© Susanne Froeschle 2000-2011 ©

Tip des Monats - September

Bringen Sie Ihrem Nähgarn Benehmen bei: nähen Sie (ohne Knoten) ein paar Stiche durch ein mehrfach gefaltetes Trocknertuch - Zauberei! Keine Knoten oder verdrehtes Garn mehr!

Legen Sie ein Stück rückfettende Seife neben sich beim Handquilten. Dort stecken Sie ca. 10 eingefädelte Nadeln hinein. Die Nadeln gleiten wie Samt durch die Quiltlagen, nebenbei rosten die Nadeln auch nicht.



Tipps zum Handquilten

Ein paar Faktoren spielen für mich beim Handquilten eine Rolle:

- kein zu dickes Vlies verwenden
- Stoffe möglichst vorwaschen
- dünne Nadeln verwenden, die gleiten besser (am besten gleiten die platinbeschichteten, schwarzen Nadeln von Clover, finde ich)
- Wollvlies gleitet am besten, finde ich (das Wollfett schmiert die Nadel)
- sollte die Nadel man nicht gut stechen/gleiten, dann mal durch die Haare ziehen, das Fett der Haare schmiert auch!
- möglichst diagonal zum Fadenlauf quilten, da dehnt sich der Stoff besser als im Fadenlauf
- wenn schon in der Naht oder neben der Naht, dann so weit von der NZG weg, daß man die vielen Lagen vermeidet
- bei Nahtkreuzungen entweder einzelne Stiche machen, oder eine Art Rückstich, das ist schlecht zu erklären: man sticht nicht im 90° Winkel ein, sondern eher im 45° Winkel von unten nach oben, kommt also am Ende des zu quiltenden Stiches heraus, sticht rückwärts an den Anfangspunkt des zu quiltenden Stiches, und sticht wieder im 45° Winkel nach unten
- den Quilt nicht fest gespannt in den Rahmen setzen, sondern sehr locker, kann/soll richtig durchhängen




Handquilten und Heften


Wenn es schwer fällt, die Nadel durch die drei Lagen zu ziehen, kann man sich mit einem Stück eines alten Luftballons helfen. Oder Untersuchungshandschuhen aus der Apotheke (deutlich billiger als Fingerlinge). Damit die Nadel durchziehen!

Heften: ich verwende dazu einen alten Kaffeelöffel. Wenn ich meine Heftnadel durch die drei Lagen gestochen habe, lege ich den Löffel so auf den Quilt, daß die Nadel in den Löffel gleitet. Drücke ich den Löffel am Stiel nach unten, hebt der Löffel automatisch die Nadel an, so daß sie leicht zu greifen ist.


Stoffe vorwaschen - ja oder nein?

Manche QuilterInnen waschen ihre Stoffe nie vor - ich mache das fast immer, weil ich keine Überraschungen erleben möchten, wenn ich einen Quilt das erste Mal wasche.

Manche Stoffe färben aus

Manche Baumwollstoffe färben, besonders rote, violette und andere leuchtende Farben. Farbpigmente können andere Stoffteile bereits während der Vorwäsche verfärben, aber sie werden zu einem noch größeren Problem, wenn Farbpigmente auf andere Patchworkteile in einem Quilt übertragen werden.

Machen Sie mit Ihren Stoffen einen Färbetest, bevor Sie sie in einem Quilt verwenden oder sie mit anderen Stoffen zusammen waschen! Zum Beispiel den Wattestäbchentest: feuchten Sie ein Wattestäbchen an, reiben Sie damit über den verdächtigen Stoff. Verfärbt sich das Wattestäbchen, ist Vorsicht geboten! Sie können statt eines Wattestäbchens auch ein Fitzelchen weißen Stoffes verwenden.

Halten Sie einen Wäschezusatz wie Synthrapol bereit. Nur eine Kappe voll in jede Wäsche verhindert, daß sich lose Farbpigmente auf andere Stoffe während der Wäsche festsetzen. Synthrapol verhindert NICHT, daß Stoffe. die aneinander liegen - wie Patchworkteile in einem Quilt - Farbpigmente an andere Stoffe abgeben und diese von den anderen Stoffen aufgenommen werden.

