Site hosted by Angelfire.com: Build your free website today!

Jugendaustauschprogramm
zwischen der Christl. Kirche Nordmitteljava (GKJTU) und der Neukirchener Mission (NM)

Entwurf 1.2 (Jan. 2003)

1      Der Hintergrund

Die Kirche ist der Leib Christi, in dem die verschiedenen Glieder sich gegenseitig helfen und unterstützen (1. Kor. 12:25-26; Eph. 4:16). Als konkrete Gestalt der Allgemeinen Kirche helfen und unterstützen die Kirchen der Welt sich gegenseitig finanziell und personell. Die gegenseitige Hilfe der Kirchen ist dabei nicht nur im Interesse der Kirchen, sondern dient besonders und vor allem der Erfüllung der Mission Christi in dieser Welt.

Deshalb haben die Kirchen in Deutschland schon lange über die Neukirchener Mission (NM) Mitarbeiter in die Christl. Kirche Nordmitteljava (GKJTU) entsandt um dort für mehrere Jahre mitzuarbeiten. In den letzten Jahrzehnten haben die GKJTU und die NM sich immer häufiger gegenseitig für mehrere Wochen besucht. Durch solche Besuche haben sich die GKJTU und die NM gegenseitig im Erfahrungsaustausch bereichert und Programme der missionarischen Zusammenarbeit besprochen. Dadurch wurde die Partnerschaft zwischen der GKJTU und der NM immer weiter vertieft.

Doch um diese Partnerschaft in Zukunft weiter zu führen muß die nächste Generation rechtzeitig vorbereitet werden. Wenn man die Entwicklungen unter der jungen Generation in Deutschland beobachtet, so scheint diese eher interessiert, aktiv am Missionsdienst teilzunehmen und eigene Erfahrungen zu sammeln als nur Missionsvorträge anzuhören und Diaserien anzusehen. Deshalb möchten viele junge Leute nach dem Abitur ein Praktikummachen und für mehrere Monate Erfahrungen im Ausland sammeln. Derartige Aktivitäten werden von der Bundesregierung gefördert im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Jahres oder sogar einem “anderen Dienst im Ausland” anstelle des Zivildienstes. Deshalb gibt die GKJTU zusammen mit der NM solchen jungen Freiwilligen die Möglichkeit, in die Mission Gottes in Mitteljava hineingenommen zu werden.

2  Ziele und Zielgruppe des Programms

Wie schon eingangs erwähnt sind die vorrangige Zielgruppe dieses Programmes junge Christen im Alter von 18-30 Jahren, vor allem aus den Freundeskreisen der Neukirchener Mission.

Deshalb hat das Programm die folgenden Ziele

2.1  Den Glaubenshorizont der Teilnehmer aufzubauen, zu bereichern und zu erweitern

2.2  Die Mission und den Dienst der GKJTU zu unterstützen

2.3  Die Partnerschaft zwischen der GKJTU und der NM mit Leben zu erfüllen und weiter zu führen, vor allem unter der jungen Generation.

3   Zeitraum

Die einzelnen Teilnehmer sollten etwa 12 Monate in der GKJTU mitarbeiten. Dieser Zeitraum kann aber individuell geregelt werden, entsprechend den Bedürfnissen und Möglichkeiten der jeweiligen Teilnehmer, bei einer minimalen Einsatzdauer von 6 Monaten und einer maximalen Einsatzdauer von 22 Monaten (speziell im Rahmen eines “anderen Dienstes im Ausland” anstelle des Zivildienstes).

Wegen der Bestimmungen für das Kultur-Besuchervisum müssen die Teilnehmer ungefähr alle 6 Monate Indonesien verlassen, um ein neues Kultur-Besuchervisum von der indonesischen Botschaft in Singapur (oder einem indonesischen Konsulat in einem anderen Staat) zu erhalten.

Wenn es während der Dienstzeiten zu un­vorher­gesehenen Schwierigkeiten kommt, kann jeder der Beteiligten diese Zusammenarbeit beenden, nach­dem er dies der NM schriftlich mit­geteilt hat. Dem gehen Gespräche um einen Kompromiß voraus, um die Schwierigkeiten beizulegen.

