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Synkretismus,
Kontextualisierung und Zusammenleben
der Religionen auf Java (Indonesien)
von:
Christian Goßweiler*
(Kein anderer Name …. Festschrift für P. Beyerhaus, hg. Th.
Schirrmacher, Nürnberg 1999, S. 406-416)
Synkretismus ist
eine der traditionellen Fragestellungen der Missionswissenschaft. Dabei ist zu
unterscheiden zwischen einerseits einem eher unbewußten Synkretismus, bei dem
die Neugetauften teils aus Unkenntnis bisherige Praktiken und Anschauungen aus
anderen Glaubenssystemen beibehalten.[1] Diesem unbewußte Synkretismus ist durch
eine gründliche Seelsorge und Unterweisung relativ einfach zu begegnen.
Problematischer ist hingegen ein reflektierter Synkretismus, der ganz bewußt
verschiedene Religionen zusammenbringt.[2] Gerade dieser reflektierte Synkretismus
bedeutet eine besondere Herausforderung für die Missionswissenschaft und das
Bekenntnis zu dem Einen Namen, “in dem wir sollen selig werden”. Andererseits
bedeutet jedes Nebeneinander der Religionen eine Anfrage, dieses Zusammenleben
im Rahmen einer “Theologie der Religionen” zu reflektieren und im Rahmen der
Kontextualisierung des Evangeliums Konsequenzen zu ziehen. Dabei verläuft die
Grenze zwischen Kontextualierung und Synkretismus vielfach sehr dünn und ist
oft strittig. Für alle diese Fragen bietet die javanische Kultur reiches
Anschauungsmaterial. Der vorliegende Aufsatz soll sich dabei auf jenen bewußt
reflektierten Synkretismus und seine theologische Verarbeitung im javanischen
Kontext konzentrieren.
Die Volksgruppe
der Javanen ist in mehrfacher Hinsicht einzigartig: Die Javanen besiedeln die
Mitte und den Osten der Insel Java (im Westen Javas leben die Sundanesen) und
haben dieses Gebiet zu einem der dicht besiedeltsten der Erde gemacht. Als
Transmigranten (“Übersiedler”), Beamte und sonstige Zuwanderer sind die Javanen
aber fast überall auf dem indonesischen Archipel (und in Suriname) zu finden;
man schätzt, daß fast die Hälfte der 210 Millionen Indonesier Javanen
sind.[3] Wahrscheinlich aufgrund der dichten
Besiedlung des javanischen Stammlandes hat die Javanen eine einzigartige Kultur
der Harmonie und Toleranz (“kerukunan”) entwickelt. Harmonie zu fördern und
Konflikte soweit irgendmöglich zu vermeiden gehört zu den höchsten Werten der
javanischen Kultur. Hinter dieser außerordentlichen Toleranz und Offenheit der
Javanen steht aber vor allem die feste Gewißheit, daß die javanische Kultur
jeden äußeren Einfluß schließlich assimilieren und “javanisieren” wird, ohne
dabei ihre Identität zu verlieren.[4] Dabei kann natürlich von “den Javanen”
(wie bei jeder anderen Volksgruppe) nur idealtypisch gesprochen werden, unter
Absehung von individuellen, sozialen und regionalen Unterschieden.[5] Diese Harmonie, Toleranz und
Assimiliationsvermögen hat auch die religionsgeschichtliche Entwicklung der
Javanen geprägt. Nur so konnten die Javanen zu der Volksgruppe werden, in der
wohl die meisten größeren Konversionsbewegungen zwischen den Hochreligionen
stattgefunden haben.
Der ursprüngliche
Glaube der Javanen liegt historisch im Dunkeln, es handelte sich wohl um eine
Art animistischer Ahnenverehrung.[6] Doch läßt sich dieser javanische Glaube
indirekt aus dem heutigen religiösen Leben auf Java erschließen: Viele Elemente
des javanischen Islam, Hinduismus und Buddhismus sind eben nicht aus deren
jeweiligen Ursprungsländern zu erklären, sondern müssen aus dem alten
javanischen Animismus stammen. So hat dieser javanische Glaube jeder der später
eingedrungenen Religionen seinen unverwechselbaren Stempel aufgeprägt, wie an
verschiedenen Beispielen gezeigt werden soll.
Schon ab dem
7. Jh. n.Chr.Geb. drangen der Hinduismus-Shivaismus und der Buddhismus aus
Indien nach Java vor. Besonders die Oberschicht wandte sich diesen indischen
Hochreligionen zu, hinduistische und buddhistische Königreiche lösten sich auf
Java ab und brachten religiöse Monumentalbauten hervor, wie z.B. den
(buddhistischen) Borobudur ebenso wie die (hinduistischen) Tempel der Prambanan-Ebene
sowie auf dem Dieng Plateau. Doch bei näherem Hinsehen zeigen schon diese
Bauwerke, daß die fremden Religionen aufgenommen, dann aber weiterentwickelt,
miteinander vermischt und schließlich “javanisiert” wurden. So sind z.B. die
Stupas des Borobudur buddhistisch, seine terassenförmige Anlage entspricht
jedoch javanischer Weltanschauung;[7] daneben ließen die javanischen Könige es
sich nicht nehmen, mit dem Borobudur das weltgrößte buddhistische Bauwerk zu
errichten. Der christliche Glaube wurde ebenfalls ab dem 7./8. Jahrhundert von
indischen Missionaren nach Sumatra und wohl auch nach Java gebracht; doch ist
dieser Abschnitt der indonesischen Missionsgeschichte bisher noch kaum
erforscht.[8]
Etwa ab dem
14. Jahrhundert brachten dann die “Neun Walis” (“Wali Songo”) einen
mystischen Sufi-Islam aus China nach Java. Auch ihre “Kontextualisierung” läßt
sich am einfachsten an architektonischen Beispielen erläutern: Haben sonst
überall auf der Welt die Moscheen das typische, runde “Zwiebeldach”, so ist hat
die typische javanische Moschee, z.B. in Demak, ein viereckiges Stufendach,
eine Aufnahme des hinduistisch-buddhistischen Weltenbergers Meru. Selbst der
Heiligen Stadt Al-Quds (der arabische Name für Jerusalem: “Die Heilige”) wurde
in der javanischen Stadt Kudus eine “Konkurrenz” geschaffen; sieben Wallfahrten
nach Demak könnten sogar die Wallfahrt nach Mekka ersetzen.[9] Auch das traditionelle javanische
Wayang-Schattentheater setzten die “Neun Walis” zur Verbreitung des Islam ein.
