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Separatistische Bewegungen

 

 

 

 

 

 

Eine Folge des passiven Widerstandes war eine sehr starke Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation in der Pfalz. Als auch die staatliche Unterstützung gekürzt wurde fühlte sich die Bevölkerung im Stich gelassen. Der Wunsch nach einem eigenen Staat wurde durch die wirtschaftliche und soziale Not infolge der Inflation sehr verstärkt. In der Pfalz und im Rheinland bildeten sich separatistische Gruppierungen, die es erstmals schon 1919 gegeben hatte. Damals waren ihre Bestrebungen nach separaten Gebieten jedoch erfolglos geblieben. Durch einen erneuten Versuch und schließlich die Loslösung vom Reich hoffte man, besser mit den Problemen fertig zu werden und politische und wirtschaftliche Vorteile zu erlangen.

 

 

 

 

 

Die französische Regierung hoffte auf eine Trennung der linksrheinischen Gebiete vom reich, die Pufferstaaten zwischen Frankreich und Deutschland bilden sollten. Diese Pufferstaaten sollten zwar politisch selbstständig sein, wirtschaftlich jedoch von Frankreich unterstützt werden. Außerdem hoffte Frankreich auf diese Weise die westdeutsche Wirtschaft zu kontrollieren und Deutschland langfristig zu schwächen.

 

 

 

 

 

 

 

Am 21. Oktober 1923 wurde die "Rheinische Republik" ausgerufen. In der Pfalz übernahmen die Separatisten unter der Führung des Landwirtes Franz Josef Heinz die Macht am 5. November und riefen am 12. November die "Autonome Pfalz" aus. Sie kündigten eine stabile Währung an, und versprachen "den Druck des Hungers und der Verarmung" von der Bevölkerung zu nehmen und eine "Hebung der landwirtschaftlichen Produktion" zu bewirken. Sie wendeten sich zwar Frankreich zu, wollten jedoch "in Sprache, Eigenart und in allen Lebensgewohnheiten" deutsch bleiben.

 

 

Aufgrund des Versailler Vertrages konnte die Reichsregierung nicht gegen die Separatisten vorgehen, da sie in die entmilitarisierten Gebiete keine Truppen schicken durften. Die Separatisten konnten ihre Macht jedoch trotzdem nur ein paar Monate halten. Durch Plünderungen und Misshandlungen wurde der Widerstand der Bevölkerung immer größer, bis schließlich die rheinischen Bürgerwehren am 16. November einen Sieg über die rheinischen Separatisten erlangten und die Rheinische Republik zusammenbrach.

Franz Josef Heinz wurde am 9. Januar 1924 in einer Gaststätte ermordet. Der Mord war von einer antiseparatistischen Abwehrgruppe durchgeführt worden, die durch Geld und Waffen von der bayrischen Regierung unterstützt worden war. Am 12. Februar wurden 16 Separatisten im Bezirksgebäude durch einen Brandanschlag ums Leben. Am 17. Februar 1924 tritt die Regierung der Separatisten auch in der Pfalz zurück.

 

 

 

 

 

 

 

 

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