Baumwollstoffe laufen ein

Während der Herstellung von Baumwollstoffen werden Fäden auf einen Webrahmen gespannt und die Fasern in eine unnatürlich gerade Position gestreckt. Schichten werden aufgetragen, um die Fäden zu stabilisieren und sie straff zu halten. Ein Teil davon, was wir als Einlaufen bezeichnen, ist eigentlich das Entspannen der Baumwollfäden, wenn sie versuchen, in ihren natürlichen Zustand zurückzukehren.

Wenn Stoffe gewaschen werden, bewirkt die Bewegung der Waschtrommel und die Saugwirkung, die Feuchtigkeit in die Fasern zieht, daß die beschichteten Fäden sich entspannen und mehr in die Position zurückkehren, wie sie gewachsen waren. Wenn man die Stoffe in den Trockner gibt, bekommen die Fasern noch eine weitere Möglichkeit, sich zu entspannen. Wieviel? Das hängt vom Stoff ab.

Baumwollstoffe laufen unterschiedlich stark ein

Was ist, wenn Ihr Quiltblock mehrere unterschiedliche, nicht vorgewaschene Stoffe enthält - und einige mehr einlaufen als andere? Ungleichmäßiges Einlaufen könnte Kräuselungen und Verzerrrungen verursachen, wenn der Quilt das erste Mal gewaschen wird.

QuilterInnen verwende manchmal absichtlich ungewaschene Stoffe, um die Kräuselungen, die nach der ersten Wäsche entstehen, dem Quilt einen antiken Anschein geben. Möchten Sie keinen Quilt, der antik erscheint, sollten Sie Ihre Stoffe besser vorwaschen. 

Vorwäsche entfernt Chemikalien

Patchworkstoffe werden bei der Herstellung bereits mit Beschichtungen versehen, Schutzhilfsmitteln und anderen Chemikalien, die ihnen ein griffiges Gefühl geben und sie für den Rollschneider einfacher verbeitbar machen. Wenn Sie gegen Chemikalien empfindlich sind, könnte das Anfassen von beschichteten Stoffen und das Einatmen von kleinsten Teilchen, die sich vom Stoff lösen können, eine Gefahr für Ihre Gesundheit sein. Auch das Bügeln von ungewaschenen Stoffen ist ein Risiko, vor allem mit Dampf!

Eine Vorwäsche entfernt die meisten der losen Chemikalien aus dem Stoff. Wenn Sie es bevorzugen, mit griffigeren Stoffen zu arbeiten, verwenden Sie Sprühstärke, um dem Stoff wieder mehr Griff zu geben. Das ist natürlich wieder eine Chemikalie, aber es ist eine, über die Sie die Kontrolle haben. Lesen Sie die Zutatenliste auf der Verpackung. Ich verwende "Evi-Dur Dauer Appretur" aus der Flasche (erhältich z.B. bei Schlecker oder anderen Drogeriemärkten), fülle es in eine extra Pumpsprühflasche und kann mit entsprechender Wassermenge den Grad der Griffikeit gut einstellen.

Wie Sie Ihre Patchworkstoffe vorwaschen können

Vor der Wäsche schneide ich an allen vier Ecken des Stoffstückes eine winzige Ecke (ca. 5 mm) ab. Erstens franst der Stoff dann nicht so sehr aus, und zweitens weiß ich genau, DER Stoff ist bereits gewaschen.

Manche QuilterInnen bügeln ihre Stoffe sofort. Ich lege sie nur zusammen, und bügle sie erst dann, wenn ich sie brauche. Denn bevor ich mit Lineal um Messer schneide, muss ich ja sowieso bügeln, so spare ich mir eine zweite Bügelaktion.

Sie werden sicher Ihre eigene Methode zum Vorwaschen Ihrer Stoffe finden. Fragen Sie auch anderen QuilterInnen nach deren Meinung, sammeln Sie Informationen und stellen Sie fest, was für SIE am besten funktioniert. Es gibt keine Quilt-Polizei!



Das Ausfransen von Stoffen kann man verhindern, in dem man der Wäsche einen Schuß Stärke zugibt.



Wenn man ein Vlies aus einem Paket nicht ganz verbraucht hat, das Reststück abmessen, die Maße auf ein Etikett schreiben und dieses auf die Verpackung kleben. So weiß man auf einen Blick, was noch da ist,  und man muss es nicht vorher auspacken und ausmessen.

