Entstehungsgeschichte und Entwicklung des Vereins

Tanztheater UTOPIE

 
   

Gründung des Tanztheaters UTOPIE im Oktober 1999:

 
   

zusammen mit Roger Merguin, Bühnentänzer, Regisseur und Choreograph, Veronika Beer, Tanz- und Bewegungstherapeutin sowie Heilpädagogin, und Christine Weissenberg, Sozialpsychiaterin.  Aus dem Bedürfnis heraus, dass es leicht zugängliche und leistbare Freizeitangebote für PsychiatriepatientInnen geben sollte, in welchen sie auch in Zeiten schlechter Befindlichkeit gut aufgehoben sind und im Krisenfall zudem Betreuung erhalten, ist folgendes Projekt entstanden:

Ein bunt zusammengewürfeltes Ensemble, bestehend aus PsychiatriepatientInnen und Personal aus dem Umfeld der Universitären Psychiatrischen Dienste Bern, hebt unter dem Patronat von Christine Weissenberg, mit grossem Engagement die Grenzen zwischen "Normalität" und "Anderssein" auf und verwirklicht so Ideen, Träume und Visionen eines normalen Zusammenseins im Rahmen einer niederschwelligen Freizeitstruktur. Ziel des Tanztheaters ist nicht nur der Inhalt, sondern das Achten auf eigene Möglichkeiten und Grenzen. Falls physische und psychische Kräfte nachlassen, ist es möglich, ohne besondere Erklärung das Training zu unterbrechen, um z.B. eine Zeitlang der Gruppe nur zuzuschauen. Im Bedarfsfall gibt es bei psychischen Krisen Betreuung, wie ein unmittelbares Gespräch, einen Spaziergang etc. In stabilen Phasen ist es dagegen möglich neue Rollen zu erproben, wie etwa das Erarbeiten und Trainieren einer eigenen Choreographie mit der Gruppe oder auch die Übernahme von Leitungssequenzen.

Tanz ist überdies nicht nur eine Frage der Kraft und des Könnens; er ist nicht nur die Ausführung vorgefasster Tanzkombinationen, sondern ein persönlich geschaffener Stil körperlicher Bewegung. Das Begreifen der eigenen Bewegungssprache steht im Vordergrund. Dies soll nicht hinter einer Mauer der Leistung und Perfektion verdeckt werden. Es soll in erster Linie Spass und Freude bereiten, und dies sind nachgewiesener Weise gesundheitsprotektive Faktoren.

Das Bewusstmachen von Möglichkeiten, unsere Bewegungen in eine Gestalt zu bringen, ihnen einen bestimmten Ausdruck zu verleihen, gibt uns Anregungen, Utopien und Ideen auf die Bühne bringen zu können.

Finanziert wird das Projekt, im Anschluss an eine Pilotphase, bereits seit 1999 über diverse Stiftungen, Fonds sowie durch Zuschüsse von Privatpersonen. Den TeilnehmerInnen sollen keinerlei Kosten entstehen. Zum einen können sich PsychiatriepatientInnen mit IV Rente keine üblichen Freizeitkurse leisten und zum anderen wollen wir psychotherapeutisch oder pädagogisch geschulten Menschen, die am Tanztheater teilnehmen, keine Kosten auferlegen, wenn sie sich anerbieten, im Bedarfsfall Einsatz zu leisten.

 

 
  Entwicklung:  
   

Seit sieben Jahren existiert nun das Tanztheater UTOPIE mit wöchentlichen Proben. Mittels intensiver Beteiligung aller wurden bisher zu diversen Anlässen unterschiedliche Aufführungen erarbeitet. So entstanden unter anderem die Bühnenstücke:

 

 

 

 

  UTOPIE 16 - 26 (ein Klick auf einen Titel zeigt Bilder und Text, soweit vorhanden)  
  "Traum Haft"  

 

 
  ein Tisch ist kein Fisch  

 

 
  dicke Post  

 

 
  Tiefgang in die Unterwelt  

 

 
  die Verschleuderung  

 

 


 

 

Zudem entstanden kleinere Bildsequenzen für Rahmenprogrammauftritte oder den Kirchensonntag 2005 in der reformierten Kirchgemeinde Ostermundigen.
Die Finanzierung kommt zustande durch unaufh
örliches Engagement in der Suche nach grosszügigen Spenderinnen und Spendern und erfinderischen Sponsoringideen. Zunächst erfolgte die Koordinierung der Drittmittel über eine Sponsoring AG, deren Mitglieder sich aus unterschiedlichen Berufsgruppen zusammensetzten. Sie war in den Universitären Psychiatrischen Diensten Bern (UPD) aufgrund einer dortigen Anstellung von Frau Weissenberg angesiedelt. Die Aktivitäten des Tanztheaters in dieser Zeit sind in den Jahresberichten der Sponsoring AG dokumentiert und können dort nachgelesen werden.

Nach dem Stellenwechsel von Frau Weissenberg in die Suchtklinik dhang sowie nachfolgender Praxisgründung, kam es nun zur Gründung des gemeinnützigen Vereins Tanztheater UTOPIE.

Davon ausgehend, dass das Tanztheater zu keinem Zeitpunkt von der öffentlichen Hand subventioniert wurde, dient nun der Verein als Trägerschaft des Projektes zur weiteren Anwerbung von Drittmitteln.


Aus Expertensicht hat sich dieses betreute Freizeitprojekt
überaus bewährt und es bräuchte eigentlich noch viel mehr davon.

 

 
Veronika Beer