Dabei werden Szenen aus dem hinduistischen Mahabarata-Epos islamisch
kommentiert und interpretiert; der eigentliche “Herr des Wayang” aber ist
Semar, eine Verkörperung des vorhinduistischen, ur-javanischen Hochgottes
Ismaya. Selbst die javanisch-hinduistischen Heilsmahlzeiten “kenduri” wurden in
islamische “slametan”-Zeremonien uminterpretiert. Vielfach gehören zu den
“kenduri” / “slametan” sowohl arabisch-islamische Gebete wie auch die Anrufung
verschiedener Geister (“danyang”) auf Javanisch. Zentren der Islamisierung
wurden die “Pesantren”, klosterähnliche Wohngemeinschaften (auf Zeit) von
Koranschülern mit ihrem Lehrer - eine islamische Variante des hinduistischen
Ashram (selbst das Wort “pesantren” stammt aus dem Sanskrit!).
Dieser sehr javanische
Islam wurde von den buddhistisch-hinduistischen javanischen Königen zunächst
sehr tolerant aufgenommen. Bald entstanden jedoch eigene islamische Königreiche
/ Sultanate, die die hinduistischen verdrängten. Schließlich mußte die
Oberschicht des letzten hinduistischen Majapahit-Königreiches nach Bali fliehen
und prägt dort bis heute als “Majapahit-Balinesen” (eigentlich “Javanen”) das
kulturelle und religiöse Leben. Die übrigen Javanen nahmen den Islam an, ein
kleiner Teil in wirklicher Überzeugung (die “grünen” Muslime oder Santri), der größere Teil nur nominell
(die “roten” Muslime oder Abangan).[10] Gepflegt wird jene eigenartige Mischung
aus nominellen Islam, Hinduismus, Buddhismus und einheimischen javanischen Vorstellungen
vor allem in den javanischen Mystiker-Zirkeln, den “aliran kebatinan”. Auch
wenn nur ein kleiner Teil der Javanen zu den “Kebatinan”-Zirkeln gehört, so
bringen sie doch den Glauben der Mehrheit der Javanen zum Ausdruck. Diese
Mischreligion läßt sich eigentlich nur als “Javanismus” (javan. “Kejawen”)
bezeichnen. Schon die niederländische Kolonialregierung konnte jedoch den
Javanismus und die Kebatinan-Zirkel nicht als Religion anerkennen und erklärte
ihre Anhänger kurzerhand zu Muslimen..
Nach dem
mysteriösen, gescheiterten Putschversuch von 1965 drängte das Suharto-Regime
jeden Indonesier, eine Hochreligion anzunehmen. Ungefähr eine halbe Million der
nominellen “Abangan”-Muslime wurden damals von Fanatikern ermordet, etwa zwei
Millionen Anhänger des Javanismus und nominelle Muslime wurden (z.T. aus Angst)
Christen.[11] Während die christliche Mission bis dahin
auf Java wenig zahlenmäßige Erfolge verzeichnen konnte, stieg in den Jahren
1965-75 die Mitgliederzahl vieler javanischer Kirchen auf das vier- bis
fünffache. Bis in die Gegenwart werden auf Java wahrscheinlich mehr Muslime
Christen (aber auch Christen Muslime!) als irgendwo sonst auf der Welt.
Dieser
Synkretismus und diese religiöse Toleranz der Javanen haben jedoch immer wieder
Gegenbewegungen ausgelöst. Als ab dem 19. Jahrhundert immer mehr Javanen
die Wallfahrt (“Hadj”) nach Mekka unternehmen konnten, wurde ihnen bewußt, wie
sehr sich der javanische Islam vom arabischen, “ursprünglichen” Islam
unterschied. So wurde schließlich die Muhammadiyah als intellektuelle, arabisch
orientierte Erneuerungsbewegung gegründet. Bis heute versucht die Muhammadiyah,
synkretistische Einflüsse zurückzudrängen und den Islam zu purifizieren und zu
arabisieren. Auch gegenüber den Christen nehmen die meisten Anhänger der
Muhammadiyah eine militante Haltung ein. Doch ist die Muhammadiyah bisher nur
auf eine kleine, intellektuelle Oberschicht beschränkt. Unter der einfachen
Bevölkerung ist die islamische Theologen-Vereinigung “Nahdatul Ulama” (NU)
wesentlich populärer. Die NU unter ihrem Vorsitzenden Abdurrahman Wahid
(genannt “Gus Dur”) will bewußt die Kontextualisierung der “Neun Wali”
fortsetzen und ist auch sehr am interreligiösen Dialog interessiert. “Gus Dur”
wurde sogar schon als Vermittler im Nahost-Konflikt eingeladen - was ihm viel
Kritik von Seiten der fundamentalistischen Muslime eintrug.
