
Eine Publizistikarbeit unter der Leitung von Ass.Prof.Dr.Manfred Bobrowsky.
Autor(inn)en:
Andreas Habicher
Gunhild Leiseder
Die Qualität und Seriosität von Anbietern
Eine Liste verschiedener Anbieter
Wir, die Autoren dieser Arbeit, sind Studenten der Publizistik an der Universität
Wien. Im Rahmen dieses Studiums gerieten wir eines Tages an das Proseminar:
"Methodenlehre", in dem sich
Ass. Prof. Dr. Manfred Bobrowsky mit den verschiedenen Aspekten der Arbeit
im "neuen Medium" Internet beschäftigt.
Das Thema, über das wir arbeiten sollten, war frei wählbar, es sollte nur einen Bezug
zum Internet haben. Und diesen Bezug stellten wir her, indem wir uns mit der Problematik
der Psychologischen Hilfsdienste im Internet, sei es nun "richtige" Psychotherapie oder
"nur" psychologische Beratung, auseinandersetzten.
Ist Kommunikation rein mit elektronischen Hilfsmitteln, also ohne direkte Interaktion, ebenso wirkliche
Kommunikation wie der Kontakt von Mensch zu Mensch, oder handelt es sich hier um
"Virtuelle Kommunikation", hat ein E-mail Dialog weniger Gewicht als ein Gespräch?
und daraus folgend, direkter auf das Thema bezogen, auch:
Kann jemand, der sich in ernsten psychischen Schwierigkeiten (was das ist, wird später noch näher
behandelt) befindet, wirklich Hilfe finden, wenn er sich an den Computer setzt und in die
Tasten hackt?
Die erste Frage hat sich auch gestellt - und stellt sich eigentlich noch immer -
als das Telefon erfunden wurde. Doch das Internet geht noch einen Schritt weiter als
das Telefon. Die Kommunikation geht nur noch schriftlich von statten, wie ein extrem
schneller Diskurs per Leserbrief in der Zeitung oder auch ein direkter Briefwechsel.
Wie kamen wir auf das Thema?
Wie so oft im Leben hat auch diesmal wieder der Zufall Regie geführt. Beim "sörfen"
stieß ich (d.h., Andreas) auf der Suche nach der E-mail Adresse einer Verwandten
in Chicago auf die URL (www-Adresse) einer Psychologin, die ihre Dienste gegen Entgelt
(Kreditkarte) wahlweise im Internet, per Telefon oder direkt anbietet. Die Vorstellung eines Psychotherapiegesprächs in
einem Chat-Room war natürlich sehr interessant, und so habe ich die Adresse aufgeschrieben.
Als wir uns ein Thema aussuchen sollten, habe ich dieses vorgeschlagen und mich - wie die Überschrift
ja schon verrät - in einem demokratischen Entscheidungsfindungsprozeß mit einer Pro-Stimme und Null Gegenstimmen bei einer
Enthaltung klar durchgesetzt. (Wahlberechtigt waren alle Teilnehmer an der Arbeit)
Die Ernüchterung kam, als sich mein bislang einziger themenbezogener Kontakt, eben jene zufällig aufgefundene Psychologin, mit
dem Hinweis auf ihre begrenzte Zeit sträubte, uns mit einer Wortspende und eventuell einem Hinweis auf Quellen für die Recherche
zur Seite zu stehen.
Wie sind wir vorgegangen?
Bei der Recherche haben wir einerseits konventionelle Wege beschritten, soll
heißen, in Buchhandlungen und Bibliotheken nach schriftlichen Quellen gesucht,
und andererseits auf die Möglichkeiten zurückgegriffen, die die "international net community" bietet.
Hier ist nicht der Ort, um auf die Hilfsbereitschaft der "Net-people" und die
elektronikinduzierte Gleichheit der Mitglieder der Net-Community, also all jener, die sich
einen Computer und einen Netzanschluß leisten können, zu preisen (ein ganz anderes Thema)und die Freiheit
der Information, die es auch in Österreich - noch (aber das ist auch ein anderes Thema) - gibt, zu loben.
Ganz besonderer Dank gilt hier Karina Matejcek, die uns eine große Zahl von wichtigen URLs
verraten (und ein Buch zur Organisation von Selbsthilfegruppen sowie eine
entsprechende Linkliste in den Internetseiten des "come.to/verlagsservice" stehen) hat,
und Marianne Kestler vom Kuckucksnest, auf die wir später noch einige
Male zu sprechen kommen und die neben dem K-nest auch mit dem Werk "Am Anfang war der Tod"
über das Leben mit einer endogenen Depression im Netz vertreten ist.
Obwohl sie ihre Diplomarbeit über Internetkommunikation so gut verschlüsselt hat, daß wir nichts damit anfangen konnten, danken wir auch
Susie Krause für ihren guten Willen, und der ist es ja, der letztlich zählt.
Special unthanx gibt es natürlich auch, für all die Leute, die keinen guten Willen gezeigt haben.

Die Aufgabenstellung zielte in erster Linie darauf ab, daß sich die Studierenden
mit dem Internet und seinen spezifischen Erfordernissen beschäftigen sollen. Das heißt,
es war in erster Linie eine Übung mit dem Thema: Wie findet man sich im Internet
zurecht, wie recherchiert man im World Wide Web, wie arbeitet man mit dem html-code
und dergleichen mehr.
Im Prinzip kann man die Grundfragen dieser Arbeit auf folgende Sätze reduzieren:
Das bedeutet, daß auch die Zwischentöne, die durch die unterschiedliche Stimmlagen
(heiseres Krächzen, äh's und ah's, trockenes Schlucken, Zögern oder mal lauteres
und mal leiseres Sprechen), die in verschiedenen Gesprächssituationen entstehen,
im Internet nicht mehr wahrnehmbar sind.
In einer Unzahl von Texten, die dazu verfaßt worden sind, wird zu ergründen versucht,
ob und welche Vorteile der "reflektiertere" Diskurs im Internet gegenüber dem
direkten, improvisierten Gespräch hat (wobei die Gespräche im Chat-room in eine Art
Zwischenkategorie gehören; hier fällt langes Überlegen natürlich auf, weil man inzwischen
auf die Antwort warten muß). Immerhin kann man Argumente genauer abwägen und ver
plappert sich nicht so leicht.
Auf der anderen Seite kann man auch nie ganz sicher sein, ob man nun tatsächlich mit
dem Menschen kommuniziert, mit dem man glaubt zu kommunizieren.
Ein Phänomen, dem wir noch öfter begegnen sollten.
Dank einer Reihe von Leuten, die auf unsere Hilferufe in verschiedenen themenbezogenen
Newsgroups reagiert und uns Kontaktadressen gesendet haben, sind wir auf Fachleute gestoßen,
von denen einige uns geholfen haben und andere nicht, teils begründet, teils nicht,
wie das Leben eben so spielt.
Außerdem danken wir noch Ludwig Janssen (dessen Werk zum selben Thema
im Kuckucksnest zu lesen ist...), Marion Kaukal, die uns geholfen hat, die technischen Schwierigkeiten bei der Publikation zu meistern,
und vielen anderen mehr.
Wie auch immer.
Hier geht es weiter