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Teil 9

Buffy lief mit Tennisschuhen, Jeans und Spikes schwarzer Lederjacke bekleidet neben ihm her und fragte sich, welches Ziel sie ansteuerten. Wider Erwarten gingen sie nicht direkt zu Giles Haus, sondern in die entgegengesetzte Richtung.

„ Spike?“ sagte sie leicht atemlos, denn er hatte mit seinen langen Beinen doch einen ziemlichen Vorsprung, was das Tempo anging. Aber da sie je schließlich die Jägerin war, konnte sie unmöglich zugeben, dass er ihr zu schnell lief…

„ Hm?“ fragte er nur geistesabwesend zurück.

„ Wohin gehen wir? Ich dachte, wir holen Mum aus Giles Haus!“

„ Das tun wir auch, Liebes! Aber vorher muss ich noch mit jemandem reden.“

Sie kamen an dem Pub an, vor dem Buffy Spike zum zweiten Mal getroffen hatte und Spike nahm sie an die Hand.

Dann zog er sie ins Innere.“ Ähm…Spike…ich dürfte eigentlich nicht...“ Er ignorierte sie und zog sie hinüber zu einem dunkelroten Samtvorhang.

Den zog er auf und ging mit Buffy in den dahinter liegenden Raum.

Buffy war sprachlos als sie den grünbraunen schleimigen Dämon sah, der hinter einem Schreibtisch saß und auf die Tasten einer Schreibmaschine hämmerte. Rechts und links neben ihm standen zwei riesige durchtrainierte Vampire, scheinbar um den Dämon in der Mitte zu beschützen.

Spike legte ein paar Geldscheine auf den Tisch. „ Der Ring! Wo ist der verfluchte Ring?“

Der Dämon sah kurz auf, nahm das Geld und tippte weiter.

Spike wollte gerade mit seiner Faust die Schreibmaschine zertrümmern, als der Dämon mit einer hohen, monotonen Stimme zu reden begann.

„Der Wächter besitzt nun die macht des Ringes…und er wird ihn nutzen…um das Tor zu öffnen und die ewige Nacht zu holen…“

Spike sah kurz zu Spike hinüber und forderte den Dämon auf, weiter zu sprechen.

„Wunderbar! Und wie können wir das verhindern? Rück´s raus, verflucht!“

Der Dämon sagte nichts. Mit einem Seufzer holte Spike ein weiteres Bündel Geldscheine hervor und knallte es wütend auf den Tisch. „ So, du elender Halsabschneider. Bloody Hell! Jetzt sag uns, was du weißt!“

Seine Hände steckten zu Fäusten geballt in seinen Hosentaschen als der Dämon das Geld nahm und weiterschrieb. Irgendwann fing er dann doch an zu reden.

„Die Jägerin kann es tun….die Jägerin kann ihn vernichten…aber sie muss es tun bevor der tag die Nacht wachküsst….“

Buffy runzelte die Stirn. Sie hatte nur knapp die Hälfte von dem verstanden, was der Typ gesagt hatte, als der Raum plötzlich begann, sich zu drehen und verschwand.

Buffy schloss die Augen als ein Schwindelgefühl sie überkam und als sie sie wieder öffnete befanden sie sich draußen vor der Eingangstür des Pubs.

Sie sahen sich zunächst verwirrt an, aber Spike schaltete schnell und streichelte besorgt die Wange seiner Jägerin.

„ Das ist dann wohl dein Job, Slayer.“ Sagte er und drückte ihre Hand um ihr klarzumachen, dass er sie auch diesmal nicht allein lassen würde.

Mit einem Seufzer machte Buffy sich auf den Weg zu Giles Haus.

Wenigstens war sie diesmal nicht allein.

Giles betrat im selben Moment sein Haus mit einer großen Papiertüte.

Er brachte sie in den Keller, packte Joyce im Nacken und befahl ihr, sich aufzurichten.

Dann brachte er auch sie in den Keller.

Wenig später hatte er alles vorbereitet. Joyce lag in einem Kreis aus bunten Symbolen auf dem Boden und eine Flammenlinie zog ihre Konturen nach. Ihre Angst schimmerte nur ab und zu durch ihren verschleierten Blick während Giles in einem Buch die richtigen Worte für die magischen Formeln zusammensuchte.

Der Ring an seinem Finger glühte blutrot.

Dann klappte er zufrieden das Buch zu und zog ein Messer hervor.

Als er den ersten Schritt in Richtung des Kreises machte, hörte er von oben einen lauten Knall und ließ vor Schreck fast das Messer fallen.

So schnell hatte er nicht mit dieser kleinen, dummen Jägerin gerechnet.