Seit den 80er
Jahren ist eine neue “Islamische Erweckung” (“Kebangkitan agama Islam”) auch in
Java zu beobachten; viele nominelle “Abangan”-Muslime werden zu überzeugten
“Santri-Muslimen”. Dieses Kräftespiel zwischen fundamentalistischen und
kontextuell geprägten Muslimen prägte auch die politische Landschaft
Indonesiens während der letzten zehn Jahre. Seit 1990 öffnete sich das
Suharto-Regime (unter der Führung der GOLKAR-Partei) gegenüber den
Fundamentalisten, ab 1996 kam es dann zu zahlreichen Kirchenzerstörungen, die
von einer kleinen, militanten Minderheit zu verantworten sind. Für das
Suharto-Regime waren diese Kirchenzerstörungen ein willkommenes Ventil, um von den
eigentlichen politischen und sozialen Problemen abzulenken. Es ist daher
verkürzt, von einer Christenverfolgung in Indonesien zu sprechen.
Die eigentlichen
Kräfteverhältnisse zeigten sich bei den freien Wahlen am 7. Juni 1999:
Nach dem amtlichen Endergebnis[12] erreichte die “(streitbare) Demokratische
Partei Indonesiens” (PDI-P) von Megawati Sukarnoputri rund 36% der Stimmen.
Megawati vertritt genau wie ihr Vater, der frühere Präsident Sukarno, den
toleranten, “synkretistischen” javanischen Islam. So macht es ihr z.B. keine
Probleme, auf Bali an hinduistischen Tempelzeremonien teilzunehmen; viele
Christen haben Schlüsselpositionen in der PDI-P - was beides natürlich viel
Kritik von Seiten der Fundamentalisten erregt. Aber auch die “Partei der
Volkserweckung” (PKB) des genannten Gus Dur erreichte immerhin ca. 20%. Der an
sich tolerante (frühere) Vorsitzende der Muhammadiyah, Dr. Amien Rais, mit
seiner “Partei des Nationalen Auftrages” (PAN) bekam nur etwa 7%. Die
Islampartei PPP erreichte nur 10%, der Stimmanteil der kleineren islamischen
Parteien ist vernachlässigbar. Mit z.T. fragwürdigen Praktiken konnte die
Partei des alten Regimes, GOLKAR, sich noch mit rund 20% behaupten. In den
javanischen Metropolen Surabaya und Yogyakarta erreicht Megawati jedoch die absolute
Mehrheit. Damit haben die Indonesier und erst recht die Javanen dem
Fundamentalismus eine klare Absage erteilt. Allerdings versucht der politische
Islam (und das alte Regime) weiterhin mit vielerlei Mitteln, die
Präsidentschaft von Megawati zu verhindern.
Nach dieser mehr
phänomenologisch bestimmten Darstellung soll nun die ideelle Basis für die
genannten synkretistischen Phänomene untersucht werden. Zunächst ist hier das
bereits genannte Harmoniestreben der Javanen zu nennen. Diese Harmonie zeigt
sich gerade nicht in der Uniformierung, sondern im Aushalten und Ausgleichen
von Gegensätzen. So muß z.B. am Palast der javanischen Könige / Sultane (in
Yogyakarta und in Solo) stets ein besonders großer und ein besonders kleiner
Diener, ein besonders dunkelhäutiger und ein besonders hellhäutiger
Bediensteter usw. vertreten sein. So soll die Harmonie in der Divergenz
versymbolisiert werden. Genauso sind viele Javanen stolz, wenn unter ihren Kindern
Muslime, Christen und Hindus zu finden sind. Erst recht ist ein typisches
javanisches Dorf stolz darauf, wenn alle fünf Hochreligionen[13] im Dorf vertreten sind; dann ist es ein
Dorf im Sinne der indonesischen Staatsphilosophie Pancasila.
Diese außerordentlich
tolerante Haltung hängt aber auch vielfach mit der Ansicht zusammen, alle
Religionen seien im Grunde gleich (javan.: “Sedaya agami sami kemawon”).
Beliebt ist auch, die Religionen mit einem Hemd zu vergleichen: Ein Hemd kann
man beliebig wechseln, wenn nötig auch mehrere Hemden übereinander tragen oder
sogar gar kein Hemd anziehen. Noch pointierter hat ein Gemeindeglied gegenüber
dem Verfasser geäußert: “Eigentlich haben die Javanen schon immer an Gott
geglaubt und sind Gott in der Meditation begegnet. Als dann die Religionen nach
Java gekommen sind [also
Hinduismus, Buddhismus, Islam und Christentum], haben sie den Glauben der
Javanen nur in institutionell geordnete Bahnen gelenkt. Aber am Glauben der
Javanen haben die Religionen im Grunde nichts geändert.”
Dieser “Glaube
der Javanen” hängt natürlich mit dem javanischen Gottesbild zusammen.
Einerseits ist Gott der unbegreifliche, unaussagbar, der letztlich erhaben über
allen Religionen thront (javan.: “Tan kena kinaya ngapa”). Deshalb ist der
Javane eigentlich ständig auf der Suche nach diesem unerreichbaren Gott, und
keine Religion kann ihm eine befriedigende, letztgültige Antwort geben. Noch
wichtiger als die Suche nach diesem fernen Gott ist für den Javanen jedoch die
Suche nach der “ngelmu sejati” (“vollkommenes Wissen”, “wunderbare Weisheit”,
“übernatürliche Fähigkeit”), die der Javane ebenfalls in allen Religionen
sucht. Andererseits ist Gott dem Mystiker aus jeder Religion in der Meditation
ganz nah, ja in ihm selbst zu finden. Ziel dieser Meditation ist, sich mit
diesem einen Gott zu vereinen (javan.: “Manunggaling Kawula Gusti”),
gleichgültig aus welcher Religion man zu diesem Ziel aufbricht. Deshalb sind in
den Mystikerzirkeln bzw. den “Kebatinan”-Gruppen Muslime, Hindus, Buddhisten,
Katholiken (und sehr selten auch Protestanten) zu finden.
