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Georg Christoph Wagenseil 1715-1777

Anderes Bild des Familienwappens

[ Inhaltsverzeichnis ]
Biographisches Lexikon des KT Österreich Wurzbach, Wien 1885 Band 52, S. 71:

Wagenseil, Georg Christoph (C l a v i e r s p i e l e r   u n d   C o m p o n i s t, geb. zu Wien im Jahre 1688 [falsch!, 29.1.1715 Anmerkung C.W.], gest. d a s e l b s t am 1. März 1777). Seine musicalische Ausbildung erhielt er noch durch debn berühmten kaiserlichen Obercapellmeister J. J.   F u x [Bd. V, S. 41]. 1739 wurde er als Compositor mit einem Jahrgehalt von 360 fl. an der kaiserlichen Hofmusikcapelle in Wien angestellt und auf diesem Posten unter der Kaiserin M a r i a   T h e r e s i a und Kaiser J o s e p h   I I. bestätigt. Da er sich aber eines ungemein vortheilhaften Rufes in der Doppeleigenschaft als Mensch und Musicus erfreute, berief ihn die Kaiserin M a r i a   T h e r e s i a zu ihrem Musikmeister und später als solchen zu ihren Erzherzoginen Töchtern. Er versah dieses ehrenvolle Amt viele Jahre hindurch, und zwar bei einem ansehnlichen Gehalt, welches er auch von dem Tage an, da er nicht mehr bei Hofe erschien, bis zu seinem Tode bezog. In seinen letzten Lebensjahren kam er zu dem Podagra, welches ihm schon früher drei Finger seiner linken Hand gelähmt hatte, noch eine weit stärkere Lähmung, die sich über seine ganze rechte Hüfte ausdehnte und ihn bleibend an das Zimmer fesselte. Nichts desto weniger lag er seinen gewohnten musicalischen Arbeiten wie immer ob und ertheilte noch als 86jähriger Greis Musikunterricht. Wenige Jahre vor seinem Hingange spielte er noch vor B u r n e y mit einer Sicherheit und einem Feuer auf dem Clavier, daß man sein hohes Alter nicht ahnte. W a g e n s e i l war als Compositor und Lehrer vielfach thätig. er versuchte sich in größeren dramatischen Werken und schrieb die Oper "Siroe" und das Oratorium "Gioas rè di Giuda", ohne jedoch weder mit ersterem noch mit letzterem durchzudringen. Auch componirte er mehrere italienische Lieder mit nicht großerem Glücke, daher auch von seinen V o c a l compositionen nichts zum Drucke gelangte. Mehr Erfolg dagegen hatte er mit seinen Clavierwerken, von denen folgende im Stich erschienen sind:

"Suauis artificiose elaboratus concentus musicus, continens VI parthias selectas ad clauicembalum compositas" (Bamberg 1740); - "XVIII Divertimenti da Cembalo" Op. 1 bis 3 (Wien); - "X Symphonien fürs Clavier mit zwei Violons und Bass" Op. 4,7,8; - "Il Divertimenti fürs Clavier mit einer Violon und
[S. 72] Bass", nebst einem "Divert. für zwei Flügel" Op. 5 (ebd.); - "VI Claviersonaten mit einer Violin" Op. 6 (Paris).

Ungleich größer ist jedoch die Zahl seiner ungedruckt gebliebenen Compositionen, welche nach älteren Verzeichnissen umfassen: 30 Orchestersymphonien, 36 Violintrios, 27 Clavierconcerte, 30 Claviersuiten. Alle diese handschriftlichen Werke befanden sich bis zu Ende des vorigen Jahrhunderts in der B r e i t k o p f'schen Musicalienniederlage zu Leipzig. Der Katalog der Wiener Musicalienhandlung T r a e g führt aber von W a g e n s e i l' s kirchlichen Compositionen an: ein "Consitebor für vier Stimmen", ein "Salve Regina", ein "Magnificat", ein "Anima mea" und verschiedene kleinere Werke. Unser Künstler war zu seiner Zeit ein sehr beliebter Componist, dessen Werke, obwohl sie in Berlin nicht gefielen, in Wien großen Beifall fanden. In Vocalsachen nicht bedeutend, verband er in seinen Claviercompositionen mit strengem Satz Originalität und seinen musicalischen Sinn. Als Lehrer war er in Wien sehr gesucht, und von seinen Schülern sind zu nennen: M e d e r i t s c h, genannt G a l l u s [Band XVII, S. 199], der Compositeur des seinerzeit so beliebten "Darfbarbier", und die Gebrüder Anton und Franz T e y b e r [Bd. XLIX, S. 107 und 110]. [Anmerkung von Christoph Wagenseil: Warum M o z a r t nicht mit aufgezählt wird, ist unbekannt. Auf jeden Fall war eines von Mozarts ersten Konzerten ein Stück Wagenseils, der junge Mozart (siehe rechts) begegnete Wagenseil auch persönlich. Im folgenden handelt es sich um eine Verwechslung mit Christian Jacob Wagenseil:] Zum Schluß sei noch bemerkt, daß der bei E. W e i n g a rt in Erfurt 1864 unter dem Titel "Musica theatralis" ausgegebene Katalog gedruckt erschienener Opernclavierauszüge von W a g e n s e i l eine Oper "Ehrlichkeit und Liebe" (Leipzig bei Wienbrack) anführt.

