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Bericht über den Erweiterten Pfarrkonvent
der Christlichen Kirche Nord-Mitteljava
(Gereja Kristen Jawa Tengah Utara - GKJTU)
in Salatiga vom 25.-27. Mai 1999

(erstellt von Petrus Sugito, übersetzt von Pebri & Christian Goßweiler)

Vom 25.-27. Mai 1999 wurde der Pfarrkonvent der Christlichen Kirche Nord-Mitteljava (Gereja Kristen Jawa Tengah Utara - GKJTU) abgehalten, zu dem ein erweiterter Teilnehmerkreis eingeladen worden war. D.h. es waren nicht nur die Pastoren der GKJTU eingeladen, sondern auch die Vikare, die Theologiestudenten der oberen Semester und intellektuelle Nicht-Theologen. So kamen zu dem Pfarrkonvent 18 Pastoren, 7 Vikare, 5 Theologiestudenten und 7 intellektuelle Nicht-Theologen, also insgesamt 37 Teilnehmer.

Zur Debatte standen vier Fragenbereiche:

  1. Eine Konsultation über die Erfahrungen und die Haltung der GKJTU in Fragen der Homosexualität.
  2. Ein Referat und Erfahrungsaustausch über die Faktoren, weshalb die Jugendlichen der GKJTU weiterhin ihrer Kirche treu bleiben.
  3. Die Hoffnungen unter den Pastoren der GKJTU bzgl. des gegenwärtigen und des zukünftigen Persönlichkeitsprofils eines Pastoren.
  4. Ein Erfahrungsaustausch wie die Pastoren und die Christen sich in der Politik engagieren und mitwirken sollen.

Der erste Tagesordnungspunkt wurde von verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen her beleuchtet; dazu war Drs. Darmanto Yatman, SU, als Psychologe, Pfr.Dr. Yusak Tridarmanto und Pfr. E. Gerrit Singgih, PhD, als Theologen sowie Mediziner eingeladen worden. Kurz vor der Tagung mußte Herr Drs. Darmanto Yatman, SU, durch Herrn Harya Guritno, M.Si., ersetzt werden. Die medizinischen Aspekte wurden von zwei Ärzten des "Kariyadi"-Krankenhauses in Semarang besprochen.

Im Folgenden geben wir einen Bericht geben über die Gesprächsergebnisse zu den genannten vier Tagesordnungspunkten, dazu eine Zusammenfassung der Vorträge [nicht übersetzt] in Anlage.

  1. Bericht über das Ergebnis der Studie zu Fragen der Homosexualität
    1. Zur Begriffsklärung
    2. Knapp ausgedrückt kann gesagt werden, daß "praktizierte Homosexualität" [indon.: "homoseks"] die sexuelle Verbindung zwischen einem gleichgeschlechtlichen Paar, also zwischen zwei Männern oder zwei Frauen, bezeichnet. Daher besteht eigentlich ein prinzipieller Unterschied zwischen "praktizierter Homosexualität" und "homosexueller Neigung" [indon.: "homoseksualitas"]. "Homosexuelle Neigung" bedeutet, daß der Betroffene sich von gleichgeschlechtlichen Partner sexuell angezogen fühlt. Doch in der Alltagssprache werden diese beiden Begriffe oft verwechselt.

      Somit kann "Homosexualität" [indon.: "homoseks"] in einem erweiterten Sinn verstanden werden. Dieser Begriff wird verwandt für Männer oder Frauen die andersartige sexuelle Beziehungen haben. Sie fühlen sich hingezogen zu Menschen des gleichen Geschlechts oder praktizieren sexuelle Verbindungen mit ihnen. Ob es sich also nur um eine Neigung handelt oder ob sie diese Sexualität praktizieren, werden sie als Homosexuelle [indon.: "kelompok homoseks"] eingestuft.

    3. Theologische, psychologische und medizinische Beurteilung der Homosexualität
      1. Theologische Beurteilung
      2. Sowohl im Alten wie im Neuen Testament finden sich Texte die mit Homosexuellen [indon.: "homoseksual"] zu tun haben, wenn auch nur wenige.

