Osho: Die Devavani-Prayer-Meditation
Gebete können Gott nicht beeinflussen. Ihr glaubt immer Gott mit euren Gebeten umstimmen zu können, ihn für euch einnehmen zu können, Gott ein klein wenig geneigter zu machen. Es gibt aber niemanden, der euch zuhört. Dieser unendliche Himmel hat keine Ohren. Dieser weite Himmel ist mit euch, wenn ihr mit ihm seid; eine andere Möglichkeit zu beten gibt es nicht.
Ich empfehle euch zwar auch zu beten, aber dieses Beten darf nichts anderes als ein Energiephänomen sein. Du wirst einfach still, du öffnest dich nur. Du streckst beide Arme dem Himmel entgegen, die Handfläche nach oben, schaust zum Himmel und fühlst dabei einfach nur, wie dich das Dasein durchflutet. Keine Beziehung zwischen Gläubigem und Gott; es muss aus reiner Freude an der Energie geschehen.
Wenn die Energie oder das Prana in deine Arme niederströmt, wirst du ein sanftes Zittern spüren. Sei wie ein Blatt im Wind, zitternd. Lass es gewähren, hilf ihm. Lass deinen ganzen Körper mit Energie vibrieren, lass alles geschehen, was geschieht.
Dann fühlst du dich wieder im Fluss, in Harmonie mit der Erde. Erde und Himmel, oben und unten, Yin und Yang, männlich und weiblich du treibst dahin, du vermengst dich, du lässt dich vollkommen fallen. Es gibt dich nicht. Du wirst eins, du tauchst ein. Beuge dich nach zwei oder drei Minuten oder sobald du randvoll von Energie bist zur Erde nieder und küsse sie. Du wirst einfach zu einem Vehikel, durch das sich die göttliche Energie wieder mit der Energie der Erde vereinigen kann. Diese beiden Phasen müssen noch sechs Mal wiederholt werden, damit jedes der Energiezentren von Blocks befreit wird. Du kannst es auch noch öfter tun, aber wenn du es weniger als sieben Mal tust, dann fühlst du dich danach ruhelos und findest keinen Schlaf.
Dieses Gebet machst du am besten abends, in einem verdunkelten Raum und legst dich gleich danach schlafen. Oder du kannst es auch morgens tun, aber in jedem Fall musst du dich danach fünf bis zehn Minuten ausruhen. Die Ruhe ist notwendig, sonst fühlst du dich wie betrunken, wie vor den Kopf geschlagen.
Dies Verschmelzen mit der Energie ist Beten. Das verändert dich. Und wenn du dich veränderst, ändert sich die gesamte Existenz: Denn indem sich deine Einstellung ändert, wird alles neu für dich. Nicht, dass das Dasein sich wirklich ändert es bleibt so, wie es ist aber jetzt, wo du mit ihm im Einklang bist, gibt es nichts mehr zu erobern. Aller Kampf, alle Anstrengung fällt weg; du hast dich dem Dasein überlassen.
Osho
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© Manu Sarona (bei den veröffentlichten Artikeln ebenfalls bei den jeweiligen Redaktionen und Verlagen)
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