Außerdem kann man, bevor man den Rest verpackt, die Verpackung umdrehen,  so weiß man ganz sicher, daß das kein ganzes Vliesstück mehr ist.




Wenn man den Einschnitt in einer Garnrolle nicht findet, um den Faden
fest zu hängen, markiert man diesen Einschnitt farbig mit einem
Folienstift.




Ölen der Nähmaschine:

Selbst modernen Nähmaschinen müssen geölt werden (es sei denn, es ist ausdrücklich durch die Gebrauchsanweisung verboten!).

Vor allem gilt: nur EIN Tropfen Öl, und auch diesen gründlich wieder abwischen, das Öl kriecht überall hin, und selbst sehr gutes Maschinenöl verharzt mit den Jahren. Zudem setzt sich Staub auf überschüssigem Öl ab.

Alle in der Gebrauchsanleitung gezeigten Ölstellen werden geölt, darüber hinaus noch überall dort, wo Metall an Metall reibt, AUSSER an Zahnrädern, die müssen gefettet werden. Kunststofflager und -zahnräder dürfen NICHT geölt oder gefettet werden!

Niemals Öl an den Motor bringen. Der Motor benötigt, wenn überhaupt, Fett!

Man kann diesen einen Tropfen Öl mit Hilfe eines Wattestäbchens gut dosieren, oder mit einem Zahnstocher, Schaschlik-Spieß, oder mit Hilfe eines Strohhalmes einen Tropfen aufnehmen und durch die Länge des Halmes auch an schwer erreichbare Stellen bringen. Es gibt auch Fläschchen mit speziellen, flexiblen Schläuchen:


Zoom Spout Oiler

mit freundlicher Genehmigung von Claudia Schreiber aus Maintal:

Am Anfang soll man ja einen Stich mit der Maschine machen und dann den Unterfaden hochholen, um Knuddel und Schlingen auf der Rückseite zu vermeiden. Das fand ich immer sehr umständlich und fummelig. Ich habe mir das gespart, indem ich ein Stück entfernt vom Beginn der Naht einen Stich in den Quilt genäht habe, dann hebe ich den Nähfuß an, ziehe den Quilt an die Stelle, an der ich mit dem Maschinenquilten beginnen will und nähe einfach los (aber anfangs
stelle ich immer die kleinste Stichlänge ein, nähe einen Stich, dann einen Stich rückwärts und wieder drei Stiche vorwärts, erst dann stelle ich die richtige Stichlänge ein; am Ende der Naht mache ich das umgekehrt. So löst sich keine Naht auf.)
Zum Schluß schneide ich die Fäden bündig ab und ziehe die Fadenenden.

Viele Grüße, Claudia aus Maintal.



Vliesreste:

Wenn man ein Vlies aus einem Paket nicht ganz verbraucht hat, das  Reststück abmessen, die Maße auf ein Etikett schreiben und dieses auf die Verpackung kleben. So weiß man auf einen Blick, was noch da ist.

Außerdem kann man, bevor man den Rest verpackt, die Verpackung umdrehen, so weiß man ganz sicher, daß das kein ganzes Vliesstück mehr ist. 



Paper Piecing - Foundation Piecing - Nähen nach Zahlen

Nadel:

- eine Nadel No. 90/14 verwenden

Schablonenmaterial, zum Beispiel:

- Butterbrotpapier (es gibt auch festeres, muss man einfach mal probieren, zu dünnes reisst eben schneller)
- 60 g Druckerpapier oder auch Durchschlagpapier (Bürobedarf!)
- wasserlösliches Papier
- wasserlösliches Stickvlies
- Stickvlies
- Windelvlies

Um zu vermeiden, daß Druckerschwärze, Druckertinte, Toner vom Kopierer auf das Bügelbrett gelangen, dieses vorher mit einem alten Handtuch oder Stoffstück abdecken

Stichlänge:

- eine kleine Stichlänge einstellen, ca. 18-20 Stiche pro Inch (ca. 7 - 8 Stiche pro Zentimeter)


Fadenreste entfernen nach dem Auftrennen:

Die Naht alle paar Stiche mit dem Nahttrenner auftrennen, Teile trennen, dann ein Stück Klebeband auf die aufgetrennte Naht kleben, die Fädchen bleiben fast alle daran hängen.

