Jiddisch


Das heutige Deutsch und das Jiddische wurzeln in einem sprachlichen Erbe, denn das vor dem zweiten Weltkrieg von mehr als 10 Millionen gesprochene Jiddisch ist nichts anderes als das "Deutsch" der seit dem 13. Jahrhundert nach Osteuropa vertriebenen deutschen Juden, das dort – in fremder Umgebung und isoliert vom übrigen deutschen Sprachraum – eine eigene Weiterentwicklung durchlief. Das Gerüst der Sätze ist immer deutsch, sinntragende Wörter aber stammen oft aus dem Hebräischen oder aus slawischen Sprachen.

Das erklärt die Faszination der jiddischen Sprache: Die Nähe des Fühlens in einer Sprache, wenn es um menschliche Empfindungen und Stimmungen geht - andererseits die in jeder Lebensäußerung durchscheinende Fremdartigkeit einer geschlossenen religiösen Kultur.

Jiddisch war die Sprache des Alltags im Städtl Osteuropas; im 19. Jahrhundert bildete sich eine bedeutende Literatur heraus. Fachleute schätzen, dass heute nur noch 6% aller Juden Jiddisch sprechen


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