Mittwoch // 06. September 2006
What's about Redworld?
Dies sind die unendlichen Weiten der Redworld Website,
sie lesen die Geschichte dieser und erfahren gleich interessante Fakten.
Alles begann vor einigen Jahren mit der Gründung der autonomen Redworld Gruppe, diese machte es sich zur Aufgabe mittels der eigenen Website über aktuelle politische Geschehnisse und interessante Meldungen zu berichten. Demonstrationen, Fotos und politische Texte wurden hier veröffentlicht und den BesucherInnen zur Verfügung gestellt. Dabei agierte die Redworld Gruppe aber nicht nur im Internet sondern beteiligte sich auch an diversen politischen und kulturellen Veranstaltungen außerhalb des WWW. Die Ziele wurden in einem so genannten Manifest geschrieben, dabei stand eine radikale Ablehnung des Kapitalismus im Mittelpunkt, ferner sah sie sich als antifaschistisch, antirassistisch und als Gruppe in der linksradikalen Bewegung.
Nach intensiver Analyse gegenwärtiger Kapitalismuskritik und aktuellen politischen Debatten in der radikalen Linken sah sie sich gezwungen Manifest und dessen Inhalt einer grundlegenden Kritik zu unterwerfen. Dass die Redworld Website seit Sommer 2006 wieder im Internet zu finden ist, zeigt vor allem dass die Ergebnisse dieser Selbstkritik ein Ende gefunden haben. Ohne nun im einzelnen auf die verschiedenen Punkte einzugehen sollen hier die grundlegenden Ziele und Auffassungen präsentiert werden.
1. Kapitalismus als globales Ganzes
Entgegen einer früheren personifizierten und symbolisierten Kapitalismuskritik welche zwar die Welt in Beherrschte und Herrschende einteilte, nicht aber erklärte dass dies ein zirkulierender Prozess ist und eben die kapitalistische Organisation des Lebens und der Produktion deren Ursache bildet, wird heute der Kapitalismus als globales Phänomen begriffen. Es wird kein Unterschied zwischen guten und schlechten Kapital (Unternehmen) gemacht, viel mehr steht die kapitalistische Verwertungslogik und die profitorientierte Produktionsweise im Mittelpunkt der Kritik. Ein weiterer Schwerpunkt der Kapitalismuskritik bildet das zentrale Element Arbeit im Kapitalismus. So vertritt die Redworld Website (Gruppe) eine Ablehnung gegenüber der kapitalistischen Lohnarbeit und gegenüber der Tatsache dass Arbeit den Mittelpunkt des Lebens der Menschen bilden soll.
2. radikaler Antifaschismus
Während früher Antifaschismus vor allem als Kampf gegen regionale und bundesweite (sowie europäische) rechtsextreme Bestrebungen gesehen wurde, wird heute der Begriff anusgedehnt und auf jedwede rassistische, faschistische, religiös-fundamentalistische Weltanschauung und Bewegungen ausgeweitet. Dabei ist es zunächst egal ob es sich um national-sozialistisches Gedankengut oder dem Denken und Handeln fundamentaler religiös orientierter Menschen handelt, Ziel und Zweck beider ist die Schaffung eines totalitären Regimes, welches die individuelle Freiheit, Würde und Rechte der Menschen ablehnt oder missachtet.
3. Nation und Volk
Dass sich im Jahr 2006 immer noch viele Menschen auf dieser Welt an fiktive Gebilde wie Nation und Volk halten kann nur als Gegenstreben zur Emanzipation und Aufklärung verstanden werden. Nationalismus und Volksdenken wird hier massiv abgelehnt und ist Bestandteil der Kritik am Ganzen. Es ist prinzipiell egal wo Menschen leben und wo diese aufwachsen, es gibt kein Naturgesetz der Völker, Rassen oder Nationen. Vielmehr soll hier eine kosmopolitische Auffassung vertreten werden welche eine Welt ohne Nationen, Grenzen und Völkern fordert.
