Rückreise

6. September - 7. September

Das  traurigste Kapitel eines solchen Berichtes ist immer die Rückreise. Vier lange Wochen sind schnell vergangen, der Rest ist jetzt keine Erholung mehr, es folgt Flugtrip Teil 2, diesmal allerdings mit 9 fehlenden Stunden. Ein letzter Blick zurück auf den Hollywood-Boulevard, dann verschwinden wir in der U-Bahn, um zwei Stunden  später endlich am Flughafen zu sein. Die Entfernungen in dieser Stadt kann man leicht unterschätzen, wir haben aber zum Glück genug Zeitpolster eingeplant, so daß wir rechtzeitig im Flugzeug sitzen. Die erste Strecke  von LA nach Minneapolis ist die schönste der ganzen Reise - ich sitze am Fenster und das Wetter ist so gut, daß ich fast alles von oben sehen kann - die Wüste, die Sierra Nevada, den Grand Canyon und die Great Plains.  Die allerletzten Dollar werden wir dann noch in der Mall of America los, mein Gepäck ist jetzt 7 Kilo schwerer als bei der Hinreise.
Die Nacht in der Boeing über dem Atlantik ist kein Vergnügen, da sich unsere Rücklehne nicht verstellen läßt, wir sitzen direkt vor den Toiletten. Aber dunkel ist es ja eh nur ein paar Stunden. Den ersten Eindruck vom kalten Europa bekommen wir dann Donnerstag Mittag auf dem Flughafen von Amsterdam und sind nicht gerade begeistert. Irgendwie gewöhnt man sich doch recht schnell an das kalifornische Klima, für unsere Verhältnisse war da drüben noch schönster Hochsommer und jetzt werden wir mitten in den  Herbst geworfen - schon ziemlich unbarmherzig. Das letzte Flugzeug in die Heimat sitzt dann wieder voll mit Sachsen, das vertraute Brabbeln läßt gleich ein bißchen Heimweh aufkommen - komischerweise habe ich das in den Staaten nie gehabt.

 


Aus der Luft betrachtet wirkt sie noch schöner - die sächsische Heimat. Nach der Zwischenlandung in Leipzig/Halle geht es in einer Kurve übers Erzgebirgsvorland. Das Flugzeug steigt in einer Kurve fünf Minuten an, die anderen fünf Minuten sind dann der Lnadeanflug auf Dresden.


Wenn man nach seinen Eindrücken über dieses Land gefragt wird, dann muß man sich zuerst einmal vor Augen halten, was Amerika eigentlich ist. In erster Linie die  unglaublich schöne und vielfältige Natur, die vom Mensch mit dem Fortschritt immer weiter zurückgedrängt wird. Trotz der verschwenderischen Lebensart der Amerikaner  gibt es weltweit keine besser gepflegten Nationalparks. Zum Zweiten ist Amerika das Gemisch aus Leuten unterschiedlichster Herkunft und der locker-lässige Lebensstil, der Glaube an den amerikanischen Traum ist nachwievor noch verbreitet.
Als drittes sind noch die Städte und Vergnügunszentren zu nennen, allen voran  natürlich Hollywood. Daß wir auf unserer Reise diesem Teil die meiste Zeit gewidmet haben, lag vor allem auch daran, daß wir auf die großen Buslinien festgelegt waren und deshalb nur selten von den Zentren weggekommen sind.
Jeder Teil für sich prägt unser Bild von Amerika, jeder legt aber für sich den Schwerpunkt anders. Nicht nur die Natur , die es in ähnlicher Form auch in Südamerika oder Asien gibt, macht die Anziehungskraft dieses Erdteils aus.
Was bleibt ist der Traum von Freiheit und die vielen Möglichkeiten, von denen wir nur wenig gekostet haben.