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Topic: Mulege, Playa el Burro
Leute, ich muss euch sagen, ich kann euch nicht garantieren, wie interessant dieser Weblog herauskommen wird, denn eigentlich erwartet man ja von einem, der wochenlang nach Mexiko geht, dass er verschiedene Orte sieht, Ruinen, Urwald, grosse Kolonialstaedte undsoweiter undsofort, auch ich habe dies eigentlich erwartet, doch immer, darauf beharre ich und dazu stehe ich, habe ich explizit darauf verwiesen, dass ich, falls ich den perfekten Strand am perfekten Ort mit einigen, aber nicht zuvielen, guten anderen Leuten faende, ich absolut keine Hemmungen haette, eine Woche oder gar noch laenger dort zu bleiben, denn welchen Sinn macht eine gestresste Herumreiserei mit Aufenthalten von maximal zwei Tagen am gleichen Ort, wenn man dann doch nicht wirklich die Landschaft richtig sieht, die Leute ein wenig besser kennenlernt, die Atmosphaere eines Ortes, den Lebensstil und die Einstellung der Menschen, richtig kennenlernt? Das mir das wirklich geschehen wuerde, habe ich hingegen nicht erwartet, doch nun ists dennoch eingetroffen: Nach einer gemuetlichen Busfahrt der Kueste entlang und durch kaktusdurchsaehte Wueste gelangte ich nach Mulege, ein Dorf 3 km von der Kueste des Mar de Cortes entfernt, an einem palmenbesaeumten Fluss, mit 2000 Einwohnern, eine Oase in der ockerroetlichen Stein- und Kaktuswueste, welche einen wesentlichen Teil der Landschaft dieser Peninsula ausmacht, ein wunderschoenes kleines Oertchen, wo ich im Hotel Las Casitas eincheckte, ein angenehmer Ort mit einem Patio voller tropischer Pflanzen, dort zwei Naechte verbrachte, am einen Tag einen Ausflug in den nahegelegenen Canyon de Trinidad machte, um uralte indianische Hoehlenmalereien anzusehen und mitten in der Wueste die feinsten Tortillas der ganzen Gegend zu essen (allerdings auch jene mit den schaerfsten jalapenos...), auf dieser Tagestour einige Leute kennengelernt habe, die mir unter anderem eben auch von den fuer mich jetzt schon legendaeren Straenden suedlich von Mulege erzaehlt haben, so dass ich letzten Freitag oder Samstag (langsam habe ich die Tage, Daten und Uhrzeiten nicht mehr so im Griff, denn diese haben hier unten keine groessere Relevanz....) beschlossen habe, ein Taxi zum nahegelenen Playa el Burro zu nehmen... Dort angekommen, mit meinem Rucksack und nur einem Schlafsack bewaffnet, lief ich dem Strand (ein 360 Grad Panoramafoto findet sich auf: http://www.maps-of-mexico.com/mulege_mexico_Gallery.shtml) entlang, auf der Suche nach einer Palapa mit einer Haengematte (Palapa = Bungalow), als mich ein aelterer Surfertyp, Marke Aussteiger, mit Bart, Bandana, usw. anhaute: "Hey Dude, where you going?" So kamen wir ins reden, ich fragte ihn, wo man hier pennen koenne, und er bot mir das Nachbarbungalow an - so kommts, dass ich die letzten drei Naechte z.T. in einer Haengematte, z.T. auf einer Luftmatratze schlafend, draussen, geschuetzt aber von einem Palmendach, fuenf Meter vom Strand der Bahia Conception (Mar de Cortes) entfernt, geschlafen habe, die Tage mit Baseball, Baden, Frisbee spielen, nochmal Baden, Lesen, Schreiben, Reden (mit amerikanischen Aussteigern, mexikanischen Strassenarbeitern, meinem kanadischen Nachbar Eddie, usw...) verbringe, das Leben, die Sonne, die Waerme der Luft und des Meers in vollen Zuegen geniessen, die Abende bei Pacifico-Cerveza und Tequila und Pokern - eben mit diesen mexikanischen Strasenarbeitern, Adolfo, Oscar, Giro, Carlos, mit dem ich schon Hut getauscht habe und jetzt also in einem echten Mini-Sombrero herumlaufe :) Kurz und gut, das Leben ist schoen hier unten, der perfekte Strand mit guten Leuten, und da mir Geary, mein anderer Nachbar und Bungalow-Vermieter (fuer welches ich allerdings nichts zahlen muss, d.h. man muesste wohl Verleiher sagen, aber kommt mir bitte nicht mit juristischen Spitzfindigkeiten, denn es gibt nichts, was ich momentan weniger vermisse...), angeboten hat, dass ich von Mittwoch bis Sonntag in seinem Bungalow wohnen koenne, da er dann nicht hier ist, und dafuer als Gegenleistung seine beiden Katzen fuettern muesse sowie seine Tradition fortsetzen, naemlich jeden Morgen puenklich um 0800 eine wunderschoene Bagpipe-Version von "Amazing Grace" auf seiner Stereoanlage abzuspielen, so laut, dass man es am ganzen Strand und wohl auch in den anderen nahegelegenen Straenden hoert, also da mir Geary dieses Angebot gemacht hat, welches ich aus meines Erachtens durchaus verstaendlichen Gruenden nicht ablehnen konnte, werde ich jetzt also noch eine weitere Woche hier am Playa el Burro verbringen. Senores y Senoras, ihr seht, es geht mir sehr gut, und verbleibe mit dem Motto dieser Gegend als Schlusssatz:
"NO BAD DAYS AT MULEGE"
Posted by sandra
at 6:46 PM CET
Updated: Friday, 4 February 2005 9:11 AM CET
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Updated: Friday, 4 February 2005 9:11 AM CET
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