Das Programm des Jugendaustausches insgesamt ist zeitlich nicht begrenzt, wird aber mindestens alle fünf Jahre von der Kirchenleitung der GKJTU und dem Vorstand der NM ausgewertet

4   Die Aufgaben der Teilnehmer sowie die Verantwortungs­bereiche der GKJTU und der NM

Im Rahmen dieses Programmes haben alle Beteiligten Aufgaben und Pflichten gegeneinander.

4.1 Die Aufgaben der Teilnehmer

Im Grunde ist dieses Programm vor allem dazu gedacht, um den Glaubenshorizont der Teilnehmer zu erweitern (vgl. o. Ziel Nr. 2.1), nicht um eine bestimmte Aufgabe zu erledigen oder ein bestimmtes Pensum zu erfüllen. Um jedoch dieses Ziel der Horizonterweiterung zu erreichen, haben die Teilnehmer einige Verantwortungsbereiche. Diese Aufgaben und Verantwortungsbereiche können aber noch zwischen der NM, der GKJTU und den betreffenden Teilnehmern abgestimmt werden, damit sie den Fähigkeiten und Möglichkeiten der Teilnehmer entsprechen.

Allgemein können die Aufgaben und Verantwortungsbereiche der Teilnehmer folgendermaßen beschrieben werden:

1.   Aktive Teilnahme an den Veranstaltungen der GKJTU

2.   Leitung von Gesprächsgruppen, um fremdsprachliche Kommunikation zu üben (vor allem auf Englisch), für die Mitarbeiter, Jugendlichen und sonstigen Mitglieder der GKJTU oder sogar für die allgemeine Bevölkerung.

3.   Unterricht in Fremdsprachen (Englisch, Deutsch usw.) entsprechend den Erfordernissen und Möglichkeiten

4.   Übung in fremdsprachlicher Kommunikation (vor allem in Englisch) für die Gastfamilie, wo die Teilnehmer untergebracht sind

5.   Grundschulunterricht im Fach Deutsch für die Kinder der vollzeitlichen Mitarbeiter der NM mit Material der “Deutschen Fernschule”.

6.   Aneignung von Grundkenntnissen in Indonesisch (über Sprachkurse oder Privatunterricht in Salatiga)

7.   Andere Aufgaben entsprechend den Vorschlägen der Kirchenleitung der GKJTU, der Missionsleitung der NM oder auf Vorschlag der Teilnehmer selbst.

8.   Andere Aufgaben entsprechend den Vorgaben der Bundesregierung für das “Freiwillige Soziale Jahr” oder einen “anderen Dienst” anstelle von Wehr- oder Zivildienst.

Nach der Rückkehr werden die Teilnehmer gebeten:

9.   Einen Bericht über ihrer Erfahrungen in der GKJTU zu schreiben.

10. Weiter mit der GKJTU und der NM in Verbindung zu bleiben.

11. Die Arbeit der GKJTU und der NM weiterhin allgemein zu unterstützen.

12. Besonders durch Übersetzungen die Partnerschaft zwischen der GKJTU und der NM zu unterstützen, entsprechend den Fähigkeiten und Möglichkeiten der Teilnehmer.

Außer den genannten Aufgaben wird den Teilnehmern ebenfalls empfohlen, Kontakte zu allgemeinen Bevölkerung zu pflegen. Den Teilnehmern wird auch ausreichend Gelegenheit und Zeit für touristische Ausflüge geboten.