Wie findet sich
aber nun der Einzelne in dieser relativierenden Beliebigkeit zurecht? Fragt man
Javanen, warum sie Christen geworden sind, verweisen sie vielfach auf die
göttliche Erwählung. Wie der Dhalang-Schattenspieler jeder Figur seine Rolle im
javanischen Schattenspiel zuweist, so bestimmt Gott auch für jeden Menschen
seine Religion. Dieser Gedanke kann sogar aus einer (wenn auch eigenwilligen)
Qur’an-Interpretation begründet werden, wie z.B. aus Surah An-Nur (24),
Vers 55: “ER wird sie in ihrer Religion bestärken, die ER für sie bestimmt
hat.” Auch der genannte Gus Dur äußerte kürzlich: “Wenn Gott / Allah wollte,
könnte er alle Menschen zu Muslimen machen, selbst die Steine kann Gott zu
Muslimen machen, wenn ER will. Doch offensichtlich tut Gott das nicht. Also ist
der religiöse Pluralismus gottgewollt.” Natürlich kann dieser Erwählungsgedanke
ebenso aus einem (falsch verstandenen) niederländischen Calvinismus abgeleitet
werden. Aufgrund dieses Erwählungsverständnisses ist der Javane gewiß, die von
Gott bestimmte Religion zu finden, kann aber trotzdem tolerant sein gegenüber
einer anderen Religion, die Gott für andere bestimmt hat, gemäß der auf Java
viel zitierten Surah Al-Kafirun (109), Vers 6: “Deine Religion für dich
und meine Religion für mich.”
Doch muß
abschließend nochmals betont werden, daß sich diese Ansichten vor allem unter
den Anhängern der traditionellen javanischen Weltanschauung finden. Natürlich
ließen sich aus der Minderheit der fundamentalistischen javanischen Muslime
auch ganz andere Beispiele anführen.
Auch in den
christlichen Kirchen auf Java fanden sich von Anfang starke Bestrebungen, den
christlichen Glauben so eng wie möglich mit dem javanischen Denken so
verbinden.[14] Javanische Evangelisten wie Paulus Tosari
und Kyai Sadrach oder der niederländisch-russisch-javanische Mischling Coenrad
Laurens Coolen waren dabei die Vorreiter. Coolen verwendete das
Wayang-Schattentheater zur Verkündigung des Evangeliums, lehnte jedoch Taufe
und Abendmahl als unjavanisch ab; er soll sogar Gebete an die “Göttin der
Berge” formuliert haben. Sadrakh bezeichnete sich selbst als “kyai”, die
Bezeichnung für einen islamischen (Wander‑)prediger nach dem Vorbild der
Neun Wali (wahrscheinlich von chin. “kya” - “umhergehen”). Andererseits
versuchte der deutsche Missionar Johannes Emde, die javanischen Christen gegen
den Synkretismus zu immunisieren, indem er eine scharfe Trennung von allen
Formen der javanischen Kultur lehrte. Er verbot ihnen, Vorstellungen des
Wayang-Schattentheaters, der traditionellen javanischen Tänze oder des
Gamelan-Orchesters zu besuchen. Außerdem mußten sie sich niederländisch
kleiden. So standen sich “javanisch orientierte Christen” (“Kristen Jawa”) und
niederländisch geprägte javanische Christen (“Kristen Landa”) gegenüber. Mit
Hilfe der niederländischen Kolonialregierung setzten sich jedoch die “Kristen
Landa” durch, Kyai Sadrach und seine Anhänger wurden in die Sektiererei
abgedrängt. Man muß dabei jedoch mit bedenken, daß es für die Javanen selbst
damals eine Auszeichnung war, mit den holländischen Kolonialherren
gleichgestellt zu werden. Deshalb schlossen sich schließlich selbst viele von
Sadrachs Anhängern den “Kristen Landa” an. Die evangelikale und pfingstlerische
Mission im 20. Jahrhundert nahm (und nimmt) eine ähnliche schroffen
Haltung wie “Vater Emde” an, um dem javanischen Synkretismus vorzubeugen. Nur
die röm.-kath. Mission nahm von Anfang an eine offenere Haltung an, was von
Protestantischer Seite wiederum als Synkretismus gedeutet wurde.
Nach ihrer
Selbständigwerdung haben jedoch die javanischen Kirchen im Rahmen der
Kontextualisierung ihre Haltung gegenüber der javanischen Kultur neu überdacht.
So werden z.B. die traditionellen javanischen Passageriten mit ihren
“Heilsmahlzeiten” (wie z.B. “Tingkeban” zum siebten Schwangerschaftsmonat,
Beschneidung, erste Menstruation etc.) neu praktiziert und christlich
interpretiert. Auch das christliche Wayang-Schattentheater wird neue belebt.
Von den Gemeindegliedern selbst werden diese Bemühungen unterschiedlich
aufgenommen: Manche Gemeindeglieder laden den Pfarrer mit halb schlechtem
Gewissen zu solchen Passageriten ein.[15] Wo der Pfarrer sich selbst zu einem
Vorreiter der “Javanisierung” macht, begrüßen viele Gemeindeglieder die
missionarischen Erfolge dieser Kontextualisierung, andere protestieren: “Wir
sind ‘christliche Christen’ und keine ‘javanischen Christen’!“.[16]
Der Verfasser hat
in diesen Fragen schon manche Diskussionen mit seiner javanischen
Schwiegermutter geführt; dabei wurde immer wieder das Argument laut: “Warum
soll ich zu den Bräuchen zurückkehren, die ich zusammen mit der Evangelistin
aus Surabaya unter Gebet abgelegt habe?” Nachdem die javanischen Christen über
hundert Jahre lang zu “Kristen Landa” erzogen wurden, läßt sich diese
Entwicklung nur schwer rückgängig machen. Andererseits sehen die javanischen
Christen sehr deutlich die Geistesmächte und dämonischen Bindungen, die hinter
manchen dieser Riten liegen und durch die sie selbst gebunden waren. Sie halten
deshalb einen berechtigten “Sicherheitsabstand”.
