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"Die Virtuelle Couch - Psychotherapie und Psychologische Betreuung über das Internet"

Eine Publizistikarbeit unter der Leitung von Ass.Prof.Dr.Manfred Bobrowsky.
Autor(inn)en:
Andreas Habicher
Gunhild Leiseder

Die Arbeit gliedert sich in folgende Teilbereiche:


Einleitung (=Diese Seite hier)

Grundsätzliches

Die Qualität und Seriosität von Anbietern

Eine Liste verschiedener Anbieter

Stellungnahmen von Anbietern

Beispieldialoge 1

Beispieldialoge 2

Resumée

MAIL ME AT ANGELFIRE!

Wir, die Autoren dieser Arbeit, sind Studenten der Publizistik an der Universität Wien. Im Rahmen dieses Studiums gerieten wir eines Tages an das Proseminar: "Methodenlehre", in dem sich Ass. Prof. Dr. Manfred Bobrowsky mit den verschiedenen Aspekten der Arbeit im "neuen Medium" Internet beschäftigt.
Die Aufgabenstellung zielte in erster Linie darauf ab, daß sich die Studierenden mit dem Internet und seinen spezifischen Erfordernissen beschäftigen sollen. Das heißt, es war in erster Linie eine Übung mit dem Thema: Wie findet man sich im Internet zurecht, wie recherchiert man im World Wide Web, wie arbeitet man mit dem html-code und dergleichen mehr.

Das Thema, über das wir arbeiten sollten, war frei wählbar, es sollte nur einen Bezug zum Internet haben. Und diesen Bezug stellten wir her, indem wir uns mit der Problematik der Psychologischen Hilfsdienste im Internet, sei es nun "richtige" Psychotherapie oder "nur" psychologische Beratung, auseinandersetzten.
Im Prinzip kann man die Grundfragen dieser Arbeit auf folgende Sätze reduzieren:

Ist Kommunikation rein mit elektronischen Hilfsmitteln, also ohne direkte Interaktion, ebenso wirkliche Kommunikation wie der Kontakt von Mensch zu Mensch, oder handelt es sich hier um "Virtuelle Kommunikation", hat ein E-mail Dialog weniger Gewicht als ein Gespräch?

und daraus folgend, direkter auf das Thema bezogen, auch:

Kann jemand, der sich in ernsten psychischen Schwierigkeiten (was das ist, wird später noch näher behandelt) befindet, wirklich Hilfe finden, wenn er sich an den Computer setzt und in die Tasten hackt?

Die erste Frage hat sich auch gestellt - und stellt sich eigentlich noch immer - als das Telefon erfunden wurde. Doch das Internet geht noch einen Schritt weiter als das Telefon. Die Kommunikation geht nur noch schriftlich von statten, wie ein extrem schneller Diskurs per Leserbrief in der Zeitung oder auch ein direkter Briefwechsel.
Das bedeutet, daß auch die Zwischentöne, die durch die unterschiedliche Stimmlagen (heiseres Krächzen, äh's und ah's, trockenes Schlucken, Zögern oder mal lauteres und mal leiseres Sprechen), die in verschiedenen Gesprächssituationen entstehen, im Internet nicht mehr wahrnehmbar sind.

In einer Unzahl von Texten, die dazu verfaßt worden sind, wird zu ergründen versucht, ob und welche Vorteile der "reflektiertere" Diskurs im Internet gegenüber dem direkten, improvisierten Gespräch hat (wobei die Gespräche im Chat-room in eine Art Zwischenkategorie gehören; hier fällt langes Überlegen natürlich auf, weil man inzwischen auf die Antwort warten muß). Immerhin kann man Argumente genauer abwägen und ver plappert sich nicht so leicht.
Auf der anderen Seite kann man auch nie ganz sicher sein, ob man nun tatsächlich mit dem Menschen kommuniziert, mit dem man glaubt zu kommunizieren.

Wie kamen wir auf das Thema?

Wie so oft im Leben hat auch diesmal wieder der Zufall Regie geführt. Beim "sörfen" stieß ich (d.h., Andreas) auf der Suche nach der E-mail Adresse einer Verwandten in Chicago auf die URL (www-Adresse) einer Psychologin, die ihre Dienste gegen Entgelt (Kreditkarte) wahlweise im Internet, per Telefon oder direkt anbietet. Die Vorstellung eines Psychotherapiegesprächs in einem Chat-Room war natürlich sehr interessant, und so habe ich die Adresse aufgeschrieben. Als wir uns ein Thema aussuchen sollten, habe ich dieses vorgeschlagen und mich - wie die Überschrift ja schon verrät - in einem demokratischen Entscheidungsfindungsprozeß mit einer Pro-Stimme und Null Gegenstimmen bei einer Enthaltung klar durchgesetzt. (Wahlberechtigt waren alle Teilnehmer an der Arbeit)

Die Ernüchterung kam, als sich mein bislang einziger themenbezogener Kontakt, eben jene zufällig aufgefundene Psychologin, mit dem Hinweis auf ihre begrenzte Zeit sträubte, uns mit einer Wortspende und eventuell einem Hinweis auf Quellen für die Recherche zur Seite zu stehen.
Ein Phänomen, dem wir noch öfter begegnen sollten.

Wie sind wir vorgegangen?

Bei der Recherche haben wir einerseits konventionelle Wege beschritten, soll heißen, in Buchhandlungen und Bibliotheken nach schriftlichen Quellen gesucht, und andererseits auf die Möglichkeiten zurückgegriffen, die die "international net community" bietet. Hier ist nicht der Ort, um auf die Hilfsbereitschaft der "Net-people" und die elektronikinduzierte Gleichheit der Mitglieder der Net-Community, also all jener, die sich einen Computer und einen Netzanschluß leisten können, zu preisen (ein ganz anderes Thema)und die Freiheit der Information, die es auch in Österreich - noch (aber das ist auch ein anderes Thema) - gibt, zu loben.
Dank einer Reihe von Leuten, die auf unsere Hilferufe in verschiedenen themenbezogenen Newsgroups reagiert und uns Kontaktadressen gesendet haben, sind wir auf Fachleute gestoßen, von denen einige uns geholfen haben und andere nicht, teils begründet, teils nicht, wie das Leben eben so spielt.

Ganz besonderer Dank gilt hier Karina Matejcek, die uns eine große Zahl von wichtigen URLs verraten (und ein Buch zur Organisation von Selbsthilfegruppen sowie eine entsprechende Linkliste in den Internetseiten des "come.to/verlagsservice" stehen) hat, und Marianne Kestler vom Kuckucksnest, auf die wir später noch einige Male zu sprechen kommen und die neben dem K-nest auch mit dem Werk "Am Anfang war der Tod" über das Leben mit einer endogenen Depression im Netz vertreten ist.
Außerdem danken wir noch Ludwig Janssen (dessen Werk zum selben Thema im Kuckucksnest zu lesen ist...), Marion Kaukal, die uns geholfen hat, die technischen Schwierigkeiten bei der Publikation zu meistern, und vielen anderen mehr.

Obwohl sie ihre Diplomarbeit über Internetkommunikation so gut verschlüsselt hat, daß wir nichts damit anfangen konnten, danken wir auch Susie Krause für ihren guten Willen, und der ist es ja, der letztlich zählt.

Special unthanx gibt es natürlich auch, für all die Leute, die keinen guten Willen gezeigt haben.
Wie auch immer.

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Email: a6201ngp@pcserv.univie.ac.at