4.2   Die Verantwortungsbereiche der GKJTU

Die Kirchenleitung der GKJTU (oder von der Kirchenleitung beauftragte Personen) ist verantwortlich:

1.   Die Teilnehmer während des Aufenthaltes im Bereich der GKJTU anzuleiten und Hilfestellung zu leisten.

2.   Die Teilnehmer in die Arbeit und den Dienst der GKJTU einzubeziehen.

3.   Unterkunft und Verpflegung für die Teilnehmer bereitzustellen.

4.   Ausfindigmachen von geeigneten Sprachkursen oder Privatlehrern um Indonesisch zu lernen.

5.   Mithilfe bei der Beschaffung und Verlängerung des Kulturbesuchervisums, sonstiger Genehmigungen und sonstigen Behördenangelegenheiten von Seiten der indonesischen Regierung.

Die Kirchenleitung der GKJTU beauftragt eine Person besonders, der/die für die Teilnehmer verantwortlich ist und als Kontaktperson fungiert. Dennoch wird erwartet, daß die Teilnehmer Kontakte mit möglichst vielen Mitarbeitern und Mitgliedern der GKJTU pflegen.

4.3     Die Verantwortungsbereiche der NM

Die Missionsleitung der NM (oder von der Missionsleitung beauftragte Personen) ist verantwortlich:

1.   Die Teilnehmer auszuwählen.

2.   Die Teilnehmer vor ihrer Ausreise entsprechend anzuleiten und vorzubereiten

3.   Die weitere Entwicklung des Dienstes der Teilnehmer während deren Aufenthalt in Indonesien weiter zu verfolgen.

4.   Die Teilnehmer anzuleiten, ihre Erfahrungen nach ihrer Rückkehr zu reflektieren.

5.   Die Kosten für Krankenversicherungen und andere Versicherung für die Teilnehmer während deren Aufenthalt in Indonesien zu übernehmen.

6.   Die Kosten für Tropenmedizinische Untersuchungen und Impfungen zu übernehmen.

7.   Die Visagebühren zu übernehmen.

8.   Mithilfe bei allen Formalitäten gegenüber der Bundesregierung (besonders im Zusammenhang mit dem “Freiwilligen Sozialen Jahr” oder einem “Dienst im Ausland” anstelle von Wehr- oder Zivildienst).

Außer der Missionsleitung der NM in Neukirchen sind die Mitarbeiter der NM in Indonesien in besonderer Weise verantwortlich, die Teilnehmer anzuleiten und ihnen Hilfestellung zu leisten.

4.4    Aufgabenbeschreibung

Um eine auf die jeweiligen Teilnehmer abgestimmte Form des Einsatzes zu finden, wird eine Aufgabenbeschreibung erstellt, die von den Teilnehmern, der Missionsleitung der NM und der Kirchenleitung der GKJTU unterzeichnet wird. Diese Aufgabenbeschreibung enthält Angaben über:

1.   Den genauen Zeitraum des Einsatzes

2.   Ferienzeiten

3.   Aufteilung der Kosten des Programmes

4.   Aufgaben der Teilnehmer

5.   Möglichkeiten, Indonesisch zu lernen

6.   Kontaktperson(en)

7.   usw.

Nach Ablauf der halben Einsatzdauer (oder wann auch immer für nötig erachtet) wird diese Aufgabenbeschreibung von der Kirchenleitung und den Teilnehmern gemeinsam ausgewertet und falls nötig modifiziert.

5.     Bedingung für die Teilnehmer

Die Teilnehmer sollten die folgenden Bedingungen erfüllen:

1.   Lebendiger Glaube und Hingabe, um im Rahmen der Partnerschaft zwischen der GKJTU und der NM einen Dienst zu tun.

2.   Erfahrung in aktiver Gemeindemitarbeit.

3.   Abitur oder abgeschlossene Berufsausbildung

4.   Alter von ca. 18-30 Jahren

5.   Physische und psychische Gesundheit

6.   Fähigkeit, sich auf Englisch zu verständigen

7.   Fähigkeit, sich an ein einfaches Leben in einer anderen Kultur anzupassen, insbesondere Anpassung an Kost und Verpflegung entsprechend den Lebens­gewohn­heiten einer indonesischen Gastfamilie.