Trennen der Teile nach dem Ketten-Nähen:

Eine alte Kunststoff-Garnrolle nehmen, den Nahttrenner, der bei der Nähmaschine dabei war, in das Loch stecken, mit der Spitze nach oben. So hat man beide Hände frei und kann die Teile prima trennen. Und dieser Nahttrenner, den meistens eh keiner verwendet, hat seinen Zweck endlich erfüllt!


 
Wie entferne ich Vliesofix o.ä. vom Bügeleisen?


  • Einreibealkohol 
  • Hot Iron Cleaner - ein super Bügeleisenreiniger, danach flutscht das Bügeleisen wieder über Stoff!
  • bei Edelstahl-Sohlen: Stahl-Fix
  • manchmal hilft es auch, über Abfallstoffstücke zu bügeln


  • Trockene Aufbewahrung ist wichtig!

    Oft findet man in Schuhkartons, Computerzubehörkartons o.ä. kleine Tütchen mit Silikagel-Kügelchen. Diese Tütchen bewahre ich auf und gebe sie z.B. in meinen Nähmaschinenkoffer, in die Tüte mit dem wasserlöslichen Garn, in die Tüte mit wasserlöslichem Vlies, um sämtliche Luftfeuchtigkeit zu absorbieren.

     
    Diverse Tipps


  • Im Flugzeug zum Faden abschneiden statt einer Schere den Behälter der Zahnseide mitnehmen. Schneidet zwar nicht SEHR gut, aber es schneidet. 
  • Damit man die Zeit beim Nähen nicht vergißt: einen Wecker auf "Einschlafen" stellen, dann läuft die Musik eine Stunde lang. Hört die Musik auf: aufstehen, strecken, dehnen, Kaffee oder Tee holen oder wegbringen ;-) usw. ...

  • Selber noch nicht ausprobiert, aber woanders schon gehört: leicht stumpfe Rollschneiderklingen über ein paar Lagen Alufolie rollen, bis die Folie in Schnipseln ist. Soll angeblich wieder scharf sein.




  • Stichlänge beim Maschinennähen

    Mein Tipp: ich wähle die Stichlänge etwas länger als mein Nahttrenner breit ist - so kann ich gut wieder auftrennen, wenn es denn sein muß!

    Probleme beim Einfädeln der Nähmaschinennadel?

    Mein Tipp: die Nadel herausnehmen, einfädeln, und wieder einsetzen!

    Wo habe ich nur diesen Stoff gekauft ???

    Mein Tipp: Mit einem Stoffmalstift oder Kugelschreiber auf die Webkante schreiben, wann und wo der Stoff gekauft wurde!


    Und beim Waschen???

    Mein Tipp: Ich schneide bei jedem Stoffstück, bevor es in die Wäsche kommt, an jeder der vier Ecken ein klitzekleines Dreieck ab (ca. 5 mm). So weiß ich selbst in meinem Stoffchaos anhand der "Ecken", ob der Stoff vorgewaschen ist oder nicht. Und: bei manchen Stoffen verhindert es das Ausfransen.




    Garnstärken und Ihre Bedeutung

      Allgemein

     

     

      Garn

    Gespinst, welches durch das Spinnen von Einzelfasern entstanden ist.

      Zwirn

    Vereinigung und Zusammendrehung mehrerer Garne.
    Vom Verbraucher in der Regel als Nähfaden betrachtet.

      Nr. bzw. No.

     

    gibt die Dicke des Nähfadens an. Je nach der Faser ist diese Nummer entweder
    mit Nm oder NeB (siehe unten) gleichzusetzen.

    Zwirne für normale Nähmaschinen (Doppelsteppstich) bestehen in der Regel
    aus der Zusammendrehung von 3 Garnen, Overlockfäden aus Zusammendrehung von 2 Garnen.

      Umrechnung

     

    Beispiel: Nm   70/3 = NeB 40/3 = 14 tex x 3
                   Nm 120/3 = NeB 70/3 =  8 tex x 3
                   (Beschreibung siehe unten)

      Nummerierungen

     

     

      Längen- Nummerierung

     

                                 Länge                    
    Längennummer = Gewicht (feststehend)
    Je niedriger die Längennummer, desto gröber das Garn.

      Nm

    Nummerisch metrisch: Längennummerierung für Seide und Synthetiks sowie Umspinnzwirne.
    Gibt an, wieviel Kilometer 1 Kilogramm wiegen.