Karadar Classical Music Biographie:

    "Georg Christoph Wagenseil (geb. u. gest. Wien) war u. a. Schüler von J. J. Fux. Bereits 1735 ist er als Hofscholar belegt, er wurde dann in der Folge Hofkomponist, Organist der Kaiserinwitwe und ab 1745 Hofklaviermeister der Erzherzoge bzw. -innen. Stilistisch gesehen versuchte er die Strömungen seiner Zeit, Rationalismus und Empfindsamkeit, miteinander zu verbinden. Wagenseil bevorzugte wie viele Komponisten dieser Zeit die Tonarten C-Dur (rund und frech, freudig, charmant), F-Dur (capable die schönsten Sentiments der Welt zu exprimieren) und A-Dur (brillierend, mehr klagend)."

Mutter: Wagenseil, Anna Maria Maus
Lebens-/Wirkungsjahre: 1685-1746
Mutter des österr. Komponisten Georg Christoph Wagenseil

Aus: Brigitta Hamann - Nichts als Musik im Kopf:
das Leben von Wolfgang Amadeus Mozart, Wien: Ueberreuter 1990

>> Und dann schaute der Sechsjährige den Kaiser Franz recht energisch an und sagte gar nicht sehr respektvoll: "Ist Herr Wagenseil nicht hier? Der soll herkommen. Der versteht es." Georg Christoph Wagenseil war kaiserlicher Hofkompositeur und Klavierlehrer der Kaiserin, ein berühmter Mann. Eigentlich war Wolfgangs Bitte sehr keck. Aber Wagenseil, der unter den Zuhörern war und sehr wohl verstanden hatte, dass da etwas ganz Besonderes vor sich ging, kam bereitwillig zum Klavier. Wolfgang sagte sehr selbstbewusst und so, als wenn er ein alter Kollege des kaiserlichen Hofkompositeurs wäre: "Ich spiele ein Konzert von Ihnen, Monsieur Wagenseil. Sie müssen mir umwenden." Und so assistierte der große Wagenseil dem kleinen Mozart und streichelte ihm nach dem Konzert bewundernd die Wange: "Du bist ein richtiger Musiker." Und Wolfgang strahlte vor Glück und Stolz.<< (vergleiche "Mozart spielte Wagenseil")

Er stammt ab von Felix aus der 4. Generation.

