Depriphase 2
Thoughts of a moment
Alles um sie herum war schwarz - in ihr nur Leere.
Nie wieder würde sie glücklich sein, nie wieder Lächeln, nie wieder diesen Schmerz ertragen. Nur noch dieses eine mal.
Der schrecklichste Tag in ihrem Leben war vorbei und damit auch ihr letzter.
Ihr Leben erschien und war ihr sinnlos, was sollte sie überhaupt auf der großen weiten Welt?! Ein Mensch mehr oder weniger, wen stört das schon.
Und wen sollte es überhaupt stören, wenn SIE nicht mehr da war...
Niemanden...
Der Mensch - Mann in ihrem Leben, der es ausmachte, war heute entgültig für sie gestorben.
Er, der sie aus ihrem tiefen Loch gezogen hatte, der sie aufgebaut hatte, sie wieder gelehrt hatte zu glauben, zu lieben, zu vertrauen...
Ja, dieser Mensch hatte sie heute wieder in dieses Loch hineingestoßen, hatte alles zerstört, was er aufgebaut hatte - Glaube, Liebe und Vertrauen.
Er war immer der Einzige gewesen, den sie gebraucht und gewollte hatte.
Aber warum tat er ihr das an.
Lag sie nicht in seinen Armen, als es ihr dreckig ging und er hielt sie fest an sich gedrückt.
Hatte er ihr nicht versprochen, dass nie wieder jemand sie verletzten könnte?
Hatte er ihr nicht versichert, dass sie niemand außer er noch retten könnte aus ihrem Tief?
War es nicht er, der ihr versprochen hatte, dass diese Burg aus Tränen niemals zerbrechen würde, weil er sie aus seine Ängsten für SIE aufgebaut hatte?!
Und hatte er ihr nicht bei versichert, dass diese niemals einfallen würde?
Niemand würde sie jemals befreien könne, nur er konnte es...ja er konnte es, und er hatte es getan...immer wenn sie in seinen Armen lag, und er sie fest an sich gedrückt hielt.
Aber hatte er ihr nicht versprochen, dass niemand sie befreien konnte von den Ketten, die über ihren Herzen lagen?
Hatte er ihr nicht versichert, dass sie keine Angst haben brauchte?
Hatte er ihr nicht versprochen, sie zu halten, wenn sie sich in die Leere fallen ließ?
War es nicht er, der ihr versprochen hatte, dass diese Burg aus Tränen niemals zerbrechen würde, weil er sie aus seine Ängsten für SIE aufgebaut hatte?!
Und hatte er ihr nicht versichert, dass diese niemals einfallen würde?
Und wie oft hatte er sie gehalten in seinen Armen, fest an sich gedrückt und hatte ihr versichert, dass niemand mehr sie verletzten würde.
Niemand mehr, denn er war da, für sie, er hatte es ihr doch versprochen!
Er hatte doch diese Burg für sie gebaut...
Er hatte es ihr versprochen, sie gebeten ihm zu glauben...
Die Burg würde niemals fallen, er hatte es versprochen, und sie glaubte ihm!
Sie vertraute ihm...
Doch nun - nun lag sie ein allerletztes mal in seinen Armen, fest an seinen Körper gedrückt - er hatte sich entschuldigt...
Wieder hatte er ihr versprochen, was er versprochen hatte...
Doch sie glaubte ihm nicht mehr...sie wollte ihm niemals wieder glauben...
Aber dennoch ließ sie sich fallen in seine Armen und versank in ihrer Leere.
Beschützend hielt er sie in seinen Armen, wie er es immer versprochen hatte.
Und er sah sie an, wie sie an ihm lag, in seinen Armen...
Sie sah ihn an, direkt in seine Augen...und ein allerletztes mal umspielte ihre Lippen ein Lächeln...für ihn...für seine versprochenen Lügen...
Und er sah nichtsahnend dabei zu, wie sie in die Leere sank tiefer und tiefer...und niemand könnte sie mehr retten.
Nicht mehr jetzt....niemand konnte sie mehr beschützen und sie sank und sank immer weiter und weiter...
Erst langsam begriff er, was gerade passierte und zum ersten mal sah sie Angst in seinen Augen - die Angst, sie zu verlieren...
Und mit diesem Anblick versank sie entgültig und mit einem genugtuenden Lächeln auf den Lippen in der Leere.
Ihre Gliedmaßen erschlafften und aus ihrer toten Hand fiel die leere Tablettendose - direkt in seinen Schoß.
Und jetzt erst brach die Burg, die er aus tränen aufgebaut hatte zusammen, und jene fanden sich zum ersten mal auf seinen Wangen, als er endlich begriff...
(c) by S.P.