| CARPE DIEM | |||||||
| Kein Lebenslauf kann einem Anspruch auf Vollständigkeit genügen. Daher sind hier, soweit bekannt, nur die Hauptstationen seines Lebens wiedergegeben. | |||||||
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Wie es dazu kam |
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| Mein Lebenslauf, verfasst von meinen lieben Kindern: Henrik und Marianne. Eines Tages sagte die Chemiestudentin Hilde Randzio auf dem Campus zu einer Kommilitonin: "Den, kuck mal...den da! Den würde ich ja nie heiraten!" Günther Warm, seines Zeichens Theologiestudent und Objekt des vorangegangenen Satzes, dachte bei sich: "Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube." Derartig motiviert lud er Hilde zu einer obligatorischen Tasse Kaffee ein. Aus einer Tasse Kaffee wurde ein Gespräch, aus einem Gespräch wurden Gespräche, die schließlich auf ein "Ja, ich will!" komprimiert wurden. Aus dem äußerst fruchtbarem Verhältnis zwischen Natur- und Geisteswissenschaften entstand eine kleine Familie. Am 01.08.1944 sah derjenige zum ersten Mal die Welt, der später einmal Ameisen auf Brot essen sollte.
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| Die schweren Jahre der Kindheit | |||||||
| Noch nicht den künftigen o.a. Genuss von Ameisen
ahnend, galt es zunächst ein paar Hindernisse zu überwinden. Bereits
auf der Flucht in Stolp in Pommern geboren, machte Klein-Gottfried schon
früh die Erfahrung, dass nicht alle Menschen im Leben freundlich sind.
Günther Warm fiel im Krieg und Hilde stand vor der schwierigen Aufgabe
2 Kinder in der Nachkriegszeit großzuziehen. Ein wenig Hilfe leistete
dabei ein gewisser Pastor Markus Barth, Sohn des Schweizer Theologen Karl Barth, Mitbegründer der Bekennenden Kirche, der Gottfried
für ein Jahr bei sich in der Schweiz leben ließ. Gottfried fiel die
Trennung von Mutter und großer Schwester Christine nicht leicht und
hätte in der Zeit liebend gerne Taschengeld für eine Rückfahrkarte
bekommen. Daran war damals leider nicht zu denken. Als er zurück kam,
fremdelte er, wie Christine mit Kummer bemerkte. In den folgenden Jahren konnte man Klein-Gottfried + Familie in Soest antreffen. Es folgte ein erster Broterwerb: Säcke schleppen in der Soester Mühle. Unglücklicherweise entrissen die Lebensumstände den Heranwachsenden ein weiteres mal aus dem mütterlichen Zuhause: Zum Ende der Schulzeit ging der junge Pennäler Gottfried auf ein Internat. Dort befand er sich in bester und adeliger Gesellschaft, jedoch leider von seiner Mutter und Schwester entfernt. Immerhin nützte die Einsamkeit etwas, so dass er nach drei Jahren sein Abitur in der Tasche hatte.
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| Studium und früher Broterwerb | |||||||
| In seiner studentischen Laufbahn zog es ihn
recht früh nach Berlin, wo er unter anderem 3 Semester Philosophie,Theologie und Hebräisch
studierte. Eingeschrieben für Theologie
studierte der Reiselustige unter anderem in
Göttingen und Hamburg. Dort zog er mit seiner ehemaligen Jugendfreundin Ute-Maria Wolff zusammen. Wenig später wurden sie ein Ehepaar.
. Da im Studium die
Ehe wohl noch nicht ausreichend erörtert wurde, kam es nur zu einer
einjährigen Bindung. Auch die Tatsache, dass die Verlobung in einem
Reetdachhaus auf der dänischen Halbinsel Römö gefeiert wurde, schien sich nicht genug
romantisch und bodenständig auszuwirken.
Nicht nur die Gattin kam abhanden, sondern zuvor auch die rechte Begeisterung für die Theologie. (Ein Zusammenhang?) Der Student Gottfried Warm wechselte von der Religion zum Klassenprediger, wohl auch unter Einfluss seiner Großmutter Helene Randzio, die ebenfalls als Lehrerin die Welt verbesserte.
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| Dienst im Staat | |||||||
| Was man begonnen hat, sollte auch zu Ende
geführt werden. Aber von wem? In diesem Fall fiel die Auswahl nicht
schwer und er schloss das Studium kurzerhand selbst ab um fortan in
Hamburg-Bergedorf zu unterrichten. Ganz pragmatisch mietete er sich auch
in Bergedorf eine Wohnung.