 

 

Spike trat die Tür ein und sah sich flüchtig im Flur um. Keine Spur von dem Wächter Buffy folgte ihm ins Haus und deutete auf die offen stehende Kellertür.

Spike nickte und deutete ihr, hinter ihm zu bleiben, als er die Holztreppe ins Untergeschoß des Hauses betrat.

Buffys Augen weiteten sich, als sie ihre Mum da auf dem Boden liegen sah, umringt von Feuerund seltsamen Zeichnungen.

Giles grinste in ihre Richtung und seine Augen glühten jetzt genauso wie der Ring.

Ihr stiegen Tränen in die Augen als sie das Messer sah.

Giles grinste sie böse an.

„ Sieh einer an. Die Jägerin und ihr braver Kuschelvampir! Bist du gekommen um deine Mommy zu holen, damit sie dir wieder Kakao kochen und dich ins Bett bringen kann?“

Der herablassende Ton des Wächters machte nicht nur Buffy wütend.

Niemand hatte das Recht, es zu wagen, ihn einen Kuschelvampir zu nennen! Erstrecht nicht so ein dämlicher Wächter.

„Zur Hölle, was denkst du, wer du bist, Wächter!“ Er ging auf Giles zu, um ihn anzugreifen, blieb dann aber wie gelähmt stehen.

„Bloody Hell, was…!!??“

Tja, Vampir! Eins hast du leider nicht bedacht, Gabriels Kraft steckte in dem Ring. Und dieses nette kleine Schmuckstück gehört jetzt mir…“

 

Buffy hatte die kurze Konversation genutzt, um sich Giles zu nähern.

Ein Tritt in den Magen, ein Hieb ins Gesicht. Die Jägerin lächelte siegessicher als Giles nach hinten taumelte.

Doch er rappelte sich nach wenigen Sekunden wieder auf und trat Buffy mit einem Satz gegen die Wand.

 

Mit schmerzendem Rücken und voller Angst sackte Buffy kurzzeitig an der Wand zusammen.

Da erinnerte sie sich an den Satz des Dämons. Nur die Jägerin kann es tun.

Wenn sie ihn nicht besiegen konnte, würde er ihre Mutter opfern um den Höllenschlund zu öffnen und die Welt in eine Hölle verwandeln.

Wut sammelte sich in ihrem Bauch und als sie sich aufrappelte durchfuhr sie eine Energiewelle, die sie nie zuvor gespürt hatte. Sie war sich nicht sicher, was hier wirklich passierte, jedenfalls lief sie wie ferngesteuert auf Giles zu und schlug mit unglaublichen Kräften auf ihn ein.

Spike starrte Buffy überrascht an und hätte er sich bewegen können, würde ein breites Grinsen in seinem Gesicht zu sehen sein.

Nach kurzer Zeit lag Giles bewusstlos auf dem Boden. Buffy riss ihm den Ring vom Finger und zog ihre Mutter aus den Größer werdenden Flammen.

Spike war inzwischen aus seiner Starre erwacht und schaffte Joyce aus dem langsam in Flammen aufgehenden Haus.

Buffy warf den Ring ins Feuer, drehte sich zur Treppe und wollte auch fliehen.

Doch am Treppenabsatz machte sie Halt, zögerte kurz und ging zurück.

Sie warf sich den immer noch bewusstlosen Wächter über die Schulter und rettete auch ihn aus dem einstürzenden Haus.

Draußen stand Spike mit ihrer Mum, die aus ihrer Trance erwacht war.

Sie legte Giles auf den Boden und umarmte ihre Mutter atemlos.

„Ich hatte solche Angst, Mum. Oh Gott! Ich bin so froh, dass es vorbei ist, vorbei.“ Joyce streichelte Buffys Haar und drückte sie fest an sich.

„ Sch, kleines. Ist gut! Du hast es ja geschafft…Der Ring ist zerstört. Ist er doch, oder?“

Buffy nickte. „Ich hab ihn ins Feuer geworfen, Mum.“

Joyce nickte erleichtert, lächelte zuerst Buffy dann Spike an.

„ Nach Hause, los!“

Spike zögerte kurz. „Ähm, Buffy?“ Er deutete auf Giles, der langsam zu sich kam.

„Mein…Mein Haus brennt! Autsch!“ Er rieb sich sein Kinn und Buffy konnte sich ein grinsen nicht verkneifen.

Spike schüttelte den Kopf. „ Bloody Hell! Und so was nennt sich Wächter!“

Er zog ihn hoch und stützte ihn auf dem Weg zu Buffys Haus.

 

TBC