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Prosa |
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| Zu guter Letzt
Als Kind wusste ich : Jeder Schmetterling, den ich rette, jede Schnecke und jede Spinne und jede Mücke, jeder Ohrwurm und jeder Regenwurm wird kommen und weinen, wenn ich begraben werde. Einmal von mir gerettet, muss keines mehr sterben. Alle werden sie kommen zu meinem Begräbnis. Als ich dann groß wurde, erkannte ich : Das ist Unsinn! Keines wird kommen! Ich überlebe sie alle Jetzt im Alter frage ich : Wenn ich sie aber rette bis ganz zuletzt? Kommen doch vielleicht zwei oder drei ? ( Erich Fried) Gedanken über die Liebe (nicht von mir!): Ich liebe Dich, wie Du bist, während Du auf der Suche bist nach Deiner eigenen, besonderen Art, mit der Welt um Dich herum in Beziehung zu treten. Ich ehre Deine Entscheidungen, auf welche Weise Du Deine Lektionen lernen möchtest. Ich weiß, dass es wichtig ist, dass Du genau der Mensch bist, der Du sein möchtest und nicht der, den ich oder andere erwarten. Es ist mir klar, dass ich nicht weiß, was für Dich das Beste ist, obwohl ich vielleicht manchmal meine, es zu wissen. Ich war nicht dort, wo Du warst und habe das Leben nicht aus Deinem Blickwinkel gesehen. Ich weiß nicht, welche Lernaufgabe Du Dir ausgesucht hast, noch wie oder mit wem Du sie lösen möchtest, noch welche Zeitspanne Du Dir dafür vorgenommen hast. Ich habe nicht aus Deinen Augen geblickt, wie könnte ich also wissen, was Du benötigst. Ich lasse Dich durch die Welt gehen, ohne Deine Handlungen in Gedanken oder Worte zu beurteilen, die Dinge, die Du sagst oder tust, betrachte ich nicht als Irrtum oder Fehler. Von meinem Punkt aus sehe ich, dass es vielerlei Möglichkeiten gibt, die verschiedenen Seiten unserer Welt zu betrachten und zu erfahren. Ich akzeptiere rückhaltlos jede Deiner Entscheidungen in jedem Augenblick. Ich fälle kein Urteil, denn wenn ich Dir Dein Recht auf Deine Entwicklung abspräche, so würde ich damit dasselbe auch mir und allen anderen absprechen. Ich gestehe Dir das universelle Recht auf freie Entscheidung zu, Deinen eigenen Pfad zu wandeln und voranzuschreiten oder eine Weile auszuruhen, je nach dem, was gerade für Dich richtig ist. Jene, die einen anderen Weg wählen als ich, auf den ich vielleicht nicht meine Kraft und Energie lenken würde, werde ich jedoch niemals die Liebe verweigern, die Gott in mich gesenkt hat, damit ich sie der ganzen Schöpfung schenke. Wie ich Dich liebe, so werde auch ich geliebt. Was ich säe, dass werde ich ernten. Ich werde mir kein Urteil erlauben, ob diese Schritte groß oder klein sind, leicht oder schwer, aufwärts oder abwärts führen, denn das wäre nur meine eigene Sichtweise. Es könnte sein, dass ich Dich tatenlos sehe und dies für wertlos erachte und doch könnte es sein, dass Du großen Balsam in die Welt bringst, wie Du so dastehst im Licht Gottes. Nicht immer kann ich das größere Bild in der göttlichen Ordnung sehen. Denn es ist das unveräußerbare Recht aller Lebensströme, ihre eigene Entwicklung selbst zu wählen und ich anerkenne voll Liebe, Dein Recht ,Deine Zukunft selbst zu bestimmen. In Demut beuge ich mich der Erkenntnis, dass das, was ich für mich als das Beste empfinde, nicht auch das Richtige für Dich sein muss. Ich weiß, dass Du genauso geleitet wirst wie ich und dem inneren Drang folgst, der Dich Deinen Pfad erkennen lässt. Ich weiß, dass die vielen Rassen, Religionen, Sitten, Nationalitäten und Glaubenssysteme in unserer Welt uns großen Reichtum bescheren und uns aus solcher Vielfalt großen Nutzen und viele Lehren ziehen lassen. Ich weiß, dass wir jeder auf einmalige Weise lernen, wie wir Liebe und Weisheit zu dem großen Ganzen zurückbringen können. Ich weiß, dass, wenn etwas nur auf einen Art getan werden könnte, es hierzu nur eines Menschen bedürfte. Ich will Dich nicht nur dann lieben, wenn Du Dich so verhältst, wie es meiner Vorstellung entspricht und wenn Du an die gleichen Dinge glaubst wie ich. Ich begreife, dass Du in Wahrheit mein Bruder, meine Schwester bist, auch wenn Du an einem anderen Ort geboren wurdest und an einen anderen Gott glaubst als ich. Die Liebe, die ich fühle, gilt der ganzen Welt Gottes. Ich weiß, dass jedes lebende Ding ein Teil Gottes ist und tief drinnen hege ich die Liebe für jeden Menschen, jedes Tier, jeden Baum und jede Blume, für jeden Vogel und jeden Ozean und für alle Geschöpfe in aller Welt. Ich verbringe mein Leben im liebenden Dienst und bin dabei, das Beste Ich zu sein, das ich sein kann. Ich verstehe die Vollkommenheit göttlicher Wahrheit immer ein bisschen mehr und werde immer glücklicher in der Heiterkeit bedingungsloser Liebe. Ich weiß, dass lieben heißt, alles zu verzeihen, nichts zu erwarten, keine Forderungen zu stellen, keine Unterschiede zwischen den Menschen zu machen, loszulassen und nur zu geben. |
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