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Das Begegnungszentrum "Sabda
Mulya" entsteht in Salatiga (Mitteljava)
Missionsbote 1994, überarbeiteter
Entwurf von Generalsekretär Yohanes Sarju
Am 1. Juni 1994 wurde der Grundstein für das Schulungs- und
Begegnungszentrum "Sabda Mulya" gelegt, womit ein langjähriger Wunsch
der Christlichen Kirche von Nord-Mitteljava (Gereja Kristen Jawa Tengah
Utara - GKJTU) und ihrer Partner endlich in Erfüllung ging. Schon
lange braucht die GKJTU ein solches Gebäude dringend für ihre
Verwaltung und ihre Schulungs- und Zurüstungsarbeit. Über die
genaue Zielsetzung dieses Begegnungszentrums informiert ein Artikel des
Generalsekretärs der GKJTU, Pfr. Yohanes Sarju. Dr. Christian Goßweiler,
der später in der Schulungsarbeit von "Sabda Mulya" mitarbeiten soll,
hat den Artikel übersetzt und für den Abdruck leicht überarbeitet.
1. Die "Sabda Mulya" früher
Zu Beginn dieses Jahrhunderts eröffneten die Missionare der Neukirchener
Mission in Ungaran (Mitteljava) die Bibelschule "Sabda Mulya" (javan.:
"Wunderbares Wort" [Gottes]), um hier Prediger und Evangelisten für
die entstehende Kirche auszubilden. Nach dem II. Weltkrieg übernahm
Pfr. Soetjipto in der Gemeinde von Bojonegoro die Initiative und eröffnete
um 1958 die Bibelschule "Sabda Mulya" neu. Später zog die Bibelschule
nach Salatiga um, wo unsere Missionare Garthe und Seidlitz zusammen mit
Frau Mirahingsih und anderen einheimischen Theologen unterrichteten.
1972 entschied die GKJTU, die Bibelschule "Sabda Mulya" in das Schulungs-
und Zurüstungswerk "Sabda Mulya" umzugestalten. Die "Sabda Mulya"
war bis 1972 also eine Bibelschule für Evangelisten gewesen, vor allem
für die Dorfgemeinden der GKJTU. Einige der Absolventen der Bibelschule
wurden aber später auch Pastoren in den Stadtgemeinden oder haben
sogar Ämter in der Synode. So ist z.B. der Generalsekretär der
GKJTU, Pfr. Yohanes Sarju, an der Bibelschule "Sabda Mulya" ausgebildet,
hat sich aber danach an der Theologischen Hochschule "Abdiel" weitergebildet.
Doch hatte die Leitung der GKJTU 1972 den Eindruck, daß die GKJTU
schon genügend Evangelisten hatte. Was nun gebraucht wurde, waren
Pastoren mit einem abgeschlossenen Theologiestudium. Eine Bibelschulausbildung
schien den Entwicklungen in der indonesischen Gesellschaft und in den Kirchen
nicht mehr angemessen. Auch die Gemeinden akzeptierten kaum mehr Absolventen
von Bibelschulen, sie bevorzugten Pastoren mit einem Studium an einer Theologischen
Hochschule.
Deshalb erschien es ratsamer, die Studenten zum Studium an eine Theologische
Hochschulen oder Universität zu schicken, die eine ähnliche geistliche
Ausrichtung wie die GKJTU haben. Eine eigene Theologische Hochschule zu
eröffnen wäre hingegen für die GKJTU zu schwierig zu organisieren
gewesen. Es war für die GKJTU einfacher und günstiger, die Studenten
an eine bestehende Theologische Hochschule zu schicken als eine eigene
zu eröffnen.
Die Absolventen der Theologischen Hochschulen und Universitäten
brauchten dann allerdings dringend Kurse, wie sie das Gelernte in der GKJTU
anwenden und übertragen konnten. Zu diesem Zweck führte man die
"Sabda Mulya" ab 1972 als Schulungs- und Zurüstungswerk weiter. Dieses
war in einem Gebäude direkt hinter der Gemeindekirche von Salatiga
sehr günstig und zentral untergebracht.