8.   Bereitschaft, von Christen aus einer anderen Kultur zu lernen (und nicht nur zu lehren!)

9.   Die Lehre der GKJTU als einer reformatorischen Kirche zu respektieren und anzuerkennen.

10. Sich an die ethischen Grundsätze der GKJTU zu halten.

11. Bereitschaft, die oben genannten Aufgaben (4.1) zu erfüllen.

12. Bereitschaft, allgemein der Anleitung und Ermahnung der Kirchenleitung der GKJTU und der Missionsleitung der NM bzw. der beauftragten Personen Folge zu leisten

13. Bereitschaft, insbesondere Berichte, die nach Deutschland geschickt werden, zuvor mit der Kirchenleitung der GKJTU abzusprechen.

14. Bereitschaft, insbesondere Anträge auf finanzielle Hilfe sowie geplante finanzielle Hilfen für Gemeinden, Einrichtungen oder Einzelpersonen der GKJTU mit der Kirchenleitung der GKJTU abzusprechen.

15. Teilnahme an dem “Training für Kurzzeitmitarbeiter” am “Seminar für Missionarische Fortbildung der Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen” oder einem vergleichbaren Programm.

16. Bereitschaft, die Erfahrungen gemeinsam mit der Kirchenleitung der GKJTU und der Missionsleitung der NM zu reflektieren.

6.      Weiterentwicklung des Programmes

Mit gegenseitigem Einverständnis beider Partner kann dieses Programm weiterentwickelt werden, z.B. in Form von:

Ø      Möglichkeiten für Jugendliche aus der GKJTU, Erfahrungen in Deutschland zu sammeln, beispielsweise im Rahmen eines Au-pair-Programmes, als Praktikanten, als Jugendchor u.ä.

Ø      Möglichkeiten für deutsche Pensionäre, den Dienst der GKJTU zu unterstützen, entsprechend den Fähigkeiten und Bedürfnissen

Ø      Mehrwöchige Einsätze von deutschen Jugendchören in den Gemeinden der GKJTU

Ø      Usw.

7.     Finanzierung

Die Finanzierung des Programmes wird zwischen den Teilnehmern, der GKJTU und der NM aufgeteilt. Im Folgenden ein Kostenvoranschlag für einen einjährigen Einsatz:

 

Flug Deutschland Indonesien hin und zurück

±1.100 Euro

1x

Teilnehmer

Flug Indonesien – Singapur hin und zurück mit Übernachtung und Verpflegung in Singapur für vier Tage (um ein neues Besuchervisum zu erhalten)

400-500 Euro

1x

NM / Teilnehmer

Touristische Ausflüge innerhalb von Indonesien

50-500 Euro

 

Teilnehmer

Tropenmedizin. Untersuchung?

 

2x

NM / Teilnehmer

Impfungen

 

1x

NM / Teilnehmer

Erteilung Kulturbesuchervisum

60 Euro

2x

NM

Verlängerung Kulturbesuchervisum

Rp. 300.000

8x

NM

Kranken- und andere Versicherungen

 

Monatl.

NM

Unterkunft & Verpflegung

 

 

GKJTU bzw. Gastfamilie, die dafür Englischunterricht erhält

Indonesisch-Kurs

200-400 Euro

 

NM / Teilnehmer

Taschengeld

150 Euro

Monatl.

Eltern des unterrichteten Kindes (d.h. Fam. Christian Goßweiler)

 

Damit innerhalb des engen finanziellen Budgets der NM möglichst viele Jugendliche die Möglichkeiten haben, an einem derartigen Programm teilzunehmen (nicht nur im Rahmen der GKJTU, sondern auch im Rahmen anderer Partnerkirchen der NM), werden die Teilnehmer gebeten, etwa zehn Spender zu suchen, die der NM zweckgebundene Spenden für dieses Projekt überweisen.

8.     Schluß

Soweit unsere kurze Erläuterung des Jugendaustauschprogrammes. Möge dieser Entwurf von uns allen weiter bedacht, so gediegen wie möglich weiterentwickelt und ausgeführt werden, zum Segen für Kirche und Gesellschaft sowie zur Ehre Gottes.

 

Salatiga, Januar 2003