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Gesundheit
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Wenn Sie
dauernd Schnupfen haben, sich abgeschlagen fühlen oder so als bekämen Sie eine Grippe oder wenn Sie an Entzündungen der Nasennebenhöhlen trockenem Reizhusten oder gar an chronischer Bronchitis oder Asthma bronchiale leiden

oder unter Augenjucken, Hautrötungen/- entzündungen 

und

es keine hinreichend plausible Erklärung für die Beschwerden gibt

und

Sie zumindest gelegentlich Kontakt zu tonerhaltigen Bürokommunikationsmitteln wie Laserdrucker , Fotokopierern oder Laserfaxgeräten haben

und

sich dabei ein auffälliger Zusammenhang zwischen der Nutzung dieser Geräte und Ihren Beschwerden zeigt,

dann könnte es sein, dass ihre Beschwerden durch Toner dieser Geräte ausgelöst werden. Dann sollten Sie der Sache auf den Grund gehen, denn es geht um Ihre Gesundheit!

Wenn Sie keine Beschwerden haben, dann sollten Sie sich trotzdem informieren und im Umgang mit tonerhaltigen Bürogeräten vorsichtig sein.  Giftstoffe können auch später zu organischen Schäden führen.

Solange nicht klar ist, ob und ggf. welche Giftstoffe in Tonern enthalten sind und wie diese auch in Kombination auf den Menschen wirken, können wir keine Empfehlungen für tonerhaltige Bürokommunikationsmittel geben. Tintenstrahldrucker und Nadeldrucker mögen langsamer oder lauter sein, sind aber die bessere Alternative für Ihre Gesundheit.

 

Tipps zur Sachverhaltsaufklärung

  • Ist das Gerät sichtbar durch Toner verschmutzt? Sind die Lüftungsschlitze schwarz? Wie sieht das Gerät von innen aus? Kleben Sie doch einmal bei Betrieb ein Weisses Papiertaschentuch vor die Abluftöffnung! Finden Sie den Toner gar ausserhalb, im Abstrom des Gerätes?
  • Gibt es einen räumlichen und zeitlichen Zusammenhang mit ihren Beschwerden und den o.g. Geräten? Wird es im Urlaub besser? Geht es schlechter, wenn viel gedruckt wird?
  • Gibt es ähnliche Beschwerden bei Kollegen, die gleiche Arbeitsbedingungen haben?

Wenn Sie diese Fragen bejaht haben, sollten Sie Schutz- und Beweissicherungsmassnahmen treffen!

Tipps für Schutzmassnahmen

Vorsicht, die Gefahr schwebt unsichtbar in der Luft! Bei entsprechender Empfindlichkeit können schon kurze Raumluftkontakte oder schlechte Kopien genügen, um Entzündungen auszulösen.

Es steht zweifelsfrei fest, dass Toner die Gesundheit schädigen können. Dies kann schwere gesundheitliche, soziale und finanzielle Folgen haben. Lassen Sie es nicht soweit kommen.

In Holland und Skandinavien sind Schutzmassnahmen gesetzlich vorgeschrieben; bei uns leider noch nicht. Deshalb handeln sie selbst!

Bei Verdacht sofort jeden Toner-Kontakt meiden!

  • Die Geräte sollten unbedingt in einem separaten Raum stehen. Selbstverständlich sollte für entsprechende Wartung und Lüftung gesorgt sein.
    Setzen Sie an ihrem Arbeitsplatz notfalls eine Luftreinigungsanlage ein. Eine weitere aber nicht billige Massnahme ist der Einsatz einer Kernabsauganlage.
    Aber auch das bietet unter Umständen keinen wirksamen Schutz! - Dann gibt es nur noch eines: entweder das Gerät muss weg oder man selbst muss wechseln.
    Eventuell reicht es, die Marke des Toners oder des Gerätes zu wechseln, wenn es unbedingt ein Laserdrucker sein muss. Sog. Grauware ist zwar nicht unbedingt giftiger, aber Sie verlieren ggf. Ihre Rechtsansprüche gegen den Hersteller.
    Das Umweltzeichen (Blauer Engel) bietet nach unserer Auffassung keine ausreichenden Schutz. Wir raten eher zu Produkten mit dem neuen Prüfzertfikat der Landesgewerbeanstalt Bayern “LGA-schadstoffgeprüft”.
  • Am einfachsten und sinnvollsten ist sicher die Umstellung auf einen Tintenstrahldrucker. Es gibt schon Profigeräte, die es mit Laserdruckern aufnehmen können. Einige Tinten liegen auch schon auf dem Preisniveau von Tonern.

