d) Aufgrund der allgemeinen Verunsicherung und der nervösen
Atmosphäre ist die Zahl der Kranken gestiegen. Geistes-krankheiten
nehmen rapide zu. In einer Stadt hat sich die Zahl der Patienten in Nervenheilanstalten
verdoppelt, ebenso die Zahl der Patienten in ambulenter psychatrischer
Behandlung. Auch andere streßbedingte Krankheiten nehmen zu, aber
da die Preise für Arzneimittel leider sehr hoch sind, können
sie nicht behandelt werden. In Jakarta können laut Berichten 21.000
Nierenkranken nicht mehr ihre wöchentliche Blutwäsche erhalten,
weil der Preis von 150.000 Rp. vor der Krise auf 850.000 Rp. geklettert
ist.
Sie wollen lieber sterben als die Ersparnisse der ganzen Familie
für ihre Behandlung aufzubrauchen. Sie wollen lieber ihre verbliebenen
Ersparnisse vererben als damit nur ihren Tod etwas hinauszuschieben. Die
Menschen gehen nur zum Arzt, wenn sie wirklich ganz ernstlich erkrankt
sind.
2. Die nationale wirtschaftliche Situation hat sich zu einer politischen Krise ausgeweitet. Die Studenten mit Unterstützung ihrer Professoren, sonstiger Intellektueller und weiter Kreise der Bevölkerung demonstrieren und fordern tiefgreifende politische Reformen bzw. die Wiederherstellung der Volkssouveränität bzw. Demokratie, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und mo-ralische Erneuerung. Dies führte zur Entthronung von Präsident Suharto, der von Präsident B.J. Habibie abgelöst wurde. Am 21. Mai, als die Christen Himmelfahrt feierten, dankte Suharto ab, und ein neues Kapitel in der indonesischen Geschichte be-gann. Zum Zeitpunkt der Abfassung dieser Darstellung stellt der neue Präsident sein Kabinett vor, das er als "Kabinett der Reform-Entwicklung" bezeichnet ("Kabinet Reformasi Pembangunan" - die bisherigen Kabinette von Präsident Suharto hießen "Kabinett der Entwicklung" - "Kabinet Pembangunan"); er erfüllt die Forderungen der Reformbewegung, die sich auf eine völlige Reform konzentrieren, und erwirbt sich Vertrauen in den Augen der Bevölkerung.
a) Die Ackerbauer und Viehzüchter erleben eine Schrumpfung ihrer Kaufkraft bis zum absoluten Tiefpunkt. Denn die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse steigen nicht in dem Maße wie die für Industrieprodukte. Ein Landwirt verkauft z.B. 100 kg Gemüse und kann von dem Erlös nur 1 kg Zucker kaufen. So ist es für die Landwirte schwierig, ihre Betriebe weiterzuentwickeln. Zum Glück haben sie noch Lebensmittel aus eigenem Anbau für ihren eigenen, bescheidenen Bedarf.
b) Die Angestellten, Beamten und Arbeiter erleben ähnliches wie die Landwirte, weil ihre Gehälter nicht mehr ausreichen, um die hohen Ausgaben zu decken. Viele Angestellte erleben eine drastische Schrumpfung ihrerer Kaufkraft, viele haben auch ihre Erwerbsquelle durch Entlassung verloren, da viele Betriebe sich nicht mehr über Wasser halten können.
c) Die kleinen Einzelhändler erleben das gleiche Schicksal, viele mußten ihren Betrieb schließen aufgrund der sinkenden Kaufkraft der Bevölkerung.
2. Der Regierungswechsel und die umfassenden Reformen geben dem einfachen Volk natürlich neue Hoffnung. Aber selbst wenn die neue Regierung das Vertrauen des Volkes gewinnen und die Krise überwinden kann, dann braucht dies lange Zeit, vielleicht zwei oder drei Jahre oder sogar länger. Es gibt noch keine Anzeichen, die Besserung verheißen.