    Beispiel: Ein Faden von 60km Länge und 1 kg Gewicht hat die Nm 60

      NeB

    ist die englische Nummerierung für Baumwolle und
    gibt an, wieviel Stränge (1 Strang = 768m) ein engl. Pfund (1 Pfund = 454g) wiegen.

    Beispiel: 50 Stränge Baumwollgarn die 1 engl. Pfund wiegen ergeben NeB 50

      Schreibweise

     

    Bei der Schreibweise wird zuerst die Nummer der Einzelfäden und dann wieviele Einzelfäden
    zusammengezwirnt sind angegeben.

    Beispiel: Ein Baumwoll-Zwirn 60/3 ist ein Zwirn aus 3 Garnen der Nummer 60

      Umrechnung

     

    Ein Synthetik-Faden der Stärke 100/3 entspricht einem Baumwollgarn 60/3

      Gewichts-
      Nummerierung

     

                                 Gewicht               
    Gewichtsnummer = Länge (feststehend)
    Je niedriger die Gewichtsnummer, desto feiner das Garn.

      Td oder den

    Der Feinheitsgrad von Rohseide und synthetischen Fasern wird nach Titer Denier bestimmt (Td oder den)
    und gibt an, wieviel Gramm ein Faden von 9000m Länge wiegt.

    Beispiel: Ein Faden von 40 Gramm Gewicht und 9000m Länge ist 40 den

      tex

    Die tex-Nummerierung soll Td bzw. den ablösen und gibt an, wieviel Gramm ein Faden von 1000m Länge wiegt.

    Beispiel: Ein Faden von 50 Gramm Gewicht und 1000m Länge ist 50 tex.
    Bei Zusammenfassung von 3 Fäden bezeichnet man diesen Zwirn mit 50 tex x 3



    Probleme mit der Quilt-Wäsche???

    Ich wasche Stoffe nicht immer vor, bzw. weiß nicht, ob Stoffe, die ich  gesammelt habe, gewaschen sind. Ich sprühe diese Teile gut feucht ein und bügle sie auf Einstellung Baumwolle. Damit ist die Gefahr des Einlaufens zumindest gebannt.

    Wattestäbchen-Test: ein trocknes Wattestäbchen über den Stoff reiben - ist das Wattestäbchen verfärbt, würde ich den Stoff auf alle Fälle vorwaschen!

    Die Überraschung folgt meist nach der 1. Wäsche - färbt es, oder färbt es nicht? Ist die rote Farbe mal in ein helles Teil gelaufen, könnte man das Heulen bekommen. Aber nicht verzagen: den Quilt am besten gar nicht erst trocknen lassen, sondern mit einer doppelten Dosis ARIEL oder PERSIL COLOR nochmal waschen. In vielen Fällen löst sich die überschüssige Farbe dann.

    Sollte das nichts geholfen haben, gibt es noch Mittel aus der Textil-Industrie. Das sind zwar chemische Keulen, darüber muß man sich im Klaren sein, aber besser als ein ruinierter Quilt.

    Das "Vorher"-Mittel RETAYNE:
    Ein Farbfixierer für industriell gefärbte Stoffe aus Baumwolle, Rayon und Leinen, der ausblutet. Wird verwendet in der Waschmaschine oder Handwäsche mit heißem Wasser.

    Das "Nachher"-Mittel SYNTHRAPOL:
    Entfernt überschüssige Farbe von handgefärbten Stoffen. Entfernt Appretur vor dem Färben. Wird verwendet zum gleichmäßigen Färben im Färbebad.

    Einfädeln - Garne und Nadeln

    Sowohl bei Nadeln als auch Garnen hat jede Quilterin ihre eigenen Vorlieben :-)

    Garn:

    - Faden nicht rechtwinklig abschneiden, sondern schräg (diagonal)

    - Das Nadelöhr anfeuchten, *nicht* den Faden!

    - Wenn sich der Faden nicht auf der einen Seite des Öhrs einfädeln läßt, Nadelöhr drehen, andere Seite probieren. Durch das Ausstanzen des Öhrs ist das Öhr auf der einen Seite flacher als auf der anderen!

