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"Gud dai" - Friesisch für Anfänger Der Online-Kurs von Andrea Hölscher |
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Lektion 9: Von "Hundemützen" und anderen Verwechslungen Gud dai, leew Surfer! Daß maaren nicht gleich "Maren" ist, haben Sie bereits gelernt. Aber Amring bietet noch so manche Gelegenheiten für fröhliche Verwechslungen: Zum Beispiel fet sau. So gelesen und richtig ausgesprochen klingt es natürlich wie "Fettsau". Dies in voller Lautstärke über die Dorfstraße gebrüllt, löst mindestens Befremden bei den nicht-friesischen Ohrenzeugen aus. Dabei kann es nur gutgemeint sein: fet heißen auf Friesisch die Füße und die wären in diesem Beispiel zu waschen (sau) gewesen. Wieviel freundlicher klingt es dann, wenn ein Mann häufig daaling haucht. Viele Insulaner wanderten doch nach Amerika aus. Redet hier also ein Ami mit seinem Schatz? Nein, es ist unverkennbar ein Friese von der Nachbarinsel Föhr. Daaling ist die Föhrer Variante von daalang und heißt ganz einfach "heute". Apropos Schatz: at fracht heißt nicht nur "Fracht"; es ist auch die Bezeichnung für "das Mädchen, das man vom Tanz nach Hause bringt". Das Verb frachte benennt dann das Tun, und so heißt "schmusen/knutschen" auch frachte. Konsequent, nicht? Später kann man sich ja immer noch befrei, sprich heiraten. Was fängt man jetzt aber mit so interessanten Wörtern wie hünjmots und hopelfaask an? Wort für Wort übersetzt bedeuten sie nämlich "Hundemütze" und "Hüpfefisch". Vom "Hüpfefisch" zum Frosch ist es kein weiter Gedankenweg, aber bei "Hundemütze"? Es sind Pilze. Genauer gesagt Champignons, denn andere Pilze gab es vor 1948 nicht auf Amrum, denn die Pilze kamen erst mit der Bewaldung unserer Insel. Mit Amring kann man sogar "Teekesselchen" spielen: ial und müs sind zwei gute Wörter dafür. at ial - Feuer/Leuchtfeuer at müs - Maus/behaarter Leberfleck Zum Schluß dieser Lektion noch ein Rätsel: Bit nasit tooch, leew Surfer. -> Zur Übersicht der Lektionen dieses Kurses |