Schließlich steht
die Javanische Kultur am Ende des 20. Jahrhunderts in einem eigenartigen
Zwiespalt: Durch die Globalisierung und Modernisierung scheint die javanische
Kultur wie auch ihre Glaubensvorstellungen immer mehr zurückgedrängt zu werden.
Vor allem für die jüngere Generation in den Großstädten sind traditionelle
Ausdrucksformen wie Wayang-Schattentheater, Gamelan-Orchester, traditionelle
Tänze und Zeremonien kaum noch interessant. Daher kommt eine Kontextualisierung
in den traditionellen Ausdrucksformen fast zu spät. Als Gegenbewegung zu
Globalisierung und Modernisierung scheint die javanische Kultur im letzten
Jahrzehnt aber geradezu eine Auferstehung zu erleben. So war der Verfasser
selbst überrascht, in Deutschland einen Handzettel mit einer Einladung eines
javanischen Mystikerzirkels überreicht zu bekommen, der deutlich an Deutsche
gerichtet war. Wie die Entwicklung im 21. Jahrhundert weitergehen wird,
läßt sich zur Zeit schwer abschätzen. Auf jeden Fall wird sie neue
Herausforderungen für die Kontextualisierung der javanischen Kirchen erbringen.
Auf jeden Fall
braucht eine solche Kontextualisierung wie auch die Auseinandersetzung mit dem
Synkretismus eine klare Grundlage in einer “Theologia Religionum”. Deshalb
gehört eine Lehrveranstaltung über die Theologia
Religionum zum Pflichtprogramm eines jeden indonesischen Theologiestudenten,
die Theologische Fakultät in Yogyakarta bietet sogar ein Magisterprogramm
speziell zur Frage der Theologia
Religionum an. Im 1997 erschienen neuen Katechismus der Javanischen Christlichen Kirchen widmen
sich 24 der 310 Fragen direkt dem Verhältnis zu anderen Religionen, in vielen
anderen Fragen schwingt dieser Fragehorizont mit.[17] Auch wenn diese Diskussion um eine
christliche theologia religionum ihren
Schwerpunkt in Java hat, so wird sie doch zumeist auf nationaler Ebene geführt,
so daß sie sich im Rahmen dieser Darstellung schlecht auf den javanischen
Kontext begrenzen läßt.
Doch begegnen
viele Gedankengänge aus der oben dargestellten javanischen Weltanschauung in
neuem Gewand. So wird es in letzter Zeit immer populärer, zwischen Religion
(indon.: “agama”) und “Spiritualitas” bzw. Glaube (indon.: “iman”) zu
unterscheiden.[18] Leitsatz ist dabei oft ein Ausspruch des
bereits mehrfach zitierten islamischen Theologen Abdurrahman Wahid (alias Gus
Dur): “Ich habe dieselbe Religion wie Suharto, aber nicht denselben Glauben.
Ich habe eine andere Religion als [der javanische röm.-kath. Priester] Pater Mangun, aber denselben Glauben.”
Berührungspunkt des “Glaubens” von Gus Dur und Pater Mangun ist dabei vor allem
das gemeinsame soziale Engagement. Hier wird also der Inhalt der Religionen
relativiert zugunsten eines Glaubens, der sich vorwiegend von seinem sozialen
Engagement her definiert. Wie der Verfasser in verschiedenen Diskussionen
erlebt hat, haben sich viele indonesische Theologen diese Haltung zu eigen
gemacht.
Das “exklusive
Paradigma”, daß das Heil allein in Christus zu finden sei (Joh. 14:16;
Apg. 4:12) wird dabei scharf kritisiert. Schriftstellen wie Joh. 14:6
dürften “nicht zur Richtschnur oder zum Maßstab gemacht werden für das Gespräch
mit unseren Geschwistern aus anderen Religionen.”[19] Die Kirche müsse sich verabschieden von
einem Missionsverständnis, als habe “die Kirche der ganzen Welt das Evangelium
zu verkündigen, damit alle Menschen zu Jüngern Jesu werden und alle Menschen
niederfallen und Jesus Christus als ihren Herrn bekennen (Matth. 28:18-20;
Phil. 2:9-11).[20] Jenes “exklusive Paradigma” sei
aufzugeben zugunsten eines pluralistischen Paradigmas, in dem “alle Religionen,
einschließlich des Christentums, dem einen Gott dienen und um IHN kreisen.”[21]
Allerdings werden
solche Positionen unter den evangelischen Theologen Indonesiens zumindest
kontrovers diskutiert (für evangelikale oder pfingstlerisch-charismatische
indonesische Theologen sind solche universalistischen Anschauungen natürlich
völlig indiskutabel). Bei einer Fachtagung des Indonesischen Kirchenrates PGI
(„Gemeinschaft Indonesischer Kirchen“) konnten sich die Teilnehmer noch darauf
einigen, daß “Gott der Schöpfer … Menschen aus verschiedenen Religionen zu
gutem, sittlichem Handeln bewegt und ihnen spirituelle Erfahrungen in ihren
Religionen schenkt.” Weiter betonen die Teilnehmer in ihrem Abschlußdokumente,
daß “Zeitpunkt und Weise der [ewigen] Errettung eines
Menschen allein Gott bestimmt”. Ein Teil der Diskussionsteilnehmer möchte aber
daran festhalten, daß diese Errettung verstanden werden muß als “Errettung
durch Christus als Mitte des Heils”, ein anderer Teil verzichtet bewußt auf
diesen christologischen Zusatz.[22] Die Javanische
Christliche Kirche formuliert in dem genannten Katechismus bewußt
