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  Danilo Maric, author     interpreter –  Dr Miloš Okuka  






















Autor: Danilo Maric
Preveo na Deutsch: Dr Milos Okuka

BOSNIEN – EIN SELTSAMES LAND
(Original: Bosne ima i kad je nema)


       Nach jedem Krieg hat sich Bosnien von einer "neuen Seite" gezeigt, so als ob es auf einem unbekannten Kontinent liegen würde. An Kriegen hat es diesem Land für wahr nicht gemangelt, mindestens ebenso oft zeigte es sich von einer "neuen Seite". Bosnien zeigte sich auch nach dem neuesten Krieg, der als der blutigste galt, von einer neuen Seite. Schon längst ist bekannt, dass alle kriegerischen Auseinandersetzungen in diesem Land blutiger waren als die vorhergehenden. Immer sprach man davon: "Gott behüte, nicht noch schlimmer'" Bedauerlicherweise sind auch die Bücher über Bosnien oft blutiger Natur. Viele wurden mit dem Ziel verfasst, dass Blutvergießen zu rechtfertigen und sogar von neuem heraufzubeschwören, mit der Behauptung, dass in Bosnien nichts gelöst worden ist. dass es nicht existiere, dass es ein künstliches Gebilde sei. dass es unser ist und historisch gesehen alleine unser, nicht Ihres, kein bisschen Ihres. Als Augenzeugen sprechen all jene blutrünstigen Bücher. Die Augenzeugen, herzlose Autoren und Tyrannen, Gazi, Hajduken, Aufrührer, Attentäter. Eroberer und Kreuzritter... So war es Jahrtausende lang, seit jenen guten Jahren unter Ban Kulin.
       Guter Gott, wie viele Male ist das elende bosnische Land zergliedert worden, wie viele Male ist auf diesem Gebiet eine blutige Schlacht, wie beispielsweise die von Pest, Rom, Istanbul, Wien, Berlin, Belgrad und Zagreb, ausgetragen worden, und nun auch noch die Schlacht von Washington, wie viele Male schien Bosnien an diesen Feldzügen zu Grunde zu gehen! Doch ein jedes Mal beginnt es, aus den Trümmern und dem vergossenen Blut der Unschuldigen, wieder zu existieren und von neuem zu erwachsen, es verzeiht auch dann wenn es niemand mehr erwartet hätte. Bosnien hat gelernt sich am Verzeihen zu laben, weil es selbst nicht frei von Schuld ist. denn auch hier war die Lunte des Krieges bereit und in Öl getränkt, man ersehnte nur eine starke fremde Hand, um die Lunte zu entzünden und das Wort des blutigen Krieges in die Geschichte zurückzubringen.
       Über die kleinen bosnischen Gefilde, die so eindrucksvoll anmuten als seien sie aus einer Legende entsprungen, hat sich eine Unmenge verschiedener Religionen, Nationen, Stämmen, Kriegsgewinnlern, Bedürftigen und Machthabern ergossen, die um überleben zu können duldsam, vernünftig und kompromissbereit sein mussten. Und wahrlich waren sie das. Darüber hinaus lebte tief in ihnen immer auch die Lunte des Hasses, die durch die große Politik um sie her immer von neuem entzündet und ans Tageslicht gebracht worden ist. durch welche die Lunte erst hervorgerufen wurde und sich in Hass und Rache verwandelte - wir die Guten gegen Sie die Bösen.
       Die meisten Bücher über Bosnien wurden verfasst um aufzuzeigen und zu beweisen, wer wir die Guten und wer Sie die Bösen sind, diese Absicht stand unter dem großen Verdacht und erweckte den Eindruck die Wahrheit völlig außer Acht zu lassen. Selten sind jene Bücher, die um ihrer selbst Willen geschrieben wurden - für Bosnien (Bosnien und die Herzegowina), ohne böse Absichten und schlechte Gedanken. Dos Buch Bosnien und Herzegowina vor 100 Jahren in Wort und Bild von Miloš Okuka und Meho Šoše welches hier vor uns liegt, ist eines jener Bücher die das Ziel verfolgen, um ihrer selbst Willen geschrieben zu werden. Es im die mühevolle Aufgabe der Autoren, die es sich auf ihre Fahnen geschrieben haben, in Wort und Bild die grundlegende Wahrheit über die Bewohner Bosniens und über das Land Bosnien und Herzegowina aufzuzeigen, wo sich die Spuren der Weltpolitik, der Eroberer und Verdunkler, der Religionen, des Volkes, der Stämme und des einfachen Mannes überlagern.
       Die Verfasser waren in ständiger Sorge, ja man könnte fast sagen verkrampft, bei dem Gedanken daran, dass ihr Buch jemanden persönlich verletzen könnte. Dieses Bemühen findet schon zu Beginn der Lesereise ihren Ausdruck. Es scheint beinahe so. als ob das Buch selbst darum bemüht gewesen wäre beständig und kompromissbereit zu sein; dass ist auch der Grund warum von allen Merkmalen etwas Vertreten ist, gleichermaßen gerichtet, dem Kleinen vielleicht ein wenig mehr- um niemanden zu benachteiligen. Bilder und Text durchdringen sich auf diese Weise gegenseitig und derart, dass der Text wie eine Trinität in der deutschen, englischen und mischen (serbischen und kroatischen) Sprache verfasst ist.
