Fasching = Fasnacht
F asching ist die bayerisch-österreichische Wortform für Fasnacht. Diese Wortform ist also in Österreich und in der Gegend von München gebräuchlich. In schwäbischen Gegenden sagt man "Fasnet", in fränkischen Gegenden "Fosnet" und eigentlich nur in der Mainzer Gegend "Fastnacht".
Bis zum 13.Jahrhundert wurde der Abend vor Beginn der Fastenzeit als Fastnacht bezeichnet.
O ffizieller Beginn des Faschings ist der Tag nach Epiphanias! Das ist der 7. Januar.
Dagegen beginnt die schwäbische Fasnet schon am Dreikönigstag.
Das ist der 6. Januar.
Zum erstenmal erscheinen hier die Narren wieder im Ort. Zusammen mit der Bevölkerung wird dann das Narrenkleid, das man im schwäbischen Raum "Häs" nennt, symbolisch abgestaubt, da es ja seit dem letzten Aschermittwoch im Schrank lag.
V iele Leute glauben, dass der Fasching am 11. 11. um 11 Uhr 11
beginnt. Das stimmt nicht! An diesem Tag erwachen nur die Faschingsnarren, um ihre Vorbereitungen für die Veranstaltungen der Faschingszeit zu treffen.
H öhepunkt und gleichzeitig der Abschluß der Faschingzeit ist die Fasnacht.
Ursprünglich verstand man darunter den Vorabend vor dem Aschermittwoch, der letzte Abend vor Beginn der Fastenzeit, an dem nochmal kräftig gegessen und getrunken wurde. Daher auch Karneval: lateinisch "carne vale", "Fleisch Ade!"
Ab dem 13. Jahrhundert wurde die Fasnacht auf den Zeitraum vom Donnerstag vor dem Aschermittwoch bis zum Vorabend des Aschermittwoch verlängert. Die Fasnacht erstreckt sich also über die letzten 6 Tage der Faschingszeit.
Das sind:
Der Unsinnige Gumpeten Donnerstag
Der Rußige Freitag
Der Schmalzige Samstag
Der Feiste Sonntag
Der Feiste Montag
Der Faschingsdienstag
die letzten Tage im Fasching nutzte man in früheren Zeiten ausgiebig, um sich vor der Fastenzeit nochmal richtig den Bauch voll zu essen, weil in der anschließenden sechswöchigen Fastenzeit unter Androhung empfindlicher Strafen der Konsum des Fleisches von warmblütigen Tieren oder auch der Genuss aller weiteren aus Großvieh- und Geflügelhaltung gewonnenen Nahrungsmittel wie Schmalz, Fett, Milch, Butter, Käse und Eier verboten war.
Da diese Nahrungsmittel ohne zu verderben nicht lange aufbewahrt werden konnten, brauchte man sie also noch schnell vor der Fastenzeit auf.
Der Name
Schmalziger oder Schmutziger oder Fetter Donnerstag
entstand aus dem Brauchtum, an diesem Donnerstag einen so grossen Vorrat an Schmalznudeln, Faschingskrapfen und Faschingskücheln zu backen, dass er bis zum Faschingsdienstag reichte.
In Schwaben nennt man diesen Tag "schmotziger Doschdig". Die "Fasnetsküchle" werden hier im Schmotz, also im Fett, gebacken.
Am Vormittag werden auch die Rathäuser gestürmt, weil die Bürgermeister an den folgenden tollen Tage ihre Ämter den Narren überlassen müssen.
Am
rußigen Freitag
ziehen die Narren am Vormittag durch den Ort, um die Schüler aus den Schulen zu befreien. Dabei werden die Lehrer an ein Seil gebunden, damit sie die Schüler nicht aufhalten können.
An manchen Orten schwärzen die Buben den Mädchen das Gesicht mit Ruß.
In Oberschwaben heißt deshalb der rußige Freitag auch noch "bromiger Freitag".