Tipps zur Beweissicherung

  • Verhältnisse am Arbeitsplatz dokumentieren (schriftlich, machen Sie ggf. Fotos) und nehmen Sie v.a. Staubproben aus dem Gerät und der Umgebung;  wischen Sie z.B. das Gerät mit Watte aus, die Sie in einem Briefumschlag beschriftet aufbewahren. Bei Inspektion des Gerätes am besten Feinstaubmaske und Handschuhe tragen,
    unbedingt „ihre“ Tonerkartusche für spätere Untersuchung vorsorglich sichern!
  • Wann wurden welche Geräte wo eingesetzt? Originaltoner oder Fremdtoner, genaue Bezeichnung?, Tonerverbrauch/ Druckmengen? Wartungen? Zeugen?!
  • Gleichartige Beschwerden bei anderen (Namen und Umstände festhalten)?
  • Schalten sie Gewerkschaften, Betriebs-/ Personalräte ein.
  • Ärztliche Untersuchung und genaue Dokumentation der Erkrankung, möglichst durch Facharzt, u.U. auch durch einen Umweltmediziner. Wichtig sind ein Vertrauensverhältnis und Aufgeschlossenheit Ihres Arztes. Viele Mediziner kennen das Problem nicht und einige tun die Sache ab (Kenn ich nicht- gibt es nicht!).
  • Fragen Sie bei der ITG nach, ob es bezüglich der eingesetzten Toner und Geräte bereits Erkenntnisse gibt. Schliessen Sie sich mit Betroffenen in der ITG zusammen.
  • Schriftliche Meldung (Anzeige über Verdacht einer Berufskrankheit durch den behandelnden Arzt, bei Beamten Dienstunfallanzeige) an Vorgesetzte, Betriebsärzte, Arbeitsmediziner und BG! Überzeugen Sie Ihren Arbeitgeber von der Gefahr und sichern Sie sich seine Unterstützung. Gem §3 Arbeitsschutzgesetz hat der Arbeitgeber alle erforderlichen Massnahmen des Arbeitsschutzes zu treffen.
  • Bei Arbeitsplatzuntersuchungen auf Untersuchung der Staubbelastung und Analyse der Toner achten (Es wird gern am Problem vorbeigemessen, z.B. nur Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Ozon)!
  • Wenden Sie sich direkt oder über ihren Arbeitgeber an den Hersteller des verdächtigten Gerätes/ Produktes. Fragen Sie, ob Schadensfällen durch Toner dort vorliegen und verlangen Sie Garantien bezüglich der gesundheitlichen Unbedenklichkeit.
  • Lesen Sie den "Krimi" von Prof. Erich Schöndorf "Von Menschen und Ratten" über den Holzschutzmittelskandal (Fachhochschulverlag Frankfurt, www.fhverlag.de, Tel. 069/1533-2820). Prof. Schöndorf war der Staatsanwalt im Holzschutzmittelprozess!
  • Ganz wichtig: Wenn Sie den Verdacht haben, dass Toner für Ihre Beschwerden verantwortlich sind, dann verschaffen Sie sich Gewissheit. Es gibt verschiedene Verfahren, um zweifelsfrei zu klären, ob der Toner die Entzündungsreaktionen auslöst. Hierzu ist eine persönliche Beratung erforderlich. Rufen Sie bitte an unter 040/67998110.

Einen wirksamen Schutz der Bevölkerung wird es nur geben, wenn es gelingt durch ein verbessertes Produktdesign der Hersteller, Toner so zu verändern, dass Gesundheitsschäden ausgeschlossen sind. Dies ist offenbar möglich.

Der Holzschutzmittelskandal und die hier vorliegenden Fälle zeigen, dass es in Deutschland keinen wirksamen Schutz der Verbraucher vor giftigen Produkten gibt. Es kann nicht sein, das der Verbraucher allein die Risiken und auch noch die Beweislast trägt. Hier besteht für Politik und Behörden dringender Handlungsbedarf

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