        1. Im Alten Testament
        2. Homosexuelle werden u.a. erwähnt in 1. Mose 19,1-11; 5. Mose 22,5; 23,17; 3. Mose 18,22; 20,13.

          Die Stellen in 3. Mose und 5. Mose beschäftigen sich nicht direkt mit Homosexuellen, obwohl sie damit zu tun haben. 3. Mose 18,22 und 3. Mose 20,13 reden eher von Transvestiten. 5. Mose 22,5 und 5. Mose 23,17 beleuchten die Praxis der "Tempelprostitution", wie sie sowohl von Frauen wie auch von Männern praktiziert wurde. Der einzige alttestamentliche Text, der wirklich Homosexuelle im Auge hat, steht in 1. Mose 19,1-11. In diesem Abschnitt will der Verfasser eigentlich die Greultaten der Einwohner von Sodom beschreiben, darunter auch die praktizierte Homosexualität, die scharf verurteilt wird. Homosexualität ist eine der Greultaten, die von den Einwohnern von Sodem verübt wurde.

        3. Im Neuen Testament

        Homosexualität wird im Neuen Testament u.a. erwähnt in 1. Tim. 1:10; Röm. 1:26-27 und 1. Kor. 6:9.

        Die erwähnten Verse beschäftigen sich nicht grundsätzlich mit der Homosexualität, sondern besprechen nur homosexuelle Praktiken. Praktizierte Homosexualität wird in einem Atemzug genannt mit verschiedenen unmoralischen Verhaltensweisen. Das heißt, daß praktizierte Homosexualität Sünde ist und der Betreffende Buße tun muß.

      3. Psychologische Beurteilung
      4. Im Blick auf ihr soziales und mentales Verhalten zeigen die Homosexuellen keine Auffälligkeiten. Ihre Unnormalität beschränkt sich auf ihre sexuelle Neigung zu gleichgeschlechtlichen Partnern. Dieser psychische Drang zu gleichgeschlechtlichen Partnern führt dazu, daß sie als nicht normal betrachtet werden.

        Einige psychologische Faktoren, die zu einer homosexuellen Neigung beitragen, sind:

        1. Heterophobie, d.h. Angst vor sexuellen Beziehungen mit andersgeschlechtlichen Partnern

        2. Traumatische Erfahrungen in der Vergangenheit

        3. Konditionierung durch Einflüsse aus einem schlechten sozialen Umfeld

      5. Medizinische Beurteilung

      Medizinische Ursachen für die Homosexualität, wie z.B. hormonelle Veränderungen, sind unter Fachleuten noch umstritten. Hormonelle Veränderung führen nicht direkt zu Homsexualität, aber zu Zwittern / Transvestiten [indon.: "banci"]. Es ist jedoch gut möglich, daß Transvestie schließlich zu Homosexualität führt. Doch Homosexualität hat medizinische Auswirkungen, nämlich verschiedene Haut- und Geschlechtskrankheiten, vor allem wenn sie mit häufig wechselnden Partnern praktiziert wird. Wenn sie analen Sex praktizieren, ist die Haut um das After besonders anfällig für Krankheiten.

    4. Stellungnahme und dogmatische Beurteilung der GKJTU zur Homosexualität

    1. Homosexualität kann durch verschiedene psychologische und soziale Faktoren verursacht sein. Medizinische Ursachen (wie z.B. hormonelle Veränderungen) sind hingegen noch umstritten.
    2. Die Studie kommt jedoch zu dem Schluß, daß (praktizierte) Homosexualität Sünde ist, was auch immer ihre Ursache sei.
    3. Auch wenn (praktizierte) Homosexualität Sünde ist, so sind die Homosexuellen genauso im Stand der Sünde wie alle anderen Sünder und haben ein Anrecht auf das Heil.
    4. Als praktische Folgen ihrer Sünde ...

a) kann ihre Verbindung nicht kirchlich gesegnet / getraut werden

b) dürfen sie keine kirchlichen Ämter bekleiden

c) dürfen sie auf keiner Ebene (ehrenamtliche) Mitarbeiter in der Kirche werden

d) dürfen sie nicht am Abendmahl teilnehmen. Sie müssen seelsorgerlich begleitet werden und stehen während dieser Zeit unter Kirchenzucht.