Seiner Neigung zur Gesellschaftskritik und dem Bewusstsein, dass der Lehrberuf mehr Aufgaben haben könnte als die Vermittlung von Schulbuchwissen ist zu verdanken, dass er am 29.08.1979 für die Umwandlung der Haupt- und Realschule Ladenbeker Weg in die Gesamtschule Bergedorf stimmte. Das geschah aber erst, nachdem er er die neue Lehrerin in Bergedorf, Gertrud Meier, kennengelernt, Sympathie für sie empfunden und einer Einladung zum Kaffee Folge geleistet hatte.
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| Bleibende Folgen | |||||||
| Getreu der väterlichen Art der
Kontaktaufnahme blieb es nicht bei der Einladung. Aus der Einladung
wurden Verabredungen, aus Verabredungen wurden Gerüchte zwischen den
Schülern und daraus wiederum ein Pärchenurlaub. Die Hochzeit am
10.10.1975 (Standesamttermin) war nur noch eine Frage der Zeit. Und da auch damals die Zeit schon
knapp war, musste niemand lange auf das "Ja"-Wort warten.
Genauso wenig wie am 26.7.76 auf die Geburt des Sohnes: Henrik.
Die kleine Familie zog von der Wohninsel-Elbhöhe in Geesthacht auf den Bellevueberg in Geesthacht-Krümmel, auf dem Gottfried und Gertrud des öfteren an Sommertagen den Ausblick auf die Elbe genossen. Viele Schiffe passierten, doch keines hielt an. Stattdessen ging das AKW Krümmel in Betrieb und die in der Elbe ansässigen Fische waren daraufhin auch nicht mehr so aktiv. Ein neues Zuhause ward recht schnell gefunden. In der neuen Bleibe (Volksdorf ) kamen zwar keine Schiffe mehr vorbei, dafür aber ein großer Storch. So trug es sich zu, dass am 07.10.1981 Tochter Marianne zur Welt kam. Während der Zeit im Philipp-Reis-Weg fuhr er lange Dienstwege bis Bergedorf. Es liegt in der Natur der Lehrerberufes, dass man das Produkt seines Arbeitstages nicht wirklich erkennen kann, den Schulstress jedoch umso mehr. Dem ist wohl zu verdanken dass quasi im Ausgleich ein Klettergerüst im Philipp-Reis-Weg von ihm aufgebaut wurde. Es wurde von seinen Kindern reichlich bespielt und erreichte in all ihren Phantasiegeschichten eine große Rolle. Dieses Gerüst steht dort heute noch.
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| Das Bauen | |||||||
| Ermutigt vom Klettergerüst entschied er
sich zusammen mit Gertrud für ein etwas größeres Projekt. Ein
Einfamilienhaus im Sportzenstieg, welches dann allerdings nicht vom
Klettergerüstbauer selbst erstellt wurde.
Es folgte der Einzug in das besagte Haus und ein längst fälliger Schulwechsel an die Gesamtschule Poppenbüttel.
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| Die schwere Zeit | |||||||
| Just an dem Punkt, an dem man meinen
könnte, dass alles in trockene Tücher gelegt wurde, kam, was kommen
musste. Die Midlife Crisis und viele andere Einflüsse: Scheidung,
Auszug nach Ahrensburg und ein Freundeskreiswechsel sind hier nur
beispielhaft und stellvertretend für vieles Andere aufgeführt.
Aus Ahrensburg konnte man natürlich wieder wegziehen, z.B. Richtung Hamburg-Winterhuder Weg. Doch damit nicht genug. Er wechselte ein weiteres Mal die Schule und lehrte von nun an in der Gesamtschule Winterhude. Selbstverständlich hat man hier die idealen Möglichkeiten für die Erfahrung der eigenen Grenzen, die es während der Midlife Crisis gilt erneut zu erforschen. Schon während dieser Zeit entdeckte er eine neue Leidenschaft. Es war das Boule- Spielen.
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| Der Ausweg | |||||||
| Demotiviert, aber doch noch arbeitstauglich wechselte er erneut den Arbeitsplatz. Jetzt arbeitet er nicht mehr als Lehrer in großen Klassen. Seine Mission ist nun die Beratung bei Rebus. Dort fühlt er sich schon seit genau zwei Jahren tatsächlich sehr wohl, ist glücklich und zufrieden und genießt die freundliche Atmosphäre. | |||||||
| M & H bedanken sich bei allen Mitwirkenden! | |||||||