5) Toronto (Ontario)

Toronto ist heute die größte kanadische Stadt und gleichzeitig die neuntgrößte Stadt von Nordamerika. In der Hauptstadt der kanadischen Provinz Ontario, leben 650.000 Menschen in der City. Etwa 3,5 Mio. Einwohner leben dabei im Großraum der Stadt. Der stark industrialisierte Verdichtungsraum Toronto vergrößert sich von Jahr zu Jahr und ist von hypermodernen Wolkenkratzern und Einrichtungen wie der höchste Fernsehturm der Erde (553,35 m) und einer gewaltigen Sportarena, dem Skydome (Platz für 50.000 Personen), geprägt. Die Haupterschließungsachse dieser Stadt, auf der Tag und Nacht lebhafter Betrieb herrscht, ist die Young-Street. Diese Straße ist die längste Straße von Kanada und trägt 1896 km lange immer den gleichen Namen.

Gleich nach der Ankunft und nachdem ich einen kurzen Blick in unser Zimmer geworfen habe, gehe ich sofort alleine zum CN-Tower, da es bereits dämmrig geworden ist und morgen für eine Turmfahrt keine Zeit ist. Dieser mit seinen 553,35 m höchste freistehende Turm der Erde ist gleich das übernächste Gebäude nach unserem Hotel, dem Crowne Plaza Toronto Centre.

Ich fahre zuerst mit dem Lift in weniger als einer Minute zum Sky Pod in die Höhe von 335,3 m. Von hier aus bietet sich bereits ein gewaltiger Ausblick auf die Stadt. Anschließend fahre ich mit einem weiteren Aufzug in das Space Deck, das sich in einer Höhe von 446,50 m. Zum Vergleich: Der Eiffelturm ist 300 m hoch.


Blick vom CN-Tower auf Toronto

Anschließend machen wir einen Spaziergang im nächtlichen Toronto bis wir ein geeignetes Lokal für unser Nachtmahlessen finden. Wir gehen in das Lokal und warten, wie es in ganz Nordamerika üblich ist, bis ein Kellner kommt und uns einen Platz zuweist. Wir setzen an den für uns bestimmten Tisch und bestellen uns als erstes etwas zu trinken. Ich bestelle, wie bereits gewohnt, ein großes Cola ohne Eis, weil sonst meist so gut wie nur Eis und fast kein Getränk im Glas ist, Herbert bestellt für sich ein großes Bier. Soweit so gut. Doch dann fragt der Ober plötzlich, ob es wirklich ein großes Bier sein soll und welches Bier Herbert gern hätte und gibt ihm die Speisekarte. Nach dem erneuten Blick auf die Spalte mit den Getränken fällt ihm plötzlich auf, daß ein kleines Bier fast ½ Liter (16 fl. oz), ein normales fast ein Liter (32 fl. oz) und ein großes, also das Bier, das Herbert beinahe bestellt hätte, 1,8 Liter (64 fl. oz) sind! Zehn Minuten später bringt mir der Kellner meinen 2 Liter-Becher mit Cola.... zum Glück ohne Eis! Die weitere Ablauf des Abends war ohne besondere Vorkommnisse. Danach besuchen wir noch ein paar andere Lokale, unter anderem das Hardrock-Café, das sich im Gebäude des Skydome neben dem CN-Tower, also in Hotelnähe, befindet.


Toronto bei Nacht

Später spaziere ich noch alleine einige Kilometer Richtung Norden bis nach Chinatown und kehre dann wieder zum CN-Tower zurück. Als ich später wieder zum Hotel zurückkehre, hat es immer noch 25 °C. Langsam müßte ich diese Temperaturen gewohnt sein, doch ich bin immer noch verwundert, daß es hier im relativ nördlich gelegenen Kanada im September noch so heiß ist. Außerdem habe ich gestern erst in der Zeitung gelesen, daß Wien zur Zeit mit nur 15 °C Mittagstemperatur eine der kältesten Hauptstädte Europas ist!

SA, 7.9.

Nach dem Frühstück machen wir ab ½ 9 Uhr bei bereits 25 °C eine kleine Stadtrundfahrt durch Toronto. Wir fahren u.a. durch Chinatown durch, eines der größten chinesischen Stadtteilen des nordamerikanischen Kontinents.