    1. Homosexuelle in der indonesischen Gesellschaft
    2. Es gibt in Indonesien zwei Millionen organisierte Homosexuelle unter Führung eines Doktors. In der gegenwärtigen Ära der politischen Reformen [indon.: "era reformasi"] haben sie sich einer Partei angeschlossen, die besonders vehement für Demokratisierung auf allen Ebenen eintritt. Darüber hinaus hat man noch nichts über ihre Aktivitäten gehört.

    3. Schluß

In der GKJTU ist die Homosexualität noch kein wirkliches Problem, aber gelegentlich hat die GKJTU bereits Erfahrungen gemacht, homosexuelle Gemeindeglieder zu begleiten. Den Pastoren der GKJTU sind jedoch schon Fälle von Homosexualität in der Seelsorge begegnet. In den genannten Fällen hat die Seelsorge bisher noch nicht zum Erfolg geführt.

  1. Die Aktivität der Jugend in der GKJTU

(Ergebnis einer Studie über die Aktivität der Jugend in den GKJTU-Gemeinden Salatiga und Semarang IV)

    1. Einführung
    2. Die Rolle der Jugend in der Kirche ist in der Tat von entscheidender Bedeutung. Oft wird die Dynamik des Gemeindelebens von der Aktivität der Jugendlichen geprägt. Dies läßt sich kaum bestreiten. Viele kreative und neue Aktivitäten entstehen vielmals auf Initiative der Jugend. Die Jugendlichen, mit ihrem speziellen physischen und psychischen Voraussetzungen erscheinen oft als die "Lebenskraft" die "Leben" oder "Tod" der Gemeinde bestimmen.

      Andererseits sind die Jugendlichen oft noch psychisch labil, kritisch und haben eine hohe Mobilität. Allzu leicht kritisieren sie etwas und verlassen es, wenn es ihnen nicht mehr interessant erscheint. Sie sind eben dynamisch und innovativ, daher sind sie geneigt, das etablierte und bewährte abzulehnen und neue Herausforderungen zu suchen.

      Wenn die Jugendlichen die traditionellen Kirchen verlassen, so liegt dies häufig an deren steifem Gemeindeleben, das ihren Bedürnissen nicht mehr entspricht.

      Eine kurze Beobachtung genügt, um zu sehen, daß die Jugendlichen in der GKJTU immer noch aktiv sind und sich bei verschiedenen kirchlichen Aktivitäten "wohlfühlen". Sie nehmen nicht nur am Sonntagsgottesdienst teil, sondern auch an verschiedenen anderen Aktivitäten. Wie hoch ist also ihre Aktivität in der Kirche? Was sind ihre Beweggründe, in der Kirche aktiv zu sein? Was zieht sie an, daß sie weiterhin gern an kirchlichen Aktivitäten teilnehmen? Diese Fragen wollen wir aufgrund einer einfachen Studie in den GKJTU-Gemeinden Salatiga und Semarang IV beantworten.

    3. Erörterung
      1. Die Aktivitäten, an denen die Jugendlichen teilnehmen
      2. Alle kirchlichen Aktivitäten, an denen die Jugendlichen teilnehmen, lassen sich in zwei Kategorien einteilen: Die erste Kategorie umfaßt Routine-Aktivitäten, d.h.: Sonntagsgottesdienste, Jugendgottesdienste, Bibelstunden, Kirchenchöre / Musikgruppen, Konfirmandenunterricht und Kindergottesdienst-Helferkreise. Die zweite Gruppe umfaßt Sonderveranstaltungen wie Festgottesdienste, Freizeiten, Zeltlager, Schulungen usw.

