EINER DER AUSZOG UM EIN HELD ZU WERDEN

Gambo von der Hausbergkante (HO 1028)
von Reinhard Pauer


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Meine Züchterin, Frau Georgina Pratt, ermöglichte es mir, mit meinem über alles geliebten Herrn im Mai 1999 einen Kurs in Oberviechtach ( Bayern) zu besuchen. Diese Kurswoche war für uns beide hoch interessant. Wir hatten schon zwei Kurswochen in Österreich absolviert, eine 1997 und eine 1998, die uns die nötigen Vorkenntnisse brachten. Beide hatten wir mit Begeisterung mitgemacht. An dieser Stelle vielen Dank Sabine!

Nun, im au mußte ich sehr viel dazulernen. Z.B. Revieren, Vorauslaufen, obwohl kein Balli dort liegt. u.s.w. Ich konnte aber trotzdem schon sehr viel, als wir uns am ersten Tag vorstellten. Ein Ausbildner sagte: "das Beißen brauche ich ihm nicht lernen". So verging die Kurswoche und ich freute mich schon auf die nächste im September in Deggendorf (Paul Kufner Platz).

Diese Woche war der Überhammer. Wir trafen viele Bekannte und auch einige Ausbildner waren vom Mai bekannt. Auch Uwe Wilksen, bei dem ich dann Unterordnung und Schutzdienst machen durfte, war da. Am ersten Tag stellten wir uns wieder vor. Es begann mit der Unterordnung, die ich ganz locker machte. Dann meine Lieblingsdisziplin: "Schutzdienst" Wir machten auch eine "Lange" und Uwe sagte schließlich zu meinem Herrn: "Ich muß schaun, wie ich den Hund am besten abfangen kann, der ist so schnell" (ja, ja gut aufgebaut ist halb gewonnen). Nun, diese Kurswoche war für mich sehr angenehm. Auch die Fährtenarbeit machte riesig Spaß. Nur mit meinem "Gegenstand verweisen" war mein Herr und die Ausbildnerin, Frau Rosemarie Degenbeck nicht zufrieden. Naja, eine Schwäche muß man doch haben.

Für Samstag und Sonntag war eine Prüfung geplant. Und soweit ich das mitbekommen habe, war ich ein heißer Tip für die SCHH2 . Donnerstag abends war es fix, wir sind dabei.

Mein Herr war Freitag abend plötzlich etwas aufgeregt. Als wir den Platz verließen und dann im Zimmer waren, legte sich das wieder. Und nach zwei Achterln Rotwein schlief er dann bald ein.

Der Samstag, Prüfungstag. Vormittag Unterordnung, Nachmittag Schutz. Wir waren insgesamt 13 SCH – Hunde. (1er,2er,3er) Der Richter kam um 8Uhr und bald darauf gings los. Mein Herr und ich waren die letzte 2er Paarung. und hatten bis 11 Uhr noch Zeit. Aber dann gings los. Die Nervosität meines Herrn ließ plötzlich nach und als wir die Unterordnung begannen, war er ganz locker und ich natürlich auch. Wir machten alles korrekt, wenn auch manche Übung nicht ganz exakt war erreichten wir schließlich 83 Punkte. Es war die drittbeste Unterordnung. Das war schon eine Freude. Nun wollte die Zeit nicht vergehen. Wann war endlich Schutz? Wir konnten es dann doch erwarten. Wir kamen als letzte 2er. Ich war aufgeregt, muß ich schon zugeben, Mein Herr weniger. Also wir begannen:

Anmarsch über den Platz zum Revieren und los gings. Alles ging super, dann das 5er Revier – und das umlief ich nicht – weiß der Kuckuck warum, nun zum 6er, ich ließ mir etwas Zeit, um zu verbellen, dann aber um so druckvoller. Kurz darauf kam mein Herr und sagte "Fuß" ich kam sofort und ab diesem Zeitpunkt lief alles perfekt. Es war herrlich. Als mein Herr dann zum Richter Vorsatz sagte:" Übergebe Täter und Waffe. Schutzdienst beendet", der darauf, "Sie dürfen den Hund anleinen", wußten wir beide, das war eine super Arbeit. Stolz gingen wir zu den Zuschauern. Dann kam auch schon der Richter. Er erklärte dann, wie unsere Arbeit war. Zum Schluß sagte er"95, ausgeprägt" und alle freuten sich mit uns. Es war herrlich, mein Herr strahlte und ich freute mich natürlich mit. Wir beide liefen dann zum Auto und ich bekam einige Leckerbissen. Später erfuhren wir, daß wir den besten Schutzdienst von allen hatten.

Nun der Samstag war sehr gut gelaufen. Mein Herr war auch sichtlich zufrieden. Nun kam der Abend und wir gingen zeitig zu Bett. Es fehlte ja noch etwas. Das stelle sich dann am Sonntag heraus. Es war die Fährtenarbeit. Dies war meine schlechteste Plazierung . Die Gegenstände waren weg. Ich habe sie nur kurz angezeigt, was eigentlich genügen sollte, und bin dann weiter. Aber wir haben es geschafft. Das merkte ich gleich. Viele Menschen gaben meinem Herrn die Hand und umarmten ihn. Es war geschafft.

Bei der Siegerehrung war ich dann im Auto, der Ruhe wegen. Mein Herr erzählte mir aber wie es war. Alle Ausbildner gratulierten ihm zu dem tollen Hund. Es gibt auch in Deutschland nur wenige von dieser Sorte, hörte man. Auch Richter Vorsatz gratulierte nochmals und sagte: "Viele Grüße an die Züchterin".

So war das. Die Kurswoche war vorbei, leider. Aber ein bißchen Pause tut dann schon gut. Es bleibt die Erinnerung und Hoffnung auf eine dritte Woche in Deutschland.

Ich wünsche allen Vier- und Zweibeinern alles Gute.

Euer Gambo und sein Herrl Reinhard Pauer.