christozentrisch: “Die Religionen sind von den Menschen geschaffen im Stande
der Sünde …. so daß keine Religion den Menschen zu Gott führen kann. Doch kann
die Religion auf wunderbare, außerordentliche Weise von Gott gebraucht werden, um
Menschen dazu zu führen, auf Jesus zu sehen, und indem sie an Jesus glauben,
kommen sie zu Gott.”[23]
Von daher kann
der Verfasser selbst die Diskussion um die Theologie der Religionen nur in
reformatorisch-heilsgeschichtlicher Perspektive sehen, ohne damit dem
javanischen Kontext europäische Denkkategorien aufzwingen zu wollen. Der
bereits beschriebene javanische Erwählungsgedanke läßt sich dabei sehr gut mit
dem reformatorischen Verständnis der Erwählung verbinden, wie schon Luther in
der Frage der Erwählung einen der wichtigsten Streitpunkte mit seinen Gegnern
sah. Umso bedauernswerter ist, daß die meisten indonesischen Kirchen heute die
Erwählung in Frage stellen und eine mehr oder weniger arminianische Position
vertreten[24] - vielleicht gerade um “Synkretismus” mit
dem javanischen oder islamischen Fatalismus zu vermeiden. Doch schon Karl Barth
hat erkannt, daß die Erwählung einen hilfreichen Ausgangspunkt für eine
evangelische theologia religionum bietet.[25] Für Karl Barth ist die christliche
Religion nicht besser als jede andere. Es ist daher reine Erwählungsgnade
Gottes, daß Gott ausgerechnet das Christentum erwählt hat, um seinen Sohn Jesus
Christus als den Erlöser der Welt zu offenbaren. Oder wie der Verfasser gern in
seinem Unterricht pointiert: “Die Christen sind nicht besser als die Anhänger
anderer Religionen, manchmal eher schlechter. Die beste Religion ist der Islam. Aber der beste (und alleinige) Erlöser ist Jesus Christus. Die Muslime
haben die bessere Religion, die Christen haben den “besseren” Heiland. Deshalb
bin ich Christ.”
Durch diese
christozentrische Bestimmung kann die Erwählung dann im Unterschied zum
javanischen Denken nicht mehr relativierend verstanden werden. Unter Absehung
von Christus sind tatsächlich “alle Religionen gleich” (wie es die javanische
Weltanschauung sagt) - nämlich Produkte des sündigen Menschen (wie der
Katechimus der Javanischen Christlichen Kirche formuliert).[26] Nur in Christus hat Gott die Christen
erwählt. Deshalb läßt sich diese Erwählung auch nicht im Sinne einer doppelten
(oder gar mehrfachen) Erwählung verstehen (die auch Johannes Calvin ablehnt),
als habe Gott jedem Menschen seine
Religion bestimmt, also auch dem Moslem, Hindu oder Buddhisten. Es kann
höchstens gesagt werden, daß Gott die Nichtchristen in ihrer Religion beläßt.[27]
Dieses Bewußtsein
der gnädigen Erwählung gibt dann auch die nötige Demut im Gespräch mit den
Anhängern anderer Religionen. Denn nichts ist den Javanen mehr zuwider als
Hochmut und Arroganz. Solcher Hochmut steht dem Christentum am allerwenigsten
an, ist doch (im Bewußtsein der Javanen) das Christentum als letzte und damit
“jüngste” Religion nach Java gekommen. Deshalb steht es den Christen nicht zu,
die anderen, “älteren” Religionen belehren zu wollen. Die Christen können nur
demütig Zeugnis ablegen von der gnädigen Erwählung in Jesus Christus.
Doch kann diese
Erwählung - gegen Karl Barth und im Sinne einer heilsgeschichtlichen
Missionslehre - nur heilsgeschichtlich verstanden werden. Wo die
föderaltheologische Komponente aus der reformatorischen Theologie ausgeblendet
wird, wird aus der Menschheitsgeschichte tatsächlich eine
“Wayang-Schattentheater-Vorstellung”. Gerade an diesem Punkt hat der christliche
Glaube das im Grunde ungeschichtliche javanische Denken zu transformieren (um einen Begriff des südafrikanischen Missiologen
David Bosch aufzunehmen). Im Rahmen der Heilsgeschichte sind die Religionen
sicher Produkte des gefallenen Menschen, so daß sich “in den Religionen und im
religiösen Leben Sünde findet”; zugleich greift Gott aber auch immer wieder
rettend und heilend in die Geschichte ein, auch in Geschichte der Religionen,
und bezieht sie in seine Heilsgeschichte ein. So kommt den Religionen auch eine
positive Bedeutung zu als “Ausdruck des Menschseins … als Ebenbild Gottes … die
den Menschen religiöses Glück verschaffen … einschließlich Wohlergehen”, auch
wenn “keine Religion den Menschen retten kann.”[28] Schließlich haben die Religionen Anteil
am kosmischen Heilsdrama im Ringen zwischen den bösen und guten Mächten und
Geistern. Gerade diese Realität von bösen Mächten und Geistern ist fester
Bestandteil javanischen Denkens und Erfahrens, wird aber von der neueren
indonesischen Theologie allzu oft ausgeklammert.
Tatsächlich haben
Islam (und wohl auch christlicher Glaube) das ungeschichtliche javanische
Denken bereits transformiert und ihm zu einer Eschatologie und Apokalyptik
verholfen.