        Nur sehr wenige Jugendliche beschränken sich auf den Sonntagsgottesdienst. Die meisten Jugendlichen nehmen an 1-3 weiteren Aktivitäten teil. Einzelne sind sogar an 4-6 weiteren Kreisen aktiv. Sie nehmen auch recht regelmäßig an diesen Programmen teil. Vor allem im sonntäglichen Hauptgottesdienst sind sie sehr häufig zu sehen. All dies zeigt, daß die Teilnahme der Jugendlichen am kirchlichen Leben der GKJTU als gut eingestuft werden kann.

        Auch an Sonderveranstaltungen nehmen sie häufig teil. Fast alle Befragten sagten, sie nähmen an Festgottesdiensten zu christlichen Feiertagen teil. Ein großer Teil nimmt auch an aktiv an Freizeiten teil.

        Besonders interessant ist, daß die Jugendlichen trotz der vielen Aktivitäten in ihrer eigenen Kirche auch noch an ökumenischen Begegnungen mit anderen Kirchen teilnehmen. Ein großer Teil der Befragten äußerte, sie nähmen an ökumenischen Gottesdiensten zu den großen christlichen Feiertagen teil.

      3. Die Motive der Jugendlichen, sich kirchlich zu engagieren

Weshalb engagieren sich die Jugendlichen in der Kirche? Was motiviert sie? Aus dieser einfachen Studie kann gefolgert werden, daß es viele Gründe oder Motive gibt für ihr kirchliches Engagement, die sich folgendermaßen ordnen lassen:

    1. Erbauung, hören auf die Predigt und lernen von Gottes Wort
    2. Dies ist die Haupt-Motivation für ihre Teilnahme am kirchlichen Leben. Auferbauung ist die Hauptmotivation für ihre Teilnahme am Hauptgottesdienst und am Jugendgottesdienst. Am Konfirmandenunterricht und an den Bibelstunden nehmen die Jugendlichen teil, um Gottes Wort besser kennenzulernen.

    3. Von den Eltern geschickt oder von Freunden mitgenommen

Auch wenn diese zwei Faktoren nicht die Hauptgründe sind, so haben sie doch auch einen großen Einfluß. Dies zeigt, daß die Jugendlichen auch äußere Motive nötig brauchen, die sie zur Teilnahme am kirchlichen Leben bewegen. Die Rolle der Eltern und von Freunden hat großen Einfluß auf ihre Teilnahme am kirchlichen Leben.

      1. Die Bewertung der kirchlichen Aktivitäten durch die Jugendlichen

Fast alle Befragten fanden die besuchten kirchlichen Aktivitäten interessanten, viele sogar sehr interessant. Nur ein kleiner Teil fand sie nicht so interessant. Was macht diese Veranstaltungen für die Jugendlichen so interessant?

    1. Die Predigt oder sonstiges Gesprächsmaterial
    2. Diese beiden Faktoren machen es für die Jugendlichen interessant, an kirchlichen Veranstaltungen teilzunehmen. Weshalb sind die Jugendlichen an der Predigt und sonstigem Material interessiert? Sie sagen, der Inhalt sei relevant und entspreche ihren Bedürfnissen, werde engagiert vorgetragen, enthalte neue Informationen und auch angemessenen Humor

    3. Die Lieder
    4. Auch die Lieder ziehen die Jugendlichen an, auch wenn dies nicht der Hauptfaktor ist. Beim Sonntagsgottesdienst und bei den Jugendgottesdiensten sind die Lieder der Hauptanziehungsfaktor nach der Predigt. Doch lieben die Jugendlichen eher lebendige Lieder mit Dynamik und Engagement.

    5. Gleichaltrige Freunde
    6. Daß bei den Gottesdiensten gleichaltrige Freunde dabei sind, ist kein unbedeutender Anziehungsfaktor. Die Jugendlichen fühlen sich geborgener und freuen sich, in einer Gemeinschaft von Gleichaltrigen zu sein.