2. Vom christlichen Glauben her ist diese Katastrophenhilfe geboten, da Gott selbst es will. Gott hat "Himmel und Erde und alles was darinnen ist" sehr gut geschaffen. Die ganze Schöpfung ist in Harmonie geschaffen, um sich gegenseitig am Leben zu er-halten, entsprechend der erhaltenden Gnade Gottes (1. Mose 1:29-30; Ps. 104:10-18). Wenn daher einzelne Bevöl-kerungs-schichten durch eine Katastrophe vom Untergang bedroht sind, müssen die anderen Teile der Gesellschaft ihnen helfen. Bereitschaft, den Leidenden zu helfen, ist ein Teil des Liebesgebotes, das Christus selbst gelehrt hat (Matth. 22:37-40). In die-ser Krise müssen die Gläubigen ihr Herz für ihre Nächsten in Not öffnen, einander helfen und gegenseitig ihre Lasten tragen (Gal. 6:2).
3. Die Maßnahmen zur Hilfsvergabe sehen folgendermaßen aus:
a) Unterstützt werden sollen Arbeitnehmer / Arbeiter / Landwirte / kleine Einzelhändler, die durch die Wirtschaftskrise keine Arbeit oder überhaupt keine Erwerbsquelle mehr haben. (D.h. die Hilfe wird nicht an die Ober- und Mittelschicht gege-ben; obwohl auch sie von der Krise betroffen sind, haben sie doch i.A. noch Ersparnisse oder können sich sonst irgendwie über Wasser halten, während die eingangs beschriebene einfache Bevölkerung es sehr schwer hat, sich am Leben zu er-halten).
b) Die Hilfe wird als Startkapital gegeben, damit die Opfer der
Krise mit dem Geld neue Erwerbszweige erschließen können wie
z.B. durch Heimarbeit (Heimindustrie), Kunstgewerbe etc. Auf diese Weise
können sie der Wirtschaftssituation be-gegnen. Die Hilfe wird sowohl
an Gemeindeglieder gegeben wie auch an die Bevölkerung im Umkreis
der GKJTU.
Die Hilfe wird kostenlos gegeben und muß in keiner Form
zurückgezahlt werden. Pro Familie kann die Hilfe zwischen 400.000
Rp. und 500.000 Rp. variieren, je nach ihrem Unternehmensgeist und der
Größe der Familie. Wenn sie strebsam und fleißig sind,
können sie mit einem solchen Kapital 10.000 Rp. bis 15.000 Rp. pro
Tag erwirtschaften. Außerdem ar-beitet die Abteilung "Dienst und
Zeugnis" der GKJTU mit den örtlichen Pastoren und Presbyterien zusammen,
um den un-terstützten Familien durch Gebet. Rat und Motivation beizustehen,
damit sie nicht den Mut und die Hoffnung verlieren.
Diejenigen, die in der Umgebung von Salatiga leben, können
bewegt werden, an einem Schreinerkurs in der Lehrwerkstatt "Makarya" in
Getasan teilzunehmen. Diese Kurse werden kostenlos abgehalten. Bis heute
haben alle Absolventen des Schreinerkurses "Makarya" Arbeit gefunden mit
einem ordentlichen Gehalt, zumindest für die Verhältnisse der
"Unterschicht" in Indonesien.
4. Zunächst einmal soll versucht werden, Unterstützung
für 200 Familien zu bekommen
- 100 Familien à 400.000 Rp. = 4.000.000 Rp.
- 100 Familien à 500.000 Rp. = 5.000.000 Rp.
Für 200 Familien bräuchte man also 9.000.000 Rp. Weiter
werden die Kosten für die Durchführung, für die Kontrolle,
für die Überweisung sowie die Verwaltungskosten auf 10% des Budgets
geschätzt, also 900.000 Rp. Damit werden 9.900.000 Rp. gebraucht.
5. Das Geld soll von Spendern im In- und Ausland, von Gemeindegliedern und sonstigen Sponsoren aufgebracht werden, die zur Unterstützung dieser Notaktion bereit sind. Die Hilfe kann direkt überwiesen werden auf das Dollarkonto der GKJTU bei der Indonesischen Staatsbank ("Bank Negara Indonesia" - BNI), Konto Dollar Plus ("US$ savings account") Kontonummer 137 000 11 4516.001.
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