Werksverzeichnis (im Aufbau):
WV   1Divertimento II, C-Dur Op. 1
WV   3Divertimento I, C-Dur Op. 2
WV  16Divertimento V, c-moll Op. 2
WV  21Divertimento I, D-Dur Op. 1
WV  32Divertimento IV, E-Dur Op. 1
WV  33Divertimento VI, E-Dur Op. 2
WV  38Divertimento III, F-Dur Op. 1
WV  39Divertimento III, F-Dur Op. 2
WV  53Divertimento II, Concerto Nr. 6 G-Dur Op. 2
WV  54Divertimento IV, G-Dur Op. 2
WV  64Divertimento V, A-Dur Op. 1
WV  80Divertimento VI, B-Dur Op. 1
Orgelkonzert Nr. 1 für Orgel & Streicher C-Dur
Orgelkonzert Nr. 2 für Orgel & Streicher C-Dur
1. Allegro
2. Andante
3. Tempo di Menuetto
Orgelkonzert Nr. 3 für Orgel & Streicher F-Dur
1. Allegro
2. Andante
3. Tempo di Menuetto
Orgelkonzert Nr. 4 für Orgel & Streicher Es-Dur
Orgelkonzert Nr. 5 für Orgel & Streicher G-Dur
1. Allegro moderato
2. Andante
3. Allegro
Orgelkonzert Nr. 6 für Orgel & Streicher A-Dur
1. Vivace
2. Larghetto
3. Tempo di Menuetto
WV 281Konzert für Harfe und Streicher F-Dur
1. Allegro
2. Andante
3. Tempo di menuetto
WV 325Konzert für Klavier, Violine und Streicher F-Dur
1. Vivace
2. Larghetto
3. Tempo di minuetto
WV 342Konzert für Flöte, Streicher und Basso continuo D-Dur
1. Allegro
2. Largo
3. Allegro vivace
WV 345Konzert für Oboe, Fagott, Bläser, Streicher und Basso continuo Es-Dur
1. Allegro assai
2. Andantino più tosto allegro
3. Presto
WV 351 Symphonie C-Dur (Ouvertüre zur Oper Vincislao, Uraufführung 8. Dezember 1750)
1. Allegro assai
2. Polonaise
3. Allegro assai
WV 353 Symphonie C-Dur für 2 Violinen, 2 Oboen, 2 Hörner und Basso (Musikmanuskript von ca. 1775, als Nr. 5 in Pariser Sammelband, verlegt bei Huberty, [1759?], Paul van Kuik Antiquariat Kat. 68)
WV 361Symphonie C-Dur Op. 5, Nr. 5
1. Allegro molto
2. Andante
3. Tempo di minuetto
WV 374 Symphonie D-Dur Op. 3, Nr. 1
1. Allegro
2. Andante
3. Allegro assai
WV 393 Symphonie E-Dur Op. 13, Nr. 3
1. Allegro
2. Andante molto
3. Menuet
WV 398 Symphonie F-Dur
1. Allegro assai
2. Andante
3. Allegro assai
WV 413 Symphonie G-Dur
1. Allegro di molto
2. Largo
3. Tempo di Minuetto
WV 418 Symphonie g-moll (1760er)
1. Vivace
2. Andantino
3. Allegro assai
WV 421 Symphonie A-Dur Op. 12, Nr. 5
1. Allegro
2. Andante
3. Allegro assai
WV 432 Symphonie A-Dur
1. Con spirito
2. Allegretto sempre piano
3. Con spirito
WV 438 Symphonie B-Dur (1750er)
1. Allegro
2. Andante ma molto
3. Vivace
WV 441 Symphonie B-Dur (ca. 1764)
1. Vivace
2. Andante
3. Tempo di Menuet
WV 508 Triosonate B-Dur für Klarinette, Violine und Basso continuo (Erstdruck Wien: Doblinger, 1977; Reihe "Diletto musicale" Nr. 560)
1. Andante
2. Adagio
3. Allegro
WV 513 Sonata in D-Dur für Flöte und Basso continuo

Scherzhaftes: Horoskop mit Geburtszeit 12.00 Uhr

„Aber baß wär’ es, unsere jungen Clavierspieler übten sich im Wagenseil, als daß sie die ärmlichen Clavierstücke eines Alberti, Hepp, der neuern Welschen und besonders der Franzosen herun- terhaspeln“, schrieb Schubart 1775.

Hörprobe:

Konzert für Harfe und Orchester G-Dur, Zweiter Satz "Andantino"
(MPEG-3-Datei mit 22.050 Hz und 56 kbps, mono = schlechtere Tonbandqualität, 1929 kb. 4 min 47 sec.)

Helga Scholz-Michelitsch - Georg Christoph Wagenseil : Hofkomponist u. Hofklaviermeister d. Kaiserin Maria Theresia, Wien : Braumüller, 1980 ISBN: 3-7003-0249-5 , Auszüge

Das Mozart-Musical, 16. Hier in Wien!

Derzeit lieferbar:

Mit Johann Pezzl nach Bayern 1784.
Lesung mit Musik

Gelesen von Plessmann,
Uli. Musik von
Albrechtsberger, J G /
Wagenseil, G C / Mozart, L
/ Haydn, M

Harfenkonzerte
Konzert für Harfe u. Orchester G-dur
Komponist Georg Christoph Wagenseil (und Händel)
Orchester Kammerorch. P. Kuentz mit Nicanor Zabaleta
Dirigent Paul Kuentz
1. Andante, 2. Andantino, 3. Rondeau: Allegro
Harp concerts
Komponist Georg Christoph Wagenseil (u.a.)
Sinfonie W.351+413+418+438+441 [US-Import] [IMPORT]
Komponist Georg Christoph Wagenseil

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