Durch eine Krise in der GKJTU kam die Arbeit des Schulungszentrums
Ende der 70er Jahre jedoch fast völlig zum Erliegen. Auch das Gebäude
der "Sabda Mulya" wurde von einem korrupten Mitarbeiter namens Soejoko
Paulus "besetzt" und verkam zusehends.
2. Ein Neuanfang
Mit der Synode 1984 kam es dann aber zu einem geistlichen Aufbruch und
Neuanfang in der GKJTU. Dabei wurde auch das Schulungs- und Zurüstungswerk
(Lembaga Pembinaan dan Pengaderan Kristen - LPPK) "Sabda Mulya" neu aufgebaut.
Das Ziel der Arbeit der LPPK "Sabda Mulya" ist nach Eph. 4,1-16, daß
alle Gemeindeglieder der GKJTU teilnehmen an dem Auftrag und der Berufung
einer missionarischen Kirche, entsprechend ihren Gaben und Fähigkeiten.
Oder nach 1. Petr. 2,5: "Und lasset euch auch selbst wie lebendige Steine
aufbauen als ein geistliches Haus zu einer heiligen Priesterschaft, um
geistliche Opfer darzubringen, die Gott angenehm sind durch Jesus Christus"
Zu diesem Ziel hin begleitet die LPPK "Sabda Mulya" z.Zt. 8 Theologiestudenten
und 13 Vikare der GKJTU in ihrer Ausbildung und veranstaltet für sie
Kurse in praktischer Gemeindearbeit. Daneben bietet LPPK "Sabda Mulya"
aber auch Kurse zur Mitarbeiterschulung für die Gemeinden an. Dazu
gehören z.B. Eheseminare, Jugend-Camps, Freizeiten für Sonntagsschulhelfer,
Schulung der Presbyter, Treffen christlicher Religionslehrer, Frauenfreizeiten,
Leiterschulung, Weiterbildung der Pastoren und Evangelisten, Seminare über
Evangelisation und Diakonie und Seminare über das Leben und die Berufung
der Kirche in der indonesischen Gesellschaft.
Allerdings mußten alle diese Kurse und Begegnungen bisher in
gemieteten Räumlichkeiten stattfinden, da das alte Gebäude der
"Sabda Mulya" ja noch immer von Soejoko Paulus "besetzt" war. Zugleich
aber entfaltete die GKJTU nach ihrem Aufbruch von 1984 immer neue Aktivitäten,
die auch entsprechende Räumlichkeiten erforden.
3. Weitere Aktivitäten der GKJTU
Die ca. 20.000 Mitglieder der GKJTU leben in 52 Gemeinden und 28 Filialgemeinden
in einem Gebiet von über 30.000 km2 verstreut. Die Verkündigung
wird von nur 18 Pastoren, 13 Vikaren und 42 nebenberuflichen Evangelisten
versehen. Daher haben die Gemeindeglieder eine große Verantwortung
mitzutragen.
In den Presbyterien und den verschiedenen Kreisen sind in jeder Gemeinde
etwa 20 bis 70 Mitarbeiter aktiv. Aber auch auf der Ebene der acht Kirchenkreise
finden noch viele Aktivitäten statt, so daß jeder Kirchenkreis
nochmals 32 bis 110 Mitarbeiter braucht. Weiter sind etwa 60 Mitarbeiter
in Programmen der GKJTU-Gesamtsynode engagiert. Schließlich arbeiten
auch noch viele Gemeindeglieder in diakonischen Aufgaben mit, über
die wir ja schon im Missionsboten Nr. 2/1993 berichtet hatten.
Diese vielfältigen Dienste müssen natürlich durch das
Synodalbüro koordiniert werden. Hier werden z.B. die Kirchenzeitung,
Predigthilfen und Bibelstudienmaterial herausgegeben. Auch eine Fülle
von Briefen ist jede Woche zu beantworten.
Allerdings ist das Synodalbüro mit seinen etwa 8-10 Mitarbeitern
bisher noch in der Sakristei der Kirche von Salatiga untergebracht, wo
die Mitarbeiter auf engstem Raum zusammengepfercht vor ihren Schreibmaschinen
sitzen. Auch die Tagungen der Synode müssen in gemieteten Räumen
stattfinden. Dabei entstehen immer wieder Schwierigkeiten, weil die GKJTU
sich nach deren Belegungsplan richten mußte und auch die Mietkosten
recht hoch sind.
