Die durchschnittlichen Abstände der Galaxien voneinander sind einige million Lichtjahre. Die kosmischen Großräume werden in Mac (Mega-Lichtjahr, dh million Lichtjahre) angegeben; die Supergroßräume sogar in Gac (Giga-Lichtjahr, dh milliard Lichtjahre). Ein Mac ist gänzlich unvorstellbar. Aber ein Verhältnis-Beispiel macht vielleicht die Unvorstellbarkeit vorstellbar:
Der nächste Himmelskörper zur Erde ist der Mond, welcher von der Erde 380000 km entfernt ist; das ist das 9,5-fache des Erd-Umfangs. Wir kaufen die ganze Weltproduktion des allerdünnsten Papiers auf; jedes Blatt 0,015 mm dick, sodaß ein Stapel von 1000 Blatt erst 15 mm dick ist. Dieses Papier stapeln wir aufeinander, immer höher und höher bis zum Mond. Dann nehmen wir für jedes Blatt dieses Stapels jeweils eine Erde-Mond-Entfernung und reihen diese aneinander. Diese Reihe ist dann 1 Mac lang, 1 million Lichtjahre.
Der Freie Raum des All ist somit erschreckend groß und gähnend leer. Würde man alle Sterne gleichmäßig im Weltraum verteilen, so wäre jeder Stern wie ein Sandkorn im Volumen der Erdkugel. "Angehäuft" in den Galaxien wären etwa million Sandkörner, in Galaxenkernen etwa billion Sandkörner im Volumen der Erdkugel. Deshalb durchlaufen die Kugelhaufen ihre Muttergalaxie, sogar gelegentlich große Galaxien einander, ohne jede Sternkollision. Nur die Gase zwischen den Sternen mitteln ihre Impulse miteinander aus, sodaß kleine Sternhaufen ihr Gas in der großen Galaxie zurücklassen bzw ähnlich große Galaxien das gemeinsame Gas als gesonderte Wolke auf der Strecke lassen. Die weiterlaufenden Galaxien büßen damit an ihrer Aktivität ein, wogegen in der gesondert verbliebenen Gaswolke neu eine aktive Entwicklung einsetzt. Offenbar gibt es aber doch einige so dichte Galaxenkerne, daß darin sogar täglich Sternkollisionen geschehen.
Die Menge aller Galaxien ist formiert in einer hypergigantischen Struktur. Soweit man bisher erkennt, ist dies – in weiten Variationen und mit unterschiedlichen Größenverhältnissen – eine Zellenstruktur, vergleichbar mit Schaumgummi: Der kosmische Großraum enthält sehr viele Leerräume (Schaumgummi-Luftblasen), die ganz ohne Galaxien sind. Durchschnittlich hat ein solcher Leerraum, den man "Supervoid" nennen sollte, 300 Mac Durchmesser (dreihundert-million Lichtjahre). Zwischen einem jeden Supervoid und dem jeweils nächsten ist je eine "Wand" (Schaumgummi-Wände), die durchschnittlich aus zehntausenden von Galaxien besteht. Jede Galaxie pendelt in den gegenseitigen Schwerkräften durch die Mittelebene der jeweiligen Wand. Die Dicke einer Wand ist durchschnittlich 30 Mac. Durchschnittlich hat eine Galaxie in der "Wand" einen Freiraum um sich von 2 Mac Radius und hat eine Masse von 1041 t (rund 50 milliard Sterne wie die Sonne).
Obgleich der Präsenzraum, "nur" 20 Gac tief ist, umfaßt – wegen der Quasi-Unendlichkeit der Invarianzgeschwindigkeit c, mit welcher die Singularität flieht – das All mehr als million Supervoids. Der Parameterraum dürfte etwa milliard Supervoids enthalten. Das All enthält – ganz grob – 1014 Galaxien und 1025 Sterne.
