihrer Photon-Energie rotverschoben (defektiert) ist, die heute etwa einer Raumstrahlung von 3° Kelvin (3K) adäquat ist; genauer 2,7 K. Als aus so früher Zeit homogen einfallend und aus extremen Entfernungen kommend, ist sie für den Supergroßraum des All (größer als Gac) repräsentativ. Trotz der Relativität ist damit doch eine kosmische "Ruhe" definierbar: Ein Objekt ist kosmisch "ruhend", wenn die Hintergrundstrahlung von allen Seiten mit gleicher Energie auf das Objekt einfällt. Die Menge aller derart ruhender Punkte ist das "Substrat", das "den" Weltraum darstellt als absoluten Raum.
Trotz aller Relativität jeglicher Dauer inbezug auf verschiedene Beobachter gibt es auch mit dem Weltalter eine absolute Zeit. Diese ist zB definierbar als die Anzahl der Materiewellen-Schwingungen, die ein an einer Substratstelle seit Anbeginn ruhendes Proton bis zum jeweiligen Weltalter T ausgeführt hat. Mit m als der Proton-Masse ist eine solche Schwingungsdauer gleich h/mc2 mit 4,4083 · 10-24 s, als "Elementardauer".
Je weiter ein Punkt des Substrats von unserem hiesigem Substratpunkt entfernt ist, umso schneller ist er von hier fortbewegt. Diese Regel gilt gleicherweise inbezug auf jeden Substratpunkt: dies ist die "systematische Flucht". Das All expandiert räumlich und zeitlich in einer fortwährenden Weitung und in einer fortschreitenden Alterung. Dies ist überhaupt "Raum und Zeit", dies ist die "Raumzeit".
Diese Expansion erscheint uns (hier und jetzt) als "Nebelflucht", indem damit auch die fernen Galaxien von uns fliehen, welche optisch wie Nebelflecken aussehen. Das konstante Verhältnis von Fluchtgeschwindigkeit zu Abstand ist die berühmte Hubble-Konstante, Solche Nebelflucht erscheint ebenso auch jedem irgendwo irgendwann im All ruhenden Betrachter.
Wegen des endlichen Wertes der Invarianzgeschwindigkeit c, ist ein Objekt umso jünger bei uns "präsent", je weiter es entfernt ist. ZB eine Galaxie in 12 milliard Lichtjahren Entfernung von uns ist hier als 12 milliard Jahre jünger als wir präsent: sie ist mit einem Alter von 8 milliard Jahren präsent. Die Singularität ist mit dem Alter null präsent. Und ein noch jünger als T = 0 und ein noch weiter als R = T·c existiert nicht. Die Singularität ist der Anfang von Zeit und Raum selbst.
Wegen des quasi-unendlichen Wertes der (endlichen) Invarianzgeschwindigkeit c ist dieser "Präsenzraum" zwar der Raum der c-bewegten Wirkungen – also der "reale" Raum - , der aber doch nur in beschränkten Aspekten repräsentativ für das All ist. In anderen, auch beschränkten Aspekten ist ein "Parameterraum" repräsentativ: der fiktive "Raum" aller absolut gleich-alten Substrat-Stellen; "gleich-alt" in der mit der Anzahl der Elementardauern (eines an der jeweiligen Substrat-Stelle ruhenden Protons) parametrisierten "Zeit".
Weil keine Objekte unendlich schnell (dh in der Zeit null) – nichteinmal schneller als c – miteinander wechselwirken (zB gravitieren), ist dieser Parameterraum buchstäblich kein "wirklicher", kein realer Raum. Er vermittelt uns aber doch eine bessere Vorstellung von der Größe und Struktur des All als der Präsenzraum. Der Parameterraum ist eine "Hyperkugel"; genauer: eine dreidimensionale Hyperoberfläche einer vier-bzw sechs-dimensionalen Hyperkugel.
Der Umfang U der Hyperkugel kann kleiner oder großer als die Welttiefe R sein. Bei uns hier, aus der Nähe der Singularität präsente Volumina, die uns in der damals noch geringen Expansion vergleichsweise klein erscheinen, sind parametrisch schon ebensoweit expandiert wie unser Umraum. Wegen der Quasi-Unendlichkeit, mit welcher die Singularität flieht, könnte der Parameterraum theoretisch sogar unendlich groß sein. Er ist jedoch zur Zeit als tausend- bis millionfach des Präsenzraumes zu vermuten.
Obgleich die Invarianzgeschwindigkeit c eine nicht überschreitbare Grenzgeschwindigkeit ist, können Objekte in parametrisch entsprechend weiten Abständen doch mit mehr als c fliehen. Obgleich die Singularität konstant mit c flieht, können im All ruhende Objekte doch "gebremst" fliehen: der Parameterraum expandiert gebremst (ungefähr mit der Wurzel aus dem Weltalter). Im Parameterraum, in welchem prinzipiell keine Wechselwirkungen möglich sind, in welchem überhaupt kein Verhältnis existent ist, erscheinen formal eben auch irreale Ergebnisse.
Der Präsenzraum und der Parameterraum sind verschiedene Abbildungen des Weltraumes in unsere menschliche Erkenntnis. Mit der Wissenschaft ist es wie mit der Kartographie: die Abbildung der kugeligen Erdoberfläche war früher mangelhaft und wurde verbessert. Aber auch perfekte Abbildungen können nicht flächentreu und zugleich winkeltreu sein. Grundsätzlich kann eine die Flächen genau abbildende Karte nicht auch die Winkel genau abbilden; und umgekehrt. Man muß eben die jeweils richtige Karte benutzen; zB eine flächentreue Karte zur Feststellung einer Landfläche, eine winkeltreue Karte zur Festlegung einer Marschrichtung. Ist dies schon so in der Physik, wievielmehr dann in höheren Wissenschaften.
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Finalisiert: 19:31 2006.05.08.