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Utopie 16 - 26 |
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Die UTOPIEN Nr 16-26 entstanden als Weiterentwicklung der UTOPIEN 1-15. Letztere wurden im Rahmen eines Tanztheaterprojektes mit psychisch kranken Menschen in Königsfelden kreiert. Die aktuelle Aufführung fand im Festsaal der Universitären Psychiatrischen Diensten Bern (UPD) statt. Allerdings wurden die Zuschauer zunächst vor dem Zentralgebäude versammelt, wo vom Balkon der Privatstation 1 kopiertes Geld geworfen wurde, während ABBA Money, Money sangen. PatientInnen und Personal der Privatstation 1 waren auch bei Vorbereitung und Durchführung der Aufführung behilflich.
Der Beginn der Darbietung erfolgte durch ein 3-köpfiges Nixenballett im Brunnen vor dem Zentralbau unter musikalischer Begleitung des Songs: „Mein knallrotes Gummiboot“. Nachdem die „Nixen“ aus dem Wasser gestiegen sind und in Bademäntel gehüllt wurden, lockten sie das Publikum zum Aufführungsraum in den Festsaal.
Dort hat eine andere TänzerInnengruppe mit bandagierten Handgelenken ein weiteres Bühnenbild vorbereitet. Nachdem die Zuschauer Platz genommen haben, begann die Entfesselung. Auf der dunklen Bühne wurden Taschenlampen so aufgestellt, dass man nur die Hände sehen konnte, die sich langsam von den festgezurrten Bändern befreiten. Es kam zu einer langsamen Annäherung aneinander. Man strahlte sich gegenseitig mit den Taschenlampen an. Eine Solotänzerin stürzte. Die Gruppe lenkte ihre Aufmerksamkeit auf sie und die Tänzerin ging auf die Neugierigen zu.
Während der Aufführung gab es insgesamt drei Darstellungen zum Thema: Immer zum falschen Zeitpunkt auftreten. Eine Tänzerin vollführte ihre Darbietung ohne zu merken, dass sie den Prozess störte – bis sie bewusst die Gruppe realisierte und beschämt von der Bühne abging.
Die Solotänzerin des vorherigen Bühnenbildes sammelte die Taschenlampen ein und ging über den Publikumsraum ab. Gleichzeitig trat eine andere weitere Tänzerin auf die Bühne. Diese liess mit der Gruppe ein Beziehungsnetz entstehen durch einen gemeinsamen Tanz mit den bunten Bändern.
Danach setzte eine Tänzerin mit grossem roten Metallreifrock ein Playbacksolo zum Lied: „Für mich soll`s rote Rosen regnen“ um.
Nach einer Pause marschierte die Gruppe mit einem Kleidungsstück unter dem Arm ungeordnet auf der Bühne herum. Jede/r Teilnehmer/in redete vor sich hin ohne Bezug zueinander. In bestimmten Abständen fiel jemand um, die Gruppe hielt kurz an, ging aber sofort weiter, jede/r auf sich konzentriert. Zuletzt fiel die ganze Gruppe hin.
Die TänzerInnen rappelten sich wieder auf, in weiterer Folge wurde das mitgetragene Kleidungsstück angezogen und es bildeten sich 3er Gruppen, deren Mitglieder sich in unterschiedlichem Tempo begrüssten. Wenn jemand stürzte, eilte eine Person herbei, um ihr aufzuhelfen.
Nach einer weiteren Pause zeigte eine Tänzerin ein Solostück unter dem Motto Zellteilung/Geburt in einem mit Stoff überzogenen Reifen. Sie bewegte sich nach Musik und wurde von einem speziellen Lichtkegel begleitet. Zuletzt kam sie aus dem Stoffreif heraus, wobei ihr eine weitere Tänzerin dabei half. Letztere stellte sich nun auf das runde Stoffgebilde und gab mit kleinen Gesten Impulse. Die Gruppe lag im Kreis um sie herum und führte synchron das Bodenexercise aus. Zum Schluss wurde die Solotänzerin aus der Kreismitte geholt, der Stoffreif wurde zum Baldachin und die Prozession bewegte sich langsam zur Musik von Kruder (Mix aus Nr 4) in Richtung Bühnenabgang. Währenddessen platzte wiederum die Solotänzerin mit dem „falschen Auftritt“ in die Prozession, liess laut Radiomusik ertönen und wurde gewaltsam von der Bühne gezerrt. Das letzte Bühnenbild konnte nun vollendet werden.
Das nächste Bild war eine Modifikation von Brechts Seeräuber Jenny. Ein Tänzer, zunächst in ein blaues Tuch gewickelt, rollte über die Bühne und streifte langsam das Tuch ab, bis er im Abendkleid zu sehen war. Die TeilnehmerInnen standen zu Beginn mit dem Gesicht zur hinteren Wand und schauten in einen hochgehaltenen Handspiegel. Während sich der Tänzer aufrichtete drehte sich die Gruppe um, richtete ihren Spiegel gegen das Publikum, wobei einige Zuschauer geblendet wurden. Bei der Stelle, wo „der Kopf rollt“ wurden die Spiegel an ihrem Stiel synchron zum Abwärtspendeln gebracht. Bei der Stelle „das Schiff mit 20 Kanonen entschwindet mit mir“ wurde der Tänzer von der Gruppe hinausgetragen. Die TeilnehmerInnen verteilten sich im Anschluss tanzend im Bühnenraum und führten die nächste Choreografie „Köpferollen“ aus.
Es folgte der Auftritt einer „Zauberin“ mit einem langen Mantel und Krempenhut, sowie Weihnachtskerzen an jedem Finger. Drei Assistentinnen mit Bunsenbrennern kamen auf die Bühne und zündeten die Sternspucker an. Die „Zauberin“ ging unter Donnergrollen mit hocherhobenen „brennenden Händen“ von der Bühne.
Im nächsten Bühnenbild, dem „Tanz auf den Wolken“, war der Boden mit Trockeneis überdeckt. Die TeilnehmerInnen rollten von der Seite auf die Bühne und formierten sich zu 3er Gruppen, die jeweils die gleichen Bewegungen vollführten.
Es folgte der letzte „Störauftritt“. Die Solotänzerin fuhr mit einem Trottinet auf die Bühne, tanzte einen Walzer, bis sich, wie bei Isadora Duncan, ihr Schleier im Rad des Trottinet verfing und tragisch „zu Tode kam“.
Das Finale war durch italienisches Ambiente gekennzeichnet. Die Gruppe kam samt allen Requisiten auf die Bühne. Ein Tänzer briet Spiegeleier, eine Teilnehmerin hing Wäsche auf einer gespannten Schnur auf etc. Währenddessen trat „Pavarotti“ mit vielen Notenblättern auf, die „er“ während des Playbacksingens in die Luft warf.
Nach dem Schlussapplaus und der Verbeugung wurden kleine, als Ballerina angezogene und mit einem Motor versehene Püppchen angestellt, die sich auf der Bühne drehten und tanzten.
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