4) Montréal (Québec)

Im Jahr 1642 gegründet, zählt Montréal heute zu den wichtigsten Metropolen Nordamerikas. Mit fast 2 Mio. Einwohnern ist Montréal die zweitgrößte Stadt Kanadas und zugleich die zweitgrößte französischsprachige Stadt der Erde. Das Klima unterliegt hier großen jahreszeitlichen Schwankungen. Temperaturen zwischen -20 °C im Jänner und +30°C im Juli sind keine Seltenheit.


Skyline von Montréal

Montréal ist die größte französischsprechende Stadt außerhalb Frankreichs. 1608 wurde auf dem "Mont Royal", dem "königlichen Berg", der sich knapp 250 Meter auf einer Insel zwischen dem St.-Lorenz-Strom und dem Fluß Ottawa erhebt, der Grundstein für die heutige Metropole gelegt. Von dieser Siedlung aus begannen die Missionare die Indianer zu bekehren, und der Ort wuchs rasch zu einer bedeutenden Handelsstadt heran. Obwohl über 1.600 Kilometer vom Atlantik entfernt, ist Montréal nach New York der zweitgrößte und -wichtigste Hafen Nordamerikas. 1959 wurde der St.-Lorenz-Seeweg fertiggestellt, auf dem sogar Hochseetanker die fast 4.000 Kilometer lange Strecke bis zum Oberen See befahren können.

Der Besucher findet in Montréal moderne und oft recht eigenwillige Architektur, aber auch liebevoll restaurierte alte Gassen und Häuser aus der Gründerzeit.Wer wandern, fischen oder Kanu fahren möchte, sollte unbedingt in den 500 Quadratkilometer großen "Parc National de la Mauricie" nördlich von Montréal fahren, der eine überaus vielfältige Flora und Fauna aufweist. Hier herrschen ideale Lebensbedingungen für die unterschiedlichsten Tier- und Pflanzenarten. An mehr als 50 Seen nisten unzählige Vogelarten, auch Fischotter- und Biberbauten sind hier zu finden.

Aufgrund einer Regelung darf in Montréal kein Gebäude höher sein als der 238 m hohe Berg "Mont-Royal", von dem der Name der Stadt herkommt. Aus diesem Grund ist das höchste Haus von Montréal 236 m hoch. Wir fahren unter anderem zur Basilique Notre-Dame, zum Stadtzentrum mit dem Place Ville-Marie und zum Rathaus von Montréal, dem Hôtel de Ville im Stadtteil Vieux-Montréal.

Nach einer Stunde Pause in unserem Hotel, dem Crowne Plaza Metro Centre, beginnen wir unseren Abendausflug in das nächtliche Montréal. Zuerst fahren wir zum Oratoire Saint-Joseph nahe am Westausgang des Parc du Mont-Royal, das ein bedeutender Wallfahrtsort zu Ehren des Schutzpatron von Kanada ist. Vom Hügel aus bietet uns ein nächtlicher Blick auf die Olympiastadt.


Vergnügungspark "La Ronde" auf der Insel "Ile Sainte-Hélène"

Anschließend fahren wir in den Stadtteil "Vieux-Montréal". Dieser altfranzösisch anmutende Teil der Stadt ist auch am Abend reizvoll. Am alten Hafen genießen wir ein exklusives Abendessen. Am Heimweg informiert uns eine Neonanzeige, daß es sogar jetzt noch, um 22,30 Uhr, 25 °C hat. Also langsam frage ich mich, wozu ich die vielen warmen Pullis mitgenommen habe, denn unsere Reise führt uns nur mehr weiter in Richtung Süden!

FR, 6.9.

Von 7 bis ¾ 8 Uhr genießen wir wieder einmal ein auswahlreiches Frühstücksbuffet in Montréal. Danach fahren wir mit dem Bus weiter nach Ottawa, der Hauptstadt von Kanada, wo wir um etwa um ½ 11 Uhr ankommen.