    7. Essen und Freizeitprogramm

Kleinere Feste oder gemeinsames Essen sowie Freizeitprogramm sind ebenfalls ein starker Anziehungsfaktor. Dazu besteht vor allem Gelegenheit bei besonderen Veranstaltungen wie Freizeiten oder Zeltlagern.

    1. Schluß

Das Ergebnis dieser einfachen Untersuchung zeigt, daß ein Großteil der Jugendlichen in der GKJTU aktiv an den kirchlichen Veranstaltungen teilnimmt. Dieses positive Engagement hängt damit zusammen, daß die Kirche in der Lage ist, auf die Herausforderungen und Nöte der Jugendlichen entsprechend ihrer Situation einzugehen. Ebenso wichtig ist die Rolle des sozialen Umfeldes, sowohl der Eltern wie auch gleichaltriger Freunde, die motivieren, an kirchlichen Veranstaltungen teilzunehmen.

  1. Kriterien oder Persönlichkeitsprofil

Aufgrund eines Vortrages und durch gemeinsame Diskussion unter den Pastoren der GKJTU, die am Pfarrkonvent teilnahmen, unter Berücksichtigung des Wesens der Kirche, dem Wesen des Pfarramtes, des Kontextes und Umfeldes der GKJTU, der weltweiten gesellschaftlichen Entwicklungen und Trends in Gegenwart und Zukunft wird von einem Pastoren / einer Pastorin der GKJTU jetzt und erst recht in der Zukunft das folgende Persönlichkeitsprofil erwartet.

  1. Hohe intellektuelle Fähigkeiten. Er / sie muß Spezialist auf theologischem Gebiet sein, aber auch ein gutes Allgemeinwissen haben [indon.: "generalis"] auf anderen Fachgebieten, vor allem insoweit diese in Zusammenhang mit seinem / ihrem Dienst stehen.
  2. Gute Fähigkeiten zur Führung und Verwaltung
  3. Eine hohe Professionalität, d.h. er / sie muß Pfarramt und Führungsaufgaben kompetent ausüben. Ein(e) Pastor(in) der GKJTU sollte "the right man in the right place" sein.
  4. Er / sie muß sich Dienst und Berufung ganz hingeben und sie treu ausführen.
  5. Er / sie muß fleißig arbeiten und seine / ihre Aufgaben selbständig erledigen.
  6. Verständnis für die Kultur (javan.: mbudayani)
  7. Er / sie muß menschlich sein und zwischenmenschliche Kontakte pflegen
  8. Sinn für Humor
  9. Er / sie muß eine Hirte sein für seine "Schäflein" und "väterliche" bzw. "mütterliche" Züge haben
  10. Glaube, eine hohe Moral, Standfestigkeit, Ganzhingabe, Ehrlichkeit als "Gottes Mitarbeiter"

Anmerkungen:

  1. Die Reihenfolge dieses Persönlichkeitsprofils muß keine Wertung beinhalten, sondern ist rein zufällig
  2. Wenn man die Wirklichkeit der GKJTU betrachtet, so erfüllt bisher kein(e) Pastor(in) alle Kriterien in gleichem Maße. Jeder hat besondere Stärken in einem Bereich, während andere Bereiche zu wenig entwickelt sind. Dies ist ganz selbstverständlich, da das oben dargestellte Profil normativ sein soll, d.h. als Bezugsrahmen für alle Pastor(inn)en.
  3. Von den Teilnehmern kam der Vorschlag, daß bei den kommenden Pfarrkonventen jeder einzelne Punkt dieses Persönlichkeitsprofils gründlich besprochen wird im Hinblick auf seinen Inhalt und seine Konsequenzen.
  1. Ergebnis des Erfahrungsaustausches zur Frage, wie sich die Pastoren und alle Christen im politischen Bereich verhalten und engagieren sollen