Darüber hinaus veranstaltet die GKJTU noch viele Konferenzen und
Versammlungen für ihre Gemeindeglieder, z.B. Oster- und Pfingstkonferenzen,
Gesangsfestivals der Kirchenchöre, Jugendkonferenzen sowie Evangelisations-
und Gebetskonferenzen. An diesen Treffen nehmen im Durchschnitt etwa 600-800
Personen teil. Sie haben eine wichtige Funktion für den Zusammenhalt
der Kirche, aber vielfach muß die Teilnehmerzahl begrenzt werden,
da die Gemeindekirche von Salatiga zu klein ist.
Neben diesen Treffen für die eigenen Gemeinden sucht die GKJTU
aber auch die Begegnung mit anderen Kirchen. Die GKJTU als indonesische
Kirche arbeitet mit anderen Kirchen und Organisationen zusammen, die auf
derselben [reformatorischen] Grundlage stehen. Immer wieder wird die GKJTU
zu solchen zwischenkirchlichen Begegnungen eingeladen, möchte aber
auch selbst als Gastgeber aktiv werden.
Für den 23. bis 24. August 1994 z.B. hatte die GKJTU alle javanischsprachigen
Kirchen zu einer Begegnung nach Salatiga eingeladen. Dazu kamen auch noch
zahlreiche Gäste, z.B. Vertreter der Indonesischen Bibelgesellschaft
und des Indonesischen Kirchenrates (PGI - "Persekutuan Gereja Indonesia"
- "Gemeinschaft Indonesischer Kirchen"). Insgesamt nahmen somit etwa 300
Personen an dieser Begegnung teil. Der Eröffnungsgottesdienst konnte
noch in der Gemeindekirche der GKJTU in Salatiga stattfinden, doch die
Tagung selbst mußte im Synodalheim der "Christlichen Kirche von Java"
("Gereja Kristen Jawa" - GKJ) stattfinden, da die GKJTU noch kein geeignetes
Gebäude hat.
4. Das Begegnungszentrum "Sabda Mulya"
Nach siebenjährigen, zähen Verhandlungen ist es der GKJTU in
diesem Jahr endlich gelungen, Soejoko Paulus zum Auszug aus dem alten Gebäude
der "Sabda Mulya" zu bewegen. Leider war das Gebäude aber inzwischen
so heruntergekommen, daß es völlig abgerissen werden mußte.
Gut erhaltene Bauelemente konnten jedoch für den Neuaufbau erhalten
bleiben. Mitte 1995 soll dann das neue Begegnungszentrum "Sabda Mulya"
fertiggestellt sein.
In der großen Halle können sich dann etwa 500-700 Personen
zu den Versammlungen und Konferenzen der GKJTU treffen. In den Nebenräumen
sind noch verschiedene Büros und Gruppenräume vorgesehen. Bei
mehrtägigen Konferenzen können auch ca. 150 Personen hier übernachten,
wenn man die Ausweichquartiere des Schülerwohnheimes der GKJTU hinzunimmt.
Das Begegnungszentrum "Sabda Mulya" wird dann für alle die dargestellten
Aktivitäten vielfältige Möglichkeiten bieten. Zum einen
findet hier das Synodalbüro endlich entsprechende Räumlichkeiten.
Weiter können hier die gemeinsamen Konferenzen und Tagungen stattfinden,
und schließlich werden hier auch die Kurse der LPPK "Sabda Mulya"
abgehalten.
Wenn für diese Veranstaltungen keine Räume mehr gemietet
werden müssen, bedeutet dies für die GKJTU eine große Erleichterung
und finanzielle Ersparnis. Das Begegnungszentrum kann auch von anderen
Kirchen genutzt werden und damit sogar zu einer Einnahmequelle für
die GKJTU werden. Dies hilft der GKJTU dann zugleich zu einer größeren
finanziellen Selbständigkeit, um nicht mehr so stark von Spenden aus
dem Ausland angewiesen zu sein. Vor allem aber soll das Begegnungszentrum
dazu dienen, daß die GKJTU innerlich immer weiter gefestigt und so
für ihr missionarisches Zeugnis zugerüstet wird.
Y. Sarju / Ch. Goßweiler
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