Nach etwa einer Stunde beginnt unsere Reise in Richtung Niagara-Fälle. Während der Fahrt merken wir, wie es draußen etwas windig und regnerisch wird. Nach ca. ½ Stunde Fahrt fängt es stärker zu regnen an. Wir erfahren, daß der Hurrikan "Fran", der in North Carolina vor ungefähr einer Woche einer Schaden in Milliardenhöhe angerichtet und 17 Todesopfer gefordert hat, anschließend weiter in Richtung Nordwest weitergezogen ist und während des heutigen Tages in Buffalo ankommt. In North Carolina war "Fran" sogar der stärkste Sturm seit 1954. Doch dieser Hurrikan ist inzwischen eigentlich kein Hurrikan mehr, denn über Land verliert ein solcher Sturm an Kraft und es weht nur mehr ein stärkerer Wind, der jedoch viel Regen mitbringt.

HURRICANS

Hurricans treten hauptsächlich in den Monaten September und Oktober auf. Sie entstehen in Südafrika und wandern in Richtung Nordwesten, während sie über dem Wasser immer schneller und kräftiger werden. Erst wenn sie Land in Ostamerika, meist Florida, erreichen, werden sie wieder langsamer.

Ab einer Geschwindigkeit von ca. 60 km/h bekommt seit 1950 jeder Hurrican einen Namen. Früher hatten die Hurricans nur Frauennamen. Doch heute im Zeitalter der Emanzipation, bekommen diese Stürme immer abwechselnd Männer- und Frauennamen. Namen von Stürmen, die viel Schaden angerichtet haben, dürfen nie wieder benutzt werden.

Es gibt fünf Kategorien, in die diese Stürme eingeteilt werden. Ab 120 km/h handelt es sich um einen Hurrican der Kategorie 1; ab der Geschwindigkeit 153 km/h hat der Sturm die Kategorie 2. Die Kategorie 5 beginnt bei einer Geschwindigkeit von ca. 260 km/h.

Einer Kleinstadt wie aus dem Bilderbuch ist Niagara-on-the-Lakes, wo wir um 12 Uhr mittags ankommen und mittagessen. Diese 13.000 Einwohner zählende Stadt am Westufer des Niagara River war die erste Hauptstadt von Oberkanada. Doch es regnet teilweise stark und hat nur mehr 19 °C.

Nach dem Essen fahren wir nach Niagara Falls, das noch in Kanada liegt, denn es gibt zwei benachbarte Städte, die beide Niagara Falls heißen und beide etwa 70.000 Einwohner zählen. Die eine Stadt liegt in Kanada, Provinz Ontario, die andere liegt bereits im amerikanischen Bundesstaat New York. Zwischen den beiden Städten ist der Niagara River und genau in der Mitte des Flusses liegt die Staatsgrenze zwischen Kanada und den USA.

Direkt zwischen den beiden Städten befinden sich auch die Niagara-Fälle.

Wir haben Zeit von 13 - 17 Uhr, um dieses Naturwunder aus der nächsten Nähe zu betrachten. Grundsätzlich stehen dazu vier Möglichkeiten zur Verfügung:

  1. Die Niagara-Fälle ebenerdig betrachtet. Und zwar von den Aussichtsterrassen des Skylon Tower oder des Minolta Tower auf der kanadischen Seite. Diese Möglichkeit wählen viele von unseren Reisekollegen aus dem Bus.

  1. Aus der Vogelperspektive. Beim Bahnhof Niagara Falls starten pausenlos Helikopter. Doch da es heute etwas regnerisch ist, finden diese Flüge derzeit nicht statt.

  2. die Niagarafälle aus der Vogelperspektive

  3. Aus der Froschperspektive. Diese Möglichkeit wählen wir. Wir marschieren von der Rainbow Bridge den Fluß entlang und spazieren direkt am Rand der Fälle zur Ziegeninsel zwischen dem 300 m breiten, 51 m hohen amerikanischen Fall und dem 790 m breiten, 50 m hohen kanadischen Hufeisenfall. Nur ein niederes Geländer, über das wir jederzeit klettern könnten, trennt uns von den gewaltigen Wassermassen.

  4. Der amerikanische Wasserfall aus der Nähe von der Ziegeninsel "Goat Island" aus fotografiert
    Im Hintergrund: ein Aussichtsturm und dahinter die Rainbow-Bridge

    Während unseres Spazierganges haben wir das Glück, daß es trotz tiefhängender Wolken nicht regnet.

  5. Am Fluß. Das Boot "Maid of the Mist" fährt pausenlos am Fluß direkt zu den Fällen. Hier spürt man richtig die ungeheure Kraft des Wassers.


das Boot "Maid Of The Mist" nähert sich dem amerikanischen Wasserfall

Nach unserem Ausflug fängt es plötzlich stark zu regnen an und es wird merklich kühler. Doch das macht uns fast gar nichts, denn wir fahren heute nur noch zu unserem Hotel im nahegelegenen Buffalo, dem Buffalo Hilton, wo wir um etwa 18 Uhr ankommen.

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