4. Antisemitismus
Im national-sozialistischen Deutschland wurde eine hermetisch vorbereitete und industriell durchgeführte Massenvernichtung der Jüdinnen und Juden Europas durchgeführt, Art und Weise dieses Verbrechens ist singulär und mit keinen anderen ethnischen Verbrechen gegen Menschen zu vergleichen. Von Anfang war der Antisemitismus nicht nur ein radikaler Hass gegen jüdisches Leben und Menschen, sondern vor allem auch eine verkürzte Sicht auf den Kapitalismus (Kapitalismuskritik). Prinzipiell werden deswegen hier auch antikapitalistische Theorien abgelehnt die den Mustern des Antisemitismus ähneln. Antizionismus und Antiamerikanismus wird dabei als eben solche verkürzte Kritik verstanden, es findet eine Unterteilung in böse und gute Kapitalisten, Militaristen oder Staaten statt, prinzipiell dem antisemitischen Muster des raffenden und schaffenden Kapitals sehr ähnlich. Die Existenz des Staates Israel wird als logische und notwendige Konsequenz der Shoa betrachtet, daher ist die Verteidigung Israels gegen seine Feinde und die Unterstützung der Jüdinnen und Juden im Kampf gegen ihre eigene Vernichtung Grundbestandteil des politischen Denkens dieser Seite.
5. Utopia
Natürlich gibt es nicht nur Kritik auf dieser Seite sondern auch Auseinandersetzung mit der oft beschworenen und nie erreichten befreiten Gesellschaft. Es wird hier aber die Auffassung vertreten dass allenfalls die Grundpfeiler dieser bereits bekannt sind, ideologische Vorläufer findet man z.B. bei Karl Marx, die versuchte Umsetzung der marxschen Lehre im Zeitalter der Sowjetunion und des Kalten Krieges wird aber als grundfalsch begriffen und der Lehre grundfremd. Utopia, Kommunismus oder wie man sie sonst nennen könnte soll eine Gesellschaft freier Individuen in persönlicher Selbstentfaltung und solidarischem Zusammenleben sein, Zwang, totalitäre Gedanken oder z.B. Patriarchat sind sicher nicht deren Bestandteile. Vielmehr geht es um den aufgeklärten Menschen und die emanzipatorische, solidarische Gesellschaft.
Zum Schluss soll auf die vorab Version der Website der Texte und allem Inhalt hingewiesen werden, jederzeit kann es Veränderungen geben.
In diesem Sinne. Für den Kommunismus. Redworld Website September 2006.
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Montag // 04. September 2006
Yes we are Back!
Hallo Welt hast du uns vermisst??
Die Redworld Homepage, wie sie damals hieß, ist zurück im WWW, doch natürlich nicht im alten Gewand, sondern schön modern und farbenfroh wie sich das so gehört. Nun hat sich ja einiges getan und daher wird sich auch einiges an dem Konzept der Redworld ändern,nicht aber die Tatsache über linke Politik, Bewegung und Utopie zu berichten. ganz nach dem Motto "Utopie und Kritik" wendet sich dieser Blog an alle Menschen die sich eine Gesellschaft nach der Gesellschaft vorstellen können, also die viel beschriebene und leider nie erreichte, aber dennoch erstrebenswerte befreite Gesellschaft. Damit es nicht zu langweilig wird und nicht immer die Rede vom tollen neuen ist, wollen wir den baldigen Untergang der jetzigen Gesellschaft, des Kapitalismus schlechthin, nicht einfach so an uns vorbeigehen lassen, sondern eben diesen begleiten, natürlich kritisch. Gesellschaftliche Analyse, Kritik und Gegeninformation gehören also nach wie vor zum Konzept dieser Seite.
Also Liebe Leute, lest und kritisiert fleißig dann hat das ganze auch einen Sinn, in diesem Sinne, euch allen ein schönes Leben...
capitalism is not the end of history
go communism!
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