Seite 16, Abs. 4,
Satz 2: „ Das zeigt sich vor allem in der Apokalyptik des ostjavanischen Königs
Jayabaya aus dem 16. Jh. über den “gerechten Friedenskönig” (javan.: “Ratu
Adil”) der Endzeit, sowie die Weissagungen des zentraljavanischen Adeligen
Ronggowarsito aus dem 19. Jh. über die “verrückte Endzeit” (javan.: “zaman
edan” / “Zaman Kalabendu”), die “herrliche Endzeit” (javan.: “zaman kamulyan”)
und den kommenden “verborgenen Ritter” (javan.: “Satrio Piningit”).[29] Diese javanische Apokalyptik hat sich
immer wieder als geschichtsträchtig erwiesen: Der Diponegoro-Aufstand gegen die
Kolonialherrschaft war vor allem von diesen apokalyptischen Hoffnungen
getragen, aber auch im indonesischen Wahlkampf 1998/99 tauchten mehrfach
Transparente auf mit Parolen wie “Megawati Ratu Adil” oder “PAN Satrio
Piningit”. Diese Apokalyptik nehmen javanische Christen auf, wenn sie bekennen,
daß in dem “Ratu Adil” Jesus Christus die “herrliche Endzeit” schon angebrochen
ist, wenn auch die Zeichen der “verrückten Endzeit” noch überall sichtbar sind.
Deshalb haben Christen eine gewisse Hoffnung, daß der “Ratu Adil” Jesus
Christus wiederkommen wird und die “verrückte Endzeit” beenden wird.[30] Diese Hoffnung bezeugen Christen in Wort
und Tat, wenn sie z.B. den Anzeichen der “verrückten Endzeit” des
Suharto-Regimes und seinen bis in die Gegenwart anhaltenden Auswirkungen
entgegentreten.
So wird
schließlich eine heilsgeschichtlich-reformatorische Missionstheologie stets
offen sein für das Heilshandeln Gottes in der Geschichte der Religionen und deshalb
in ihrer Kontextualisierung an dieses geschichtliche Heils- und
Offenbarungshandeln Gottes anknüpfen. Andererseits wird eine
heilsgeschichtlich-reformatorische Missionstheologie aber auch ihre Augen nicht
verschließen gegenüber dem apokalyptischen Ringen der Geistesmächte und sich
deshalb vor Synkretismus hüten. In jedem Fall aber kann sie dies nur tun
aufgrund der gnädigen Erwählung Gottes in dem einen Namen Jesus Christus.
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* Der Vf arbeitete 1983-85 und 1989-1993 am Institut für Missionswissenschaft
und Ökumenische Theologie der Theologischen Fakultät der Universität Tübingen
und promovierte 1994 bei Prof. Beyerhaus mit dem Thema Unterwegs zur Integration von Kirche und Mission . Untersucht am
Beispiel der Rheinischen Missionsgesellschaft (veröffentlicht Erlangen:
Luth. Mission, 1994 - Erlanger Monographien aus Mission und Ökumene,
Bd. 23). 1995 wurde der Vf von der Evang. Kirchengemeinde Eisingen (Evang.
Landeskirche von Baden) über die Neukirchener Mission ausgesandt in die
Christliche Kirche von Nord-Zentraljava und als Dozent an die Theologische
Hochschule Abdiel. Der Vf lebt mit seiner Frau Kristanti Pebri Nugrahani und
Tochter Pia Desideria Ayuningtyas in Salatiga, Zentraljava (Kota Baru 20,
Salatiga 50714, Tel. +62-298-24972,
Fax +62-298-27241, e-mail GOSSWEILERS@cheerful. com.
[1] Vgl. dazu di ältere Arbeit von M.
Duprihadi Sastrosupono, Sinkretisme Dan Orang Kristen Jawa <Synkretismus und die javanischen Christen>, Bandung: Lembaga Literatur Baptis, o.J.
[2] Vgl. Peter Beyerhaus, Der Synkretismus .
Religionsgeschichtliches Phänomen und theologisches Problem, Vorlesung
Tübingen Sommersemester 1989, pers. Mitschrieb des Vf.
[3] Vgl. Elinor C. Horne, Beginning Javanese, New Haven / London: Yale University Press, 1961, S. xxii.
[4] Vgl. Niels Mulder, Kebatinan dan Hidup Sehari-hari Orang
Jawa . kelangsungan dan perubahan kulturil, <Die Kebatinan-Mystik im
Alltag der Javanen . Kulturelle Kontinuität und Wandel.>, Jakarta, Gramedia, 1984, S. 11.
[5] Vgl. Frans Magnis Suseno, Etika
Jawa, Jakarta: Gramedia, 1991, S. 3-5. Die deutsche Original-Version
dieser grundlegenden Dissertation, Javanische
Weisheit und Ethik . Studien zu einer östlichen Moral, war dem Vf
leider nicht zugänglich.
[6] Vgl. Frans Magnis Suseno, Etika
Jawa, S. 22.
[7] So Frans Magnis Suseno, Etika
Jawa, S. 23.
[8] S. Y. Bakker, “Umat Katolik Perintis di Indonesia . ±645 - ±1500” <”Die Pioniere der katholischen Gemeinde in Indonesien>. In: Sejarah Gereja Katolik Indonesia <Geschichte der indonesischen Katholischen Kirche> Bd. 1, S. 19-40. Dort werden nur die Anfänge der christlichen Gemeinde in Barus, Sumatra, erörtert. In einem bisher unveröffentlichten Manuskript über die Geschichte der Christlichen Kirche in Ostjava finden sich aber auch Beweise für christliche Gemeinden im Majapahit-Reich (14. Jh in Ostjava).
[9] Eric Oey, “Eastern
Pesisir . The Cradle of Javanese Islam”,
in: Java, hg. Eric Oey.
Singapore: Periplus, 1997.