       Das Buch gliedert sich in vier Kapitel: "Auf Bosnien-Herzegowinas Wegen durch die Geschichte", "Landschaften und Ortschaften", "Brücken", "Menschen und Bräuche" und "Wirtschaft und Verkehr" und weitere Beilagen. Das erste Kapitel gibt einen kurzen Abriss des bosnischen Staates mit seinen Bezirken, welcher sich im Mittelalter aus vier Herzogtümern zusammensetzte: Bosnien, Zahumlien (die heutige Herzegowina), Donji Kraj, Usor und Sol. Im Laufe der verschiedenen historischen Epochen waren sie einmal mehr, einmal weniger eng miteinander verbunden, aber beinahe immer auch unter einer starken europäischen Oberhand: Ungarn, das Osmanische Reich oder Österreich-Ungarn. Dieses Land musste sich wahrend seiner gesamten Geschichte immer jemandes Erwehren. Nichts desto trotz gab es auch Ausnahmen, wie beispielsweise zur Zeit Tvrtko Kotromani?, der versuchte Bosnien zu einem Imperium zu erheben. Ausreichende Beachtung fand auch Bogumilentum. welches in neuer Zeit, besonders aber in den letzten Jahren zunehmend politisiert und instrumentalisiert wurde, im Hinblick darauf, dass dies dem Islam zugrunde liegt.
       Das Kapitel "Landschaften und Ortschaften" gibt eine Beschreibung über die Ländereien, die Städte und die Dörfer Bosniens. Dabei bezogen sich die Autoren hauptsachlich auf die Berichte Reisender und bekannter Persönlichkeiten, wie sie in großen Scharen und zu den verschiedensten Zeiten Bosnien und Herzegowina besuchten und "entdeckten". Die gesamte Breite dieser, den Autoren zur Verfügung stehenden Niederschriften, fand Eingang in dieses Werk. Es gibt einige Landstriche, denen nur wenig oder gar keine Beachtung zu teil wurde (z.B. die Stadt und die Burg des Herzog Stjepan, auch als neolitische Siedlung „Zelena pe?ina", "Grüne Grotte" bekannt). Diese Tatsache tut dem Wert des Buches, dessen Ausdruckskraft durch ungewöhnlich interessante Skizzen und Fotographien der verschiedenen Gegenden. Zeiten und Kulturen besonders stark hervorgehoben wird, jedoch keineswegs einen Abbruch.
       Den wohl ansehnlichsten Teil des Buches stellt das Kapitel "Brücken", wo sogar die Beschreibungen auf ungewöhnlich ergreifende Art und Weise gezeigt werden, dar. Niemals aber wurden die Brücken durch Worte so beschrieben, wie sie durch die Linien geschickter Hände herbeigezaubert wurden: Die Hände von Priestern, Konsuln, Missionaren, Reiseberichterstatter und Maler ... In diesem Teil haben sich die Autoren den Eindrücken der Reiseberichterstatter hingegeben, welche manches mal in ihren Aufzeichnungen des Gesehenen und Erlebten, übertrieben haben. (Trotz der vielen herrlichen Beschreibungen und Skizzen ist es bedauerlich, dass die Brücke von Kosor aus dem 3. Jahrhundert, welche die Zeiten überdauerte bis sie 1945 von den deutschen Nationalsozialisten zerstört worden ist, nicht vertreten ist).
       Der umfangreichste Teil des Buches umfasst das Kapitel „Menschen und Bräuche“. Das ergibt sich überzeugender Weise daraus, dass auch die europäischen Gesandten, die den Großteil der beigefügten Bilder gezeichnet und aufgenommen haben, vom Reichtum der bosnisch-herzegowinischen Bräuche, Trachten, Lieder, der Musik und der Tänze betört waren. Hier werden, wie auf einem Präsentierteller, die Menschen des islamischen, des orthodoxen, des katholischen und des jüdischen Glaubens, so wie die Angehörigen des serbischen, kroatischen, muslimischen Volkes und die Roma (Zigeuner), gezeigt... In diesem Teil des Buches würde man auch ohne Text klar erkennen, dass es sich um eine Illustration der zahlreichen stolzen Gesichter der Herzegowina und Bosniens handelt. Viele dieser Bilder erwärmen mein Herz bei dem Gedanken an meine herzegowinische Heimat, jene Region die mir schon immer als der göttlichste Ort auf dem Erdenball erschien insbesondere heute, da ich sie von der anderen Seite des Atlantik aus betrachte.
       Miloš Okuka und Meho Šoše haben zu einer reichen Materialsammlung beigetragen und ein wertvolles Buch über Bosnien geschaffen, dem Land, das es gibt auch wenn es gerade einmal nicht existiert, was das eigentliche Motto der Autoren war und bleibt. Dieses Buch ist gelungen, übersichtlich und äußerst einnehmend, mit den über 190 Bildern, in einer sehr schönen literarischen Sprache verfasst und ohne jegliches Gefälle, man liest es in einem Atemzug und erlebt es intensiv.



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Autor: Danilo Maric
Traducció al català: Dr Milos Okuka

NISMO SE ODAVNO CULI
(Original: Nismo se odavno culi)


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