Vorwiegend zwischen Fasnachtssamstag und Fasnachtsdienstag finden "Narrensprünge" oder "Fasnetsumzüge" der Narrenzünfte statt.
Da es in manchen Gegenden Brauch ist, am Faschingssamstag Krapfen und Küchel zu backen, heisst der Faschingssamstag auch
Schmalziger Samstag.
Der Faschingssonntag wird auch
Feister Sonntag oder "Herrensonntag" oder "Hutzelsonntag" genannt. Es ist der Sonntag vor dem Aschermittwoch und eigentlich der 50. Tag vor Ostern.
Der Faschingsmontag wird auch
Feister Montag oder "Blauer Montag" oder "Rosenmontag" genannt. Der Name Rosenmontag hat nichts mit Rosen zu tun. Er kommt von "Rasender Montag".
Der
Faschingsdienstag ist der letzte Tag der Fasnacht. An diesem Tag isst man sich vor der Fastenzeit zum allerletzten mal vor der Fastenzeit richtig voll und feiert dazu ausgiebist.
Brauchtümer am Faschingsdienstag
Faschingsbegraben:
An manchen Orten kommt man in dem Wirtshäusern zusammen und hält einen parodierten Leichenschmaus ab. Anderswo veranstalten die jungen Männer eines Ortes richtige Leichenumzüge mit einem parodierten Begräbnis. Der Fasching wird dabei meist als Puppe dargestellt, die am Ende verbrannt und eingegraben wird.
In München ist am Faschingsdienstag vormittags der
Tanz der Marktfrauen Brauch. Die Marktfrauen kostümieren sich farbenfroh und tanzen auf dem Viktualienmarkt miteinander und mit zuschauenden Männern. Der Brauch hat Ähnlichkeit mit der "Weiberfastnacht".
In Oberstaufen hat sich noch der
Umzug am "Fasnatziestag" erhalten. An der Spitze des Umzugs geht der "Butz" und kehrt mit einem Besen die Straße frei. Um 19 Uhr bricht der Butz tot zusammen. Damit ist der Umzug zu Ende. Der Umzug soll an die Pest erinnern.
Geschichte des Fasching:
Der Fasching hat seinen Ursprung nicht in heidnischen Fruchtbarkeitsritualen. Er entsprang dem Verlangen, es sich vor der Fastenzeit nochmal richtig gut gehen zu lassen.
Deshalb sind auch die ältesten bekannten Faschingsbräuche Tänze und Gelage.
Im 14. Jahrhundert kamen Renn- und Stechspiele zu Pferde dazu.
Im 15. Jahrhundert begannen Patrizier und Zünfte mit Maskenumläufen mit Tier-, Teufels- und Hexenmasken. Dabei kam es immer wieder zu Ausschreitungen. Ausserdem kamen Fastnachtsspiele auf. Das waren volkstümliche, dramatische Schwänke, die sich im späten 15. Jahrhundert von Nürnberg aus im Laufe von 100 Jahren im gesamten deutschen Sprachraum verbreiteten. In den frühen Fastnachtsspielen wurden sehr derbe und spöttische Witze über Vorgänge im täglichen Leben gemacht. Später waren die Stoffe allgemeiner und behandelten auch politische und religiöse Themen.
Ab dem 16. Jahrhundert waren auch Schauvorführungen wie Reifentanz oder Schwerttanz üblich.
Erst im 18. Jahrhundert breitete sich die Fasnacht auch auf die Landbevölkerung aus, beispielsweise mit Rügespielen und Narrenbriefen.
Der
Aschermittwoch folgt dem Faschingsdienstag und ist
bereits der erste Tag der Fastenzeit.
Am Aschermittwoch ist in München das "Geldbeutelwaschen" am Fischerbrunnen bereits ein langer Brauch.
Durch dieses symbolische Waschen der Geldbörse soll sich die im Fasching stark strapazierte Geldbörse wieder füllen.