Diese Zellenstruktur ist eingebettet in das "systematisch fluchtbewegt expandierende Substrat". Damit flieht jede Wand von der gegenüberliegenden Wand mit rund 4000 bis 5000 km/s. Dieser systematischen Fluchtbewegung sind Peculiar-Bewegungen (dh Sonderbewegungen) überlagert. Jede Galaxie ist peculiar-bewegt in ihrer Wand mit durchschnittlich 150 km/s (dh c/2000). Aber alle Galaxien im ganzen Großraum – von etwa 1 Gac bis 10 Gac – haben gemeinsam eine gleichgerichtete Peculiarbewegung gegenüber dem Substrat von 600 km/s (dh c/500), den "3 K Dipol": gegenüber dem mit der 3K-Strahlung markierten Substrat ist dies eine großräumige Kollektiv-Bewegung wie von einem Himmelspol zum gegenüberliegenden Pol.
Diesen von den Kosmophysikern mit größtem Erstaunen festgestellten "3K-Dipol" führt der Fachkonsens auf die Wirkung eines "Großen Attraktors" zurück: einer noch nicht entdeckten Riesen-Schwerkraftquelle. Diesen Konsens wagte anscheinend nur ein durch seine erregenden Entdeckungen in der Großraumstruktur bekannter Astronom (Don Mathewson) zu bezweifeln, der sich selbst mir gegenüber als "Haeretiker" (Irrlehrer) bezeichnete. Ich selbst muß mich allerdings dann als einen Con-Häretiker klassifizieren: Es scheint mir sicher, daß diese Großraum-Drift (3K-Dipol) ein statistischer Strömungsjet und/oder eine Turbulenz aus dem superdichten Kosmos der Zeit vor der 1. Sekunde des Weltalters ist.
Sollte tatsächlich aus einem Kollaps im Zentrum einer Riesen-Kugelgalaxie – gleichsam in einer Durchtunnelung der Singularität – ein neuer Kosmos mit superdichtem und superheißem Anfang geboren werden, so wären statistische Strömungsjets und Turbulenzen dieser Art naturgemäß zu erwarten. Wenn die Singularität prinzipiell nicht erreicht wird, sondern der Kernkollaps im alten Kosmos vor ihr endet und der neue Kosmos nach ihr beginnt, werden in jedem Kollaps gegebene Inhomogenitäten offenbar dem neuen Kosmos mitgegeben.
Es sollte möglich sein, den Potentialabstand des Kollaps-Endes (Abstand von –c2) wenigstens ungefähr zu berechnen und daraus Start-Bedingungen für die Zukunft. Die Inhomogenität des 3K-Dipols läßt sich durch folgende Erwägungen zwar nicht beweisen, aber doch als sinvolle Möglichkeit näherbringen:
Der 3K-Dipol erfaßt vermutlich kosmische Massen in einem Raum mit einem Durchmesser zwischen 1 Gac bis 10 Gac. ZB mit einem Durchmesser von 3 Gac driften die Wände von rund 1000 Supervoids mit dem 3K-Dipol relativ zum Substrat. Sollte das All milliard Supervoids enthalten, so wäre dies erst ein millionstel des Parameterraumes. Ferner: Eine Bewegung von Nukleonen mit 600 km/s entspricht einer Temperatur von 20 million Grad. Vor der ersten Sekunde des All waren aber um viele Zehnerpotenzen höhere Temperaturen. Also beide Erwägungen lassen gute Voraussetzungen erkennen für Inhomogenitäten im Massen-Fluß für den 3K-Dipol.
Die genauere Erfassung der Makrostruktur und ihrer Inhomogenitäten, insbesondere aber überhaupt die Zeugung eines neuen Kosmos durch einen Galaxenkern-Kollaps ist die wohl physikalisch als auch geistesgeschichtlich bedeutendste Aufgabe für die Wissenschaft. Dazu ist allerdings die Physik in allen ihren Aspekten und Komponenten einzusetzen: die Physik der Reaktionen, die Quantenphysik; die Physik der Relationen, die Relativitätsphysik; die Physik der Existenz, insbesondere als Kosmophysik.
Das All mit allen seinen Zeiten, Räumen, Massen und Strukturen wird durch drei miteinander komplementäre Aspekte bzw Komponenten der Physik erfaßt, durch drei verschiedene Zweige der Physik, die aber zu einer Physik zusammengehören, die jeder die beiden anderen mitenthält und die einander bedürfen; durch die Quantenphysik mit dem Wirkungsquantum h; durch die Relativitätsphysik mit der Invarianzgeschwindigkeit c; und Existenzphysik insbesondere mit dem Gravitationsfaktor G.
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Finalisiert: 15:59 2006.08.28.