Der Vater des modernen Paulenäsien, ganz familiär
„Babba“ genannt, führte das heutige Staatswesen ein. Nach ihm sind Strassen,
Brücken, Gebirge, Flüsse und sogar eine ansteckende Krankheit – die
Bananenstaupe - benannt. Paulenäsien erlebte eine kurze kulturelle Blütezeit.
Die Dauer dieser Periode geben manche Historiker mit 1 bis 2 Tagen an.
In seiner Regierungsszeit gelang es ihm trotz aller Bemühungen nicht,
die widerstreitenden Gruppen zu einigen, obwohl er die Einheitspartei der
Despoten, Tyrannen und Diktatoren – kurz DTD – gründete.
Es ist
nicht überliefert, ob er noch unter den Lebenden weilt. Im Volksmund wird
ängstlich hinter vorgehaltener Hand vorm zahnlosen Mund gemurmelt, er sei
gekickt und würde den Rest seiner Tage in den Armen einer Sufragette
verbringen müssen.
Eine andere Überlieferung besagt, dass „Babba“
seinen 2-jährigen Auslandsaufenthalt dazu benutzt haben soll, einen
angesehenen Stimm – und Dialektverzerrer zu konsultieren und nach
erfolgreicher Behandlung in die Identität des „Babba Paule" geschlüpft ist und
den Personenkult eifrig weiter betreibt. Im Volksmund ist er als
verschwommener Visionär verschrieen.
Er führte das Clonen ein und
verbot den Paulenäsiern per Dekret, der Exekutivliga
beizutreten.
Ein neuer öffentlicher Gruß wurde
eingeführt: die Bürger haben sich zu verbeugen und dabei die
Absätze vernehmlich aneinanderzuknallen.
Der Gast hat stets bei
Besuchen die Schuhe auszuziehen und sie griffbereit in der Hand zu behalten,
um nötigenfalls damit zuschlagen zu können, falls der Gastgebers
ungewöhnlich freundliche Töne anschlägt. Gastgeschenke sind immer
mitzubringen. Besonders freut sich der Paulenäsier über Zigaretten, Tetrapacks
gefüllt mit Hochprozentigem sowie illegale Feuerwaffen für den Nachwuchs.
Es wird sich nur durch lautstarkes Gebrüll und wilde Beschimpfungen
verständigt. Bei der Anwesenheit des Landesvaters, die man nie ganz
ausschließen kann, ist die Stimme abzusenken und eine ehrerbietige Haltung,
möglichst gebückt, einzunehmen.
Die Paulenäsier handeln seit Menschengedenken nach
dem Spruch, den ihre Ahnen in den Wipfeln des Affenbrotbaumes beschwörerisch
in den glutroten Himmel murmelten:
„ Lieber ein Feind unter der Schwelle als ein Freund
durch die Tür“
Da der gütige Landesvater den Paulenäsiern per
Gesetz sportliche Aktivitäten untersagt hat, wird das Stadion, welches einst
der „große“ Babba für Kulttänze und Anbetungsrituale errichten ließ, heute nur noch für Aufmärsche der
Forza Spacko und hinreißende Heimatabende mit Kettensägenwettsägen
genutzt. Die Veranstaltungen sind ein MUSS für jeden
Touristen.
Fortsetzung
folgt………… 
15.03.2007
Paulenaesien ist seit Beginn des neuen
Jahrtausends ein vom Bürgerkrieg zerrissenes
Land.
Die Bürgerkriegsjahre sind geprägt von
Grabenkämpfen, gebrochenen Waffenstillstandsverträgen, Heimtücke und
Grausamkeit.
Sämtliche Friedensverhandlungen galten nur für den
Augenblick der Verhandlungen.
Die intellektuelle Elite verließ bis auf wenige
Hoffnungsträger die Republik.
Es regiert das Chaos und der
Plebs. Alle Vernunft wird torpediert durch asoziales
Verhalten.
wird fortgesetzt ...