Für die Frage, wie sich die Glieder der GKJTU im politischen Bereich verhalten und engagieren sollen, insbesondere im Blick auf die bevorstehenden Wahlen am 7. Juni 1999, gibt es bereits klare Richtlinien im Rundschreiben der Kirchenleitung (MPH GKJTU) Nr. 49/GKJTU/25. Synodalperiode/IV/1999 vom 22. April 1999 an alle Presbyterien der GKJTU, die Leiter der Filialgemeinden und die Kreissynodalvorstände. Aus diesem Rundschreiben seien die wichtigsten Auszüge zitiert:

"Da die Parlamentswahlen am 7. Juni 1999 immer näher rücken, hält es die Kirchenleitung für nötig, an alle Presbyterien der GKJTU, die Leiter der Filialgemeinden und die Kreissynodalvorstände zu schreiben, um Ihnen einige Dinge zu erläutern, die wir für sehr wichtig halten:

  1. Je näher die erwähnten Parlamentswahlen rücken, umso mehr halten wir alle eine gesunde, sichere und ruhige Atmosphäre für notwendig. Eine solche Atmosphäre wünschen wir uns alle für unsere Gemeinden und für die Gesellschaft. Ob es zu dieser Atmosphäre kommt, hängt von uns allen ab.
  2. Im Hinblick auf die jüngste politische Situation, im Zusammenhang mit der erwähnten gesunden, sicheren und ruhigen Atmosphäre einerseits und der rechten Haltung der GKJTU als Kirche andererseits muß die Kirchenleitung der GKJTU folgendes erklären und festhalten:
  3. Die GKJTU ist eine Kirche und als Kirche ist sie keine politische oder sonstige Organisation.
  4. Die GKJTU als Kirche untersteht keiner politischen Organisation und ist an keine politische Organisation gebunden. Die GKJTU steht über allen politischen Gruppierungen.
  5. Gegenüber allen politischen Gruppierungen hat die GKJTU ihre priesterliche und prophetische Aufgabe wahrzunehmen.
  6. Deshalb gestattet die Kirchenleitung der GKJTU den Presbyterien, den Gemeindegruppen, den Vorständen der Filialgemeinden, den Kreissynodalvorständen, den Abteilungen der Kreissynoden, den Abteilungen der Synode und den Einrichtungen der GKJTU nicht, sich in irgendeiner Partei praktisch politisch zu betätigen im Rahmen ihrer Position oder im Namen ihrer Gemeinde, ihrer Filialgemeinde oder einer Einrichtung der GKJTU. Unter praktischer politischer Betätigung verstehen wir Teilnahme am Wahlkampf, Mitarbeit in Parteivorständen oder ähnliche Aktivitäten, sei es auf eigene Initiative sei es auf Einladung.
  7. Die Kirchenleitung der GKJTU ermutigt alle Gemeindeglieder, sich aktiv in einer politischen Partei ihrer Wahl zu betätigen, jedoch nicht im Namen der GKJTU sondern in eigener Verantwortung."

Der Pfarrkonvent beschloß speziell, daß die kirchlichen Mitarbeiter, d.h. Pastoren, Laienprediger / Evangelisten und Vikare keine Ämter in politischen Parteien bekleiden dürfen, gleichgültig auf welcher Ebene. Wenn ein kirchlicher Mitarbeiter berufen ist, dem Herrn im politischen Bereich zu dienen, indem er Parteifunktionär oder Parlamentarier wird, so kann dem betreffenden angeboten werden:

  1. Unbezahlten Urlaub zu nehmen solange er dieses politische Amt bekleidet
  2. Sich frühzeitig pensionieren zu lassen
  3. Sein Amt als Pastor, Laienprediger / Evangelist oder Vikar aufzugeben
  4. Eine andere Lösung im Einvernehmen mit der betreffenden Gemeinde oder Einrichtung und im Benehmen mit der Kirchenleitung der GKJTU

Dies ist das Ergebnis des Pfarrkonventes der GKJTU vom 25.-27. Mai 1999, das wir berichten können. Möge es eine Orientierung für unser aller Dienst werden.

 

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