    - Die Garnrolle in der Hand liegend seitlich abrollen, dann verknotet das Garn später nicht so leicht

    Garnstärken: je höher die Zahl vor dem Schrägstrich, desto dünner das Garn; die Zahl nach dem Schrägstrich zeigt, aus wievielen Einzelfäden das Garn besteht (z.B. 50/3-fach ist dicker als 60/3-fach, aber dünner als 30/3-fach)

    Für mich haben sich die Marken YLI Quiltgarn auf der Holzrolle und Coats Star Hand Quilting Thread am besten bewährt beim Einfädeln. Sie sind recht "störrisch" und biegen nicht so leicht um.

    Nadeln:

    - je kürzer die Nadel, desto kleiner werden die Stiche (und je dünner das Vlies, desto kleiner werden die Stiche!)

    - jeder Mensch hat ein anderes Hautklima - manchmal laufen die Nadeln an und fühlen sich stumpf an. Eventuell hilft der Wechsel zu einer Platinnadel

    - wenn eine Nadel nicht mehr gut sticht, kann man sie kurz durch die Haare ziehen, dann läuft sie wieder besser

    - ein Nadelkissen gefüllt mit langen Haaren (Friseur!) oder Resten von Wollvlies oder Sockenwolle aus Schurwolle fettet die Nadeln auch gut.

    Ich quilte am liebsten mit Quiltnadeln (betweens) der Marken John James, Richard Hemming und Roxanne. Diese Nadeln sind die dünnsten, die ich bis jetzt finden konnte.

    Nadelgrößen:

    Handnähnadeln: je höher die Zahl, desto kürzer und dünner die Nadel z.B. 8 ist eine dicke Nadel, 12 eine dünne Nadel

    Nähmaschinennadeln: je höher die Zahl, desto dicker die Nadel z.B. 70 ist eine dünne Nadel, 100 ein dicke Nadel



    Etiketten- und Klebereste entfernen

    Besser nicht versuchen, Etiketten oder Preisschilder einfach so abzuziehen, meistens zerreissen sie. Am Stück geht es besser!

    Als erstes mit dem Fön das Etikett warm machen, dann vorsichtig versuchen, es abzuziehen. Prima bei Büchern!

    Wenn das nicht geht, das aber möglichst nicht bei Büchern machen ;-) ein Küchenkrepp mit etwas Salatöl beträufeln, und damit auf dem Etikett reiben. Das funktioniert ganz gut bei bereits "papierfreien" Etiketten, die man schon versucht hat, nur mit den Fingern abzuziehen.

    Sollte auch das Öl nichts bewirken, gibt es (bitte NICHT bei bedruckten Linealen oder ähnlichen Artikeln probieren!) noch Brennspiritus oder Isopropylalkohol, Terpentinersatz, Aceton oder Verdünnung.

    Bitte immer erst an unauffälliger Stelle ausprobieren!!!!!

    Applikatonen vorbereiten mit Hilfe der Nähmaschine

    Gerade habe ich im Internet etwas gelesen, was ich wirklich toll finde, auf der Seite http://www.justcurves.biz/shopping.htm

    Es geht um die Methode, zwei Appli-Teile zusammenzunähen und dann zu wenden. Wir haben das sicher schon alle mal gemacht - Appli-Teil, Windelvlies oder Vliesofix oder sonst was - an der Kante entlang genäht, Vliesteil eingeschnitten, gewendet, Nähte ausgestrichen, und appliziert.

    Nun habe ich gelesen: zwei gleiche Appli-Teil aus Stoff machen (vorsicht, keine gespiegelten Teile verwenden!), diese statt mit normalem Faden mit wasserlöslichem Faden zusammennähen, in der Naht kleine Öffnung zum Wenden lassen (!), wenden, Nähte ausstreichen bzw. bügeln, dann mit wenig Wasser oder Stärkelösung besprühen, bügeln, weg ist der Faden, und man hat zwei fertig Appli-Teile!

    Fand ich irgendwie sinnvoll, die Idee!

    Leichtes Bügelbrett

    Beim nächsten Besuch eines Quiltladens um ein leeres Stoffbrett bitten. Ein Frotteehandtuch um das Stoffbrett wickeln (das Stoffbrett kann auch mit einem Messer auf die gewünschte Länge gebracht werden), mit Sicherheitsnadeln feststecken, fertig ist das wirklich leichte Bügelbrett für Kurs oder Workshop.
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