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"Gud dai" - Friesisch für Anfänger Der Online-Kurs von Andrea Hölscher |
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Lektion 4: Friesisch feiern Gud iinj, leew Surfer! - Guten Abend, lieber Surfer! Nach dem normalen Arbeitstag und der Vereinsarbeit begrüßt man sich ganz locker mit gut iinj altunmaal! - Guten Abend alle zusammen!. Jetzt wird nämlich gefeiert: Wi wel spoos haa! - Wir wollen Spaß haben. Und Spaß ist garantiert, wenn die ersten Bowlentöpfe erst geleert sind. Ehe man sich versieht, steht das dritte oder vierte Glas vor einem. Alle sind schnell in Stimmung, und es zeigt sich, daß auch Amring für Gedichte und Lieder geeignet ist. Selbst im Rausch kann man dann noch mitsingen: Lastag san wi. Sastag san wi - Lustig sind wir. Durstig sind wir. Übrigens ist das bei uns ein beliebter Spruch auf Wandtellern. Und wenn es dann im Lied heißt, „ja, wir wollen so gerne noch einen heben", dann kommt die nächste Runde Bowle - ein großer Topf mit Weißwein, Sekt und Selters. Wem das zu süß ist, der bestellt eine Wodkabowle mit Orangensaft. Sagt dann jemand: „Die ist aber gut gewürzt", dann ist der Wodka rauszuschmecken, also viiiel Wodka drin. Man trinkt im Winter natürlich auch gerne punj, Punsch. Und zwar als Teepunsch, den Lesern vermutlich eher als „Tee mit Köm" bekannt. So ein Punsch tut gut, wenn es draußen friert. Man tut sowieso immer gut daran, sich innerlich für den kalten Heimweg zu wappnen. Draußen am Deich drohen nachts nämlich die Dränger - unsichtbare, fiese Wesen, die unsicher laufende Menschen gerne in den Graben schubsen. Man darf deshalb auf dem Heimweg nicht reden, sonst haben sie Macht über einen. Und fällt man doch mal hin, dann sorgen die Dränger auch dafür, daß man nicht so schnell aus dem Graben wieder herauskommt. Das alles erzählt jedenfalls eine friesische Sage über die Dräger.
Nach den - mitunter zugegebenermaßen heftigen - Feiern, nimmt man dann gern das Sprichwort: Bit do, leew surfer!
Gedichte und Lieder Minsken diar föl sjong san altidj bliis, (Die Übersetzung folgt in der nächsten Lektion. Versuchen Sie es bis dahin selbst!)
Auflösung der Aufgabe aus Lektion 3: Im Hörbeispiel war der Satz hinzugefügt Wörtlich übersetzt: Vielleicht ist Ihnen der eingebaute grammatikalische Stolperstein schon vorher aufgefallen: hed heißt nämlich „hatte" - ist hier also falsch, es muß haa lauten - für „habe". Mehr grammatische Feinheiten erfahren Sie in einer der nächsten Lektionen.
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