[10] Die Farbe “grün” ist selbstverständlich
die Symbolfarbe des Islam. Die Bezeichnung der nominellen javanischen Muslime
als “rötlich” (“abangan”) läßt sich wohl am ehesten aus der javanischen
Redewendung erklären: “ora ngerti abang
birune” = “er kann nicht zwischen rot und blau unterscheiden” = “er hat keine
Ahnung”, “er hat keine klare Perspektive”. Daraus wohl verkürzt “Islam abangan”
für Muslime, die eigentlich wenig Ahnung vom Islam haben. (Lt. mdl. Information
von Martinus Duryati & Kristanti Pebri Nugrahani G., ergänzt durch Elinor
Clark Horne, Javanese-English Dictionary, Yale, 1974). In der Fachliteratur wird
auf die Etymologie der Bezeichnung “abangan” leider zu wenig eingegangen.
[11] S. Niels Mulder, Kebatinan dan Hidup Sehari-hari Orang Jawa, S. 7. Avery T. Willis, Indonesian Revival . Why Two Million Came To Christ, Pasadena: William Carey, 1977.
[12] Stand: 26.7.1999, lt. Angaben der offiziellen Wahlkommission KPU
(http://www.kpu.go.id).
[13] Nach indonesischer Zählung: Islam,
Buddhismus, Hinduismus, (protestantisches) Christentum und Katholizismus. Die
Zahl fünf ist in Java eine heilige Zahl.
[14] S. C. Guillot, L’Affaire
Sadrach . Un Essai de Christianisation à Java au XIX Siècle, Paris:
Association Archipel, 1981; S. Partonandi,
Sadrach´s Community and its Contextual
Roots, Amsterdam, 1988.
[15] So die Erfahrung des Verfassers, als er
gebeten wurde, eine Andacht bei einem “Tingkeban” / “Slametan Mitoni” zum
siebten Schwangerschaftsmonat zu halten.
[16] So die Erfahrung in der Gemeinde Ngawen
der Christlichen Kirche von Nord-Zentraljava. Vgl. Bf. Lewiyono, Ngawen, an den
Vf vom 5.8.1999
[17] Pokok-pokok Ajaran Gereja
Kristen Jawa <Hauptpunkte
der Lehre der Javanischen Christlichen Kirche>, Salatiga: GKJ, 1997, S. 92-101.
[18] Vgl. Andar Ismail, “Spiritualitas”, in: Selamat Menabur . 33 Renungan tentang Didik-Mendidik <Gesegnetes Sähen . 33 Andachten über
Erziehung und Pädagogik>, Jakarta:
BPK, 1997, S. 104-107.
[19] So Samuel B. Hakh, “Alkitab dan Kepercayaan Lain: Telaah Selintas Pesan
Alkitab” <”Die Bibel und die anderen Glauben:
Untersuchung über das Gesamtzeugnis der Bibel“>, Vortrag beim Nationalen Workshop der Evangelischen Akademien und
Ausbildungsabteilungen Indonesiens zur Erstellung
von Schulungsmaterial in der pluralistischen Gesellschaft, 27.-31.10.1998,
Sukabumi, Westjava.
[20] “Hasil Akhir Pertemuan
Pusat/Badan/Lembaga PWG se Indonesia” <”Ergebnis des Nationalen Treffen der Evangelischen
Akademien und Ausbildungsabteilungen Indonesiens”>, 7.-10.5.1996 in Salatiga, Zentraljava.
[21] So Hotman M. Siahaan, “Refleksi Sosiologis Keberadaan PWG Kini dan
Mendatang” <”Soziologische Besinnung über die
gegenwärtige und kommende Situation in der Evangelischen Erwachsenenbildung> Vortrag beim Nationalen Treffen der
Evangelischen Akademien und Ausbildungsabteilungen Indonesiens, 14.-18.3.1999
in Bogor, Westjava.
[22] So die entscheidende Divergenz in dem
Papier “Rumusan Konvergensi Tentang Karya Allah Yang Inklusif / Eksklusif” <”Konvergenzerklärung zum exklusiven /
inklusiven Wirken Gottes> verfaßt
von Bambang Subagyo (Yogyakarta), Decky K. Lolowang (Menado), Christian
Goßweiler (Salatiga) beim Nationalen Workshop der Evangelischen Akademien und
Ausbildungsabteilungen Indonesiens zur Erstellung
von Schulungsmaterial in der pluralistischen Gesellschaft, 27.-31.10.1998,
Sukabumi, Westjava.
[23] Pokok-pokok Ajaran Gereja
Kristen Jawa, Salatiga:
GKJ, 1997, Frage 249, S. 94.
[24] S. z.B. Pokok-pokok Ajaran Gereja Kristen Jawa, Frage 65, S. 28:
“Der Glaube ist eine Entscheidung des Menschen aufgrund seines freien Willens.
Doch der Mensch kann diese Haltung einnehmen aufgrund der Hilfe Gottes.”
Ähnlich auch Frage 259, S. 98.
[25] Leider ist dem Vf zum Zeitpunkt der
Abfassung keine Ausgabe der Kirchlichen Dogmatik zugänglich, sie muß deshalb
mehr aus dem Gedächtnis zitiert werden. Die entsprechenden Passagen dürften
sich aber leicht auffinden lassen.
[26] Pokok-pokok Ajaran Gereja
Kristen Jawa, Frage 249-251,
S. 94-95.
[27] S. Dordrechter
Lehrsätze, Erstes Lehrstück, Art. 6 und 15, und Erstes Lehrstück -
Verwerfung der Irrtümer, Abs. 8.
[28] Pokok-pokok Ajaran Gereja
Kristen Jawa,
Frage 250-253, S. 95-96.
[29] Vgl. R.Ng. Ronggowarsito, Zaman
Edan <Die Verrückte (End-)Zeit>, ed. und ins Indonesische übersetzt von
Ahmad Norma, Yogyakarta: Bentang, 1998.
[30] Vgl. Sindhunata,
“Tekané Jaman Edan” <javan.:
“Das Kommen der verrückten Endzeit”>, in: Aburing
Kupu-kupu kuning <Es fliegen gelbe Schmetterlinge>, Yogyakarta: Kanisius, 1995,
S. 60-62.