Ottawa (Ontario)

"Wenn zwei sich streiten, freut sich der dritte!" Dieser Satz paßt hervorragend für Montréal und Toronto, die beide keine Anstrengungen ausließen, um zur Hauptstadt Kanadas erkoren zu werden. Doch alles sollte ganz anders enden: Zum Schrecken der beiden Großstädte erhob Queen Victoria den einstigen Bauarbeiterort Bytown im Jahre 1857 in diesen Stand, da sie einen "neutralen", also weder vollkommen englischen noch ganz französischen Ort suchte, um keine der beiden Rivalinnen zu bevorzugen. Und Bytown, nach seinem Gründer John By benannt, liegt genau an der Grenze zwischen den Provinzen Ontario und Québec. Ebenso wie man aus "Bytown" 1954 "Ottawa" machte (nach dem Fluß, an dem die Stadt liegt), veränderte sich auch das Stadtbild erheblich. Böse Zungen behaupten zwar, Ottawa werde immer ein Provinznest bleiben, doch sogar seine schlimmsten Gegner müssen zugeben, daß aus dem häßlichen Entlein ein hübscher Schwan geworden ist. Die viktorianischen Prachtbauten wie das Parlamentsgebäude und das "Château Laurier" sind für den Besucher ebenso ein Augenschmaus wie die vielen blumengeschmückten Plätze. Ottawa ist zwar nicht unbedingt eine Weltmetropole, aber inzwischen wissenschaftlicher und kultureller Mittelpunkt Kanadas.


Ottawa - die Parlamentsgebäude

Im Großraum der kanadischen Bundeshauptstadt Ottawa leben 820.000 Einwohner. War die Stadt in der Vergangenheit eher durch ihren provinziellen Charakter geprägt, so nimmt sie inzwischen durch die vielen Zuwanderer verschiedener Herkunft weltstädtische Züge an. Zwar hat Ottawa als Wirtschaftsmetropole nicht die Bedeutung wie die beiden rivalisierenden Großstädte Montréal und Toronto, doch haben sich hier in den letzten Jahren zahlreiche bedeutende Unternehmen niedergelassen. Durch seiner Funktion als Regierungssitz wurde Ottawa außerdem zu einer erstrangigen Konferenzstadt.

Zuerst fahren wir mit dem Bus zu den Parlamentsgebäuden. Auf dem Parlamentshügel etwa 50 m hoch über dem Ottawa-Fluß bieten die im Stil der englischen Neugotik gehaltenen und seit dem Jahre 1860 entstandenen Regierungsbauten ein imposantes Bild. In jüngerer Zeit sind hier im Regierungsviertel auch einige Hochhäuser emporgewachsen, die sozusagen den Rahmen der Skyline bilden.


das Parlament-Hauptgebäude bei Nacht


Supreme Court - das oberste kanadische Gericht

Von hier aus präsentiert sich uns auch ein Blick auf den Ottawa-Fluß mit der Nachbarstadt Hull am anderen Ufer. Wir sehen auch die Basilique Notre-Dame, die 1846 geweihte römisch-katholische Bischofskirche von Ottawa.

Anschließend fahren wir zum Marktplatz, wo wir ein italienisches Mittagessen genießen.


Luftaufnahme (Blick Richtung NO) auf das Parlament-Hauptgebäude
mit dem modernen Bauwerk der Nationalgallerie dahinter. Links der Ottawa-River.

Gleich danach geht unsere heutige Reise weiter durch den Thousand Islands National Park. Auf einer Strecke von 80 km entlang des St.-Lorenz-Stromes sind Tausende von kleinen Inseln verstreut. Wir fahren zum 120 m hohen Aussichtsturm auf Hill Island Sydeck, die wir über eine Brücke bei Ivy Led um etwa 14 Uhr erreichen. Wir haben eine Stunde Pause um von dort aus die gesamte Insellandschaft überblicken zu können.

Als wir nach der folgenden länger dauernden Busfahrt um 18 Uhr in Toronto ankommen, hat es 29 °C.

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